Studienbezogene Probleme und deren Umgang - Fragebogen für eine Masterarbeit in Psychologie

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    • Studienbezogene Probleme und deren Umgang - Fragebogen für eine Masterarbeit in Psychologie

      Liebes Forum, ich heiße Jonathan Ihlow und studiere an der Universität Wien Psychologie. Außerdem arbeite ich seit 5 Jahren mit autistischen Menschen zusammen, in letzter Zeit hauptsächlich als Fachassistent in Gymnasien.

      Ich schreibe gerade meine Masterarbeit, die sich mit den Schwierigkeiten im Studium und dessen erfolgreichen Umgangs bei Menschen mit Autismus beschäftigt. Dafür habe ich ein Fragebogen zusammengestellt, dessen Bearbeitung nicht länger als 30 Minuten dauern sollte.

      Ich hoffe, dass ich dadurch ein Beitrag für eine Verbesserung der Studienbedingungen leisten kann und so die hohen Drop-Out-Quoten reduzieren. Das kann z.b. durch Einführen von Hilfsangebote oder eine Verbesserung der vorhandenen Angebote erfolgen.


      Teilnahmevoraussetzung ist ein aktives Studium in Deutschland, Österreich oder der Schweiz und eine Diagnose aus dem autistischen Spektrum. (Wobei es kein Problem ist, wenn diese z.b. durch eine Selbsttestung gestellt wurde.)

      Ich würde mich sehr über eine rege Beteiligung freuen und stehe für Nachfragen, Kommentare oder Kritik sowohl im Forum als auch per Mail zur Verfügung! (jonathan.ihlow@googlemail.com)

      Der Link: soscisurvey.de/Autismus_und_Studium_Erlebnisse/

      Mit freundlichen Grüßen,
      Jonathan :)
    • Hm....in der Frage soll s um Studienabbrecher gehen..

      aber schon die ersten Fragen alle beziehen ich auf Jetz-Noch-Studierende.

      Da ich abgebrochen hatte längst, kann ich die schon nicht beantworten.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )
      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater

    • bis zum Studium habe ich es nie geschafft, ich habe mehrere male das Abitur schon abgebrochen. Studieren war aber eigentlich immer mein plan.

      Ich bewundere autisten, die es bis zum Studium schaffen.

      Als kind habe ich mir immer eine Schule gewünscht, nur mit Naturwissenschaften, und eventuell Sprachen oder Geisteswissenschaften als wahlfach. In der Realität war es immer andersrum. Hätte es ein reines Naturwissenschaft-Abitur gegeben, hätte ich sicherlich mit anfang 20 schon mein Astrophysik-Studium beendet.

      Ich finde diese Studie daher schon interessant. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es viele Autisten nichtmal bis zum Studium schaffen, trotz herrausragender Noten.
    • Woher weißt du, dass viele ihr Studium abbrechen?

      Und wie soll die Studie repräsentativ sein, wenn man sich mit Selbsttest als Autist dazu stellen darf?

      Naja. Ich kann eh nicht teilnehmen. Weil ich nicht abgebrochen habe.

      Lg.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)


      "Was ist falsch an sonderbar?"
    • J.Ihlow schrieb:

      (Wobei es kein Problem ist, wenn diese z.b. durch eine Selbsttestung gestellt wurde.
      Durch einen Selbsttest wird keine Diagnose gestellt. Ein ganz anderes Problem ist natürlich, dass für eine Masterarbeit kaum jemand seine Diagnose einschicken wird.

      Wie wäre es mit einem zweiten Fragebogen, für diejenigen, die nicht abgebrochen haben. Da könnte man die Ergebnisse gegeneinanderhalten: Passen die Rahmenbedingungen, welche die eine Gruppe vermisst hat zu denen, die die andere Gruppe vorgefunden hat? Beispiel: Die Studienabbrecher hatten vielleicht keine Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung, während die anderen Rückzugsmöglichkeiten hatten.
    • Danke für die Nachfragen!

      Ich habe die Überschrift falsch gewählt, tut mir leid! Ich werde sie gleich ändern.
      Tatsächlich ist das aber nicht mein Forschungsschwerpunkt. Die Frage lässt sich aber durch die Erhebung auch indirekt beantworten und wird von mir als Herleitung zu meiner Fragestellung verwendet.
      In meiner Studie geht es um noch aktiv Studierende (mit ASS) , deren studienbezogenen Probleme und wie sie damit (erfolgreich) umgehen.

      Zu den Fragen:

      Ich habe bewusst die Möglichkeit der Selbsttestung mit einbezogenen.
      Gründe dafür:
      1) Kaum jemand wird ein Fragebogen ausfüllen der sich mit Autismus beschäftigt, wenn er selbst nicht davon betroffen ist.
      2) Die bürokratischen, sozialen und psychologischen Hürden sind teilweise noch immer sehr hoch, um an eine verlässliche Diagnose zu kommen. Diese Personengruppe wollte ich nicht ausschließen.
      3) Eine Frage bezieht sich darauf ob und wenn ja, wie die Diagnose erfolgt ist. Dies ist aber kein Aussschlusskriterium. Im Anschluss der Erhebung kann ich prüfen ob es statistisch zulässig ist den Selbsttest-Anteil mit einzubeziehen oder ihn unabhängig davon auswerten muss.

      Es gibt einige Studien aus z.B. den USA, die zeigen, dass die Drop-out-Rate (also auch Abbruch) bei Personen mit Autismus deutlich über den Durchschnitt der "Normalbevölkerung" liegt.
      z.b. eine umfassende hier: ies.ed.gov/ncser/pubs/20113005/pdf/20113005.pdf



      €dit:
      @Talkative: Du hast recht. Ein Selbsttest ist keineswegs eine Diagnose. Das wissen aber nicht alle und es gibt einige Gründe, die für mich dafür sprachen auch Nicht-Diagnostizierte mit einzubeziehen.

      Gute Vorschläge! Ich werde es mit meiner Professorin besprechen. Und ließe sich sogar in einem Fragebogen über z.b. Filterfragen technisch umsetzen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von J.Ihlow ()

    • Ich bin auch Studienabbrecher (im zweiten Anlauf bzw. in anderer Studienform und mit anderen Studieninhalten dann erfolgreich gewesen) und hätte gerne an der Umfrage teilgenommen. Warum geht das nicht? Gerade von diesen Personen könnte man doch erfahren, was dazu geführt hat, dass sie das Studium abgebrochen haben. :roll:

      Warum ich mein erstes Studium abgebrochen habe, kann ich ganz klar sagen:
      • Organisation seitens der Hochschule mangelhaft (Vorlesungen überfüllt, Studenten mussten auf dem Boden sitzen, vorgeschlagener Studienplan nicht umsetzbar, da sich Vorlesungen überschnitten, sehr schlechte Betreuung durch die Verwaltung der Hochschule, die einem nur Steine in den Weg legte)
      • Unterirdische schlechte Vermittlung der Studieninhalte (da wäre jedes Buch sinnvoller gewesen, aber ich dachte, dass ich die Vorlesungen und alles besuchen muss, damit ich ja nichts verpasse) und teilweise inkompetente Dozenten, die dazu arrogant ohne Ende waren
      • ich bin in der Universität total untergegangen, habe keinen Anschluss zu Studienkollegen gefunden und Ängste entwickelt
      • das Fach war mir dann doch zu unlogisch aufgebaut und zu viele "Idioten", die das Studium nicht richtig ernst genommen haben.
      • das was man können sollte, war in der vorgesehenen Zeit nicht zu schaffen, weil in jeder Vorlesungen 5 - 20 Bücher empfohlen wurden und ich dachte, dass man die alle lesen muss und ich teilweise bis 2 Uhr nachts da saß und wirklich nichts anderes mehr gemacht habe, als zu lernen. Ich habe dann davon Depressionen bekommen und viel zu spät das Studium abgebrochen.


      • Das zweite Studium war nicht mehr an einer Universität sondern an einer Fachhochschule und viel klarer geregelt. Man konnte sich im Unterricht melden und durfte sich somit auch beteiligen, so dass es mehr Spaß gemacht hat. Die Dozenten waren auch größtenteils ansprechbar und man konnte nachfragen, wenn man etwas nicht verstanden hat.
      • Teilweise auch chaotische Organisation, aber allein, dass ich jeden Tag den selben Sitzplatz im selben Raum hatte, war schon hilfreich und die Inhalte waren auch so eingeplant, dass alles machbar war und man wusste, was man zu tun hatte, um die Prüfungen gut zu bestehen.
      • Die Studiendauer war auch absehbar und nicht wie bei dem Uni-Studium von Faktoren abhängig, auf die man teilweise überhaupt keinen Einfluss hatte. Das Uni-Studium war die größte Zeitverschwendung meines Lebens gewesen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von FruchtigBunt ()

    • @J.Ihlow auf der ersten Seite befinden sich Fehler. Das Rating geht bei manchen Items von "stimme überhaupt nicht zu" bis "stimme gar nicht zu". Das sollte korrigiert werden.
      je länger ihr sie anseht, desto absurder erscheint die Welt... und jetzt erst... undjetzterst!

      Status: Irgendwo zwischen Autistin und Nichtautistin. Ziemlich kontextblind, exzentrisch und reizverarbeitungsgestört.
    • @julai: Vielen Dank! Das ist mir als auch den Vortestern durch die Finger gerutscht. Hab es verbessert.

      @FruchtigBunt: Wie beschrieben war die Überschrift missverständlich. Es geht in erster Linie um die Erfahrungen der aktiv Studierenden, da diese wohl Wege für sich gefunden haben, mit den Problemen umzugehen. Daraus könnte man indirekt schließen warum viele abbrechen, aber das ist nicht das Hauptaugenmerk der Arbeit. Ich muss das mit meiner Professorin abklären, ob es einen sinnvollen weg gibt, auch die Erfahrungen der Abbrecher mit einzubauen. Danke für deine Ausführungen, das sind Erfahrungen die man niemanden wünscht aber leider viel zu oft liest. :/

      @FruchtigBunt #2 : Stimmt, da ist die Formulierung falsch. Danke für die Anmerkung! Habe es angepasst, so dass es klarer sein sollte. Es ging um die Seite, auf dem der Text stand.
    • J. Ihlow schrieb:

      @FruchtigBunt: Wie beschrieben war die Überschrift missverständlich.
      Ah, nun ist die Überschrift korrigiert. Ich dachte, die Überschrift wäre gestern schon korrigiert gewesen, weshalb ich den Hinweis auf die "fehlerhafte Überschrift" nicht verstand.

      Dann geht die Masterarbeit ja in eine ganz andere Richtung. Es wundert mich etwas, dass ein so vollkommen andere thematische Zielsetzung durcheinandergeworfen wird. :|

      Wenn auch Ziel ist,

      J. Ihlow schrieb:

      und so die hohen Drop-Out-Quoten [zu] reduzieren.
      wundert es micih auch, warum nur die positiven Strategien derjenigen angeschaut werden, die es erfolgreich geschafft haben und nicht die Gegenseite der Medaille (nämlich die, die daran gescheitert sind), aber das bleibt ja Ihnen überlassen. Ich fände eine solche Arbeit in Hinblick auf die Forschungsfrage (Verbesserung der Studienbedingungen UND die hohen Drop-Out-Quoten reduzieren), dann nur nicht vollständig.

      Denn die Personen, denen das Studium gelingt, die waren vielleicht gar nicht mit den Problemen konfrontiert, mit denen diejenigen konfrontiert waren, die es nicht "schafften". Diese Aspekte gehen Ihnen ja dann sozusagen "durch die Lappen" und sie können dazu dann gar nichts beitragen, diese Strukturen zu verbessern. :roll:

      Grund:
      Von den "erfolgreichen Studierenden" werden Sie vermutlich entweder Berichte erhalten, die trotz der "schlechten Studienbedingungen" es mit eigenen Mechanismen geschafft haben (das liese dann Rückschlüsse auf die erfolgreichen Mechanismen der Studierenden zu und auf die Studienbedingungen die als hinderlich erlebt werden) oder Sie werden Berichte erhalten, dass die Studienbedingungen gut waren (dann gibt es ja daran nichts mehr zu verbessern).

      Wenn Sie die "nicht erfolgreichen Studierenden" befragen, erhalten Sie vermutlich Informationen über die schlechten Studienbedingungen und die Unfähigkeiten der Studierenden, damit umzugehen (Gruppe 1). Es kann auch sein, dass man nur Informationen erhält über die Unfähigkeit der Studierenden mit "guten Studienbedingungen" umzugehen (Gruppe 2).

      In jedem Fall könnte man auf die Art und Weise (zusätzlich zur momentanen Befragung) erfahren, welche Studienbedingungen so hinderlich sind, dass sie zum Abbruch eines Studiums führen und dann genau an diesen Studienbedingungen ansetzen, um sie zu verbessern (das ist ja das eigentliche Ziel der Arbeit, wenn ich es richtig verstanden habe).

      Ganz durchdacht ist es noch nicht, aber es kommt mir merkwürdig vor, einen ganz großen Bereich des zu erforschenden Gebietes wegzulassen, das meiner Meinung nach sehr viele und möglicherweise sogar noch treffsicherere Rückschlüsse ergeben könnte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FruchtigBunt ()

    • _lisa_ schrieb:

      und was ist, wenn man immer studieren wollte, es aber irgendwie nicht packt und gar keinen plan hat, was man machen soll mit seinem leben, wenn man das nicht mehr schaffen sollte? irgendwer eine idee?
      Dann halt eine Ausbildung machen. Ein Studium ist doch nicht die einzige Möglichkeit.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Ich finde es auch etwas sehr merkwürdig, dass man zwar ohne Diagnose teilnehmen darf, aber nicht, wenn man erfolgreich durchs Studium gekommen ist.
      Dabei hat man doch erst Recht einen Weg gefunden, wie man mit den Schwierigkeiten umgeht. Ich kann sogar Beides vorweisen: Ein Studium geschafft, eins nicht.
      Im schlimmsten Fall werden alle Teilnehmer das nächste Semester nicht schaffen und sind dann offiziell Studienabbrecher, also nicht mehr relevant?

      PS: Die Überschrift ist noch nicht korrigiert, oder?
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_