Mit Einsamkeit konstruktiv umgehen, sich selber Halt geben.

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    • Mit Einsamkeit konstruktiv umgehen, sich selber Halt geben.

      Wenn ich alleine bin, kommen oft Verletzungen hoch, Ängste etc, wobei ich halber durchdrehen, weinen, laufen alles zusammenschlagen koennte.

      Wenn liebe Menschen in meiner Nähe sind, wo ich jederzeit hin kann, werde ich ruhiger, da es mich beruhigt.

      Einsamkeit ist für mich ein grosses Thema,
      Zudem, da ich gerne unter Menschen waere, welche mich akzeptieren.

      Wie gehe ich konstruktiv mit Einsamkeit um?
      Reichen euch Spezialinteresen aus, wenn ihr einsam seit?
      Kann mich sehr schlecht auf andere Sachen konzentrieren, wenn ich mich einsam fühle.
      Die emotionale Bedürftigkeit ist dann zu gross.

      Im Mai beginnt bei mir Ambulantes Wohnen.
      Erstmal 2h in der Woche.
      Habt ihr Loesungen fuer Euch gefunden?
      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Ich nehme an du meinst ambulant betreutes Wohnen. Die Betreuer helfen nicht nur im Alltag, sondern leisten auch Gesellschaft. Würd bei Zeiten schon auf vier Stunden erhöhen. Dazu dann noch in eine Shg gehen. Das hilft schonmal gegen die schlimmsten Einsamkeitsgefühle.
    • Hallo Daniel!
      Ich kenne das Problem mit der Einsamkeit gut. Wenn ich einen Tag ohne menschliche Kontakte habe, also wenn ich frei habe und mal nichts ansteht, helfe ich mir mit sehr viel Struktur.
      Ich plane wenn es sein muss dann sehr klein schrittig.
      Mache mir einen Tagesplan und Klebepunkte erhalte ich für erledigte Dinge. Male mir dann einen smiley rein. :)
      Das hilft mir.
      Normalerweise mache ich das mit den Klebepunkten nur bei besonderen Dingen im Alltag.

      Aber einsame Tage erfordern manchmal andere Maßnahmen. ;)

      Ich hoffe du kannst etwas damit anfangen. Ansonsten habe ich auch sehr viel Hilfe. Ohne die würde es nicht gehen. Also im Alltag, mit viel Hilfe, gehts.

      Lg Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • Daniel1 wrote:

      Wie gehe ich konstruktiv mit Einsamkeit um?
      Reichen euch Spezialinteresen aus, wenn ihr einsam seit?
      Wenn ich dazu nich noch richtig depressiv bin, ja. Meine SI sind ja Schreiben und Lesen und meine Tiere.
      Damit kann ich mich gut alleine beschäftigen. Hätte ich meine Tiere allerdings nicht als Mitbewohner,
      wäre es schlimm für mich, jetzt schon wieder so lange alleine zu wohnen, zumal ich ja auch nicht viele
      Kontakte habe.
      Manchmal genieße ich Alleinsein auch total. Jeden Abend wollte ich niemanden treffen (außer ich hätte
      einen Partner, mit dem ich zusammen wohne). Ich will auch auf keinen Fall noch einmal in einer WG wohnen.
    • Hallo Ihr Lieben, erstmal herzlichen Dank.

      Finde es super, dass ihr Strategien für euch gefunden habt.

      Mit ambulant betreutes Wohnen beginne ich im Mai. Zu Selbsthilfegruppen gehe ich schon hin.
      Momentan kommt es mir vor, dass der Kopf streikt, nicht mehr will, wenn Einsamkeit zu stark ist.
      Dann kommen auch die ganzen Verletzungen hoch, wo ich dann scheinbar gar nichts mehr entgegensetzen kann.

      Den Tag an solchen Tagen enggetaktet mit sehr viel Struktur zu leben, müsste ich probieren, wobei sicherlich sehr viel Kraft dazu nötig ist, wenn man so unstrukturierte wie ich ist und noch der Antrieb fehlt. Es ist auf jeden Fall ein sehr gutes Ziel, welches sich sicherlich lohnt.

      Genießen, kann ich die Einsamkeit noch nicht.
      Wenn ich gelernt habe, mir den Halt zu geben, welchen ich noch im außen suche, kann es sicherlich klappen.

      Ganz liebe Gruesse, Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Das hört sich vielleicht seltsam an, ich bin ja auch oft einsam und sehr depressiv. Jedoch überlege ich seit einiger Zeit, ob das Gefühl
      der Einsamkeit nicht geringer würde, wenn ich privaten menschlichen Kontakt zu geringt wie möglich halte. Denn so versuche ich die
      ganze Zeit ziemlich erfolglos Anschluss zu finden. Im Kontakt mit anderen merke ich ja nur noch stärker, wie seltsam ich bin und
      dass ich ein ganz anderes Leben als die anderen führe, teilweise aber auch gezwungen.
    • Ich gehe gerne in meine Werkstatt oder in meinen Garten, wenn ich allein bin.
      Im Idealfall komme in einen Flow und habe dann kaum noch ein Zeitgefühl.
      Kommt aber nicht oft vor, man muß halt was finden, daß einem Spaß macht.
    • Erstmal vorweg, "allein sein" und "einsam sein" sind ja zwei sehr verschiedene Dinge. Das mag sich jetzt etwas philosophisch anhören, aber man kann durchaus allein sein ohne sich einsam zu fühlen und sich auch einsam fühlen ohne allein zu sein. Daher finde ich es wichtig zu unterscheiden.

      Was @Fidoline beschreibt ist da ein ganz gutes Beispiel. Wenn sie sich unter Menschen begibt und dann lediglich feststellt, dass sie nicht "dazu passt", verstärkt das das Gefühl von einsamkeit natürlich nur. Den Gedankengang, solche Situationen dann nach Möglichkeit zu vermeiden finde ich gar nicht so abwegig. Allerdings ist es dann natürlich wichtig sich nicht vollständig "abzukapseln".

      Ich persönlich wäre beispielsweise gern häufiger allein, kämpfe aber dennoch hin und wieder gegen die Einsamkeit. Selbst Frau und Hunde sind da nur bedingt geeignet. Was mir zusätzlich hilft ist tatsächlich das Internet, wobei ich glaube, dass man sich darauf auch gewissermaßen ein wenig einlassen muss. Allerdings hilft es dabei auch mehr über voip mit anderen zu reden anstatt nur zu schreiben. Und chatten ist besser als nur im Forum zu interagieren... meiner Erfahrung nach zumindest... je direkter der Kontakt, umso effektiver, wobei ich denke, dass das Internet hier hauptsächlich dabei helfen kann die richtigen Leute zu finden, damit nicht das passiert was ja oben schon beschrieben wurde.

      Grundsätzlich kann ich dem Gefühl der Einsamkeit nichts positives abgewinnen. Für die Introvertierten unter uns ist Zeit allein auch notwendig um produktiv sein zu können. Sich einsam zu fühlen verhindert das aber erfahrungsgemäß...

      Von daher würde ich versuchen etwas gegen die Einsamkeit zu unternehmen. Es ist wie gesagt ein gravierender Unterschied ob ich Einsam oder Einsam bin.

      Ein interessantes YouTube - Video...
    • Sesambrot wrote:

      Erstmal vorweg, "allein sein" und "einsam sein" sind ja zwei sehr verschiedene Dinge. Das mag sich jetzt etwas philosophisch anhören, aber man kann durchaus allein sein ohne sich einsam zu fühlen und sich auch einsam fühlen ohne allein zu sein. Daher finde ich es wichtig zu unterscheiden.

      Was @Fidoline beschreibt ist da ein ganz gutes Beispiel. Wenn sie sich unter Menschen begibt und dann lediglich feststellt, dass sie nicht "dazu passt", verstärkt das das Gefühl von einsamkeit natürlich nur. Den Gedankengang, solche Situationen dann nach Möglichkeit zu vermeiden finde ich gar nicht so abwegig. Allerdings ist es dann natürlich wichtig sich nicht vollständig "abzukapseln".

      Ich persönlich wäre beispielsweise gern häufiger allein, kämpfe aber dennoch hin und wieder gegen die Einsamkeit. Selbst Frau und Hunde sind da nur bedingt geeignet. Was mir zusätzlich hilft ist tatsächlich das Internet, wobei ich glaube, dass man sich darauf auch gewissermaßen ein wenig einlassen muss. Allerdings hilft es dabei auch mehr über voip mit anderen zu reden anstatt nur zu schreiben. Und chatten ist besser als nur im Forum zu interagieren... meiner Erfahrung nach zumindest... je direkter der Kontakt, umso effektiver, wobei ich denke, dass das Internet hier hauptsächlich dabei helfen kann die richtigen Leute zu finden, damit nicht das passiert was ja oben schon beschrieben wurde.

      Grundsätzlich kann ich dem Gefühl der Einsamkeit nichts positives abgewinnen. Für die Introvertierten unter uns ist Zeit allein auch notwendig um produktiv sein zu können. Sich einsam zu fühlen verhindert das aber erfahrungsgemäß...

      Von daher würde ich versuchen etwas gegen die Einsamkeit zu unternehmen. Es ist wie gesagt ein gravierender Unterschied ob ich Einsam oder Einsam bin.

      Ein interessantes YouTube - Video...

      Hallo lieber @Sesambrot,
      sehr interessant, das Thema besser verstehen zu können.

      Herzlichen Dank.
      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Ich hab zwei "Sicherheitsmenschen" (so nenne ich Menschen, bei denen ich mich sicher fühle), die mir manchmal halt geben können. Allerdings stressen die mich oft auch zusätzlich. Habe jetzt seit Weihnachten ein Pflegepferd mit dem ich drei Mal pro Woche spazieren gehe. Das ist super! Das Pferd gibt meinem Alltag Struktur, ich kann es anfassen und mich daran anlehnen und seine Wärme spüren, es freut sich, wenn ich komme. Und vor allem redet es nicht... ;)

      Kann das mit den Tieren echt nur empfehlen! Haustiere sind bei uns laut Mietvertrag verboten, aber irgendwo in der Nachbarschaft findet man eigentlich immer ein Tier, dass man sich mal ausleihen kann. :)
    • Kennt ihr auch diese abgrundtiefe Einsamkeit, die dem ganzen Sein zugrunde liegt und nur mal zwischenzeitlich weg ist, wenn man mit jemandem zusammen ist, mit dem man sich richtig wohl fühlt? Bei mir ist es mein Freund, und auf der Arbeit fühle ich mich auch mit meiner Kollegin sehr wohl, sodass ich mich auch da nicht einsam fühle, wenn sie da ist. Wir lachen auch viel zusammen.

      Und ist es bei euch auch so, dass ihr das gute Gefühl nicht "mitnehmen" könnt, also dass, sobald die andere Person körperlich nicht mehr anwesend ist, ihr euch wieder einsam fühlt? Das Schlimme bei mir ist, dass ich immer sehr im Moment "gefangen" bin. Es fehlt einfach diese feste Bindung, die "normale" Menschen wohl zu anderen haben. Bei mir muss der andere Mensch präsent sein, sonst fühle ich keine Verbundenheit (ich weiß nicht, ob das mit der Verbindung/Verbundenheit der richtige Begriff ist, etwas anderes fällt mir nicht ein, um es zu beschreiben).

      Besonders schlimm ist es, wenn dann andere Menschen um mich herum sind, bei denen ich mich "fremd" fühle. Dann spüre ich meine innere Isolation um so mehr.
      Hingegen, wenn ich ein, zwei Tage komplett allein zu Hause bin, dann versinke ich zwar ein wenig "in meinem Kopf", aber dadurch fühle ich mich dann besser, als wenn ich mich mit irgendwelchen Menschen treffen würde, die mich nicht verstehen und ich sie nicht.

      Ich hab mir heute ein Foto von meiner Familie auf dem Laptop geöffnet, um sie mir zu vergegenwärtigen. Ich sehe die beiden und spüre nichts. Sie sind mir fremd. Es erschüttert mich jedes Mal, wenn ich das begreife, dass ich zu diesen Menschen, mit denen ich aufgewachsen bin, keine innere Verbindung habe. Ich fühle mich wie eingesperrt, oder als würde ich durch eine dicke Glaswand schauen und sie sind auf der anderen Seite. Ich sehne mich danach, ihnen gefühlsmäßig nahe zu sein, und die Unfähigkeit dazu löst in mir Gefühle von großer Einsamkeit aus.

      Das, was @Veronika schreibt, berührt mich. Es klingt so, als könne man diese Gefühle durch einen Tagesplan in Schach halten. Ich möchte das auch, bisher scheitere ich aber daran, mir eine Struktur für einsame Stunden und Tage zu schaffen. Die Vorstellung, dass das immer so sein wird: dass ich mich von einem Tag zum anderen hangeln muss, macht mir Angst. Das meine ich damit, dass es mich berührt: dass man solche Strategien braucht, um zu "überleben".

      Ich habe kein Gefühl von Sicherheit in mir, wenn ich weiß, dass ich in so und so viel Tagen meine Familie treffen oder meinen Freund wiedersehen werde, wahrscheinlich, weil ich kein Zeitgefühl habe. Ich mache mir das jetzt mit Hilfe von Skizzen sichtbar/greifbar - also ich schreibe mir die Wochentage hintereinander auf und verbinde sie mit Unterstrichen, damit ich sehen kann, dass auf heute morgen folgt usw. Das ist eine Strategie, die ich ausprobiere. Denn in mir drin ist von allein kein Gefühl dafür da, dass es morgen und übermorgen werden wird und dass ich mich dann wieder anders fühlen werde als im Moment. Ich kann mir auch das nächste Zusammensein mit den erwähnten vertrauten Menschen nicht "ausmalen", bzw. wenn ich es versuche, stellen sich dazu keine Gefühle ein, und die Gefühle sind es ja gerade, die man braucht, wenn man sich etwas vorstellen will, damit es einem besser geht.

      Wie gesagt beängstigt es mich, dass ich annehmen muss, dass es für immer so bleiben wird. Ein täglicher Kampf gegen diese abgrundtiefe Einsamkeit und Isolation.

      Das einzige, was mir dagegen hilft, ist das, was ich gerade tue: darüber schreiben. Dann bin ich nicht einsam, weil ich dann mit mir selbst in Gesellschaft bin. Und von anderen hier lesen, hilft mir auch immer wieder enorm. Auch da begegne ich mir selbst, wenn ich mich in Beschreibungen anderer wiederfinde und dadurch fühle ich mich ein Stückchen weniger einsam.

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    • Ich verbringe 99 % meiner Freizeit alleine und ich bin einsam, weil ich keine nahe stehenden Personen in meinem Leben habe. Aber meistens bin ich mir selber auch Gesellschaft genug, ein Gefühl von Einsamkeit oder Isolation habe ich nur hin und wieder. Diese Fähigkeit alleine sein zu können, hatte ich schon immer. Ich brauche auch viel Zeit alleine, um mich wohl zu fühlen. Es ist bei mir eher das Gegenteil der Fall.
      So kann es eigentlich nicht weitergehen. Wird es aber.