Liquorunterdrucksyndrom

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    • Liquorunterdrucksyndrom

      Liebe Leute,
      ich hatte letzten Mi Autismus-Test, was mich sehr migenommen hatte und ich ersteinmal eine Tag leicht verwirrt war. Am folgenden Sonntag hatte ich einen interpersonellen Konflikt, wo ich merkte, immer wieder stark zu stimmen. Auch am Montag habe ich mich nach der Anmeldung hier sehr wirr gefühlt.
      Ich bekam dann Montag Kopfschmerzen, die immer heftiger wurden und zunehmend von leichten Sehstörungen, Gleichgewichtsprobs und einem hefigen Flattern im Ohr und weiteren Symptomen des veg. Nervensystems begleitet wurden. Die Probleme bestanden v. a. bei aufrechter Haltung. Die Orthopädin vermutete zunächst eine Atlas Blockade. Nach einem Mrt schickte mich ihr Kollege dann aber ins Krankenhaus, wo ein Liquorunterdrucksyndrom diagnostiziert wurde. Dabei geht Nervenflüssigkeit durch ein Leck verloren, die dann im Gehirn fehlt. Das Gehirn sackt und Unterdruck ensteht.
      Meint ihr, dass sowas durch den vorherigen Stress entstehen konnte? Hat jemand Erfahrung mit dem Syndrom (Es ist selten 5/100.000 jährlich)?
    • Vor längerer Zeit hatte ich schonmal etwas darüber gelesen. Jedoch habe ich auch keine Erfahrung damit. Ich denke Stress kann alles mögliche auslösen, jedoch wird bei mir oft auch Stress und stressige Gedanken durch den Körper beeinflusst.
      neurochirurgie.insel.ch/spezia…gen/liquorverlustsyndrom/ Die Seite fand ich sehr informativ.

      Mir wurde schon mal Nervenwasser entnommen, das war dann wohl ein gewollter Liquorverlust, jedoch hatte ich danach Gott sei Dank kein Liqourverlustsysndrom. Für mich war das schon sehr stressig und schmerzhaft.

      Springer Medizin schrieb:

      Die Liquorpunktion ist der invasive Eingriff des Neurologen schlechthin. Wichtigste Komplikation ist das postpunktionelle Syndrom. Leitsymptom ist lageabhängiger Kopfschmerz. Ursache ist ein Duraleck mit prolongiertem Liquoraustritt. In Abhängigkeit von der Punktionstechnik liegt dessen Inzidenz zwischen 1% und 30%. Wichtigste Maßnahme zur Reduktion des Risikos ist die Verwendung einer dünnen (22 Gauge), atraumatischen Sprotte- oder Whitacre-Nadel. Therapie der Wahl ist die Gabe von Koffein und bei Nichtansprechen der epidurale Blutpatch (mind. 20 ml Eigenblut). Das spontane Liquorunterdrucksyndrom beruht auf einem Einriss der Dura, zeigt die gleichen Symptome und in der MRT meist eine KM-Aufnahme der Meningen. Das spontane Liquorunterdrucksyndrom wird in den meisten Fällen erst nach Wochen bis Monaten diagnostiziert, sodass man bei allen chronischen Kopfschmerzen an dieses Syndrom denken sollte. Behandlung der Wahl sind ebenfalls Koffein und der epidurale Blutpatch. Bei Nichtansprechen kann das Leck mittels Radiozisternographie, Dünnschicht-MRT oder CT-Myelographie lokalisiert und ggfs. operativ oder per CT-gestützter Applikation von Fibrinkleber verschlossen werden.
      Wenn du das also schon wochenlang hattest ist es wahrscheinlich nicht durch den kurzfristigen Stress aufgetreten? Vielleicht hat es nur den Stress erhöht, in dem du eh schon warst oder du hast es durch den Stress gar nicht so wahrgenommen? Bei Stress ist mein Schmerzempfinden häufig stark herabgesetzt.
      Weiß man denn, ob du dort eine Fistel hattest?

      Hier findest du die Behandlungsleitlinien, vielleicht ist das hilfreich. Zu den Ursachen daraus noch ein Zitat:

      DGN schrieb:

      Als Ursachen des spontanen Liquorunterdruck-Syndroms werden spontane oder traumatische Duradefekte (Wurzeltaschenrupturen, v.a. thorakal) angenommen (Übersicht in Mokri, 2015). Nach neueren Untersuchungen ist die spontane intrakranielle Hypotension eine spinale Erkrankung mit Liquorlecks der Dura. Diese spinalen Liquorfisteln können in drei Typen eingeteilt werden: 1. nachweisbares ventrales (oder sehr selten ein posterolaterales) Duraleck, meist durch Mikrosporne oder Verkalkungen verursacht (je nach Serie in 27–70% der Fälle).
      2. meningeale Divertikel/Ektasien/Dura-Schwachstellen im Bereich der spinalen Nerven-wurzeln (20–42%). 3. direkte Fisteln zwischen Liquorraum und epiduraler Vene (< 1–3%) (Beck et al., 2016; Schievink et al., 2016a; Kranz et al., 2017). Bei der Anamneseerhebung sollte explizit nach der orthostatischen Komponente zu Beginn der Symptomatik gefragt werden, da diese im Verlauf der Erkrankung abnehmen kann. In der Vorgeschichte finden sich auch manchmal Hinweise auf eine intrakranielle Druckerhöhung, wie z.B. heftiges Husten. Zunehmend werden die Diagnosekriterien auch von orthostatischen „Kopfschmerzen“ auf orthostatische „Symptome“, die durch Liquorverlust erklärt werden können, erweitert.
      Da steht nichts von Stress als Ursache.

      Gute Besserung dir.
    • Jau, ich war echt baff. Die haben beim Ortopäden einen MRT Termin für mich 1,5h später gemacht, und dort kam ich zwanzig Minuten früher dran. Beim Orthopäden wurde ich zweimal als Notfall sofort hingelegt und untersucht. Und das die in der Notaufnahme das wohl Richtige gefunden haben...
    • Mock vom Plock schrieb:

      Jau, ich war echt baff. Die haben beim Ortopäden einen MRT Termin für mich 1,5h später gemacht, und dort kam ich zwanzig Minuten früher dran. Beim Orthopäden wurde ich zweimal als Notfall sofort hingelegt und untersucht. Und das die in der Notaufnahme das wohl Richtige gefunden haben...
      Beeindruckend. Und ich bin mal über 6 Monate mit ner teil luxierten Hüfte rumgerannt.
    • Mock vom Plock schrieb:

      Ich bekam dann Montag Kopfschmerzen, die immer heftiger wurden und zunehmend von leichten Sehstörungen, Gleichgewichtsprobs und einem hefigen Flattern im Ohr und weiteren Symptomen des veg. Nervensystems begleitet wurden. Die Probleme bestanden v. a. bei aufrechter Haltung. Die Orthopädin vermutete zunächst eine Atlas Blockade. Nach einem Mrt schickte mich ihr Kollege dann aber ins Krankenhaus, wo ein Liquorunterdrucksyndrom diagnostiziert wurde. Dabei geht Nervenflüssigkeit durch ein Leck verloren, die dann im Gehirn fehlt. Das Gehirn sackt und Unterdruck ensteht.
      Meint ihr, dass sowas durch den vorherigen Stress entstehen konnte? Hat jemand Erfahrung mit dem Syndrom (Es ist selten 5/100.000 jährlich)?
      ich hatte das mal nach einer Lumbalpunktion. Manche Leute haben das aber auch durch Veränderungen an der Wirbelsäule, irgendwelche knöcherne Strukturen ritzen die Nervenhaut an und dann tropft da immer Nervenwasser raus. Stress könnte indirekt als Auslöser muskulärer Verspannungen dienen.
      Mir haben Koffeintabletten gegen das Symptom geholfen.
    • Mock vom Plock schrieb:

      Hat jemand Erfahrung mit dem Syndrom (Es ist selten 5/100.000 jährlich)?
      Ich habe meine Zeit als Ärztin in Praktikum Ende der 90er Jahre in einer großen Abteilung für Neurochirurgie in einem Krankenhaus der Maximalversorgung absolviert. In meinen 2 Jahren dort ist mir kein einziger Fall eines spontanen Liquorunterdrucksyndroms untergekommen.

      Ich erinnere mich lediglich an 2 Fälle aus meinem Medizinstudium. Das waren aber Patienten, bei denen zuvor zu diagnostischen Zwecken eine Liquorpunktion durchgeführt wurde.

      Bei mir selber ist auch einmal eine Liquorpunktion durchgeführt worden. Die habe ich aber ohne Weiteres vertragen.

      Am Ende einer schweren Erkältung schien es mir allerdings einmal, dass ich ein kleines Liquorleck hatte, das von selbst wieder zugewachsen ist. Damals hatte ich einige Tage lang Kopfschmerzen, sobald ich mich in die Senkrechte begab. Ein bisschen schwummrig war mir dabei auch. Und wenn ich mich hinlegte, waren die Beschwerden schlagartig weg.
      Weil das Syndrom so wenig bekannt ist, denke ich auch, das es auf diese Weise häufiger vorkommt, als man ahnt. Wer denkt bei einer schweren Erkältung mit Kopfschmerzen, leichten Schwindel und dem Gefühl, dass man liebsten nur liegen möchte, schon an ein Liquorleck?

      Mock vom Plock schrieb:

      Meint ihr, dass sowas durch den vorherigen Stress entstehen konnte?
      Vorstellbar ist das schon. Aber nach meiner Vorstellung eher indirekt. Das heißt, dass das Leck schon vorher entstanden ist aber nicht "geleckt" hat. Zum Beispiel durch eine in der Vergangenheit abgelaufene Erkältung, nach schwerem Heben oder nach sportlicher Betätigung.

      Durch Stress kommt es gerne mal zu Druckschwankungen im Körper. Dass zum Beispiel der Blutdruck in Stressituationen vorübergehend massiv ansteigen kann, ist allgemein bekannt. Außerdem kommt es durch ungünstiges Atmen unter Stress zu Druckspitzen im Körper. Wer kennt es nicht, dass man vor lauter Spannung die Luft anhält, gepresst atmet, o.ä.?

      Durch solche Druckspitzen könnte es ggf. passieren, dass ein bisher "stummes" Leck plötzlich durchlässig wird. Ich stelle mir das so ähnlich vor, wie bei einem Überdruckventil. Der Stess bringt das sprichwörtliche Fass dann im wahrsten Sinne des Wortes zum Überlaufen.

      Ich kann aber nicht mit Sicherheit sagen, ob das wirklich so abläuft.



      In diesem Artikel wird zudem noch auf winzige, verschleißbedingte Wirbelsäulensporne als eine der möglichen Ursachen für das spontane Liquorverlustsyndrom eingegangen, die @Rhianonn oben erwähnt hat.
    • Input schrieb:

      Damals hatte ich einige Tage lang Kopfschmerzen, sobald ich mich in die Senkrechte begab. Ein bisschen schwummrig war mir dabei auch. Und wenn ich mich hinlegte, waren die Beschwerden schlagartig weg.
      Interessant, diese Problematik hatte ich mal für einige Monate, da hieß es vom Arzt: "Ist nur Stress, da mach ich nichts, wird schon wieder" Ist zwar wieder geworden, aber mehr Stress hatte ich da auch nicht. Ich verstehe nicht, warum ich immer gefragt werde, ob ich Stress habe und wenn ich nein sage, dann wird mir erklärt, dass ich zu viel Stress habe und das ja alle Probleme erklärt. (War vor einem halben Jahr auch so, da hatte ich Symptome eines starken Mangan Mangels, woher kriegt man sowas eigentlich bei normal-gesunder Ernährung).

      Danke für deine ausführlichen Infos. Sehr interessant.
    • Rhianonn schrieb:

      Gute Besserung, das man das in den Griff bekommt.Ich selber bin Migränikerin , ist wirklich ekelhaft der Schmerz .
      Jau. Sehr ekelhaft. Vielen Dank für die Wünsche. Nach acht Tagen Novalgin und zuletzt drei Tagen Kortisonstoßtherapie hat sich der Zustand aufgelöst. Diagnose: Kopfschmerzen - a.e. (am ehesten) bei Migräne, anteilig mit Spannungskopfschmerzen.