Mitgefühl

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    • ZeroLifeSkills wrote:

      Die Vorwürfe bekomme ich auch! Weil ich es oft einfach vergesse, Fragen und Gegenfragen zu stellen - ich selbst warte auch nicht auf Fragen, wenn ich etwas sagen möchte, dann mache ich es. Das erwarte ich eigentlich auch von anderen und das sage ich auch. Sie sollen es bitte einfach sagen, ich gebe dann mein Bestes, darauf zu antworten. Automatisch kommen einfach keine Fragen, ich muss ganz bewusst daran denken und sie dann stellen - oft fühlt sich das künstlich an.
      Als Zuhörer stelle ich öfters Fragen zu Zwischenpunkten und Details. Das tue ich aus Interesse, teilweise um Interesse zu kundtun, etwas zu hinterfragen, auf Ungereimtheiten zu überprüfen oder die Natur meines Gegenübers zu ergründen etc. Der Erzähler muss so häufiger abschweifen, aber es zeugt von Interesse und Anteilnahme. Ich bin der Meinung, dass es den Erzähler zufriedenstellt.
      Ich erwarte von anderen, dass sie selbiges tun. Wenn sie sich nicht beteiligen und Nachfragen empfinde ich mein Gesprächspartner in der Regel als desinteressiert und respektlos. Wenn es sich um eine Person handelt von der ich mit Sicherheit weiß, sie hört mir zu, auch ohne von ihr Einwürfe und Fragestellungen zu erhalten, dann ist es kein Problem. Meiner Erfahrung nach ist es bei Nichtbeteiligung aber viel eher der Fall, dass mir einfach nicht zugehört wird und ich Selbstgespräche führe.

      ZeroLifeSkills wrote:

      Ich habe mich selbst schon gefragt, ob diejenigen, die meinen, sie würden super mitfühlen und ganz genau das Leid anderer spüren, die Wahrheit sagen, weil ich es mir nicht vorstellen kann. Und eben nicht nur bei nahestehenden Personen, auch bei Fremden, bei Katastrophen im Fernsehen zum Beispiel. Angenommen, in einem Interview erzählt jemand seine Leidensgeschichte - er hat vielleicht einen Krieg erlebt, einen schlimmen Unfall, war schwerkrank, wurde misshandelt, ihm wurde alles genommen und er ist in Tränen und hat Mühe, nicht zusammenzubrechen, während er redet. Würdest du da mitfühlen? Es gibt zumindest Leute, die sagen, sie würden es. Ich denke, es ist sehr schlimm, was der Person passiert ist, vielleicht wünsche ich ihr auch alles Gute, aber ich empfinde keinen Schmerz oder Ähnliches.
      Genau das selbe Leid wie eine andere Person zu verspüren kann niemand mit Gewissheit behaupten. Aber Leid per se oder tendenziell ähnliches Leid zu empfinden wie eine andere Person, weil man mit ihrem Leid mitfühlt und sich in die Situation hineinversetzt, ist auch bei fremden Personen absolut möglich und nicht abwegig. Prämisse für Mitleid ist eine gewisse Identifikation mit etwas, dann ist es an sich immer möglich. Es muss an sich auch kein Lebewesen sein. So können wir für fiktive Charaktere so empfinden, aber gedanklich werden die Charaktere zum Leben erweckt.
      Man sollte das alles auch nicht ausschließlich schwarz und weiß betrachten. Niemand oder kaum jemand wird für alles und jeden Mitgefühl oder Mitleid empfinden. Es hängt mit vielen Faktoren zusammen. Emotionale Nähe/Verbundenheit, Kontext, Zulassen oder Blockade von Emotionen, etc. etc.
      Wenn man von einem größeren Attentat hört, dann gibt man den Opfern eventuell bewusst kein Gesicht und betrachtet es als ein normales, unüberraschendes Geschehnis in dieser grauenvollen Welt. Wird aber etwas auf persönlicherer Ebene vermittelt, z.B. als "Geschichte", dann hat das Ganze ein Gesicht und Anteilnahme ist wahrscheinlicher. Bei deinem Beispiel z.B. würde ich aus Selbstschutz Vermeidung anwenden, weil es gut sein kann dass ich mitleide und es mich emotional mitnimmt. Leid und emotionalen Ballast gibt es bereits genug in meinem Leben. Aufgrund von psychischen Problemen bin ich auch zunehmende labiler geworden. Etwas das Labilität fördert kann ich nicht gebrauchen.

      Ich z.B. bin aufgrund von einer Art Weltschmerz in ein tiefes Loch gefallen. Durch die Grausamkeit in der Welt und das alltägliche Leid anderer bin ich zugrunde gegangen. Es gibt auf der Welt unendlich viel Leid. Ich musste als Jugendlicher schmerzlich realisieren, dass es für die Menschheit keine Hoffnung gibt. Die Welt wimmelt nur so von Abschaum. Gerechtigkeit, Fairness, Rechtschaffenheit, Loyalität, Integrität und anstandsloses moralisches Handeln sind schier absent. Die Menschen sind selbst zu inkompetent so etwas simples wie die Goldene Regel auch nur im gröbsten Ansatz anzuwenden. Seitdem habe ich eine misanthropische Haltung. In einer solch schrecklichen Welt ist soviel Anteilnahme nicht gesund. Ich musste lernen meine Emotionen zu kontrollieren und zu blockieren. Es sickert aber immer und immer wieder Mitleid hindurch. Auch bezüglich Situationen oder Begebenheiten die mir Fremde betreffen. Deshalb versuche ich seit früher Adoleszenz Nachrichten möglichst zu meiden. Ich stolper aber immer und immer wieder über Nachrichten und sobald mich eine Überschrift gepackt hat muss ich den Bericht lesen und hoffe auf ein Happy End.

      Sternschnuppe wrote:

      Es ist doch nicht etwa so, dass NTs sich jederzeit und in alle anderen hineinversetzen könnten und immer mit allen mitleid hätten.

      Die ganzen konflikte die menschen andauernd haben, im umgang miteinander in der öffentlichkeit, in der familie und am arbeitsplatz, sind doch gerade der beweis dafür, dass die allermeisten menschen große probleme damit haben sich in andere hineinzuversetzen.

      Mitleid und mitgefühl haben die meisten NTs auch hauptsächlich nur für menschen die ihnen nahestehen oder die ihnen symphatisch sind oder die zu einer bestimmten gruppe dazugehören. Ansonsten hätten wir zum beispiel diese ganze flüchtlingsdebatte nicht.
      In der Tat. Mir ist aufgefallen, dass das unter Autisten viel zu häufig nicht in Betracht gezogen wird. Das hat für mich schon ab und an so gewirkt als würden manche Autisten den NT's abkaufen, dass diese sich ständig auf magische Weise ideal in andere hineinversetzen und nicht sich selbst als Grundlage nehmen.
      -So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.

      -Fear and desire hold the power to disrupt one's rhythm. Desire clouds one's vision, while fear stills one's step.
    • shunned nolifer wrote:

      Wenn sie sich nicht beteiligen und Nachfragen empfinde ich mein Gesprächspartner in der Regel als desinteressiert und respektlos.
      Desinteressiert, ja - das muss zwar nicht zutreffen, wird es aber oft. Aber wieso respektlos? Wenn das, was Du erzählst, mich nicht interessiert, ist es eben so - ich schulde Dir weder Interesse, noch den Anschein desselben. Schön ist es nicht, zu merken, dass das eigene Interesse an etwas nicht geteilt wird; unschöner aber ist es, seine Zeit zu verlieren, weil man selbst oder der Gesprächspartner, mit diesem verhältnismäßig harmlosen Umstand nicht zu Recht kommt. Respektlos ist es viel eher, einen Unwilligen als Zuhörer missbrauchen zu wollen.
      Achtung, eigene Sprache!

      The post was edited 3 times, last by Eurich Wolkengrob ().

    • Ich denke, man kann als Mensch erst einmal nur sich selbst als Grundlage nehmen...ich kann schier nicht wissen, wie ein Vogel die Welt empfindet und kann mich da nur versuchen anzunähern. Ebenso ist es bei anderen Menschen...und es ist gut sich das bewusst zu machen und diese Erkenntnis zu gewinnen.
      Sagt jemand, er ist traurig so kann ich sagen, dass ich es auch schon erlebt habe. Das heißt jedoch nicht, dass es sich für mich ganz genauso anfühlte oder exakt genau die selben Erfahrungen dahinter stecken...das geht gar nicht und ist in meinem Denken eigentlich selbstverständlich. Ob man Mitfühlen kann hat sicherlich sehr viel mit dem verstehen zu tun und damit, sich etwas voratellen zu können (auch nur angenähert natürlich). Das muss man wie ich denke auch nicht ganz so eng sehen. Vielleicht kann ich nicht exakt nachfühlen, was ein mensch gerade durchmacht, aber ich kann es versuchen mich anzunähern und ihm mein Mitgefühl schenken, einfach da sein, zu hören, ihn und sein Leid annehmen und versuchen ihm 'meine Hand zu reichen' (RW) damit er nicht alleine ist.

      @shunned nolifer: mmh...es liest sich für mich so als würdest Du eher mit-leiden als mit-fühlen? Das ging mir früher auch so (mir hat eine spezielle Übung dabei geholfen, das abzulegen...klappt schon recht häufig aber ich bin natürlich nicht Buddha :d ). Nachrichten schaue ich aber auch nicht so oft...es wird meistens über Negatives berichtet und ich muss nicht wissen, ob in China mal wieder eine Grube eingestürzt ist weil ich sachlich gesehen nichts tun kann (meine Ressourcen sind nicht endlos). Ich denke, dass der Mensch an sich schon immer versucht 'gut zu sein'...nur jeder hat anderes gelernt was gut ist. Das aufzubrechen, sich zu öffnen etc. ist nicht jedem möglich. Es gibt viele Menschen 'da draussen', die sehr lieb und einfühlsam sind...man muss sie nur treffen und dann auch zulassen können es zu erkennen. Es liest sich für mich ein wenig als hättest Du aus Schutz einen Glaubenssatz dahingehend aufgestellt, dass diese Begegnungen gar nicht möglich sind (oder verschwindend gering)? Das wäre ein wenig schade, weil Du so ja keine neuen und guten Erfahrungen zulassen könntest. Falls es so sein sollte wird vielleicht irgendwann die Zeit kommen, dass sich das ändert...ich wünsche Dir jedenfalls gute Erfahrungen dahingehend zu machen weil ich sie momentan auch immer wieder mache und es wunderschön ist. Dann hält man die als schlechte Beispiele der Menschheit empfundenen Wesen auch besser aus...oder kann sogar verstehen warum es bei ihnen so ist. :)
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • Eurich Wolkengrob wrote:

      shunned nolifer wrote:

      Wenn sie sich nicht beteiligen und Nachfragen empfinde ich mein Gesprächspartner in der Regel als desinteressiert und respektlos.
      Desinteressiert, ja - das muss zwar nicht zutreffen, wird es aber oft. Aber wieso respektlos? Wenn das, was Du erzählst, mich nicht interessiert, ist es eben so - ich schulde Dir weder Interesse, noch den Anschein desselben. Schön ist es nicht, zu merken, dass das eigene Interesse an etwas nicht geteilt wird; unschöner aber ist es, seine Zeit zu verlieren, weil man selbst oder der Gesprächspartner, mit diesem verhältnismäßig harmlosen Umstand nicht zu Recht kommt. Respektlos ist es viel eher, einen Unwilligen als Zuhörer missbrauchen zu wollen.
      :thumbup: Ich bin eine von der Sorte 'Blubberer'...also rede manchmal sehr viel, schnell und vor allem breitgefächert (es ist zu viel in meinem Kopf). :d Ich versuche immer darauf zu achten, ob der andere Spaß am Thema hat...gelingt natürlich nicht immer und im vis-a-vis besser. Deshalb liebe ich es, wenn mein Partner mir sagt 'Du, jetzt nicht' oder 'Langweiiiiiiiilig!'. :d
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • kikilino wrote:

      :thumbup: Ich bin eine von der Sorte 'Blubberer'...also rede manchmal sehr viel, schnell und vor allem breitgefächert (es ist zu viel in meinem Kopf). :d Ich versuche immer darauf zu achten, ob der andere Spaß am Thema hat...gelingt natürlich nicht immer und im vis-a-vis besser. Deshalb liebe ich es, wenn mein Partner mir sagt 'Du, jetzt nicht' oder 'Langweiiiiiiiilig!'. :d
      Man muss ja nicht unhöflich sein, weil man desintressiert ist, und ein kurzer Hinweis auf den gegenwärtigen Mangel an Interesse (wie etwa in Deinen Beispielen), ist nicht nur höflich sondern sogar freundlich - schließlich könnte man jemanden, der nicht merkt, dass er langweilt, ja auch einfach stehen lassen. Interesse vorzuspielen wäre dagegen falsch verstandene Höflichkeit.
      Achtung, eigene Sprache!
    • Eurich Wolkengrob wrote:

      Desinteressiert, ja - das muss zwar nicht zutreffen, wird es aber oft. Aber wieso respektlos? Wenn das, was Du erzählst, mich nicht interessiert, ist es eben so - ich schulde Dir weder Interesse, noch den Anschein desselben. Schön ist es nicht, zu merken, dass das eigene Interesse an etwas nicht geteilt wird; unschöner aber ist es, seine Zeit zu verlieren, weil man selbst oder der Gesprächspartner, mit diesem verhältnismäßig harmlosen Umstand nicht zu Recht kommt. Respektlos ist es viel eher, einen Unwilligen als Zuhörer missbrauchen zu wollen.
      Die Sache ist die, wenn jemand nur schweigsam dahockt und so tut als würde er mir zuhören, es aber nicht tut, dann ist das nichts weiter als respektlos und Heuchelei. Sofern die Person sich so verhält, schuldet sie mir Aufmerksamkeit oder eine ehrliche Aufklärung bezüglich der Situation. Personen können mir gern mitteilen dass ich sie nicht vollquatschen soll oder es sie nicht interessiert. Aber nicht vorhandene Aufmerksamkeit vorheucheln ist einfach nur dreist.

      kikilino wrote:

      Ich denke, dass der Mensch an sich schon immer versucht 'gut zu sein'...nur jeder hat anderes gelernt was gut ist. Das aufzubrechen, sich zu öffnen etc. ist nicht jedem möglich. Es gibt viele Menschen 'da draussen', die sehr lieb und einfühlsam sind...man muss sie nur treffen und dann auch zulassen können es zu erkennen. Es liest sich für mich ein wenig als hättest Du aus Schutz einen Glaubenssatz dahingehend aufgestellt, dass diese Begegnungen gar nicht möglich sind (oder verschwindend gering)? Das wäre ein wenig schade, weil Du so ja keine neuen und guten Erfahrungen zulassen könntest. Falls es so sein sollte wird vielleicht irgendwann die Zeit kommen, dass sich das ändert...ich wünsche Dir jedenfalls gute Erfahrungen dahingehend zu machen weil ich sie momentan auch immer wieder mache und es wunderschön ist. Dann hält man die als schlechte Beispiele der Menschheit empfundenen Wesen auch besser aus...oder kann sogar verstehen warum es bei ihnen so ist.
      Sicherlich versuchen es einige, aber ob es auch gelingt ist etwas anderes. Menschen sind von Natur aus verdorben. Die Verdorbenheit einzudämmen und sich darüber hinwegzusetzen gelingt den meisten nur sehr bedingt.
      Personen sind sich selbst die Nächsten. Auf der Agenda stehen fast nur egozentrische Dinge und "gute" Dinge werden häufig halbherzig und aus "falschen" Beweggründen getan.
      Begegnungen mit Personen die es relativ gut eingedämmt und sich darüber hinweggesetzt haben sind schon schwer und selten genug. Für eine Freundschaft oder Beziehung müssen aber noch mehr Faktoren erfüllt werden, außer man hat keine entsprechende Anspruchshaltung, was es abermals erschwert.
      Ich bin offen für gute Erfahrung, jedoch bin ich realistisch. Nichtsdestotrotz evaluiere ich jedes Individuum gründlich und gebe stets Chancen.
      -So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.

      -Fear and desire hold the power to disrupt one's rhythm. Desire clouds one's vision, while fear stills one's step.
    • Nickelig wrote:

      Beschränkt sich bei mir weitesgehend auf Tiere und junge Kinder, bei Erwachsenen kaum bis gar nicht.

      Anders ausgedrückt, je mehr das Lebewesen noch instinktiv handelt und fühlt und weniger basierend auf langfrist erlernten (sozialen) Normen, desto eher kann ich mich da hineinversetzen. Erwachsene, die geprägt und geformt wurden durch ihre ganz individeullen Erfahrungen - welche sich i.d.R. dramatisch von meinen AS-Lebenserfahrungen unterscheiden - sind für mich eher Aliens.
      Da fühle ich sehr ähnlich wie du, es kommt aber auch auf die Person an. Bei Kindern differenziere ich es und da sind meine Beobachtungen im Spiel. Bei Erwachsenen ist das eine Sache mit der Sympathie. Also Leute die ich gerne habe oder mit ähnlichen Erfahrungen bekommen welches, aber wenn mir jemand unsympathisch ist, kommt das genaue Gegenteil häufig durch. Bei Leuten die von bestimmten Umständen und Erfahrungen geprägt wurden, welche sich sehr von meinen unterscheiden ist das für mich ein Kulturschock (z.B. Leute die auf etwas was für mich keinen Sinn macht, wie draußen sein ohne etwas zu brauchen, eine Sache ausprobieren die sich von dem was ich mag unterscheidet, etwas bei mir verändern wollen (extrem gefährlich weil ich den anderen immer aus meinem Leben rauswerfe), ... pochen sind mir suspekt, meine eigenen 4 Wände sind mein persönlicher Wohlfühlbereich ohne die vielen sehr störenden Reize, das ist dem was ich mag zu unterschiedlich, ich bin in Sachen Vorlieben sehr speziell und lasse niemanden an diesen Punkt ran, ...), da kann ich selbst mit großer Anstrengung kein Mitgefühl entwickeln weil ich da auch den Eindruck habe gegen eine Wand zu sprechen (z.B. ein NT will mit mir in die Stadt, aber mich nervt das extrem weil es mir da viel zu voll und überlaufen ist, ein NT will mich für etwas was ich hasse begeistern, und er / sie kann sich nicht in mich hineinversetzen ) und da werde ich ziemlich schnell wütend (typische Antworten sind dann: "Ich kann die Stadt wegen den vielen Reizen nicht leiden", "Hast du keine Ahnung davon wie mich das verärgert?", "Ich habe schon zum n.-mal gesagt dass ich das nicht will!", "Ich will jetzt niemanden sehen!", "Diese Prägung ist mir egal!"(sehr gefährlich), "Das gehört nicht in meine Routine", "Ich will nicht unter Leute!",...). Mitgefühl empfinde ich nur wenn ich mich in die andere Person hineinversetzen kann und das ist nicht sehr oft (z.B. eine geliebte Person wurde befördert, endlich Ruhe vor einer ungeliebten Person (hier meine ich wenn sich eine geliebte Person nicht mehr mit einer unangenehmen Person herumschlagen muss), einer geliebten Person geht es nicht gut,...). Wenn jemand beim Versuch mich zu etwas unangenehmen überzeugen will nicht locker lässt und dann auch noch frech wird, kommt es (von mir ausgedachtes Wort) zum Antigefühl, also ich fühle zwar das gleiche, aber gegen den anderen (er / sie lässt nicht locker und wird böse, ich werde aggressiv gegen den anderen weil er / sie nicht zuhört / es ihn / sie nicht interessiert / er / sie es nicht versteht). Nach so einem Streit bleibe ich sehr abweisend, verachtend, und zeige dem anderen die kalte Schulter, damit er / sie überlegt was mich so wütend gemacht hat. Und extrem nachtragend bin ich in der Regel auch, wie in diesem Artikel hier Asperger und Streit | Denkmomente cmcm.com/activity/push/cmb/sha…%2Fasperger-und-streit%2F
    • kikilino wrote:

      Was meinst Du mit 'verdorben'?
      Menschen sind von Natur aus triebgesteuerte, egozentrische, überhebliche, ignorante Wesen mit einem Bewusstsein.
      Durch die Natur des Menschen ist ein jeder unvermeidlich von gewissen Lastern befallen. Die klassischen Laster, an denen auch die 7 Todsünden angelehnt sind, treffen es relativ gut.
      Man kann hinter jeden Punkt nach Bedarf noch etliche andere negativen Eigenschaften dranhängen. Jeder oder quasi jeder Mensch ist von diesen Eigenschaften befallen. Was den Unterschied zwischen Menschen ausmacht ist einerseits die Ausprägung dieser Eigenschaften und andererseits die Fähigkeit das Bewusstsein über diese Eigenschaften zu stellen und ein hervortreten bestmöglich zu unterdrücken.

      Dem gegenüber stehen Tugenden. Diese entspringen weniger der Natur des Menschen, sondern der Philosophie und sind meist nicht vielmehr Etikette. Tugenden müssen entwickelt und erlernt werden. Sobald Tugenden die Triebe in einem zu hohen Maß einschränken setzt sich der normale Mensch auch über entwickelte und erlernte Tugenden hinweg. Beim normalen Menschen sind die meisten Tugenden so oder so nicht allzu ausgeprägt.
      Tugenden können z.B. wie folgt aussehen:
      -So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.

      -Fear and desire hold the power to disrupt one's rhythm. Desire clouds one's vision, while fear stills one's step.

      The post was edited 3 times, last by shunned nolifer ().

    • Das ist eine ziemlich stark christlich geprägte Sichtweise. Ich persönlich halte davon nichts, den Menschen als grundauf böse darzustellen.

      In Wirklichkeit ist es genau anders herum: der Mensch wäre gut, wenn die Umwelt nicht verlangen würde, egoistisch zu sein, um zu überleben.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Ich persönlich halte davon nichts, den Menschen als grundauf böse darzustellen.
      Was übrigens auf eine sinnlose, sich selbst erfüllende Prophezeihung hinausläuft. Wer überall Schlechtes vermutet, wird Gutes nicht wahrnehmen.

      Shenya wrote:

      In Wirklichkeit ist es genau anders herum: der Mensch wäre gut, wenn die Umwelt nicht verlangen würde, egoistisch zu sein, um zu überleben.
      Auch damit bin ich nicht ohne Weiteres einverstanden: Von den Umständen abgesehen ("Gelegenheit macht Diebe"), haben Menschen durch ihr Bewusstsein auch eine Wahl. Es gibt schlechte Menschen, die es gut haben, und es gar nicht nötig hätten, sie egoistisch zu verhalten. Und es gibt gute, die es eher schlecht haben, sich aber oft nicht egoistisch verhalten.

      @shunned nolifer
      Du hast eine sehr einseitige Sicht auf Menschen. Dass sich Tugenden entwickeln lassen, bedeutet keines Falls, dass sie nicht ihrerseits in der menschlichen Natur angelegt sind, wie etwa Wohlwollen und Gerechtigkeitsempfinden. Natürlich sind Anlagen ebenso wie ihre Ausprägungen von Menschen zu Mensch unterschiedlich. Es ist einer der größten Fehler überhaupt, schlechten oder zynischen Menschen zu erlauben, das eigene Weltbild zu prägen. Notfalls kann man sich immer an Erich Kästner halten: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es".
      Achtung, eigene Sprache!
    • Shenya wrote:

      Vielleicht wäre eine Therapie für dich hilfreich, um deine Gefühle besser wahrzunehmen.
      Ich hoffe, du weißt, dass es kein Kennzeichen von Autismus ist, kein Mitgefühl zu empfinden.
      Falls du mich meinst, dass ist mir definitiv bewusst.

      Shenya wrote:

      In Wirklichkeit ist es genau anders herum: der Mensch wäre gut, wenn die Umwelt nicht verlangen würde, egoistisch zu sein, um zu überleben.
      Ansichtssache, was ich so nicht bestätigen kann.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • @shunned nolifer

      Also dass der mensch von natur aus gewisse triebe hat die sich häufig negativ äußern ist ja zutreffend.
      aber die annahme, der mensch habe von natur aus nur negative eigenschaften und die positiven müssten erst erlernt werden ist nicht logisch.

      Der mensch ist ein herdentier, menschliche eigenschaften haben sich evolutionär entwickelt. Eine der grundlegenden eigenschaften die sich dabei entwickelt haben ist die fähigkeit zur kooperation und rücksichtnahme.

      Bei verschiedenen menschen sind all diese eigenschaften unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt menschen die sind von natur aus positiver und es gibt welche die sind von natur aus negativer.
    • Hallo @shunned nolifer,

      danke für Deine Erläuterung.

      Mmh...ich habe da eine etwas andere Herangehensweise weil ich mich lieber an den Grundemotionnen orientiere um diese ganzen menschengemachten Konstrukte nicht darüber zu stülpen...sie versperren meiner Ansicht nach doch die Sicht auf das, was wirklich da ist (in einem Menschen).

      Dass der Mensch alles für sich selbst tut (was die Triebe mit einschließt) sehe ich so. Jedoch halte ich den freien Willen für nicht ganz so stark möglich. Um zu erkennen, was für die Gemeinschaft produktiv ist muss man zum Beispiel erst einmal auf die Idee kommen, auf die Gemeinschaft zu schauen. Wer das nicht als Kind gelernt hat, vielleicht auch seine eigene Abhängigkeit oder auch nur den eigenen Nutzen von einer Gemeinschaft erfahren hat...nun, der muss nicht zwangsweise in der Lage sein sich diesen Blickwinkel selbst zu eröffnen.
      Zudem wehre ich mich gegen Begriffe wie 'gut'...ich ersetze das lieber durch produktiv um das vermeintliche Streben nach gut und das Verteufeln des 'schlecht' sowie das Fordern eines allgemeinen Blickwinkels darauf zu umgehen. Egoismus ist nicht per se schlecht...entledigt man sich dessen kann man auch besser mit ihm umgehen, ihn zu lassen, sich dessen bewusst sein und mit dem Produktiven für sich selbst, den anderen und der Gemeinschaft abgleichen. Das klang in Deiner Beschreibung ja auch ein wenig an, wenn ich das richtig verstanden habe?
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi