Behinderung als Verlängerungsgrund für Kindergeld über 25

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    • Behinderung als Verlängerungsgrund für Kindergeld über 25

      Da ich den Threadtitel nicht verändern kann, noch mal als neues Thema, anders gefragt: Kennt sich vielleicht jemand von euch mit der Verlängerung des Kindergeldbezugs bei "Behinderung" aus?

      Um KG über 25 zu erhalten, muss die Behinderung (in erheblichem Maße mit-)ursächlich für das Außerstandesein zum Selbstunterhalt sein.
      Das Außerstandesein zum Selbstunterhalt bedeutet, dass man seinen "Bedarf" nicht deckt, ich unterschreite diesen um mehrere tausend Euro pro Jahr.
      "Erhebliche Mitursächlichkeit" ist hier als im Umfang von >=25% zu verstehen.
      Wenn man noch studiert und einen GdB von 50 hat, wird die Ursächlichkeit automatisch anerkannt.
      Ich studiere noch und habe nun einen Gdb von 40, aber meine Behinderung wird nicht als im Umfang von mindestens 25% mitursächlich anerkannt?
      Aber bei einem um 10 erhöhten GdB wäre sie gleich vollumfänglich ursächlich?
      Das erscheint mir irrsinnig.

      Das erklärte ich der Familienkassendame so, leider ist sie darauf nicht eingegangen, sondern verwies lediglich darauf, dass sie uns nicht beraten müsse.

      Danke :smug:
    • Lissy wrote:

      Um KG über 25 zu erhalten, muss die Behinderung (in erheblichem Maße mit-)ursächlich für das Außerstandesein zum Selbstunterhalt sein.
      Das Außerstandesein zum Selbstunterhalt bedeutet, dass man seinen "Bedarf" nicht deckt, ich unterschreite diesen um mehrere tausend Euro pro Jahr.
      "Erhebliche Mitursächlichkeit" ist hier als im Umfang von >=25% zu verstehen.
      Nein, leider verstehe ich den Zusammenhang mit der Schwerbehinderung/Gleichstellung auch nicht.

      Demnächst werde ich aber damit Erfahrungen machen müssen, da mein "Großer" auch 25 wird und in der Ausbildung ist und GdB 50 hat.
      Im Moment habe ich so viel um die Ohren (RW), dass ich mich noch nicht näher damit befasst habe. Daher kann ich dir auch noch nichts dazu sagen. Vielleicht bist du schneller als ich...!
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Ach so, dann als ganz wichtige Information für dich:

      Um Kindergeld mit 25 weiterzuerhalten, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

      1. Es liegt eine Behinderung vor, die nachweislich vor Erreichen des 25. Lebensjahres eingetreten ist. Die Behinderung kann auch fachärztlich nachgewiesen werden, ein GdB bzw. eine Anerkennung der Behinderung durch das Versorgungsamt muss also nicht vorliegen, ist aber sicher von Vorteil.
      2. Das "Kind" verfügt über ein geringes Einkommen (Steuerfreibetrag + Werbungskosten, Sozialversicherung, Behindertenfreiebtrag etc... muss man ggf. nachrechnen), sein notwendiger Lebensbedarf ist also nicht gedeckt.
      3. Die Behinderung muss (eben erheblich mit-)ursächlich für das Außerstandesein zum Selbstunterhalt sein. Solange dein Sohn sich noch in der Erstausbildung befindet, in der er sich zu seinem 25. Geburtstag befand, wird die Unfähigkeit zum Selbstunterhalt, so ein (hier wohl nur offizieller) GdB von >=50 vorliegt, automatisch angenommen. Dh. wenn du Vorhandensein und Eintreten seiner "Behinderung", den Status als Auszubildender oder Student sowie das Einkommen deines Sohnes nachweist, hast du automatisch weiterhin Anspruch auf Kindergeld. (Natürlich können bei euch noch potenziell problematische Aspekte hinzukommen, die mir hier nicht bekannt sind, aber das ist mein Kenntnisstand, auf das von dir Geschriebene angewandt.)

      Und, so makaber es klingen mag: für Vollwaisen gilt das nur in dem Fall, dass jemand die elterliche "Pflege" übernimmt, z.B. ein Geschwisterteil. Sollte ich Vollwaise werden, verfällt der Kindergeldanspruch für mich, da meine Halbgeschwister über 100km entfernt wohnen und man daher nicht davon ausginge, dass sie "in meinem Leben präsent" sind.

      Ja, ich habe mich in die Materie eingelesen, aber leider ist meine eigene Situation so speziell, dass ich zu keinem sinnvollen Schluss komme :yawn:
    • Lissy wrote:

      Leider ist meine eigene Situation so speziell, dass ich zu keinem sinnvollen Schluss komme.
      Das tut mir leid, ich kenne das ja auch : "Eine Lösung hatte ich, nur passte sie leider nicht zum Problem" oder so ähnlich.

      Am besten fährt man da, wenn man eine kompetente und freundliche Mitarbeiterin der Organisation trifft, die auch bereit ist, ihr profundes Wissen anzuwenden.
      Und das ist reine Glückssache - meiner Erfahrung nach :nerved:

      In meinem Fall danke ich dir sehr, denn das, was du schreibst, ist genau passend. Ich habe schon die Mitteilung bekommen, dass das KiGeld ausläuft und ich Widerspruch erheben kann. Dann werde ich das mal tun.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Das mit dem GdB von 50 kommt aus der Dienstanweisung Kindergeld in der jeweils aktuellen Version. Hier die aktuelle.

      Danach wird die Ursächlichkeit angenommen, wenn die Vorraussetzungen einer Mehrfachanrechnung (ein Arbeitgeber den Schwerbehinderten als 2 oder 3 auf seine Quote anrechnen darf) vorliegen ( §159 SGB IX ).
      Eine der möglichen Vorrausetzungen ist, dass für eine seelische Behinderung (darunter fällt Autismus) ein GdB von 50 vorliegt ( §155 SGB IX ). Das muss von der örtlichen Reha-Stelle gegenüber der Familienkasse bestätigt werden.
    • Waspie wrote:

      Danach wird die Ursächlichkeit angenommen, wenn die Vorraussetzungen einer Mehrfachanrechnung (ein Arbeitgeber den Schwerbehinderten als 2 oder 3 auf seine Quote anrechnen darf) vorliegen ( §159 SGB IX)
      leider verstehe ich nur die Hälfte, und zwar die uninteressantere.
      Könntest du das noch mal in Normaldeutsch erklären? Bitte?
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • @Lissy

      Du hast doch einen Bescheid über deine anerkannten Behinderungen bekommen, oder nicht? Doch?!
      Darin(im Bescheid) müssten die "Leiden" einzeln mit ihren jeweiligen GdB (Graden der Behinderung) aufgeführt worden sein.

      Auf diese Art solltest du erkennen können, wie "hoch" dein für den Nicht-Selbstunterhalt "ursächliches" Leiden bewertet wurde.

      Wenn du z.B. für die Autismusfolgen einen GdB 30 bekamst, liegst du ja schon über 25% (von 40). Damit hättest du die eine Bedingung also erfüllt.
      Wenn du den Bescheid nicht mehr hast oder nicht findest, kannst du dir auch eine Kopie machen lassen bzw. selbst erstellen, weil du das Recht auf Akteneinsicht hast.
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    • Capricorn wrote:

      Waspie wrote:

      Danach wird die Ursächlichkeit angenommen, wenn die Vorraussetzungen einer Mehrfachanrechnung (ein Arbeitgeber den Schwerbehinderten als 2 oder 3 auf seine Quote anrechnen darf) vorliegen ( §159 SGB IX)
      leider verstehe ich nur die Hälfte, und zwar die uninteressantere.Könntest du das noch mal in Normaldeutsch erklären? Bitte?
      Ich versuche es.
      Also manche Arbeitgeber müssen die Schwerbehindertenquote von 5% erfüllen. Wenn der jetzt z.B. 40 Beschäftigte hat, dann muss der 2 Schwerbehinderte beschäftigen.
      Jetzt gibt es Schwerbehindertengruppen, die es am Arbeitsmarkt schwerer haben als andere. Ein Schwerbehinderter einer solchen Gruppe kann dann mehrfach auf die Quote angerechnet werden. Die zählen als soviel wie 2 oder sogar 3 Schwerbehinderte. Der Arbeitgeber mit den 40 Beschäftigten müsste dann nur einen solch besonders beeinträchtigten Schwerbehinderten beschäftigen. Das nennt sich dann Mehrfachanrechnung.
      Oder andersherum gesagt: Der mehrfachanrechenbare Schwerbehinderte gehört immer zu einer Gruppe von Behinderten für die es schwer ist Arbeit zu finden.

      Für das Kindergeld ist das deshalb relevant, weil dort angenommen wird, dass ein Schwerbehinderter, der mehrfachangerechnet werden könnte, auf Grund seiner Schwerbehinderung zu wenig Geld hat. Die Schwerbehinderung ist also die Ursache für das nicht den Lebensbedarf deckende Einkommen. Das ist dann die Ursächlichkeit.
    • Freut mich, dass ich helfen konnte. Ich finde es wirklich mies, dass die Familienkasse so wenig darüber aufklärt - Verpflichtungen hin oder her. Die meisten Menschen, die aufgrund psychischer Gebrechen eingeschränkt sind, sind sich gar nicht darüber bewusst, dass sie "behindert" sind. Mir erging es damals so - behindert waren immer nur Menschen mit mindestens kognitiven Einschränkungen oder Rollstuhl. Andernfalls hätte ich den Kindergeldantrag gleich 2016 gestellt, so dass keine Lücke im Kindergeldbezug entsteht, die mir nachträglich nicht finanziell ausgeglichen wird (in meinem Fall 15 Monate).

      Ja, einen Bescheid habe ich erhalten, leider wurde darin nicht dargelegt, was zu der Entscheidung geführt hat, darin stehen nur der GdB und meine Diagnosen. Ich habe bereits darum gebeten, dass man mir eine Kopie der Begründung zukommen lässt, bisher allerdings nichts gehört (hatte den GdB erst vor einer Woche erhalten).

      Wie kamst du darauf, dass bei einem GdB von 30 die Mitursächlichkeit anerkannt werden müsste? Ist der geringste/höchste meiner Einzelbehinderungsgrade ausschlaggebend dafür, ob ich zu >=25% beeinträchtigt bin? Ich las mehrfach, dass der GdB - obwohl von 100 - nicht mit Prozent gleichzusetzen sei, dh. ein GdB von 40 würde nicht zwangsläufig als Beeinträchtigung von mindestens 25% anerkannt. Auch wenn es sich um eine vage Angelegenheit handelt, ich empfinde es als unlogisch, bei einem Behinderungsgrad von 40 vom Nichtvorhandensein (oder zumindest nicht vom Vorhandensein) einer Mitursächlichkeit von mindestens 25% auszugehen.
    • Nein-es beweist doch nur, dass die psychiatrischen Diagnosen den Hauptteil der "Behinderung" ausmachen.

      Manche Ärzte unterscheiden Depressionen, Ängste und dann noch autismusbedingte Einschränkungen. Aber alles unter dem Oberbegriff "Seelische Störungen", und so wird es dann wieder zusammengefasst.



      @Waspie Ja, danke, jetzt hab' ich's!
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Ja, ich habe ausschließlich für psychiatrischen Diagnosen den GdB von 40 bekommen. Die Dame von der Familienkasse zweifelt dennoch an der "Mitursächlichkeit" der Behinderung für mein Außerstandesein zum Selbstunterhalt. Ich verstehe nicht, dass man es Menschen, die es offensichtlich schwerhaben, noch schwerer machen muss.

      Wobei ich sagen muss, dass ich tatsächlich keine Asperger-/Autismus-Diagnose habe, aber mit meinem ADHS, der Sozialphobie, den Depressionen und der Persönlichkeitsstörung einige auch für Autismus typische "Komorbiditäten" aufweise. Wobei der Aspie-Test mir mitteile, ich sei "sehr wahrscheinlich" Aspergerin... mal schauen, nach dem Stellen des Führerscheinantrags kümmere ich mich vielleicht mal um ein Diagnoseverfahren.
    • @Lissy

      Also das verstehe ich auch nicht:

      Lissy wrote:

      Die Dame von der Familienkasse zweifelt dennoch an der "Mitursächlichkeit" der Behinderung für mein Außerstandesein zum Selbstunterhalt.
      Ein 40er Wert für die seelischen Behinderungen ist doch schon eine deutliche "Hausnummer".

      Was will die Dame denn als "ursächlich" anerkennen?
      Es gibt auch Behinderte mit GdB 100, die ihren Beruf ausüben, z.B. an einem Rollstuhl-gerechten A.-Platz oder einem für Sehbehinderte eingerichteten A-Platz.
      Das wäre ja nach deren Logik gar nicht möglich!

      Sie sollte dir dann den Gesetzestext zeigen, der besagt, dass dein Fall abzulehnen ist.
      Und der Behindertenrechtskonvention nach sollte sie dich beraten, nicht kleinmachen!

      Ob ein Test auf ASS noch viel bringt, musst du selbst entscheiden. Meist will man ja Klarheit haben. In der obigen Angelegenheit liegt es aber wohl vor allem an dem Unwillen der "ausführenden Organe"!
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Ursächlich wäre für sie eben ein GdB von 50, solange ich noch studiere. Ein GdB von 40 hingegen reicht für die Mitursächlichkeit von mindestens 25% (für das Außerstandesein zum Selbstunterhalt) nicht aus. 25% sind ein Viertel des Ganzen, ein Viertel von 50 wäre 12,5... einen GdB von 12,5 gibt es nicht, aber demnach sollte sogar ein GdB von 20 ausreichend sein.

      Sagen wir, es ist mit der "GdB 50 = Ursächlichkeit"-Regelung gemeint, dass bei einem GdB von 50 die Behinderung als "ursächlich" gilt, da ab 50 von Ursächlichkeit, darunter von Mitursächlichkeit gesprochen wird, würde man somit dem Studium also eine Mitursächlichkeit von 50% zusprechen - damit würde sich die Mindestgrenze verdoppeln, dh. es müsste nicht ein GdB von 12,5/aufgerundet 20, sondern ein GdB von 25 bzw. 30 vorliegen.
      Aber auch den überschreite ich... obwohl ich beim Antrag nicht einmal einen "Jammerlappen" abgegeben hatte und man sich bei der Feststellung des GdB ausschließlich an den Schilderungen meines Psychiaters orientierte. Doch auch das sei nicht ausreichend.

      Ich habe durchaus den Eindruck, dass sie uns nur das Leben schwermachen will und darauf wartet, dass wir "aufgeben". Meiner Recherche zufolge gibt es in den entsprechenden Ämtern Boni für Negativbescheide. Und wahrscheilnich wähnt sie sich im Recht, weil ich meinen Lebensunterhalt selbst verdienen muss und das scheinbar auch - wenngleich mehr schlecht als recht - kann. Das Wohngeldamt zickt gerade rum, weil mein Einkommen sehr niedrig sei, die Plausibilitätsprüfung war sehr knapp noch positiv. Aber für die Familienkassendame bin ich wohl in der Lage, meinen Lebensunterhalt zu decken.
      Aber man kennt das ja, psychisch Kranke sind ja eh alle nur faul. :nerved:

      Nun, übermorgen geht es deswegen zum Anwalt, mal schauen, was der dazu sagt. Vielleicht kann die FK für uns anschreiben.
    • Lissy wrote:

      Meiner Recherche zufolge gibt es in den entsprechenden Ämtern Boni für Negativbescheide.
      Ich will ja nicht sagen, sowas gibt's nicht, aber ich arbeite seit 1990 in dem Bereich und habe noch nie gehört, dass es sowas gibt.

      Faule, unleidliche Mitarbeiter*innen, das schon mal, aber sowas: Nee!

      Hoffentlich ist dein Amt @Lissy da nicht die Ausnahme- ich wünsche dir Erfolg beim Protest.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Ja- - danke, ich bin gespannt, wie es bei dir (und bei uns) weitergeht.

      So wie sich dein Fall anhört, ist es doch genau solch ein Fall, für den der weitere Bezug von Kindergeld vorgesehen ist.
      Hoffentlich hast du einen guten Anwalt.

      Ich raffe jetzt die Unterlagen zusammen, die Agentur hat uns Zeit gelassen bis zum 10. April.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Bei euch wird es vermutlich direkt anerkannt werden. Eine Sache noch! Wenn dein Sohn unfähig zum Selbstunterhalt ist, kann er nicht nur Kindergeld weitererhalten, sondern auch weiter in der Familienversicherung bleiben. Die Voraussetzungen für die Familienversicherung über 25 sind etwas strenger als die für Kindergeld über 25, weil die 450€-Verdienstgrenze bestehen bleibt. Wenn dein Sohn jedoch bisher familienversichert war, wird er das auch weiterhin sein können. Hier ist nur wichtig, dass ein Arzt gesondert attestiert, dass er unter den gegebenen Umständen unfähig zum Selbstunterhalt ist, ein hoher GdB soll dafür nicht ausreichend sein. Und hier sollte man sich beeilen, da die Familienversicherung nicht rückwirkend gewährt wird.

      Es gibt noch nichts wirklich Neues, aber ich war in der Zwischenzeit beim Anwalt. Der teilte mir mit, er sei skeptisch, ob ich wirklich unfähig zum Selbstunterhalt sei, weil ich 18 Stunden pro Woche arbeite und mir mein Arzt, der meine Erwerbsfähigkeit attestieren sollte, dementsprechend natürlich attestieren musste, dass ich zwar "erheblich eingeschränkt erwerbs- und ausbildungsfähig" sei, allerdings doch in der Lage, 15 Stunden pro Woche zu arbeiten. Sieht erst mal nicht gut aus... Der GdB >= 50 würde mich retten, aber da gab es noch keine Antwort.

      Ich muss sagen, dass die Annahme, weil ich 15 Stunden pro Woche arbeite (und eine Verschlimmerung meiner Symptomatik in Kauf nehme, die sich auch schon seit November abzeichnet), könne ich auch in Vollzeit arbeiten, weswegen mir kein Kindergeld mehr zustehe, meinem Gerechtigkeitssinn entgegengeht. Selbst mit 18 Stunden reize ich meine Belastbarkeit schon aus, ungeachtet der vielen Jobs, die ich wegen meiner Symptome bereits verlor (Kündigungen, Mobbing, Arbeitsunfall). Ich bin nicht "schuld" daran, dass meine Familie arm ist, muss nun aber dafür "bluten", dass meine Familie mich nicht unterstützen kann. Lustigerweise könnte ich sogar mit 28 noch familienversichert sein, wenn meine Eltern denn in der Lage wären, mir Unterhalt zu gewähren. Da ich mich selbst finanziere und aktuell nur von meinem Arbeitseinkommen lebe, dh. eindeutig mehr als 450€, die ein Minijob einbrächte, verdienen muss, muss ich die 100€ für die Krankenversicherung und dann naürlich auch gleich gut 9% für die Rentenversicherung zusätzlich verdienen. Und wunderbarerweise wird Ende des Jahres die studentische Krankenversicherung gleich um 20€ teurer, da mit der Bafög-Erhöhung auch der studentische "Bedarf" wächst. Wunderbar für jene, die - ungeachtet welchen Grundes - kein Bafög erhalten, die zahlen dafür, dass andere mehr zum Leben erhalten, drauf. Sorry, falls das "frech" klingt, aber ich finde es einfach unangemessen, dafür wieder diejenigen reinzuziehen, die ohnehin schon um jeden Euro kämpfen.