Schreibende bzw schriftstellerisch tätige Aspies - was ist mit eurer Phantasie?

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    • Rubixxy wrote:

      Danke für die Erklärung. Denkst du, dass es vielleicht einfacher für dich gewesen wäre, wenn du auf einer gemischten Schule gewesen wärst?
      Das glaube ich weniger. Ich war auf dieser Schule nur für etwas mehr als ein Schuljahr, davor war ich auf einer normalen Grundschule und danach noch auf ettlichen anderen gemischten Schulen und je älter ich wurde, desto schwerer wurde es mit anderen in Kontakt zu kommen.
      Als alle noch jünger waren, spielten die noch mehr, und ich verlohr meinen Spieltrieb erst sehr spät, vermutluch auch nur weil mir die Leute dazu fehlen, sonst würd ich das heute auch noch tun.


      Rubixxy wrote:

      Das stimmt. Eigentlich schade, dass nicht häufiger auch mal positive Biografien verfilmt werden.
      Naja, meist wird ja gerade über Leute berichtet die ungewöhnlich sind oder was ungewöhnliches erlebt haben, das war meist wohl nicht immer leicht.
      Die stärksten Charaktäre mussten wohl das meiste Leid erleben/überleben, sonst wären sie nicht so wie sie sind oder da wo sie heute sind.


      Rubixxy wrote:

      Das war kein Gefühl, sondern eine logische Schlussfolgerung. Ich wusste, dass ich meiner Mutter sehr wichtig bin und wenn sie wüsste, wie schlecht es mir in der Schule ging, dann würde sie versuchen, mir zu helfen. Da ich mir aber sicher war, dass das nicht funktionieren würde, wäre das einzige Ergebnis gewesen, dass sie wüsste, dass es mir nicht gut ginge und sie mir nicht helfen könne. Und daher wäre das für sie belastend gewesen, denke ich, denn mich hätte das belastet. Und das wollte ich nicht.
      Ahh okay, das macht sinn. Heute habe ich diese Fähigkeit auch, also versuchen durch logisches Denken und Wissen zu verstehen wie ein anderer sich eventuell fühlen könnte, aber früher als Kind kam mir das garnicht in den Sinn. Ich glaube die Gedankenwelt von Erwachsenen war mir als Kind mehr als fremd.


      Rubixxy wrote:

      Wenn man mich im Unterricht drangenommen hat, obwohl ich mich nicht gemeldet hatte, mochte ich das auch nie. Und wenn ich mich dann gemeldet habe, wurde ich nicht drangenommen. Ich habe es gehasst, wenn Lehrer so waren und dann eine schlechte mündliche Note gegeben haben.
      Dieses Problem mit dem nicht dran genommen werden, hatte ich nur ein mal, weil ich in Bio endlich mal zeigen konnte was ich überhaupt konnte, und da bekam ich ausgerechnet so eine blöde Tante die es nicht interessierte das einer von 12 oder so, mal mitarbeitet und sich für den kram tatsächlich interessiert. Ich war in den meisten anderen Fächern schlecht oder allenfalls mittelmäßig weil ich die Hausaufgaben dann mal richtig hatte und den Stoff verstand. Die mündlichen Noten waren bei mir meist sehr schlecht, ich war mir außer in bio nie wirklich sicher was ich da eigentlich tue oder ob das was ich sagen würde auch richtig war.


      Rubixxy wrote:

      Manchmal sind solche Leute zu beneiden. Ich denke oft über die Unterhaltungen nach, die ich den Tag über geführt habe und frage mich, ob ich wieder jemanden vor den Kopf gestoßen habe (RW). Und wenn ich denke, etwas gefunden zu haben, dann stresst mich das manchmal so sehr, dass ich abends nicht mehr einschlafen kann.
      Ich vergesse solche Dinge meistens sehr schnell wieder, aber wenn ich wirklich mal einen Konflikt mitbekomme (man muss mir das schon sagen, sonst erkenne ich das selber nicht), dann denke ich meist noch beim Einschlafen darüber nach, das kann sehr nervig sein.
      Ich hatte die Tage erst ein Problem mit dem Nachbarn über uns. Musste die Polizei wegen Ruhestörung rufen und das um halb-zwei nachts. Der hat oft seine Musik so laut an da oben.
      Ich habe mich dann irgendwann hingelegt weil die Musik dann so um viertelvor-zwei wieder aus war, die Polizei war erst viertelnach-zwei da und hat wohl bei dem geklingelt und irgendwer hat in diesem Zeitraum auch bei uns angerufen. Ich vermute mal das es der Nachbar war, bin aber nicht rangengangen weil mich das davor nervlich schon total auf 180 brachte.
      Mich stört es eigentlich nicht das ich den Nachbar oben drüber hören kann, ich höre alles, wenn der da rumläuft, wenn der staubsaugt, aber ich weiß das es okay ist wenn es halt zu Uhrzeiten ist wo man sowas machen kann. Seine Musik hat er aber so gut wie immer nach 22uhr an, oft auch nach Mitternacht, und das ist nicht okay, weil es echt laut ist, nicht nur Zimmerlautstärke.
      Wenn man oben bei dem klingelt, wird es ignoriert. Den Vermiter interessiert es auch nicht. Der müsste den eigentlich abmahnen weil er auch vieles anderes nicht tut was im Mietvertrag steht.


      Rubixxy wrote:

      Das ist traurig. Meine Familie besteht größtenteils aus Atheisten, was mir sehr entgegen kommt, da ich fast alles irgendwie mit der Evolutionstheorie begründe und mit Religion nicht wirklich etwas anfangen kann.
      Ansonsten würde ich mich in vielerlei Hinsicht auch eher als konservativ bezeichnen, aber mich nie so verhalten wie das, was du da beschrieben hast. Das ist irgendwie menschenverachtend, wie ich finde. Und ich lerne gerne Neues über andere Menschen. Vielleicht kann man die Bezeichnung konservativ nicht so pauschal auf alle Eigenschaften eines Menschen beziehen. Aber ich denke, ich weiß, was du meinst. Aber jetzt hast du ja wieder Menschen in deinem Umfeld, die nett zu dir sind, oder?
      Ja meine Mutter jedenfalls. Andere menschen sind eher flüchtige Bekannte aber keine engen Freunde.
      Was so gewisse Moralvorstellungen anbelangt, bin ich vermutlich auch eher konservativ eingestellt.
      Ich lege großen Wert auch Respekt und Rücksicht auf andere, und ich finde man sollte Menschen nicht vor-verurteilen auch wenn das nicht immer leicht ist.
      Es gibt so gewisse Menschen die laufen optisch so herum als würden sie in eine gewisse Gruppe passen, sei es die Nazi-ecke oder Rotlicht oder was auch immer, vielleicht sind diese Looks hier auch ein Trend, keine Ahnung, aber es ist schwer da nicht immer gleich davon auszugehen das diese Leute auch so sind wie sie aussehen. So doof das auch klingt.
      Ich versuche am besten solche Menschen zu meiden, dann wird mein Verdacht auch nicht bestätigt.
      Vermutlich denken andere Menschen die die meisten als intolerant oder konservativ sehen auch nicht anders. Sie meiden bestimmte Gruppen mit denen sie nichts anfangen können. Nur dann hass und missgunst gegen diese Gruppen zu verbreiten ist nicht okay.
      Ich selber sehe mich auch als nichtgläubig, jedenfalls glaube ich weder an einen Gott noch an Jesus oder so. Ich sage nicht das Jesus und das was er so darstellen wollte schlecht oder falsch oder dumm ist, aber dieses Gedöns um niemals Sünden und was Sünden überhaupt sein sollen und was nicht etc finde ich quatsch, genauso wie der gedanke das Jesus auf die Erde zurück kommen soll und so weiter. Ich finde Religionen als Kulturgut interesannt, aber einen persönlichen Nutzen ziehe ich nicht daraus.
      Da kann ich mir die Welt mit biologischem Wissen und Logik auch besser erklären als durch Wunderglaube.
      Die Menschen sind ja nur so intelligent geworden weil sie wagen Dinge zu hinterfragen, zu erforschen und Dingen nachzugehen weil sie es verstehen wollen.
      Es gibt so vieles was man noch nicht herausgefunden hat.
      Komischerweise sind die menschen die sowas nicht dulden, meist sehr religiöse Menschen. Vermutlich weil sie angst haben das es irgendwann eine Wahrheit gibt die sie nicht mehr leugnen können weil sie so banal und logisch ist das selbst sie das erkennen, falsch gelegen zu haben und das ist für sie so eine große Schande. Es geht ihnen dabei nicht um ihren geliebten Gott sondern um sich selbst und ihre Eitelkeit eigene Fehler nicht eingestehen zu wollen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Das glaube ich weniger. Ich war auf dieser Schule nur für etwas mehr als ein Schuljahr, davor war ich auf einer normalen Grundschule und danach noch auf ettlichen anderen gemischten Schulen und je älter ich wurde, desto schwerer wurde es mit anderen in Kontakt zu kommen.Als alle noch jünger waren, spielten die noch mehr, und ich verlohr meinen Spieltrieb erst sehr spät, vermutluch auch nur weil mir die Leute dazu fehlen, sonst würd ich das heute auch noch tun.
      Was genau meinst du denn mit Spieltrieb? Ich habe immer unheimlich gerne Memory gespielt (aber dann wollte keiner mehr gegen mich spielen, weil ich immer gewonnen habe), dann Scrabble (da gab es irgendwann leider auch keinen mehr) und Brett- oder Kartenspiele generell mit anderen war in meiner Umgebung leider immer schwierig, da keiner Lust dazu hatte. Sonst würde ich das auch heute noch sehr gerne tun :)

      RegenbogenWusli wrote:

      Naja, meist wird ja gerade über Leute berichtet die ungewöhnlich sind oder was ungewöhnliches erlebt haben, das war meist wohl nicht immer leicht.

      Die stärksten Charaktäre mussten wohl das meiste Leid erleben/überleben, sonst wären sie nicht so wie sie sind oder da wo sie heute sind.
      Das stimmt, aber es kann doch auch ungewöhnliche Biografien gebe, die positiv sind, oder? Also so am Schluss, dass man positiv auf das Leben gucken kann (RW), ohne dass immer alles super gelaufen ist.

      RegenbogenWusli wrote:


      Ahh okay, das macht sinn. Heute habe ich diese Fähigkeit auch, also versuchen durch logisches Denken und Wissen zu verstehen wie ein anderer sich eventuell fühlen könnte, aber früher als Kind kam mir das garnicht in den Sinn. Ich glaube die Gedankenwelt von Erwachsenen war mir als Kind mehr als fremd.
      Ich war schon immer ein Kopfmensch und kam gerade mit Älteren und Erwachsenen im Generellen besser aus als mit Gleichaltrigen. Wahrscheinlich habe ich schon als Kind vieles sehr viel "erwachsener" betrachtet, weshalb mir der Zugang zu Gleichaltrigen nicht gelang.

      RegenbogenWusli wrote:

      Dieses Problem mit dem nicht dran genommen werden, hatte ich nur ein mal, weil ich in Bio endlich mal zeigen konnte was ich überhaupt konnte, und da bekam ich ausgerechnet so eine blöde Tante die es nicht interessierte das einer von 12 oder so, mal mitarbeitet und sich für den kram tatsächlich interessiert. Ich war in den meisten anderen Fächern schlecht oder allenfalls mittelmäßig weil ich die Hausaufgaben dann mal richtig hatte und den Stoff verstand. Die mündlichen Noten waren bei mir meist sehr schlecht, ich war mir außer in bio nie wirklich sicher was ich da eigentlich tue oder ob das was ich sagen würde auch richtig war.
      Ich habe mich in der Schule oft gelangweilt, also war das Nicht-Verstehen kein sonderlich großes Problem. Aber ich wurde dann unaufmerksam oder manchmal wusste ich auch nicht, auf was genau die Lehrer hinauswollten. Es war einfach oft so simpel, dass ich mir dachte, dass sie das nicht wirklich fragen würden. Das ist in der Oberstufe besser geworden, aber wirklich gut bin ich im Mündlichen nicht mehr geworden.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich vergesse solche Dinge meistens sehr schnell wieder, aber wenn ich wirklich mal einen Konflikt mitbekomme (man muss mir das schon sagen, sonst erkenne ich das selber nicht), dann denke ich meist noch beim Einschlafen darüber nach, das kann sehr nervig sein.
      Ich hatte die Tage erst ein Problem mit dem Nachbarn über uns. Musste die Polizei wegen Ruhestörung rufen und das um halb-zwei nachts. Der hat oft seine Musik so laut an da oben.
      Ich habe mich dann irgendwann hingelegt weil die Musik dann so um viertelvor-zwei wieder aus war, die Polizei war erst viertelnach-zwei da und hat wohl bei dem geklingelt und irgendwer hat in diesem Zeitraum auch bei uns angerufen. Ich vermute mal das es der Nachbar war, bin aber nicht rangengangen weil mich das davor nervlich schon total auf 180 brachte.
      Mich stört es eigentlich nicht das ich den Nachbar oben drüber hören kann, ich höre alles, wenn der da rumläuft, wenn der staubsaugt, aber ich weiß das es okay ist wenn es halt zu Uhrzeiten ist wo man sowas machen kann. Seine Musik hat er aber so gut wie immer nach 22uhr an, oft auch nach Mitternacht, und das ist nicht okay, weil es echt laut ist, nicht nur Zimmerlautstärke.
      Wenn man oben bei dem klingelt, wird es ignoriert. Den Vermiter interessiert es auch nicht. Der müsste den eigentlich abmahnen weil er auch vieles anderes nicht tut was im Mietvertrag steht.
      So einen Nachbarn habe ich auch. Zwar nicht immer, aber doch häufiger. Dann ist nachts Party obendrüber und andere üben den ganzen Tag Klavier, auch in der Mittagspause. Und das, obwohl die Mittagspause hier ganz klar geregelt ist und kommuniziert wird. Da sage ich aber nichts, weil ich mir beim Klavier nicht sicher bin, wo es herkommt (großes Haus) und bei der Party bin ich meistens schon im Bett und möchte auch nicht unbedingt dann dort hingehen.

      RegenbogenWusli wrote:


      Rubixxy wrote:

      Das ist traurig. Meine Familie besteht größtenteils aus Atheisten, was mir sehr entgegen kommt, da ich fast alles irgendwie mit der Evolutionstheorie begründe und mit Religion nicht wirklich etwas anfangen kann.
      Ansonsten würde ich mich in vielerlei Hinsicht auch eher als konservativ bezeichnen, aber mich nie so verhalten wie das, was du da beschrieben hast. Das ist irgendwie menschenverachtend, wie ich finde. Und ich lerne gerne Neues über andere Menschen. Vielleicht kann man die Bezeichnung konservativ nicht so pauschal auf alle Eigenschaften eines Menschen beziehen. Aber ich denke, ich weiß, was du meinst. Aber jetzt hast du ja wieder Menschen in deinem Umfeld, die nett zu dir sind, oder?
      Ja meine Mutter jedenfalls. Andere menschen sind eher flüchtige Bekannte aber keine engen Freunde.Was so gewisse Moralvorstellungen anbelangt, bin ich vermutlich auch eher konservativ eingestellt.
      Ich lege großen Wert auch Respekt und Rücksicht auf andere, und ich finde man sollte Menschen nicht vor-verurteilen auch wenn das nicht immer leicht ist.
      Es gibt so gewisse Menschen die laufen optisch so herum als würden sie in eine gewisse Gruppe passen, sei es die Nazi-ecke oder Rotlicht oder was auch immer, vielleicht sind diese Looks hier auch ein Trend, keine Ahnung, aber es ist schwer da nicht immer gleich davon auszugehen das diese Leute auch so sind wie sie aussehen. So doof das auch klingt.
      Ich versuche am besten solche Menschen zu meiden, dann wird mein Verdacht auch nicht bestätigt.
      Vermutlich denken andere Menschen die die meisten als intolerant oder konservativ sehen auch nicht anders. Sie meiden bestimmte Gruppen mit denen sie nichts anfangen können. Nur dann hass und missgunst gegen diese Gruppen zu verbreiten ist nicht okay.
      Ich selber sehe mich auch als nichtgläubig, jedenfalls glaube ich weder an einen Gott noch an Jesus oder so. Ich sage nicht das Jesus und das was er so darstellen wollte schlecht oder falsch oder dumm ist, aber dieses Gedöns um niemals Sünden und was Sünden überhaupt sein sollen und was nicht etc finde ich quatsch, genauso wie der gedanke das Jesus auf die Erde zurück kommen soll und so weiter. Ich finde Religionen als Kulturgut interesannt, aber einen persönlichen Nutzen ziehe ich nicht daraus.
      Da kann ich mir die Welt mit biologischem Wissen und Logik auch besser erklären als durch Wunderglaube.
      Die Menschen sind ja nur so intelligent geworden weil sie wagen Dinge zu hinterfragen, zu erforschen und Dingen nachzugehen weil sie es verstehen wollen.
      Es gibt so vieles was man noch nicht herausgefunden hat.
      Komischerweise sind die menschen die sowas nicht dulden, meist sehr religiöse Menschen. Vermutlich weil sie angst haben das es irgendwann eine Wahrheit gibt die sie nicht mehr leugnen können weil sie so banal und logisch ist das selbst sie das erkennen, falsch gelegen zu haben und das ist für sie so eine große Schande. Es geht ihnen dabei nicht um ihren geliebten Gott sondern um sich selbst und ihre Eitelkeit eigene Fehler nicht eingestehen zu wollen.
      Wirklich enge Freunde habe ich mittlerweile auch keine mehr. Man täuscht sich doch irgendwie immer in ihnen.
      Respekt, Rücksichtnahme etc. sind mir auch sehr wichtig. Auch solche Sachen wie Bitte und Danke. Damit bin ich manchen auch schon sehr auf die Nerven gegangen (weil ich mich wohl zu häufig bedanke, aber im Gegenzug fällt mir sehr negativ auf, wer es nicht macht). Oder Tischmanieren.
      Was du mit den Gruppen meinst, kenne ich. Ich gehe einigen Menschen auch eher aus dem Weg. Da zählen vor allem sehr laute/selbstbewusste Menschen dazu. Allerdings wurde mir auch rückgemeldet, dass ich anderen gegenüber sehr offen eingestellt sei, was mich freut. Wenn ich mich tatsächlich mit jemandem aus einer solchen Gruppe unterhalte, behandele ich ihn auch so wie alle anderen (zumindest glaube ich das).
      Solche Vorurteile sind, um wieder auf die Evolution etc. zurückzukommen, etwas vollkommen Natürliches und auch Wichtiges. Diese Vorurteile kommen normalerweise von eigenen Erfahrungen oder Berichten von Menschen, denen man Vertrauen schenkt. Solche Berichte und Erfahrungen haben einem früher das Leben gerettet, weshalb es grundsätzlich gute Eigenschaften sind. Es ist immer nur eine Frage dessen, was man damit macht.
      Religionen und Kulturgüter finde ich auch sehr interessant, aber für mich nicht mehr als Geschichten. Sprechende, brennende Büsche? Eine Frau, die aus einer Rippe entsteht? Eine Klassenkameradin von mir hat ernsthaft an die Schöpfungsgeschichte geglaubt und die Evolutionstheorie bezweifelt. Man kann an der Evolutionstheorie gerne zweifeln, es ist eine Theorie und Theorien sind in der Wissenschaft dazu da, diskutiert zu werden, aber die Schöpfungsgeschichte? Da stoße ich wirklich an meine Grenzen. Nachvollziehen kann ich das auf jeden Fall nicht.
      Religionskritik (egal an welcher Religion) ist immer wichtig und sollte nie unterdrückt werden. Denn nur wenn man Dinge infrage stellt, muss auch argumentiert werden und wenn argumentiert wird, kann sich jeder alle Seiten anhören und für sich selbst zu einer Meinung kommen. Wenn das nicht passiert, verkümmert das logische Denken ja und wir werden zu einer Masse an Mitläufern.
      Deine Theorie zur Eitelkeit in Bezug auf Gott etc. klingt logisch, aber ich glaube, dass das nicht alles ist. Das erscheint mir irgendwie zu einfach. Die haben ja auch irgenwie Angst davor, an ihrer Theorie zu rütteln.
    • Rubixxy wrote:

      Was genau meinst du denn mit Spieltrieb? Ich habe immer unheimlich gerne Memory gespielt (aber dann wollte keiner mehr gegen mich spielen, weil ich immer gewonnen habe), dann Scrabble (da gab es irgendwann leider auch keinen mehr) und Brett- oder Kartenspiele generell mit anderen war in meiner Umgebung leider immer schwierig, da keiner Lust dazu hatte. Sonst würde ich das auch heute noch sehr gerne tun
      Ja sowas in der Art. Gesellschaftsspiele hab ich früher auch öfter gemacht, also jedenfells mit den eigenen Eltern und später auch in der Klinik in Nürnberg wo das ein häufiger Zeitvertreib war, wenn man was in der guppe dort tun wollte ohne rauszugehen.
      Aber sonst hab ich meist eher mit Spielzeug gespielt also Tierfiguren, Stofftiere und so oder auch Tierrollen nachgespielt.


      Rubixxy wrote:

      Das stimmt, aber es kann doch auch ungewöhnliche Biografien gebe, die positiv sind, oder? Also so am Schluss, dass man positiv auf das Leben gucken kann (RW), ohne dass immer alles super gelaufen ist.
      Ja ich denke die gibt es sicher auch. Ich weiß jetzt persönlich keine, und es hängt auch davon ab ob man das komplette Leben zeigen will oder nur einen Teil und man es dann an einem Teil enden lässt was man als angenehm oder gut betrachtet.


      Rubixxy wrote:

      Ich war schon immer ein Kopfmensch und kam gerade mit Älteren und Erwachsenen im Generellen besser aus als mit Gleichaltrigen. Wahrscheinlich habe ich schon als Kind vieles sehr viel "erwachsener" betrachtet, weshalb mir der Zugang zu Gleichaltrigen nicht gelang.
      Eigentlich bin ich ein Grübler, ob ich dadurch zum Kopfmenschen werde weiß ich nicht. Ich kann auch völlig grundlos angst bekommen wo ich denke das mir etwas unheimlich ist obwohl es dafür keinen ersichtlichen Grund gibt (zB einen bestimmten Weg nicht gehen wollen etc) was ich eher in richtung Instinkt schiebe. Darum bin ich in der Hinsicht eher nicht Asperger-typisch weil ich eher mit den Jüngeren gespielt habe oder überhaupt Kontakt zu jüngeren Kindern aufbauen konnte. Die waren manipulierbarer als die anderen und machten eher die Spiele die ich vorgab.


      Rubixxy wrote:

      Ich habe mich in der Schule oft gelangweilt, also war das Nicht-Verstehen kein sonderlich großes Problem. Aber ich wurde dann unaufmerksam oder manchmal wusste ich auch nicht, auf was genau die Lehrer hinauswollten. Es war einfach oft so simpel, dass ich mir dachte, dass sie das nicht wirklich fragen würden. Das ist in der Oberstufe besser geworden, aber wirklich gut bin ich im Mündlichen nicht mehr geworden.
      Ich kann das garnicht so sehr beurteilen, bei mir war das mal so mal so. Manches hab ich auch verstanden aber ich konnte mich auch immer schon schlecht konzentrieren. Momentan lenkt mich die Musik von oben wieder ab.
      Vieles hab ich auch nicht kapiert oder oft hatte ich das problem das ich am Anfang bei einem neuen Thema alles kapiert hab und ab einem gewissen Level dann nicht mehr.


      Rubixxy wrote:

      So einen Nachbarn habe ich auch. Zwar nicht immer, aber doch häufiger. Dann ist nachts Party obendrüber und andere üben den ganzen Tag Klavier, auch in der Mittagspause. Und das, obwohl die Mittagspause hier ganz klar geregelt ist und kommuniziert wird. Da sage ich aber nichts, weil ich mir beim Klavier nicht sicher bin, wo es herkommt (großes Haus) und bei der Party bin ich meistens schon im Bett und möchte auch nicht unbedingt dann dort hingehen.
      Ja das klingt auch recht kaotisch. Gerade bei so großen Häusern wo echt viele Menschen wohnen, stelle ich mir die Belästigung durch andere und durch diese Anonymität die Ignoranz noch schlimmer vor. Hier wohnen nicht so viele, es gibt nur 4 Etagen mit jeweils nur einer Wohnung, also man hat definitiv eher wenig Leute hier.
      Ich weiß nicht was man gegen so viel Ignoranz tun soll. Außer Mietminderung oder wegziehen fällt mir nichts ein. Ich will weg ziehen, sobald wir genug geld haben, sind wir hier weg.
      Ich habe schon in diversen Wohnumständen gelebt und selbst im Jugendheim haben die "Schwererziehbaren" die Regeln leichter eingehalten als der Blödmann oben drüber :m(:
      Ich nenne ihn immer den Polyp weil sein Name so ähnlich klingt. Passt ja auch irgendwie. Polypen will keiner, sie müssen entfernt werden weil sie sonst zu Krebs werden können XD


      Rubixxy wrote:

      Respekt, Rücksichtnahme etc. sind mir auch sehr wichtig. Auch solche Sachen wie Bitte und Danke. Damit bin ich manchen auch schon sehr auf die Nerven gegangen (weil ich mich wohl zu häufig bedanke, aber im Gegenzug fällt mir sehr negativ auf, wer es nicht macht). Oder Tischmanieren.
      Ja, scheinbar wird das schon seit einiger Zeit nicht mehr an die Kinder weiter gegeben, so mein Gefühl. Die Leute die es nicht mehr haben sind ja teilweise schon über 16, also müssten deren Eltern so ca in meinem Alter sein. Tischmanieren finde ich okay, aber ich finds nicht schlimm wenn man jetzt nicht so sehr extrem darin ist. Wie zuhause Leute sich verhalten kann ja egal sein, aber in der Öffentlichkeit sollte man nicht herum rülpsen und Krümel überall verteilen oder die Sachen am Tisch lassen wenn man weiß das es keine Tischbediehnung gibt. Die haben da ja nicht umsonst diese Tablets und Rückgaben. Viele in meiner Umgebung lassen den kram einfach stehen und hinterlassen ihre Tische und auch den Platz darunter total zugekrümelt und gemüllt.
      Ich kenne es aber auch anders. Bei der Frau meines Vaters durften wir wärend dem Essen nichtmal sprechen, man musste stets gerade sitzen, alles aufessen, auch was man nicht mochte, und durfte erst den Tisch verlassen wenn alle fertig sind. Die Regel mit dem Tisch verlassen hatten wir auch im heim, was bei so vielen Leuten die Zeit haben auch okay ist. Der rest ist aber bescheuert und übertrieben meiner Meinung nach.


      Rubixxy wrote:

      Solche Vorurteile sind, um wieder auf die Evolution etc. zurückzukommen, etwas vollkommen Natürliches und auch Wichtiges. Diese Vorurteile kommen normalerweise von eigenen Erfahrungen oder Berichten von Menschen, denen man Vertrauen schenkt. Solche Berichte und Erfahrungen haben einem früher das Leben gerettet, weshalb es grundsätzlich gute Eigenschaften sind. Es ist immer nur eine Frage dessen, was man damit macht.
      Ja das stimmt wohl, das macht auch Sinn. Daran hab ich so noch garnicht gedacht.


      Rubixxy wrote:

      aber für mich nicht mehr als Geschichten. Sprechende, brennende Büsche? Eine Frau, die aus einer Rippe entsteht? Eine Klassenkameradin von mir hat ernsthaft an die Schöpfungsgeschichte geglaubt und die Evolutionstheorie bezweifelt. Man kann an der Evolutionstheorie gerne zweifeln, es ist eine Theorie und Theorien sind in der Wissenschaft dazu da, diskutiert zu werden, aber die Schöpfungsgeschichte?
      Ja das stimmt. Es ist naiv zu sagen das eine sei eine Vermutung und das andere seien Tatsachen die man nicht anzweifeln darf. Das ist unsinnig.
      Das eine wurde von Menschen niedergeschrieben, das andere auch.
      Der einzige Unterschied ist, das das eine viel älter ist als das andere, und man sollte das heutige Wissen dazu nutzen diese Dinge zu betrachten. Eigentlich erschließt sich dann vonselbst was mehr Sinn ergibt und was nicht.
      Der Einzige Sinn in der Bibel liegt daran, das die Menschen damals noch wirklich wenig Wissen über alles hatten, im vergleich zu der zeit wo Darwin seine Evolutionstheorie aufgestellt hat, von dem Wissen von heute ganz zu schweigen.


      Rubixxy wrote:

      Deine Theorie zur Eitelkeit in Bezug auf Gott etc. klingt logisch, aber ich glaube, dass das nicht alles ist. Das erscheint mir irgendwie zu einfach. Die haben ja auch irgenwie Angst davor, an ihrer Theorie zu rütteln.
      Ja ich denke auch das es da noch andere Gründe gibt. Die eigene Eielkeit im Bezug dazu nicht Unrecht zu haben und das schamhafterweise zuzugeben, war nur das was mir spontan in den meisten Fällen die mir in den Kopf kamen so eingefallen sind. Die andere Sache die mir auch noch spontan einfiehl waren jene Menschen deren Angst so groß ist eine art von erdachter Sicherheit dadurch zu verlieren, weil ja deren Idiologie wie ein Kartenhaus buchstäblich zusammen bricht.
      Viele Autisten wissen wie sehr einen sowas erschüttern kann, ich kenne das gefühl auch, nur wird es bei mir aus anderen Gründen verursacht.
      Meine Sicherheit sind Routinen und nicht Gottglauben.
      Wobei man sagen muss das deren mentale Erschütterung sicher mit einem schlimmen Ereigniss was man selbst erlebt vergleichbar ist, so wie wenn einem plötzlich ein wichtiges Familienmitglied stirbt und alles im eigenen Leben sich deswegen ändern muss.
    • Dass Autisten keine Fantasie hätten, ist ein altes Vorurteil. Es gibt viele mit viel Fantasie. Besonders auch unter den weiblichen. Manche Autisten haben ganze Universen voller Figuren und Geschichten geschaffen...

      Was mich betrifft, so habe ich eine schriftstellerische Begabung, habe aber nie wirklich ein Buch geschrieben sondern Ansätze aber nie zu Ende geführt. Die Gründe:

      1. Zeitaufwand. Z. B. habe ich es früher nie hinbekommen Zeitsprünge einzubauen. Wenn man jeden Tag rund um die Uhr beschreibt, ist das schon viel. Aber selbst wenn das Problem nicht mehr gegeben sein sollte, wäre es noch immer viel Aufwand.

      2. Genauigkeit. Z. B. finde ich es immer schwer, wie man bei Dialogen erkennen soll, wer gerade spricht, wenn ich nicht ständig "sagte X", "erwiderte Y" schreibe. Aber wenn ich das tue ständig, wirkt es platt.

      3. Fehlendes bildliches Vorstellungsvermögen. Wenn ich Bücher lese, habe ich praktisch kein Bild zu dem, was ich lese. Wenn ich Bücher schreibe, muss ich auch mal Gebäude (auch mal z. B. einen kunstvoll verzierter Tempel mit ungewöhnlicher Dachstruktur), Personen und Landschaften beschreiben, so dass der Leser sich was vorstellen kann. Ohne bildliches Vorstellungsvermögen muss ich mir das behelfsmäßig aus den Fingern saugen, und das kann irre anstrengend sein und ist auch fehleranfällig.

      4. Unregelmäßiger Output. Mir fällt es schwer spontan zu schreiben. Und ich neige auch sehr zu Schreibblockaden bzw. dass ich irgendwo hängenbleibe. Auch kann ich nicht gut abschätzen wie lange ich brauche für einen Abschnitt. Soll heißen selbst wenn ich alle Zeit der Welt hätte, könnte ich nur schwer verlässlich die Deadlines eines Verlages erfüllen. Und ein bereits fertig geschriebenes Buch einem Verlag andrehen zu wollen ist noch schwerer, da die gerne auch im Entstehungsprozess schon mitreden wollen.

      5. Hemmungen bei der Namensvergabe / Kreation. Klingt lustig, ich weiß. Aber irgendwie muss ich tatsächlich eine Art Hemmungsblockade überwinden, wenn es darum geht jetzt wirklich alles bestimmen zu dürfen und zu müssen. Nicht nur wie z. B. die Figuren heißen sondern wirklich sämtliche Namen, einschließlich der Namen der Länder, Gebrauchsgegenstände, Tierarten, Spezies oder was auch immer. Zumindest wenn ich Fantasy schreibe, was auch eher meiner Neigung entspricht und weniger Rechercheaufwand bedeutet als Realanlehnung. Eigentlich würde ich gerne auf schon Vorhandenes aufbauen, also z. B. Fanfictions schreiben oder Abenteuer, die Rollenspielcharaktere von mir zusammen mit anderen Charakteren anderer Spieler erlebt haben usw. Das wäre aber schwer wegen Urheberrechten und somit nicht wirklich zur Veröffentlichung geeignet. Eine Fanfic habe ich sogar mal geschrieben, eine andere wegen des Zeitaufwands nur angefangen zu schreiben.

      6. Selbstzweifel. Ich habe im Grunde drei(!) verschiedene Fantasyromane, die ich in meiner Jugend (also als ich so ca. 19, 20 war oder so in dem Dreh) angefangen habe zu schreiben und im Kopf zu planen. Aber nicht nur, dass ich keine Zeit habe das durchzuziehen, ich frage mich auch, ob nicht vielleicht sogar schon die Grundidee bzw. das bisher dazu geplante / überlegte unpassend ist (also z. B. Themen zu hardcore, Handlung selbst für Fantasyverhältnisse zu unrealistisch usw.) so dass ich mir wohlmöglich nen Wolf schreiben würde und am Ende merke, dass sich die ganze Mühe gar nicht gelohnt hat, da das Ding schon vom Grundkonzept her Käse ist.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Rubixxy wrote:

      So einen Nachbarn habe ich auch. Zwar nicht immer, aber doch häufiger. Dann ist nachts Party obendrüber und andere üben den ganzen Tag Klavier, auch in der Mittagspause. Und das, obwohl die Mittagspause hier ganz klar geregelt ist und kommuniziert wird. Da sage ich aber nichts,
      Das ist der Grund, warum ich umziehe. Und zwar in ein Haus ohne Nachbarn. Auch wenn es etwas weiter weg ist. Ich freue mich schon sehr darauf, keine Nachbarn mehr über mir und unter mir zu haben. 8-)

      Lex wrote:

      Dass Autisten keine Fantasie hätten, ist ein altes Vorurteil. Es gibt viele mit viel Fantasie. Besonders auch unter den weiblichen. Manche Autisten haben ganze Universen voller Figuren und Geschichten geschaffen...

      Ich habe immer geschrieben und auch Sachen veröffentlicht ,
      und dachte, ich bin ein Mensch mit Phantasie ,
      dann hat man mir das gesagt mit der mangelnden Phantasie bei Asperger , das wird auch in den Diagnosetests abgefragt ....

      nun wusste ich ja schon von meinem Buch und den Kurzgeschichten
      und habe das jetzt ernsthaft hinterfragt:
      Vielleicht ist ja alles abgekupfert und imitiert,
      so wie ich soziale Verhaltensweisen imitiert habe,
      und ich bin kein bißchen kreativ.

      ich bin gerade sehr froh, dass hier doch viele schreibende und phantasievolle Aspies gibt ...... :thumbup:
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • RegenbogenWusli wrote:

      Eigentlich bin ich ein Grübler, ob ich dadurch zum Kopfmenschen werde weiß ich nicht. Ich kann auch völlig grundlos angst bekommen wo ich denke das mir etwas unheimlich ist obwohl es dafür keinen ersichtlichen Grund gibt (zB einen bestimmten Weg nicht gehen wollen etc) was ich eher in richtung Instinkt schiebe. Darum bin ich in der Hinsicht eher nicht Asperger-typisch weil ich eher mit den Jüngeren gespielt habe oder überhaupt Kontakt zu jüngeren Kindern aufbauen konnte. Die waren manipulierbarer als die anderen und machten eher die Spiele die ich vorgab.
      Als Grübler würde ich mich auch bezeichnen. Man grübelt ja auch mit dem Kopf. Aber Kopfmensch würde ich deshalb sagen, weil ich versuche, meine Entscheidungen bewusst zu treffen und das meistens auch mache.
      Das Problem der grundlosen Angst kenne ich auch. Manchmal bin ich absolut unruhig und habe Angst (könnte auch Anspannung, Vorfreude, Stress oder Nervosität sein) und weiß aber nicht, wieso, wovor oder was ich dagegen tun kann. Das hasse ich.
      Als alle in meiner Umgebung pubertär geworden sind, kam ich auch immer besser mit Jüngeren zurecht (wobei das mit den Älteren geblieben ist). Mittlerweile mag ich es total gerne mit Kindern so um 1 Jahr oder etwas älter zu spielen. Die freuen sich einfach, wenn man etwas mit ihnen macht. Auch wenn es mir manchmal zu viel Hin und Her ist und ich bei "Fragen" (sofern sie die artikulieren können) zu viel erkläre und sie dann weggehen.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich kann das garnicht so sehr beurteilen, bei mir war das mal so mal so. Manches hab ich auch verstanden aber ich konnte mich auch immer schon schlecht konzentrieren. Momentan lenkt mich die Musik von oben wieder ab.
      Vieles hab ich auch nicht kapiert oder oft hatte ich das problem das ich am Anfang bei einem neuen Thema alles kapiert hab und ab einem gewissen Level dann nicht mehr.
      Bei mir ließ die Konzentration nach, sobald ich es langweilig fand. Ist auch heute noch so und wahrscheinlich irgendwie "normal". Ich glaube auch, dass mir öfter mal passiert ist, dass ich mich gelangweilt habe und dann nicht mitbekommen habe, dass es weiterging und dann muss ich mir das mühsam irgendwo herholen, was ich verpasst hatte.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ja das klingt auch recht kaotisch. Gerade bei so großen Häusern wo echt viele Menschen wohnen, stelle ich mir die Belästigung durch andere und durch diese Anonymität die Ignoranz noch schlimmer vor. Hier wohnen nicht so viele, es gibt nur 4 Etagen mit jeweils nur einer Wohnung, also man hat definitiv eher wenig Leute hier.
      Ich weiß nicht was man gegen so viel Ignoranz tun soll. Außer Mietminderung oder wegziehen fällt mir nichts ein. Ich will weg ziehen, sobald wir genug geld haben, sind wir hier weg.
      Ich habe schon in diversen Wohnumständen gelebt und selbst im Jugendheim haben die "Schwererziehbaren" die Regeln leichter eingehalten als der Blödmann oben drüber :m(:
      Ich nenne ihn immer den Polyp weil sein Name so ähnlich klingt. Passt ja auch irgendwie. Polypen will keiner, sie müssen entfernt werden weil sie sonst zu Krebs werden können XD
      Ich wohne in einem sehr großen Hochhaus sehr weit oben. Und eigentlich fühle ich mich hier auch richtig wohl, weil es gar nicht anonym ist. Eher wie ein Dorf und man kennt sich. Nur die obendrüber kenne ich nicht wirklich, deshalb traue ich mich nicht, da was zu sagen. Ich glaube, die denken, dass man es nicht hört. Genauso das Klavier, aber das kann ich nicht zuordnen.
      Ich gebe Leuten auch immer gerne in Gedanken Spitznamen, wenn ich mir den Namen nicht merken kann :d

      RegenbogenWusli wrote:

      Ja, scheinbar wird das schon seit einiger Zeit nicht mehr an die Kinder weiter gegeben, so mein Gefühl. Die Leute die es nicht mehr haben sind ja teilweise schon über 16, also müssten deren Eltern so ca in meinem Alter sein. Tischmanieren finde ich okay, aber ich finds nicht schlimm wenn man jetzt nicht so sehr extrem darin ist. Wie zuhause Leute sich verhalten kann ja egal sein, aber in der Öffentlichkeit sollte man nicht herum rülpsen und Krümel überall verteilen oder die Sachen am Tisch lassen wenn man weiß das es keine Tischbediehnung gibt. Die haben da ja nicht umsonst diese Tablets und Rückgaben. Viele in meiner Umgebung lassen den kram einfach stehen und hinterlassen ihre Tische und auch den Platz darunter total zugekrümelt und gemüllt.
      Ich kenne es aber auch anders. Bei der Frau meines Vaters durften wir wärend dem Essen nichtmal sprechen, man musste stets gerade sitzen, alles aufessen, auch was man nicht mochte, und durfte erst den Tisch verlassen wenn alle fertig sind. Die Regel mit dem Tisch verlassen hatten wir auch im heim, was bei so vielen Leuten die Zeit haben auch okay ist. Der rest ist aber bescheuert und übertrieben meiner Meinung nach.
      Ich habe mal in einer Kinderferienbetreuung eine Woche gearbeitet und da haben wir auch mit den Kindern zusammen gegessen. Ich habe versucht, sie auf Tischmanieren hinzuweisen, aber die kannten das gar nicht und auch die anderen Betreuer hat es nicht interessiert. Die Kinder mochten das auch nicht, wenn ich das getan habe und haben mich einfach irgendwann ignoriert. Ich denke, dadurch, dass viele die größte Zeit woanders betreut werden und nicht mehr zu Hause von ihren Eltern, geht so etwas auch einfach unter. Den Eltern war so etwas vielleicht wichtig, den Betreuern ist es oftmals zu anstrengend, denn da muss man sich ja auch durchsetzen.
      Im Studium hatte ich eine rauchende Kommilitonin, die ihre Zigarette einfach auf dem Boden ausgetreten hat, obwohl zwei Meter weiter ein Zigaretteneimer war. Als ich sie darauf hinwies hat sie ein schlechtes Gewissen bekommen, sie wieder aufgehoben und in den Eimer geworfen. Die anderen fanden das glaube ich ein bisschen seltsam. Sie war noch nicht ganz 30.
      Ein weiterer Kommilitone Anfang 40 (der müsste doch eigentlich noch eine halbwegs gute Erziehung genossen haben, könnte man meinen), hat in der Mensa Spargel gegessen. Mit der Hand! Ellenbogen auf den Tisch aufgestützt und dann die einzelnen Spargel mit den Fingern hochgenommen und von oben in den Mund rein und abgebissen. Das war unmöglich!
      Aber auch das Müll-liegen-Lassen ist schlimm. Ich versuche, hinterher immer alles wegzuräumen, was ja nicht zu schwer sein sollte, aber andere sind wirklich rücksichtslos!
      Nicht sprechen während des Essens finde ich auch nicht gut. Dann wären die anderen erstens noch schneller fertig und ich noch mehr im Stress und zum anderen ist das gemeinsame Essen ja auch irgendwie eine Möglichkeit, sich wirklich miteinander zu unterhalten. Danach und davor macht doch wahrscheinlich jeder sein eigenes Ding (RW).
      Den Tisch erst zu verlassen, wenn alle fertig sind, ist auch bei uns üblich und finde ich richtig. Aufessen: Wenn man sich selbst nimmt, dann ja, aber wenn jemand anderes das macht und man keinen Einfluss auf die Menge oder darauf, was man bekommt (etwas, das man nicht mag), dann nicht. Aber so Dinge, dass die Gabel in die linke Hand gehört, keine Ellenbogen auf dem Tisch beim Essen etc. finde ich schon wichtig. Oder dass man Kartoffeln nicht mit dem Messer schneidet.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ja das stimmt. Es ist naiv zu sagen das eine sei eine Vermutung und das andere seien Tatsachen die man nicht anzweifeln darf. Das ist unsinnig.
      Das eine wurde von Menschen niedergeschrieben, das andere auch.
      Der einzige Unterschied ist, das das eine viel älter ist als das andere, und man sollte das heutige Wissen dazu nutzen diese Dinge zu betrachten. Eigentlich erschließt sich dann vonselbst was mehr Sinn ergibt und was nicht.
      Der Einzige Sinn in der Bibel liegt daran, das die Menschen damals noch wirklich wenig Wissen über alles hatten, im vergleich zu der zeit wo Darwin seine Evolutionstheorie aufgestellt hat, von dem Wissen von heute ganz zu schweigen.
      Genau! Man muss natürlich sagen, dass die Evolutionstheorie ganz klar auf sehr logischen Begründungen basiert, dennoch ist es eine Theorie, die nicht nur angezweifelt werden darf, sondern immer kritisch hinterfragt werden MUSS. Nur so ist auch wirklich der Drang da, etwas beweisen zu müssen. Alles, das nicht eindeutig bewiesen ist, darf und muss hinterfragt werden. Wenn ich im Sommer mit meiner Bachelorarbeit fertig bin, möchte ich ein Buch über eine neue Theorie zur Entstehung unseres Universums lesen. Das habe ich schon. Die Urknall-Theorie ist nämlich auch nur eine Theorie und wird derzeit stark angezweifelt (mit Energieerhaltungssatz und dann einmaliger Knall aus dem Nichts durchaus schwer nachzuvollziehen), weshalb mich das wirklich interessiert, was es für neue Ansätze gibt.
      Ich denke auch, dass die Bibel dazu da war, die Menschen zu domestizieren und ihnen die Ängste vor dem Unbekannten zu nehmen. Wenn man alles mit Gott begründen kann, dann macht es einem auch nicht mehr so viel Angst.
      Und obwohl wir mittlerweile so viel wissen, würde ich behaupten, dass es noch immer nur ein kleiner Bruchteil dessen ist, was es tatsächlich zu wissen gäbe.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ja ich denke auch das es da noch andere Gründe gibt. Die eigene Eielkeit im Bezug dazu nicht Unrecht zu haben und das schamhafterweise zuzugeben, war nur das was mir spontan in den meisten Fällen die mir in den Kopf kamen so eingefallen sind. Die andere Sache die mir auch noch spontan einfiehl waren jene Menschen deren Angst so groß ist eine art von erdachter Sicherheit dadurch zu verlieren, weil ja deren Idiologie wie ein Kartenhaus buchstäblich zusammen bricht.
      Viele Autisten wissen wie sehr einen sowas erschüttern kann, ich kenne das gefühl auch, nur wird es bei mir aus anderen Gründen verursacht.
      Meine Sicherheit sind Routinen und nicht Gottglauben.
      Wobei man sagen muss das deren mentale Erschütterung sicher mit einem schlimmen Ereigniss was man selbst erlebt vergleichbar ist, so wie wenn einem plötzlich ein wichtiges Familienmitglied stirbt und alles im eigenen Leben sich deswegen ändern muss.
      Genau, das Argument mit der Angst und der Sicherheit durch die Geschichten halte ich auch für richtig. Allerdings verstehe ich nicht, wie man mit unseren heutigen Erkenntnissen das so unangefochten stehen lassen möchte (RW).
      JA, das Gefühl, dass auf einmal alles zusammenbricht, kenne ich auch. Das ist schrecklich.
      Meine Sicherheit sind Fakten. Routinen in gewisser Weise auch.

      Lex wrote:

      Dass Autisten keine Fantasie hätten, ist ein altes Vorurteil. Es gibt viele mit viel Fantasie. Besonders auch unter den weiblichen. Manche Autisten haben ganze Universen voller Figuren und Geschichten geschaffen..
      Kann ich so unterschreiben (RW). Ich liebe meine Fantasiewelten im Kopf. Die sind viel schöner als die reale Welt!

      Lex wrote:

      1. Zeitaufwand. Z. B. habe ich es früher nie hinbekommen Zeitsprünge einzubauen. Wenn man jeden Tag rund um die Uhr beschreibt, ist das schon viel. Aber selbst wenn das Problem nicht mehr gegeben sein sollte, wäre es noch immer viel Aufwand.
      Fällt mir auch heute noch schwer, allerdings schreibe ich mittlerweile Geschichten, bei denen genügend an den Tagen passiert, dass es so geht. Vereinzelte Zeitsprünge gehen, aber da muss ich auch immer sehr lange drüber grübeln, wie ich das jetzt am besten mache und bin eigentlich nie so ganz zufrieden damit.

      Lex wrote:

      2. Genauigkeit. Z. B. finde ich es immer schwer, wie man bei Dialogen erkennen soll, wer gerade spricht, wenn ich nicht ständig "sagte X", "erwiderte Y" schreibe. Aber wenn ich das tue ständig, wirkt es platt.
      Das kenne ich! Ich habe mir angewöhnt, zu beschreiben, was die Figuren machen, um es ein bisschen zu entzerren. Also so etwas wie:
      "Na ja, ich bin mir unsicher." Katja knetete ihre Finger und Helen hatte schon das Gefühl, ihre Knöchel wollten durch die Haut in die Freiheit springen, als sie weiterredete: "Es könnte so viel passieren."
      "Vielleicht solltest du es einfach probieren", meinte Helen lapidar und machte eine wegwerfende Handbewegung, während sie sich in Gedanken schon einem anderen Problem widmete. Bevor sie sich darin jedoch ganz verlor, wandte sie sich noch einmal Katja zu: "Eigentlich ist es mir auch egal." Und sie ging.

      Blödes Beispiel, wie mir gerade auffällt, aber manchmal habe ich ganze Absätze an Text zwischen den einzelnen Aussagen. Das hilft und klingt nicht so platt.

      Lex wrote:

      3. Fehlendes bildliches Vorstellungsvermögen. Wenn ich Bücher lese, habe ich praktisch kein Bild zu dem, was ich lese. Wenn ich Bücher schreibe, muss ich auch mal Gebäude (auch mal z. B. einen kunstvoll verzierter Tempel mit ungewöhnlicher Dachstruktur), Personen und Landschaften beschreiben, so dass der Leser sich was vorstellen kann. Ohne bildliches Vorstellungsvermögen muss ich mir das behelfsmäßig aus den Fingern saugen, und das kann irre anstrengend sein und ist auch fehleranfällig.
      Geht mir auch so. Wenn ich sage, dass meine Figuren alle kein Aussehen haben (außer es ist etwas Wichtiges, es gibt bei mir beispielsweise einen, der den Spitznamen Pumuckl hat, weil er rote Haare hat), sind viele total überrascht. Manchmal lasse ich mir auch von anderen beschreiben, wie sie sich meine Figuren vorstellen. Normalerweise schreibe ich nämlich gar nichts zu ihrem Aussehen, wenn es nicht wichtig für die Handlung ist (ganz länge Fingernägel, um jemandem das Gesicht zu zerkratzen zum Beispiel). Ansonsten gehe ich oft von den Gebäuden aus, die ich kenne: Die Wohnung meiner Großeltern? So sieht eine Suite im Hotel aus. Das Haus, an dem ich jahrelang regelmäßig vorbeigelaufen bin? Das Zuhause von zwei Protagonisten. Ich beschreibe das aber normalerweise nicht für meine Leser, sondern habe das für mich, um mir zu überlegen, ob es möglich ist, dass eine Person in einem Raum das eine machen kann, einen Weg nehmen kann und eine Person etwas anderes, ohne dass ein Logikfehler entsteht. Meine Leser sollen sich schon selbst anstrengen, etwas daraus in ihrer Fantasie zu erschaffen! :d

      Lex wrote:

      4. Unregelmäßiger Output. Mir fällt es schwer spontan zu schreiben. Und ich neige auch sehr zu Schreibblockaden bzw. dass ich irgendwo hängenbleibe. Auch kann ich nicht gut abschätzen wie lange ich brauche für einen Abschnitt. Soll heißen selbst wenn ich alle Zeit der Welt hätte, könnte ich nur schwer verlässlich die Deadlines eines Verlages erfüllen. Und ein bereits fertig geschriebenes Buch einem Verlag andrehen zu wollen ist noch schwerer, da die gerne auch im Entstehungsprozess schon mitreden wollen.
      Kenne ich auch und hasse ich. Dann verweile ich in Gedanken immer an der gleichen Stelle und spiele sie mit unterschiedlichen Ergebnissen durch. Und dann, ganz plötzlich, kommt wieder ein ganzer Schwall, sodass ich kaum nachkomme mit Schreiben. Einen Verlag habe ich leider nicht, aber die Deadlines würden mich auch fertigmachen (RW).

      Lex wrote:

      5. Hemmungen bei der Namensvergabe / Kreation. Klingt lustig, ich weiß. Aber irgendwie muss ich tatsächlich eine Art Hemmungsblockade überwinden, wenn es darum geht jetzt wirklich alles bestimmen zu dürfen und zu müssen. Nicht nur wie z. B. die Figuren heißen sondern wirklich sämtliche Namen, einschließlich der Namen der Länder, Gebrauchsgegenstände, Tierarten, Spezies oder was auch immer. Zumindest wenn ich Fantasy schreibe, was auch eher meiner Neigung entspricht und weniger Rechercheaufwand bedeutet als Realanlehnung. Eigentlich würde ich gerne auf schon Vorhandenes aufbauen, also z. B. Fanfictions schreiben oder Abenteuer, die Rollenspielcharaktere von mir zusammen mit anderen Charakteren anderer Spieler erlebt haben usw. Das wäre aber schwer wegen Urheberrechten und somit nicht wirklich zur Veröffentlichung geeignet. Eine Fanfic habe ich sogar mal geschrieben, eine andere wegen des Zeitaufwands nur angefangen zu schreiben.
      Mir fällt das mit den Namen (da ich eher im Realen unterwegs bin vor allem Nachnamen) unheimlich schwer. Da suche ich dann immer in Namenslexika und habe deshalb schon häufig Werbung erst für Schwangerschaftstests, dann Geburtsvorbereitungskurse und erste Babyausstattung bekommen und schließlich sogar irgendwas für Kinderbetreuung. Da habe ich die Algorithmen ordentlich durcheinander gebracht :d
      Aber ich habe auch schon Kritik für meine Namenswahl bekommen, weshalb ich auch immer unsicher bin. Meistens bin ich am Ende auch unzufrieden mit den Namen, aber ändern geht nicht, die sind ja irgendwie reingewachsen, meine Personen.

      Lex wrote:

      6. Selbstzweifel. Ich habe im Grunde drei(!) verschiedene Fantasyromane, die ich in meiner Jugend (also als ich so ca. 19, 20 war oder so in dem Dreh) angefangen habe zu schreiben und im Kopf zu planen. Aber nicht nur, dass ich keine Zeit habe das durchzuziehen, ich frage mich auch, ob nicht vielleicht sogar schon die Grundidee bzw. das bisher dazu geplante / überlegte unpassend ist (also z. B. Themen zu hardcore, Handlung selbst für Fantasyverhältnisse zu unrealistisch usw.) so dass ich mir wohlmöglich nen Wolf schreiben würde und am Ende merke, dass sich die ganze Mühe gar nicht gelohnt hat, da das Ding schon vom Grundkonzept her Käse ist.
      Kenne ich auch! Meine beste Geschichte ist eine, die ich erst gar nicht geplant habe und einfach mal geschrieben habe, auf was ich Lust hatte und sie dann mit einer Excel-Tabelle komplett durchgeplant habe. Das ist eine Trilogie und der erste Teil ist fertig, aber das ist wirklich mein Herzensprojekt. Aber ich veröffentliche das anonym im Internet, weil ich doch immer zweifle, dass es nicht gut ist und Angst habe, dass man mich deshalb für noch komischer hält, als sowieso schon.

      Rhianonn wrote:

      Das ist der Grund, warum ich umziehe. Und zwar in ein Haus ohne Nachbarn. Auch wenn es etwas weiter weg ist. Ich freue mich schon sehr darauf, keine Nachbarn mehr über mir und unter mir zu haben. 8-)
      In meinen Träumen sehe ich mich gerne auf einer einsamen Insel oder in einem kleinen Dorf an der Nordseeküste, kaum Menschen, viel Platz, Wind und das Meer 8-)
      Und vielleicht, wer weiß, wird dieser Traum irgendwann mal wahr :)
    • Ich glaube es ist noch nicht ganz klar geworden, was ich mit Punkt 5 meine. Es geht nicht darum, dass ich mir keine Namen ausdenken könnte. Es ist eher der Gedanke, dass es mir komisch vorkommt tatsächlich alles bestimmen zu dürfen und zu müssen, also eine komplett neue Welt zu erschaffen und dort (also quasi gottgleich) alles alleine bestimmen und festlegen zu dürfen - man denke da beispielsweise an das "Universum" von Harry Potter und wie viel die Autorin dafür erfinden und festlegen musste, magische Kreaturen und so weiter - also alles bestimmen zu dürfen und zu müssen finde ich zwar einerseits cool aber habe andererseits Hemmungen das zu tun. Und es bedeutet ja auch einigen Aufwand sich eine komplette Fauna und Sozialstruktur usw. zu erdenken. Normalerweise würde man ja nicht mich fragen, wenn z. B. ein Land oder eine Tierart einen Namen braucht. Daher ist das ungewohnt für mich. Das nicht zu dürfen ist so ein Unsinngedanke. Mich in eine Welt, die bereits von anderen konstruiert wurde, mit einzuklinken und was dazuzuerfinden (z. B. einen Charakter), fällt mir leichter.

      Das ist so ähnlich wie mit Erdbeeren und Melonen. Also ich meine keine geschmacklosen Wintererdbeeren aus dem Gewächshaus, keine übersäuerten Erdbeeren und auch keine Wassermelonen. Was ich meine sind himmlisch leckere süße Frühlingserdbeeren frisch vom Feld, die im Mund zart zergehen. Und Honigmelonen und auch honigsüße Netzmelonen. Wenn ich die esse oder essen möchte bin ich immer etwas gehemmt oder habe ein schlechtes Gewissen. Ich denke dann sowas wie: "Ich bin unwürdig! Womit verdiene ich solch eine himmlische Frucht?" Klingt albern, ich weiß. Ist ein Unsinngedanke. Aber irgendwie... bleibt die Empfindung so. Obwohl ich andere leckere Lebensmittel auch in rauhen Mengen verschlinge ohne Gewissensbisse.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      3. Fehlendes bildliches Vorstellungsvermögen. Wenn ich Bücher lese, habe ich praktisch kein Bild zu dem, was ich lese. Wenn ich Bücher schreibe, muss ich auch mal Gebäude (auch mal z. B. einen kunstvoll verzierter Tempel mit ungewöhnlicher Dachstruktur), Personen und Landschaften beschreiben, so dass der Leser sich was vorstellen kann. Ohne bildliches Vorstellungsvermögen muss ich mir das behelfsmäßig aus den Fingern saugen, und das kann irre anstrengend sein und ist auch fehleranfällig.
      Bei mir ist das eher so, dass ich meine Story wie einen Film sehe. Ich schreibe dann nur noch auf, was geschieht und wie die Umgebung aussieht. Wenn ich Pech habe, ist der innere Film zu schnell.
      Die Charakter-und Namenssdesignerin ist aber tatsächlich meine Tochter , wenn wir zusammenschreiben, sie führt Figuren ein und weiß dann alles über sie, sogar Schuhgröße und Sternzeichen.

      Lex wrote:

      Es geht nicht darum, dass ich mir keine Namen ausdenken könnte. Es ist eher der Gedanke, dass es mir komisch vorkommt tatsächlich alles bestimmen zu dürfen und zu müssen, also eine komplett neue Welt zu erschaffen und dort (also quasi gottgleich) alles alleine bestimmen und festlegen zu dürfen - man denke da beispielsweise an das "Universum" von Harry Potter und wie viel die Autorin dafür erfinden und festlege
      Das gibt mir gerade die Idee für eine Story, in der sich die Protagonisten gegen den Schriftsteller wehren.

      Manchmal entwickeln Figuren ein Eigenleben, und ich bin sehr überrascht darüber, was sie tun.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Rubixxy wrote:

      Als Grübler würde ich mich auch bezeichnen. Man grübelt ja auch mit dem Kopf. Aber Kopfmensch würde ich deshalb sagen, weil ich versuche, meine Entscheidungen bewusst zu treffen und das meistens auch mache.
      Das Problem der grundlosen Angst kenne ich auch. Manchmal bin ich absolut unruhig und habe Angst (könnte auch Anspannung, Vorfreude, Stress oder Nervosität sein) und weiß aber nicht, wieso, wovor oder was ich dagegen tun kann. Das hasse ich.
      Ich glaube ich endscheide schon eher nach Gefühl, aber ich muss dazu sagen das ich auch sehr abwägend bin und versuche Dinge vorauszuahnen oder durch logische Schlussfolgerungen zu erklären um mich leichter entscheiden zu können. Ich habe gelernt das es besser ist auf den Instinkt zu hören. Jedenfalls hab ich oft gemerkt das der recht hatte sobald ich mich für den Kopf bzw den Wunsch wie ich das gern gehabt hätte entschieden hab.


      Rubixxy wrote:

      Als alle in meiner Umgebung pubertär geworden sind, kam ich auch immer besser mit Jüngeren zurecht (wobei das mit den Älteren geblieben ist). Mittlerweile mag ich es total gerne mit Kindern so um 1 Jahr oder etwas älter zu spielen. Die freuen sich einfach, wenn man etwas mit ihnen macht. Auch wenn es mir manchmal zu viel Hin und Her ist und ich bei "Fragen" (sofern sie die artikulieren können) zu viel erkläre und sie dann weggehen.
      Also mit so kleinen Kindern kann ich nichts anfangen. Ich hab mal eine Cousine von mir kennen gelernt, die 4 war. Die hat sich im Spiel mal versehentlich gestoßen und dann geheult, und als die Mutter kam, meinte die, ich wäre das gewesen. Ihre große Schwester konnte mich aber verteidigen, und die Mutter meinte dann das die kleine eine Zicke ist und sowas schon öfter versucht hat, also bei ihrer eigenen Schwester. Bisher kam ich eher so mit Kindern ab 6 und älter bis maximal 13 klar, solange die noch selber gespielt haben. Manche sind ja schon ab 10 so, das sie immer bei den älteren sein wollen und alles was andere tun cool finden. Mit solchen Kindern konnte ich nichts anfangen.


      Rubixxy wrote:

      Bei mir ließ die Konzentration nach, sobald ich es langweilig fand. Ist auch heute noch so und wahrscheinlich irgendwie "normal". Ich glaube auch, dass mir öfter mal passiert ist, dass ich mich gelangweilt habe und dann nicht mitbekommen habe, dass es weiterging und dann muss ich mir das mühsam irgendwo herholen, was ich verpasst hatte.
      Ja das ist normal denke ich.
      Manche können sich scheinbar zwingen zuzuhören, auch wenn es sie nicht so interessiert. Viele Autisten haben damit Probleme.
      ich kann das auch nicht. Bei mir ist es leider auch so das ich selbst, wenn mich was interessiert, ich auch nicht immer zuhören kann oder nach mehreren Minuten trotzdem abschalte oder abgelenkt werde. Da denke ich das da ein wenig ADS durch kommt, auch wenn ich das wohl nicht habe bzw die Probleme die ich hab eher dem ASS anzugleichen sind und für eine ADS-diagnose nicht genug vorhanden ist was sich darauf beziehen ließe.
      Typischer Aspie bin ich eher nur beim malen, basteln oder sowas, das kann ich tage lang am stück bis mir die Augen zufallen oder die Blase weh tun muss damit ich merke das ich mal aufs Klo muss. Bei allen anderen Tätigkeiten werde ich super schnell abgelenkt sobald mich jemand anspricht und ich nebenher noch über was reden soll.


      Rubixxy wrote:

      Den Eltern war so etwas vielleicht wichtig, den Betreuern ist es oftmals zu anstrengend, denn da muss man sich ja auch durchsetzen.
      Da hab ich keine Erfahrung. Ich weiß nur das ich mal in einer Schule essen ausgeteilt hab und da haben sich die Grundschulkinder alle gut benommen. Es hab höchstens das Gequengel wenn einer mal was nicht essen wollte aber da gab es selten ein Drama. Bei mir war damals im Kindergarten auch sowas mit essen und ich hab da fast jeden Tag einen Aufstand gemacht weil es fast jede Woche an mehreren Tagen etwas gab was ich nicht mochte. Der Nachtisch war meistens Pudding dessen Konsistens ich nicht mochte, und als Beilagen gab es meistens irgend einen Kohl den ich nicht mochte, Ei, oder Spinat was ich auch alles nicht mochte. Ich musste da recht ansträngend gewesen sein.
      Ich finde das sowas für die Erzieher eigentlich nicht ansträngend sein sollte auf generelles Benehmen zu achten, da sie den Kindern eh vorgeben müssen sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten. Oder lassen die da auch zu das Kinder anderen was wegnehmen, sich prügeln oder beschimpfen?
      Wenn die bei sowas eingreifen können, und als Autorität sich Respekt verschaffen, sollte das andere ein Kinderspiel sein (passende Redewendung) XD
      Weil solche Sachen wie Tischmanieren schon wie ein Ritual durchgezogen werden. Die waschen sich ja auch vorher die Hände, müssen sich danach die Zähne putzen etc, also können sie auch vorher sowas wie ein einfaches Tischgebet sprechen, und erst aufstehen wenn alle fertig sind. Mit ungeduldigen Kindern kann man sich auch unterhalten, damit sie nicht mit den Gedanken ständig woanders sind.


      Rubixxy wrote:

      Ein weiterer Kommilitone Anfang 40 (der müsste doch eigentlich noch eine halbwegs gute Erziehung genossen haben, könnte man meinen), hat in der Mensa Spargel gegessen. Mit der Hand! Ellenbogen auf den Tisch aufgestützt und dann die einzelnen Spargel mit den Fingern hochgenommen und von oben in den Mund rein und abgebissen. Das war unmöglich!
      Wie konnte der das denn machen ohne sich dabei einzusauen?
      Ich versuche mir das gerade vorzustellen.
      Allein weil ich erst letztes Wochenende Spargel gegessen hab. Der ist heiiß und weich, und nass, das wäre eine Sauerei gewesen.
      Das mit dem Ellenbogen stört mich nichtmal, solange man sich nicht so breit macht das man dem Tischnachbarn den Platz wegnimmt.
      Ich finde es auch nicht schlimm mit der Hand zu essen, aber es hängt da vom Essen ab. In manchen Kulturen ist das normal. Inder essen nur so, und das ist echt eklig.
      Sushi isst man teilweise auch mit den Fingern aber das geht auch da es nicht nass ist.


      Rubixxy wrote:

      Dann wären die anderen erstens noch schneller fertig und ich noch mehr im Stress und zum anderen ist das gemeinsame Essen ja auch irgendwie eine Möglichkeit, sich wirklich miteinander zu unterhalten. Danach und davor macht doch wahrscheinlich jeder sein eigenes Ding (RW).
      Ich bin auch eher ein langsamer Esser.
      Ja ich vermute das mit dem still essen kommt aus einer Zeit wo die Leute wärend dem Kochen oder so alle in der Küche hockten und sich vorher unterhalten konnten.
      Aber auch damals als man noch auf Bauernhöfen oder in einer Stube lebte hat der eine gearbeitet und die anderen irgendwas im Haushalt gemacht, da konnten auch nicht alle zusammen über etwas reden.
      Ich müsste das mal googeln warum manche nicht bei Tisch reden.


      Rubixxy wrote:

      Aufessen: Wenn man sich selbst nimmt, dann ja, aber wenn jemand anderes das macht und man keinen Einfluss auf die Menge oder darauf, was man bekommt (etwas, das man nicht mag), dann nicht. Aber so Dinge, dass die Gabel in die linke Hand gehört, keine Ellenbogen auf dem Tisch beim Essen etc. finde ich schon wichtig. Oder dass man Kartoffeln nicht mit dem Messer schneidet.
      Was ich furchtbar finde ist, wenn Leute sich an einem Buffet oder im Hotel etc alles vollhauen und das dann nicht schaffen zu essen, das ist bescheuert und eine Verschwändung.
      Das man Kartoffeln nicht mit Messern schneidet wusste ich garnicht. Halte ich auch für übertrieben, die sind nicht immer so butterweich das man die leicht mit der Gabel zerteilen kann.
      Die können da leicht wegflutschen.
      Vielleicht hatte man früher überwiegend die mehligkochenden. heute bekommt man ja fast nur noch festkochende.
      Oh da mit dem in welcher Hand man die gabel zu halten hat finde ich kontraproduktiv, gerade wenn man beideshänder oder linkshänder ist, zwingt man ein Kind damit in eine Konfliktsituation.
      Ich habe als Kind oft die Hand gewechselt weil es mir mit einer Hand zu ansträngend wurde.
      Man sollte eher darauf achten das einer nicht rumsaut und geschickt mit dem besteck umgehen kann. Wie es die Person dabei hält, sollte egal sein.
      Gerade als Mensch mit Behinderung in der Motorik, wirkt man oft ungeschickt weil man Dinge so halten soll wie alle, aber wenn man einem den Freiraum lässt das so zu machen wie man es selbst am besten kann, kann das Endresultat durchaus genauso gut sein wie das eines Menschen ohne Einschränkung.


      Rubixxy wrote:

      Allerdings verstehe ich nicht, wie man mit unseren heutigen Erkenntnissen das so unangefochten stehen lassen möchte (RW).
      Naja, es gibt sehr engstirnige Menschen. Man sagt ja, das was der Esel nicht kennt, das frisst er nicht.
      Ich vermute das kann man etwas ausweiten.
      Das was der Mensch nicht will, das akzeptiert er nicht oder so.
      Das ist hier ja nicht anders.
      Bei problemen die jemand hat, aber nicht ändern will, sieht man ja auch, das die person am ende nie was ändern wird, egal wie sehr von außen da versucht wird zu helfen/bewegen/manipulieren etc.
      Einen echten Willen kann man nicht brechen. Eher würde die Seele kaputtgehen, der Mensch sich dann umbringen, amoklaufen etc weil er sich nicht ändern kann da er es nicht will. Ganz egal wie sehr andere das wollen. Wenn er nicht ehrlich zu sich selbst ist und es ändern will, wird das nie erfolgreich geändert.
      Das gilt für Suchtverhalten, Zwänge aber auch persönliche Einstellungen.


      Rhianonn wrote:

      Das ist der Grund, warum ich umziehe. Und zwar in ein Haus ohne Nachbarn. Auch wenn es etwas weiter weg ist. Ich freue mich schon sehr darauf, keine Nachbarn mehr über mir und unter mir zu haben.
      Das würde ich auch gerne tun, aber ich bezweifle das in der Umgebung wo ich hinziehen will, mir ein Haus zur Miete leisten kann D:
      Selbst im Umraum von Nürnberg, also Langkreis, wo es schon viele Einfamilienhäuser gibt, gibt es keine die nur um die 500-550€ kalt kosten.
      Und man braucht wohl auch ein Auto in diesen Regionen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich glaube ich endscheide schon eher nach Gefühl, aber ich muss dazu sagen das ich auch sehr abwägend bin und versuche Dinge vorauszuahnen oder durch logische Schlussfolgerungen zu erklären um mich leichter entscheiden zu können. Ich habe gelernt das es besser ist auf den Instinkt zu hören. Jedenfalls hab ich oft gemerkt das der recht hatte sobald ich mich für den Kopf bzw den Wunsch wie ich das gern gehabt hätte entschieden hab.
      Wann immer ich etwas nach Gefühl entscheide, geht es schief und ich bereue es hinterher. Falls ich Instinkt haben sollte, ist es ein ziemlich schlechter.

      RegenbogenWusli wrote:


      Rubixxy wrote:

      Als alle in meiner Umgebung pubertär geworden sind, kam ich auch immer besser mit Jüngeren zurecht (wobei das mit den Älteren geblieben ist). Mittlerweile mag ich es total gerne mit Kindern so um 1 Jahr oder etwas älter zu spielen. Die freuen sich einfach, wenn man etwas mit ihnen macht. Auch wenn es mir manchmal zu viel Hin und Her ist und ich bei "Fragen" (sofern sie die artikulieren können) zu viel erkläre und sie dann weggehen.
      Also mit so kleinen Kindern kann ich nichts anfangen. Ich hab mal eine Cousine von mir kennen gelernt, die 4 war. Die hat sich im Spiel mal versehentlich gestoßen und dann geheult, und als die Mutter kam, meinte die, ich wäre das gewesen. Ihre große Schwester konnte mich aber verteidigen, und die Mutter meinte dann das die kleine eine Zicke ist und sowas schon öfter versucht hat, also bei ihrer eigenen Schwester. Bisher kam ich eher so mit Kindern ab 6 und älter bis maximal 13 klar, solange die noch selber gespielt haben. Manche sind ja schon ab 10 so, das sie immer bei den älteren sein wollen und alles was andere tun cool finden. Mit solchen Kindern konnte ich nichts anfangen.
      4 ist aber auch schon wieder älter. Da finde ich es auch schon wieder schwieriger, da man da schon wirklich verstehen muss, was sie wollen. Auch wenn sie noch nicht so ganz nachtragend sind. Ich meinte eher so das Alter bis etwa 2,5 vielleicht 3. Das Mädchen, von dem du berichtest, ist vielleicht auch ein Extrembeispiel. Klingt auch für mich zumindest nicht sehr sympathisch.
      Ansonsten finde ich auch, dass Kinder so von vielleicht 9 bis 12 sehr angenehm sind, da sie noch nicht pubertär sind, aber schon irgendwie alt genug, um sich tiefgründiger mit ihnen zu unterhalten.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ja das ist normal denke ich.Manche können sich scheinbar zwingen zuzuhören, auch wenn es sie nicht so interessiert. Viele Autisten haben damit Probleme.
      ich kann das auch nicht. Bei mir ist es leider auch so das ich selbst, wenn mich was interessiert, ich auch nicht immer zuhören kann oder nach mehreren Minuten trotzdem abschalte oder abgelenkt werde. Da denke ich das da ein wenig ADS durch kommt, auch wenn ich das wohl nicht habe bzw die Probleme die ich hab eher dem ASS anzugleichen sind und für eine ADS-diagnose nicht genug vorhanden ist was sich darauf beziehen ließe.
      Typischer Aspie bin ich eher nur beim malen, basteln oder sowas, das kann ich tage lang am stück bis mir die Augen zufallen oder die Blase weh tun muss damit ich merke das ich mal aufs Klo muss. Bei allen anderen Tätigkeiten werde ich super schnell abgelenkt sobald mich jemand anspricht und ich nebenher noch über was reden soll.
      Bei mir funktioniert das, wenn ich es schaffe, mich dafür zu begeistern. Das klappt quasi immer. Wenn ich es aber langweilig finde, weil es zu einfach ist, finde ich keinen Grund, mich zu begeistern.
      AD(H)S ist eigentlich, wenn man sich nicht konzentrieren kann, wenn es einen nicht interessiert, aber man sich richtig gut konzentrieren kann, wenn es einen interessiert. Wenn du dich selbst dann nicht konzentrieren kannst, wenn es dich interessiert, klingt das für mich eher nach Schilddrüsenproblemen.

      RegenbogenWusli wrote:

      Wie konnte der das denn machen ohne sich dabei einzusauen?

      Ich versuche mir das gerade vorzustellen.
      Allein weil ich erst letztes Wochenende Spargel gegessen hab. Der ist heiiß und weich, und nass, das wäre eine Sauerei gewesen.
      Das mit dem Ellenbogen stört mich nichtmal, solange man sich nicht so breit macht das man dem Tischnachbarn den Platz wegnimmt.
      Ich finde es auch nicht schlimm mit der Hand zu essen, aber es hängt da vom Essen ab. In manchen Kulturen ist das normal. Inder essen nur so, und das ist echt eklig.
      Sushi isst man teilweise auch mit den Fingern aber das geht auch da es nicht nass ist.
      Das frage ich mich auch, aber das war wirklich unangenehm zu sehen. Ich war im übrigen nicht die einzige, die das unangenehm fand. Seine damalige Freundin hat sich ziemlich fremdgeschämt (habe mit ihr geredet und das erfahren).
      Ich esse generell nicht gerne mit den Händen, weil ich klebrige Hände absolut nicht mag. Das sind am Anfang immer Diskussionen, wenn ich Pizza mit Messer und Gabel esse, aber die anderen das nicht verstehen.

      RegenbogenWusli wrote:






      Rubixxy wrote:

      Aufessen: Wenn man sich selbst nimmt, dann ja, aber wenn jemand anderes das macht und man keinen Einfluss auf die Menge oder darauf, was man bekommt (etwas, das man nicht mag), dann nicht. Aber so Dinge, dass die Gabel in die linke Hand gehört, keine Ellenbogen auf dem Tisch beim Essen etc. finde ich schon wichtig. Oder dass man Kartoffeln nicht mit dem Messer schneidet.
      Was ich furchtbar finde ist, wenn Leute sich an einem Buffet oder im Hotel etc alles vollhauen und das dann nicht schaffen zu essen, das ist bescheuert und eine Verschwändung.Das man Kartoffeln nicht mit Messern schneidet wusste ich garnicht. Halte ich auch für übertrieben, die sind nicht immer so butterweich das man die leicht mit der Gabel zerteilen kann.
      Die können da leicht wegflutschen.
      Vielleicht hatte man früher überwiegend die mehligkochenden. heute bekommt man ja fast nur noch festkochende.
      Oh da mit dem in welcher Hand man die gabel zu halten hat finde ich kontraproduktiv, gerade wenn man beideshänder oder linkshänder ist, zwingt man ein Kind damit in eine Konfliktsituation.
      Ich habe als Kind oft die Hand gewechselt weil es mir mit einer Hand zu ansträngend wurde.
      Man sollte eher darauf achten das einer nicht rumsaut und geschickt mit dem besteck umgehen kann. Wie es die Person dabei hält, sollte egal sein.
      Gerade als Mensch mit Behinderung in der Motorik, wirkt man oft ungeschickt weil man Dinge so halten soll wie alle, aber wenn man einem den Freiraum lässt das so zu machen wie man es selbst am besten kann, kann das Endresultat durchaus genauso gut sein wie das eines Menschen ohne Einschränkung.
      Ja, das finde ich auch. Man sollte doch in etwa einschätzen können, wieviel man essen kann.
      Dass man Kartoffeln nicht mit dem Messer schneidet kommt von früher, als man noch Silberbesteck hatte. Durch die Stärke in den Kartoffeln sind die Messer dann angelaufen, weshalb man das nicht gemacht hat. Und mittlerweile ist es einfach nur noch gute Sitte.
      Das mit den Händen kommt daher, dass man das Messer links hält und dementsprechend mit der anderen Hand die Gabel hält. Wenn man es komplett andersrum macht, stört mich das auch nicht, aber Menschen, die das dann in einer Tour wechseln und alles nur mit einer Hand quasi machen, finde ich unangenehm.
      Bei Menschen mit einer motorischen Behinderung ist das meiner Meinung nach noch einmal etwas anderes. Von einem Menschen, der keine Arme hat, bin ich eher beeindruckt, wenn er das mit den Füßen kann. Nur so als Beispiel. Aber ich meine tatsächlich komplett "gesunde" Menschen damit.

      RegenbogenWusli wrote:

      Naja, es gibt sehr engstirnige Menschen. Man sagt ja, das was der Esel nicht kennt, das frisst er nicht.
      Ich vermute das kann man etwas ausweiten.
      Das was der Mensch nicht will, das akzeptiert er nicht oder so.
      Das ist hier ja nicht anders.
      Bei problemen die jemand hat, aber nicht ändern will, sieht man ja auch, das die person am ende nie was ändern wird, egal wie sehr von außen da versucht wird zu helfen/bewegen/manipulieren etc.
      Einen echten Willen kann man nicht brechen. Eher würde die Seele kaputtgehen, der Mensch sich dann umbringen, amoklaufen etc weil er sich nicht ändern kann da er es nicht will. Ganz egal wie sehr andere das wollen. Wenn er nicht ehrlich zu sich selbst ist und es ändern will, wird das nie erfolgreich geändert.
      Das gilt für Suchtverhalten, Zwänge aber auch persönliche Einstellungen.
      Den Spruch kenne ich :d
      Ja, ich verstehe eben nur nicht, wieso man so ist. Ich bin immer froh, wenn ich etwas Neues lernen kann. Vor allem, wenn es etwas ist, für das es eindeutige Hinweise gibt (Stichwort Evolutionstheorie). Es wäre mir unangenehm, wenn ich doch im Hinterkopf immer noch denken würde, dass ich wahrscheinlich falsch liege. Im Unterbewusstsein müsste einem das doch klar sein, oder?

      Dein Argument mit dem Willen verstehe ich, aber ich sehe das irgendwie nicht direkt als Willen, sondern eher als Überzeugung. Und eine Überzeugung kann durch etwas anderes wieder überzeugt werden, oder?
    • Rubixxy wrote:

      Wann immer ich etwas nach Gefühl entscheide, geht es schief und ich bereue es hinterher. Falls ich Instinkt haben sollte, ist es ein ziemlich schlechter.
      Das ist interesannt.
      Bei mir ist es das komplette gegenteil.
      Ich bin bislang immer davon ausgegangen das der Instinkt immer recht hat, aber wenn das bei dir so anders veranlagt ist, scheint es nicht nur "den Instinkt" zu geben sondern unterschiedlich funktionierende.

      Rubixxy wrote:

      dass Kinder so von vielleicht 9 bis 12 sehr angenehm sind, da sie noch nicht pubertär sind, aber schon irgendwie alt genug, um sich tiefgründiger mit ihnen zu unterhalten.
      Ja das ist auch meine Erfahrung. Sie scheinen in diesem Alter auch mehr soziale Fähigkeiten zu besitzen und dieser typische Wille sich anpassen zu wollen aber noch nicht so den Mut sich gegen jemanden aufzulehnen der älter und stärker ist.
      Kleinere Kinder sind noch erlicher und sagen wenn sie keine Lust mehr haben oder das ein oder andere nicht spielen wollen. Sie werden schneller bockig.


      Rubixxy wrote:

      AD(H)S ist eigentlich, wenn man sich nicht konzentrieren kann, wenn es einen nicht interessiert, aber man sich richtig gut konzentrieren kann, wenn es einen interessiert. Wenn du dich selbst dann nicht konzentrieren kannst, wenn es dich interessiert, klingt das für mich eher nach Schilddrüsenproblemen.
      Seltsam ich habe das anders erklärt bekommen, bzw es anders gelesen.
      1. Schilddrüsenprobleme schließe ich aus, denn das wurde bei mir untersucht und da ist alles normal, da ich eh regelmäßige Checkups beim Endokrenologen hab wegen der Hormone die ich nehmen muss.
      Was die anderen Dinge betrifft hab ich das so gelesen:
      Autismus = gut konzentrieren nur bei Spezialinteresse, ansonsten schlecht bis garnicht (was bei mir so schon immer war seit ich Kleinkind bin)
      ADHS = generelle schlechte Konzentration, auch bei Interessen (was bei mir manchmal so ist, nicht bei allen Interessen die ich hab, das hängt meist von der Tätigkeit ab, da ich viele wissenschaftliche Interessen habe wo man viel lesen muss was ich nicht so gut kann aber beim malen oder den Interessen die Fingerfertigkeit brauchen, ist meine Konzentrations quasi endlos)


      Rubixxy wrote:

      Das sind am Anfang immer Diskussionen, wenn ich Pizza mit Messer und Gabel esse, aber die anderen das nicht verstehen.
      Sowas finde ich auch recht übertrieben, man kann Pizza so oder so essen. Wie jemand das lieber mag, soll er es doch so oder so machen.
      Ich esse Pizze idR auch immer mit Besteck, ist für mich leichter. Ich hab auch noch nie jemandem in einem Restaurant gesehen der Pizza mit den Händen isst, man hat ja extra Besteck da liegen O.o
      Mit den Händen kann man es zuhause essen oder wo, wo es kein Besteck gibt.
      Meistens esse ich auch alles mit Besteck was ich damit auch essen kann.
      Manche Dinge kann man nicht so gut mit Besteck essen, ist wohl auch nicht so gedacht.
      Anderes mag ich auch nicht anfassen wie Hühnerkeulen oder so, die kleben, daher esse ich sowas auch mit Besteck, aber das geht auch nur wenn es gar ist, sonst geht das Fleisch nicht ab.


      Rubixxy wrote:

      Dass man Kartoffeln nicht mit dem Messer schneidet kommt von früher, als man noch Silberbesteck hatte. Durch die Stärke in den Kartoffeln sind die Messer dann angelaufen, weshalb man das nicht gemacht hat. Und mittlerweile ist es einfach nur noch gute Sitte.
      Achso verstehe, vermutlich gab es das nur bei reicheren Leuten. Wir hatten nie solches Besteck, daher kenne ich das garnicht XD


      Rubixxy wrote:

      Das mit den Händen kommt daher, dass man das Messer links hält und dementsprechend mit der anderen Hand die Gabel hält. Wenn man es komplett andersrum macht, stört mich das auch nicht, aber Menschen, die das dann in einer Tour wechseln und alles nur mit einer Hand quasi machen, finde ich unangenehm.
      Ja, wenn es ständig wechselt fällt das auf. Ich hab das früher oft gemacht als ich anfing zu essen, also selbstständig, auch beim Schreiben etc, weil ich das nicht gewohnt war, ich denke das ist wichtig und normal, man muss halt herausfinden mit was man es besser kann.
      Ich habe bei solchen Dingen schon die rechte Hand dominierend, obwohl ich durchaus auch linkshändig alles machen kann was ich will.
      Als Erwachsener sollte man sich, wenn man kein Handicap in der richtung hat, schon links oder rechtshändig sein und nicht ständig hin oder her, das wäre sicher nervig.
      Das mit dem eine Hand unterm Tisch kommt glaube ich aus den USA, daher war das hier nicht üblich und wurde als unschön angesehen.
      Mir fällt sowas erlich gesagt bei anderen garnicht auf.


      Rubixxy wrote:

      Dein Argument mit dem Willen verstehe ich, aber ich sehe das irgendwie nicht direkt als Willen, sondern eher als Überzeugung. Und eine Überzeugung kann durch etwas anderes wieder überzeugt werden, oder?
      Ja, aber diese Überzeugung kommt doch daher, das sie wollen das es wahr ist. Der Wunsch danach ist so groß, das sie das für sich wollen, sonst würden sie alles andere nicht immer gleich als persönlichen Angriff sehen und strickt ablehnen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Das ist interesannt.Bei mir ist es das komplette gegenteil.
      Ich bin bislang immer davon ausgegangen das der Instinkt immer recht hat, aber wenn das bei dir so anders veranlagt ist, scheint es nicht nur "den Instinkt" zu geben sondern unterschiedlich funktionierende.
      Vielleicht kann man das auch trainieren. Ich bin bei so etwas immer sehr unsicher. Wenn ich darüber nachdenke, ist es besser. Wenn ich nach dem Gefühl gehe, schwankt es.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ja das ist auch meine Erfahrung. Sie scheinen in diesem Alter auch mehr soziale Fähigkeiten zu besitzen und dieser typische Wille sich anpassen zu wollen aber noch nicht so den Mut sich gegen jemanden aufzulehnen der älter und stärker ist.Kleinere Kinder sind noch erlicher und sagen wenn sie keine Lust mehr haben oder das ein oder andere nicht spielen wollen. Sie werden schneller bockig.
      Ja, genau!

      RegenbogenWusli wrote:


      Seltsam ich habe das anders erklärt bekommen, bzw es anders gelesen.
      1. Schilddrüsenprobleme schließe ich aus, denn das wurde bei mir untersucht und da ist alles normal, da ich eh regelmäßige Checkups beim Endokrenologen hab wegen der Hormone die ich nehmen muss.
      Was die anderen Dinge betrifft hab ich das so gelesen:
      Autismus = gut konzentrieren nur bei Spezialinteresse, ansonsten schlecht bis garnicht (was bei mir so schon immer war seit ich Kleinkind bin)
      ADHS = generelle schlechte Konzentration, auch bei Interessen (was bei mir manchmal so ist, nicht bei allen Interessen die ich hab, das hängt meist von der Tätigkeit ab, da ich viele wissenschaftliche Interessen habe wo man viel lesen muss was ich nicht so gut kann aber beim malen oder den Interessen die Fingerfertigkeit brauchen, ist meine Konzentrations quasi endlos)
      Also ich habe mehrere AD(H)S-Fälle in der Familie und bin selbst von Schilddrüsenproblemen betroffen, weshalb ich mich mit den Symptomatiken ein bisschen beschäftigt habe. AD(H)Sler können sich bei Interesse sehr gut konzentrieren. Als meine Schilddrüsenprobleme anfingen, konnte ich noch nicht einmal mehr lesen, weil ich mich partout nicht mehr darauf konzentrieren konnte. Egal, wie spannend es war.

      RegenbogenWusli wrote:

      Sowas finde ich auch recht übertrieben, man kann Pizza so oder so essen. Wie jemand das lieber mag, soll er es doch so oder so machen.Ich esse Pizze idR auch immer mit Besteck, ist für mich leichter. Ich hab auch noch nie jemandem in einem Restaurant gesehen der Pizza mit den Händen isst, man hat ja extra Besteck da liegen O.o
      Mit den Händen kann man es zuhause essen oder wo, wo es kein Besteck gibt.
      Meistens esse ich auch alles mit Besteck was ich damit auch essen kann.
      Manche Dinge kann man nicht so gut mit Besteck essen, ist wohl auch nicht so gedacht.
      Anderes mag ich auch nicht anfassen wie Hühnerkeulen oder so, die kleben, daher esse ich sowas auch mit Besteck, aber das geht auch nur wenn es gar ist, sonst geht das Fleisch nicht ab.
      Ja, denke ich auch. In Restaurants ist das etwas anderes, da finde ich es mehr als unangebracht, mit den Händen zu essen. Das ist vielleicht bei Sushi oder so in Ordnung, aber bei "westlichen" Restaurant eigentlich nicht.
      Hühnerkeulen esse ich auch immer mit Besteck. Mittlerweile habe ich davon auch schon andere in meiner Familie überzeugt!

      RegenbogenWusli wrote:

      Achso verstehe, vermutlich gab es das nur bei reicheren Leuten. Wir hatten nie solches Besteck, daher kenne ich das garnicht XD
      Ich glaube zwar, dass meine Familie ursprünglich mal "in den gehobeneren Kreisen" (RW) war, aber das ist auch heute noch Knigge-Wissen, soweit ich weiß :)
      Ich glaube sogar, meine Oma hat Silberbesteck, aber das benutzt sie nicht zum Essen, sondern nur zum Kochen, weil sie es nicht mag.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ja, wenn es ständig wechselt fällt das auf. Ich hab das früher oft gemacht als ich anfing zu essen, also selbstständig, auch beim Schreiben etc, weil ich das nicht gewohnt war, ich denke das ist wichtig und normal, man muss halt herausfinden mit was man es besser kann.Ich habe bei solchen Dingen schon die rechte Hand dominierend, obwohl ich durchaus auch linkshändig alles machen kann was ich will.
      Als Erwachsener sollte man sich, wenn man kein Handicap in der richtung hat, schon links oder rechtshändig sein und nicht ständig hin oder her, das wäre sicher nervig.
      Das mit dem eine Hand unterm Tisch kommt glaube ich aus den USA, daher war das hier nicht üblich und wurde als unschön angesehen.
      Mir fällt sowas erlich gesagt bei anderen garnicht auf.
      Meine Mutter hat immer sehr auf Tischmanieren geachtet, weshalb mir das extrem auffällt. Und die Hälfte meiner Familie sind Linkshänder. Trotzdem essen alle mit der Gabel links und dem Messer rechts :D
      Und die Hand unter dem Tisch finde ich extrem unhöflich. Auch wenn das vielleicht aus den USA kommt, stelle ich mir da immer einen missmutigen, alten Bauern dabei vor...

      RegenbogenWusli wrote:

      Ja, aber diese Überzeugung kommt doch daher, das sie wollen das es wahr ist. Der Wunsch danach ist so groß, das sie das für sich wollen, sonst würden sie alles andere nicht immer gleich als persönlichen Angriff sehen und strickt ablehnen.
      Aber wieso will man, dass etwas wahr ist, wenn man doch weiß, dass es nicht logisch ist?
      Und ein Wunsch ist ja auch kein Wille. Da ist meiner Meinung nach noch ein Unterschied.
    • Rubixxy wrote:

      Vielleicht kann man das auch trainieren. Ich bin bei so etwas immer sehr unsicher. Wenn ich darüber nachdenke, ist es besser. Wenn ich nach dem Gefühl gehe, schwankt es.
      Das ist bei mir ebenfalls andersherum. Ich denke ja auch sehr viel, aber das verunsichert mich oft, ich entscheide mich meist mehr nach dem was mir meine Hoffnung sagt, also das ich mir wünsche das ein Mensch zB doch kein Arsch ist, obwohl mein gefühl mir das von anfang an gesagt hat.
      Mein Instinkt hat da aber eigeltich IMMER recht. Also brauche ich eigentlich garnicht nachdenken...


      Rubixxy wrote:

      Also ich habe mehrere AD(H)S-Fälle in der Familie und bin selbst von Schilddrüsenproblemen betroffen, weshalb ich mich mit den Symptomatiken ein bisschen beschäftigt habe. AD(H)Sler können sich bei Interesse sehr gut konzentrieren. Als meine Schilddrüsenprobleme anfingen, konnte ich noch nicht einmal mehr lesen, weil ich mich partout nicht mehr darauf konzentrieren konnte. Egal, wie spannend es war.
      Hmm okay, also wie gesagt, gelernt hab ich das anders aber ich bin auch nicht betroffen, daher kann ich das nicht bestätigen.
      Wenn das bei dir alles so abläuft wegen dieser Dinge, ist das eher ein Beweis.


      Rubixxy wrote:

      meine Oma hat Silberbesteck, aber das benutzt sie nicht zum Essen, sondern nur zum Kochen, weil sie es nicht mag.
      Die Oma kocht mit Essbesteck?
      Oder meinst du die schmeckt damit nur das Essen ab?
      Ich kenne kein Kochbesteck aus silber.


      Rubixxy wrote:

      Ich glaube zwar, dass meine Familie ursprünglich mal "in den gehobeneren Kreisen" (RW) war, aber das ist auch heute noch Knigge-Wissen, soweit ich weiß
      Das kannten das die Leute die ich kannte wohl alle nicht. Es wurde bei uns egal wo ich wohnte auch auf gewisse Dinge geachtet, also wie gesagt das mit dem aufessen, sitzenbleiben und auch keine Schimpfwörter sagen etc, aber das empfand ich als normal. Alles andere was mehr gewesen wäre, hätte ich als übertrieben aufgefasst glaube ich.


      Rubixxy wrote:

      Und die Hand unter dem Tisch finde ich extrem unhöflich. Auch wenn das vielleicht aus den USA kommt, stelle ich mir da immer einen missmutigen, alten Bauern dabei vor...
      Haha das ist ja noch harmlos :'-D
      So weit ich mich erinnere, haben die das gemacht um ggf eine Waffe da in der Hand zu halten, um sich im Notfall verteidigen zu können oder sowas.
      Keine ahnung wozu das notwendig war, aber bei denen war das Essen anscheinend gefährlich XD


      Rubixxy wrote:

      Aber wieso will man, dass etwas wahr ist, wenn man doch weiß, dass es nicht logisch ist?
      Und ein Wunsch ist ja auch kein Wille. Da ist meiner Meinung nach noch ein Unterschied.
      Ich sehe da keinen so großen Unterschied. Es gibt Wünsche an denen man so sehr hängt, das man unbedingt will das sie wahr werden. Gab es sowas bei dir nie?
      Also das du alles versucht was möglich ist, damit dieser Wunsch wahr wird?
      In meinem Fall will ich zB unbedingt zurück ziehen nach Nürnnberg aber das ist teuer, ich muss dafür sparen, obwohl sparen so garnicht zu meinen Talenten gehört. Der Wille dort wieder hinzuziehen ist aber so groß das ich schon einiges innerhalb von bald 3 Jahren zusammengespart hab.
      Sicher ist die Situation eine andere, aber die Emotionen die da mitwirken sind doch die gleichen.
      Was logik und wahrheit anbelangt kann ich nur mutmaßen.
      Ich kann es nur mit dem vergleichen was ich damals erlebt hab bevor ich mit der Transgender-therapie anfing.
      Ich wollte unbedingt ein Mann sein und von anderen auch so wargenommen werden, aber ohne das ich dafür diesen ganten Tärz beim Arzt und innerhalb der Familie durchmachen muss.
      Ich wollte das sich allein durch das innere Gefühlsleben der Körper so männlich gibt das andere das von außen sehen. Ich fand auch das das klappte, aber andere sahen mich dennoch als weiblich und ich kapierte nicht warum. Ich sah es nicht.
      Man nennt das glaube ich disoziative Störung oder so. Also man nimmt etwas anders wahr als wie es real ist.
      Ich habe mir so sehr gewünscht das das so wäre weil das leichter so wäre als den richtigen Weg zu gehen. Ich habe damit sehr viele Jahre verbracht aber es brachte am ende nichts.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Das ist bei mir ebenfalls andersherum. Ich denke ja auch sehr viel, aber das verunsichert mich oft, ich entscheide mich meist mehr nach dem was mir meine Hoffnung sagt, also das ich mir wünsche das ein Mensch zB doch kein Arsch ist, obwohl mein gefühl mir das von anfang an gesagt hat.Mein Instinkt hat da aber eigeltich IMMER recht. Also brauche ich eigentlich garnicht nachdenken...
      Meinen Instinkt kann man in der Pfeife rauchen... (RW, die ich sehr lustig finde, obwohl ich absolut gegen das Rauchen bin)

      RegenbogenWusli wrote:

      Hmm okay, also wie gesagt, gelernt hab ich das anders aber ich bin auch nicht betroffen, daher kann ich das nicht bestätigen.

      Wenn das bei dir alles so abläuft wegen dieser Dinge, ist das eher ein Beweis.
      Ich glaube, ich habe da bei meiner Antwort wenig Feingefühl gehabt :oops: Ich wollte dir damit nicht zu nahe treten, aber bei uns wurden diese Thematiken so oft diskutiert, dass ich da sofort in mein Diskussionsrepertoire reinrutsche und vergesse, dass das andere anders auffassen könnten.

      RegenbogenWusli wrote:

      Die Oma kocht mit Essbesteck?

      Oder meinst du die schmeckt damit nur das Essen ab?
      Ich kenne kein Kochbesteck aus silber.
      Essbesteck tatsächlich. Sie benutzt die Esslöffel und Teelöffel zum Abmessen (wenn etwas in den Größen angegeben ist) oder Messer für die Butter zum Beispiel. Und Gabeln dann wahrscheinlich nur zum Abschmecken oder für Verzierungen von Kuchen oder so.

      RegenbogenWusli wrote:

      Das kannten das die Leute die ich kannte wohl alle nicht. Es wurde bei uns egal wo ich wohnte auch auf gewisse Dinge geachtet, also wie gesagt das mit dem aufessen, sitzenbleiben und auch keine Schimpfwörter sagen etc, aber das empfand ich als normal. Alles andere was mehr gewesen wäre, hätte ich als übertrieben aufgefasst glaube ich.
      Wahrscheinlich hat jede Familie so ihr spezielles "Knigge-Wissen", aber immer nur einen Teil und nicht komplett. Je nachdem, auf was so Wert gelegt worden ist in der Kindheit. Still sein beim Essen finde ich jetzt nicht direkt übertrieben, sondern nur unangenehm, ansonsten waren Manieren bei uns dahingehend immer so wichtig, dass ich wahrscheinlich vieles davon als "normal" wahrnehme. Aber in anderen Dingen sieht das garantiert wieder ganz anders aus.

      RegenbogenWusli wrote:

      Haha das ist ja noch harmlos :'-DSo weit ich mich erinnere, haben die das gemacht um ggf eine Waffe da in der Hand zu halten, um sich im Notfall verteidigen zu können oder sowas.
      Keine ahnung wozu das notwendig war, aber bei denen war das Essen anscheinend gefährlich XD
      Haha, da wäre ich jetzt im Leben nicht drauf gekommen :d auch wenn es natürlich logisch klingt. Kommt vielleicht aus der Zeit des Wilden Westens, wo man immer mit einem spontanen Duell rechnen musste (auch wenn das wahrscheinlich genauso an den Haaren herbeigezogen ist (RW)).

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich sehe da keinen so großen Unterschied. Es gibt Wünsche an denen man so sehr hängt, das man unbedingt will das sie wahr werden. Gab es sowas bei dir nie?Also das du alles versucht was möglich ist, damit dieser Wunsch wahr wird?
      In meinem Fall will ich zB unbedingt zurück ziehen nach Nürnnberg aber das ist teuer, ich muss dafür sparen, obwohl sparen so garnicht zu meinen Talenten gehört. Der Wille dort wieder hinzuziehen ist aber so groß das ich schon einiges innerhalb von bald 3 Jahren zusammengespart hab.
      Sicher ist die Situation eine andere, aber die Emotionen die da mitwirken sind doch die gleichen.
      Was logik und wahrheit anbelangt kann ich nur mutmaßen.
      Ich kann es nur mit dem vergleichen was ich damals erlebt hab bevor ich mit der Transgender-therapie anfing.
      Ich wollte unbedingt ein Mann sein und von anderen auch so wargenommen werden, aber ohne das ich dafür diesen ganten Tärz beim Arzt und innerhalb der Familie durchmachen muss.
      Ich wollte das sich allein durch das innere Gefühlsleben der Körper so männlich gibt das andere das von außen sehen. Ich fand auch das das klappte, aber andere sahen mich dennoch als weiblich und ich kapierte nicht warum. Ich sah es nicht.
      Man nennt das glaube ich disoziative Störung oder so. Also man nimmt etwas anders wahr als wie es real ist.
      Ich habe mir so sehr gewünscht das das so wäre weil das leichter so wäre als den richtigen Weg zu gehen. Ich habe damit sehr viele Jahre verbracht aber es brachte am ende nichts.
      Also ich habe auch Wünsche. Zum Beispiel will ich irgendwann mal eine Familie gründen. Ob ich das allerdings schaffe, weiß ich nicht, aber ich hoffe es. Trotzdem habe ich im Hinterkopf, dass das vielleicht auch nicht klappen könnte.
      Oder ich habe mir oft gewünscht, irgendwann mal von meinen Geschichten leben zu können. Doch auch da ist mir bewusst, dass das sehr wahrscheinlich nichts werden wird.

      Irgendwie habe ich einen sehr rationalen Blick auf vieles, glaube ich zumindest.

      Ich finde das wirklich spannend, wie du das mit deinem Transgender (wie bezeichnet man das in den grammatikalischen Zusammenhang?) erklärst. Das hatte ich nicht, deshalb finde ich es interessant. Meine tiefsten Wünsche waren wohl immer endlich mal Anerkennung zu bekommen von anderen, wobei auch das nichts ist, bei dem ich mir so sicher bin, dass ich "weiß", dass es irgendwann mal so sein wird.

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    • Rubixxy wrote:

      Ich glaube, ich habe da bei meiner Antwort wenig Feingefühl gehabt Ich wollte dir damit nicht zu nahe treten, aber bei uns wurden diese Thematiken so oft diskutiert, dass ich da sofort in mein Diskussionsrepertoire reinrutsche und vergesse, dass das andere anders auffassen könnten.
      Ich fühlte mich nicht angegriffen. Ich wusste nur das es bei mir nicht an der Schilddrüse liegen kann da ich die extra mal mit hab untersuchen lassen und das ist noch nicht lange her.
      Das konntest du ja nicht wissen. Ich weiß auch das müdigkeit auch an der Schilddrüse liegen kann. Ich bin manchmal müde obwohl ich genug schlafe, aber sowas kann eben auch ettliche andere Gründe haben.


      Rubixxy wrote:

      Essbesteck tatsächlich. Sie benutzt die Esslöffel und Teelöffel zum Abmessen (wenn etwas in den Größen angegeben ist) oder Messer für die Butter zum Beispiel. Und Gabeln dann wahrscheinlich nur zum Abschmecken oder für Verzierungen von Kuchen oder so.
      Ja nach längerem Nachdenken brauche ich solche Gegenstände auch manchmal, es ist nur eher selten, daher hatte ich das zuerst garnicht auf dem Schirm (RW)


      Rubixxy wrote:

      Wahrscheinlich hat jede Familie so ihr spezielles "Knigge-Wissen", aber immer nur einen Teil und nicht komplett. Je nachdem, auf was so Wert gelegt worden ist in der Kindheit. Still sein beim Essen finde ich jetzt nicht direkt übertrieben, sondern nur unangenehm, ansonsten waren Manieren bei uns dahingehend immer so wichtig, dass ich wahrscheinlich vieles davon als "normal" wahrnehme. Aber in anderen Dingen sieht das garantiert wieder ganz anders aus.
      Ja das kann gut sein. Ich vermute es wird in der eigenen Familie als normal angesehen wenn man das von anfang an so lernt.
      Als ich zu der neuen Frau meines Vaters kam, war ich ja schon 12.
      Die Dinge waren sehr viel drastischer als bei uns früher. Man bekam sogar Ohrfeigen wenn man sich widersetzte oder sogar Gründe nannte warum man dies oder das nicht gut findet. Das wurde dann wiedersprechen genannt.
      Sowas gab es bei uns zuvor garnicht.
      Das hat mich sehr schockiert und auch dazu gebracht mich von der Familie dort immer mehr zu isolieren.


      Rubixxy wrote:

      Kommt vielleicht aus der Zeit des Wilden Westens, wo man immer mit einem spontanen Duell rechnen musste (auch wenn das wahrscheinlich genauso an den Haaren herbeigezogen ist (RW)).
      Nein, ich mein genauso haben die das mal im fernsehen erklärt.


      Rubixxy wrote:

      Also ich habe auch Wünsche. Zum Beispiel will ich irgendwann mal eine Familie gründen. Ob ich das allerdings schaffe, weiß ich nicht, aber ich hoffe es. Trotzdem habe ich im Hinterkopf, dass das vielleicht auch nicht klappen könnte.
      Oder ich habe mir oft gewünscht, irgendwann mal von meinen Geschichten leben zu können. Doch auch da ist mir bewusst, dass das sehr wahrscheinlich nichts werden wird.
      Solche arten von Zukunfstplänen hatte ich auch schon, aber je älter bzw erwachsener ich wurde, desto mehr wurde mir klar, das sowas was ich mir vorstellte mehr mit Glück zutun hat als mit vernünftiger Planung.
      Ich wollte zB auch gerne mal Filme wie Disneyfilme nur mit meinen Charaktären machen. Wie cool wäre das wenn meine Charaktäre im Kino in geilen Animationen zusehen wären?
      Aber das wird auch nie was, weil niemand sich wirklich für meine Charaktäre interessiert, jedenfalls niemand der Geld hat -.-
      Selbst auf deviantart wo viele echt tolle Leute sind die sich für solche Sachen interessieren, findet kaum einer meine Charaktäre interesannt.
      Es wäre vielleicht was, wenn ich comics wieder machen würde aber dafür fehlt mir die kraft. Mein Körper ist nicht mehr so strapazierfähig wie vor 10 Jahren als ich noch jeden Tag eine Comicseite fertig bekam.
      Als ich im Heim war, so mit 14, wollte ich als erwachsener mit den anderen im heim später mal in einem Haus zusammen leben, einen Porsche haben, einige Haustiere und einen Garten mit Pool.
      Ist auch nie was geworden, denn ich hab mir nie vorgestellt bzw gewusst das es so schwer ist eine Ausbildung oder auch nur nen Niedriglohnjob zu finden.
      Das Führerscheine so teuuer sind und meine Mutter kein geld hat, wusste ich damals auch nicht.

      Sowas wie umziehen kann man wesentlich besser planen.


      Rubixxy wrote:

      wie du das mit deinem Transgender (wie bezeichnet man das in den grammatikalischen Zusammenhang?)
      Ich weiß nicht wie du die Frage meinst. Meinst du das Wort Transgender ansich oder was?
      Transgender bezeichnet ja nur einen Zustand. Man sagt auch transident. Die Identität des anderen Geschlechts.
      Ich habe heute übrigens endlich meinen neuen Personalausweis abholen können. Das war wirklich eine Fars, vom Antrag der Namens und Personenstandsänderung bis heute ist über ein ganzes Jahr vergangen.

      Rubixxy wrote:

      Meine tiefsten Wünsche waren wohl immer endlich mal Anerkennung zu bekommen von anderen, wobei auch das nichts ist, bei dem ich mir so sicher bin, dass ich "weiß", dass es irgendwann mal so sein wird.
      Hast du schonmal versucht deine Geschichten irgendwo zu veröffentlichen?
      Ich habe auch mal eine Zeit lang fanfictions geschrieben und sie auf deviantart und fanfiction.net veröffentlicht. Da das alles auf englisch war, hab ich auch die ein oder anderen Fans gehabt, aber bei Geschichten hält sich das immer in Grenzen.
      Wenn man malt, erhält man wesentlich schneller Feedback.
    • Rhianonn wrote:

      Mich beruhigt dieser Thread. Ich hielt meine schriftstellerische Begabung für einen Diagnose - Ausschlusspunkt. Das ist aber wohl nicht so.
      In der Diagnostik gab es auch Fragen, die in diese Richtung gingen wie "Können Sie Rollenspiele mit Kindern spielen ?"
      Antwort war ja ( wenn die Kinder tun , was ich sage - sonst muss ich alle Rollen selber spielen) etc.
      Ich würde gern noch mal auf das Thema Schreiben und Rollen-Spielen zurückkommen :oops: Den Thread habe ich interessiert verfolgt, aber irgendwie kam nie der richtige Zeitpunkt zum "Einsteigen" und ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob es überhaupt noch um das Ursprungsthema geht oder ob das "abgehakt" ist...

      Ich schreibe gern (und derzeit viel zu selten), und ich kenne noch eine andere VA an meiner Uni, die das ebenfalls gern tut. Nicht nur sind wir beide durchaus kreativ, sondern wir sind es auch noch auf ganz unterschiedliche Art. Also, wenn Autisten nur Kreativität imitieren können, dann sind sie zumindest beim Imitieren individuell ;) Sie liebt Worldbuilding und Conlangs (Kunstsprachen), aber kommt vor lauter Planen selten dazu, auch eine Geschichte daraus zu machen. Mir liegt Worldbuilding gar nicht und ich baue gern auf etwas Existierendem auf, suche mir einen bislang unerforschten Aspekt davon und "tobe mich damit aus". Sie denkt darüber nach, wie Kulturen funktionieren und wie ihre verschiedenen Aspekte miteinander zusammenhängen. Mich fasziniert die Psychologie von Individuen und ich verarbeite sehr wahrscheinlich auch meine eigenen Probleme in Geschichten. Vor einigen Jahren hatte ich einen Hauptcharakter, der im Nachhinein betrachtet eine wandelnde Metapher für Autismus ist - nur bekam ich meine Verdachtsdiagnose erst ein halbes Jahr später.

      Ich spiele auch seit meinen Jugend Pen&Paper-Rollenspiele. Vermutlich haben sie mir geholfen, mich einigermaßen sicher "sozial auszuprobieren". Ich kenne bzw, weiß von einige(n) Autisten, die auch Pen&Paper spielen, und die wenigsten von ihnen sind klischeehaft regelfixiert oder spielen bloß "sich selbst mit einem Schwert". Das Einzige, was ich nicht kann, ist wirklich "böse" Charaktere zu spielen. So etwas läuft irgendwie meinem inneren Moralempfinden zuwider.

      Interessanterweise wurde mir schon ein paar Mal gesagt, daß meine Charaktere tatsächlich "Charakter haben" und im Gedächtnis bleiben, und daß ich es tatsächlich manchmal schaffe, Menschen emotional zu bewegen. (Das verblüfft mich zwar immer noch, aber es ist ein tolles Kompliment.) Aber bin ich dadurch jetzt weniger Autist? Ich kann vielleicht überzeugend den emotionalen Zustand einer fiktiven Person beschreiben, aber im "echten Leben" schaffe ich es immer noch nicht, meine eigenen Arzttermine zu machen :m(:
      Так! я буду крізь сльози сміятись...

      Achtung: Benutzer kann sich nicht "kurz fassen" :oops:
    • Emek wrote:

      Interessanterweise wurde mir schon ein paar Mal gesagt, daß meine Charaktere tatsächlich "Charakter haben" und im Gedächtnis bleiben, und daß ich es tatsächlich manchmal schaffe, Menschen emotional zu bewegen. (Das verblüfft mich zwar immer noch, aber es ist ein tolles Kompliment.) Aber bin ich dadurch jetzt weniger Autist? Ich kann vielleicht überzeugend den emotionalen Zustand einer fiktiven Person beschreiben, aber im "echten Leben" schaffe ich es immer noch nicht, meine eigenen Arzttermine zu machen
      Hast du dieses Talent für Charakter Design bei der Diagnostik erwähnt?


      Emek wrote:

      Das Einzige, was ich nicht kann, ist wirklich "böse" Charaktere zu spielen. So etwas läuft irgendwie meinem inneren Moralempfinden zuwider.
      Ich finde böse Charaktere interessant. Bei mir sind sie allerdings nicht böse, weil sie halt so sind, sondern sozusagen "gebrochene" Menschen.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • @RegenbogenWusli hättest du vielleicht Lust, das Gespräch privat weiterzuführen, damit wir hier nicht so viel OT sprechen?

      RegenbogenWusli wrote:

      Hast du schonmal versucht deine Geschichten irgendwo zu veröffentlichen?
      Ich habe auch mal eine Zeit lang fanfictions geschrieben und sie auf deviantart und fanfiction.net veröffentlicht. Da das alles auf englisch war, hab ich auch die ein oder anderen Fans gehabt, aber bei Geschichten hält sich das immer in Grenzen.
      Wenn man malt, erhält man wesentlich schneller Feedback.
      Ich veröffentliche meine Geschichten anonym auf Wattpad. Und ein paar Leute lesen sie auch ganz gerne, aber nicht sooo viele. Klint ähnlich wie bei dir, glaube ich.

      Emek wrote:

      Interessanterweise wurde mir schon ein paar Mal gesagt, daß meine Charaktere tatsächlich "Charakter haben" und im Gedächtnis bleiben, und daß ich es tatsächlich manchmal schaffe, Menschen emotional zu bewegen. (Das verblüfft mich zwar immer noch, aber es ist ein tolles Kompliment.) Aber bin ich dadurch jetzt weniger Autist? Ich kann vielleicht überzeugend den emotionalen Zustand einer fiktiven Person beschreiben, aber im "echten Leben" schaffe ich es immer noch nicht, meine eigenen Arzttermine zu machen :m(:
      Das klingt spannend. Meine Personen handeln alle immer aus bestimmten Gründen irgendwie, die ich aber nicht direkt aufschreiben will, weil ich eigentlich denke, dass man aus dem Kontext sehen können sollte, warum sie sich so verhalten. Allerdings ist es oft so wie im echten Leben, in den Kommentaren beschweren sie sich über das Verhalten und wie unmöglich sie sind. Meine Hauptgeschichte derzeit wird aus der Ich-Perspektive erzählt und hat eine dementsprechend beeinflusste Wahrnehmung der anderen. Dann möchte ich immer erklären und fragen, ob sie sich unter den gegebenen Umständen nicht doch vielleicht auch so verhalten würden.

      Rhianonn wrote:

      Ich finde böse Charaktere interessant. Bei mir sind sie allerdings nicht böse, weil sie halt so sind, sondern sozusagen "gebrochene" Menschen.
      Das geht mir genauso. In jedem bösen Charakter steckt etwas Gutes.
    • Emek wrote:

      Ich würde gern noch mal auf das Thema Schreiben und Rollen-Spielen zurückkommen Den Thread habe ich interessiert verfolgt, aber irgendwie kam nie der richtige Zeitpunkt zum "Einsteigen" und ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob es überhaupt noch um das Ursprungsthema geht oder ob das "abgehakt" ist...
      Jetzt wo du das ansprichst merke ich das auch, das ist ja voll offtopic geworden :m(:


      Emek wrote:

      Mir liegt Worldbuilding gar nicht und ich baue gern auf etwas Existierendem auf, suche mir einen bislang unerforschten Aspekt davon und "tobe mich damit aus". Sie denkt darüber nach, wie Kulturen funktionieren und wie ihre verschiedenen Aspekte miteinander zusammenhängen. Mich fasziniert die Psychologie von Individuen und ich verarbeite sehr wahrscheinlich auch meine eigenen Probleme in Geschichten.
      So bin ich auch eher.
      Mir fällt es total schwer aus nichts etwas zu erschaffen, geht eigentlich garnicht.
      Wenn ich aber schon Charaktäre sehe die ich mag, fällt es mir leicht mir diese Charaktäre weiter zu entwickeln, da sie in Filmen eher zu flach sind oder zu unbedeutend als das man deren Vorgeschichte oder ähnliches erfahren würde und da komme ich dann ins Spiel.
      Ich bin da aber nicht der Einzige. Die Charaktäre die ich mag, haben auch andere Fans und nicht alle sind ASler. Viele sind oder waren irgendwelche Teenager, die für eine kurze Zeit diese Charaktäre auch mochten und das gleiche machten, mit ihren eigenen Ideen.
      Ich bin nur nicht gut im eigenen Ideen-finden.
      Ich habe zB mal eine Pre-story zu einem Charakter geschrieben und da kam schon ein wenig Outlander (der Film, nicht die Serie), Hidalgo und Indiana Jones mit.


      Rubixxy wrote:

      hättest du vielleicht Lust, das Gespräch privat weiterzuführen, damit wir hier nicht so viel OT sprechen?
      Wenn du noch was hast, was du mir unbedingt sagen willst oder weiter drauf eingehen willst, kannst du das gerne tun. Ich habe jetzt kein großes Verlangen danach aber stören täte es mich auch nicht.


      Rubixxy wrote:

      Ich veröffentliche meine Geschichten anonym auf Wattpad. Und ein paar Leute lesen sie auch ganz gerne, aber nicht sooo viele. Klint ähnlich wie bei dir, glaube ich.
      Ist gut möglich. Es ist mit Literatur auch nicht so leicht. Es kommt sehr drauf an was man schreibt und worüber.
    • Rhianonn wrote:

      ist das denn ein Widersprch - creative writing und eine Asperger- Diagnose?
      Nein! Ich habe beides. Meine Fantasie ist in die andere Richtung wahrscheinlich nicht normal. Ich habe mir schon als Kind lauter Dinge ausgedacht
      und für Spiele immer eigene Regeln erfunden.
      Ich schreibe seit ich 6 bin kreative Texte (mit einigen Jahren Pause) und ich kann sagen, an Fantasie ermangelt es mir nicht.
      Ich würde aber mal behaupten, dass jeder Autor auch von anderen beeinflusst wird bzw. auch von Dingen, die er so wahrnimmt/hört etc.

      Meine Texte kommen bei Nicht-Autisten oft gut an.

      Und Menschen kann man ja beobachten. In der Theorie habe ich Wissen über die "normalen" Menschen, nur in der Praxis hapert es mit der
      Anwendung bzw. ich weiß vielleicht, wie sich Otto-Normalverbraucher verhält, finde es aber seltsam.

      Ich erfinde in meinen Texten zB auch neue Wörter, wobei dieser Prozess oft unbewusst abläuft, sie sind einfach da, weil sie irgendwie passen.

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