Merkzeichen B, Widerspruch und Klage

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Merkzeichen B, Widerspruch und Klage

      Bei mir wurde das B abgelehnt. Der erste Widerspruch wurde im Februar gestellt.
      Wer von euch befindet sich derzeit ebenso im Widerspruch oder Gerichtsprozess?
      Ich werde definitiv klagen und berichte dann hier darüber.
    • Neu

      Da hat kastenfrosch (leider) Recht.

      Ich habe gerade noch mal nachgeforscht im Kommentar eines Sozialrichters zu der Versorgunsgmedizin-Verordnung, was da zu "B" geschrieben wird.

      Die historische Entwicklung im Schwerbehindertenrecht von der Kriegsversehrten-Versorgung bis zur amtlichen Feststellung von Funktionsdefiziten aller Art im Alltag merkt man den Regelungen zu "B" deutlich an.

      Es wird nur Begleitnotwendigkeit bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gewertet: Ein- und Aussteigen, Festhalten, Setzen, Aufstehen, Erkennen der Haltestellen.

      Bei psychischen Leiden (als tief greifende Entw.-Störung zählt ASS dazu) ist das mit B kaum hinzubekommen.

      Ich hoffe, dieser Link haut hin:
      Dort siehe Seite 144, Seite 145!

      Das ist der "Grundtext". "B" gibt es danach nur mit "G" bei Orientierungsstörungen.

      Laut Richterkommentar hat das Sozialgericht Aachen beispielhaft entschieden, dass B bei Angststörungen mit Panikattacken z.B. nicht gewährt wird.
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Neu

      Wieso ist das denn so ungerecht gemacht, dass man eine Begleitperson nur bekommt, wenn man Probleme im ÖPNV hat? Das ist doch an der Lebensrealität total vorbei.

      Eine Begleitperson braucht man doch nicht nur zum Aufstehen und Hinsetzen im ÖPNV (was soll die da überhaupt machen? Einem den WEg zum Ausgang dann freischlagen oder sich zuerst reinquetschen in den Bus und für den Hilfeempfänger einen Sitzplatz erkämpfen? :fun: )

      Also man kann doch bei allen möglichen Tätigkeiten und aus allen möglichen Gründen eine Begleitperson brauchen, z. B. wenn man sich alleine nicht gut verständigen kann und beim Arzt z. B. Begleitung bräuchte oder wenn man beim Einkaufen alleine total überfordert ist und dann 15 Minuten vor dem Regal steht um einen Joghurt auszuwählen und so weiter.

      Ich verstehe nicht, wieso das nicht berücksichtigt wird oder soll das dann bei "hilflos" berücksichtigt werden?

      Wieso setzt sich kein Verband dafür ein, dass das Merkzeichen "B" nicht mal korrekt neu definiert wird und wieso schlagen die GErichte in die gleiche alte Kerbe? Das ist dann doch wirklich nicht mehr zeitgemäß. Geht es denen nur ums Sparen oder hat wieder jeder Angst, dass er der Buhmann ist, der eine Änderung herbeigeführt hat und dann dafür gesteinigt wird, weil er/sie etwas macht, das neu ist und das nicht "schon immer so war"? :shake: :m(:

      Ich selbst habe gar keine Merkzeichen beantragt, denn dieses "hilflos" kam mir dann doch irgendwie zu krass vor. Ich fühle mich zwar manchmal sehr hilflos (gerade im Kontakt mit anderen Menschen und dissoziiere dann auch teilweise oder kriege Meltdowns), aber "hilflos" ist für mich irgendwie jemand, der so richtig hilflos ist bzw. wie das Klischee, das ich mir darunter vorstelle. In der Hinsicht habe ich meine Einschränkungen vielleicht noch nicht richtig akzeptiert bzw. es ist auch immer schwierig, solche "psychischen" Probleme zu vergleichen. Wenn ich gut drauf bin, kriege ich ja fast alles hin, was "GEsunde" (Menschen, die nicht diese Behinderung haben) auch hinbekommen und dann wirke ich auch nicht "behindert" oder "hilflos". Schwierig.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FruchtigBunt ()

    • Neu

      FruchtigBunt schrieb:

      Also man kann doch bei allen möglichen Tätigkeiten und aus allen möglichen Gründen eine Begleitperson brauchen, z. B. wenn man sich alleine nicht gut verständigen kann und beim Arzt z. B. Begleitung bräuchte oder wenn man beim Einkaufen alleine total überfordert ist und dann 15 Minuten vor dem Regal steht um einen Joghurt auszuwählen und so weiter.
      Das ist schon korrekt. Merkzeichen B bewirkt aber, dass man eine Begleitperson kostenlos mitnehmen darf. Hier sind ausschließlich die Anbieter des ÖPNVs verpflichtet das anzubieten. Andere Betreiber, zB Schwimmbäder oder Museen, machen das freiwillig.
      Zum Einkaufen, oder zum Arzt, darf sie ohnehin gratis mit. Wäre ja noch schöner wenn man beim Edeka Eintritt zahlen müsste xD
      Für die normalen Begleitungen gibt es dann Betreutes Wohnen oder das persönliche Bugdet. Beides bekommt man auch ohne Merkzeichen.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Neu

      FruchtigBunt schrieb:

      Also man kann doch bei allen möglichen Tätigkeiten und aus allen möglichen Gründen eine Begleitperson brauchen, z. B. wenn man sich alleine nicht gut verständigen kann und beim Arzt z. B. Begleitung bräuchte oder wenn man beim Einkaufen alleine total überfordert ist und dann 15 Minuten vor dem Regal steht um einen Joghurt auszuwählen und so weiter.
      Die darfst du doch auch jederzeit haben. Suche dir einfach jemanden, der diesen aufmerksamen Dienst für dich leistet.

      Das hat aber mit dem Merkzeichen "B" nichts zu tun.
      Siehe auch @Ginomes Beitrag.

      Ich habe oben etwas zud er historischen Entwicklung dieses Merkzeichens geschrieben. Ganz zu Anfang war das "B" für die Kriegsversehrten ohne Hände (oder gleichrangige Verletzungsfolgen) gedacht, die sich in den ruckeligen Bahnen nicht festhalten konnten.

      Völlig gerecht kann man es einfach nicht machen.
      Das ist ein Trugschluss, wenn man denkt, dafür sei das Schwerbehindertenrecht bzw. SGB IX Buch da.
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Capricorn ()

    • Neu

      @Capricorn

      Aber das heutige Schwerbehindertenrecht sollte doch zu einem bisschen mehr fähig sein, als eine Begleitperson nur dafür vorzusehen, dass man im ÖPNV Unterstützung bekommt, egal wie das Merkzeichen B nun "entstanden ist" oder nicht. Es kommt doch auf die Lebensrealität der Menschen heute an und dass man die Unterstützungsleistungen daran anpasst.

      "Völlig gerecht kann man es einfach nicht machen" klingt danach, als wäre das Merkzeichen nahezu gerecht. Meiner MEinung nach ist das Gegenteil der Fall. Das ist kein bisschen gerecht und ich finde es seltsam, dass hier die Meinung vertreten wird, dass das SGB IX nicht dazu da sein, Schwerbehinderte gerecht zu behandeln. Wozu ist das SGBIX (zumindest der Theorie nach) denn sonst da, wenn nicht dazu, die nötigen Leistungen zu gewähren, die die Hilfebedürftigen brauchen? Solll es nur schmückende Deko sein und eine Art Trostpflaster für die Schwerbehinderten, damit man denen sagen kann, dass sie nicht zu meckern haben, weil sie ja schon "annähernd gerecht" behandelt würden? :roll:
      Versteh ich nicht so eine Einstellung.
    • Neu

      Ich hatte es eigentlich erklärt...
      Für andere Begleitungen ist eben jemand anderes zuständig. So schwer zu verstehen war das eigentlich nicht.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Neu

      FruchtigBunt schrieb:

      ....ich finde es seltsam, dass hier die Meinung vertreten wird, dass das SGB IX nicht dazu da sein, Schwerbehinderte gerecht zu behandeln.
      Das ist eine Schlussfolgerung, die ein wenig extrapoliert statt genau zu verstehen, was ich schrieb und meinte:

      Capricorn schrieb:

      Völlig gerecht kann man es einfach nicht machen.
      Das ist ein Trugschluss, wenn man denkt, dafür sei das Schwerbehindertenrecht bzw. SGB IX Buch da.
      Kernaussage war, dass es keine völlige Gerechtigkeit gibt. Leider wird auch die Sozialpolitik hierzulande nach Kassenstand betrieben. Ich habe nirgendwo gesagt, dass

      FruchtigBunt schrieb:

      das SGB IX nicht dazu da sei, Schwerbehinderte gerecht zu behandeln.
      Das sagst du, nicht ich; ich sehe immerhin eine Reihe von Maßnahmen, die Schwerbehinderten eine Art Ausgleich schaffen können. Aber auch nur, wenn ein Antrag erfolgreich gestellt wird (d.h., die behandelnden Ärzte entsprechend "mitmachen".).
      Wer sich nicht meldet, bekommt nichts. Auch wenn es noch so berechtigt wäre. Das ist an sich nicht gerecht, da schon von vorneherein nicht barrierefrei!

      Da die Versorgungsämter nur feststellen, nicht therapieren oder Ähnliches leisten, stellen sie auch keine Begleitperson zur freien Verfügung.
      Sie stellen nur bei bestimmten Konstellationen die Notwendigkeit der Begleitung bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel fest.
      Andersherum ist es aber auch nicht verpflichtend, eine Begleitung mitzunehmen, wenn man normalerweise keine hat!
      Trotzdem darfst du dann Bus, Bahn, S-Bahn etc. benutzen.

      Ginome schrieb:

      Für die normalen Begleitungen gibt es dann Betreutes Wohnen oder das persönliche Bugdet. Beides bekommt man auch ohne Merkzeichen.
      Du siehst, diese "Lücke" wird durch andere Möglichkeiten gefüllt.

      Aber 100% Ausgleich oder Gerechtigkeit oder wieauchimmerduesnennenwillst gibt es m.E. nicht.
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Capricorn ()