Wie kann ich „lockerer“ werden?

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    • Wie kann ich „lockerer“ werden?

      Mir macht es arg zu schaffen, wenn Gesetze/Richtlinien/Regeln nicht eingehalten werden.

      Ich kann dann kaum meine Gedanken auf was anderes lenken.
      Es macht komische Gefühle.

      Heute erzählte meine Tochter, dass im Kindergarten jetzt Stückseife zum waschen benutzt wird.
      Dabei ist das in Gemeinschaftseinrichtungen nicht gestattet.
      Das war dort früher schon mal Thema.
      Damals hat das Gesundheitsamt die Anweisung zu Seifenspendern gegeben.

      Warum reagiere ich (meist nur innerlich) auf solche „Regelverstöße“?
      Ich kann auch selbst nur schwer von solchen Dingen abweichen.
      Ich würde keine durchgezogene Linie „überfahren“ o.ä.

      Ich kann auch meine Kinder nicht guten Gewissens den Schwiegereltern anvertrauen, weil sie sich nicht an Regeln halten, wie keine Autofahrt ohne Kindersitz, kein TV im Bett usw.

      Parkt jemand hier gegenüber im Halteverbot macht mich das nervös, obwohl es mich nicht wirklich betrifft oder die Einfahrt blockiert.

      Ist das was ich empfinde Angst vor Kontrollverlust?

      Kennt ihr das? Wie könnte ich das ändern? Oder lieber akzeptieren?
    • Wenn andere Personen Regelverstöße begehen, die mich nicht unmittelbar betreffen, dann beschäftigt mich das normalerweise nicht. Dabei, mich selbst betreffende Regeln etwas lockerer, der jeweiligen Situation angepasster, auszulegen, hat mir ein Zitat aus dem Film "Pirates of the Carribean" geholfen:

      “The code is more what you’d call ‘guidelines’ than actual rules.” – Hector Barbossa


      Das rufe ich mir in Erinnerung, wenn ich bemerke, dass ich mir durch zu enge Regelauslegung selber das Leben schwerer mache als nötig.

      The post was edited 2 times, last by Turtle ().

    • @Eva39


      Wenn es um deine kinder und sachen im kindergarten geht, dann kann ich das gut nachvollziehen. Weil man möchte ja dass diese dort sicher sind und gut behandelt werden. Einen kindersitz im auto zu verwenden ist ja auch keine sinnlose regel, sondern dient ganz klar der unmittelbaren sicherheit.


      Ansonsten muss ich zugeben, dass ich im alltag nicht viel von regeln und gesetzen halte. :roll:
      Regeln und gesetze sind blos ein ersatz für den gesunden menschenverstand, ich halte aber sehr viel vom gesunden menschenverstand, von rationalität und logik. Ohne diese dinge nützen regeln und gesetze auch nicht viel, aber umgekehrt könnte man auf die meisten regeln und gesetze verzichten, wenn sich die menschen vernünftig verhalten würden.

      Ich bin auch sehr schlecht darin einfach etwas zu lernen, weil jemand meint ich soll irgendetwas lernen. Ich möchte dinge verstehen und wissen wie etwas funktioniert und dinge nicht einfach nur so hinnehmen nur weil mir jemand was vorschreibt.
    • Bei mir kommt es darauf an, ob die Nichteinhaltung einer Regel mich oder andere gefährdet.

      Eva39 wrote:

      Heute erzählte meine Tochter, dass im Kindergarten jetzt Stückseife zum waschen benutzt wird.
      Dabei ist das in Gemeinschaftseinrichtungen nicht gestattet.
      Das würde ich unverzüglich ansprechen. Wenn es am nächsten Tag nicht geändert ist, das Gesundheitsamt informieren.

      Eva39 wrote:

      Ich kann auch meine Kinder nicht guten Gewissens den Schwiegereltern anvertrauen, weil sie sich nicht an Regeln halten, wie keine Autofahrt ohne Kindersitz, kein TV im Bett usw.
      Autofahren ohne Kindersitz geht gar nicht. Darauf würde ich bestehen und meine Kinder dazu anhalten, dann nicht mit dem Auto mitzufahren.

      Ansonsten sind Großeltern dazu da, gemeinsam mit den Enkeln gegen einige Regeln zu verstoßen. Also lange TV schauen (oder im Bett) und überhaupt keine geregelten Bettzeiten - das ist in meinen Augen okay. Die Kinder wissen zudem meist, dass Oma-Regeln zu Hause nicht gelten.

      Eva39 wrote:

      Parkt jemand hier gegenüber im Halteverbot macht mich das nervös, obwohl es mich nicht wirklich betrifft oder die Einfahrt blockiert.
      Sowas stört mich überhaupt nicht. Es betrifft mich nicht, es gefährdet niemanden - es ist nicht wichtig.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Leseratte wrote:

      Das würde ich unverzüglich ansprechen. Wenn es am nächsten Tag nicht geändert ist, das Gesundheitsamt informieren.
      Das kann man machen, wenn man den Rest seiner Zeit dort wie ein Mensch dritter Klasse behandelt werden will.
    • Bei so etwas wie der Seife würde ich das Gespräch suchen, fragen, warum es jetzt Stückseife gibt. Manchmal kann es ja tatsächlich rationale Gründe geben. Manchmal auch nicht, dann kann man immerhin freundlich auf den Widerspruch zur Vorgabe des Gesundheitsamts hinweisen.

      The post was edited 1 time, last by Turtle ().

    • Turtle wrote:

      Bei so etwas wie der Seife würde ich das Gespräch suchen, fragen, warum es jetzt Stückseife gibt. Manchmal kann es ja tatsächlich rationale Gründe geben. Manchmal auch nicht, dann kann man immerhin freundlich auf den Widerspruch zur Vorgabe des Gesundheitsamts hinweisen.
      Genau so.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Kaffeetrinken wrote:

      Leseratte wrote:

      Das würde ich unverzüglich ansprechen. Wenn es am nächsten Tag nicht geändert ist, das Gesundheitsamt informieren.
      Das kann man machen, wenn man den Rest seiner Zeit dort wie ein Mensch dritter Klasse behandelt werden will.
      Das ist leider auch meine Erfahrung - mir gelingt auch nicht immer zum richtigen Zeitpunkt die Klappe zu halten :)
      SPOCK: The needs of the many outweigh the needs of the few.
    • Vor einigen Jahren habe ich das mit den Vorschriften auch noch viel unentspannter gesehen.
      Nach wie vor kann ich überhaupt nicht verknusen, wenn die Natur vermüllt wird, oft nach dem Motto:ist ja genug da.
      ( ich wohne nah an einem Naturschutzgebiet, da wird gerne mal Nachts der Sperrmüll abgeladen)

      Manche Regel sehe ich inzwischen mehr als Richtlinie.
    • Michel wrote:


      Nach wie vor kann ich überhaupt nicht verknusen, wenn die Natur vermüllt wird, oft nach dem Motto:ist ja genug da.
      soetwas finde ich auch schrecklich. Aber nicht weil es verboten ist, sondern weil es einfach asozial ist.

      Man sieht daran, ohne verstand nützen regeln nichts, aber verstand allein würde schon dagegen helfen...

      Die braucht man eigentluch nur, um das sanktionieren zu können.
    • Eva39 wrote:

      Heute erzählte meine Tochter, dass im Kindergarten jetzt Stückseife zum waschen benutzt wird.
      Mein Kind war in einem Waldkindergarten... da hab ich mal gestaunt, wie die sich überhaupt die Finger gewaschen haben: Wasser im Kanister per Leiterwagen in den Wald schleppen, ein Eimer und eine Stückseife mit Bürste für alle 8o :d
      In 4 Jahren Kiga nicht einmal Mund-Hand-Fusskrankheit (auch bekannt als Maul-und-Klauenseuche), niemals Noro-Viren, und auch sonst waren die Kinder zwar fürchterlich schmutzig, aber eigentlich nie krank... habe gelernt, das mit der Hygiene etwas lockerer zu sehen, ist mir nicht leicht gefallen.
      Mama: Ahhrrgh, was für einen widerlichen Fleck hast Du da?
      Kind: Ach, das ist nur frisches Harz, ich habe heute mit einer Fichte gespielt... und die klebrigen Zapfen hab ich noch in der Hosentasche :d

      Ich weiß aber, dass es im Hauskindergarten anders ausschaut (da verteilen sich Bakterien ganz anders, da gibt's manchmal richtige Epidemien), ich würde lieber so vorsichtig wie möglich anfragen, warum die Seife getauscht wurde. Wenn man Kindergartenleute unabsichtlich beleidigt, hat man keine Freude mehr an der ganzen Sache bis zum Schuleintritt.
      Vielleicht kann man ja einen Kompromiss finden, wenn man den Grund kennt.

      Eva39 wrote:

      Kennt ihr das? Wie könnte ich das ändern? Oder lieber akzeptieren?
      Klar kenn ich das... bei manchen Sachen hab ich einfach resigniert aufgegeben.
      Natürlich kann man mit mir nicht über Dinge diskutieren, die mir wirklich wichtig sind - da rücke ich keinen Millimeter davon ab.

      The post was edited 1 time, last by akelei ().

    • Müll abladen stört mich auch sehr, in der Natur sowieso, aber auch wenn die Leute an dem Platz wo die Altglascontainer stehen ihren gesamten überflüssigen Hausrat, Elektrogeräte etc. einfach abstellen. In dem Haus, wo ich wohne, stellen auch manche Leute alte Lampen oder andere sperrige Sachen einfach im Müllraum ab. Was glauben die, wer das entsorgen soll? (ich nehme an, der Hausmeister macht das tatsächlich, weil die Sachen nach einigen Tagen dann immer weg sind, aber das ist doch echt dreist eigentlich)

      Ansonsten halte ich Regeln tendenziell eher ein, aber wenn sie mir absolut sinnlos und überflüssig erscheinen, dann ignoriere ich sie auch manchmal. Hängt zusätzlich auch von eventuellen Sanktionen ab.
      Wenn andere sich nicht an die Regeln halten, schaue ich, ob es jemanden beeinträchtigt, wie z.B. bei einfach irgendwo abgestelltem Müll. Ich störe mich auch z.B. daran, wenn Leute am Wildgehege Tiere füttern, obwohl alle paar Meter ein Schild hängt, dass Füttern verboten ist. Es stört mich, weil die Leute nicht artgerechtes Futter reinschmeißen, und oft sind es vor allem Familien mit Kindern, wo die Kinder dann gleich lernen, dass man sich an Verbotsschilder nicht halten muss.

      Eva39 wrote:

      Wie könnte ich das ändern? Oder lieber akzeptieren?
      Vielleicht immer wieder bewusst überlegen, ob die Nichteinhaltung jemandem schadet oder nicht, und ggf. wenn es niemandem schadet sich auch klar machen, dass man es sowieso nicht ändern kann. Der Ärger über rücksichtsloses Verhalten wird wohl nicht ganz weggehen, aber das ist ja dann auch verständlich, und vielleicht auch nützlich, weil man sich dann eher traut, mal den Mund aufzumachen und Leute anzusprechen, die sich asozial verhalten.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Was passiert denn emotional bei Dir, wenn eine Regel nicht eingehalten wird? Ist vielleicht eine schwierige Frage für Aspies, ich tue mir auch nicht leicht damit, Emotionen zu entlarven. Ich übe es aber, denn es ist hilfreich zu wissen, was ich mit meine Gedanken in mir auslöse oder warum ich so an bestimmten Dingen festhalte. Wenn ich es weiß, kann ich lockerer werden.

      Es könnte zum Beispiel sein, dass Du versuchst, mittels Regeln irgendwelche Ängste zu kontrollieren. Wenn ja, welche? Sind diese Ängste realistisch? Bringt es Dir etwas, sie zu kontrollieren.....?

      Ich zum Beispiel reguliere Stress und mangelhafte exekutive Funktionen mit ritualisiertem Verhalten, also Dinge immer zur selben Zeit tun etc.
      Wenn ich raus finde, was mich so stresst und es schaffe, diese Trigger zu minimieren, werde ich offener und spontaner.
      Auf die Exekutive habe ich leider keinen großen Einfluss ;) Sie wird aber auch besser, wenn ich ruhiger bin.
    • Ich finde das mit dem Abladen von Müll auch doof, kann die Leute aber verstehen. Die Entsorgung von Müll, der - aus welchen Gründen auch immer - nicht über den normalen Hausmüll entsorgt werden kann ist einfach viel zu teuer in den meisten Kommunen. Deshalb schmeißen die Leute ihr Zeug lieber in irgend eine Ecke. Ich habe im Keller noch 2 120 Liter Säcke mit Mischmüll, etwas Bauschutt und hinter dem Carport jede Menge behandeltes Holz. Bis auf die Säcke ist alles vom Vormieter. Ich lass das Zeug auch da liegen, wo es ist, weil Entsorgung einfach zu teuer ist. Da kommen schnell mal ein paar Hundert Euro zusa
      SPOCK: The needs of the many outweigh the needs of the few.
    • Eva39 wrote:

      1. Ist das was ich empfinde Angst vor Kontrollverlust?
      2. Kennt ihr das? 3. Wie könnte ich das ändern? 4. Oder lieber akzeptieren?
      1. Ich kenne es als das: "Wenn sich niemand mehr an keine Regeln hält, ist Anarchie."
      2. Ja, beide Seiten der Tür.
      2a. Mich nerven Leute, die Kurven schneiden. Die könnte ich...
      2b. Ich breche selbst die eine oder andere Regel und genieße das.
      3. Indem du selbst Regeln brichst.
      4. Kommt auf die Regel an. Umwelt-Vermüllen hasse ich wie die Pest, da bin ich gern Spießer.
      equo ne credite