Ermäßigungen erst ab GdB70

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    • Slim wrote:

      Was mich ärgert ist, dass ich mit meinem Rentnerausweis keine Ermäßigung bekomme, wenn es welche für Rentner gibt. Gibt es dazu Gesetze oder ist das die alleine Regelung des Betreibers? Junge Rentner sind keine alten Rentner. Hatte schon überlegt in solchen Fällen die Polizei zu rufen und Anzeige zu stellen, einfach um zu schauen, ob das rechtens ist.
      @Slim
      Ich würde sagen, wenn es ausdrücklich Ermäßigungen für "Renter ab 65 Jahren" (steht öfters dabei), hast du schlechte Karten. Wenn aber dort steht "Rentner" und du bist offizieller Erwerbsminderungsrentner und kannst das auch nachweisen, bin ich der Meinung, dass du ein Recht hast, dann auch den Rentnerpreis zu bekommen.
      Wenn man dir das verweigert, würde ich die Geschäftsführung verlangen. Die Polizei hilft einem da nicht weiter, die kennen sich damit sowie nicht aus, schätze ich mal. Außerdem ist es ja Privatrecht, wenn schon, dann müsstest du das mit Hilfe eines Anwalts, und nicht der Polizei klären.
    • Ich habe nun eine Antwort eines Juristen vorliegen, wonach es erlaubt sei, eine Ermäßigung bei 70GdB zu erhalten, nicht jedoch bei 50GdB.

      Zwar verstößt die unterschiedliche Behandlung gegen das Benachteiligungsverbot in § 19 Abs. 1 Nr. 1 AGG. Die Benachteiligung könne aber im Einzelfall gerechtfertigt sein, nämlich dann, wenn ein sachlicher Grund für die Ungleichbehandlung vorliege und so sei es auch in diesem Fall, weil es laut Gesetzesbegründung ausreiche, dass bestimmte Personengruppen und Kundenkreise angelockt werden sollen.

      Ich finde die Argumentation stark an den Haaren herbeigezogen, weil ich nicht verstehen kann, wieso gewerbliche Interessen (Anlockung von neuen Kundengruppen) wichtiger sind als ein Benachteiligungsverbot. Laut Gesetzesbegründung seien diese Maßnahmen

      Gesetzesbegründung wrote:

      Bestandteil einer auf Wettbewerb beruhenden Wirtschaft
      :m(: :shake:

      Da kann man meiner Meinung nach eigentlich nur noch heulen. Dass die sich überhaupt trauen, so etwas im Zusammenhang mit dem AGG zu verschriftlichen. Dient der Staat denn nur noch dem Kapital? :evil: :cry:

      Weiterhin wird aber ausgesagt in Bezug auf "GdB 70"


      Im vorliegenden Fall möchte der Vertragspartner speziell Personen mit Erwerbsminderung unterstützen und ist nach dem AGG auch nicht verpflichtet den gesamten Personenkreis zu berücksichtigen..
      Ich verstehe nun nicht, was der GdB 70 mit Erwerbsminderung zu tun hat, nämlich gar nichts. Aber ist ja nichts neues, dass die ihre eigenen Vorschriften nicht kennen. Aber der zweite Satz drückt ja aus, dass es darauf gar nicht ankommt, sondern allein darauf, ob man neue Personengruppen gewinnen möchte. Man möchte dort also die Personengruppe der GdB 70 und höher - Menschen gewinnen. :roll: :shake:

      Na ja, wers glaubt. :m(: Was ist denn an dieser Personengruppe anders (bis auf den GdB auf dem Zettel?) Ich würde ja verstehen, wenn man die Personengruppe "jüngere Menschen" ansprechen will oder "bildungsferne Schichten" etc. (wobei das auch schon heikel ist). Aber seit wann sind Behinderte ab GdB70 eine eigene Personengruppe?

      The post was edited 2 times, last by FruchtigBunt ().

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      Ich habe hier in der Region nur sehr, sehr selten gelesen, dass es den Rabatt erst ab GdB 70 gibt. Ich bekomme hier oft schon ab GdB 50. In machen Museen bekomme ich hier z.B. halben Eintritt. Lohnen tut es sich für mich nur, wenn ich mir für etwas eine Dauerkarte kaufe.
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      FruchtigBunt wrote:

      Ich finde die Argumentation stark an den Haaren herbeigezogen, weil ich nicht verstehen kann, wieso gewerbliche Interessen (Anlockung von neuen Kundengruppen) wichtiger sind als ein Benachteiligungsverbot.
      Also mich verwundert das garnicht, es ist ein Schlupfloch für Kapitaler. Wir wissen doch alle das gesetze von Politikern gemacht werden und die meisten politiker arbeiten für die Wirtschaft (wozu diese Gesetzeslücke auch gut ist) und nicht für benachteiligte Menschen. :-/
      Das sieht man doch eigentlich ständig in den Nachrichten wo es auch nur irgendwie um Wirtschaft geht.
      Meistens können sich Geldverdienende die auch nur ansatzweise Macht haben, alles drehen wie sie es wollen. In den meisten Fällen sind solche Gesetze auch nur freiwillige Möglichkeiten die Firmen und Insitutionen die Möglichkeit geben sich in der Öffentlichkeit als sozial zu verkaufen. Das es dabei auch nur auf die eigene Gewinnmaximierung ankommt, ist dann auf einmal nicht mehr so sichtbar und gerät schnell in den Hintergrund.

      Mein damaliger bester Freund hatte auch einen SBA, glaube mit grad 90 oder so, und Merkzeichen B für Begleitperson, dabei konnte er sehr gut auch allein durch die gegend fahren, war zuverlässig und hatte keine Probleme den ÖPNV ganz selbstständig zu benutzen. Eigentlich müsste man den Grad heute wohl heruntersetzen, bzw vermutlich das Merkzeichen in H für Hilflos ändern weil er im Falle eines Angriffs sich aus motorischen und psychischen gründen nicht mal verteidigen würde aber da bekommen andere Menschen ja auch keinen SBA für.
      Ich weiß das er mit dem SBA damals von Essen bis nach Köln umsonst fahren konnte und noch eine Begleitperson mitnehmen konnte.
      Er hatte dennoch ein normales Ticket (damals das Schokoticket für Schüler) was mich wunderte, weil es eigentlich rausgeschmissenes Geld war.
      Er hätte das garnicht gebraucht. Ich kam bei vielen Dingen auch umsonst mit rein wenn er den SBA vorzeigte. (Schwimmbad, Movie Park, Museen, Zoo) oder zumindest doch um einiges günstiger. Ob das heute auch noch so ist weiß ich nicht. Unsere Wege trennten sich ja schon 2007.
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      RegenbogenWusli wrote:

      Also mich verwundert das garnicht, es ist ein Schlupfloch für Kapitaler. Wir wissen doch alle das gesetze von Politikern gemacht werden und die meisten politiker arbeiten für die Wirtschaft (wozu diese Gesetzeslücke auch gut ist) und nicht für benachteiligte Menschen. :-/

      RegenbogenWusli wrote:

      Meistens können sich Geldverdienende die auch nur ansatzweise Macht haben, alles drehen wie sie es wollen. In den meisten Fällen sind solche Gesetze auch nur freiwillige Möglichkeiten die Firmen und Insitutionen die Möglichkeit geben sich in der Öffentlichkeit als sozial zu verkaufen. Das es dabei auch nur auf die eigene Gewinnmaximierung ankommt, ist dann auf einmal nicht mehr so sichtbar und gerät schnell in den Hintergrund.
      Vermutlich hast du recht. :| Ich bin manchmal vermutlich einfach zu naiv.
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      Das geht mir nicht anders. Wenn es im fernsehen noch so angepriesen wird (man sieht sowas recht oft in den nachrichten, wenn Politiker wieder was neues verabschieden, soll das immer so aussehen als wäre es für die normalen menschen was positives, zB die Anhebung des Stunden/Mindestlohnes, weswegen aber dann nie gesagt wird das dann auch die Beiträge der KV teurer wird, wird man erst gewahr wenn die dann einem mal wieder schreiben das man ab dem und dem Monat auf einmal 5€ mehr für Krankenversicherung bezahlen soll, obwohl man selber nicht mehr verdient).
      Erst in bestimmten reportagen wo die Sache dann näher beeugt wird und wo man auch konkrete Beispiele sieht an menschen die durch dieses neue System fallen und davon nicht profitierenn, sieht man wie schlecht die Sache eigentlich durchdacht wurde oder vielleicht sogar absichtlich so umgesetzt? :twisted: