Kontakte herstellen, auf Menschen zugehen, Leute ansprechen

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    • Wenn ein schwerbehindeter Autist mal aktiv wird, kommt bestimmt ein anderer Autist an und macht ihn zur Sau, weil der Schwerbehindeter vieles nicht so perfekt ausführt, wie der Autist es verlangt. Zumindest wird mir da ein Spiegel vorgehalten, um zu erkennen, warum man mit so manchem Autisten nichts zu tun haben will und warum die gemobbt werden.
      Fruchtigbunt ist auf Krawall gebürstet und fährt ihren eigenen Trip, meine Erklärungen bringen nichts. Ich steig dann hier aus.
    • modulo wrote:

      Andere Autisten habe ich schon kennen gelernt, aber in dieser Gruppe hatte ich dieselben Probleme wie sonst auch und ich konnte mit den Leuten auch thematisch nichts anfangen, also hatte ich da auch keine besondere Motivation, etwas zu sagen.
      Was meinst du damit? Hier unterhältst du dich ja auch mit anderen Autisten und das funktioniert. Was ist im RL anders? Kannst du da auf einem Treffen mit Autisten nicht über deine Probleme sprechen?
    • seven_of_nine wrote:

      Was meinst du damit? Hier unterhältst du dich ja auch mit anderen Autisten und das funktioniert. Was ist im RL anders? Kannst du da auf einem Treffen mit Autisten nicht über deine Probleme sprechen?
      Schreiben und Sprechen sind für mich zwei völlig unterschiedliche Kommunikationsformen, Schreiben und Lesen fällt mir wesentlich leichter als Zuhören und Reden – Lesen und Schreiben ist asynchron; man hat mehr Zeit (es kann z.T. mehrere Stunden dauern, bis ich einen Beitrag fertig habe), es gibt klarere „Regeln“, ich kann schreiben/lesen was und wo ich will und muss nicht auf das eingehen, was gerade Thema ist, was mich nicht interessiert, lese ich auch nicht, im RL gibt es meist nur ein Thema am Tisch, das gerade akutell ist, ich kann das Browser-Fenster schließen, wenn es mir zu viel wird, ich kann Dinge mehrmals lesen oder später lesen, nonverbale Kommunikation oder „Situationen erfassen“ fällt weg – ich könnte noch mehr aufzählen, aber ich denke, es ist klar, was ich meine.
      Und hier bin ich ja schon lange genug (inkl. altem Forum seit 2011), ich weiß wie Foren funktionieren, so dass ich weiß, wie man hier einen Beitrag erstellt, kurzum ich kann die „Situation“ hier im Forum besser einschätzen – zusätzlich zu den Vorteilen der schriftlichen Kommunikation. Und hier schreibe ich ja nur über meine Probleme, zu denen ich Lösungen ersuche, sonst kaum über andere Themen.
      Die Treffen, auf denen ich war, waren ja keine SHGs, wo man sich über Probleme unterhielt, sondern informelle Treffen, ähnlich wie Stammtische, wo sich die Leute kreuz und quer über Dinge unterhalten haben, die mich nicht interessierten, oder wo ich nicht mitgekommen bin, wo ich keinen Einstieg gefunden habe, wo ich gar nicht wusste, was ich da eigentlich sagen soll – nicht weil es „sozial unverträglich“ gewsen wäre sondern einfach weil ich einfach nicht wusste was1 –, von sich aus hatte mich auch keiner angesprochen, ich saß halt nur still dabei.

      1: Es gibt ja immer mal wieder Leute, die versuchen, einen ins Gespräch zu integrieren und dann solche und ähnliche Sätze sagen wie „Erzähl doch mal was von dir!“ – und ich weiß nie, was ich dann sagen soll. Ich frage dann immer „Was genau soll ich erzählen?“, was allerdings noch nie zu einer genaueren Frage seitens des anderen geführt hat. Fast immer war das Gespräch dann schnell wieder vorbei.
    • Wie ist es, wenn du dich mit Leuten über deine SIs unterhalten kannst @modulo? Du hast ja in deinem Profil einige aufgezählt.

      modulo wrote:

      „Erzähl doch mal was von dir!“
      Das kenne ich nur aus Bewerbungsgesprächen und da habe ich dann irgendwann kapiert, dass man erzählt, wie alt man ist, was man studiert hat und was man bisher gearbeitet hat.

      Ansonsten kenne ich das nicht, vermutlich, weil Leute meist eher damit beschäftigt sind, mich zum Schweigen zu bringen....

      Aber, mei, du hast ja nichts zu verlieren, wenn du das das nächste mal gefragt wirst, erzähl doch einfach was über Astronomie, wofür du dich da interessierst, womit du dich beschäftigt. @rowdy z.B. würde dir sicher gerne zuhören, wenn es um Quasare geht :d (Was hältst du eigentlich von Harald Lesch?)
      Schwarze Löcher sind doch auch grad ein Hype-Thema :d

      Und, hey, du bist wissenschaftlicher Mitarbeiter (Doktorand der Physik?), hast sicher mega viel Ahnung von Physik und kannst total spannende Sachen erzählen :thumbup:

      modulo wrote:

      sondern informelle Treffen, ähnlich wie Stammtische, wo sich die Leute kreuz und quer über Dinge unterhalten haben, die mich nicht interessierten,
      Was für Themen z.B.? Ich kann viele Themen irgendwie ein wenig interessant finden, aber es gibt auch Dinge, da kann ich gar nicht mitreden wie z.B. Sport oder die meisten PC-Spiele oder Hollywood-Action-Comic-irgendwas-Blockbuster.

      Für welche Insekten interessierst du dich? Stört es dich, dass viele Menschen glauben, dass Spinnen Insekten sind?

      The post was edited 2 times, last by seven_of_nine ().

    • seven_of_nine wrote:

      z.B. würde dir sicher gerne zuhören, wenn es um Quasare geht (Was hältst du eigentlich von Harald Lesch?)
      Und wie.

      Harald Lesch.

      Zuerst kam er mir so vor


      Dann bestätigte er meine Theorie, dass Zeitreisen nicht möglich sind und er war mir sympathischer.

      Und wird es immer mehr :d

      ADHS & Autismus.
    • seven_of_nine wrote:

      Aber, mei, du hast ja nichts zu verlieren, wenn du das das nächste mal gefragt wirst, erzähl doch einfach was über Astronomie, wofür du dich da interessierst, womit du dich beschäftigt. @rowdy z.B. würde dir sicher gerne zuhören, wenn es um Quasare geht :d (Was hältst du eigentlich von Harald Lesch?)
      Schwarze Löcher sind doch auch grad ein Hype-Thema :d

      Und, hey, du bist wissenschaftlicher Mitarbeiter (Doktorand der Physik?), hast sicher mega viel Ahnung von Physik und kannst total spannende Sachen erzählen
      Na ja, das Problem ist, es klingt tatsächlich so, als könnte ich das; wenn ich Leuten von meinem Projektthema erzähle, sind viele interessiert. Aber ich kann weder gut erzählen noch gut erklären, ich kann auch nur schlecht alle Informationen zu einem Thema in sinnvoller Reihenfolge abrufen bzw. einen Sachverhalt so erklären, dass ein anderer, der zum ersten Mal davon hört, auch mitkommt. Meistens fange ich mit irgend etwas an und erzähle dann „rückwärts“, weil ständige Nachfragen kommen, was dies oder das bedeutet (mir fällt es auch schwer, mich in den (Un-)Kenntnisstand des anderen hineinzuversetzen). Vor allem bin ich eher theoretisch veranlagt und kann besser mit Gleichungen umgehen als ein Problem „populärwissenschaftlich“ zu beschreiben. Und es kommt auch vor, dass mir Dinge, obwohl ich mich oft damit beschäftige, einfach nicht einfallen. Aufgrund dessen ist es mir oft zu anstrengend anderen etwas zu erzählen.
      Vorträge, die ich vorher vorbereiten kann, kann ich hingegen sehr gut halten, die sind aber dann mit so viel Aufwand verbunden, dass ich das nur machen würde, wenn sich jemand wirklich für ein Thema interessiert und nicht nur für ein „erzähl mal was von deinem Projekt“.
      Harald Lesch finde ich eigentlich recht gut, allerdings kenne ich das meiste ja schon, was er über Physik erzählt, darum habe ich nicht so viel von ihm gesehen.

      seven_of_nine wrote:

      Was für Themen z.B.? Ich kann viele Themen irgendwie ein wenig interessant finden, aber es gibt auch Dinge, da kann ich gar nicht mitreden wie z.B. Sport oder die meisten PC-Spiele oder Hollywood-Action-Comic-irgendwas-Blockbuster.
      Es waren ziemlich oberflächliche Themen (ich weiß es nicht mehr), es wurde herumgealbert und es wurden Witze erzählt – sowas interessiert mich nun überhaupt nicht.
      Zudem bin ich eher jemand, der sich für nicht besonders viel begeistern kann. Ich habe meine Interessensgebiete und wenn andere sich über etwas völlig anderes unterhalten, interessiert es mich einfach nicht.

      seven_of_nine wrote:

      Für welche Insekten interessierst du dich? Stört es dich, dass viele Menschen glauben, dass Spinnen Insekten sind?
      V.a. Phasmiden und Heuschrecken, ich halte auch immer mal wieder welche.
      Nein, das stört mich eigentlich nicht, ich hatte bisher nicht mit solchen Leuten zu tun.

      seven_of_nine wrote:

      Wie kommt es, dass du in 8 Jahren nicht auf einem Forentreffen warst?
      In meiner Nähe war meines Wissens noch kein Forentreffen. Ich habe auch keine wirkliche Motivation auf ein Forentreffen zu gehen, da ich nicht weiß, was genau ich dort soll1. Die Autisten-Treffen, auf denen ich bisher war, ergaben sich eher zufällig, und ging hauptsächlich hin, weil mich interessierte, ob ich in einer autistischen Gruppe besser zurechtkäme als in einer gemischten bzw. nichtautistischen Gruppe. Die Treffen bestätigten dann nur meinen Verdacht, dass es keinen Unterschied für mich macht, also habe ich eigentlich noch weniger Motivation auf ein Forentreffen zu gehen.
      Vielleicht wenn ich vorher weiß, dass dort Leute mit ähnlichen Interessen sind und auch über diese Interessen geredet wird, könnte ich es mir eher vorstellen. Aber auch dann wäre ich sehr wahrscheinlich nur stiller Zuhörer und könnte/würde mich nicht aktiv am Geschehen beteiligen.

      1 Zum Thema Gespräche/soziale Kontakte usw., hatte ich schon mal was geschrieben:

      modulo wrote:

      Mit den meisten Menschen kann ich auch einfach von Grund auf nichts anfangen, manche sind zwar „ganz nett“, aber eben auch nicht mehr, ich habe mit ihnen nichts zu reden, der Kontakt ist anstrengend, die Gespräche sind gezwungen, ich weiß einfach nicht, was ich mit denen „anstellen“ soll, selbst ähnliche Interessen (was auch nicht sehr häufig vorkommt) bilden da überhaupt keine Grundlage – das ist auch nur vom Idealfall ausgehend, im realen Fall sind da noch viele andere Kommunikationsprobleme wie etwa die Beachtung „ungeschriebener Gesetze“, Verständisschwierigkeiten, Mimik/Gestik/Emotionen etc. Zwischen mir und den anderen bleibt immer und überall eine dicke Mauer, die sehr oft nur in eine Richtung transparent ist.
      Mit Autisten komme ich zwar auf der Kommunikationsebene besser klar, aber auch hier sind die anderen zwischenmenschlichen Probleme (bzgl. „nichts mit den Leuten anfangen können“) meistens dieselben. Mit einigen, wo diese Probleme wenig bis nicht ausgeprägt waren, ergab sich manchmal ein guter Austausch, aber bisher ist das alles auch wieder eingeschlafen bzw. die anderen hatten kein Interesse an/Bedürfnis nach einer tieferen Bekanntschaft.
    • Zum Thema "Kontakte herstellen und auf Menschen zugehen":

      Ich habe so eine Angst und schäme mich für mich. :| :oops: Heute war ich das erste Mal bei einer neuen Gruppe und ich habe mich so verdammt dumm angestellt. :m(:

      Ich weiß einfach überhaupt nichts im Umgang mit Menschen in meinem Alter. Ich wusste nicht, wie ich mich vorstellen soll und war so verpeilt, mich nur bei einer Teilnehmerin vorzustellen. Zu den anderen habe ich nichts gesagt, was vermutlich mega unhöflich war. :roll: (ein Glück wurde mir gesagt, wer der Gruppenleiter ist, so dass ich mich wenigstens bei dem vorgestellt habe. Da der ziemlich gut aussieht (meine Meinung), war ich dann noch verpeilter und habe mich noch dummer angestellt, als sonst. :m(: Dazu habe ich so ziemlich alles ohne Nachdenken gesagt, also in Bezug auf die Schwierigkeit der Übungen und wie ich damit zurechtkomme. Das war vermutlich auch sehr peinlich, weil da außer mir niemand über seine Befindlichkeiten gesprochen hat und sich so zum Idioten gemacht hat.

      Nach dem Kurs hat mich eine Teilnehmerin angesprochen und ein Gespräch mit mir begonnen. Seitdem habe ich nur noch Angst. Ich verstehe nicht, wieso die mich anspricht bzw. ich verstehe es schon (macht man wohl so? :roll: ), aber ich kann damit nicht umgehen. Ich habe es mit Mühe und Not hinbekommen, ein bisschen was zu erzählen. Wie der Kurs mir gefallen hat konnte ich halbwegs beantworten. Ansonsten habe ich aber Unfug geredet bzw. unpassende Dinge bzw. die Dinge in unpassender Weise angesprochen. Es war einfach nur vollkommen peinlich. Ich selbst habe die Frau fast nichts gefragt. :? Ich weiß auch gar nicht, was ich die fragen soll.
      Dazu musste ich der Teilnehmerin, als sie sich umgezogen hat, immerzu auf die Brüste schauen (sie hat in der Umkleide den BH ausgezogen und ich seh nun auch nicht jeden Tag nackte Frauen. Keine Ahnung, ob es normal ist, dass man dann hinguckt. Ich schäme mich aber deswegen). :m(: :nerved: Ich konnte auch nicht gleichzeitig reden und mich anziehen und habe die falschen Kleidungsstücke angezogen, die ich dann wieder ausziehen musste und habe vermutlich auch deswegen so einen Unfug geredet, weil mir Anziehen und Sprechen parallel zu viel waren, dazu noch mit einer vollkommen fremden Person. :|
      Am Ende hat mich die Person gefragt, wie ich heiße. Mir ist so etwas immer peinlich. Ich komme mir dann vor wie im Kindergarten, weil ich nicht weiß, ob diese Frage "normal" ist und vor allem weiß ich nicht, was man noch sagen soll, wenn man seinen Namen gesagt hat.

      Kann mir jemand sagen, ob das okay war, wie ich drauf reagiert habe? :| Ich sage dann meistens "ich heiße [FruchtigBunt]". Und nach ein paar Sekunden Pause sage ich meistens "und du?". Wenn die Person dann auch ihren Namen nennt, weiß ich nicht mehr, was man dann sagen soll. Ich sagte dann sowas wie "ah ja." :m(: Mir ist das alles nur vollkommen peinlich und ich überlege, ob ich da nochmal hingehen soll, weil ich Angst habe, dass die Person mich nochmal anspricht. Ich weiß nicht, was ich dann mit der Person reden sollte. Bezüglich des Sportkurses ist eigentlich schon alles besprochen.

      Dazu habe ich dort an der Örtlichkeit eine Person getroffen, die ich vorher schon einmal getroffen habe und die mir damals kurz geholfen hatte. Nun wusste ich nicht, was ich zu der sagen soll und habe nur zwei Sätze mit ihr gewechselt. Jetzt habe ich Angst, dass die etwas schlechtes über mich denkt. Ich finde ein zweites und wiederholtes Treffen immer noch viel schlimmer als sich beim ersten Mal zu treffen. Letztes Mal hatte ich die Frau nur angesprochen, weil ich sehr hilflos war und etwas suchte. Heute "brauchte" ich die Frau nicht, aber es ist unhöflich, wenn man jemanden dann einfach ignoriert, denke ich. Ich kann mir dann aber so schnell nichts aus den Fingern saugen, was ich die fragen könnte oder was ich sagen soll. Also hab ich da auch wieder Mist geredet, der dazu inhaltlich noch falsch war. Ah, es ist so peinlich. Wenn man nichts sagt, ist es vermutlich falsch, aber wenn man so einen Scheiß redet, ist es auch nichts.

      Das ist doch nicht normal. :yawn: :( Bei dem letzten Kurs hatte ich nicht so eine Angst, aber da waren auch keine Studenten anwesend, sondern Menschen ab 50. Vor denen habe ich nicht solche Hemmungen.
      Offenbar finden mich ja Menschen nett (wenn sie mich freiwillig ansprechen - oder ihnen ist langweilig oder was weiß ich), aber statt dass ich mich freue, würde ich am liebsten davonrennen. Ich weiß einfach nicht, was man in der Situation tut. Ich fühle mich total unsicher. Das schlimmste dabei ist, dass der einzige natürliche Impuls, den ich empfinde, sowas wie körperliche Attraktivität ist, aber das muss ich mir verbieten, weil man das nicht denken darf. :roll: Vielleicht blockiere ich deswegen immer so? :?

      Ich hasse es, dass alles so kompliziert ist. :cry:

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    • FruchtigBunt wrote:

      Ich wusste nicht, wie ich mich vorstellen soll und war so verpeilt, mich nur bei einer Teilnehmerin vorzustellen.
      So etwas ist mir schon öfters passiert. Ich finde es richtig schwer zu einer größeren Gruppe zu kommen, ich bin grundsätzlich erstmal überfordert. Am liebsten würde ich mich erstmal in die Ecke stellen/setzen, die Menschen, Umgebung und allgemein die Situation eine Zeit beobachten um eine Orientierung zu bekommen. Danach könnte ich dann vielleicht richtig denken und einen vorher zurechtgelegten Plan abarbeiten (zB die Personen der Reihe nach grüßen/sich vorstellen) aber erstmal bin ich ziemlich perplex und dann kommt es auch schon mal vor dass ich nur eine Person grüße oder eben gar nichts sage, obwohl ich gegrüßt werde. Das wirkt vermutlich mega unhöflich aber ich kann in dem Moment nicht anders :? Wenn mich jemand unerwartet auf der Straße grüßt (zum Beispiel ein Nachbar) bin ich ebenfalls so perplex dass ich es nicht schaffe etwas zu sagen sondern nur verwundert vor mich hin starre. Ich bemühe mich das zu ändern, aber mehr als Mühe geben kann ich nunmal nicht, deshalb versuche ich mich selbst so zu akzeptieren. Wenn ich das schaffe werde ich vielleicht lockerer und bekomme das besser hin. An manchen Tagen oder bei einzelnen Personen die ich kenne klappt es mittlerweile immerhin schon ganz gut.


      FruchtigBunt wrote:

      Ich sage dann meistens "ich heiße [FruchtigBunt]". Und nach ein paar Sekunden Pause sage ich meistens "und du?". Wenn die Person dann auch ihren Namen nennt, weiß ich nicht mehr, was man dann sagen soll. Ich sagte dann sowas wie "ah ja."
      Ich würde wohl das selbe sagen wie du (mit meinem Namen natürlich). Letztens habe ich den Tipp bekommen sich ein paar Fragen zurechtzulegen für solche Situationen. Zum Beispiel "kommst du hier aus der Stadt", "machst du XY schon lange" usw. Daran arbeite ich grade :d
    • Ginkgo wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Ich wusste nicht, wie ich mich vorstellen soll und war so verpeilt, mich nur bei einer Teilnehmerin vorzustellen.
      So etwas ist mir schon öfters passiert. Ich finde es richtig schwer zu einer größeren Gruppe zu kommen, ich bin grundsätzlich erstmal überfordert. Am liebsten würde ich mich erstmal in die Ecke stellen/setzen, die Menschen, Umgebung und allgemein die Situation eine Zeit beobachten um eine Orientierung zu bekommen. Danach könnte ich dann vielleicht richtig denken und einen vorher zurechtgelegten Plan abarbeiten (zB die Personen der Reihe nach grüßen/sich vorstellen) aber erstmal bin ich ziemlich perplex und dann kommt es auch schon mal vor dass ich nur eine Person grüße oder eben gar nichts sage, obwohl ich gegrüßt werde. Das wirkt vermutlich mega unhöflich aber ich kann in dem Moment nicht anders :? Wenn mich jemand unerwartet auf der Straße grüßt (zum Beispiel ein Nachbar) bin ich ebenfalls so perplex dass ich es nicht schaffe etwas zu sagen sondern nur verwundert vor mich hin starre. Ich bemühe mich das zu ändern, aber mehr als Mühe geben kann ich nunmal nicht, deshalb versuche ich mich selbst so zu akzeptieren. Wenn ich das schaffe werde ich vielleicht lockerer und bekomme das besser hin. An manchen Tagen oder bei einzelnen Personen die ich kenne klappt es mittlerweile immerhin schon ganz gut.

      Ja. Mir geht es ähnlich, wobei die Gruppe gar nicht so groß war (6 - 7 Leute). Leider waren auf diesem Areal aber noch ungefähr 40 - 50 andere Menschen, die zu einer anderen Veranstaltung gehörten und die mich richtig in Angst versetzt haben. Es kam noch dazu, dass ich relativ spät erkannte, welche Personen zu meiner Gruppe gehören und welche nicht.
      Dummerweise haben dann zwei Personen auch dazugehört, obwohl ich die irgendwie aus meinem Kopf rausgestrichen habe (wobei sie eigentlich so aussahen, als würden sie zur Gruppe gehören). Keine Ahnung, wieso ich die dann nicht auch gegrüßt habe. Es war einfach zu viel. Ich war mir auch nicht sicher, ob es vielleicht zu aufdringlich ist, die zu grüßen. Zudem schauten da eh wieder alle weg, was es mir noch schwerer macht, zu entscheiden, ob ich jemanden grüßen soll oder nicht.
      Beim letzten Mal hatte mich ja eine Person wie Luft behandelt, als ich gegrüßt habe. Danach war ich fix und fertig. Vielleicht wollte ich das verhindern. Ich habe heute die Person gegrüßt, die relativ "schüchtern" aussah. Vielleicht hatte ich bei den anderen auch einfach Angst?
      In der Situation selbst war ich jedenfalls total überfordert. Es waren einfach zu viele Leute für mich.

      Ginkgo wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Ich sage dann meistens "ich heiße [FruchtigBunt]". Und nach ein paar Sekunden Pause sage ich meistens "und du?". Wenn die Person dann auch ihren Namen nennt, weiß ich nicht mehr, was man dann sagen soll. Ich sagte dann sowas wie "ah ja."
      Ich würde wohl das selbe sagen wie du (mit meinem Namen natürlich). Letztens habe ich den Tipp bekommen sich ein paar Fragen zurechtzulegen für solche Situationen. Zum Beispiel "kommst du hier aus der Stadt", "machst du XY schon lange" usw. Daran arbeite ich grade :d
      Also ich habe dann nach einer Gesprächspause auch gefragt, ob die Gruppengröße immer so ist wie heute. Die Frage ist aber wahrscheinlich auch total dämlich. Dann habe ich noch gefragt, ob die Person noch andere Kurse besucht. Als sie dann darauf geantwortet hat, wusste ich nicht mehr genau, wie ich mit der Antwort umgehen soll (sah da irgendwie keinen Ansatzpunkt. Also habe ich dazu nichts mehr gesagt, was ich auch peinlich fand, weil ich jemanden erst etwas frage, aber dann nicht auf die Antwort eingehe. Das macht man wahrscheinlich auch nicht). :roll: Dann kommt sich das Gegenüber vermutlich zurückgesetzt vor. Aber ich konnte mit der Antwort nichts anfangen. Meistens schaue ich dann so lange in die Luft und denke nach, was ich sagen könnte, dass eine peinliche Pause entsteht und danach werte ich mich nur noch ab und kriege gar nichts mehr hin.
      Ich glaube, dass man mir auch ansieht, wie ich dann nachdenke bzw. nicht richtig da bin. :(

      Ich frage mich mal wieder, ob ich neben dem Asperger vielleicht doch noch eine soziale Phobie habe bzw. was ich überhaupt für ein Problem habe. Eigentlich wollte ich nur zu diesem Kurs und nicht privat mit den Teilnehmern reden. :|

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    • @modulo
      Klingt für mich ein bisschen so, als würdest du nur darauf schauen, was andere dir "bringen" könnten, dir aber die anderen als Menschen und Personen völliig egal sind, was deren Interessen und/oder Bedürfnisse angeht.

      Egal ob Zweierarbeitsgemeinschaft oder größere, es erfordert aber, sich genauso für die anderen zu interessieren und hier für diese etwas einzubringen, wie man erwartet, dass andere sich für einen interessieren und hier was einbringen.

      Überspitzt zusammengefasst:
      "Andere sind als Mensche uninteressant, und selbst da wo sie gleiche Interessen haben, wenigstens das interessant ist, iist es allein deren Job, auf mich zuzukommen und das Gemeinsame herzustellen und aufrecht zu erhalten. Denn ich "kann ja nicht" und seh auch nicht ein, hier was können, also lernen zu wollen, das ist deren Sache, für mich das Gemeinsam herzustellen" - um dann darunter zu leiden, dass die anderen das nicht machen.

      Es ist aber nicht Aufgabe anderer, für dich interessant zu sein oder für dich eine Fiktion von Gemeinsam allein herzustellen.
      Solange du dich nicht für andere interessierst, kein Interesse für deren Interessen aufbringst, dich nicht zuständig fühlst für das, was du einbringen musst in ein Gemeinsam, damit es überhaupt eines werden kann, bist du für die anderen uninteressant oder wirst es schnell, selbst bei gleichen Interessen.

      Regel: Wer sich nicht ein für andere Menschen interessiert, wird für die meisten recht schnell uninteressant, egal wie interessant die Themen sind, die er vllt mitbringt.

      Sich für andere interessieren ist auch ein Lernprozess. Ich konnte das ja früher auch nicht automatisch.
      Dazu gehört zu Beispiel "beobachten und zuhören, ohhne gleich was eigenes dazu zu denken und/oder das Beonachtete gehörte zu bewerten oder irgendwie "zu finden".
      Beispiel: Zwei unterhalten sich über Fußball. Ich hab da ganz allein für mich Interesse dran, an smallalk sowieso nicht.
      Aber, ich kann trotzdem die Infiomationen registrieren und miir die eine oder andere merken. Irgendwann kann ich sie vllt brauchen.
      Ich kann registrieren, DIE haben Freude an diesem Austausch. Mir die KEnnzeichen für "Freude" merken. Und ich weiß zu zwei Personen, dass sie sich freuen werden, wenn man sie zu diesem Thema etwas fragt.
      Ich kann beobachten WIE sie sich austauschen, wie das Gespräch fließt, im Abgleich mit ähnlichen Gesprächen zu anderen Themen hier generalisieren, finde also allgemeine Gesprächstechniken heraus - was mir in anderen Gesprächen ähnlicher Natur weiter helfen kann.

      Ich hab im Laufe der Jahre allein durch "Leute ,diie sich für irgendwas interessieren und gerne darüber reden" ein ziemlich hilfreciies Halbwissen angeeignet, dass mich heute sogar manchmal kluge Fragen stellen lässt, was Experten dann besonders freut - Beziehungsebene hergestellt.

      Gespräche, die bei anderen keine positiven Gefühle hinterlassen, sorgen dafür, dass die Person, bei der das passiert ist, als "ungeeignet" wahrgenommen wird. Und da die meisten keine Aspies sind, ihrerseits ein Minimum an "NT-Signalen" für "ich interessiere mich für dich und bin dir freundlich gesonnen" brauchen, bevor sie in weitere Gespräche gehen können, eignet man sich das entweder an - nimmt Rücksicht auf die Bedürftigkeit und die Defizite :d - oder es wird nichts mit dem Kontakt.

      Um Kontalkte aufrecht zu erhalten, bedeutet das, selbst an der Aufrechterhaltung mitzuwirken. Fällt mir immer noch schwer, aber hier arbeite ich mit Hilfsmitteln. Kalendereinträge, bei wem ich mich mal wieder melden müsste , Geburtstage registrieren und kurze Grüße schicken, offen darum bitten, sich selbst bitte öfter zu melden als ich, weiil ich das in der Verpeiltheit oft vergesse, und nicht nachts um drei..... :d
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • modulo wrote:

      Aber ich kann weder gut erzählen noch gut erklären,
      Mein Freund fängt immer von Punkt 0 an (er hat das meiste Astrophysische Wissen von uns beiden) und er erklärt seehhr langsam und ausführlich.

      Ich bin meistens voll abgehärtet, obwohl ich ein ungeduldiger Mensch bin

      EDIT:

      Zum Thema: Ich tu mich sehr schwer mit Gleichaltrigen. Oft sind sie so "anders". Ich finde keinen Zugang zu deren Welt. Viele meine Freunde in der Vergangenheit waren älter. (selbst mit 13 hatte ich eine Freundin die war 30)
      ADHS & Autismus.

      The post was edited 1 time, last by rowdy ().

    • @Happy to be

      Ich finde deinen Beitrag wirklich hilfreich! Ich habe nämlich das Problem, dass Menschen für mich oft nur eine Zweckgemeinschaft sind. Also ich mache was mit ihnen, weil ich es nicht alleine machen möchte. Ich habe aber kein Gefühl zu Beziehungen und weiß nicht mal, ob mich andere Leute als Freunde bezeichnen würden. Ich würde so gerne verschiedene Dinge machen. Aber ich traue mich einfach nicht in neue Gruppen. Ich habe jetzt schon den Draht zu einer Sportgruppenleitung. Aber die anderen Teilnehmer habe ich eigentlich ignoriert. Bin da rumgelaufen wie falsch. Die denken sich dann ja auch ihren Teil. Und diese Distanzierung fällt mir oft erst viel später auf. Ich will also eigentlich dazu gehören, möchte mit eingebunden werden. Aber will eigentlich gar nicht so viel über mich preisgeben und so. Das geht nicht und doch will ich es. Manchmal macht mir so eine Gruppe sogar Spaß. Aber das weiß ich ja vorher nicht. Und diese unsichtbare Schwelle.....
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • @FruchtigBunt

      Das mag nur so scheinen, aber auf mich wirkt dein Beitrag 70 so, als wäre das Soziale das für dich Wichtige an der Sache. Mit so einer "NT-Einstellung" rauszugehen halte ich für schwierig, gerade wenn man aufgrund des Autismus im Mentalisieren Schwierigkeiten hat und dann endlos über die Gedanken anderer Menschen fehlspekuliert. Da möchte ich dir fast raten, zurück zu deinen "autistischen Wurzeln" zu gehen.



      Dich wird doch irgendetwas inhaltlich (Spezialinteresse?) begeistert haben, warum du diese Freizeitaktivität ausprobiert hast? Dann würde ich darauf den Fokus legen, und erfahrungsgemäß gelingt es vielen Autisten eben auch, über ihre inhaltliche Passion mit Anderen leichter in Kontakt zu geraten. Stell den Leuten Fragen, die dich bezüglich dieser Aktivität interessieren (z.B. zu einzelnen Übungen, wie lange dauert es, bis man das beherrscht, was ist die eigene Motivation, der Tätigkeit nachzugehen- was auch immer, aber fang bei DIR an)- das klappt oft besser, als man glaubt. Es ist nach meinen Erfahrungen ein (autistischer) Mythos, dass die Leute immer nur "besmalltalkt" werden wollen. Im Gegenteil: Smalltalk ist auch unter NTs oft nur ein Mittel zum Zweck, wenn gerade nichts Geeigneteres zum Bereden einfällt. Es gibt auch nicht ein ganz bestimmtes korrektes Verhalten für eine bestimmte Situation- authentisch bleiben hilft. Echtes Interesse an der Sache ist jedenfalls immer besser, als "gefällig" sein zu wollen.
    • @FruchtigBunt

      Ich kenne das. Ich habe unglaubliche Probleme meinen eigenen Namen zu sagen. Ich hoffe immer, dass mich jemand anderes vorstellt (und das ist schon peinlich genug). Das ist auch einer der schlimmsten Punkte beim Telefonieren.
      In fremden Gruppen stelle ich mich oft einfach irgendwo bei und hoffe, dass ich “endosymbiontisch“ aufgenommen werde. Irgendwann kennt dann jemand meinen Namen und ich muss mich nicht vorstellen 8-)

      Am schlimmsten war ein Vorstellungsgespräch, weil die Interviewerin den gleichen Nachnamen hatte wie ich (das ist mir noch nie passiert). Sie hat sich vorgestellt und ich habe dann sowas gesagt wie: “[Vorname] auch [Nachname]“. Das fand Sie aber noch ganz lustig
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
    • Durkadenz wrote:

      Ich kenne das. Ich habe unglaubliche Probleme meinen eigenen Namen zu sagen
      Ich sage meinen Namen auch nicht gerne und auch nicht die anderer. Wenn ich jemanden anspreche dann so gut wie nie mit Namen. Es fühlt sich so falsch und fremd und grenzüberschreitend für mich an, und ich habe keine Ahnung wieso. Selbst bei nahestehenden Personen ist das so. Wenn ich über jemanden rede und die Person nicht anwesend ist, fällt es mir leichter den Namen auszusprechen :m(:

      FruchtigBunt wrote:

      wobei die Gruppe gar nicht so groß war (6 - 7 Leute)
      Für mich ist das eine größere Gruppe, vor allem wenn sie verteilt stehen und man nicht mit einem allgemeinen "hallo" alle zusammen grüßen kann.

      FruchtigBunt wrote:

      Dann habe ich noch gefragt, ob die Person noch andere Kurse besucht. Als sie dann darauf geantwortet hat, wusste ich nicht mehr genau, wie ich mit der Antwort umgehen soll
      Das Problem kenne ich auch, aber ich glaube da darf man sich nicht so viele Gedanken machen. Ich habe solches auch schon oft bei anderen bemerkt, die vermutlich keine Autisten sind. Es könnte auch einfach als Schüchternheit/Unbeholfenheit ausgelegt werden.
    • Willowtree wrote:

      @FruchtigBunt

      Das mag nur so scheinen, aber auf mich wirkt dein Beitrag 70 so, als wäre das Soziale das für dich Wichtige an der Sache.
      Ich verstehe nicht, was du sagen willst. Für mich ist dieses "Soziale" das schlimmste an dem Kurs. Was meinst du damit, dass das das Wichtigste für mich sei? Meinetwegen könnte der Kurs ohne die anderen Teilnehmer stattfinden bzw die könnten meinetwegen auch da sein, aber nicht sprechen. Das Sprechen ist für mich das aber schlimmste. :(

      Okay ja. Über die Tätigkeit könnte ich mich mit denen unterhalten, aber Gespräche sind für mich unheimlich anstrengend und wenn ich dann nur Dinge frag, die mich fachlich interessieren, hab ich Angst dass dieses merken und sich ausgenutzt fühlen. Außerdem würde ich mit denen nur als Lückenfüller sprechen. Ich könnte mir die Infos ja auch wo anders her suchen. Und ganz ehrlich: Mir ist es vollkommen egal ob denen der Kurs gefällt oder nicht.

      Irgendwie hätte ich gerne Kontakt, aber ich weiß nicht in welcher Form. Jedenfalls nicht übers Sprechen. Ich glaube, ich bin zu normalen Kontakten überhaupt nicht fähig.
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich verstehe nicht, was du sagen willst. Für mich ist dieses "Soziale" das schlimmste an dem Kurs. Was meinst du damit, dass das das Wichtigste für mich sei? Meinetwegen könnte der Kurs ohne die anderen Teilnehmer stattfinden bzw die könnten meinetwegen auch da sein, aber nicht sprechen. Das Sprechen ist für mich das aber schlimmste.
      Weil dein Beitrag einen ganz klaren sozialen Fokus hat, von der Bewertung der Attraktivität des Gruppenleiters, über Gedanken hin zu "Kindergarten"-Verhalten gegenüber Anderen, bis hin zu deinen Blicken in der Umkleide: Ständig geht's um die anderen Menschen. Da könnte eine Perspektivänderung hin zur Sache eine Lösung sein. Erst recht dann, wenn du jetzt erkennen lässt, dass dich die anderen Menschen im Grunde gar nicht interessieren. Dann ist dein sozialer Fokus ja noch unnötiger.