Symptome bei Unterhaltungen

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    • Symptome bei Unterhaltungen

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      Hallo zusammen,

      ich möchte euch zu euren Erfahrungen, Meinungen und Strategien zum Thema direkter Kommunikation und Unterhaltungen fragen.

      Ich fange oft während eines Gesprächs an zu schwitzen. Dabei muss das Gespräch weder lang noch intensiv sein. Ein kurzer Smalltalk von wenigen Sätzen an der Supermarktkasse ist schon ausreichend, dass ich mich unwohl fühle und zu schwitzen beginne. Obwohl es mir bei bekannten Bezugspersonen deutlich leichter fällt zu reden, bleibt das Problem bestehen. Ich konnte noch nicht rausfinden woran das liegt und konnte so noch keine Gegenstrategie entfernen.
      Ich habe massive Probleme Augenkontakt zu halten. Grundsätzlich fällt mir das Anschauen des Gegenüber schwer, weil ich so viele Details wahrnehme (Falten, tausende einzelne Haarbewegungen, Augen, Reflektionen, Gesichtszüge, etc) die mich in Summe vom Gespräch ablenken. Meist kann ich entweder zuhören oder hinsehen, aber sobald ich aktiv hinsehe verstehe ich nichts mehr. Auch das Finden von Worten fällt mir oft nicht leicht, was zusätzlich durch die Wahrnehmungsüberforderung beim Ansehen/Zuhören erschwert wird.

      Habt/Hattet ihr ähnliche Symptome?
      Wie geht ihr damit um?
      Welche Tipps kennt ihr?

      Viele Grüße
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      Ich schwitze extrem bei Gesprächen, vorallem, wenn mir dann plötzlich mehr Leute zuhören. Ich werde auch extrem rot dabei.
      In die Augen gucke ich niemandem, generell gucke ich an Menschen vorbei, aber lasse mich dadurch auch sehr schnell ablenken.
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
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      DeepMind wrote:

      Ich fange oft während eines Gesprächs an zu schwitzen.
      Kenne ich. Vor allem, wenn es unangekündigte / spontane Gespräche sind.

      DeepMind wrote:

      Ich konnte noch nicht rausfinden woran das liegt und konnte so noch keine Gegenstrategie entfernen.
      Bei mir passiert das meist, wenn ich ein Gespräch führen muss und ich mein Gesprächsverhalten dabei von dieser Person oder anderen beobachtet / bewertet finde. Ich habe überhaupt kein Problem dabei, mit einem Call-Center zu telefonieren, wo ich irgend einen Termin abspreche, da der dortige Mitarbeiter nicht mich bewertet sondern einfach meine Daten in den PC einträgt. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass das Gespräch nur fachlich ist, habe ich wenige Probleme.
      Am schlimmsten finde ich es dagegen, wenn ich mit einer Person reden muss und eine zweite Person dabei zusieht. Zum Beispiel wenn ich mit einem Kunden reden müsste und dabei ein Kollege daneben steht.

      Was mir dagegen geholfen hat, ist die Ursache für mich zu identifizieren: ich habe Angst davor, einen Fehler in der Kommunikation zu machen und dann diesen Personen eine falschen (nicht gewollten) Nachricht zu kommunizieren. Deshalb auch das Problem mit der beobachteten Kommunikation: Auf den Beobachter kann ich nicht wirklich eingehen, ich kann nicht auch noch auf seine Körpersprache achten und direkte Rückfragen an den Beobachter sind auch nicht möglich.

      Meine Therapie: Ich bin bei Ängsten eher der radikale Typ. Also: Man halte eine Vorlesung vor mehreren hundert Leuten, mache einige Gesprächsübungen, verbringe ein paar Tage als Stand-Dienst auf Messen und Feedback-Runden (also gegenseitiges Beobachten der Gespräche und Feedback dazu geben). Ich habe es noch oft, dass ich in Gesprächen dieses ungute Gefühl bekomme. Dann erinnere ich mich kurz zurück an diese Situationen. Damit geht es mir dann deutlich besser.

      DeepMind wrote:

      Ich habe massive Probleme Augenkontakt zu halten.
      Ein Vorteil am Teamleiter-Posten: Du kannst bei jedem Meeting ein Laptop mit nehmen und Tippen ;)

      Ich treffe mich auch gerne mit Leuten mit Hund. Da läuft man zusammen und schaut sehr viel Zeit auf den Hund. Mein Hund hört, wenn wir mit Leuten Gassi sind, sehr schlecht, biegt gerne mal falsch ab, bleibt irgendwo stehen u.s.w.
      Nur wenn die Leute uns schon vorher ohne Begleitung beobachtet haben kommt mal eine komische Nachfrage, was mit meinem Hund los ist. Ansonsten ist es heute zutage normal, dass Hunde nicht einfach mit laufen, ohne dass man dauernd auf sie achtet.

      DeepMind wrote:

      Auch das Finden von Worten fällt mir oft nicht leicht
      „Mir fällt das Wort gerade nicht ein“. Ist natürlich am einfachsten zu entschuldigen, wenn du in einer Fremdsprache redest. Ich versuche dazu zu stehen, dass mir regelmäßig Wörter nicht einfallen. Gerade in sozialen Situationen ist „Ich kann dazu gerade nicht die passenden Worte finden“ eine sehr gute Antwort – der Gegenüber fühlt sich wahrgenommen und dem Gegenüber kommt es auch nicht darauf an, dass du einen guten Tipp hast, sondern nur, dass du das Problem wahrnimmst.
      Wird schon
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      DeepMind wrote:

      Ich habe massive Probleme Augenkontakt zu halten. Grundsätzlich fällt mir das Anschauen des Gegenüber schwer, weil ich so viele Details wahrnehme (Falten, tausende einzelne Haarbewegungen, Augen, Reflektionen, Gesichtszüge, etc) die mich in Summe vom Gespräch ablenken. Meist kann ich entweder zuhören oder hinsehen, aber sobald ich aktiv hinsehe verstehe ich nichts mehr. Auch das Finden von Worten fällt mir oft nicht leicht, was zusätzlich durch die Wahrnehmungsüberforderung beim Ansehen/Zuhören erschwert wird.
      Geht mir auch so.

      Ich habe das Problem, dass wenn ich es nicht aktiv unterdrücke ich während Gesprächen dazu neige vor und zurück zu schaukeln. Jahrelang habe ich versucht mir das abzugewöhnen und einen großen Teil meiner Konzentration während Gesprächen damit verschwendet. Heute verzichte ich nur noch darauf wenn ich "normal" wirken muss. Zum Beispiel bei Kundengesprächen. Sonst gönne ich es mir einfach wegzusehen und meinen Körper machen zu lassen, was er braucht um die optimale Konzentration für meinen Gesprächspartner und unser Gespräch aufzubringen.