Überlebensstrategien für Schule/Ausbildung/Studium/Beruf

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Überlebensstrategien für Schule/Ausbildung/Studium/Beruf

      Hallo zusammen,

      ich wollte mal fragen, wie ihr es so schafft, euch durch den schulischen/beruflichen Alltag zu kämpfen? Ob ihr da irgendwelche Tipps oder Tricks habt?

      Ich scheitere nämlich gerade an meinem Traumstudium. Nicht fachlich, sondern am sozial-organisatorischen Drumherum und vor allem an der Anwesenheitspflicht. Hab Ende April deswegen ein Gespräch mit dem Prüfungsamt, wo es darum geht, wie es jetzt studientechnisch für mich weitergehen kann. Weil ich das Studium inhaltlich schon gerne fertig machen würde. Aber so wie das die letzten Semester lief, halte ich das nicht mehr aus...

      Wie macht ihr das mit Anwesenheitspflicht? Was macht ihr in den Pausen, um neue Kraft zu tanken? Wissen eure Kollegen/Lehrer/Chefs von eurem AS?

      Viele Grüße und Danke für euren Rat!
      Lena
      Sei einfach du selbst. Alles andere klappt sowieso nicht...
    • Hallo Lena,

      also ich plane meine Tage normalerweise extrem durch. Und Vorlesungen sind Termine, die auf jeden Fall wahrgenommen werden müssen. Mein Stundenplan ist immer irgendwo gut sichtbar für mich, auch wenn ich das eigentlich auch alles auswendig weiß.

      Ein paar meiner Kommilitonen wissen von meinem AS, aber ansonsten weiß es fast keiner. Gerade im Beruf (neben dem Studium) bin ich vorsichtig damit, da man nie weiß, wie die Menschen dann reagieren.

      Im Zwischenmenschlichen hatte ich auch im Studium schon viele Probleme, aber ich habe nur noch eine Kommilitonin, mit der ich in den Vorlesungen Kontakt habe (nicht immer). Ansonsten habe ich den Vorteil auf einer recht kleinen HS zu sein, sodass die Vorlesungsräume nicht so proppevoll sind. Allerdings habe auch ich immer Probleme in Fächern gehabt, wenn es zu laut war. Dann ziehe ich mich meistens in mich zurück oder schreibe einfach von den Folien ab. Dann habe ich etwas, auf das ich mich fokussieren kann.

      In den Pausen bin ich meistens schon in den nächsten Raum gegangen, wenn er offen war. Die meisten anderen haben draußen ihre Raucherpausen verbracht, sodass es in den Räumen meistens noch ruhig war. Deine Uni hat bestimmt auch eine Bibliothek. Dort ist es normalerweise sehr ruhig, vielleicht kannst du dort hingehen?

      Wäre es für dich nicht vielleicht möglich, weniger Vorlesungen zu belegen, um mehr Pausen zwischendurch zu haben? Kannst du vielleicht mit einzelnen Dozenten über deine Probleme reden und mit deiner Diagnose vielleicht eine Ausnahme der Anwesenheitspflicht erwirken?

      Ich hoffe, dass es dir irgendwie hilft :)
      Viele Grüße
      Rubixxy
    • Hallo Rubixxy,

      Danke für deine Antwort. Hilft zumindest zu merken, dass ich nicht die einzige mit diesen Schwierigkeiten bin. :)

      Ich habe erst an der Uni studiert. Und das hat besser funktioniert. Weil das da so voll war, dass gar nicht aufgefallen ist, dass ich nicht gekommen bin, sondern mir alles zuhause erarbeitet habe. Auch wenn das fachlich sehr viel mühsamer war, aber den Preis war es mir wert.
      Jetzt bin ich an einer kleinen Hochschule (das ist der Preis für mein Traumfach), aber da ist das halt so klein, dass die Dozenten zählen können, ob alle da sind. Und die Kommilitonen können das auch. Habe manchmal das Gefühl, dass ich der einzige Mensch bin, der sich in diesem Gruppengekuschel nicht wohlfühlt... :-/

      Das mit dem nächsten Raum ist eine gute Idee. Fürchte nur, dass der meistens noch belegt ist, weil die Pausen hier nicht einheitlich geregelt sind. Die Bibliothek hab ich auch schon versucht, die ist hier aber recht wuselig. Und irgendwie erwischt mich die Reizüberflutung auch da.

      Das Problem ist halt (und das, was mir zusätzlich Bauchschmerzen macht wegen dem Prüfungsamtgespräch), dass ich noch keine offizielle Diagnose hab. Ich hab die Verdachtsdiagnose meiner ehemaligen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und die von meinem Hausarzt. Nach jemandem, der mich offiziell begutachten/diagnostizieren kann, suche ich noch...

      Ist halt auch gerade schwierig für mich, weil ich eigentlich mein ganzes Leben lang versucht habe, normal zu sein und nicht aufzufallen. Und jetzt geht das einfach nicht mehr. Ich glaube schon, dass ich vielleicht die Chance auf eine Ausnahmeregelung in Sachen Anwesenheitspflicht hätte und dass das ich das auch auf jeden Fall brauche. Aber irgendwie ist es mir noch ziemlich peinlich, das zuzugeben. Weil es halt jahrelang auch immer hieß: "Mach nicht so ein Theater." oder "Streng dich halt mehr an, andere schaffen das doch auch."

      LG Lena
      Sei einfach du selbst. Alles andere klappt sowieso nicht...
    • Hallo Lena,

      ja, solche Fächer hatte ich auch schon. Ich habe es immer als Vorteil empfunden, da einen die Dozenten so auch (er)kennen und gute Leistungen zuordnen können. Dementsprechend lässt es sich auch leichter mit ihnen kommunizieren, da alles irgendwie persönlicher wirkt. In diesem ganzen Gruppengekuschel fühle ich mich auch nicht wohl. Ich kann mich nicht konzentrieren, wenn es zu laut ist, eine Mädchenreihe vor mir sitzt (es riecht manchmal, als hätten die in Parfüm gebadet!) oder jemand, der in der Pause geraucht hat. Da gibt es schon einiges.

      Was vielleicht auch eine Möglichkeit wäre, auch wenn sie nicht wirklich die schönste ist: Habt ihr abgelegene Klos? Ich habe im dritten Semester am Campusende ganz versteckte, aber sehr neue (und nicht müffelnde) Klos entdeckt. Da ist es oft so leer, dass ich mich auch nicht gestresst gefühlt habe, mich zu beeilen, weil sonst jemandem auffallen könnte, dass ich ungewöhnlich lange auf dem Klos sitze. So blöd es klingt, aber in der Kabine hatte ich für kurze Zeit mein eigenes kleines "Zimmer".

      Das mit der Diagnose ist natürlich blöd. Kannst du vielleicht von deinem Hausarzt irgendetwas Schriftliches bekommen, damit du zumindest irgendetwas in der Hand hast? Vielleicht haben die ja nicht so viel Ahnung davon, wer genau das ausstellen muss, dass du zumindest bis du eine offizielle Diagnose hast, damit etwas erreichen kannst?
      Ich habe meine Diagnose auch erst seit knapp zwei Jahren und musste damals lange warten und zu einem Arzt quer durch Deutschland fahren. Aber das war es mir damals dann wert.

      Ich habe auch lange versucht, normal zu sein, so wie mich alle haben wollten. Allerdings habe ich in der Mittelstufe ein Schlüsselerlebnis gehabt und dachte mir: Eigentlich möchte ich nicht so sein, wie die, die mich die ganze Zeit schlecht fühlen lassen. Da habe ich aufgehört, zu versuchen, so zu sein, wie man mich haben möchte. Ich habe mich bemüht, so unauffällig wie möglich zu sein und zu Beginn des Studiums habe ich ein paar Kommilitonen gehabt, mit denen ich in Arbeitsgruppen war. Dort habe ich dann gesagt, dass ich ein paar Schwierigkeiten im Zwischenmenschlichen habe und daher manchmal Dinge sage, die andere verletzen könnten, das aber normalerweise nicht so meine und man mich in dem Fall am besten einfach darauf anspricht. Fanden alle toll, bis es tatsächlich soweit war und nur noch besagte Kommilitonin zu mir hielt. Daraufhin habe ich die Diagnostik angestrebt, weil ich es leid war, alles zu versuchen, aber immer zu scheitern. Es gibt hier irgendwo einen Thread darüber, dass es manche komischen finden, dass die Diagnose eine Erleichterung sei, aber genau das war es für mich. Und es hat mir enorm geholfen, mit mir und meinen Problemen besser klarzukommen. Daher würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, Fachärzte anzuschreiben und um einen Termin zu bitten (ich habe damals ganz viele angeschrieben und dann den Termin genommen, der am schnellsten stattfand und den anderen dann abgesagt).

      Es sollte dir nicht peinlich sein. Ich weiß jetzt nicht, wie alt du bist, aber wenn du studierst, hast du es schon eine ganze Weile durchgehalten. Du solltest stolz darauf sein, dass du das ganze bisher so gut gemeistert hast, obwohl dir manche Dinge solche Schwierigkeiten bereiten. Andere haben deine Schwierigkeiten nicht und haben es trotzdem nicht geschafft (das soll denen gegenüber nicht negativ sein, sondern dir gegenüber positiv). Und überlege mal, was du besonders gut kannst? Analysieren vielleicht oder was du an Leistungen im Studium schon erbracht hast.

      Vielleicht noch für dein Gespräch: Wenn du gute Leistungen erbracht hast, kannst du ja argumentieren, dass du nicht aus Faulheit und Desinteresse nicht anwesend bist. Vielleicht lässt sich auch eine Regelung treffen nach dem Motto: Du kommst am Anfang, verschwindest zwischen drin "auf die Toilette" und kommst am Schluss wieder rein. Sodass du anwesend bist (vielleicht in einem Lernraum der Bibliothek, wo du den Stoff alleine erarbeiten kannst und es hoffentlich nicht so wuselig ist), aber nicht im Raum bist?

      LG Rubixxy
    • Also ich arbeite in Vollzeit und habe keine Probleme damit, so lange ich alles nach meinen Regeln abarbeiten kann oder ich mir meine Auszeit nehmen kann.

      In meinem letzten Beruf bin ich aber fast irre geworden. Ich kann es nicht ertragen, wenn jemand in meine Arbeit reinfuscht oder ich gar auf andere Leute ihre Beiträge warten muss, um meine Arbeit fertig zu machen. Ich werde auch immer sehr dominant anderen gegenüber. Man meinte auch mal zu mir, dass ich nerve, weil ich immer so viele Fehler finde und wer suchet, der findet....

      Ich habe es bisher immer erfolgreich durchs Arbeitsleben geschafft, aber war aufgrund meiner Sozialkompetenz immer sehr unbeliebt. Nun wird es für mich immer schlimmer mit den Kollegen und daran verzweifle ich doch ziemlich oft. Manchmal hilft es mir, in Tagträume zu verfallen, um vom Stress wieder herunter zu kommen.

      Aber ich frage mich schon, wie lange ich das so durchhalten kann.
      ...in der Diagnostik... :nod:
    • Bin beruflich selbständig (selbst und ständig). Ich kann es mir zum Glück so planen, dass sich Termine (am besten in Reihen, dass ich schöne Rundwege fahren kann) und Alleinzeit gut die Waage halten. Wären das ferngesteuerte Termine (z.B. Kernzeit...), müssten alle leiden. Für fremde Regeln fehlen mir meistens Disziplin und Einsicht.
    • Meinen beruflichen Alltag schaffe ich, am Studium bin ich gescheitert, weil mich alles überfordert hat.
      Ich habe nach der mittleren Reife eine Ausbildung gemacht. Zu Beginn hatte ich große Probleme, aber das hat sich im laufe der letzten 16 Jahre gelegt, weil ich mehr Routine erlangt habe. Was ich gar nicht leiden kann ist aber, wenn mich jemand stört, wenn ich auf eine Sache konzentriert bin. Oft ist es ja meistens so, dass das Gegenüber zeitnah eine Antwort haben möchte und nicht erst, wenn es mir in meinen Ablauf reinpasst.

      Mein großes Glück ist, dass mein Vorgesetzter und mein Team es relativ locker sieht, wenn ich mal früher gehe, weil es gar nicht mehr geht. Solange ich meine Arbeit pünktlich abliefere und mit meinen Stunden nicht im Minus bin, ist alles okay.

      Ich habe nach der Ausbildung eine berufsbegleitende Weiterbildung zur geprüften Betriebswirtin gemacht. Irgendwie bin ich zurecht gekommen und ich war auch sehr regelmäßig dort.

      Vor drei Jahren hatte ich die Idee berufsbegleitend studieren zu wollen. War alles toll, bis ich zum ersten Mal in den vollen Hörsaal gekommen bin. Das war zu viel für mich und ich war sehr selten dort. Meine Noten waren schlecht und ich wurde zwangsexmatrikuliert. Hatte sogar die Bachelorarbeit geschrieben und habe das Kolloquium mit einem durchschnittlichen Ergebnis bestanden.
    • Beim Studium ist's meistens möglich, es zu verlängern. Also in jedem Semsester weniger Prüfungen als vorgesehen zu schreiben und dafür 2 Semester länger zu studieren.
      Das habe ich im Masterstudium gemacht. Ich würde aber empfehlen, dazu die Studien- und Prüfungsordnung genau zu lesen, und wenn man sich nicht sicher ist lieber bei der Studienberatung oder beim Leiter des Studiengangs nachzufragen. Das geht auch per E-Mail.
      Teilweise gibt's nämlich Credit-Point-Hürden (man muss zu bestimmten Zeitpunkten eine gewisse Anzahl an CPs erreicht haben), und viele Vorlesungen werden nur einmal im Jahr angeboten.

      Alle Studiengänge von denen ich bis lang gehört habe kann man ganz unbürokratisch um 2 Semester verlängern. In Wahrheit gehen damit fast 3 Semester, weil man die Abschlussarbeit innerhalb dieser Zeit nur angemeldet, aber noch nicht abgegeben haben muss.
      Mein Bachelor-Studium war z.B. 7 Semester lang. Ich hätte es problemlos auf 9 Semester verlängern und die Bachelorarbeit am Ende vom 9. Semester anmelden und im 10. Semester schreiben können, ohne irgendwelche Fristen zu überschreiten oder Härtefallanträge zu brauchen.

      Anwesenheitspflicht hatte ich kaum, das ist anscheinend je nach Hochschule und Studiengang sehr unterschiedlich.

      Zum Beruf kann ich nicht allzu viel sagen, ich arbeite erst seit ~3 Monaten. Und jeder legt auf andere Dinge Wert.
      Für mich (in einem technischen Beruf) gilt auf jeden Fall:
      - Nicht zu viele Hoffnungen auf eine Bewerbung setzen. Der Fachkräftemangel ist eine Lüge.
      - Möglichst Arbeitswege kurz halten. Im Endeffekt bezahlt man beim Pendeln Geld dafür, seine Zeit auf eine stressige Art verschwenden zu dürfen.
      - Im Vorstellungsgespräch auf die Arbeitsplätze und Aussagen der evtl. künftigen Vorgesetzten achten. Wenn man den Eindruck hat, dass zwanghaft gespart wird (z.B. wenn uralte PC-Monitore an den Arbeitsplätzen stehen) oder wenn Aussagen wie "Bei uns wird viel gearbeitet" fallen, eher die Finger von der Firma lassen.
      - Immer daran denken: Das Vorstellugnsgespräch gilt für beide Seiten
      - Und im Job: Sich nicht kaputt machen. Natürlich bleibt man mal ausnahmsweise 1-2h länger, wenn etwas dringend fertig werden muss. Aber das sollte nicht zum Normalfall werden.
      Die eine oder andere Krankschreibung wegen der Psyche ist keine Schande, eine Arbeitszeitreduzierung auch nicht. Imemr daran denken: Wenn man sich kaputt arbeitet, fällt man evtl. wegen Burnout monatelang aus. Das schadet einem selbst, der Firma und den Kollegen deutlich mehr als der eine oder andere Krankheitstag, oder als wenn man gleich nur 30h statt 40h arbeitet.
    • MathePinguin wrote:

      Wie macht ihr das mit Anwesenheitspflicht? Was macht ihr in den Pausen, um neue Kraft zu tanken? Wissen eure Kollegen/Lehrer/Chefs von eurem AS?
      Hallo Lena,

      während meines Studiums hatte ich einen Nachteilsausgleich. Da kann man zum Beispiel die Anwesenheitspflichten verringern oder die Prüfungen in einem eigenen Raum schreiben etc. Es gibt auch noch weitere Ansprüche auf Hilfen, die du versuchen kannst umzusetzen. Zum Beispiel eine Studienassistenz.

      In den Pausen war ich alleine irgendwo. Ein leerer Raum in der Uni oder im Studentenwohnheim oder auf einer Bank im Park. Meine Professoren wussten es durch den Nachteilsausgleich. Meine Kommilitonen zum Schluss teilweise auch.

      Ich musste mein Studium dann dennoch abbrechen. Will damit keine Angst machen oder so. Hat nur für mich nicht funktioniert. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Jetzt bin ich fast fertig mit meiner Ausbildung und mein Chef weiß es nicht und nur 2 Kollegen, bei denen ich mir sicher sein kann, dass sie diese Information nicht gegen meinen Willen verwenden und weiter geben werden. Da ich auf der Arbeit keinen speziellen Ausgleich etc. brauche und es viele Vorurteile gibt, die mir Möglichkeiten in Zukunft erschweren könnten behalte ich das lieber für mich.

      Das Problem mit der kleinen Uni kenne ich gut. Deshalb wäre es super, wenn du die Professoren über den Nachteilsausgleich informieren kannst und vielleicht auch einen Vermittler findet, der dich dahingehend vertritt. (Hat bei mir leider nicht gut geklappt mit dem Verständnis und ich hätte da jemanden gebraucht der vermittelt, also versuche jemanden zu finden)

      Auch dein Hausarzt oder deine Therapeutin können dir ein Gutachten für einen Nachteilsausgleich ausstellen. Versuche da, nach Möglichkeit, eines zu bekommen für den Prüfungsausschuss und da sollte genau drinstehen, welche Ausgleiche du brauchst und möchtest.

      In den meisten Unis gibt es einen Erste-Hilfe oder Gebetsraum, auch in den kleinen. Dort kann man der Reizüberflutung auch entkommen.

      MathePinguin wrote:

      Ist halt auch gerade schwierig für mich, weil ich eigentlich mein ganzes Leben lang versucht habe, normal zu sein und nicht aufzufallen. Und jetzt geht das einfach nicht mehr. Ich glaube schon, dass ich vielleicht die Chance auf eine Ausnahmeregelung in Sachen Anwesenheitspflicht hätte und dass das ich das auch auf jeden Fall brauche. Aber irgendwie ist es mir noch ziemlich peinlich, das zuzugeben. Weil es halt jahrelang auch immer hieß: "Mach nicht so ein Theater." oder "Streng dich halt mehr an, andere schaffen das doch auch."
      Habe ich auch. War eine dumme Idee, hat es eher noch schwieriger gemacht für mich.
      Bei mir war auch die Uni der Moment wo ich gemerkt habe, dass das gar nicht mehr klappt.

      Sieh es vielleicht mal so: Einem Brillenträger oder einem Menschen mit Hörgerät würde man das auch nicht wegnehmen für Prüfungen oder die Uni mit der Begründung, dass andere das ja auch ohne schaffen. Genau so ist das für uns mit dem Nachteilsausgleich. Das ist ein Hilfsmittel, damit man möglichst die gleichen Chancen und Möglichkeiten in der Situation hat, keine Übervorteilung. Mit diesem Wissen kannst du auch getrost diese Kommentare hinter dir lassen.

      Viel Erfolg
      Mango
    • Pummelchen wrote:

      Man meinte auch mal zu mir, dass ich nerve, weil ich immer so viele Fehler finde und wer suchet, der findet....
      Bei meiner jetzigen Arbeit habe ich es anfangs auch gemacht, dass ich, wenn ich einen Fehler festgestellt habe, den ein anderer gemacht hatte, zu demjenigen hingegangen bin und ihn oder sie aufgekärt habe... Das kam natürlich gar nicht gut an. Ich hab schon extra versucht, meine Tonlage zu modulieren, sodass es freundlich klingt und auch ankommt, dass es mir nur darum geht, dass die Arbeit korrekt gemacht wird und nicht darum, den anderen bloßzustellen oder zu kritisieren.

      Ich hab aber dann begriffen, dass es besser ist, nichts mehr zu sagen oder eine Gelegenheit abzuwarten, wo man es allgemein anbringen kann, also in einer Besprechung meistens - wo man also darüber sprechen kann, ohne zu sagen, WER den Fehler gemacht hat (das scheint nämlich eine Totsünde zu sein: Namen zu nennen. Ich selbst bin da ganz anders, wenn in einer Besprechung etwas kritisiert wird, und ich weiß, dass ich selbst betroffen bin, dann sage ich immer ungefähr: "Ja, ich mache das so. Dann hab ich's wohl falsch gemacht bisher. Wie soll ich es künftig machen?").

      Und mittlerweile nehme ich viele Fehler nur noch hin - ich ärgere mich kurz darüber, dann korriege ich sie und verliere aber kein Wort darüber. Ich bin zu dem logischen Schluss gekommen, dass es verschwendete Energie ist, darauf hinzuweisen, sofern es nichts Gravierendes ist und sofern es nicht ständig vorkommt.

      Wenn man mir Fehler zeigt, die ich gemacht habe, bin ich auch nicht glücklich darüber in dem Moment, weil ich es schwer nehme, einen Fehler gemacht zu haben, aber ich fasse es nicht als persönlich auf. Ich nehme es dann zur Kenntnis und mache es künftig richtig.

      The post was edited 2 times, last by Lefty ().

    • Ich nenne die Personen meist gar nicht. Ich spreche die Dinge eher generell an oder Frage eher, warum es so gemacht wurde. Aber ich scheine das trotzdem so zu machen, das man es nicht mag. Gerade das ich es aber nicht lassen kann, ist ja das Problem. Ich muss es ansprechen, weil es sonst für mich irgendwann unerträglich wird. Ich kann dann meine Arbeit nicht mehr machen, weil ich den Faden verliere, weil ich ständig anderen Mist aufräumen, um endlich meine Sachen machen zu können.
      Ich versuche also eigentlich andere zu erziehen, damit ich selbst klar komme.
      ...in der Diagnostik... :nod: