Kontakt aufbauen

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    • Kontakt aufbauen

      Hallo Forum,
      Kontakte herstellen und pflegen ist nicht einfach. Das geht wohl allen hier so.
      Ich habe nicht oft das Bedürfnis. In seltenen Fällen lerne ich jedoch eine Person kennen, die mein Interesse weckt. Dann werde ich unentspannt und warte ständig auf Antwort, bzw. eine Reaktion. Gerade in der Anfangszeit habe ich ein hohes (schriftliches) Kontaktbedürfnis zu dieser Person. Jedoch kann ich nicht erkennen, ob dieser Mensch ebenfalls Interesse daran hat. Kontakt aufzunehmen fällt mir schwer. Wenn ich es doch tue und mich ins Ungewisse stürze, warte ich ständig auf Reaktionen, bin ungeduldig, kann in manchen Fällen kaum „abschalten“. Lässt eine Antwort zu sehr auf sich warten, fühle ich mich abgelehnt.
      Kennen einige von euch das auch? Wenn ja, wie geht ihr damit um?
      Niemand hat die Absicht eine Gurke anzubauen.
    • Allen? Nein, mir geht das nicht so. Ich habe tendenziell eher das Problem, dass zu viele Leute Kontakt haben wollen (Freunde, Kollegen, Familie, Partner...) und ich einfach nicht so belastbar bin bzw. das organisatorisch nicht auf die Reihe kriege. Absagen und Termine verschieben fällt mir schwer.
      (Nur, weil du "alle" schriebst)

      Nein, kenne ich nicht so wirklich, ich habe eher das Problem, dass ich teilweise selbst keine Lust habe, ständig zurückzuschreiben, gerade, wenn mich das Thema nicht interessiert.

      The post was edited 1 time, last by seven_of_nine ().

    • Mir geht es nicht so, bzw. nur teilweise.
      Das Problem mit dem "Nicht-Wissen-Wie", was das Kontakteknüpfen anbelangt habe ich auch.

      Aber bei mir ist es auch eher so, dass die Leute auf mich zukommen und sich irgendwie an mich heften. Dann habe ich das Problem, nicht oft genug antworten zu können/wollen und gehe Treffen meistens aus dem Weg, weil sie mich überfordern.

      Es gibt aber auch Menschen, zu denen ich von mir aus gern Kontakt aufgenommen habe, die aber aus unerfindlichen Gründen kein Interesse daran haben, sich mit mir zu treffen. Obwohl ich mir viel Mühe gebe und sehr umgänglich bin.
      Wahrscheinlich wollen die dann keinen Kontakt, weil ich ganz andere Interessen habe und denen zu individuell bin :-p Einmal sagte eine olle Schrappnelda hinter meinem Rücken, ich sei "extravagant".
      Irgendwie putzig :d

      Kurzum:

      Ich bin sozial ziemlich isoliert und will gern Kontakt zur Außenwelt, weiß aber nie so recht wie.
      Will die Außenwelt dann Kontakt zu mir, reagiere ich so verschreckt wie eine Antilope, welche das Vergnügen hat, Bekanntschaft mit dem Maul eines Krokodils zu nachen 8o
    • Ja, ich kenne das gut, genauso wie Du es beschrieben hast.

      Dieser Mensch ist dann wie "in mir drin". Gleichzeitig bin ich total unsicher, weil ich seine Reaktionen nicht so recht deuten kann. Er/Sie beschäftigt mich dann ständig und ich finde das extrem anstrengend.

      Wie ich damit umgehe? Das wüsste ich auch gerne. Ich kann mich nämlich nicht einfach entscheiden, diesen Menschen jetzt in mir loszulassen. Ich könnte den Kontakt beenden, das will ich dann aber keinesfalls, weil das immer Menschen sind, die ich sehr mag. Sehr kompliziert.
    • Geht mir genauso wie dir. Suche von mir aus sehr selten Kontakt zu anderen, aber wenn mich ausnahmsweise mal eine Person sehr interessiert, dann weiß ich nie, wie ich das äußern soll oder ob die andere Person das gleiche Interesse hat. Bin auch schon ein paar mal deswegen aufgefallen, wenn betreffende Person dann sagte, ich könne sie ja mal besuchen kommen. Habe mir dann irgendwann mal Herz gefasst und angerufen. Die Person klang etwas erstaunt, hat mich dann zwar auch eingeladen., aber sich nach dem Besuch nie wieder gemeldet. Eine andere, die ich in einer Klink kennengelernt hatte, gab mir ihre Nummer und meinte, man könne sich ja mal zum basteln und reden treffen. Nachdem ich ihr eine Nachricht auf dem AB hinterließ hat sie sich nie zurückgemeldet. Das ist mir die letzten Jahe 3 mal passiert. Daher frage ich mich, ob solche Einladungen einfach nur höfliche Floskeln sind und ich sie einfach falsch interpretiere. Dabei habe ich aber auch schön öfter mitbekommen, wie andere sehr spontan Kontakte knüpfen und dann auch in Kontakt bleiben. Mir ist das ganze manchmal ein völliges Rätsel.
    • Hallo @Ani. "In mir drin" ist eine sehr gute Umschreibung. Die merk ich mir. Danke.

      Bei mir lässt das Gefühl nach einiger Zeit nach. Entweder weil sich der Kontakt "eingespielt" oder mich enttäuscht hat. Doch bis dahin ist es nur schwer auszuhalten.
      Niemand hat die Absicht eine Gurke anzubauen.

      The post was edited 1 time, last by Zombie Boy ().

    • Eryniell wrote:

      Aber bei mir ist es auch eher so, dass die Leute auf mich zukommen und sich irgendwie an mich heften. Dann habe ich das Problem, nicht oft genug antworten zu können/wollen und gehe Treffen meistens aus dem Weg, weil sie mich überfordern.

      Es gibt aber auch Menschen, zu denen ich von mir aus gern Kontakt aufgenommen habe, die aber aus unerfindlichen Gründen kein Interesse daran haben, sich mit mir zu treffen. Obwohl ich mir viel Mühe gebe und sehr umgänglich bin.
      Das erlebe ich schon mein ganzes Leben lang so, ich weiß auch nicht warum das so ist. Es passt seltenst auf beiden Seiten.

      Aziraphale wrote:

      In seltenen Fällen lerne ich jedoch eine Person kennen, die mein Interesse weckt. Dann werde ich unentspannt und warte ständig auf Antwort, bzw. eine Reaktion. Gerade in der Anfangszeit habe ich ein hohes (schriftliches) Kontaktbedürfnis zu dieser Person. Jedoch kann ich nicht erkennen, ob dieser Mensch ebenfalls Interesse daran hat.
      Wenn ich schon mal Interesse an jemandem habe, dann bin ich da auch ziemlich unentspannt. Weiß nicht, wie ich mich verhalten soll und fühle mich schnell zurückgewiesen. Daher kann ich Dir auch keinen Tipp geben, weil es mir ähnlich geht....
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Aziraphale wrote:

      In seltenen Fällen lerne ich jedoch eine Person kennen, die mein Interesse weckt.
      Vielleicht musst du in anderen Kreisen verkehren... ich hab in meinem Informatik-Studium viele nette, tolle, interessante Nerds kennengelernt.

      Aziraphale wrote:

      Dann werde ich unentspannt und warte ständig auf Antwort, bzw. eine Reaktion.
      Auch hier würde es helfen, mehr als eine Person zu haben, aber das ist wohl nicht immer möglich... Ansonsten kann man wohl nur raten, was man in solchen Fällen immer raten würde: Möglichst viel Ablenkung, Sport, weniger vor dem Handy hängen...

      Wieso muss man überhaupt so viel schriftlich mit einer Person kommunizieren? Einmal die Woche (oder häufiger, oder seltener, je nach Geschmack und Zeit beider Kommunikationspartner) treffen oder telefonieren und man benötigt die ganze schriftliche Kommunikation (die einen viel geringen Durchsatz hat IMO, also es werden viel weniger Informationen pro Zeit ausgetauscht, zudem ist weniger Nähe vorhanden) gar nicht.

      Man kann sich auch nur für relativ kurze Zeit irgendwo treffen, z.B. zum gemeinsamen Essen im Restaurant.

      Asynchrone Kommunikation hat Vor- und Nachteile, bei dir klingt es so, als hätte sie eher mehr Nachteile als Vorteile. Bei einer synchronen Kommunikation bei einem RL-Treffen musst du nicht ständig auf eine Antwort warten und dir überlegen, ob die Person noch Interesse hat und wann und ob du sie ansprechen kannst.

      Sry, ich hoffe, mein Posting klingt nicht zu unfreundlich :oops: Ich halte nur mittlerweile WhatsApp und Co. wirklich teilweise für eine Seuche...

      The post was edited 1 time, last by seven_of_nine ().

    • Ich habe große Schwierigkeiten Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen. Deshalb fühle ich mich auch in meinen eigenen 4 Wänden am besten. Ich habe auch große Schwierigkeiten damit z.B. bei Behörden usw. meine
      Bedürfnisse klar und deutlich zu sagen. Aber ich versuche es immer wieder neu, doch mal Kontakt zu meinen Mitmenschen aufzunehmen. Ich habe nur wenig Kontakte, z.B. zum Psychiater und zu meiner Therapeutin.
    • Mein Kontakt zur Außenwelt ist privat auch sehr eingeschränkt. Zugegebener Maßen bin ich seit Jahren keinen Personen begegnet die wirklich mein Interesse geweckt hätten, obwohl ich tatsächlich gern mehr Kontakte hätte. Was du beschreibst, @Aziraphale, diese Ungeduld auf eine Antwort des anderen wenn man denn mal mit jemandem in Kontakt steht kenne ich ganz gut. Auch die Zweifel ob das Gegenüber überhaupt wirklich Interesse an einem hat weil eine Antwort eine Weile auf sich warten lässt.

      Es gibt zur Zeit nicht einmal eine Hand voll Menschen mit denen ich wirklich in Kontakt bleiben will. Einen davon kenne ich lediglich Online und das ist der einzige mit dem ich regelmäßig Kontakt habe. Ich vermute hauptsächlich weil uns unser Interesse an Computerspielen und Anime verbindet. Ich kann aber nicht einschätzen inwiefern meine Gesellschaft für die andere Partei erstrebenswert ist. Wenn ich genauer darüber nachdenke, kann ich nicht genau sagen warum diese "Beziehung" so gut funktioniert.

      Im Vergleich dazu habe ich mit den anderen Beiden eigentlich keinen wirklichen Kontakt (mehr). Ich habe bei diesen immer das Gefühl ihnen "hinterherrennen" zu müssen. Wenn ich mich nicht bei ihnen melde tut es umgekehrt keiner von Beiden obwohl ich eigentlich immer das Gefühl hatte gut mit ihnen aus zu kommen wenn denn Kontakt bestand. Aber nachdem ich aufgehört habe mir die Mühe zu machen habe ich leider nichts mehr von ihnen gehört.

      @seven_of_nine
      Zugegeben, dass letzte Mal, dass ich Menschen kennen gelernt habe, die mich wirklich interessierten war während meines Physik- und später Maschinenbaustudiums. Und ohne jetzt Spekulationen zu @Aziraphale's Umstände anstellen zu wollen, ich für meinen Teil habe dann doch einen anderen Karriereweg eingeschlagen und auch wenn ich meine Kollegen mag und gut mit ihnen auskomme, hatte ich bisher bei keinem von ihnen das Bedürfnis denjenigen näher kennen lernen zu wollen. Das selbe gilt für unsere Nachbarn mit denen wir uns regelmäßig wegen der Hund treffen.

      Das Problem ist dabei nicht, die Leute nicht nett zu finden, aber irgendwie das Gefühl zu haben einfach nicht ganz auf einer Wellenlänge zu sein. Teils intellektuell, teils bezüglich der eigenen Interessen...

      Natürlich muss man Kontakte dann in einem anderen Umfeld suchen, aber deswegen denn Beruf zu wechseln wäre arg drastisch und wenn ich ehrlich bin fallen mir außerhalb des beruflichen Umfeldes wenige offensichtliche Möglichkeiten ein neue Kontakte zu knüpfen. Sport(vereine) fallen mir spontan noch ein, wobei es dort wohl auch sehr vom Zufall abhängt ob man auf entsprechende Personen trifft. Die einzige andere Möglichkeit sehe ich in Foren wie diesem, wobei persönliche Treffen hierbei wohl in der Regel mit etwas größerem Aufwand verbunden sind da es für gewöhnlich größere Distanzen zu überwinden gilt.

      Bezüglich WhatsApp etc. sind wir uns einig, insbesondere da viele scheinbar über mindestens drei derartige Netzwerke gleichzeitig jederzeit erreichbar sein müssen. Wenn allerdings im persönlichen Umfeld wenig bis keine geeigneten Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung stehen...


      EDIT: Diese Ungeduld auf Antworten verspüre ich im Übrigen im Forum wenn ich darauf warte ob jemand auf meine Beiträge antwortet... :lol: :m(:

      The post was edited 1 time, last by Sesambrot ().

    • @Sesambrot Dann gebe ich mal ein schnelles Zeichen, dass ich interessiert deinen Post gelesen habe. Danke. Da ich gerade nicht zuhause bin, fehlt mir jedoch die Ruhe, eure Beiträge überlegt zu kommentieren. In ein paar Stunden habe ich die Zeit.

      @seven_of_nine Nein. Ich habe deinen Kommentar nicht als unfreundlich aufgefasst.
      Niemand hat die Absicht eine Gurke anzubauen.
    • Aziraphale wrote:

      Dann gebe ich mal ein schnelles Zeichen, dass ich interessiert deinen Post gelesen habe. Danke. Da ich gerade nicht zuhause bin, fehlt mir jedoch die Ruhe, eure Beiträge überlegt zu kommentieren. In ein paar Stunden habe ich die Zeit.
      Danke dafür! :lol:
      Ich wollte das eigentlich nur anmerken, weil ich dachte es passt. Ich würde es in Foren nicht allzu lange aushalten, wenn ich mich da hineinsteigern würde... :)
    • @Sesambrot

      Das mit dem Studium ist ja nur ein Beispiel, Nerds findet man in vielen Bereichen, ich habe zu diesem Thema auch schon öfters Auflistungen gepostet. MINT-Studenten haben z.B. ja auch häufig bestimmte Hobbies und Vorlieben, man kann also MINT-Nerds auch in vielen anderen Bereichen kennenlernen, die irgendwas mit (Funk-)Technik, Metal, Mittelalter, Pen&Paper-Rollenspielen, PC-Spielen oder Kampfsport zu tun haben. Für alle diese Dinge gibt es Vereine, Foren und/oder öffentliche Treffen, man kommt da leicht rein IMO. Den Beruf braucht man also nicht zu wechseln ;) Einziges Problem könnte sein, dass der eigene Wohnort zu klein ist und es daher weniger Angebote gibt.

      Es gibt natürlich nicht nur MINT-Nerds, sondern auch andere Arten von Nerds wie z.B. Schienennerds (zumindest gibt's in München so einen Tram-Verein :d ).

      Auch in der Unwelt-/Friedensbewegung kann man auf alternative Leute treffen.

      The post was edited 2 times, last by seven_of_nine ().

    • Ich hab oft Schwierigkeiten Kontakt zu Leuten aufzubauen, selbst wenn unter Leuten bin, die die selben Interessen haben wie ich (z.B. Training)

      Mir ist nur aufgefallen wenn es mir egal ist, ob ich Kontakt aufbaue klappt es viel besser, und wenn ich bemühe ist es (meistens) Schwierig.

      Natürlich habe ich auch meine Leute im Training gefunden. Es gibt auch Leute die sich für mich interessieren. Ich bin kein Aussenseiter. Aber ich bin auch nicht "dabei".

      Das ist nur eine sehr stark vereinfachte Darstellung wie es bei mir läuft.
      ADHS & Autismus.
      and I'm an eurasian Crossbreed

      Dummheit ist nicht "Nicht Wissen" oder "Nicht Wissen Wollen", Dummheit ist "Glauben genug zu Wissen"
    • Ich nochmal. Danke an alle, für eure Antworten.

      Da es mir oft nicht leicht fällt, die passenden Worte für Gefühls-Zeugs zu finden, ist es hilfreich eure Texte zu lesen, und die eine oder andere Formulierung anzueignen, bevor ich das Thema zur Therapeutin mitnehme :) .

      @seven_of_nine Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich nicht als Eremit lebe. Ich habe eine Familie, eine Film-Nerd-Mannschaft (deren Mitglieder ich abseits der Wettkämpfe jedoch nicht treffe). Bis vor gut anderthalb Jahren stand ich voll im Berufsleben im sozialen Sektor, war Heimleiter. Es waren genug Menschen um mich, zu viel. Bevor ich vor zehn Jahren das Bandleben aufgab, hatte ich viele Bekannte und auch ein paar Freunde. Ohne diese Verbindung verlohr ich jedoch das Interesse an den Kontakten. Zwei bis dreimal im Monat kommt Besuch. Das reicht mir. Meine alte Stammkneipe ist nach meinem Umzug nur noch aufwändig erreichbar. Eine neue will ich nicht. Ich trink ja eh nur ungern Alkohol. Ich könnte unzufriedener sein.
      Hier fielen die Begriffe "nicht auf einer Wellenlänge", bzw. "nicht dabei sein". Das trifft es. Aber manchmal, wirklich sehr selten, da will ich diese Verbindung eben unbedingt.

      Mein Problem besteht tatsächlich nur, wenn ich diesen einen Kontakt tatsächlich will. Nicht weil ich einsam wäre. Es wird mir in diesen Momenten einfach nahezu zwanghaft wichtig, mich mit der Person super zu unterhalten und ich muss mich sehr zügeln, um nicht zu nerven und mich zu gedulden, auch mal Pausen zu lassen. Bis dieses Gefühl nach einiger Zeit geht, bleibt mein Stresslevel weit oben.

      Ja, die nervige Technologie. Sicher ist eine kleine Gesprächsrunde qualitativ besser als ein Chat. Aber dazu muss man sich durch die Stadt bewegen, was ich immer schlechter aushalte und entsprechend meide. Mir reichen schon die verpflichtenden Wege.
      Niemand hat die Absicht eine Gurke anzubauen.