Was waren die schlimmsten Sachen die ihr während eines Meltdown oder Overload gemacht habt?

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    • Was waren die schlimmsten Sachen die ihr während eines Meltdown oder Overload gemacht habt?

      Beim Meltdowns wurde ich immer sehr aggressiv zu letzt gegen mich selber. Hab ja schon erzählt, dass ich dazu neige mich selber zu verprügeln (hab ich aber mittlweile gut im griff) Einmal habe ich eine Flasche auf meinem Kopf zerstrümmert und mich einmal so heftig verprügelt, dass mein kopf um fas 50% größer geschwollen war und ich konnte eine Woche nicht scharf sehen.

      Bei Shutdowns kann ich mit keinen Reden, meistens nicht mal ansehen. ICh hatte da mal extra paar Wörter aus der nordindianischen Gebärdensprache gelernt. In manchen Psychiatrien hat man mit mir nonverbale SIgnale ausgemacht.
      ADHS & Autismus.
    • Bei Overloads und Meltdowns habe ich auch Probleme mit Selbstverletzung. Ich kann diese durch ausreichend Stimming oft abwenden aber nicht immer.
      Ich neigen dann dazu mich zu beißen, zu schlagen, meinen Kopf gegen Dinge zu schlagen oder mich zu kratzen.

      Am besten ist es, wenn mir jemand hilft, mir in der Situation z. B. die Ohren zuzuhalten, dieses Geräusch was dabei entsteht beruhigt mich.

      Im Shutdown kann ich auch nicht mehr wirklich sprechen und weine meist. Meine Mutter hat es als implodieren beschrieben.
      Shutdowns treten bei mir wesentlich häufiger auf als Meltdowns.
    • MangoMambo wrote:

      Im Shutdown kann ich auch nicht mehr wirklich sprechen und weine meist. Meine Mutter hat es als implodieren beschrieben.
      Shutdowns treten bei mir wesentlich häufiger auf als Meltdowns.
      bei mir auch, und die schlimmen gehen mit Hyperventilieren einher.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Ich verletz mich nicht selber, aber ich schmeiss dann mit Sachen um mich und schlag und tret auch um mich. Das schlimmste, was ich mal im Meltdown gemacht hab, war dass ich eine Mistforke geworfen hab, die dann haarscharf neben meinem Arbeitskollegen in der Tür vom Ziegenstall steckenblieb. Einerseits echt übel, weil ich meinen Kollegen damit hätte töten können, aber andererseits auch gut, denn dadurch kam man bei mir auf AS und ich leb heute viel ruhiger und entspannter. Ich wünschte mir nur, ich hätte damals nicht bis zum völligen Zusammenbruch dagegen angekämpft, sondern hätte schon die innere Stärke gehabt, dass zu akzeptieren. Aber naja, besser spät, als nie. :d
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • Linnea wrote:

      bei mir auch, und die schlimmen gehen mit Hyperventilieren einher.
      Das ist mir einmal passiert, meine Mutter rief den Notarzt und ich landete im Krankenhaus :nerved: Im Nachhinein war mir das sehr peinlich.

      In einem Meltdown habe ich einmal mit einer dicken, rohen Kartoffeln nach meinem Vater geworfen (und sogar getroffen). Das ist wiederum im Nachhinein ziemlich witzig :lol: Auch wenn mein Vater es damals anders sah :roll:
      Ansonsten neige ich dazu Menschen anzuschreien. Zum Glück ist mir das jetzt schon sehr viele Jahre nicht mehr passiert.
    • Ich habe zwei eingetretene Türen vorzuweisen. :oops: Und eine Lehrerin hab ich mal ziemlich übel beleidigt. :oops: (Letzteres war dann auch Anlass für meine Diagnose... :roll: )

      Solche "Meltdowns" sind mir aber schon seit Ewigkeiten nicht mehr passiert... Mittlerweile schaffe ich es notfalls immer, mich rechtzeitig zurückzuziehen. :) Ist besser so für die Umwelt - und spart auch einfach Energie. ^^
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    • Ich bin in der Grundschule mitten im Unterricht, wenn mir alles zu viel wurde, aufgesprungen, habe lauthals geschrien und meinen Stuhl und meinen Füller quer durchs Klassenzimmer geschleudert. Das ist mir mehrfach passiert. Zum Glück habe ich mit den "Wurfgeschossen" nie jemanden getroffen.
    • Input wrote:

      Ich bin in der Grundschule mitten im Unterricht [...] aufgesprungen, habe lauthals geschrien und meinen Stuhl [...] quer durchs Klassenzimmer geschleudert. Das ist mir mehrfach passiert. Zum Glück habe ich mit den "Wurfgeschossen" nie jemanden getroffen.
      Scheiße, ich kann nicht mehr vor Lachen. :lol: :lol: :lol:

      (Oh, hier ist gar nicht Spielwiese. :m(: :oops: )
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    • Ich habe mal die Einrichtung zerlegt. Das ist aber schon lange her und ich lebte damals in einem Umfeld, das nicht zu mir passte. Statt mich in Overload-Situationen tröstend zu unterstützen und ggf. in Ruhe zu lassen, wurde ich solange weiter provoziert und kontrolliert, bis ich eben richtig ausgetickt bin.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • Ach ja... Leute geschlagen habe ich auch schon. Ich bin verhältnismäßig zierlich und nicht sehr groß, sodass ich nie Schaden angerichtet habe. Aber das lag eben an den Umständen und war einfach Glück. Wenn soetwas passiert, fühle ich mich ziemlich mies danach. Das ist definitiv ein Punkt, den ich im Laufe meines Lebens noch in den Griff bekommen möchte und das besser früher als später.

      Shutdowns bekomme ich tendenziell eher, wenn die Umgebung an sich mich stresst. Wenn ich Lärm und Stress nicht entgehen kann, gerate ich in so einen Tunnel und bin nur eingeschränkt handlungsfähig. Manchmal kann ich meine Beine nicht mehr spüren. Meistens kann ich nicht mehr richtig zusammenhängend sprechen. Ich verziehe mich dann oft, wenn ich es kann.

      Meltdowns passieren bei mir eher, wenn mir etwas zu viel ist und man es ändern könnte. Ich also weggehen könnte oder man den Reiz abstellen könnte, laute Musik oder sowas. Wenn mich dann jemand davon abhält, werde ich aggressiv, und zerstöre Dinge oder schlage. Aber solche Situationen treten nur noch selten auf, wie gesagt, weil mein jetziges Umfeld auf meine Bedürfnisse Rücksicht nehmen kann und mich in einer Notsituation - und das ist ein Overload ja irgendwie - nicht weiter stresst.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • Hm das konzentriert sich bei mir leider gerne auf mein engeres Umfeld insbesondere meine Freundin, vermutlich auch wel ich da dann am meisten enttäuscht bin wenn wa snicht klappt und ich mich be ihr auch nicht zusammenreiße wie bei anderen und es sich dann bei ihr entlädt. Ich steigere mich dann bei Klenigkeiten oder wo sie eigentlich gar nichts falsch gemacht hat total ren, werde immer lauter, aggressiver und verletzender das kann sich Stunden oder nen ganzen tag hinziehen bis ich mich dann zurückziehe und erwarte dass sie es irgendwie wieder "gut macht". Ich hab lange gebraucht um zu erkennen wie doof das ist und das ich einfach vorher kanalsieren muss. Das Schlimmste war dann, dass ich kurz davor war mich zu trennen und das auch ins Spiel gebracht habe, was ich vorher nie gemacht habe (vor allem war es seit Jahren besser geworden und dann so ein Rückfall, der noch schlimmer war als alles davor). Das wäre dann auch eventuell das Ende der Beziehung gewesen. Das hat mich dann so erschreckt, das ich es seit dem noch besser im griff habe als davor und seitdem auch keinen heftigen Ausbruch mehr hatte.
    • Ich habe gelernt, dass ein geworfener Tischtennisschläger auch mal in einer Tür stecken bleiben kann. Aber das war im Nachhinein besser als in dem Kopf, der das eigentliche Ziel war.
      Meine Schläge mit den Händen waren mangels guter Technik eher nicht verletzend, allenfalls unerwartet.
      Das ist aber alles schon ein paar Jahrzehnte her. Nach Abschluss der Schule konnte ich ja meinen Alltag selbst gestalten und mich zurückziehen, wenn mir danach war. Sicherlich war auch in dieser Zeit die beginnende Gehörverschlechterung sehr nützlich gegen den Lärm.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Was waren die schlimmsten Sachen die ihr während eines Meltdown oder Overload gemacht habt?

      Maximal verbale Entgleisungen. Vielleicht knallt mal 'ne Tür. Meist passiert nach außen (sichtbar für andere) rein gar nichts. Ich bin harmlos. Die schlimmsten Dinge finden somit im Kopf statt.
      Ausgeführte Zerstörungswut, das Werfen von Gegenständen oder noch schlimmer, das Verletzen von Personen... so bin ich nicht drauf.

      ***

      Frage: Was ist für dich @rowdy bzw. was ist für euch (User des Forums) ein Meltdown, Overload oder Shutdown? Was wären typische Beispiele für Situationen, wo es zu einem der drei Zustände kommt?
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Hyperakusis wrote:

      Frage: Was ist für dich @rowdy bzw. was ist für euch (User des Forums) ein Meltdown, Overload oder Shutdown? Was wären typische Beispiele für Situationen, wo es zu einem der drei Zustände kommt?
      Hmmm wie soll ich das erklären... typische Situationen für einen Overload sind Situationen oder Orte wo viele Menschen sind, wie zum Beispiel Kaufhäuser, volle öffentliche Verkehrsmittel, Straßen etc...(manchmal die Arbeit)
      Schlimm wird es wenn ich in solchen Situationen noch kommunizieren muss... manchmal in der Arbeit wenn zu viele was auf einmal über einen längeren Zeitraum von mir wollen (besonders wenn unhöflich mit mir umgegangen wird... ich mache die EDV-Sachen in der Arbeit) Dann fühlt sich jeder Reiz an... wie ein kleiner dumpfer Schlag oder ein Stromschlag...

      auch eine typische Situation sind Konflikte die mir sehr nahe gehen... Wenn dann der Shutdown kommt verschmilzt die ganze Aussenwelt zu einer dicken Wand... boah ich kann das echt kaum erklären... es ist so als ob nur noch zwei Elemente existieren, ich und die Aussenwelt.

      Ich verzieh mich dann immer in Sanitäranlagen. Badezimmer und Klokabinen. Dort ist (meistens) alles weiß, reizlos und ruhig. Dort verwahre ich nicht ne Wiele.

      Meltdowns hatte ich längere Zeit nicht mehr, weil ich mich jetzt vorher rechtzeitig ausklinke... meistens sind die auch entstanden, wenn die Aussenwelt mich nicht verstanden hat oder umgekehrt... und Kommunikation nicht mehr möglich ist. (Die waren früher ganz schlimm... oft ist Blut geflossen... aber nur mein Blut)
      Früher hatte ich nach den Meltdowns direkt den Shutdown. ICh hab mich irgendwo hingehockt und einfach zugemacht. Meistens Augen und Ohren verschlossen.

      Die Erklärung ist jetzt sehr spontan von mir. Es kann sein, dass mir später in den Sinn kommt, wie ich hätte das viel treffender erklären können...
      ADHS & Autismus.
    • Rusty Mike wrote:

      Das schlimmste, was ich mal im Meltdown gemacht hab, war dass ich eine Mistforke geworfen hab, die dann haarscharf neben meinem Arbeitskollegen in der Tür vom Ziegenstall steckenblieb

      Input wrote:

      Ich bin in der Grundschule mitten im Unterricht, wenn mir alles zu viel wurde, aufgesprungen, habe lauthals geschrien und meinen Stuhl und meinen Füller quer durchs Klassenzimmer geschleudert.
      Schon krass wie man abgehen kann.
      ADHS & Autismus.
    • Hyperakusis wrote:

      was ist für euch (User des Forums) ein Meltdown, Overload oder Shutdown? Was wären typische Beispiele für Situationen, wo es zu einem der drei Zustände kommt?
      Das hier finde ich beschreibt es recht gut:

      Wimmelköpfchen wrote:

      [..]Bei einem Zuviel an Reizen kann es daher leicht zu einer Reizüberflutung, auch Overload, kommen. Der natürliche Reizfilter funktioniert in diesem Fall nicht zuverlässig. Ein Reiz nach dem anderen dringt ungefiltert hindurch und kumuliert sich so lange, bis es wie ein undurchdringliches Getöse und wirres Reizchaos auf das autistische Kind einwirkt.[...]


      Ein Meltdown(Kernschmelze) ist die Folge eines Overloads, also einer Reizüberflutung. Bekommt das Kind keine Möglichkeiten sich zu beruhigen und zurückzuziehen, brechen die angestauten Reize förmlich aus ihm heraus. Das Ganze mündet dann in einen Wutausbruch mit beispielsweise lautem Schreien, dem Werfen von Gegenständen oder Verletzungen gegen sich selbst oder andere. Doch die Kinder wollen nicht mit Absicht zerstören oder verletzen, sondern sie tun dieses, weil sie in diesem Moment einfach nicht anders können. Die extremen selbst erzeugten (Schmerz-)Reize führen in diesem Fall zur Überdeckung der Reize, die nicht beeinflussbar sind.[..]



      [...]

      Führt ein Overload nicht zu einem Meltdown, kann er auch zu einem Shutdown(Abschalten) führen. Dabei bricht das Kind den Kontakt zur Außenwelt ab, zieht sich vollkommen in sich zurück und ist oft nicht mehr ansprechbar. Manche Kinder wiegen sich eiene Zeit lang hin und her, verkriechen sich unter dem Tisch oder rollen sich in einer Decke zusammen. In manchen Fällen geht einem Shutdown auch ein Meltdown vorraus. [..]

      Beispiele und Situationen: Zuhause ist es Laut, weil irgendwas gemacht werden soll und jeder meint er hätte mehr Ahnung als der andere. Dann fällt noch etwas herunter und jemand fragt mich irgendwas. Ich habe keine Ahnung was ich sagen soll. Mache quasi komplett dicht. Mir laufen Tränen die Wangen herunter und ich halte mir die Ohren zu. Irgendwer bringt mich aus dem Raum und ich sitze 3 h wippend auf der Couch und wiederhole irgendeinen Spruch aus der Fernsehwerbung. So kann ein Shutdown bei mir aussehen.

      Metdowns treten bei mir häufig durch ungewollten Körperkontakt auf oder als Folge vieler Overloads in kurzer Zeit. Meistens versuche ich dann Krampfhaft nichts kaputtzumachen und trotzdem funktionsfähig zu bleiben, bis ich nach Hause komme, nur dann ist der Overload so groß, dass er sich in einem Meltdown entädt.

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    • MangoMambo wrote:

      Metdowns treten bei mir häufig durch ungewollten Körperkontakt auf oder als Folge vieler Overloads in kurzer Zeit.
      ja.

      Das Schlimmste an Äusserungen nach Aussen war das Werfen einmal einer Haferflockentüte, die dann, kurz bevor Besuch kam, auf dem Boden zerbarst,
      und das Werfen einer Puppe meiner Kinder quer durchs Zimmer, auch auf den Boden......ich war hilflos ausser mir, völlig drüber.
      Und, als ich mit einem Alkoholiker zusammen war, schreien einmal bis fast zu einer körperlichen Attacke.
      Ab und zu so etwas wie Dissoziieren nach hilflosem Weinen. Ich bin dann weg. Drin in mir.

      Bin ich froh, dass das lange her ist.
      Jetzt kann ich alles besser einsortieren. Das hilft sehr.
      Nur das seltsam erschütterte Weinen kommt noch vor. Das passiert gerne, wenn etwas sehr ungerechtes passiert und ich mich nicht
      in dem Moment rehabilitieren kann..ich bin fassungslos, hilflos und wütend zugleich...inmir aussermir.
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      (Sylvia Boorstein)