Was waren die schlimmsten Sachen die ihr während eines Meltdown oder Overload gemacht habt?

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    • Hutmacher wrote:

      Ich bin als Kind einmal mit einer herumliegenden Eisenstange auf das Nachbarsmädchen losgegangen, nachdem sie mich auf dem Heimweg von der Schule im Bus permanent gepiesackt hat. Zum Glück hat sie in dem Moment richtig reagiert und ist abgehauen.
      Da wir schon mal bei Geschichten aus der Kindheit sind: Ich hatte mal meinen besten (und einzigen) Kumpel im Kindergarten im Klo engschlossen und erst wieder rausgelassen als er nen Heulkrampf kriegte. Keine ahnung ob es ein Scherz von mir war, der völlig aus dem Ruder lief oder ob es eine extreme Art der Rache war... Dass er danach nichts mehr mit mir zu tun haben wollte ist wohl klar (auch wenn ich es damals nicht verstand warum er so reagierte).

      Hutmacher wrote:

      Im Unterricht habe ich mir später oft mit der Zirkelspitze oder spitzen Bleistiften in den Oberschenkel oder zwischen die Finger oder in die Handfläche gestochen um mich abzulenken.
      Uff. Sowas ähnliches machte ich auch aber bei weitem nicht so heftig. Eher piekste ich mir mit der Zirkelspitze in die Finger, während ich damit in der Hand rumspielte. Hatte ich mal keinen Zirkel zur Hand wurden und werden dann halt die Nägel und die Haut in der Nähe benagt. Den Schmerz nahm ich dabei immer als eher angenehm war. Nur das Bluten nervte... Gut zu Ende der Realschule riss ich etwa 1cm lange Hautstücke raus... 8o :frown:

      Hutmacher wrote:

      Ich dachte mir lange Zeit "Wenn ich diesen Job packe, dann kann ich alles schaffen". Damals hatte ich jede Woche mehrere Shutdowns, Schlafstörungen und starke psychosomatische Schmerzen. Als ich bei einem Psychologen war und er mich fragte "Wie kann ich ihnen helfen?" stand ich danach wieder einmal ohne Hilfe da.
      Wenn ich Hilfe brauche, kann ich meine Probleme nicht mehr kommunizieren, wenn ich dazu in der Lage bin brauche ich gerade akut keine Hilfe.
      Wenn ich dann jedoch versuche mich mitzuteilen heisst es nur ich bin doch normal und habe keine Probleme und was ich soll stolz darauf sein, was ich schon alles geschafft habe.
      So geht es mir auch oft und genauso denke ich gerade im Studium... 8o

      Hutmacher wrote:

      Eine dramatische Situation mit glücklichem Ausgang wie deine mit der Mistgabel hätte ich mir auch gewünscht, vielleicht wäre dann einmal jemand auf die Idee gekommen genauer hinter meine Fassade zu schauen...
      Ich auch. Insbesondere damals nach der Nummer im Kindergarten...
      Wenn man auf eine Party geht, gibt es immer ein Risiko.
    • flori1994 wrote:

      Den Schmerz nahm ich dabei immer als eher angenehm war. Nur das Bluten nervte...
      Unangenehm fand ich den Schmerz auch nicht, er war eben der einzige Reiz, welcher stärker war als das momentan erlebte, also eine Form mich zu fokussieren. Auf die Noten hatte es zwar keinen positiven Einfluss, aber immerhin habe ich den Unterricht durchgestanden.
      Inzwischen drücke ich die spitze Ecke des Handys oder einen Schlüssel in die Handfläche, wenn ich nicht flüchten kann - das ist weniger "invasiv", unauffälliger und diese Dinge habe ich fast immer dabei.
    • Ich habe mal das Headset mit dem ich gearde telefoniert hatte so gegen die Wand geschmissen, dass es komplett zerbrochen ist, weil meine damalige Freundin darauf bestanden hat, das ich da zu ihr musste, weil wir es ja ausgemacht hatten, ich aber eh schon überlastet war
      Man bekommt oft gesagt: "Bilde dir deine eigene Meinung!".
      Mein Standpunkt ist: "Meinung wird überbewertet. Lieber jedes offensichtliche oder sichere Wissen hinterfragen und Standpunkte vertreten, die es dann immer noch wert sind, vertreten zu werden."
    • Oh, da istmir noch was ganz peinliches eingefallen, das ich total verdrängt hatte: Ich habe quasi meine eigene Hochzeitsfeier abgebrochen, weil mein Bruder meinte, ein Brautverziehen starten zu müssen. Hat sich dann wieder geklärt, aber ist schon peinlich, vor versammelter Verwandtschaft zu rufen, jetzt reicht es und einfach aus dem Saal zu stürmen.
      Ich kann sowieso nicht mehr nachvollziehen, wie ich den Tag überlebt habe. Hochzeiten sind für mich immer unerträglich und führen regelmäßig dazu, dass ich die Feier für 2-3 Stunden verlassen muss um nicht vollständig auszuticken. Auf einer der ersten Hochzeiten auf der ich war, wurde mir von den vielen fremden Menschen schwindelig und schwarz vor den Augen wurde und ich beinahe umgekippt wäre.
      Ich werde definitiv nicht wieder heiraten und falls ich das für meinen Partner/in doch auf mich nehmen sollte, dann nur im ganz kleinen Kreis mitten im Urlaub, ganz weit weg von allen Menschen, die auf die Idee kommen könnten, dass es eine Feier oder Gratulationen braucht.
      Man bekommt oft gesagt: "Bilde dir deine eigene Meinung!".
      Mein Standpunkt ist: "Meinung wird überbewertet. Lieber jedes offensichtliche oder sichere Wissen hinterfragen und Standpunkte vertreten, die es dann immer noch wert sind, vertreten zu werden."
    • Entropy wrote:

      Oh, da istmir noch was ganz peinliches eingefallen, das ich total verdrängt hatte: Ich habe quasi meine eigene Hochzeitsfeier abgebrochen, weil mein Bruder meinte, ein Brautverziehen starten zu müssen. Hat sich dann wieder geklärt, aber ist schon peinlich, vor versammelter Verwandtschaft zu rufen, jetzt reicht es und einfach aus dem Saal zu stürmen.
      Auch, wenn es für dich eine schlimme Situation war, es liest sich für mich lustig, ich seh das vor mir wie in einem Film. Man sollte auf seiner eigenen Hochzeit auch nicht zu Dingen genötigt werden, die man nicht tun will. Ich weiß zwar jetzt nicht, was "Brautziehen" ist, aber sicher so eine Art Spiel.
    • Peinlich war, dass ich mal , als Erwachsene, extrem kindlich verzweifelt geweint und vorwurfsvoll ins Handy geschimpft habe, als ich in mir unbekannter Umgebung den Anschluss an die Gruppe verlor..als ob ich nicht hätte Andere nach dem Weg fragen können. (Es war ein Einkaufszentrum und ich kurzzeitig völlig überfordert) .
      Stattt dessen war ich retardiert/getriggert und ausser mir.
      Ich habe mich danach selber nicht verstanden.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Meine Jugend war teuer. Es kommt wie eine „Welle“ über mich gestürzt, ich fühle mich wehrlos und muss die Energie entladen. Entweder musste ich etwas werfen oder ich habe mich selbst gehauen / gekratzt am Kopf. Zum Glück tritt es weniger auf seitdem ich zurück gezogen lebe. Mal sehen, wie es bei dem jetzigen Neuanfang laufen wird.

      Mein peinlichster „Anfall“ geschah im Sommer beim Eismann. Ich bekam eine große Kugel in der Waffel überreicht, aber zu wenig Wechselgeld. So im Nachhinein kann ich es nicht mehr so ganz nachvollziehen, wieso mich das so aufregte. Aber ich warf einfach dem Eismann die Tüte Eis entgegen. Und oft nach so einem Anfall falle ich auf dem Boden, verdecke mein Gesicht und bin nicht mehr richtig ansprechbar. Also lag ich vor der Eistheke auf dem Boden und auf dem Eismann klebte Yogurt - Eis. Zum Glück ist der Rest glimpflich verlaufen.
    • Input wrote:

      Ich bin in der Grundschule mitten im Unterricht, wenn mir alles zu viel wurde, aufgesprungen, habe lauthals geschrien und meinen Stuhl und meinen Füller quer durchs Klassenzimmer geschleudert. Das ist mir mehrfach passiert. Zum Glück habe ich mit den "Wurfgeschossen" nie jemanden getroffen.
      Oh, das kenne ich doch irgendwo her. Dabei habe ich ein Mal den schönen Montblanc-Füller, den ich von meinem Opa geerbt hatte, schwer beschädigt. Das tut mir bis heute Leid.
      Im Internat habe ich mal in einem Meltdown ein Schmiermesser grob in die Richtung eines anderen Kindes geworfen. Gab einen Skandal. Ich hätte "mit einem Messer auf ein anderes Kind geworfen".
      Im Rasenhockey-Verein (einer meiner wenigen Versuche, klassisch zu sozialisieren) habe ich ein anderes Kind mit dem Schläger an den Kopf geschlagen. War das Ende meiner Rasenhockey-Karriere.
      In der IT-Firma, in der ich 10 Jahre gearbeitet habe, bis sich eine kleine Mobbing-Crew (alles "Neue") gebildet hat, habe ich an meinem letzten Tag 2 Kollegen schreiend durch die Räume gejagt. Ich bin danach raus und kam nie wieder.

      Normalerweise schaffe ich es, bei Overloads zu reagieren und die Situation zu verlassen. Wenn ein aggressiver Meltdown passierte, hatte ich andere Personen meistens schon gewarnt und sie hatten es nicht ernstgenommen. Heutzutage weiß ich: schnell raus aus der Situation, sonst explodiert der Kessel in meinem Kopf (RW).

      Bei Shutdowns bin ich von Mutismus befallen. Starrer Blick, Unfähigkeit zu sprechen. Auch nonverbale Kommunikation ist schwierig.
      For mash get SMASH!

      The post was edited 1 time, last by Nowhere Mat ().