Asperger-Diagnostik im Schwarzwald-Baar-Kreis/ Baden-Württemberg süd

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    • Asperger-Diagnostik im Schwarzwald-Baar-Kreis/ Baden-Württemberg süd

      Hallo zusammen,

      ich wohne in der Nähe von Tuttlingen (BW) und suche jemanden, der mich bzgl. ASS begutachten bzw. diagnostizieren kann (Verdachtsdiagnose von Hausarzt und ehemaliger Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin hab ich schon, aber das reicht dem Prüfungsamt nicht für Nachteilsausgleich).
      Für die Autismusambulanz der UK Tübingen bin ich 20km zu südlich. Für die Autismusambulanz FR bin ich 10km zu östlich. Habe ohnehin nicht mehr die Kraft, noch 14-16 Monate auf die offizielle Diagnose zu warten...

      Kann mir jemand weiterhelfen? Bin dankbar für alles!

      LG Lena
      Die Welt wäre sehr langweilig, wenn alle Vögel fliegen könnten... :)
    • Ich würde auf dem Papier umziehen, vielleicht zu einer Freundin oder so, damit ich in dem Einzugsgebiet bin. Reicht ja für kurze Zeit, bis die Diagnostik begonnen hat. Habe ich mal wegen etwas anderem gemacht.
    • MathePinguin wrote:

      Für die Autismusambulanz der UK Tübingen bin ich 20km zu südlich. Für die Autismusambulanz FR bin ich 10km zu östlich.

      Das finde ich ziemlich heftig. Vielleicht kann Dir ja Dein Hausarzt weiterhelfen, oder bist Du vielleicht in einem Sozialverband, der sich für Dich einsetzen kann?

      Um eine Wartezeit von einem Jahr und länger wirst Du aber wohl kaum herumkommen.
      PER ASPERA AD ASTRA
      SAORSA AIRSON NA STARS
    • Ich werd die Woche noch mal bei meinem Hausarzt vorbei schauen. Wobei mich Arztbesuche auch echt stressen. Und das ganze rumtelefonieren mit Leuten, die entweder nicht diagnostizieren oder diagnostizieren und Wartelisten haben oder vor lauter Überfüllung gar keine Wartelisten mehr führen... :-(

      @Humorist: Echter Norden ist toll. :) War das mit der AS-Diagnostik in SH einfacher?
      Die Welt wäre sehr langweilig, wenn alle Vögel fliegen könnten... :)
    • MathePinguin wrote:

      @Humorist: Echter Norden ist toll. :)
      :nod:

      MathePinguin wrote:

      War das mit der AS-Diagnostik in SH einfacher?

      Dazu kann ich gar nichts sagen :) , da ich in Freiburg diagnostiziert wurde, ich hatte Glück, weil ich damals im "echten Baden-Württemberg-Süd" wohnte. :d

      Aber wie gesagt, egal, wo Deine Diagnose dann letztendlich stattfinden wird, Du musst Dich auf eine längere Wartezeit einstellen und der Stress, den das ganze auch schon im Vorfeld mit sich bringt, da mussten eben auch die meisten Diagnostizierten durch.

      Ich wünsch' Dir jedenfalls viel Kraft und Durchhaltevermögen für das Unternehmen "Diagnose". :)
      PER ASPERA AD ASTRA
      SAORSA AIRSON NA STARS
    • Humorist wrote:

      Aber wie gesagt, egal, wo Deine Diagnose dann letztendlich stattfinden wird, Du musst Dich auf eine längere Wartezeit einstellen und der Stress, den das ganze auch schon im Vorfeld mit sich bringt, da mussten eben auch die meisten Diagnostizierten durch.
      Und daher kommt es dann, dass Asperger was mit "Behinderung" zu tun hat... Tony Attwood hat mal geschrieben, dass die einfachste Möglichkeit, sein Kind von Asperger zu 'heilen' ist, es in einem Raum alleine zu lassen und ihm zu erlauben, sich mit seinen Spezialinteressen zu beschäftigen... Das Leben könnte so einfach sein. Wenn nur die Welt drumherum nicht ständig so schwierig wäre. :-/

      Danke für die guten Wünsche! Nehme dich jetzt einfach mal als Vorbild in Sachen Per aspera ad astra. ;) Und hoffe sehr, dass es mir gelingt, die Sterne noch zu finden.
      Die Welt wäre sehr langweilig, wenn alle Vögel fliegen könnten... :)
    • Leider sind die Wartezeiten wirklich extrem. Die meisten Spezialambulanzen nehmen auf die Warteliste auf oder habe die Aufnahme gestoppt. Wartezeit ca 1-2 Jahre. Es scheint aber wohl auch daran zu liegen, dass es YouTuber gibt, die Aspies sind. So sehen die jungen Mädchen und Jungen die Videos und rennen den Ambulanzen wohl die Bude ein, weil sie 2-3 Kriterien auch so bei sich entdecken. Ich weiß nur grade nicht mehr, wo ich diese Annahme her habe :roll:

      Ich habe bei meiner Suche aber auch herausgefunden, dass es für Selbstzahler deutlich schneller geht. Wer also die Möglichkeiten hat, sollte dies mit in Betracht ziehen.
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • MathePinguin wrote:

      Und daher kommt es dann, dass Asperger was mit "Behinderung" zu tun hat... Tony Attwood hat mal geschrieben, dass die einfachste Möglichkeit, sein Kind von Asperger zu 'heilen' ist, es in einem Raum alleine zu lassen und ihm zu erlauben, sich mit seinen Spezialinteressen zu beschäftigen... Das Leben könnte so einfach sein. Wenn nur die Welt drumherum nicht ständig so schwierig wäre. :-/
      So lebe ich momentan seit ca 10 jahren. Es beunruhigt mich mehr oder weniger momentan das das nicht ewig so weiter gehen kann :-/

      In dem Fall wegen der Diagnose kann ich aber nur sagen, das man sich auch in einer generellen Psychiatrie diagnostizieren lassen kann. Das vergessen viele scheinbar immer wieder.
      Ich hab das so gemacht, weil ich auch nicht wirklich warten konnte und dringend Hilfe brauche. Ich musste daher "nur" ein halbes Jahr warten und hab meine Diagnose auch recht zügig danach bekommen. Jetzt muss ich nur alle möglichen anderen Sachen beantragen was nicht so leicht für mich ist, und auch stressig. Im Moment bin ich dabei eine Autismus-therapie zu beantragen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      In dem Fall wegen der Diagnose kann ich aber nur sagen, das man sich auch in einer generellen Psychiatrie diagnostizieren lassen kann. Das vergessen viele scheinbar immer wieder.
      Das Problem dabei ist, dass in "generellen Psychiatrien" nicht unbedingt Autismus-Spezialisten sitzen. Da können dann schon mal Sätze kommen wie: "Autisten denken nicht darüber nach, was andere denken könnten." und ähnliches und schon gilt Autismus als ausgeschlossen. Sonst würden doch auch nicht so viele Autisten so lange undiagnostiziert herumlaufen, wenn sie in Allgemeinpsychiatrien erkannt werden würden.
      Rollt ein Ball um die Ecke Gurke und fällt um.
    • Mya wrote:

      Da können dann schon mal Sätze kommen wie: "Autisten denken nicht darüber nach, was andere denken könnten." und ähnliches und schon gilt Autismus als ausgeschlossen. Sonst würden doch auch nicht so viele Autisten so lange undiagnostiziert herumlaufen, wenn sie in Allgemeinpsychiatrien erkannt werden würden.
      Ja das stimmt leider.
      Aus dem Grund hab ich mich damals bei zwei verschiedenen Kliniken angemeldet, eine war halt eine spezielle Ambulanz, und die andere eine Psychiatrie. Die Psychiatrie hat in meinem Fall ausgereicht.
      Dumme Sprüche musste ich mir auch schonmal anhören, vonwegen Autisten reden wie Roboter, weshalb ich kein Autist sein könne.
      Ich vermute aber eher das die mich nur wegen Transgender bewerten wollten, weswegen ich ja auch da war, aber ich sprach eben auch die anderen Dinge an die mich bewegten, und die meinte halt schizoide PS, obwohl ich ihr diverses auch aus früher Kindheit, Kindergarten etc erzählte, was eher dagegen sprechen würde.
      Ich hab das Gefühl das bei Autismus die Diagnostik aufwändiger ist, wegen der Fragebögen. Bei vielen PS redet man nur über seine probleme und so, und schon wird die Diagnose ausgesprochen, jedenfalls ist das bislang meine Erfahrung.
    • Mya wrote:

      Das Problem dabei ist, dass in "generellen Psychiatrien" nicht unbedingt Autismus-Spezialisten sitzen. Da können dann schon mal Sätze kommen wie: "Autisten denken nicht darüber nach, was andere denken könnten." und ähnliches und schon gilt Autismus als ausgeschlossen. Sonst würden doch auch nicht so viele Autisten so lange undiagnostiziert herumlaufen, wenn sie in Allgemeinpsychiatrien erkannt werden würden.
      Es sei tatsächlich typisch, dass Autisten nicht darüber nachdenken, was andere denken könnten.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich hab das Gefühl das bei Autismus die Diagnostik aufwändiger ist, wegen der Fragebögen.
      Ich glaube, die Diagnostik ist aufwändiger, weil eben Fragebögen nicht ausreichen. Es bedarf (mehrerer) Gespräche, einer guten Anamnese etc.

      Cloudactive wrote:

      Es sei tatsächlich typisch, dass Autisten nicht darüber nachdenken, was andere denken könnten.
      Ich weiß nicht, wie typisch das ist, darüber nachzudenken, was andere so denken könnten. Aber ein Ausschlusskriterium für Autismus ist es meines Wissens nicht. Es gibt bestimmt auch genug Nicht-Autisten, die sich keine Gedanken über anderer Leute Gedanken machen.
      Irgendwann habe ich halt gelernt, dass ich nicht die Einzige auf der Welt bin, die denkt und seitdem denke ich darüber nach, was andere denken könnten. Ich kann nicht intuitiv erfassen, wie "jemand so ist" oder wie jemand voraussichtlich reagiert, daher denke ich darüber nach, was jemand denken könnte (und vor allem: wie derjenige dann reagieren könnte, denn darauf muss ich ggf. reagieren und das fällt spontan schwerer).
      Rollt ein Ball um die Ecke Gurke und fällt um.
    • Mya wrote:

      Ich glaube, die Diagnostik ist aufwändiger, weil eben Fragebögen nicht ausreichen. Es bedarf (mehrerer) Gespräche, einer guten Anamnese etc.
      Wenn du danach gehst, ist das bei PS und so auch sehr wichtig.
      Fragebögen nehmen aber mehr Zeit in anspruch, sie müssen ausgefüllt und bewertet werden was Zeit und auch oft zusätzliche Hilfskräfte fordert, und das hat man bei einer Anamnese nicht, da hat man mehrere Sitzungen damit der Psychotherapeut erfährt wie das leben so verlaufen ist, wo die momentanen Probleme liegen und daraus muss der sich zusammenmalen wodurch was endstand. Das würde eigentlich bei Autismus auch funktionieren, wenn der Psychotherapeut nichts nur den Werdegang der Kindheit sieht sondern auch das momentane Verhalten was bei Autisten meist doch abweicht zu leuten mit einer PS, aber vielleicht haben die diese ganzen Kriterien da nicht im Kopf, ich weiß es nicht.
      Ich weiß nur das meine Psychotherapeuten sind mit ASS selber kaum auskannte und sich dadum nicht an die Diagnostik herantrauen wollte, sonst hätte ich den kram bei ihr durchlaufen können. Die Fragebögen scheinen aber eine art Muss dabei zu sein. Vielleicht ist ASS umfangreicher zu bewerten als diverse PS.
    • Cloudactive wrote:

      Es sei tatsächlich typisch, dass Autisten nicht darüber nachdenken, was andere denken könnten.
      Vielleicht, wenn sie geistig behindert sind.... (und nicht einmal da weiß man es sicher)
      :irony:

      Ich gehe mal davon aus, dass es nicht nur um Beurteilung durch andere geht, sondern um jedes Darüber-Nachdenken, was jemand in einer beliebigen Situation denken könnte.

      Man denkt doch immer darüber nach, was andere denken können, wenn es in der Situation für einen relevant ist. Beispielsweise, was der Chef über die Arbeit denkt, die man macht, spätestens wenn das für den Erhalt der Stelle o.ä. wichtig ist. Oder man fragt sich, warum andere einen ausgrenzen, oder man fragt sich, ob man etwas richtig gemacht hat, wenn das von der Beurteilung einer anderen Person abhängig ist und man die Konsequenzen tragen muss. Oder man fragt sich vielleicht sogar, ob jemand gerade Hilfe braucht/wünscht oder nicht, weil man richtig reagieren will.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich bin derzeit in einer Psychiatrischen Institutsambulanz in Behandlung (die Ambulanz der Psychiatrie, in der ich auch 10 Wochen stationär war). Und meine Therapeutin da hat ihren Standardsatz "Soziale Schwierigkeiten? Kommunikative Probleme? Reizüberflutung? Sie sind doch einfach nur depressiv." Ich glaube, dass viele Therapeuten auch ihre Vorurteile haben, wie ein "typischer" Aspie sein muss oder nicht. Und dass es für die natürlich immer einfacher ist zu sagen "Bin ich nicht zuständig", als sich mal bisschen Mühe zu geben...

      Jetzt hat meine Therapeutin dann gestern (endlich) gesagt: "Wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, könnte ich mich ja mal informieren, wie das so funktioniert mit einer Überweisung nach Freiburg." Allerdings ist das eher so ein "wenn's sein muss". Und ich habe nach wie vor den Eindruck, dass sie meinen Leidensdruck einfach nicht erkennt... :-/

      P.s.: Ich denke extrem viel darüber nach, was andere denken könnten. Sonst wäre ich doch gar nicht überlebensfähig. Wenn Aspies Schwierigkeiten mit sozialer Intuition haben, dann bleibt ihnen doch nichts anderes übrig, als zu versuchen, das Problem kognitiv zu lösen, oder? Während meine Schwester intuitiv versteht, was andere ihr sagen wollen, muss ich erst mal 20 mögliche Inhalte/Aussagen/Interpretationsmöglichkeiten suchen und davon dann die raussuchen, die ich für am Wahrscheinlichsten halte. Für mich ist Kommunikation eine Mischung aus Statistik und Schach. Wenn ich nicht darüber nachdenken würde, was andere denken könnten, dann bestünde mein Leben aus noch mehr Missverständnissen und Schwierigkeiten als ohnehin schon...

      Es kommt mir manchmal vor, als würde ich mein ganzes Leben lang schon an einem zweisprachigen Wörterbuch arbeiten. Auf der einen Seite steht "Das sagen sie" und auf der anderen Seite steht "Das meinen sie wirklich." Und alles andere ist schmerzhaftes Lernen durch Versuch und Irrtum, mit einer entsprechend hohen Fehlerquote.
      Die Welt wäre sehr langweilig, wenn alle Vögel fliegen könnten... :)
    • MathePinguin wrote:

      Ich glaube, dass viele Therapeuten auch ihre Vorurteile haben, wie ein "typischer" Aspie sein muss oder nicht.
      Das stimmt. Vor allem, wenn ein Therapeut schon langjährig Therapeut ist, und ihm in den ganzen Jahren kein Klient mit diagnostiziertem Asperger unterkam (vermutlich hatte er unerkannte Aspies in der Therapie, aber das wusste er dann ja nicht), dann wird dieser Therapeut denken "wenn es das bisher nicht gab, dann ist das jetzt auch nur eine Spinnerei des Klienten, Autisten sind doch ganz anders und machen keine normalen Therapien".
      Frag deine Therapeutin doch mal, ob sie Greta Thunberg kennt. ;)
      Die dürfte dieses alte eingerostete Bild von Autismus bei solchen Therapeuten auch ziemlich auf den Kopf stellen.
      Alles wird galaktisch gut.