Keine gute Idee - spontane telefonische Terminvereinbarung

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    • Keine gute Idee - spontane telefonische Terminvereinbarung

      Muss das grad irgendwo los werden;
      Ich schiebe seit Monaten vor mir her mit dem lokal zuständigen Autismus-Zentrum Kontakt aufzunehmen und bin jetzt auf die "grandiose" Idee gekommen da vorhin anzurufen nachdem ich mein Auto zum Kundendienst gebracht hatte und mit dem Hund heim gelaufen bin... Dachte; kurz anrufen, Termin ausmachen, fertig! krieg ich hin! Falsch gedacht! Nächster freier Termin ist Mitte Mai statt nächste Woche wie es im Internet noch steht und dann wollte die Dame natürlich auch wissen worum es geht und wie ich zu meinem Verdacht komme.
      Woraufhin in meinem Kopf Folgendes passiert ist: ---------------------------- *Panik?!*

      Ich mach mir über dieses Thema ständig Gedanken und denke ich kann das für mich auch begründen aber bei der spontanen Frage war ich plötzlich blank... Dazu kam, dass ich nebenbei auf den Hund achten musste weil sie in genau dem Moment zu einem anderen Hund gezogen hat und dann ging einfach gar nichts mehr... abgesehen von stammeln und schwitzen und versuchen sich wieder zu beruhigen...

      Im Endeffekt habe ich das dann denke ich auch auf die schnelle nicht richtig begründen können, weil ich mir meine Antwort erst wieder irgendwie zusammensuchen musste. Mein T-Shirt und mein Pulli sind direkt nachdem ich zur Haustüre rein bin auf die Wäsche geflogen... waren nass...

      Bin an sich selbst schuld! Normalerweise spiele ich solche Telefonate vorher zwei, drei mal im Kopf durch bevor ich sie dann wirklich tätige und stelle sicher das mich nichts ablenkt. Mit den kurzen Rückfragen hätte ich rechnen müssen, bzw. habe ich eigentlich sogar gerechnet... Warum ich dachte, dass das so spontan funktioniert ist mir allerdings schleierhaft. Andererseits kann ich mich auch nicht erinnern jemals eine derart krasse Reaktion auf irgendwas gehabt zu haben. Einfach "Totalüberforderung"...


      Eine E-Mail zu schreiben wäre vermutlich klüger gewesen, oder zumindest von zuhause aus anzurufen und mir vorher ordentlich Gedanken zu machen. Wobei ich da irgendwie die irrationale Angst hatte, dass meine Partnerin mitbekommt, dass ich dort anrufe und was ich so erzähle.

      Ich muss mich jetzt erstmal wieder beruhigen, dass Katastrophe von einem Telefonat wahrscheinlich keine Auswirkungen auf den Beratungs(!)termin hat und bis Mitte Mai wahrscheinlich eh schon wieder vergessen ist, sonst mache ich mich deswegen nur unnötig verrückt.


      PS: Keine Ahnung ob das jetzt einen neuen Thread wert war, aber ich wusste nicht wohin sonst damit...
    • Also nur kurz Nachgefragt: den Termin hast du Mitte Mai sicher?
      Ach ich denke die sind im Autismus Zentrum schon darauf vorbereitet, dass auch Menschen anrufen, wo so etwas passieren könnte. Also eine peinlich Situation. Ich mein, ich kenn das xD Mir ist das dann auch immer voll peinlich und Gott sei Dank wird dann so was nicht angesprochen mehr oder wird vergessen. Deshalb mach dir kein Kopf drüber und komm erstmal "zu dir selber zurück", also beruhige dich. :) :D
    • Jup, klingt ganz ähnlich wie meine Erfahrung beim Anruf :roll:

      Nur, dass ich vorher bestimmt eine halbe Stunde dagesessen bin und mir sogar aufgeschrieben habe, welche Infos ich brauche und was ich sagen soll. Trotzdem habe ich am Hörer kaum ein Wort herausbekommen.
      Es hat auch nicht geholfen, dass ich nach meinem Alter gefragt und daran erinnert worden bin, dass man mindestens einen Realschulabschluss haben muss, um die Diagnostik durchführen zu lassen......fühlt sich komisch an, stammeln zu müssen, dass man doch schon 22 Jahre alt ist und studiert ^^''
      Keine Ahnung, ob die Dame am Telefon mir das überhaupt geglaubt hat :roll:
      Ich musste allerdings nichts zu meinem Verdacht sagen oder wie dazu gekommen bin, da ich erwähnt hatte, dass ich eine Verdachtsdiagnose von einer Therapeutin habe.
      Als mein Freund mich fragte, wie ich überhaupt auf den AS-Verdacht komme, ist mein Hirn allerdings auch für einen Moment komplett blank gewesen.

      Sesambrot wrote:

      Wobei ich da irgendwie die irrationale Angst hatte, dass meine Partnerin mitbekommt, dass ich dort anrufe und was ich so erzähle.
      Diese Angst habe ich auch. Ich gehe grundsätzlich in ein anderes Zimmer zum Telefonieren und bevorzuge dafür Zeiten, an denen mein Freund nicht daheim ist. Woran das liegt, weiß ich nicht.

      Na ja, jetzt hast du es hinter dir :thumbup:
      Jetzt heißt es warten, warten und nochmals warten.
    • Sesambrot wrote:

      Warum ich dachte, dass das so spontan funktioniert ist mir allerdings schleierhaft
      Denk Dir nichts, das mach ich auch immer so :oops: :nerved:

      Zuerst wochenlang jede Antwort auf jede mögliche Frage immer und immer wieder überlegen, womöglich ausführliche Notizen machen, und dann "spontan" anrufen und einen Voll-Blackout hinlegen :m(:
      Ich weiß, wer schuld ist: Das Telefon! Der alte Feind! Irgendwelche Nano-Strahlung im Hörer, die einem das Gehirn vernebelt :fun:
      Hast Du den Termin Mitte Mai genommen? Nicht, dass Du da nochmal anrufen musst...
    • Marcks90 wrote:

      Also nur kurz Nachgefragt: den Termin hast du Mitte Mai sicher?
      Mit Datum und Uhrzeit! Ist zwar "nur" ein Beratungsgespräch aber irgendwo muss man ja mal den ersten Schritt machen. Ich weiß schon, dass ich mir gerade zu viele Gedanken mache, aber ich bin gerade einfach ein bisschen erschlagen, dass musste einfach raus.


      Marcks90 wrote:

      Ach ich denke die sind im Autismus Zentrum schon darauf vorbereitet, dass auch Menschen anrufen, wo so etwas passieren könnte. Also eine peinlich Situation. Ich mein, ich kenn das xD Mir ist das dann auch immer voll peinlich und Gott sei Dank wird dann so was nicht angesprochen mehr oder wird vergessen. Deshalb mach dir kein Kopf drüber und komm erstmal "zu dir selber zurück", also beruhige dich. :d
      Ich weiß gar nicht ob es mir wirklich peinlich ist, ich war in dem Moment halt einfach überfordert. Es ist mehr die Tatsache, dass mich meine eigene Überforderung ziemlich überrascht hat. So eine Situation habe schon sehr lange nicht mehr erlebt. Zugegebener Maßen habe ich aktuell fast schon das Bedürfnis das bei dem Termin nochmal anzusprechen und zu erklären.

      Aber wie du schon sagst, "runter kommen" ist jetzt erstmal das wichtigste! :lol: :thumbup:




      Tintenherz wrote:

      Es hat auch nicht geholfen, dass ich nach meinem Alter gefragt [...]
      Das glaube ich, zum Glück wollte sie mein Alter nicht wissen, sonst hätte ich wohl vor lauter Stress wieder nicht nachgedacht und mich mal wieder ein Jahr älter gemacht als ich eigentlich bin... :lol:

      Tintenherz wrote:

      Keine Ahnung, ob die Dame am Telefon mir das überhaupt geglaubt hat :roll:
      Das ist, was ich bei mir heute auch bezweifle, auch wenn es wahrscheinlich absolut unerheblich ist! :m(:


      Tintenherz wrote:

      Diese Angst habe ich auch. Ich gehe grundsätzlich in ein anderes Zimmer zum Telefonieren und bevorzuge dafür Zeiten, an denen mein Freund nicht daheim ist. Woran das liegt, weiß ich nicht.
      Ich habe auch keine Ahnung woran das liegt; Ich vermute an einem gewissen Unvermögen meinerseits meinen Verdacht nach außen hin verständlich zu machen und einer gewissen Skepsis ihrerseits, dass das überhaupt mein Problem ist.


      Aber ja, ich bin froh jetzt endlich mal einen Termin vereinbart zu haben.



      @akelei Ja habe ich, jetzt muss ich nur unauffällig schauen, dass ich an dem Tag auch frei habe um den wahrnehmen zu können. Ich will das Ganze nämlich eigentlich nicht "an die große Glocke hängen".

      The post was edited 1 time, last by Sesambrot ().

    • Tintenherz wrote:

      Es hat auch nicht geholfen, dass ich nach meinem Alter gefragt und daran erinnert worden bin, dass man mindestens einen Realschulabschluss haben muss, um die Diagnostik durchführen zu lassen...
      ?
      Hauptschüler werden nicht diagnostiziert? Oder bezieht sich das nur auf das Alter, dass man mindestens z.B. 16 sein muss?

      Tintenherz wrote:

      Diese Angst habe ich auch. Ich gehe grundsätzlich in ein anderes Zimmer zum Telefonieren und bevorzuge dafür Zeiten, an denen mein Freund nicht daheim ist.
      Ich telefoniere am liebsten gar nicht, aber als ich früher noch im Doppelzimmer arbeiten musste, da habe ich zum Telefonieren auch immer einen Moment abgewartet, wo mein Kollege mal draußen war, um irgendwo anzurufen. Damals gab's am Arbeitsplatz noch kein Mailprogramm, heute mache ich alles per Mail oder Brief.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      ?
      Hauptschüler werden nicht diagnostiziert? Oder bezieht sich das nur auf das Alter, dass man mindestens z.B. 16 sein muss?
      Das habe ich mich auch schon gefragt.
      Ich habe gerade noch einmal auf der Webseite vom ZI nachgesehen, aber sie haben die Seite überarbeitet und da steht der Hinweis nicht mehr drin.

      In der Mail, die sie mir gesendet haben, stand drin, dass man mindestens einen Hauptschulabschluss haben muss. Also denke ich, dass das wohl die korrekte Information sein muss. Sorry, da habe ich mich wohl falsch erinnert :oops:
    • Sesambrot wrote:

      Ich muss mich jetzt erstmal wieder beruhigen, dass Katastrophe von einem Telefonat wahrscheinlich keine Auswirkungen auf den Beratungs(!)termin hat
      Ich sehe es eher andersherum. Das ist ein schönes Beispiel für Deine Probleme. Du kannst im Beratungsgespräch erzählen, wie es abläuft, wenn Du normalerweise telefonierst, was hier passiert ist und wie es Dich durcheinandergebracht hat.
    • Shenya wrote:

      Hauptschulabschluss macht vielleicht Sinn. Sonst ist die Abgrenzung zur Lernbehinderung vielleicht schwierig.
      Ich finde das immer noch schwierig. Immerhin können die sozialen Schwierigkeiten so groß sein, dass der Schulbesuch und die Aufnahme von Unterrichtsinhalten nicht ausreichend möglich sind, um einen Schulabschluss zu erreichen. Daher finde ich es schwierig, sowas als Voraussetzung für eine Diagnostik zu nehmen.
      "Jeder Tropfen hilft!" sagte die Ameise und pinkelte ins Watt. (Norddeutsches Sprichwort)
    • Sesambrot wrote:

      ir wirklich peinlich ist, ich war in dem Moment halt einfach überfordert. Es ist mehr die Tatsache, dass mich meine eigene Überforderung ziemlich überrascht hat. So eine Situation habe schon sehr lange nicht mehr erlebt. Zugegebener Maßen habe ich aktuell fast schon das Bedürfnis das bei dem Termin nochmal anzusprechen und zu erklären.

      Aber wie du schon sagst, "runter kommen" ist jetzt erstmal das wichtigste!
      Kleines Ironiespiel mit dein Namen xD : Hol dir ein Sesambrot' und chill :D
    • Mya wrote:

      Shenya wrote:

      Hauptschulabschluss macht vielleicht Sinn. Sonst ist die Abgrenzung zur Lernbehinderung vielleicht schwierig.
      Ich finde das immer noch schwierig. Immerhin können die sozialen Schwierigkeiten so groß sein, dass der Schulbesuch und die Aufnahme von Unterrichtsinhalten nicht ausreichend möglich sind, um einen Schulabschluss zu erreichen. Daher finde ich es schwierig, sowas als Voraussetzung für eine Diagnostik zu nehmen.
      Ich finde diese Begrenzung auch komisch, obwohl ich die Bedingungen ja erfülle.
      Ich konnte jetzt leider nicht herausfinden, welchem Zweck das dient.
    • @Sesambrot
      Deine Geschichte ist sehr unterhaltsam. Habe die ganze Zeit beim Lesen vor mich hin gegrinst, weil genau das auch mir hätte passieren können... :m(:
      Ich verstehe das gut und ich schreibe mir vor einer Pizza-Bestellung meine Telefonnummer auf einen Zettel, nur für den Fall, das man mich danach gragt und sie mir plötzlich nicht mehr einfällt :nerved:
    • unikum wrote:

      ich schreibe mir vor einer Pizza-Bestellung meine Telefonnummer auf einen Zettel, nur für den Fall, das man mich danach gragt und sie mir plötzlich nicht mehr einfällt
      Die eigene Telefonnummer wissen (meiner Beobachtung nach) viele nicht.

      Wenn ich telefonisch einen Arzttermin abmache, schreibe ich mir neben meiner Telefonnummer sogar mein Geburtsdatum auf.
      "Jeder Tropfen hilft!" sagte die Ameise und pinkelte ins Watt. (Norddeutsches Sprichwort)
    • @TalkativeP sowas in der Art ging mir auch scjon durch den Kopf

      @unikum Ich bin zumindest mal froh, dass es tatsächlich nicht nur mir so geht! Interessanter Weise sind die Notizen die ich mir teilweise mache am Ende vollkommen hinfällig, weil ich das Ganze dann schon oft genug so durchgegangen bin.

      @Mya Geht dir das sonst auch so, dass wenn dich sonst jemand nach deinem Alter fragt du überlegen müsstest und damit es nicht zu lange dauert kommte dann in etwa Folgendes dabei raus;
      "1990 geboren, wir haben 2019" --> 29!
      Und zwei Minuten später dann:
      "Moment, ich bin im August geboren, wir haben Februar...." --> äähhhh 28!?

      Ist mir so bereits häufiger passiert... :lol: :m(:
    • @Sesambrot: So krass noch nicht - zum Glück, denn ich kann so schlecht Tausenderübergänge rechnen :d . Was aber häufiger vorkommt, ist, dass das Gespräch gerade so richtig in Gang ist (meistens geht es dann um ein SI ;) ) und mittendrin fragt jemand völlig unvermittelt: "Wie alt bist du eigentlich?" "Ähmmmm.... [Mist, wie war das noch,.... ach ja].... 35." Dass man sich aber auch jedes Jahr eine neue Zahl merken muss....
      "Jeder Tropfen hilft!" sagte die Ameise und pinkelte ins Watt. (Norddeutsches Sprichwort)
    • @Sesambrot

      Ich kenne das auch von mir, dass ich mich z. B. tagelang vor einem Gespräch drücke, weil ich mich damit überfordert fühle. Manchmal passierte es auch schon, dass ich dann ein Telefonat doch irgendwie sofort hinter mich bringen wollte oder ich war plötzlich wegen einer anderen Sache total gut gelaunt oder hatte einen Erfolg auf einem anderen Gebiet und überschätzte dann meine Fähigkeiten komplett und rief einfach ins Blaue hinein an und dachte mir dann so "so schwer wird das ja nicht sein, das bekommt doch jeder hin..." Manchmal lief es dann tatsächlich gut, aber wenn auch nur eine Sache nicht wie gedacht abläuft (es reicht schon, wenn das Gegenüber eine Frage stellt, mit der ich nicht gerechnet habe), geht dann bei fehlender Vorbereitung bei mir oft gar nichts mehr. Denn ich habe dann weder die Sicherheit, die mir ein aufgeschriebener Ablaufplan geben würde, noch habe ich das Gespräch vorher irgendwie geübt.
      Dann gerate ich meistens in Panik und bekomme das Gespräch gar nicht mehr richtig mit bzw. kann nicht mehr reagieren.

      In deinem Fall hatte es ja keine schlimmen Folgen, in dem Sinne, dass du jetzt inhaltlich etwas vergeigt hättest. Ich kann nachvollziehen, dass du unzufrieden mit dir bist. Ich finde es besonderes schlimm, wenn man sich dann plötzlich so überschätzt und sich deswegen total viel verbaut bzw. verkompliziert.

      Ich für meinen Teil muss einfach akzeptieren, dass ich spontane Telefonate nur dann hinbekomme, wenn der Inhalt sehr einfach ist und das Gegenüber sehr umgänglich, geduldig und etwas langsam ist. :|
    • Ich stelle bei mir immer wieder folgendes fest:

      Wenn ich aus irgendeinem Grund viel telefonieren MUSS, fällte es mir mit der Zeit leichter. Es wird zu einer Art Routine. Wenn ich dann wieder raus bin, weil der Grund fuer die vielen Telefonate wegfällt, wird es wieder schwerer.


      Wenn ich jemanden gut kenne und mir dieser Mensch innerlich nahe ist, ist das Telefonieren an sich unproblematisch. Das aktive anrufen meinerseits -vor allem "einfach nur so zum Quatschen" ist aber auch bei Vertrauten schwierig und kostet mich Überwindung.

      Wenn ich gut drauf bin, ist alles leichter- aber das kennt jeder ;)
    • Ani wrote:

      Wenn ich jemanden gut kenne und mir dieser Mensch innerlich nahe ist, ist das Telefonieren an sich unproblematisch. Das aktive anrufen meinerseits -vor allem "einfach nur so zum Quatschen" ist aber auch bei Vertrauten schwierig und kostet mich Überwindung.
      Ich rufe zwar nur so zum Quatschen niemanden an, kenn dieses Gefühl aber teilweise, wenn ich jemanden anschreibe, beispielsweise in einem Messenger. Ich hab dann oft das Gefühl, der anderen Person auf die Nerven zu gehen, wenn ich ihr eine Nachricht schicke :(
      Nur tote Fische schwimmen immer mit dem Strom.