Gesichtsausdruck

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    • mir wurde auch oft gesagt, ich solle nicht so traurig bzw. böse schauen, daraufhin habe ich mir mit Botox die Zornesfalte wegmachen lassen, seitdem kommt es tatsächlich seltener vor.
      Wenn mir jemand sagt, ich solle mehr lächeln, lächle ich denjenigen kurz an, somit ist das Thema vom Tisch ;)
    • Ich werde auch oft für meinen bösen/grimmigen/genervten Gesichtsausdruck angesprochen. ABER ich lächle mittlerweile Menschen einfach an, wenn sie an mir vorbei laufen, anstelle etwas zu sagen. Und da musste ich mir dann auch anhören, ich würde ja ständig grinsen oder in Situationen lachen, wo es nicht angebracht ist. Man kann es anderen nicht immer recht machen.

      In meiner Therapie habe ich daher gelernt, dass nur radikale Akzeptanz hilft. Nimm dich so als Person, wie du bist. Du kannst es nicht ändern. Auch ich hadere immer wieder mit mir und meinem Leben. Aber mir ist es mittlerweile fast komplett egal, was andere über mein Äußeres (inkl Mimik) sagen. Sie kennen mich nicht und sie kennen mein schwieriges Leben nicht. Das ist aber ihr Problem und das mache ich nicht noch zusätzlich zu meinem.
    • Windtänzerin wrote:

      Zumal es leider oft genug vorkommt, dass man irgendwann so drin ist in diesem "sozialer Kontakt = lächeln", dass man, wenn es einem wirklich schlecht geht, dieses Lächeln nicht mehr ablegen kann und einem niemand glaubt, dass es einem schlecht geht.
      Das ist genau mein Problem. Aber ich finde es trotzdem in manchen alltäglichen Situationen besser, zu lächeln (in den eher oberflächlichen Kontakten). Es gibt mir auch selbst ein besseres Gefühl. Mimik überträgt sich ja auch auf das Gefühl, nicht nur umgekehrt, vielleicht deswegen.
      Nur beim Arzt/Psychiater muss ich mir das echt abgewöhnen. Und auch sonst sollte ich ein bisschen mehr auf meine eigentlichen Gefühle achten. Es ist letztendlich eine soziale Maske.

      Ohne Lächeln sehe ich nach Aussagen, die ich so mitgekriegt habe, eher traurig aus, nicht grantig.

      Meine Mutter hat mich als Kind mal angeraunzt, ich soll nicht so Löcher in die Luft starren, das sei nicht normal. Da hatte ich nur gerade nachgedacht. Ansonsten wie gesagt, bekomme ich nur Bemerkungen, dass ich nicht richtig lachen würde, oder wenn ich es mal tue, dann kommt die Bemerkung, dass ich "endlich" oder "auch mal" richtig lache.
      Alles wird galaktisch gut.
    • OtherSide wrote:

      habe ich seeeehr, sehr lange Zeit ein Dauergrinsen aufgesetzt, also bewusst, was mich echt Energie gekostet hat und sich so unnatürlich anfühlte und regelmäßig zu nervigen Zuckungen in den Mundwinkeln geführt hat -
      Das ist mir auch schon passiert. Da wurde es dann richtig Stressig, wenn man plötzlich merkt wie die Gesichtsmuskeln zucken und man das Gefühl hat nun schauen einen alle Leute an.

      @Slim Ist es vielleicht eine Idee an der Körperwahrnehmung zu arbeiten, vielleicht ginge Ergotherapie oder Schauspielunterricht?

      Ich kenne solche dummen Sprüche aber auch zu genüge, wo mich fremde Leute! ansprechen und sagen ich würde so ernst, traurig, ...was weiß ich gucken. Das finde ich auch unverschämt ich habe mir abgweöhnt darauf zu reagieren, denn ich habe auch gar keine Lust mit solchen Leuten eine Unterhaltung anzufangen oder ihnen etwas zu erklären.

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    • Ich würds machen, auch wenn ich es hasse mich zu verstellen. Aber vielleicht weiß ja jemand einen Weg der für mich okay ist.
      Ansonsten komme ich in den Meltdown und raste aus.

      Dieses Lächel doch mal ist retraumatisierend für mich und selbst meine Thera nervt mich damit selten mal.
      Vielleicht sollte ich diesen Personen ins Gesicht schlagen und dann sagen: Lächeln Sie doch jetzt mal.
    • Ich habe es als Kind so gemacht wie @Schlitzohr. Vor dem Spiegel erst mal mein Normalgesicht betrachtet, das der geneigten Umwelt zu verdrossen war. Das Ergebnis muss eher so gewesen sein wie in der Enterprise-Folge, als Data tanzen soll, und ihm jemand gesagt hat, dass man dabei auch lächelt. Schlimmes Gesicht, sehr zum Fürchten... Ich übte am Spiegel intensiv ein "Du wirst jetzt fotografiert"-Gesicht, weil es dabei stets die größten Familien-Zerwürfnisse gab: "Was guckst du wieder SO. Das ganze Bild verhunzt." Typischerweise wirkt mein "Du wirst jetzt fotografiert"-Gesicht bis zum heutigen Tag missmutig und unglücklich. In Videos ist es zum Glück nicht so.
      equo ne credite
    • Shenya wrote:

      ... ich finde es trotzdem in manchen alltäglichen Situationen besser, zu lächeln (in den eher oberflächlichen Kontakten). Es gibt mir auch selbst ein besseres Gefühl. Mimik überträgt sich ja auch auf das Gefühl, nicht nur umgekehrt, vielleicht deswegen.
      Außerdem bekommt man, wenn man lächelt oder freundlich dreinschaut, eher positive Kommentare und Reaktionen entgegengebracht, die Menschen sind dann häufig netter zu einem. Auch das kann einem in Folge dann ein besseres Gefühl geben.
    • Karou wrote:

      das Problem, welches ich mit lächeln habe ist, dass viele Männer dann gleich meinen, ich würde mit ihnen flirten, also mache ich dann doch irgendwas falsch dabei.
      Ja! Ich wurde deshalb auch schon angesprochen und habe mir für Straßenbahnfahrten und ähnliches das Lächeln wieder abgewöhnt, aus Angst, falsche Signale zu senden.
    • OtherSide wrote:

      Um das zu vermeiden, habe ich seeeehr, sehr lange Zeit ein Dauergrinsen aufgesetzt, also bewusst, was mich echt Energie gekostet hat und sich so unnatürlich anfühlte und regelmäßig zu nervigen Zuckungen in den Mundwinkeln geführt hat - kein Scheiß! Ging dann komplett in mein Verhalten über irgendwann. Da hab ich selbst in der Traumatherapie dauergegrinst oder gekünstelt gelacht, immer wieder, weil ich es schon garnicht mehr gemerkt habe und es für den sozialen Austausch so eingebaut hab - meine Therapeutin machte mich darauf aufmerksam, dass meine Mimik völlig widersprüchlich zum Thema ist.
      Das kenne ich zu gut. Irgendwann fühlt sich das Gesicht dann total falsch an, zuckt und ich werde nervös und weiß nicht mehr, was ich machen soll. Problematisch wird es, wenn die Therapeuten nicht durch diese Maske hindurch sehen können und denken, alles sei gut (bei meinem Psychiater der Fall, der eigentlich die Diagnostik machen sollte).
      Ich lache jetzt auch viel, wenn ich nervös bin. Also wenn zum Beispiel etwas schlimmes passiert, habe ich den Impuls zu lachen was wirklich total bescheuert ist.

      Shenya wrote:

      Nur beim Arzt/Psychiater muss ich mir das echt abgewöhnen. Und auch sonst sollte ich ein bisschen mehr auf meine eigentlichen Gefühle achten. Es ist letztendlich eine soziale Maske.

      Ohne Lächeln sehe ich nach Aussagen, die ich so mitgekriegt habe, eher traurig aus, nicht grantig.
      Dem ersten stimme ich komplett zu. Nur ab einem gewissen Punkt scheint diese Maske nicht mehr bewusst und aktiv zu sein, oder? Also ich kann inzwischen nicht mehr entscheiden, ob ich grinsen und fröhlich sein will oder nicht. Was wirklich nervt, weil alle Sachen die ich mir für andere Leute antrainiert meine (meiner Meinung nach) besten Eigenschaften überdecken. (Nein, nicht traurig aussehen, sondern meine Ruhe)
      Mir wurde auch eher gesagt, ich sähe traurig aus oder gucke ernst.

      Windtänzerin wrote:

      Meistens lächelt man ja eh nicht für sich, sondern für andere. Als Autist verbiegt man sich schon oft genug für andere - warum muss man sich dann auch noch beim Lächeln verbiegen? Zumal es leider oft genug vorkommt, dass man irgendwann so drin ist in diesem "sozialer Kontakt = lächeln", dass man, wenn es einem wirklich schlecht geht, dieses Lächeln nicht mehr ablegen kann und einem niemand glaubt, dass es einem schlecht geht. Da ist man meiner Meinung nach ohne Dauerlächeln besser dran. Und wenn es andere Menschen irritiert oder stört, wenn man nicht ständig lächelt, ist das doch eigentlich ihr Problem und nicht deins.
      Das Kommentar hat mich voll getroffen, weil mir das in letzter Zeit auch bewusst geworden ist und sich diese Maske so verselbstständigt hat.
      Weiß jemand eventuell, wie man solche automatisierten, aber eigentlich angelernten Strategien wieder ablegen kann? Inzwischen ist es mir eher egal, was andere denken und ich will mich selbst wieder etwas mehr zurück haben und nicht diese komische verkleidete und trotzdem nicht reinpassende Version von mir.
    • Loony Moony wrote:

      Nur ab einem gewissen Punkt scheint diese Maske nicht mehr bewusst und aktiv zu sein, oder? Also ich kann inzwischen nicht mehr entscheiden, ob ich grinsen und fröhlich sein will oder nicht.
      Das ist bei mir auch so.


      Loony Moony wrote:

      Weiß jemand eventuell, wie man solche automatisierten, aber eigentlich angelernten Strategien wieder ablegen kann?
      Mir ist es noch nicht gelungen. Ich versuche es, indem ich mir immer wieder bewusst mache, was gerade abläuft (was ich tue und warum), aber ich bin erst am Anfang. Schwierig ist auch, dass ich nicht durchgehend diese soziale Maske ablegen darf. Im Beruf muss die weiter funktionieren, jedenfalls bis zu einem gewissen Grad. Ich kann mich im Kundenkontakt nicht als Autist outen, glaub ich.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Mir ist es noch nicht gelungen. Ich versuche es, indem ich mir immer wieder bewusst mache, was gerade abläuft (was ich tue und warum), aber ich bin erst am Anfang. Schwierig ist auch, dass ich nicht durchgehend diese soziale Maske ablegen darf. Im Beruf muss die weiter funktionieren, jedenfalls bis zu einem gewissen Grad. Ich kann mich im Kundenkontakt nicht als Autist outen, glaub ich.
      Ich tue mich sooooo schwer mit diesem Bewusstsein. Nicht nur in der Situation.
      Ich stelle mir das gerade lustig für den Gesprächspartner vor, wenn ich dauergrinse und dann plötzlich Bewusstsein erlange und dauertraurig aussehe :D
      Aktuell bin ich krankgeschrieben, daher würde ich liebend gerne mal in meinem Gehirn aufräumen und sortieren.
    • Rubixxy wrote:

      Karou wrote:

      das Problem, welches ich mit lächeln habe ist, dass viele Männer dann gleich meinen, ich würde mit ihnen flirten, also mache ich dann doch irgendwas falsch dabei.
      Ja! Ich wurde deshalb auch schon angesprochen und habe mir für Straßenbahnfahrten und ähnliches das Lächeln wieder abgewöhnt, aus Angst, falsche Signale zu senden.
      Kenne ich sehr gut. Ich finde aber heute, dass ich nicht für die Gefühle der anderen zuständig bin. Wenn jemand Interesse an mir hat und mich anspricht, kann ich üben, höflich "nein, danke" zu sagen - irgendwann verliert diese Situation an Schrecken. Ich mache mir ohnehin schon genug Gedanken darüber, ob das, was ich mache, ok ist. Ich bin es aber Leid und versuche gerade, zu mir zurückzurudern. Ich habe sowieso keine Ahnung, was ich in anderen auslöse, bis es mir mitgeteilt wird (alles andere sind nur Mutmaßungen und Optionen, von denen es eine Menge gibt).

      Ich kenne es auch, dass mir früher oft gesagt wurde, ich schaue so ernst. Ich glaube aber, dass das ganz normal ist. Wer läuft denn immer lachend durch die Gegend? Das klingt unrealistisch für mich.
    • LailandaDemia wrote:

      Kenne ich sehr gut. Ich finde aber heute, dass ich nicht für die Gefühle der anderen zuständig bin. Wenn jemand Interesse an mir hat und mich anspricht, kann ich üben, höflich "nein, danke" zu sagen - irgendwann verliert diese Situation an Schrecken. Ich mache mir ohnehin schon genug Gedanken darüber, ob das, was ich mache, ok ist. Ich bin es aber Leid und versuche gerade, zu mir zurückzurudern. Ich habe sowieso keine Ahnung, was ich in anderen auslöse, bis es mir mitgeteilt wird (alles andere sind nur Mutmaßungen und Optionen, von denen es eine Menge gibt).
      Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass sich solche Leute dann gar nicht mehr abwimmeln lassen wollen. Das finde ich viel unangenehmer, da mache ich mir vorher lieber Gedanken, was das auslöst. Ich war mal in einer Situation, in der ich glücklicherweise dann mehr zufällig von jemandem "gerettet" wurde. Wenn man deutlich macht, dass man kein Interesse hat, sollten Leute nicht auf eine Nummer oder anderen Kontakt drängen, bevor sie wieder gehen.
    • Rubixxy wrote:

      Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass sich solche Leute dann gar nicht mehr abwimmeln lassen wollen. Das finde ich viel unangenehmer, da mache ich mir vorher lieber Gedanken, was das auslöst. Ich war mal in einer Situation, in der ich glücklicherweise dann mehr zufällig von jemandem "gerettet" wurde. Wenn man deutlich macht, dass man kein Interesse hat, sollten Leute nicht auf eine Nummer oder anderen Kontakt drängen, bevor sie wieder gehen.

      Ich kann dich gut verstehen, weil ich schon viele Übergriffe erlebt habe (auch sexuell - leider auch oft wegen meiner Naivität oder/und Unsicherheit - was allerdings kein Freifahrtschein sein sollte). Ich kann dir auch nicht genau sagen, was sich verändert hat und wieso das so nicht mehr vorkommt. Vielleicht ja doch mein Auftreten. Vielleicht sende ich weniger Signale als vorher.
      Wenn ich unterwegs bin, lächle ich, glaube ich, die meiste Zeit auch gar nicht, es sei denn, jemand tritt mit mir in Interaktion (freundlich) oder ich trete in Interaktion mit jemandem (zb mit einer Verkäuferin).
      Ich glaube, du wirst schon das richtige für dich entschieden haben und einen Umgang finden, der zu dir passt.
    • LailandaDemia wrote:

      Ich kann dich gut verstehen, weil ich schon viele Übergriffe erlebt habe (auch sexuell - leider auch oft wegen meiner Naivität oder/und Unsicherheit - was allerdings kein Freifahrtschein sein sollte). Ich kann dir auch nicht genau sagen, was sich verändert hat und wieso das so nicht mehr vorkommt. Vielleicht ja doch mein Auftreten. Vielleicht sende ich weniger Signale als vorher.
      Wenn ich unterwegs bin, lächle ich, glaube ich, die meiste Zeit auch gar nicht, es sei denn, jemand tritt mit mir in Interaktion (freundlich) oder ich trete in Interaktion mit jemandem (zb mit einer Verkäuferin).
      Ich glaube, du wirst schon das richtige für dich entschieden haben und einen Umgang finden, der zu dir passt.
      Richtige sexuelle Übergriffe habe ich glücklicherweise noch keine erlebt. Wahrscheinlich verhältst du dich reservierter, zumindest glaube ich, dass das bei mir so ist. Ich verstehe nicht, was sich diese Menschen davon erhoffen, wenn man doch eigentlich deutlich zeigt, dass man kein Interesse hat. Als ob ich jemanden sympathischer finde, weil er mich unter Druck setzt? :nerved:
      Ich habe mir angewöhnt, in Straßenbahnen oder an anderen öffentlichen Plätzen, an denen ich keine "Aufgabe" habe, einfach gar keine Mimik zu benutzen. Wenn ich bei der Arbeit bin, versuche ich, mein Gesicht "glattzuziehen", sodass ich nicht richtig lächle, aber immerhin nicht so böse gucke, wie ich das anscheinend sonst mache. Wenn ich mit Leuten interagiere, verwende ich ein Lächeln, angepasst an Situationen auch ein Grinsen.
      Ich hoffe, dass das so meistens passt, aber immerhin sind die Menschen weniger aufdringlich und das reicht mir erst einmal :) Aber ich freue mich, dass auch du da mittlerweile weniger Probleme hast :)
    • @Rubixxy

      Danke :) und wieso andere Druck machen, wenn sie eine "Abfuhr" erhalten.. Gute Frage. Gekränktes Ego? Ich glaube, viele Menschen machen anderer für ihre Gefühle (indirekt oder direkt - meistens indirekt) verantwortlich. So nach dem Motto: Du hast Signale gesendet, also musst du jetzt mitmachen/herhalten. So oder so ähnlich wurde mir das auch schon direkt gesagt. Es ist vermutlich für manche schwer auszuhalten, wenn jemand "nein" sagt, weil sie es persönlich nehmen oder es fühlt sich existentiell an (vielleicht wurde dieser Mensch als Kind körperlich und/oder seelisch/emotional misshandelt/missbraucht - gerade emotionaler Missbrauch passiert oft durch Unwissenheit).

      Deswegen komme ich auch auf die Idee, dass ich eben nicht dafür verantwortlich bin, was ich in dem anderen auslöse. Ich kann nichts dafür, was ein anderer erlebt hat. Es macht aber definitiv Sinn, mich zu schützen - also meine Mimik zb entsprechend anzupassen. Daher bin ich doch ganz bei dir. Ich bin schließlich für mich verantwortlich - meine Verantwortung sollte ich auch nicht abgeben.

      Ich habe oft gar keinen Einfluss auf meine Mimik oder vielleicht hätte ich Einfluss, aber ich bringe oft gar nicht die Kraft dafür auf, anders zu schauen als es in mir aussieht, es sei denn es sieht neutral in mir aus (was auch häufig vorkommt). Wenn mich beispielsweise ein Gespräch mit jemandem überfordert und ich spüre, wie mir meine Energie wie trockener Sand durch die Finger rinnt, dann werde ich sogar darauf angesprochen mit "Alles ok?" oder "was ist los?" oder ähnliches. Objektiv betrachtet klingt das nicht schlimm, aber es fühlt sich so schlimm an in dem Moment. Ich fühle mich dann entblößt zusätzlich zu dem überreizten Zustand und kann auch gar keine richtige Antwort darauf geben.

      Das war jetzt ein Beispiel, aber es gibt so viele. Ich glaube, mein Gesicht "entgleist" mir so sehr.
    • Ich lese hier immer gerne quer; aber jetzt schreibe ich auch etwas dazu, da mich die Reaktionen auf meinen Gesichtsausdruck schon sehr lange belasten. Den Großteil meines Lebens über habe ich gelächelt, weil ich wusste, dass ich so auf mein Umfeld angenehmer wirkte - so in etwa. Wenn ich mal so darunter litt, dass ich das Lächeln absetzte, sagte mein Bruder z.B. Dinge wie: "Mach mal nicht so auf cool!", zu mir. Es hat immer so sehr weh getan … auch von anderen kamen vergleichbare Reaktionen, was mich dazu brachte mich selbst zu fragen, ob die anderen denn Recht hätten; verstellte ich mich? Aber warum sollte ich? Schon immer habe ich Menschen mit wenig Mimik als 'besonders' empfunden. Es faszinierte mich wirklich. Ich wünschte mir schon sehr früh, ich wäre wie sie; Jemand mit einem ausdruckslosem Gesicht - wie die Hauptpersonen in den Romanen, die ich schrieb - und ich hätte nie erklären können, warum ich mir wünschte, so zu sein. Irgendwie fühlte die Vorstellung sich für mich einfach 'toll' an.

      Heute bin ich mir sicher, dass ich mich zum Lächeln verstellt hatte (und noch heute verstelle). Seit einem Jahr frage ich mich nun, wie ich mich positionieren soll. Gesicht bewusst verstellen oder nicht? Problematisch ist auch, dass ich eigentlich ein sehr humorvoller Mensch bin; ich lächle sogar sofort wenn ich nur an etwas witziges denke - auch manchmal in den unpassendsten Momenten. Mir wurde schon oft gesagt, dass ich ein schönes Lächeln habe. Aber lächle ich nicht, scheine ich sogar etwas unheimlich auf andere zu wirken. Kombiniert damit, dass ich für andere auch hübsch bin, werde ich auch als arrogant wahr genommen.
      Momentan habe ich auf dem Campus keine Bezugspersonen - ich müsste mich Niemandem gegenüber erklären. Dennoch wurmt es mich. Egal wie sehr man sich von anderen distanziert - sieht man ein und die selben Leute vier Mal die Woche in einem Kurs, verändern sich die Situationen von Mal zu Mal. (Und für mich wird es Woche um Woche unangenehmer.) "Wie soll ich gucken? - versuch einfach nicht darüber nach zu denken", sagte ich mir einerseits. Und dann: "Aber wie lange soll die Soziale-Pause denn noch dauern? Irgendwann wirst du wieder enger mit anderen Menschen zu tun haben. Was, wenn du es verlernst? Oder schon gar nicht mehr kannst? Was denkt wohl der Professor über mich? Warum habe ich das Gefühl, dass er meine Arbeit nicht unabhängig von meiner Person betrachten kann? Wie soll ich gucken, damit er mich weniger verdächtig findet? Würde er mich anders behandeln, wenn er sehen würde, dass ich auch sozial sein kann; wie die anderen Studenten smaltalken kann? - Nein, nicht schon wieder - ich will mich nicht verbiegen - aber ich verstehe es auch, dass es auf andere irritierend wirkt, wenn ich in einem Moment lächle und lache - aber im nächsten todernstgucke. Denken die Anderen, ich würde mich über sie lustig machen? Denken sie wie mein Bruder, ich würde 'auf cool' tun? Wenn man denkt, ich wäre eingebildet, sollte mir das egal sein?"
      Am Ende ist die Frage, was 'die Anderen' denken das, was mich persönlich am meisten quält. Es könnte mir egal sein; und kann es gleichzeitig nicht. Und da bin ich wieder bei dem Gesicht ohne jegliche Mimik: Solch ein Gesicht zu haben wäre großartig! Denn es wäre selbsterklärend. Oder nicht? Deshalb fand ich die Idee mit dem Botox (selbst wenn es auf Dauer unpraktikabel wäre) auf Anhieb genial, und hatte sogar kurz darüber lachen müssen :)
      PS: Und hätte ich wirklich ein zu 100% ausdrucksloses Gesicht, würde ich vermutlich auch darunter leiden... ich schätze der Wunsch danach stammt aus dem Bedürfnis nach einem sicheren Zustand, den 'die Anderen' hätten akzeptieren müssen, weil es so absolut isr; eine sichere Basis.
    • Mir passiert das ständig... Warum schaust du denn so böse? Was ist los mit dir ist irgendwas passiert? Du schaust oft echt böse, hey das Leben ist schön! Solche Sätze bekomme ich immer wieder zu hören und antworte dann immer darauf dass ich doch ganz normal schauen würde und ich halt eben nicht lache wenn es gerade eben nichts zu lachen gibt. Und wenn ich versuche zu lächeln sieht das falsch und gestellt aus. Das sagen mir auch einige Leute. Mich nervt das etwas aber ich denke nicht dass es böse gemeint ist.