Vorteile durch AS diagnose

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    • Vorteile durch AS diagnose

      bringt eine offizielle ASDiagnose irgendwelche Vorteile?
      Ich habe mal gelesen, daß man 2 Jahre früher in Rente gehen kann.
      Das wären dann 2 Jahre Freiheit, die man nicht wie ich in einer Fabrik zu bringen muß und mehr oder weniger den Deppen für die Chefs machen muß.
      Mich ruft das grüne Paradies, also mein Garten.
    • Hängt das nicht eher vom Grad der Behinderung ab? Man erhält ja nicht mehr automatisch einen Schwerbehindertenausweis.
      Vorteile sehe ich für mich schon in die Diagnose:

      1. Ich habe Erklärungen für mich selbst und fühle mich schon ein bisschen besser, auch wenn ich noch traurig bin, die Diagnose so spät erhalten zu
      haben.
      2. Manche - zB meine Familie - nehmen mehr Rücksicht, da ja jetzt quasi ein Arzt bestätigt hat, dass ich andere nicht bewusst ärgere oder
      ablehne, wenn ich mal komisch reagiere, sondern eben zB mehr Zeit für mich brauche, nicht so spontan sein kann etc.
      3. Wenn man jobmäßig nicht so voran kommt (wie bei mir im Moment), kann man zumindest in den großen Zentren für Autismus hoffen,
      dass man dort mehr Hilfestellung erhält. Es ist zB auch erklärbarer, dass man langfristig nicht an einer Schule arbeiten kann.
      Einen Superjob aus den Rippen schneiden, kann niemand. Aber ich habe jetzt schon so oft gelesen und auch von dem Psychiater gehört,
      der mich diagnostiziert hat, dass viele Autisten trotzt ihrer guten Ausbildung keine oder nur sehr schwer Arbeit finden, weil sie so komisch
      auf andere wirken und da gibt es ja schon Hilfsangebote, wobei es natürlich am besten ist, man ist ein ITler, aber damit kann ich nicht
      aufwarten ...
    • Michel wrote:

      bringt eine offizielle ASDiagnose irgendwelche Vorteile?
      Ich habe mal gelesen, daß man 2 Jahre früher in Rente gehen kann.
      Das wären dann 2 Jahre Freiheit, die man nicht wie ich in einer Fabrik zu bringen muß und mehr oder weniger den Deppen für die Chefs machen muß.
      Mich ruft das grüne Paradies, also mein Garten.
      Automatisch nicht , nur wenn du eine Schwerbehinderung anerkannt bekommst.
      Mir hat man gesagt , noch vor wenigen Jahren erhielten Asperger- Autisten quasi immer 50 % GdB , also Schwerbehinderung, heutzutage wird näher hingeschaut, was denn genau die Behinderung ist.

      Es gibt andere Diagnosen, da bekommt man 50 - 80 % von vornerein, doch das kann man sich nicht aussuchen.
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:
    • Es verbesserte bei mir die Zusammenarbeit mit der gerichtlichen Betreuung. Generell kann ich nun jedem Mitarbeiter in jeder Behörde einen Grund nennen warum ich so ätzend bin in meiner Art. Das Amtsgericht oder der SPD suchen dann für mich Betreuer aus, die sich mit Autismus auskennen. Ansonsten kann man mit AS Diagnose übers Jobcenter dann zu Diversicon, Auticon oder Salo und Partner kommen.
    • Slim wrote:

      Das Amtsgericht oder der SPD suchen dann für mich Betreuer aus, die sich mit Autismus auskennen.
      Na, das ist doch schon mal eine super Sache. Ansonsten wäre ja möglicherweise Frust vorprogrammiert.

      Mit der AS-Diagnose zu Auticon u.a. kommen, ja, wenn man entsprechendes Know-How hat. Und clevere Betreuung.

      Ich bin nicht sicher, aber ich denke auch, dass zuerst die Diagnose offiziell festgestellt werden sollte, also mit Diagnoseschreiben zum Versorgungs- bzw. Landratsamt und die Schwerbehinderteneigenschaft beantragen.
      Seit 2010 gibt es nicht mehr automatisch den Grad der Behinderung 50, aber es wird nach Einschränkungen im Alltag bewertet, dazu bitte den behandelnden Arzt so genau wie möglich eure Einschränkungen beschreiben lassen.

      Mit der Schwerbehinderteneigenschaft (ab GdB 50 und mehr) hat man einen leicht verbesserten Kündigungsschutz, Zusatzurlaubsanspruch, Steuererleichterungen und die Möglichkeit, abschlagsfrei etwas früher in Rente zu gehen.
      Der Antrag lohnt sich also aus meiner Sicht.
      Und dieser Bescheid ist dann quasi der offizielle Beleg für die Einschränkungen. Man kann ihn statt eines dreiseitigen Diagnostikschreibens (war ein Beispiel...es können auch 8 oder 2 Seiten sein...) vorweisen, und es stehen auf dem Ausweis auch keine (eventuell diskriminierenden) Diagnosen.....also schon recht praktisch.
      If you're happy and you know it clap your hands.....(three times!)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Vorteile einer Diagnose wäre die einfachere und gezieltere Hilfe die du bekommen kannst. Zudem ist auch nur einiges möglich, wenn du eine Diagnose hast.
      Das mit der Rente wegen der Diagnose höre ich zum ersten mal.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • Der größte "Vorteil" der Diagnose war für mich tatsächlich einfach die Erkenntnis, dass es nicht meine SCHULD ist, dass ich anders bin als die anderen, und ich aufhören kann, mich so zu verbiegen, um doch noch "normal" zu werden.

      Jetzt lerne ich mich endlich richtig kennen und gestalte mein Leben wie ich es für richtig halte (naja, ich benötigte auch therapeutische Unterstützung um zu dieser Einstellung zu gelangen, aber ohne die Diagnose hätte ich wohl die restlichen Lebensjahre auch damit verschwendet, normal sein zu wollen).
      Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
      (Albert Einstein)
    • Slim wrote:

      Generell kann ich nun jedem Mitarbeiter in jeder Behörde einen Grund nennen warum ich so ätzend bin in meiner Art.
      Gratulation! Dann hast du ja nun einen Freibrief, ätzend sein zu dürfen und nicht mehr an dir arbeiten zu müssen. :d

      Ist das nicht zu kurz gedacht?
    • thelord wrote:

      Es stimmt ja auch nicht. Man kann bei Schwerbehinderung früher in Rente gehen.
      Man kann immer früher in Rente gehen, aber bei Schwerbehinderung eben etwas früher ohne Abzüge wegen dieser fehlenden Jahre Beitragszahlung.

      Nur allein mit der Diagnose kann man eben nicht früher als andere berentet werden.
      If you're happy and you know it clap your hands.....(three times!)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Febry wrote:

      Dann hast du ja nun einen Freibrief, ätzend sein zu dürfen und nicht mehr an dir arbeiten zu müssen.
      :thumbup:
      ....vor allem, sich nicht mehr ändern zu müssen ... :thumbdown:

      (Allerdings hatte ich es von @Slim als ironische Bemerkung aufgefasst......)
      If you're happy and you know it clap your hands.....(three times!)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • DrCarsonBeckett wrote:

      Vorteile einer Diagnose wäre die einfachere und gezieltere Hilfe die du bekommen kannst. Zudem ist auch nur einiges möglich, wenn du eine Diagnose hast.
      Das mit der Rente wegen der Diagnose höre ich zum ersten mal.
      Die Schwerbehinderten-Rente erhält man nur, wenn man zum Zeitpunkt der Rentenauskunft / Renteneintritt die Schwerbehinderten-Eigenschaft hat (GDB >=50). Dann kann man statt mit 67 Jahren abschlagsfrei mit 65 Jahren in Rente gehen. Dennoch wird die Rente geringer ausfallen, denn man zahlt für zwei Jahre nicht in die Rentenversicherung ein. Der einzige Vorteil ist, dass es keine Abschläge gibt. Zur Zeit sind dies 0,3/Monat, d.h. 7,2% weniger Rente ohne Schwerbehinderten-Eigenschaft, wenn man mit 65 Jahren statt mit 67 Jahren geht.
      Allerdings erhalten auch die "besonders langjährig Versicherten" (Definition: Mindestens 35 Beitragsjahre) die abschlagsfreie Rente mit 65 Jahren.
      Da ich hierunter fallen werde, sofern ich wie bisher weiterarbeite, bietet die Schwerbehinderten-Rente keinen Vorteil, den ich nicht auch ohne SBA gehabt haben werde. Es kommt also immer auf die aktuell geltenden Gesetze und die Regelungen bezogen auf den Einzelfall an.

      Capricorn wrote:

      thelord wrote:

      Es stimmt ja auch nicht. Man kann bei Schwerbehinderung früher in Rente gehen.
      Man kann immer früher in Rente gehen, aber bei Schwerbehinderung eben etwas früher ohne Abzüge wegen dieser fehlenden Jahre Beitragszahlung.
      Nur allein mit der Diagnose kann man eben nicht früher als andere berentet werden.
      Es gelten bestimmte Renteneintrittsalter und es gibt bestimmte Rentenarten. Schwerbehinderte haben überdies die Möglichkeit, bereits mit 62 Jahren (früher mit 60 J.) in den vorgezogenen Ruhestand zu gehen. Ob sich das jedoch jemand leisten kann und / oder möchte, ist fraglich. Die Abzüge sind dann enorm. Bei mir würden einige hundert Euro im Portemoinnaie fehlen.
      Stolzer Papa von Autinaut (HFA) :nod: - und einander irgendwie ähnlich... und doch anders...
    • Febry wrote:

      Slim wrote:

      Generell kann ich nun jedem Mitarbeiter in jeder Behörde einen Grund nennen warum ich so ätzend bin in meiner Art.
      Gratulation! Dann hast du ja nun einen Freibrief, ätzend sein zu dürfen und nicht mehr an dir arbeiten zu müssen. :d
      Ist das nicht zu kurz gedacht?
      Diesen Gedanken hatte ich auch, als ich den obigen Beitrag las. Er irritiert mich ehrlich gesagt auch, denn in einem anderen Thread kann man das lesen:

      Slim wrote:

      So eklig abweisend können nur Autisten jemanden "begrüßen". :> So überhaupt keinen Gedanken daran zu verschwenden wie jemand sich fühlen könnte, wenn er/sie neu im Forum ist und gleich einen vor den Latz bekommt. Es lebe die Theory of Mind.
      Das passt überhaupt nicht zusammen, finde ich.
    • Aspielle wrote:

      Jetzt lerne ich mich endlich richtig kennen und gestalte mein Leben wie ich es für richtig halte (naja, ich benötigte auch therapeutische Unterstützung um zu dieser Einstellung zu gelangen, aber ohne die Diagnose hätte ich wohl die restlichen Lebensjahre auch damit verschwendet, normal sein zu wollen).
      Meine (ehemalige) Therapeutin sagte mir dass es kein "normal" gäbe das man als Gegensatz zu dem "nicht-normal" (damals AS) das ich bei mir wähnte nehmen könnte. Für sie war das Gefühl nicht "normal" zu sein damit gegenstandslos und irgendwelche Bemühungen der Normalität zu entsprechen (oder nicht aufzufallen als angeblich nicht-normal) sinnlos. Wenn es kein "normal" gibt kann man nicht daran scheitern es zu sein. So dachte sie zumindest, was ich wenig hilfreich fand (ich hatte den Begriff "normal" nur gewählt weil ich "NT" nicht sagen wollte, weil es mir noch missverständlicher vorkam als "normal"). Inzwischen denke ich dass es besser ist den Begriff "normal" zu vermeiden und einfach sagen dass es gewisse Dinge gibt die ich nicht hinkriege und dass sie in dem Diagnosebrief stehen falls jemand einen offiziellen "Beweis" bräuche dass es so ist.

      The post was edited 1 time, last by Unbewohnte Insel ().

    • 70Quadrillionen wrote:

      Allerdings erhalten auch die "besonders langjährig Versicherten" (Definition: Mindestens 35 Beitragsjahre)
      Bist Du sicher, dass es nicht 45 Jahre sind? Bei der DRV steht zwar 35 oder 45 Beitragsjahre, aber die Erläuterung bezieht sich anscheind immer nur auf 45 Jahre, so dass mir nicht klar ist, wann 35 Jahre gelten.
      (deutsche-rentenversicherung.de…gjaehrig_versicherte.html)

      Edit: Es scheint wohl in Ausnahmefällen zu gehen: rentenbescheid24.de/rente-mit-63-nach-35-jahren/ Ein Fall für den Renmtenberater!

      The post was edited 2 times, last by TalkativeP ().

    • Aspielle wrote:

      Der größte "Vorteil" der Diagnose war für mich tatsächlich einfach die Erkenntnis, dass es nicht meine SCHULD ist, dass ich anders bin als die anderen, und ich aufhören kann, mich so zu verbiegen, um doch noch "normal" zu werden.

      Jetzt lerne ich mich endlich richtig kennen und gestalte mein Leben wie ich es für richtig halte (naja, ich benötigte auch therapeutische Unterstützung um zu dieser Einstellung zu gelangen, aber ohne die Diagnose hätte ich wohl die restlichen Lebensjahre auch damit verschwendet, normal sein zu wollen).
      Meine therapeutische Unterstützung bekam ich von meiner Frau, die in vielen Dingen komplett anders ist als ich.
      Nachdem ich mich mit dem Aspiethema beschäftigt hatte, würde mir auch zum ersten Mal klar, warum einige Dinge nicht funktionieren