Schaut ihr ständig auf den Boden?

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    • Aus verschiedenen Gründen schaue ich nicht auf den Boden, obwohl ich das mit der Reizüberflutung verstehe/ kenne. Ein Grund ist sicher (Diagnose erst als Erwachsener), dass ich schlicht erzogen wurde, nicht auf die eigenen Füße oder in den Himmel (Hans-Guck-in-die-Luft) zu schauen.
      Ich kann nicht erklären "wie", aber ich habe so eine Art "Filter"/ "Sonnenbrille" entwickelt, Anderswo habe ich schon einmal beschrieben, dass ich mich in einem gewissen Sinn entkopple - ein Körper, welchen ich steuere, ein Kopf, der mehr oder weniger eine Sensoreinheit ist. Ich WILL sogar möglichst viel Input von diesen Sensoren (Sicht, Gehör, Geruch).
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • Digital_Michael wrote:

      Ich kann nicht erklären "wie", aber ich habe so eine Art "Filter"/ "Sonnenbrille" entwickelt, Anderswo habe ich schon einmal beschrieben, dass ich mich in einem gewissen Sinn entkopple - ein Körper, welchen ich steuere, ein Kopf, der mehr oder weniger eine Sensoreinheit ist.
      Das geht mir interessanterweise nur in Bezug auf den Hörsinn so. :roll:
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      Gorgonzola (sächsisch für: Gurkensalat)
    • Ich anscheinend auch - nur war es mir nie so bewusst. Ich hab hier ja schon mal geschrieben, dass ich Radfahren, Skifahren, Rollschuhlaufen (...) unter großen Schwierigkeiten (nur durch Trotz?) gelernt und dafür länger gebraucht habe als die Gleichaltrigen. War wohl hauptsächlich ein Problem der Blickführung.

      Vor-Vorgestern nach ca. 10 Jahren das erste Mal wieder Langlaufski gefahren. Die ersten Kilometer waren schrecklich. Zum einen war ich sofort von dem Rillenmuster im Schnee wie weggebeamt (die Spur der Pistenraupe), zum anderen hatte ich ständig die Skispitzen vor Augen und musste die lesen. fischer> fischer> fischer> fischer> fischer> fischer> ...>- so sah das aus. Erst allmählich gelang es mir, den Blick in die freie Landschaft zu heben. Danach war alles gut. Das Körpergedächtnis konnte sich nun ungestört erinnern und langlaufen...

      Vorgestern Probefahrt mit einem dreirädrigen Lastenfahrrad (Butcher's). Mir war nach wenigen Metern soooooo schlecht, einfach irre! Dreh- und Kippschwindel gesellten sich nach der ersten Kurve dazu - einfach, weil wohl mein Gleichgewichts-Sinn andere Neig- und Drehungen erwartet hatte. Auch wieder: Sobald ich mich durchringen konnte, in die Ferne zu blicken, wurde es besser.

      Gegenbeispiel: Wenn ich den wohlgemeinten Rat "Nicht auf die Tasse gucken" befolge, gibt's 100 % sicher Sauerei. Sonst nur 50:50...
    • Blicke auch oft auf den Boden, vor allem, wenn ich überfordert von den vielen Reizen bin. Als Kind war mein Blick fast immer zu Boden gerichtet. Fand es immer faszinierend, wenn manche Steinböden im Sonnenlicht glitzernden, bei Marmorböden schaute ich immer nach interessanten Fossilien (tue ich heute auch noch häufig) und bei Spaziergängen suchte ich immer meine geliebten grüne Steine (auch als ich später erfuhr, das es sich nur um Schlacke handelte). Musste jeden tollen Stein ausbuddeln und sammeln. Später entwickelte ich dann den Zwang, bei Steinplatten nie zwischen die Ritzen zu treten.
    • midnight wrote:

      Später entwickelte ich dann den Zwang, bei Steinplatten nie zwischen die Ritzen zu treten.
      Das versuche ich ebenfalls zu vermeiden. Es zwingt mich auf gewisse Weise, solche Wege vorausschauend zu gehen, um trotzdem in einem angenehmen Rhythmus zu bleiben. Wenn Platten ein ähnliches Muster haben wie das Steinchen-Hüpf-Spiel (Himmel und Hölle?) - oder wenn zufällig eins auf die Straße gemalt ist - kann ich niemals widerstehen. Kennt das noch jemand?
    • Ich schaue beim Gehen auch meistens auf den Boden. Ich habe micht zwar schon oft gefragt warumich das mache, aber auf die Idee, dass das was mit der Reduzierung von Reizen zu tun haben könnte, bin ich bisher nicht gekommen.

      Wenn ich es nicht gerade eilig habe oder es stockdunkel ist, versuche ich auch immer nur auf einzelne Gehwegplatten zu tretten und nicht auf die Ritzen, auch kaputte Platten lasse ich aus.
      Mit Freude im Leben udn Freunden an der Hand ist schnell jeder Kummer im Leben gebannt.
    • Matou wrote:

      midnight wrote:

      Später entwickelte ich dann den Zwang, bei Steinplatten nie zwischen die Ritzen zu treten.
      Das versuche ich ebenfalls zu vermeiden. Es zwingt mich auf gewisse Weise, solche Wege vorausschauend zu gehen, um trotzdem in einem angenehmen Rhythmus zu bleiben. Wenn Platten ein ähnliches Muster haben wie das Steinchen-Hüpf-Spiel (Himmel und Hölle?) - oder wenn zufällig eins auf die Straße gemalt ist - kann ich niemals widerstehen. Kennt das noch jemand?
      Jaaaa natürlich! Jetzt nicht mehr so sehr, aber früher. Wenn die Steinplatten dann so unglückliche Maße hatten, dass jede zu nehmen zu eng war, für jede zweite der Schritt aber zu groß sein musste, dann hatte ich echte Probleme...
    • Matou wrote:

      Das versuche ich ebenfalls zu vermeiden. Es zwingt mich auf gewisse Weise, solche Wege vorausschauend zu gehen, um trotzdem in einem angenehmen Rhythmus zu bleiben. Wenn Platten ein ähnliches Muster haben wie das Steinchen-Hüpf-Spiel (Himmel und Hölle?) - oder wenn zufällig eins auf die Straße gemalt ist - kann ich niemals widerstehen. Kennt das noch jemand?
      Ja, hier :oops: Ich habe das, als meine Füße zu groß wurden für das Pflaster der Gehwege in unserer Straße, abgewandelt: Ich muss mit dem Fuß genau mittig unter dem Fußgewölbe auf die Ritze treten. Mogeln ist nicht, da ich auch durch den Schuh hindurch genau "spüre", wenn die Ritze nicht genau an der richtigen Stelle getroffen ist, also zu sehen ist neben dem Schuh :m(: Ich mache das nicht mehr so oft wie früher, aber es passiert mir immer noch spontan.
    • midnight wrote:

      Also irgendetwas scheint es ja mit diesem "Pflasterstein Spleen" auf sich zu haben ?
      janun, es macht halt einfach zufriedener, wenn man solche Wege richtig geht. Also nicht auf die Fugen dappen, den korrekten Rhythmus einhalten.

      Verwirrt wrote:

      Mogeln ist nicht, da ich auch durch den Schuh hindurch genau "spüre", wenn die Ritze nicht genau an der richtigen Stelle getroffen ist, also zu sehen ist neben dem Schuh :m(: ...
      Dann musst du zurück und es noch einmal machen - so lang, bis es stimmt. Hab ich früher so gemacht. Nochmal umgedreht.
    • Linnea wrote:

      machen also viele.
      Ist ja spannend. Merci.

      An alle, die es tun: Macht es euch zufrieden oder nervt es eher? Mich hat es früher genervt, inzwischen find ich's eher lustig und ich zieh die Normalen damit auf (neulich zum Kumpel: "Du musst zurück. Du hast es faltsch gemacht.")