Körperkontakt

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    • Aspielle wrote:

      Insgesamt finde ich, diese ganze Berührerei, besonders Händeschütteln, gehört abgeschafft. Ist unangenehm und auch unhygienisch. Schwerter trägt auch keiner mehr, so dass das wirklich überflüssig ist . Wir könnten uns doch zur Begrüßung verbeugen oder das Spock-Zeichen machen.
      Genau. Händeschütteln ist etwas total Überflüssiges, manchmal sogar fast schon Übergriffiges. Bei Freunden, Bekannten und teilweise auch Kollegen ist mir übrigens eine Begrüßungsumarmung (Küsschen angedeutet rechts - links auf die Backe) lieber als Händeschütteln. Und Männer tun das ja mittlerweile auch.

      Spock-Zeichen: Krieg ich nicht wirklich hin. Aber eine asiatische Verbeugung finde ich etwas sehr Schönes - geht halt meist nicht in unserem Kulturkreis.
      Mein Grundgesetz = "Ein Grundgesetz, in dem Humanität, Teilhabe und Glücksstreben noch expliziter festgeschrieben stehen."
      (Jagoda Marinic, Frankfurter Rundschau vom 23. Mai 2019, dem 70. Jahrestag des GG der BR Deutschland)
    • midnight wrote:

      Wie geht ihr mit Körperkontakt um ? Mögt ihr es von euren Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern berührt zu werden (z.B. Umarmungen oder Zärtlichkeiten auszutauschen) bzw. selbst Körperkontakt herzustellen ? Könnt ihr intime Beziehungen haben ? Gebt ihr Fremden gerne die Hand ?
      Fremden gebe ich die Hand, wenn es eine Art Machtverhältnis gibt (ich bin untergeordnet) und ich merke, dass das erwartet wird (also z. B. beim Arzt oder bei einer Behörde). Bei Gruppentreffen vermeide ich es, fremden Menschen die Hand zu geben. Offenbar merkt man mir sehr deutlich an, dass ich keinen Körperkontakt bei solchen Veranstaltungen haben will, aber man zwingt ihn mir trotzdem auf (meistens kommen dann blöde Bemerkungen, die mich für mein Verhalten kritisieren).

      Ich hasse es z. B. wenn sich bei einem Gruppentreffen (also wenn man z. B. einen VHS-Kurs besucht oder eine Sportgruppe, die insgesamt 20 mal stattfindet) die Leute umarmen. Früher habe ich das nicht mitgemacht, sondern bin geflüchtet davor oder habe dann den Kopf geschüttelt, wenn das jemand machen wollte.
      Mittlerweile mache ich das manchmal, aber eher, weil ich nicht permanent als die "Böse" dastehen will. Mittlerweile ist es aber auch nicht mehr mit so starken Abwehrgefühlen verbunden sondern eher mit neutralen Gefühlen bzw. Desinteresse der Person gegenüber, die man umarmt. Eigentlich ist das schon ziemlich verlogen, aber ich denke, wenn die mich belügen, kann ich sie auch belügen. :d Besser wäre es, wenn ich sagen könnte "du, es ist nicht böse gemeint, aber ich mag Umarmungen nicht". In der letzten Zeit war es für mich das geringere Übel, dann in so einer Gruppe Personen kurz zu umarmen (allerdings nur einzelne und auch nur zu bestimmten Anlässen, z. B. vor den Ferien), statt zu argumentieren und zu begründen. Aber ehrlich gesagt möchte ich das nicht mehr machen, dass ich etwas tue, was ich gar nicht tun will, nur um nicht wieder als die Blöde dazustehen.

      Von Familienmitgliedern kann ich nicht umarmt werden. Ich renne dann meistens weg oder drehe mich weg oder sage sowas wie "nein" oder "hör auf". Wenn dann eine Umarmung stattfinden würde, würde ich mich sehr schlecht fühlen und sehr aggressiv werden. Ne, das geht nicht. Früher habe ich um mich geschlagen, wenn ich dann doch umarmt wurde, obwohl ich zeigte, dass ich das nicht will.

      Bei Bekannten/Freunden ist Körperkontakt für mich neutral. Bei der Begrüßung gebe ich sehr gerne die Hand, das gefällt mir irgendwie (gegenüber Fremden gefällt mir das Hand-geben nicht). Aber den Bekannten kenne ich mittlerweile so lange, dass er mich auch gerne umarmt. Das mag ich mal mehr, mal weniger. Aber die Hand zu geben, bereitet mir bei ihm Freude. Auch da, gehe ich vermutlich öfters über meine Grenzen. Er wäre auch gar nicht sauer, wenn ich keine Umarmung wollte, aber ich bin da (im Gegensatz zur Familie) meistens nicht so gefestigt, wie eng der Kontakt nun sein darf. Ich glaube, dass ich es auch ganz oft erst nach einer Umarmung merke, dass ich mir denke "das hätte ich jetzt nicht gebraucht". Aber richtig schlimm ist es wie gesagt nur bei der Familie (Herkunftsfamilie).

      Bei intimen Kontakten bin ich wieder genau das Gegenteil und mag Körperkontakt, so lange ich das Gefühl habe, die Kontrolle zu haben. Allerdings mag ich da eher festere Bewegungen; Streicheln etc. mag ich meistens nicht. Ich bin in der Hinsicht etwas ungewöhnlich. Ich werde lieber geknufft oder mag es, wenn man z. B. mit dem Kopf gegen den Oberarm drückt oder wenn man die Stirn gegeneinander drückt usw. Ich mag auch gerne mit Beziehungspartnern boxen oder Personen hochheben und Armdrücken, aber in der Hinsicht bin ich wohl ziemlich gestört. :lol: :d

      Edit:
      Weil ich es gerade oben gelesen habe: Auf die Wange küssen (einmal oder zweimal oder dreimal) geht bei mir gar nicht. Das finde ich vollkommen widerlich und so nah möchte ich einer fremden Person (z. B. früher Arbeitskollegen) ganz sicher nicht kommen. Arbeitskollegen wollte ich auch immer nur ungern die Hand geben. Ich wusste meistens nichtmal deren Vornamen, obwohl das nur einige Kollegen waren, weil ich die einfach vollkommen überflüssig fand (die Leute und die Vornamen. Ich hab über die immer mit Nachname gesprochen, obwohl sich alle duzten und über die Personen mit dem Vornamen sprachen.

      Ach so, wenn ich die Person sympathisch finde (geht aber nur bei Frauen) lasse ich mich auch gerne fest massieren, aber auch nur feste Berührungen und keine leichten.

      Ich war auch ein paarmal bei einer Art Kuschelgruppe (etwas abgeschwächter als Kuscheln). Da ist mein Umgang mit Körperkontakt sehr unterschiedlich. Es gab dort Personen, die hätte ich niemals berührt, aber auch welche, bei denen ich mich sicher fühlte und zu ihnen emotional hingezogen und wenn es auf Gegenseitigkeit beruhte, konnte ich die Personen da auch fester und sogar leichter berühren und es war sehr schön. Die Menschen dort waren aber auch so aufmerksam (vermutlich hochsensibel), dass ich mich gesehen fühlte und respektiert und mir niemand den Kontakt so rücksichtslos aufzwingen wollte, wie das bei solchen anderen Veranstaltungen geschieht (wo man einfach ungefragt umarmt wird oder angetippt wird etc.). Es kommt für mich darauf an, ob ein Mensch authentisch und respektvoll mit mir umgeht. Ich traf einmal auf einen jungen Mann, der ein Schild umhängen hatte, auf dem "free hugs" stand. Er hatte eine so unglaubliche Ausstrahlung, dass ich ihn wirklich mit Freude umarmt habe. Da kam so viel schöne Energie zum Austausch. Aber so etwas gibt es meiner Meinung nach selten. Viel zu oft ist Körperkontakt nur etwas Oberflächliches und für mich einfach unehrliches und verlogenes.

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    • GuidoMai wrote:

      Eine Studie ergab, Kellnerin bekommen mehr Trinkgeld, wenn sie ihre Gäste kurz berühren. Das schafft Vertrautheit. Bei uns Autisten führt das meist nicht zum Ziel.
      Wenn eine Kellnerin auf die Idee käme, mich zu berühren, würde ich innerlich vor Wut rasen. :evil: Ich fänd so etwas total übergriffig. Ich hasse es auch, wenn mich andere Menschen am Arm antippen oder berühren, wenn sie mit mir reden (machte mal eine aus der Gruppe, wo ich hinging. Ich hatte die vielleicht 4 mal gesehen, dann kam die plötzlich zu mir, sagte "du Fruchtigbunt... blabla" und griff mir dabei an den Oberarm. Ich dachte, ich werd nicht mehr. :x Leider hab ich da wieder nicht geschafft, irgendwas zu sagen, weil ich so verärgert und schockiert darüber war. :|


      Mariluna wrote:

      Interessanterweise frage ich mich bei Umarmungen auch immer, ob es dem anderen nicht unangenehm ist, meine Brüste an seinem Körper zu spüren... Auch (besonders) bei Frauen, weil ich dann ja auch ihre Brüste berühre. Mir ist das immer unangenehm und ich versuche, meinen Oberkörper so weit wie möglich weg zu halten.
      Ich finde das auch sehr unangenehm, also vor allem wenn man eine Frau umarmt, dann deren Brüste zu spüren. Das will ich nicht. :| Da schüttelt es mich innerlich, wenn ich mir das vorstelle. Wenn ich die Frau attraktiv finde, kommt es mir noch falscher vor und dann krieg ich auch ein schlechtes Gewissen etc. :m(:

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    • Also bei mir kommt es auf die Situation drauf an, wie gut ich den Menschen kennen, was für ein Umfeld es ist und in welcher Beziehung ich zu der Person stehe.

      Wenn ich mich mit meiner besten Freundin treffe begrüßen und verabschieden wir uns mit einer Umarmung und so etwas wie in den Arm nehmen oder ein freches in die Seite kneifen und so ist auch ok. Diese Nähe ist auch nicht unangenehm. Ich kenne sie auch seit vielen Jahren und das Vertrauen ist so groß, dass es mir nicht unangehm ist. Bei männlichen Freunden und deren Freunde gibt man sich die Hand was auch ok ist bei Geburtstagen, Silvester/Neujahr oder sonst irgendein feierlicher Anlass zur Gratulation auch eine Umarmung oder ein auf die Schulter klopfen.

      Bei Kollegen auf der Arbeit kommt es darauf an welche Person das ist. Ich möchte am Geburtstag nicht von jedem umarmt werden und auch nicht jeden umarmen wollen der Geburtstag hat. Bei manchen dann ist Hand geben ok.

      Eine ganz schlimme Situation war früher als ich noch ab und zu zur Kirchegegangen bin wegen Gottesdiensten (meine Eltern sind ziemlich gläubig und haben mich da früher noch "mitgeschleppt" aber ich bin nicht strenggläubig). Da gab es die Situation, dass man beim Gottesdienst gegen Ende seinen Sitznachbarn neben sich, vor sich und hinter sich die Hand schütteln muss (mit diesem "Der Friede sei mit dir" Spruch). Im Gottesdienst war es immer die absolut unangenehmste Situation für mich und ich war jedes Mal froh wenn das vorbei war. Ich wollte einfach nicht jedes Mal wildfremden Leuten einfach so die Hand geben.

      Wenn ich mit dem Zug/Bus fahre bin ich auch eher froh darüber, wenn niemand neben mir sitzt außer es sind Freunde/Bekannte. Wenn ich im Bus auf dem Weg von der Arbeit oder zur Arbeit merke, dass der Bus so voll ist, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sich jemand neben mich setzen wird bis zu der Haltestelle an der ich aussteige stehe ich lieber - wobei bei der Busfahrt noch dazu kommt, dass ich auf der Arbeit sowieso die meiste Zeit sitze und es mir nichts ausmacht zu stehen. Schlimm ist es wenn Züge oder Busse komplett voll sind und es ein Gedrängel ist und man ziemlich nahbeinander steht. Diese Zug/Bussituationen sind jetzt an sich nicht so der Horror, dass ich einen Overload davon bekomme aber angenehm sind sie auch nicht. Zumindest aber habe ich mich irgendwie dran gewöhnt.

      Beim intimen Körperkontakt ist es auch nicht so einfach. An sich sehne ich mich schon sehr danach aber da muss es wirklich auch eine Frau sein, die sehr viel Geduld mit mir hat, damit ich es als schön empfinden kann, da solche Situationen bei mir auch schon eine ganze Weile her sind. Viel Vertrauen gehört auch dazu.
    • Aspielle wrote:

      Wir könnten uns doch zur Begrüßung verbeugen oder das Spock-Zeichen machen.
      ich könnte mich mit dem Verbeugen anfreunden :) auch wenn das, wie in Japan sehr kompliziert werden kann, z.B. wie tief und lang man sich verbeugt.
      Was ich gerne gemacht habe (zwar in einem sicheren Umfeld, sprich Klinik. Außerhalb trau ich mir das weniger), Bekannten Leute leicht zuzuwinken, so Hand auf Brusthöhe. Oft lächelte der Gegenüber darauf sogar und manch eiber fand das anscheinend so gut, dass er es weiterführte, als ich nicht mehr da war :) :d
      »Bist du denn verrückt geworden?« »Nein. Mich gab's schon so ab Werk.« 8-)
    • da_hooliii wrote:

      Da gab es die Situation, dass man beim Gottesdienst gegen Ende seinen Sitznachbarn neben sich, vor sich und hinter sich die Hand schütteln muss (mit diesem "Der Friede sei mit dir" Spruch).
      Für mich die einzig wirklich angenehme Situation mit Körperkontakt als Kind. Der einzige Ort, an dem ich mich akzeptiert gefühlt habe war die Gemeinde.
    • MangoMambo wrote:

      da_hooliii wrote:

      Da gab es die Situation, dass man beim Gottesdienst gegen Ende seinen Sitznachbarn neben sich, vor sich und hinter sich die Hand schütteln muss (mit diesem "Der Friede sei mit dir" Spruch).
      Für mich die einzig wirklich angenehme Situation mit Körperkontakt als Kind. Der einzige Ort, an dem ich mich akzeptiert gefühlt habe war die Gemeinde.
      Als Kind vielleicht noch war es auch für mich ok aber später als ich immer mehr eigenständig gedacht habe und mir mehr Dinge bewusst wurden nicht mehr.
    • Näheren Körperkontakt wie Umarmen kann ich bei sehr wenigen Leuten, die ich gut kenne, zulassen. Ist dann tatsächlich auch kein Problem, wenn das nicht überhand nimmt, fühlt sich das sogar gut an. Das sind vor allem enge Verwandte, ganz wenige aus dem Kreis meiner Kolleginnen und Kollegen. Manchmal werde ich dabei selbst davon überrascht, wie schnell ich das bei einigen Personen zulasse, während ich bei anderen, die ich durchaus gerne mag, auch nach drei Jahren noch sichtbar zusammenzucke, wenn ich umarmt werde.

      Händeschütteln ist kein Problem, das begrenze ich aber auf's nötigste - und nicht länger als unbedingt notwendig.
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