Gestik, Mimik und Körperbewegungen bei Menschen mit Autismus.

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    • Gestik, Mimik und Körperbewegungen bei Menschen mit Autismus.

      natürliche nonverbale Kommunikation

      Welche Gestik, Mimik und Körperbewegungen, welche Körpersprache empfindet Ihr als natürlich und authentisch? Wenn ihr euch bewegt, alleine, oder auch mit anderen in Kontakt seit, kommuniziert. Und welche empfindet ihr als fremd?



      Beispiel. Ich benutze den gesamten Körper um mich mitzuteilen, um mich räumlich zu orientieren, zu beruhigen, und vor Allem unterstützt meine Bewegung meine Konzentrationsfähigkeit, mein Denken im Allgemeinen und da ich oft Gleichgewichtsprobleme habe, balanciere ich mich damit aus.

      Zum Beispiel. Ich kreise mit den Armen und Händen über meinem Kopf, Richtung Norden, Osten, Süden, Westen. Das dient der räumlichen Orientierung. Das mache ich oft am Morgen, nachdem Aufwachen.

      Ich halte meinen Daumen an mein Nasenbein zwischen den Augen und den Zeigefinger an meine obere Stirn direkt am Haaransatz, jetzt gerade beim Nachdenken.

      Ich tippe mit vier Fingern auf meine Stirn, wenn mir etwas nicht einfällt um mich zu erinnern, und auch um mich zu beruhigen, wenn mir etwas nicht einfällt. Ich klopfe mir auch manchmal sachte den Hinterkopf, oder auch das Ohr, meine Schultern.
      Oder wippe mit dem Kopf, dem Körper, schaukel ihn, zum Beispiel beim Telefonieren, wenn ich mich gut konzentrieren möchte und von dem Gespräch alle Informationen aufnehmen.

      Ich massiere mir den Kopf, oben in der Mitte am Scheitel. Zum Beispiel wenn ich einkaufen oder spazieren gehe. Wenn ich nach links schaue, dann mit dem rechten Arm und der rechten Hand. Wenn ich nach rechts schaue, dann mit dem linken Arm und der linken Hand. Ich mache auch Überkreuzübungen mit den Beinen und Armen, um mein Gleichgewicht in Balance zu bringen. Wenn ich nicht in Balance bin, ist mir schwindelig, die Umgebung kreist und ich schwanke beim Laufen, Gehen, Sitzen und Stehen. Dann kann ich mich nicht, oder nur schwer orientieren und auch sprechen. Wenn mein Gleichgewichtssinn beeinträchtigt ist, neige ich dazu zu lallen, zu stottern und undeutlich zu sprechen, zu Sprach- und Sprechfehlern und Stimmstörungen (Tonation). Ich habe dann auch besonders große Wortfindungsschwierigkeiten.

      Wenn ich spazieren gehe und auf einmal nicht mehr weiß, wo ich bin, oder wo ich hinwollte. Weil zum Beispiel die Reizüberflutung zu stark ist. Dann setze ich mich, oder stelle mich irgendwo hin und schaue auf einen ruhigen Fleck, oder ein Detail. Zum Beispiel auf die Wiese, den Gehweg, eine Häuserwand mit schönem Relief, Blätter. Ich warte dann einfach so lange, bis ich mich wieder erinnere.

      Ich sortiere oft und viel, im Grunde alles was ich sortieren kann, in der Wohnung und auch draußen, wenn ich unterwegs bin. Zum Beispiel die Dinge in meiner Wohnung. Dabei trage ich sie von A nach B und wieder von B nach A. An unterschiedliche Plätze, nicht nur in eine Reihe, sondern auch nach einem eher ungeordnet wirkenden Prinzip, eines das nach Chaos aussieht, aber es hat alles seinen Sinn. Ich denke während dessen über etwas nach und das Tragen und Abstellen der Dinge hilft mir dabei. Schreiben und Zeichnen ist/kann auch eine Art Sortierung/ sein.

      Diese Bewegungen empfinde ich als natürlich. Sie dienen mir der Orientierung und zum Beruhigen, als auch als eine Stütze zum besseren Nachdenken und Gedanken sortieren. Sie dienen mir als Selbsthilfe.

      Als fremd empfinde ich zum Beispiel, wenn von mir erwartet wird, das ich lächle, wenn mir überhaupt nicht zum Lächeln zu mute ist. Aus Freundlichkeit, so ist häufig die gesellschaftliche Norm in Gesellschaften mit Bekannten (nicht mit vertrauten Menschen). Mir macht das sehr viel Stress, wenn ich zu so etwas aufgefordert werde. Oder auch, wenn ich zum Sprechen gedrängt werde, obwohl mir das Sprechen in dem Moment eventuell sehr schwer fällt.


      Was denkt Ihr über dieses Thema? Wie sind eure Erfahrungen?
    • lilu wrote:



      Wenn ich nicht in Balance bin, ist mir schwindelig, die Umgebung kreist und ich schwanke beim Laufen, Gehen, Sitzen und Stehen. Dann kann ich mich nicht, oder nur schwer orientieren und auch sprechen. Wenn mein Gleichgewichtssinn beeinträchtigt ist, neige ich dazu zu lallen, zu stottern und undeutlich zu sprechen, zu Sprach- und Sprechfehlern und Stimmstörungen (Tonation). Ich habe dann auch besonders große Wortfindungsschwierigkeiten.
      Besonders dieser Abschnitt hat mich sehr angesprochen, da ich genau das Beschriebene auch immer wieder erlebe.
      Ich habe mich vor der Diagnose Asperger Syndrom gefragt, ob ich vielleicht einen Tumor im Gehirn habe (auch weil ich andauernd etwas fallen lasse) oder irgendeine andere neurologische Erkrankung.
      Irgendwann fühlt es auch an, als würde ich ohnmächtig werden oder mich komplett "daneben" benehmen, wenn ich dann nicht schnell aus der Situation rausgehe.

      Auch in den anderen Punkten finde ich mich wieder. Deine Fragen zu Beginn deines Posts kann ich dir leider trotzdem (noch) nicht beantworten. Darüber muss ich nochmal nachdenken oder besser gesagt, mich beobachten.

      Vielleicht noch etwas zur "Balance". Wenn ich auf meinem Bett sitze und aus meiner Flasche trinke (die Flasche halte ich in der linken Hand), strecke ich den rechten Arm in die Luft dabei (nicht gestreckt). Vielleicht ist das aber auch normal.
    • LailandaDemia wrote:

      Vielleicht noch etwas zur "Balance". Wenn ich auf meinem Bett sitze und aus meiner Flasche trinke (die Flasche halte ich in der linken Hand), strecke ich den rechten Arm in die Luft dabei (nicht gestreckt). Vielleicht ist das aber auch normal.
      Normal wie NT-normal: ich würde sagen nein. Ich habe das nie gesehen (und ich habe in meinem Beruf ziemlich viele Kinder auf Bettkanten und ähnlichem sitzend aus einer Flasche trinken sehen :d )
      Normal wie Aspie-normal: also ich tu's nicht. Ich habe zwar auch gewisse Gleichgewichtsunsicherheiten, ein schlechtes Körpergefühl etc., aber so dermaßen schlecht, dass ich das tun müsste, ist es absolut nicht. Ich glaube, damit würde ich persönlich wohl auf jeden Fall zum Neurologen gehen, das finde ich schon sehr krass.
    • LailandaDemia wrote:

      Besonders dieser Abschnitt hat mich sehr angesprochen, da ich genau das Beschriebene auch immer wieder erlebe.
      Ich habe mich vor der Diagnose Asperger Syndrom gefragt, ob ich vielleicht einen Tumor im Gehirn habe (auch weil ich andauernd etwas fallen lasse) oder irgendeine andere neurologische Erkrankung.
      Irgendwann fühlt es auch an, als würde ich ohnmächtig werden oder mich komplett "daneben" benehmen, wenn ich dann nicht schnell aus der Situation rausgehe.
      Ja, ich auch.

      Was mir tatsächlich hilft , war der Kauf eines Zimmertrampolins.
      Da ich seit der Diagnose vermute, dass es so ein neurologisches Problem ist, hatte ich mich gefragt, ob ich Gleichgewicht etc. nicht trainieren kann ,und mein Osteopath hat mir dazu geraten. Am anfang war mir auf dem Trampolin total schwindelig, besonders beim Kopfdrehen, mittlerweile geht es und die Schwindelgefühle haben sich kolossal gebessert.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Ich denke auch, es könnte eine vestibuläre Hypersensiblität sein. Ich habe auch "Höhenangst" auf Treppen - vor allem auf unbekannten Treppen (also auch Schwindel und wackelige Knie), Übelkeit und Schwindel, wenn ich für ein paar Minuten schaukle (obwohl ich das sehr gerne mache, es geht aber nicht lange) und reagiere extrem empfindlich darauf, wenn jemand zb gegen das Bett, auf dem ich sitze, stößt. Als Kind habe ich Autoscooter so gehasst. Manchmal sind solche ruckartigen Erschütterungen das, was mir den Rest gibt und ich breche dann in Tränen aus.

      @Rhianonn

      Wohnst du in einer Wohnung über deinen Nachbarn und wenn ja, ist das laut für deine Nachbarn?
      Ich finde die Idee mit dem Trampolin gut.
    • LailandaDemia wrote:

      Wohnst du in einer Wohnung über deinen Nachbarn und wenn ja, ist das laut für deine Nachbarn?
      Ich finde die Idee mit dem Trampolin gut.
      ich habe mir das da dazubesorgt: Schallschutzmatte für Fitnessgeräte. ;) , heißt auch Bodenschutzmatte. Das ist so Schaumstoff, der auch dafür sorgt, dass das Trampolin nicht wegrutschen kann.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Wo das Thema gerade bei den Treppe war. Mit Treppen habe ich auch Probleme.
      Besonders Wendeltreppen, wenn mir jemand entgegenkommt und ich versuche auszuweichen. Da muss ich immer aufpassen, nicht rückwärts hinunter zu fallen, weil ich das so schnell nicht koordiniert bekomme. Und sonst gehe ich beim Runtergehen auf unbekannten Treppen immer sehr langsam und vorsichtig, weil ich kein gutes Gefühl für die Steigung und die Breite der Treppenstufen habe. Besonders steile und schmale Treppen, falle ich aber auch gerne mal hinauf.

      Natürlich und authentisch erscheint mir alles, was die persönlichen Gefühle/Bedürfnisse/Haltungspräferenzen widerspiegelt. Ich mag es nicht, wenn ich aus welchem Grund auch immer dazu angehalten werden, eine Mimik oder Körperhaltung zu benutzen, die so ganz anders ist, als ich mich fühle.

      Für andere mag das oft befremdlich aussehen und nicht zu dem passen, was sie in der Situation tun würden, aber solange es mir hilft und niemand anderem schadet, sehe ich darin kein großes Problem.
    • Frage zum Thema "fehlende Gestik": macht ihr das manchmal, dass ihr im Beisein einer vertrauten Person auf etwas guckt und erwartet, dass die Person, weiß, was ihr wollt? Also auch ohne Worte? Z.B. man spricht über etwas und möchte sich etwas ansehen, was mit dem Gespräch zu tun hat, was der andere vor sich liegen hat und man will, dass er es einem gibt, sagt aber nichts, zeigt auch nicht hin, sondern guckt nur intensiv diese Sache an? Die Aufforderung ist quasi nur im Kopf, aber auch da "wortlos"?
      Hoffe, das war verständlich formuliert...
    • Lefty wrote:

      Frage zum Thema "fehlende Gestik": macht ihr das manchmal, dass ihr im Beisein einer vertrauten Person auf etwas guckt und erwartet, dass die Person, weiß, was ihr wollt? Also auch ohne Worte?
      Nein sowas mache ich nicht.
      Ich kann auch andere wenn sie sowas machen nicht richtig deuten. Oft hatte ich als Teenager bemerkt das meine Mutter im Zug mir gegenübersitzend irgendwo hin schaut, was für mich so aussah als würde sie mich anschauen. Ich fragte sie warum sie mich anstarrt und ihr war das scheinbar garnicht bewusst oder sie sagte auch öfter das sie mich garnicht anschaute.
      So viel dazu...
      Wenn jetzt nichtmal ich angeschaut werde soondern ganz woanders hin, dann sehe ich das ja noch viel weniger, woher soll ich dann wissen was jemand will, denkt oder erwartet?

      Wie ich selber Gestik und Mimik einsetze weiß ich nicht. Manche haben mir schon gesagt das ich es wenig bis kaum einsetze und schon als Kind wurde das bei mir bemängelt.
      Daher kann ich garnicht beurteilen wie ich auf andere wirke und wie ich mich ändern könnte/sollte zu meinen Gunsten.
      Ich habe mich bisher immer völlig instinktiv verhalten und einfach gemacht wie ich dachte und das für richtig gehalten.
      Man hatte mir als Kind nie gesagt "Ja du zeigst zu wenig Gespik/Mimik", das habe ich erst erfahren als ich solche Aussagen gelesen habe die wegen Gutachten damals festgehalten wurden und Aussagen meiner Eltern waren.
      Das einzige was meine Eltern mir mal gesagt haben war das ich sie anschauuen soll wenn sie mit mir reden, weil ich scheinbar nicht zuhöre. Da war ich so zwischen 6 und 8, genau weiß ich das nicht mehr, es wurde ja auch öfter gesagt. Ich habe mir dann angewöhnt zumindest ins gesicht auf Nase/Mund zu schauen was die Leute wohl nicht von in die Augen sehen unterscheiden können.
    • Gesten und Bewegungen, die mir als natürlich vorkommen ist vor allem erstmal das Wippen und Schaukeln mit dem Oberkörper. Auch das hin und her Schaukeln im Stehen oder auf den Füßen wippen. Es beruhigt mich.

      Beim Treppenlaufen und ähnliches brauche ich die Arme zum ausbalancieren. Ich winkel die an und balanciere mich mit den Ellenbogen aus. Außer ich verliere ganz das Gleichgewicht, dann rudere ich auch mal mit den Armen oder nutze den ganzen Körper um nicht hin zu fallen (wobei dies eher ein normaler Reflex ist, würde ich behaupten). Aber ein noch viel größeres Problem sind für mich Rolltreppen. Auf denen muss ich mich festhalten da mir dort immer schwindelig wird beim rauf und runter gehen. Sobald ich wieder weiß wo oben und unten ist (RW), geht es aber die ersten Sekunden bin ich manchmal unkontrolliert am schwanken und mit den Armen am rudern.

      Wenn ich nach rechts oder links schaue, drehe ich dabei den Oberkörper etwas mit. Aber oftmals reicht es mir wenn ich einfach die Augen zu den Augenwinkeln bewege. Außer ich suche jetzt etwas Bestimmtes. Sehe da oftmalynkcht den Sinn, weshalb ich mich da jetzt halb drehen muss, wenn ein Blick aus dem Augenwinkel reicht.

      Mit dem Daumen über die Fingerkuppen der anderen Finger streichen oder mit den Fingerkuppen über etwas reiben, finde ich auch äußerst beruhigend. Genauso wie uber doe Lippen streichen oder Kaugummi kauen.

      Nicht natürlich empfinde ich diese Armbewegungen beim Laufen, die so gut wie jeder macht. Ich gerate da immer wieder aus dem Schritttempo oder komme durcheinander, muss stehenbleiben und überlegen welchen Arm ich mit welchem Fuß bewegen muss. Die Koordination klappt einfach überhaupt nicht. Deshalb finde ich es für mich natürlicher die Arme einfach Arme sein zu lassen und dort hängen zu lassen, wo sie von sich aus sind.

      Ich weiß von Freunden, Bekannten und NT-Mitbewohner, dass ich sehr wenig Mimik, Gestik und Körpersprache benutze und man mich sehr schwer einschätzen bzw lesen kann. Manchmal sogar, obwohl ich meine doch gerade Mimik zu nutzen. Es ist dann aber wohl eine so minimale Anspannung der Gesichtsmuskeln, dass es nicht auffällt. Blöderweise empfinde ich Bewegungen der Gesichtsmuskeln, die man gut sehen kann, äußerst unnatürlich und unangenehm.
      Zudem kann ich mir nie merken was ich wie machen muss, bringe alles durcheinander und verbringe viel zu viel Zeit damit zu überlegen, wie ich jetzt schauen muss. Das kostet dementsprechend Energie und lohnt sich nicht. Desweiteren scheine ich oftmals auch falsche Mimik zu benutzen, obwohl ich sie intuitiv anwende.
      Deshalb habe ich das irgendwann aufgegeben und komme damit viel besser zurecht. Es scheint wohl nicht so verkrampft zu wirken, wenn ich doch mal in Gespräche verwickelt werde oder freiwillig welche halte, als wenn ich mich zwinge ausreichend Mimik und Gestik zu verwenden.
      Würde daher sagen, dass ein neutraler Gesichtsausdruck sich für mich natürlich anfühlt und alles andere fast immer geschauspielert und übertrieben.
      Den Gesprächspartner schaue ich dabei auf den Mund, auf das Brustbein oder schaue wo anders hin. Bei sehr vielen Reizen und wenn ich eine Person schon etwas kenne, schließe ich da auch gerne die Augen. Es stellt den visuellen Reiz ab, was bewirkt dass ich besser und konzentrierter hören kann was gesagt wird. Die Augen zu schließen um etwas oder jemanden zu zu hören finde ich viel angenehmer zumal ich das Gesagte akustisch viel besser verstehe. Geht aber nur bei Personen die wissen, dass gerade fast ein Zeichen dafür ist wirklich interessiert zu sein an dem, was sie sagen. Sonst wäre es mir ja egal wie gut das, was Gesagt wird, akustisch bei mir ankommt.

      Lefty wrote:

      macht ihr das manchmal, dass ihr im Beisein einer vertrauten Person auf etwas guckt und erwartet, dass die Person, weiß, was ihr wollt? Also auch ohne Worte?
      Jain. Nur bei einem meoner Mitbewohner, wenn er im Weg steht oder irgendwo vor steht, wo ich hin oder dran möchte/muss. Das tut er jedoch auch. Es fing mal als Spiel seinerseits an, um raus zu finden ob ich es zuordnen kann, wenn er wortlos vor mir steht, als ich an dem Kühlschrank lehnte, während wor uns unterhielten. Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich sein Verhalten zuordnen konnte. Seit dem tun wir zwei das bei ziemlich allem und das komplett ohne Gestik und Mimik.
      Ansonsten kommt es manchmal vor, dass ich auf etwas zeige, ohne zu sprechen, weil ich in diesem Moment entweder nicht die Worte finde oder keine Lust habe zu sprechen. Da ich gezielt auf einen Gegenstand o.ä. zeige, ist da wenig Platz für Misinterpretationen.

      LailandaDemia wrote:


      Vielleicht noch etwas zur "Balance". Wenn ich auf meinem Bett sitze und aus meiner Flasche trinke (die Flasche halte ich in der linken Hand), strecke ich den rechten Arm in die Luft dabei (nicht gestreckt). Vielleicht ist das aber auch normal.
      Das passiert mir nur manchmal, wenn ich sehr müde bin oder nachts wach werde, mich leicht dehydriert fühle und im Halbschlaf etwas trinke.
    • Rhianonn wrote:

      Was mir tatsächlich hilft , war der Kauf eines Zimmertrampolins.
      Da ich seit der Diagnose vermute, dass es so ein neurologisches Problem ist, hatte ich mich gefragt, ob ich Gleichgewicht etc. nicht trainieren kann ,und mein Osteopath hat mir dazu geraten. Am anfang war mir auf dem Trampolin total schwindelig, besonders beim Kopfdrehen, mittlerweile geht es und die Schwindelgefühle haben sich kolossal gebessert.
      Was hast du auf dem trampolin gemacht, dass sich das gebessert hat?

      Lefty wrote:

      Frage zum Thema "fehlende Gestik": macht ihr das manchmal, dass ihr im Beisein einer vertrauten Person auf etwas guckt und erwartet, dass die Person, weiß, was ihr wollt? Also auch ohne Worte? Z.B. man spricht über etwas und möchte sich etwas ansehen, was mit dem Gespräch zu tun hat, was der andere vor sich liegen hat und man will, dass er es einem gibt, sagt aber nichts, zeigt auch nicht hin, sondern guckt nur intensiv diese Sache an? Die Aufforderung ist quasi nur im Kopf, aber auch da "wortlos"?
      Hoffe, das war verständlich formuliert...
      Ja, das mache ich auch manchmal (bei meiner Freundin und Familie).

      Zolang Green wrote:

      Ich 'galoppiere' gerne. Renne ich auf den Bus oder das Tram, dann verfalle ich automatisch in diese 'galoppierende' Bewegung. Ich liebe diese Bewegung. Ich fühle mich darin natürlich und frei. Es ist hüpfen und rennen, alles in Einem.
      das kenne ich auch. Aber ich mache das nur ,wenn ich fröhlich bin :]
      Was ich brauch' ist ein Pinguin mit Übergewicht, der für mich das Eis bricht, denn ich kann das nicht! ~Jennifer Rostock
    • _lisa_ wrote:

      Was hast du auf dem trampolin gemacht, dass sich das gebessert hat?
      Erst nur lockeres Gehen ,oder Balance halten und den Kopf schnell bewegen , Ausbalancieren und Rumwackeln. Also richtig Herumspringen muss ich nicht, es geht eher um die Ausbalancierung.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Rhianonn wrote:

      Erst nur lockeres Gehen ,oder Balance halten und den Kopf schnell bewegen , Ausbalancieren und Rumwackeln. Also richtig Herumspringen muss ich nicht, es geht eher um die Ausbalancierung.
      wie oft/ lange hast du das gemacht? wie schnell haben sich effekte eingestellt? ich habe leider sehr wenig platz für sowas :(
      hat es dir auch geholfen bei sowas wie "reiseübelkeit"? (mir wird ganz schnell schlecht, wenn ich "fremdbewegt" werde, z.b. bus, auto, auf dem wasser...)
    • Zolang Green wrote:

      Ich 'galoppiere' gerne. Renne ich auf den Bus oder das Tram, dann verfalle ich automatisch in diese 'galoppierende' Bewegung. Ich liebe diese Bewegung. Ich fühle mich darin natürlich und frei. Es ist hüpfen und rennen, alles in Einem.
      das mache ich nur aus freude/ lust.
      wenn ich schnell irgendwo hin rennen will/ muss ist es zu unökonomisch und ich kann besser einen normalen sprint benutzen (habe sogar mal sportvideos geschaut, wie man am besten rennen sollte, es half mir)

      wichtig bei allen dingen in bezug auf balance usw sind für mich auch genügend kräftige muskeln (besonders körpermitte/ becken/ beinachse/ sprunggelenke/ füße). gemeint sind hier die kleinen muskeln, nicht die großen hauptmuskeln. man muss dem gehirn erst "beibringen" wie sie zusammen arbeiten müssen (kinder lernen das automatisch) oder das Gehirn an deren existenz "erinnern" (sagte mein physiotherapeut)
    • kastenfrosch wrote:

      wie oft/ lange hast du das gemacht? wie schnell haben sich effekte eingestellt? ich habe leider sehr wenig platz für sowas
      hat es dir auch geholfen bei sowas wie "reiseübelkeit"? (mir wird ganz schnell schlecht, wenn ich "fremdbewegt" werde, z.b. bus, auto, auf dem wasser...)
      So ca. nach 3 Wochen.
      Mein Trampolin ist klappbar - allerdings ist es besser, es steht aufgeklappt rum , sonst bin ich zu faul, es aufzuuklappen.
      Gegen Reiseübelkeit weiß ich nicht, weil ich nicht darunter leide.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • kastenfrosch wrote:

      Zolang Green wrote:

      Ich 'galoppiere' gerne. Renne ich auf den Bus oder das Tram, dann verfalle ich automatisch in diese 'galoppierende' Bewegung. Ich liebe diese Bewegung. Ich fühle mich darin natürlich und frei. Es ist hüpfen und rennen, alles in Einem.
      das mache ich nur aus freude/ lust.wenn ich schnell irgendwo hin rennen will/ muss ist es zu unökonomisch und ich kann besser einen normalen sprint benutzen (habe sogar mal sportvideos geschaut, wie man am besten rennen sollte, es half mir)

      wichtig bei allen dingen in bezug auf balance usw sind für mich auch genügend kräftige muskeln (besonders körpermitte/ becken/ beinachse/ sprunggelenke/ füße). gemeint sind hier die kleinen muskeln, nicht die großen hauptmuskeln. man muss dem gehirn erst "beibringen" wie sie zusammen arbeiten müssen (kinder lernen das automatisch) oder das Gehirn an deren existenz "erinnern" (sagte mein physiotherapeut)
      Hm, möglicherweise galoppiere ich nur, wenn ich guter Dinge bin. Kann schon sein. Ist ein Sprint notwendig, dann lege ich schon richtig los. Da gibts kein Halten mehr. Da galoppiere ich auch nicht mehr. Da fetz ich los. Ich muss mich jedoch sehr selten spurten. Die Balance macht mir da keine Probleme. Mein Gleichgewicht verliere ich häufiger beim Gehen als beim Rennen. Ich trainiere meine Muskeln auf einem Rudergerät. Möglichst 3-4 Mal pro Woche à 20min. Ich merke schon, dass durch Repetition, die Bewegungen flüssiger und kraftvoller werden. Leider habe ich kein so gutes Empfinden für die einzelnen Muskeln. Besonders die kleinen Muskeln sind mir gänzlich fern. Einzelne Muskeln ansteuern ist für mich kaum möglich. Versuche ichs, dann verkrampfen sich viel zu viele und oft auch solche von anderen Gleidern. Ich habe eine Hypertonie der Muskeln. Die sind so steiff, dass ich total unbeweglich bin. Aber das ist mir egal. Solange ich keine Schmerzen verspüre, ist diese Muskelspannung auszuhalten. Diese Steifheit macht mich kompakt. Da fällt nichts auseinander.
    • ich hasse, dass meine langen Arme und Hände so komisch schlaksig fuchteln.
      Das zerstört viele Tänze. Sieht auch beim Theater bisweilen komisch aus. :?
      Das in mir kommt raus ....und wird dann so anders geäussert, als ich es fühle. Menno.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)