Psychisch kranke Eltern

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    • Meine Mutter soll auch eine Bipolare Störung gehabt haben. Weil sie nicht klar kam, bin ich im Heim gelandet. Bei meinem Vater bin ich mir nicht sicher, vielleicht Verdacht auf AS bzw. Depression.
      Ist da wer?
    • Meine Mutter ist immer recht gut klargekommen bis auf Schulleistungsprobleme, weil sie viel geträumt hat und nicht gerne gelernt hat. Auch heute ist sie sehr impulsiv und emotional, was am ehesten einer ADS Verfassung entspricht. Mein einer Bruder und mein Großvater mütterlicherseits sind ziemlich eindeutig ADHS ler. Eine Diagnose ist jedoch nicht angestrebt. Obwohl es Minderwertigkeitskomplexe wegen der Vergangenheit in Bezug auf Defizite gibt. Das liegt daran, dass in meiner Familie Normalität großgeschrieben wird und wir auch öffentlich bekannt sind, so dass so etwas nicht nach außen dringen soll. ADHS ist in meinen Augen auch keine Krankheit, sondern eine Beeinträchtigung bis hin zur Behinderung.

      Mein Vater ist höchstwahrscheinlich auch Aspie (auch keine Krankheit, sondern Behinderung in meinen Augen). Aber leider auch bipolar (Diagnose) und hat ab und an Phasen mit Psychosen gehabt. Das hat zu erheblichen Problemen bei mir geführt. Wenn er „normal“ war bzw. ist, ist er sehr ähnlich wie ich und war in meiner Kindheit der einzige, der mich verstanden hat und Rücksicht nahm. Aber oft auch anstrengend wegen der Empathieprobleme. Gab es Probleme mit meinen Emotionen, musste ich zu meiner Mutter gehen, auch wenn ich Trost brauchte. Mein Vater baute mich auch auf, aber eben anders. Irgendwie habe ich die Kompetenzen beider Elternteile gebraucht.

      Kam er in eine manische Phase, war er sehr aufbrausend und machte mir Angst. Er trimmte uns Kindern ein, uns nicht so anzustellen und etwas zu leisten. Ich musste dann mehr soziale Aktivitäten machen, damit er sich meiner nicht schämen müsste. War er ausgeglichen, war er sehr großzügig und ließ mich sein wie ich bin und war stolz auf mich. Als ich älter war, hatte er unrealistische Vorstellungen von dem, was ich mit meinem intellekt alles leisten könne und ich damit alle Defizite ausgleichen könnte. Es gab sehr weltfremde Vorstellungen von Starjuristin (ich war zusätzlich an Taubheit grenzend schwerhörig) bis hin zur Nobelpreisträgerin und Forscherin. Ich versuchte lange, seinen Vorstellungen zu entsprechen, weil ich ihn nunmal sehr gerne habe und ihn nicht enttäuschen wollte. Insbesondere im Hinblick darauf, dass meine Außenwelt, Großeltern und Brüder mir garnichts zutrauten und mich nur als behindert betrachteten

      Manchmal redete er wirres Zeug für ein paar Tage und hatte Verfolgungsideen. Das machte mir Angst. Ich war 10 Jahre alt, als ich ihn das erste mal in so einem Zustand erlebte. Natürlich glaubte ich ihm kein Wort, aber meine erste Empfindung war, dass ich auch so etwas bekommen könnte, wenn ich älter wurde. Ich nahm mich als fragil, melancholisch und sehr anders als andere wahr, und mein Vater, der die größte schnittmenge mit meinen Eigenschaften hatte, war so. Also musste mir das auch passieren. Ab der Jugend, als meine Schwierigkeiten mit der Außenwelt größer wurden, entwickelte ich eine panische Angst vor Schizophrenie und horchte ständig wegen Wahn und stimmungsänderungen in mich hinein. Um dann bei Stimmungen in mir, die mir nicht erklärlich waren, in eine Panik auszubrechen. Geschichten über eine Schwester meines Großvaters väterlicherseits, die in der NS Zeit wegen einer psychischen Störung euthanasiert wurde, machten das nicht besser.

      Wegen dieser Angst habe ich eine ziemlich heftige Konfrontationstherapie mit einem Psychologen gemacht mit dem Ergebnis, dass ich es nun so bewerte, dass ich wahrscheinlich nicht schizophren werde, aber wenn es doch kommen sollte, es gut therapierbar ist. Die Angst war so stark, dass ich mir nichts mehr zutraute, weil ich befürchtete, jederzeit psychotisch zu werden. Eine Prävention und Therapierbarkeit ist bei mir prognostisch vergleichsweise günstig, da ich im Normalzustand sehr auf mich achte und Hintergrundwissen habe. Und ich weiß, dass ich mich auf mein Umfeld verlassen kann, dass es weiß, wie es richtig mit einem psychotiker umgeht. Infolge vergangener Ereignisse und viel Aufklärung.

      Mit meiner Mutter gab es oft große Schwierigkeiten und Streitigkeiten wegen ihrer Impulse und Emotionalität. Ich habe sie auch einfach oft nicht verstanden. Ich habe darunter zwar oft gelitten, aber immer nur kurz und habe Methoden entwickelt, damit umzugehen, so dass das keine Schäden hinterlassen hat, sondern nur eine zeitlang unser Verhältnis eingetrübt hat.

      Inzwischen ist mein Neffe neben mir mit AS diagnostiziert.

      Diagnosen sind erst seit den letzten 10 Jahren in meiner Familie akzeptiert und das auch nur bei sehr starkem Leidensdruck.
      "Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein."
      - Albert Einstein -

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    • ...habe gerade den falschen button erwischt - bei mir war es die stiefmutter und nicht die biologische mutter. sie war eine "böse stiefmutter": meine stiefschwester hatte die rolle der prinzessin inne, ich dagegen war das (der) aschenputtel.
      was mit mir gemacht wurde, läuft heutzutage unter dem label "seelischer/emotionaler mißbrauch", und ja, es hat mir geschadet.
      ich bin übrigens neu hier; meine therapeutin hält mich für einen asperger, ich selbst würde sagen "atypischer aspi". falls der post also nicht passt, bitte löschen...
    • Meine Mutter hat Depressionen (zumindest erzählte sie mir das, als ich jünger war), teils mit suizidalen Gedanken. In Therapie war sie nie, Medikamente entsprechend auch nie genommen.

      Ich finde es schwer zu sagen, ob sie mir damit geschadet hat. In meiner Jugendzeit eindeutig, da sie irgendwo ein Ventil gesucht hat, um über sich selbst zu reden - und das war ich, die damit absolut nicht klar kam. Gibt auch einige Dinge, die sie getan hat, mit denen ich bis heute nicht so richtig klar komme.
    • Also, ich bin mir ziemlich sicher,dass meine Eltern psychisch krank und/oder schwer traumatisiert waren.

      Beide wurden in den 30er Jahren geboren, haben also den Krieg als Kinder erlebt.
      Mein Vater in einer Großstadt,die stark zerbombt wurde, mehr als meine Mutter, da sie weitab von allem auf dem Dorf lebte und mit Lebensmitteln gab es ihren Erzählungen zu Folge auch kaum Probleme(Bauern).

      Autist war von beiden keiner; ich denke mal, dass mein Vater ein astreiner Borderliner war.

      In der Familie meiner Mutter gibt es einen frühkindlichen Autisten(ein Cousin von mir).

      The post was edited 1 time, last by GreanLeaf ().