Quergedachtes : Ein Autor, klassische Nerds und leichte Autisten

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    • Quergedachtes : Ein Autor, klassische Nerds und leichte Autisten

      quergedachtes.wordpress.com/20…rds-und-leichte-autisten/

      Danke Querdenker :)

      >>>>> Zweitens: Es sind also klassische Nerds und „leichte Autisten“ die bei Auticon und Specialisterne unterkommen? Was soll dieser Unsinn? Beide Unternehmen fordern eine Diagnose und möchten die auch (einmalig) sehen. Dr. Peter Schmidt meint also beurteilen zu können das dies alles nur Nerds sind, bestenfalls „leichte Autisten“? Was sind leichte Autisten? Alle unter 50 Kilo? Oder diejenigen die nur knapp am klassischen Nerd vorbei gerutscht sind? Sorry das geht gar nicht! Und was ist Peter Schmidt dann im Umkehrschluss weil er sich ja von diesen Fällen abgrenzt? Schwerer Autist? Das passt ja schon nicht zur Karriere die er gemacht hat, eben ohne Hilfe von Job Coaches. Wieso sind dann alle Autisten die eben diese Hilfe brauchen leichtere Autisten als er selbst? So nebenbei bemerkt: Man kann als Autist den letzten Teil dieses Satzes auch so verstehen, dass man – im Gegensatz zu Peter Schmidt- kein Mensch ist. Kann man, muss man nicht.
    • Maikk wrote:

      soor wrote:

      http://quergedachtes.wordpress.com/2015/…ichte-autisten/


      Schade, dass der Artikel nicht nach dem ersten Absatz zuende ist (Stichwort Leben und leben lassen).

      dem würde ich zustimmen. Ich mag es nicht, wenn manche Autisten andere Autisten immer so niedermachen. Man kann seine Kritik auch mit weniger Häme ausdrücken, z.B. einfach sachlich.
      Einer der schlechteren Artikel vom Querdenker! (den ich sonst ganz gern mag)
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Shenya wrote:

      dem würde ich zustimmen. Ich mag es nicht, wenn manche Autisten andere Autisten immer so niedermachen. Man kann seine Kritik auch mit weniger Häme ausdrücken, z.B. einfach sachlich.
      Einer der schlechteren Artikel vom Querdenker! (den ich sonst ganz gern mag)

      Stimmt. Ich kenne den Querdenker zwar nicht, aber dem muss verdammt langweilig sein. Ich werde nie verstehen was einen dazu bewegt, Artikel anderer nach allen Regeln der Kunst zu zerpflücken und ins Lächerliche zu ziehen. Gerade wenn es dabei um ein so vielschichtiges Thema wie das Autismus-Spektrum geht. Damit hat so ein """"Autor"""" (ein Paar Anführungszeichen reicht da nicht mehr) meinen Respekt schonmal verloren.

      The post was edited 1 time, last by Maikk ().

    • Hallo zusammen

      Maikk wrote:

      Shenya wrote:

      dem würde ich zustimmen. Ich mag es nicht, wenn manche Autisten andere Autisten immer so niedermachen. Man kann seine Kritik auch mit weniger Häme ausdrücken, z.B. einfach sachlich.
      Einer der schlechteren Artikel vom Querdenker! (den ich sonst ganz gern mag)
      Stimmt. Ich kenne den Querdenker zwar nicht, aber dem muss verdammt langweilig sein. Ich werde nie verstehen was einen dazu bewegt, Artikel anderer nach allen Regeln der Kunst zu zerpflücken und ins Lächerliche zu ziehen. Gerade wenn es dabei um ein so vielschichtiges Thema wie das Autismus-Spektrum geht. Damit hat so ein """"Autor"""" (ein Paar Anführungszeichen reicht da nicht mehr) meinen Respekt schonmal verloren.
      Ich erlaube mir hier an dieser Stelle nochmal den Peter (habe ihn mal pers. kennengelernt) zu zitieren
      Peter Schmidt begrüßt diese Programme zwar grundsätzlich, ist aber auch skeptisch. Er befürchtet, dass Autismus zur Mode-Diagnose verkommt und die Menschen, die über Auticon und Specialisterne Arbeit finden, eher klassische Nerds oder leichte Autisten sind und nicht Menschen wie er.
      Auch mit der Spektrum-Definition ist er nicht glücklich. „Dann sind ja alle Menschen mehr oder weniger autistisch“, sagt er.
      Ich kann nachdem ich dies gelesen habe für mich (meine pers. Meinung) bestätigen, dass der Titel von seinem neuen Buch zutreffend ist, denn nach dem was Peter hier schrieb, muss im wahrsten Sinne des Wortes kein Anschluss mehr unter dieser Nummer bestehen. :roll:

      Peter, hast Du
      • vergessen wer Du bist?
      • vergessen was Du bist?
      • wo Du hingehörst?
      Wenn jene die für Dich eher klassische Nerds oder leichte Autisten sein sollen, wie kann es dann sein dass alle eine Autismus-Diagnose haben? Es ist nicht meine Aussage, nein ich zitiere Deine. Wenn dem so sei wie Du sagst, dann stellst Du ja alle Diagnose-Stellen mit in Frage, von denen Dein erwähnter Personen-Kreis eine Autismus-Diagnose erhielten. Und soweit mir bekannt ist stellen jene Firmen die Du erwähnt hattest in Deinem Bericht nur diagnostizierte ein.

      Ich empfinde dies schon sehr anmaßend und bin mir nicht sicher ob dies bewusst Dein voller Ernst ist, oder ob Du mal wieder in eines Deiner berühmten "Fettnäpfchen ist". :nerved:
      Und egal ob bewusst oder unbewusst, wenn Du so was schreibst dann darfst weder Du, noch Andere die hier im Thread lesen/mitschreiben sich wundern, dass innerhalb der Community kritische Antworten kommen. ;)

      Wieso schreibe ich dies hier?

      Ich kam einst (25.09.2010) wie viele mal in dieses Forum und suchte um Rat, denn es bestand einst der Verdacht auf Autismus und es stellte sich diagnostisch heraus dass der einstige Verdacht, sich später diagnostisch bestätigte. Ich begann mich selbst mit der Thematik Autismus zu beschäftigen, weil ich manches selbst besser verstehen möchte. Ich bewunderte damals einige Autisten die Bücher schrieben, Vorträge hielten und somit etwas dazu betrugen, dass das Thema in der Gesellschaft mehr ankam/ankommt.

      Aber zunehmend musste ich leider die Erfahrung machen, dass einige die ich einst dafür bewunderte in meiner Achtung und Ansehen gesunken sind. :( Dies da eine durch Wunder der Überzeugung ist kein Autist mehr zu sein, die Andere bei Veranstaltungen vieles (durch Schweigen) ihrer Fachkollegen mit duldet und einer so dreist ist und vielen anderen Autisten schon fast die Diagnose abspricht. :x

      Ich grüble und grüble mittlerweile über den Gedanken nach, ob Bücher schreiben und diese zu vermarkten, sich nachhaltig negativ auf Autisten auswirkt. Dies da (so scheint es mir) jene mit der Zeit vergessen woher sie kamen und wer sie sind. :roll:

      Ich betone explizit, dass die Inhalte dieses Beitrag meine persönliche Meinung ist wie ich als Autistin darüber denke.

      Lieben Gruß
      Trinity
      Wir können alles. Außer hochdeutsch. Baden-Württemberg
    • Trinity wrote:

      Wenn jene die für Dich eher klassische Nerds oder leichte Autisten sein sollen, wie kann es dann sein dass alle eine Autismus-Diagnose haben?

      Ich denke dass die Grenze zwischen "klassischen" Nerds und Autisten (zumindest Aspergern) tatsächlich recht fließend ist. Ich traue mich sogar sagen, dass die meisten Nerds - wenn sie denn wollten - jederzeit eine Diagnose bekommen würden. Wenn man so eine Diagnose wirklich will, bekommt man sie auch. Bei den kleinsten Anzeichen kann man sich alles mögliche diagnostizieren lassen, das ist zumindest meine Erfahrung. Man muss sich nur richtig darstellen und den richtigen (falschen?) "Experten" dafür finden. Nicht umsonst gibt es Leute, die Diagnosen für fünf verschiedene psychische Störungen oder Krankheiten haben. Für mich heißt das nicht unbedingt dass sie die tatsächlich alle haben, sondern einfach, dass das jeder Psychiater ein bisschen anders sieht. Das heißt natürlich nicht, dass es keine "echten" Diagnosen gibt. Aber bestimmt ein paar, die grenzwertig und recht schwammig sind.

      Natürlich ist es fraglich, ob es deshalb tatsächlich eine Modediagnose wird. Würde sich wirklich jemand darum bemühen, eine Autismus-Diagnose zu bekommen? Wahrscheinlich nicht.

      Aber wenn gewisse Firmen pauschal davon ausgehen, dass Autisten die besseren IT-ler sind, kann ich diese Bedenken schon irgendwie verstehen. Ich finde es allgemein daneben, dass es Firmen gibt, die gezielt Autisten einstellen. Aber darüber kann man sich wunderbar streiten, und darauf habe ich keine Lust.

      Die ewige "echter" vs. "falscher" Autist-Diskussion muss deshalb auch nicht schon wieder ausbrechen, aber ich persönlich stimme den zitierten Aussagen von Herrn Schmidt größtenteils zu.
      Vor allem ist dieser Text in meinen Augen kein Grund, sich als diagnostizierter Autist angegriffen zu fühlen, so war er nämlich sicherlich nicht gemeint.

      The post was edited 2 times, last by Maikk ().

    • Hallo Maikk,

      ich will auch nicht streiten und verweise auf ein Zitat (Unterforum Neurologische Vielfalt) von Dir vom 21. Oktober 2014, 01:42

      Maikk wrote:

      Ich bin zwar weder sonderlich alt noch bin ich Autist, aber ich denke dass es mit den Jahren eher einfacher wird. Man lernt einiges dazu, sammelt Erfahrungen und stumpft vielleicht auch ein bisschen ab (was nicht unbedingt schlecht sein muss).
      und habe die persönliche (als Autistin, Privatperson und Userin) Bitte an Dich, lass dies doch hier Autisten unter sich ausmachen. Jenem den es betrifft und jene denen er durch seine Äußerung schon fast die Diagnose aberkennt.

      Lieben Gruß
      Trinity
      Wir können alles. Außer hochdeutsch. Baden-Württemberg
    • Ich hab mir schon fast gedacht, dass das noch irgendwann mal auf mich zurückkommt. ;)

      Allerdings sehe ich mal als einen der besagten "Nerds", der sich wohl jederzeit bei Bedarf eine Diagnose holen könnte. Vielleicht bin ich Autist, vielleicht auch nicht. Wir werden es nie erfahren, da ich keine Diagnose will. Aber würde ich mich diagnostizieren lassen, würde die Diagnose sicherlich "positiv" ausfallen.

      Trotzdem halte ich mich jetzt raus, ich verstehe deine Bedenken, ich bin unwürdig.
    • Hallo Maikk,

      ich habe Dir in keinster Weise mitgeteilt dass Du unwürdig bist, ich habe lediglich ein gutes Gedächtnis und weiß oft wer wann was sagte/schrieb und mir fiel ein was Du einst vor kurzem geschrieben hattest. Daher tat ich nichts anderes als Dich selbst zu zitieren mit Deiner eigenen Aussage zu Dir und das Thema Autismus.

      Und dass Thema dieses Threads ist etwas was nicht wenige Autisten aufregt, wenn man in den Medien so Kommentare wie zuletzt von Peter lesen darf/kann.

      Ich habe gelesen was Du geschrieben hast in Deiner letzten Antwort, aber ich kann nicht verstehen wieso Du Dich da so sehr einmischt, wenn die Gemüter einiger Autisten schon bereits erhitzt sind. Dies wenn Du zuvor mal selbst deklariert hattest dass Du kein Autist bist?

      mehr nicht. Ich verstehe es einfach nicht, aber vielleicht kannst Du es mir nochmal erklären dass ich es auch verstehe.

      Lieben Gruß
      Trinity
      Wir können alles. Außer hochdeutsch. Baden-Württemberg
    • Naja, "einmischen" würde ich es jetzt nicht nennen. Nach dieser Logik dürfte ich ja gar nicht hier im Forum verkehren.
      Ich hab ja hier lediglich meine Meinung zum Thema dargelegt. Und ich finde eben, dass der hier ursprünglich verlinkte Artikel ordentlich daneben ist. Und die Befürchtung, Autismus könnte eine Modediagnose werden, halte ich für berechtigt. Ich kann gar nicht verstehen, dass sich hier sonst alle so einig sind. Im alten Forum haben schon andere diagnostizierte Autisten diese Bedenken geäußert. Die Reaktionen darauf waren zwar nie sehr gut, aber da gibt es eben verschiedene Meinungen.

      Niemand will hier irgend jemandem die Diagnose absprechen. Aber wenn gewisse IT-Konzerne Autisten bevorzugen, tut das den Betroffenen auch nicht unbedingt gut, das wolle ich nur mal anmerken.

      In Fragen, die nur von diagnostizierten Autisten beantwortet werden können, würde ich mich nie einmischen. Deshalb nehme ich auch an keinerlei Umfragen teil, um das Ergibnis nicht zu verfälschen. Aber in diesem Thread spielt es doch überhaupt keine Rolle, ob ich Autist bin oder nicht. Über die beiden Artikel kann man meiner Meinung nach auch als Verdachtsautist oder Interessierter mitdiskutieren.
    • Hallo Maikk,

      Danke für den Nachtrag. Ich habe es (Inhalt letzter Beitrag) verstanden. Es ist OK wenn Du Dich beteiligst. ;)

      Maikk wrote:

      Niemand will hier irgend jemandem die Diagnose absprechen. Aber wenn gewisse IT-Konzerne Autisten bevorzugen, tut das den Betroffenen auch nicht unbedingt gut, das wolle ich nur mal anmerken.
      Und wie so soll es (pauschal) ihnen nicht gut tun? Es ist immerhin für einige eine Chance ggf. einen Job zu finden, wenn sie den Anforderungen entsprechen und manches was sie können einbringen können. Ich finde es gut dass es Firmen wie jene gibt die den Anfang machen. Vielleicht kann man die Hoffnung haben dass es mit der Zeit noch weitere solch Firmen für andere Branchen gibt, die Autisten einstellen. Denn es gibt genügend Autisten die qualifiziert ohne Job sind.

      Lieben Gruß
      Trinity
      Wir können alles. Außer hochdeutsch. Baden-Württemberg
    • Hallo Maikk,

      ich habe heute Morgen nochmal den Thread und auch unsere Dialoge nachgelesen. Dabei fiel mir soeben folgende Aussage von Dir auf:

      Maikk wrote:

      Trinity wrote:

      Wenn jene die für Dich eher klassische Nerds oder leichte Autisten sein sollen, wie kann es dann sein dass alle eine Autismus-Diagnose haben?
      Da musst Du (im Beitrag 7 von mir in diesem Thread ) etwas falsch gelesen und verstanden haben, denn meine Antwort war an Peter gerichtet, wo ich mich auf seine Aussage des Medien-Berichtes bezog , in dem er den Vergleich brachte und der Kern meiner Aussage lautete wie folgt:

      Trinity wrote:

      Ich kann nachdem ich dies gelesen habe für mich (meine pers. Meinung) bestätigen, dass der Titel von seinem neuen Buch zutreffend ist, denn nach dem was Peter hier schrieb, muss im wahrsten Sinne des Wortes kein Anschluss mehr unter dieser Nummer bestehen. :roll:

      Peter, hast Du
      • vergessen wer Du bist?
      • vergessen was Du bist?
      • wo Du hingehörst?
      Wenn jene die für Dich eher klassische Nerds oder leichte Autisten sein sollen, wie kann es dann sein dass alle eine Autismus-Diagnose haben? Es ist nicht meine Aussage, nein ich zitiere Deine. Wenn dem so sei wie Du sagst, dann stellst Du ja alle Diagnose-Stellen mit in Frage, von denen Dein erwähnter Personen-Kreis eine Autismus-Diagnose erhielten. Und soweit mir bekannt ist stellen jene Firmen die Du erwähnt hattest in Deinem Bericht nur diagnostizierte ein.

      ...
      Lieben Gruß
      Trinity
      Wir können alles. Außer hochdeutsch. Baden-Württemberg
    • Hallo (entschuldigung an Trinity dass ich jetzt nochmal auf etwas von Maik eingehe, aber es lässt mir keine ruhe),

      Maikk wrote:


      Aber wenn gewisse Firmen pauschal davon ausgehen, dass Autisten die besseren IT-ler sind, kann ich diese Bedenken schon irgendwie verstehen. Ich finde es allgemein daneben, dass es Firmen gibt, die gezielt Autisten einstellen.
      Ich glaube nicht dass es darum geht dass bestimmte Firmen davon ausgehen dass Autisten die besseren ITler sind, sondern darum Vorteile durch Ämter und Co zu holen. Ich habe außer bei den Autisten Only Firmen und der SAP nie gehört dass eine Firma gezielt Autisten Einstellt und gerade bei den großen Firmen ist es sicher so dass man wegen der Diagnose sicher nicht bevorzugt sondern eher tenedenziell benachteiligt wird. Bei der SAP so wie den Autisten-Only Firmen vermute ich dass es ein Weg ist a) das öffentliche Ansehen zu verbessern "Schau mal die Stellen gezielt behinderte ein" und b) Die Behinderten Quote zu erfüllen, beziehungsweiße von irgendwo zusätzliche Förderung einzustreichen.
      Genauso gut könnten diese Firmen wahrscheinlich gezielt Menschen im Rollstuhl oder Blinde einstellen.

      Persönlich wurde mein Autismus schon bei vielen Firmen "geraten" und er wurde nie als etwas aufgefasst, was "positiv" wäre (ich bin ITler und ein ziemlicher Ultranerd), sondern eher als etwas an dem man dringend arbeiten muss, weil man mich nicht so einsetzen kann wie man gerne würde (Mal ein zwei Tage Consulting? - Nicht drin wenn man mich zum Kunden schickt hatte man mal einen Kunden...)

      Mit freundlichen Grüßen
      Ben
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Maikk wrote:

      Ich traue mich sogar sagen, dass die meisten Nerds - wenn sie denn wollten - jederzeit eine Diagnose bekommen würden.

      Warum?

      Warum sollte nerdiges Verhalten in den meisten Fällen zum Autismus führen? Ich habe mal just4fun bei Wikipedia den Nerd-Artikel aufgerufen und mit Strg + F nach den Fetzen "auti" und "asp" gesucht. Nichts. Es gibt doch sicherlich viele Ursachen oder Erklärungen, weshalb ein Mensch "bisschen komisch" ist.

      Natürlich ist es fraglich, ob es deshalb tatsächlich eine Modediagnose wird. Würde sich wirklich jemand darum bemühen, eine Autismus-Diagnose zu bekommen? Wahrscheinlich nicht.

      Es gibt nicht nur die Diagnose "Autismus". Ich würde sagen, dass die allermeisten Menschen, die einen Psychiater etc. aufsuchen nach Antwort und Hilfe suchen. Ich weiss nicht wie viele Menschen in Deutschland so zum Psychiater rennen, aber ich glaube, dass Autismus da nur einen Bruchteil ausmacht. Vielleicht entsteht der Eindruck einer Modediagnose auch vor allem dort, wo man sich ständig/täglich mit Autismus beschäftigt?

      Aber wenn gewisse Firmen pauschal davon ausgehen, dass Autisten die besseren IT-ler sind, kann ich diese Bedenken schon irgendwie verstehen. Ich finde es allgemein daneben, dass es Firmen gibt, die gezielt Autisten einstellen. Aber darüber kann man sich wunderbar streiten, und darauf habe ich keine Lust.

      Ich kenne mich da nicht aus, aber ich frage mich: Wie viele Firmen gibt es und wie viele suchen gezielt nach Autisten? Ich hätte eher gedacht, dass der Grossteil (Autisten) eher "im Regen stehen bleibt".

      Die ewige "echter" vs. "falscher" Autist-Diskussion muss deshalb auch nicht schon wieder ausbrechen, aber ich persönlich stimme den zitierten Aussagen von Herrn Schmidt größtenteils zu.
      Vor allem ist dieser Text in meinen Augen kein Grund, sich als diagnostizierter Autist angegriffen zu fühlen, so war er nämlich sicherlich nicht gemeint.

      Ich würde mich da auch weder angesprochen noch angegriffen fühlen. Meinetwegen soll das Asperger-Syndrom auch eine Modediagnose sein. Allerdings könnte es dann auch gut sein, dass man selbst ein Teil dieser "Mode" ist oder dass man diesen "Trend" selbst reflektiert. Ich denke mir, dass man sich mit bei psychiatrischen Diagnosen sehr intensiv und sorgfältig mit einen Menschen beschäftigen muss um eine Beurteilung zu machen. Dagegen wirken dann so oberflächliche "Rundumschläge" à la "Du... du... und ihr... also ihr seid doch gar keine Autisten!" doch arg dünn. Das steht total im Gegensatz zu einer gründlichen Diagnostik. Ich kenne jetzt auch nicht wirklich viele Autisten/VAs im RL, allenfalls im Internet, weshalb ich gar nicht die notwendigen Daten/Zahlen hätte um auch nur eine wirklich brauchbare Einschätzung oder Aussage machen zu können. Natürlich gibt es VAs/Menschen, bei denen man schnell sagen könnte: "Ich glaube du bist es nicht!", wenn deren Auftreten/Verhalten derart untypisch ist... aber bei vielen anderen Fällen, wäre ich vorsichtiger, zumindest auch dann wenn ich mich nicht intensiv mit diesen Menschen und ihrer Lebensgeschichte befasst hätte. Meinetwegen sollen auch andere in AS eine Modediagnose sehen oder etwas unter dessen "Flagge" sich "Millionen" von Nerds tummeln, aber ich kann mit Oberflächlichkeit da nicht viel anfangen, d. h. mich würde dann schon genauer interessieren wie man zu so einer Meinung kommt, woher man sein Wissen hat und so weiter. Also bisschen tiefer begründet, DAS fehlt mir dabei meist.

      ***

      Noch was zum Querdenker... also ich bin mit dieser Blog-Welt nicht so vertraut und ich bin meistens eigentlich nur hier... aber ab und an lese ich seine Beiträge. Manche Gedanken sind gut.
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Hallo Ben,

      Ben wrote:

      Hallo (entschuldigung an Trinity dass ich jetzt nochmal auf etwas von Maik eingehe, aber es lässt mir keine ruhe),
      Du musst Dich doch nicht deswegen bei mir entschuldigen, wenn Du Inhalte aus Beiträgen dieses Threads zitierst und antwortest.

      Ben wrote:

      Ich glaube nicht dass es darum geht dass bestimmte Firmen davon ausgehen dass Autisten die besseren ITler sind, sondern darum Vorteile durch Ämter und Co zu holen. Ich habe außer bei den Autisten Only Firmen und der SAP nie gehört dass eine Firma gezielt Autisten Einstellt und gerade bei den großen Firmen ist es sicher so dass man wegen der Diagnose sicher nicht bevorzugt sondern eher tenedenziell benachteiligt wird. Bei der SAP so wie den Autisten-Only Firmen vermute ich dass es ein Weg ist a) das öffentliche Ansehen zu verbessern "Schau mal die Stellen gezielt behinderte ein" und b) Die Behinderten Quote zu erfüllen, beziehungsweiße von irgendwo zusätzliche Förderung einzustreichen.
      Genauso gut könnten diese Firmen wahrscheinlich gezielt Menschen im Rollstuhl oder Blinde einstellen.
      Aus kaufmännischer Sicht betrachtet würden es die meisten Firmen wohl so sehen, auch alle anderen die primär keine Autisten einstellen. Die denken wirtschaftlich, was ich (als ITlerin und Kauffrau) gut nachvollziehen/verstehen kann. Es ist doch nicht verboten, dass Unternehmen irgendwelche Fördermittel, je nach Sachlage erhalten können.

      Da mag man über solch Firmen so lange schimpfen wie man möchte, es kann dennoch für einige Autisten eine Option sein, für einige der wenigen Firmen, die Autisten einstellen zu arbeiten. Dies wenn beidseitig die Rahmenbedingungen stimmen. Dann wäre es eine win <---> win Situation, für jene die aus der IT sind, oder eine Affinität zur IT haben, arbeitslos sind und gerne in der IT arbeiten würden/wollen.

      Denn auf lange Zeit zu Hause (ohne Arbeit) zu sitzen, wegen der Jobsituation (mit der Zeit) depressiv zu sein weil man ggf. auf seinem Job qualifiziert ist und dennoch Bewerbungen scheitern, weil man bedingt seinem Autismus anders ist, ist auch nicht die beste Option. Und diese Option kenen leider viele Autisten, ob sie ITler sind oder nicht.

      Ben wrote:

      Persönlich wurde mein Autismus schon bei vielen Firmen "geraten" und er wurde nie als etwas aufgefasst, was "positiv" wäre (ich bin ITler und ein ziemlicher Ultranerd), sondern eher als etwas an dem man dringend arbeiten muss, weil man mich nicht so einsetzen kann wie man gerne würde (Mal ein zwei Tage Consulting? - Nicht drin wenn man mich zum Kunden schickt hatte man mal einen Kunden...)
      :d Ich stelle mir dies gerade bildlich (Kopfkino) vor wie Du voll in Action die Kunden als Consult vergraulen würdest, da wir uns real gut kennen. ;)

      Lieben Gruß
      Trinity

      P.S. hatte im Vorfeld die Erlaubnis von Ben zu schreiben dass wir uns kennen.
      Wir können alles. Außer hochdeutsch. Baden-Württemberg
    • Trinity wrote:

      Wenn jene die für Dich [Peter Schmidt] eher klassische Nerds oder leichte Autisten sein sollen, wie kann es dann sein dass alle eine Autismus-Diagnose haben?

      Wenn sie leichte Autisten sind, dann sind sie doch Autisten.

      Denn auf lange Zeit zu Hause (ohne Arbeit) zu sitzen, wegen der Jobsituation (mit der Zeit) depressiv zu sein weil man ggf. auf seinem Job qualifiziert ist und dennoch Bewerbungen scheitern, weil man bedingt seinem Autismus anders ist, ist auch nicht die beste Option.

      Und wenn man nun annimt, so einer habe bisher keine AS-Diagnose (aber die typischen Probleme, quasi VA). Er berichtet dem Psychiater von seinen Problemen (Arbeitslosigkeit, soziale Probleme etc), und dass er, mit einer AS-Diagnose, eine gute Chance auf einen Arbeitsplatz hätte... wie würde der Psychiater denn da entscheiden, vorallem, wenn tatsächlich leichte AS Symptome vorliegen? Ernst gemeinte Frage. Es heißt doch oft, die Grenze zwischen ASS und Nicht-ASS ist fließend. Da ist also nur die Frage, wo zieht man die Grenze. Was wäre also mit so einem Grenzfall mit leichten Symptomen, der einen Leidensdruck hat und von einer Diagnose profitieren würde?

      So abwegig finde ich daher Peter Schmidts Aussage nicht (wenngleich sie für mich aber inhaltlich unlogisch ist, da er ja quasi selbst auch ein leichter Autist wäre).



      So viele dieser Blogger machen das / dass falsch, das passiert jedem mal, aber andauernd, und dann, wenn man seine Texte derart veröffentlicht... naja Nebenthema, fällt mir aber oft auf

      The post was edited 1 time, last by Neoni ().

    • Ich denke, es ist gar nicht so leicht, festzustellen, was nun ein "leichter Autist" ist.
      Wenn man z.B. grade Peter Schmidt nimmt (tomai), dann würden sicher viele sagen, dass er ein leicht betroffener Autist ist. Denn er ist intelligent, verheiratet und hat einen gut bezahlten Vollzeitjob. Ihm würde das aber nicht gefallen, denn er sieht sich anders. Und ich kann das auch nachvollziehen, ich denke nicht, dass er in diesem Sinne "leicht betroffen" ist.
      Genauso sehen sich aber vielleicht auch andere anders, die von wieder anderen als leicht betroffen bezeichnet werden.

      Ob Auticon eher Nerds als Autisten einstellt, weiß ich nicht. Es wäre für mich interessant, aus welchem Grund Peter Schmidt das vermutet, was seine Quellen sind. Kennt er Leute, die dort arbeiten?
      Ich könnte mir vorstellen, dass auticon auf jeden Fall leistungsfähige Autisten einstellt, das sind per se die intelligenteren und strukturierteren. Diese würden dann von vielen Leuten vielleicht als "leicht betroffen" bezeichnet werden. Denn auticon ist keine beschützende Einrichtung, sondern ein konkurrenzfähiges Unternehmen. Aber wie gesagt, dieses "leicht betroffen" ist ja sehr schwer zu beurteilen von außen.

      Gerade dazu (schwer/leicht betroffen) hat der Querdenkerja auch was Interessantes geschrieben.
      Man ist nicht nur leicht betroffen, weil man nach außen so erscheint oder zufällig sich im Leben ein paar Sachen günstig gefügt haben. Man ist auch nicht schwerer betroffen, nur weil man im Leben in paar Mal Pech hatte. Wieviel jemand kompensiert, sieht man von außen auch nicht, und wieviel trotz äußerlich unauffälligem Lebenslauf trotzdem auf der Strecke bleibt, sieht man auch nicht ohne Weiteres.

      Grundsätzlich kann ich inhaltlich die Kritik an Peter Schmidt nachvollziehen, aber ich störe mich an der Art, wie kritisiert wird. Das klingt einfach mehr nach Sarkasmus/Häme und Demontage als nach respektvoller Kritik auf Augenhöhe.

      Und Diagnosen, naja, ich halte es schon für möglich, dass es Fehldiagnosen gibt, aber ich denke mittlerweile, dass man das im Einzelfall entscheiden muss* und dass pauschale Diskussionen eher nicht so viel bringen. Letztendlich kann man's nicht ändern. Fehldiagnosen gibt's in allen Bereichen im gesamten Gesundheitssektor.
      *das heißt, man denkt sich halt bei bestimmten Personen seinen Teil im Stillen für sich.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Verglichen mit LFA sind wir eben alle leicht betroffen.
      Verglichen mit NA sind wir es oft nicht.

      Ich könnte mir vorstellen, dass auticon auf jeden Fall leistungsfähige Autisten einstellt, das sind per se die intelligenteren und strukturierteren. Diese würden dann von vielen Leuten vielleicht als "leicht betroffen" bezeichnet werden.

      Aus der Richtung hab ichs noch nicht betrachtet, es klingt plausibel für mich.

      The post was edited 1 time, last by Neoni ().