Überführung in das neue ICD-11

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Cloudactive schrieb:

      Morgenstern schrieb:

      Und was ist, wenn man selbstständig lebt und somit gar keine Unterstützung benötigt?
      Logische Konsequenz wäre, dass man dann keine ASS hätte.
      Man kann ja z.B. früher mal Unterstützung benötigt haben, aber irgendwann nicht mehr. In dem Fall wäre man ja geheilt :o Dabei ist Autismus per Definition nicht heilbar. Man kann doch nicht allen selbstständig lebenden Aspies plötzlich die Diagnose absprechen, oder hab ich da was falsch verstanden? :?
      BUH!
    • Cloudactive schrieb:

      Logische Konsequenz wäre, dass man dann keine ASS hätte.
      Sehr schön herausgestellt, Cloudactive.

      Wenn die ASS ausschließlich nach dem Ausmaß der Unterstützungsnotwendigkeit diagnostiziert wäre.
      Soweit sind wir aber noch nicht, GsD.

      Noch ist eine ASS eine "klinische" Diagnose, die sich aufgrund der erkennbaren Verhaltensbesonderheiten und der beschriebenen Einschränkungen diagnostizieren lässt.
      Die Testungen wie ADI-R oder ADOS kommen noch dazu.
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Cloudactive schrieb:

      Morgenstern schrieb:

      Und was ist, wenn man selbstständig lebt und somit gar keine Unterstützung benötigt?
      Logische Konsequenz wäre, dass man dann keine ASS hätte.
      So einfach ist das nicht. Es gibt zahlreiche erwachsene Autisten, die ein selbstständiges Leben führen und somit nicht (mehr) auf Unterstützung angewiesen sind. Die diagnostischen Kernkriterien können dennoch erfüllt bleiben. Das Eine schließt das Andere nicht aus.
    • Morgenstern schrieb:

      Man kann doch nicht allen selbstständig lebenden Aspies plötzlich die Diagnose absprechen, oder hab ich da was falsch verstanden?
      Nein. Kann man nicht und tut man nicht.

      Es geht aber um die unterschiedlichen Ausprägungs-Grade. Oder - wenn man so will- um das Ausmaß des Hilfebedarfs, Unterstützungsbedarfs.
      Auf einer Veranstaltung in NRW sagte mal ein Experte zu ASS, er tue sich schwer, bei "ASperger" von ein er leichteren Störung zu sprechen, weil die Einschränkungen so vielfältig seien und weil sie - im Gegensatz zu frühkindlichem Autismus - nicht sofort ins Blickfeld fielen.
      Das würde zusammen genommen ganz schön heftige Einschränkungen/Schwierigkeiten nach sich ziehen.
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Morgenstern schrieb:

      Und was ist, wenn man selbstständig lebt und somit gar keine Unterstützung benötigt?

      Cloudactive schrieb:

      Logische Konsequenz wäre, dass man dann keine ASS hätte.
      Die Folgerung ist absolut richtig.

      DSM 5 schrieb:

      Level 1 “Requiring support”:


      Without supports in place, deficits in social communication cause noticeable impairments. Difficulty initiating social interactions, and clear examples of atypical or unsuccessful responses to social overtures of others. May appear to have decreased interest in social interactions. For example, a person who is able to speak in full sentences and engages in communication but whose to-and-fro conversation with others fails, and whose attempts to make friends are odd and typically unsuccessful.
      Für das Level 1 genügt es, dass ohne Unterstützung merkliche Beeinträchtigungen vorhanden sind.

      DSM 5 schrieb:

      D. Symptoms cause clinically significant impairment in social, occupational, or other important areas of current functioning.
      Nach Diagnosekriterium D sind aber klinisch signifikante Beeinträchtigungen ohnehin notwendige Vorraussetzungen für eine Diagnose.
      Jede klinisch signifikante Beeinträchtigung ist immer auch eine merkliche Beeinträchtigung. Also impliziert die diagnose bereits, dass mindestens Level 1 erreicht ist.

      Grübler_1988 schrieb:

      Es gibt zahlreiche erwachsene Autisten, die ein selbstständiges Leben führen und somit nicht (mehr) auf Unterstützung angewiesen sind.
      Ich störe mich etwas an der Formulierung (die zuvor auch Morgenstern schon benutzt hat), dass jemand, der selbstständig lebt, somit nicht (mehr) auf Unterstützung angewiesen wäre.
      Unterstützung muss sich ja nicht zwangsläufig auf den Bereich selbstständiges Leben beziehen.
      Auch die MedVersV knüpft im Falle von ASS einen GdB von mindestens 30 an soziale Anpassungsschwierigkeiten, die über den Unterstützungsbedarf definiert werden:

      VersMedV schrieb:

      Soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integrationsfähigkeit in Lebensbereiche (wie zum Beispiel Regel-Kindergarten, Regel-Schule,allgemeiner Arbeitsmarkt, öffentliches Leben,häusliches Leben) nicht ohne besondere Förderung oder Unterstützung (zum Beispiel durch Eingliederungshilfe) gegeben ist oder wenn die Betroffenen einer überdas dem jeweiligen Alter entsprechende Maß hinausgehenden Beaufsichtigung bedürfen.
      Ich habe jetzt noch nicht so oft gehört, dass Menschen mit ASS sich beschwert hätten, dass ihnen ein GdB von 30 zu hoch erscheint, nur weil sie selbstständig leben.
      Wer ohne Unterstützung nicht mal selbstständig leben kann, gehört meiner Ansicht nach mindestens in Level 2 und sollte einen GdB von mindestens 50, eher sogar 70 erhalten.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tuvok ()

    • Tuvok schrieb:

      Unterstützung muss sich ja nicht zwangsläufig auf den Bereich selbstständiges Leben beziehen.
      Auch die MedVersV knüpft im Falle von ASS einen GdB von mindestens 30 an soziale Anpassungsschwierigkeiten, die über den Unterstützungsbedarf definiert werden
      Ok, danke für die Klarstellung. Ich hatte den Begriff "Unterstützung" zu einseitig betrachtet.
    • Das Problem ist nicht nur das Wort "Unterstützung", sondern auch das Wort "benötigt".
      Wann benötigt man etwas, wenn man ohne nicht zurecht kommt oder wo fängt die Grenze an?
      Ich meine, angenommen eine Person geht zur Arbeit und kann nur mit dem Auto zur Arbeit.
      Leider kann die Person nicht Autofahren.
      Man könnte nun sagen, dass diese Person ein Auto "benötigt".
      Aber was ist, wenn ich behaupte, sie könne ja zu Hause bleiben?
      Dann wird eigentlich schnell klar: zum Wort "benötigt" gehört zwangsweise ein Zweck.
      In diesem Fall wäre der Zweck: "...um zur Arbeit zu kommen."

      Nun ist die Frage, welcher Zweck in unserem Fall bei den Schweregraden bzgl. des Unterstützungsbedarfs eigentlich anvisiert wird.
      Es macht dann einen Unterschied, ob es um das reine Überleben geht, oder um richtige Integration.

      Ich habe den Fall mit einbezogen, dass es Autisten gibt, die alleine zurecht kommen, um zu überleben, oder Autisten die alleine zurecht kommen, allerdings keine Arbeit ausführen können und z.B. Geld vom Staat in Anspruch nehmen müssen.
      Da ist mir nicht ganz klar, ob hier jetzt von "Unterstützungsbedarf" im Sinne des DSM-V gesprochen werden kann.
      (Ergo, realistisch ist meine Schlussfolgerung eigentlich nicht -> "Logische Konsequenz wäre...", aber wenn man schon ein System so strukturiert und auf Logik basiert, müsste man es auch logisch zu Ende denken.
      Das führt allerdings bei vielen Disziplinen zu absurden Ergebnissen, in der Tat.)
      „Kein Mensch sollte sich dafür schämen müssen, wer er ist."
      - CSI - Den Tätern auf der Spur S4E6

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cloudactive ()

    • Ich kann selbstständig leben, aber die Integration in gesellschaftliche Lebensbereiche funktioniert auch mit besonderer Förderung oder Unterstützung nicht. Es verursacht einzig, eine noch geringere Lebensqualität.
      -So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.

      -Fear and desire hold the power to disrupt one's rhythm. Desire clouds one's vision, while fear stills one's step.
    • Neu

      @hibernation


      Ich habe deinen Beitrag an die Moderatoren gemeldet, denn ich finde es nicht in Ordnung, dass du hier pauschal allen Menschen mit Asperger unterstellst, dass es ja von vornerein zu erwarten sei, dass diese sich "typisch besserwisserisch" aufführen.


      Da klingt schon eine deutliche Voreingenommenheit gegenüber Menschen mit Asperger heraus. Das finde ich schade. Ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen wäre meiner Meinung nach angebracht.



      Es gibt die Formulierung "wie bitte" und es gibt die Formulierung "hä". Wie kommst du darauf, dass es grundsätzlich "wie bitte" heiße? Jeder kann diejenige Formulierung benutzen, die er in der Situation für angemessen hält. Höre bitte auf, mir vorschreiben zu wollen, welche Worte ich deiner Meinung nach benutzen soll.
      Wenn du dich durch meine Wortwahl angegriffen fühlst, könntest du das auch in sachlichen Ich-Botschaften herüberbringen, statt in so einem belehrenden Tonfall. Meiner Erfahrung nach hilft es mehr, wenn man über seine verletzten Gefühle spricht, als andere anzupampen.
    • Neu

      die oder das ICD? @sempron sieht des sehr puristisch.

      FruchtigBunt schrieb:

      Oder kann man das machen, dass man sich überlegt, ob das englische Wort "männlich" oder "weiblich" ist? Ist das nicht eigentlich sächlich? Ich dachte, im Englischen sind alle Substantive sächlich (also weder männlich noch weiblich).

      Wie kommt man darauf, aus "Classification" DIE abzuleiten?
      Richtig. Es heißt neben "die E-Mail" korrekt auch "das E-Mail", es gibt der und das Smiley, die und das Tram usw. Und solange man den englischen Begriff "International Classification of Deseases..." abkürzt (ICD und nicht IKK oder so), kann man neben dem eingebürgerten "die ICD" auch "das ICD" sagen. "Der ICD" ist falsch.

      Englische Wörter, die kein natürliches Geschlecht haben wie the man oder the woman z.B., können bei Übernahme ins Deutsche durchaus mit sächlichem Artikel wiedergegeben werden.
      "Die randständigen Grenzgänger weiten unsere Welt."
      Robert Seethaler, Deutschlandfunk Kultur am 10. Oktober 2018
    • Neu

      FrankMatz schrieb:

      die oder das ICD? @sempron sieht des sehr puristisch.

      FruchtigBunt schrieb:

      Oder kann man das machen, dass man sich überlegt, ob das englische Wort "männlich" oder "weiblich" ist? Ist das nicht eigentlich sächlich? Ich dachte, im Englischen sind alle Substantive sächlich (also weder männlich noch weiblich).

      Wie kommt man darauf, aus "Classification" DIE abzuleiten?
      Richtig. Es heißt neben "die E-Mail" korrekt auch "das E-Mail", es gibt der und das Smiley, die und das Tram usw. Und solange man den englischen Begriff "International Classification of Deseases..." abkürzt (ICD und nicht IKK oder so), kann man neben dem eingebürgerten "die ICD" auch "das ICD" sagen. "Der ICD" ist falsch.
      Englische Wörter, die kein natürliches Geschlecht haben wie the man oder the woman z.B., können bei Übernahme ins Deutsche durchaus mit sächlichem Artikel wiedergegeben werden.

      Ich verstehe es ehrlich gesagt gar nicht mehr, aber bin gerade auch etwas unkonzentriert.

      Wenn ein Begriff bestehend aus mehreren englischen Worten im Deutschen verwendet wird, wonach richtet sich dann der Artikel? Danach wie er im englischen ist? (und wird dann dementsprechend ins Deutsche übernommen?). Oder danach welchen Artikel der "grundlegende Begriff der drei Worte" im Deutschen hat?

      Und wenn ein Begriff aus dem Englischen "englisch" abgekürzt wird, wonach richtet sich der Artikel dann?

      Ist das denn irgendwo geregelt oder sind das hier jetzt nur die Meinungen und Ansichten einzelner User bzw. wie kann man das begründen?

      Wenn es da eine einzige Regelung gibt, könnte man die sich ja merken und hätte dann zukünftig keine Probleme mehr bei englischen Begrifflichkeiten. Icih suche nur gerade die Systematik dahinter.

      Aber ich glaube, das ist an der Stelle hier off-Topic. Sorry deswegen. Besser, ich mache dafür ein neues Thema auf, aber so wichtig ist es dann vermutlich doch nicht. Mich hätte es nur irgendwie interessiert, warum das so ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FruchtigBunt ()