Was kann man tun gegen Autismus? Übungen die man machen kann um sich zu helfen?

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    • @Lichterfreund da hast du vermutlich Recht. Es ist auch nicht so, als hätte ich nie Probleme gehabt. Ich habe mein Studium abgebrochen und war absolut am ende, hatte Suizidgedanken habe mich selbst verketzt. Meine Schulzeit war wahrscheinlich wie die vieler hier geprägt von Mobbing.

      Eigentlich wollte ich Mut machen und zeigen, dass es geht trotz und mit Autismus. Es kann besser werden, egal was kommt immer - das war meine grundlegende Einstellung - und ich weiß an machen Tagen kann man sich das nicht vorstellen aber Dinge ändern sich immer wieder.

      Joyce Meyer hat übersetzt gesagt: Man soll keinen Baum im Winter fällen.

      Damit meint sie, dass man in einer traurigen/schlechten Zeit keine wichtigen Entscheidungen treffen soll. Denn der Baum könnte wieder austreiben, das sieht man jedoch erst im Frühjahr.
    • @Etlam
      Noch einmal (siehe Beitrag 46):

      Flamberge wrote:

      und ich finde, das du leider nur die negativen Eigenschaften - die Schwierigkeiten und Probleme - siehst, dabei hat Autismus aber auch viele positive Eigenschaften, die die Schwächen unter günstigen Umständen sogar überwiegen können.

      Flamberge wrote:

      Ich finde, man kann auch mit Autismus ein erträgliches und sinnvolles Leben führen, wenn auch in anderer Art und Weise. Was heißt "was ich können muss um mir selbst ein Leben zu machen das zumindest keine Last ist", damit bist du dir mit dieser Einstellung nur selber im Weg und es schadet dir, da du nie so sein wirst, wie die "Normalen", du kämpfst quasi gegen dich selber und auf Dauer zermürbt es dich nur - das ist der falsche Weg
      Noch einmal (siehe Beitrag 38):

      Flamberge wrote:

      Meiner Meinung nach ist es keine Krankheit, sondern eine Andersartigkeit (siehe meine Beiträge in diesem Thread), was nicht heißt, das ich es schönrede, denn es sieht jeder anders und es ist auch umstritten ob es eine Krankheit sein soll oder nicht. Man hat zwar in einigen Bereichen Schwierigkeiten, aber dafür hat man auch Stärken, wo "normale" Menschen eben eher Schwierigkeiten haben, es gleicht sich aus. Man sollte sich nicht dadurch herunterziehen lassen, was man im Vergleich zu den "Normalen" alles nicht kann [...]
      Nach einer wahren Odyssee...(RW)

      Die Welt ist nicht Friede, Freude, Eierkuchen (RW)

      Nur Schein statt Sein (RW)

      The post was edited 3 times, last by Flamberge ().

    • Etlam wrote:

      Autismus ist das Schlimmste was einem Menschen passieren kann
      Ich will nicht akzeptieren das mein Leben vorbei ist bevor es angefangen hat.
      Dir ist das nicht passiert, du trägst den Autismus schon dein ganzes Leben mit dir herum. Und dein Leben ist nicht vorbei, nur weil du jetzt weißt, was dich schon immer etwas anders gemacht hat. Wenn du es so siehst, hattest du bis her auch kein Leben, denn du bist ja schon immer Autist und nicht erst seit der Diagnose. Jetzt hat das Kind (RW) nur einen Namen.

      Ich empfinde es sogar immer wieder als Vorteil, endlich zu wissen, warum ich manche Sachen einfach nicht so kann wie andere. So kann ich bestimmte Sachen die mir einfach nicht gut tun reduzieren oder einfach andere Wege finden, wie ich damit umgehen kann.
      Mit Freude im Leben udn Freunden an der Hand ist schnell jeder Kummer im Leben gebannt.
    • MangoMambo wrote:

      Joyce Meyer hat übersetzt gesagt: Man soll keinen Baum im Winter fällen.
      Doch, soll man. Unbedingt, der Winter ist die beste Zeit dafür.
      Wenn man Bäume fällt, muss man das von Oktober bis März tun.
      Danach nicht mehr, denn im Frühling beginnen die Vögel, ihre Nester in den Bäumen zu bauen.
      Der Mensch kann nicht nur an sich und seine eigenen Bedürfnisse denken bei der Entscheidung für sein Handeln. Es sind auch andere Lebewesen involviert.

      Mir, als naturverbundener Mensch, gefällt dieses Bild nicht. :shake:
    • Das ist glaube ich wieder so eine Sache, die im übertragenden Sinne gemeint ist.
      Natürlich schneidet und fällt man Bäume im Winter, aber das ist hier glaube ich nicht gemeint. Der Verfasser wollte damit eher was in die RIchtung ausdrücken, dass nur weil der Baum im Winter kahl und damit tot erscheint, man ihn nicht gleich fällen muss, sondern auf das Frühjahr warten sollte, damit der Baum eine Chance hat zu neuem Leben zu erwachen.
      Mit Freude im Leben udn Freunden an der Hand ist schnell jeder Kummer im Leben gebannt.
    • Etlam wrote:

      Niemals die Welt sehen, niemals Freunde haben, niemals Freude empfinden, niemals arbeiten können, sich niemals selbst verwirklichen, niemals Liebe spüren können
      So pauschal ist das kompletter Schwachsinn :shake:

      Etlam wrote:

      Autismus ist das Schlimmste was einem Menschen passieren kann
      So etwas würde ich nicht sagen, es gibt wirklich sehr schlimme Krankheiten, die teilweise mit massiveren Einschränkungen im Leben einhergehen.

      Sofern du an schweren Depressionen leidest (was man sich auf Grund deiner Postings durchaus vorstellen könnte), gebe ich dir allerdings Recht, das ist sicherlich eine sehr schlimme Krankheit. Aber auch bis zu einem gewissen Grad behandelbar!

      Etlam wrote:

      Aber man hat ja mittlerweile Gene gefunden die Autismus verursachen und auch eine Vorstellung davon wie Autismus funktioniert
      Es gibt mittlerweile Trainingsprogramme die die Ausprägung reduzieren können und eine positive Entwicklung anstoßen
      Was genau meinst du damit?

      Etlam wrote:

      Ich weiß das ich leider sehr unspezifisch bin was die Schilderung meiner Probleme betrifft aber das ist auch Teil dieser Probleme
      Dann brauchst du in diesem Punkt wohl professionelle Hilfe, auch dies kann ja ein Teil einer autismusspezifischen Therapie sein.

      Etlam wrote:

      die Fehlende Wahrnehmung von Menschen als Menschen
      Kannst du das erklären? Und wieso führt das dazu, dass du nicht verreisen kannst oder keine Freude empfinden kannst?

      Etlam wrote:

      die fehlende Wahrnehmung von eigenen Gefühlen
      de.wikipedia.org/wiki/Alexithymie ?

      Das ist kein Teil von Autismus, auch wenn es teilweise zusammen auftritt.

      Vielleicht hilft dir dieser Thread: Besser mit Gefühlen zurechtkommen (Übungen)

      Etlam wrote:

      Dadurch fühlt sich in meinem Leben alles so völlig bedeutungslos an, mein eigenes Leben entgeht mir
      Klingt nach Depressionen...

      Etlam wrote:

      Auch keine Empathie zu haben finde ich ziemlich schlimm

      Wie äußert sich das?

      The post was edited 1 time, last by seven_of_nine ().

    • MangoMambo wrote:

      Ich habe alle Chancen in meinem Leben. Ich habe einen wundervollen Partner, eine tolle Wohnung, zwar sehr wenige aber dafür zuverlässige Freunde. Einen Job der mich erfüllt und kann meinen Interessen nachgehen. Ich habe einfach Freude am Leben und bin glücklich. Ich zwinge mich nicht dazu anders zu sein, deshalb kann ich mir erlauben glücklich zu sein.
      Ich habe auch Partner, Wohnung, Arbeit, Freunde (nicht mal sehr wenige) + Bekannte, Familie, Interessen...

      Leider bin ich nicht wirklich glücklich, a) wegen der Schmerzkrankheit, b) wegen der Executive Functioning Disorder und dem daraus resultierenden hohen Stress und c) wegen der ständigen negativen Gedanken. Diese drei Dinge hängen wohl eng zusammen und ich gehe sie aktuell in der Therapie an.

      Man sieht also, bestimmte Dinge "erreicht" zu haben bedeutet nicht, dass man glücklich ist. Umgekehrt braucht auch nicht jeder unbedingt alle diese Dinge, um glücklich zu sein.
    • seven_of_nine wrote:

      Kannst du das erklären? Und wieso führt das dazu, dass du nicht verreisen kannst oder keine Freude empfinden kannst?
      Manche Autisten haben das so beschrieben, dass sie Menschen genauso wahrnehmen wie Gegenstände.

      seven_of_nine wrote:

      Wie äußert sich das?
      Es ist ein NichtFühlen(Können?).

      Da ist keine Verbindung.
      Das eigene unfühlbare ICH existiert in einem Vakuum. Es ist kalt und leer. Keine Verbindung, zu nichts und niemandem.
      Nicht zu sich selbst und auch zu nichts und niemand sonst.

      Das eigene Leben ist wie ein Film in dem man nichtmal selber mitspielt. Es zieht an einem vorbei, Dinge geschehen, und man selbst ist nicht involviert, kann nichtmal in die Handlung eingreifen. Weggehen kann man aber auch nicht. Partielle Dissoziation nennnen das die Psychologen wohl, es gibt aus anderer Sicht (die nicht der modernen Medizin entspricht) dafür noch andere Erklärungen.

      Depression könnte man es auch nennen...aber der Aspie funktioniert anders, er hat andere Bedürfnissse als der NT (NA?), und die moderne Medizin hat dafür keinen adäquaten Begriff.
      Es ist das Fehlen der Verbindung zum Leben.
      Diese kann hergestellt werden.

      So kenne ich das jedenfalls.
      Ich hatte das auch früher.
      Jetzt aber nicht mehr. :)

      Wenn aus der NIchtVerbundenheit die Verbundenheit wird, dann ist das Gefühl da, die Wahrnehmung des ICH und auch die Wahrnehmung des ANDEREN verändert sich, alles wird lebendig.
      Verbundenheit mit dem Leben meine ich.
      Es geht um die Beziehung zum Leben.

      seven_of_nine wrote:

      an sieht also, bestimmte Dinge "erreicht" zu haben bedeutet nicht, dass man glücklich ist. Umgekehrt braucht auch nicht jeder unbedingt alle diese Dinge, um glücklich zu sein.
      Ja. Es geht nicht um Dinge.
      Ich denke, dass das Ideal vom Glückszustand sowieso eine sehr kurzlebige Angelegenheit ist. Glück ist ein Moment, es ist kein Zustand.

      The post was edited 3 times, last by Kraehe ().

    • Etlam wrote:

      Autismus ist das Schlimmste was einem Menschen passieren kann Ich will nicht akzeptieren das mein Leben vorbei ist bevor es angefangen hat. Niemals die Welt sehen, niemals Freunde haben, niemals Freude empfinden, niemals arbeiten können, sich niemals selbst verwirklichen, niemals Liebe spüren können
      Alle Freuden des Lebens sind für mich unerreichbar weil ich Krank bin.
      Es ist die vollständigste Behinderung und die schlimmste Krankheit die ich mir vorstellen kann weile sie jeden Bereich des Lebens und jeden Moment betrifft und zerstört. Und ich spüre jeden einzelnen Moment des Tages das mir mein Leben entgeht und ich trotzdem lebendig sein muss damit ich es noch mitbekomme.

      In einem hast du recht, der eigene Autismus spielt überall mit hinein.
      Aber, er spielt hier in etwas mit hinein, das nichts mit Autismus zu tun hat.
      Darauf haben andere hingewiesen.

      Egal, ob du jemanden fragst, der schwere Depressionen hat, eine PTBS, nach einem Unfall, der ihm die Möglichkeit genommen hat, Dinge zu tun, die vorher selbstverständlich sind, es werden genau die gleichen Worte verwendet.
      Das Grundgefühl ist eine absolute Verzweiflung und auch Angst, aus dem Gedanken heraus "alles ist aus, nichts ist mir mehr möglich".
      Diese jetzt empfundene Verzweiflung - das IST ein Gefühl bzw. eine Gefühlskombination, also beweist es, das Fühlen können ist prinzipiell da - verhindert, sich für die Zukunft etwas später mal erfreuliches oder sogar überhaupt sowas Zukunft vorstellen zu können.

      Der Schock und der Schmerz in dieser Verzweiflung sind so groß, dass er sowohl jegliche Vorstellung, dass es besser werden könnte, als unmöglich denken lässt. Was dann weitere Verzweiflung auslöst, die dazu kommt. Diese lähmt immer mehr, schwächt weiter, so dass man denkt, gar nichts tun zu können. Allein die Idee, hier was machen zu können, ist unter Blick auf das, was gerade alles nicht möglich ist, ein weiterer "Beweis" für die eigene Schwäche und Unfähigkeit. Und treibt einen weiter in die Verzweiflung und Selbstabwertung.
      Und das immer wieder und immer weiter.
      Der Wunsch, "das soll weggehen", aber gefühlt ist da nichts, was dafür sorgen kann, also wird der Wunsch stärker, aber gefühlt ist da nichts, was dafür sorgen könnte, was den Wunsch weite verstärkt, was.......

      Du hast geschrieben, du willst dir dein Leben zurückerobern.
      Also muss da eine Resterinnerung, eine Idee, von dem einen oder anderen zu "mein Leben" sein.
      Es muss mal einzelne Dinge gegeben haben, die du als DEIN Leben gefühlt hast, sonst würdest du das Wort "zurück" dabei nicht denken.
      Auch wenn du dieses "mein" zu Leben gerade nicht und so absolut nicht fühlen kannst. Das ist so, wenn man in diesem Strudel gefangen ist.

      Ich hatte damals nur drei Dinge, die mir ein bisschen am Anfang halfen. Was dieses allumfassende "Nichts geht mehr und wird nie gehen" wenigstens ab und zu einige Momente etwas in Schach halten konnte.

      - Der Wunsch, dass "das aufhört"
      - Der eine oder anderen Mensch, der da herausgekommen war - gefühlt für mich absolut unmöglich, aber die Logik sagte hier auch "wenn Menschen aus sowas herauskommen und ich ein Mensch bin...."
      - Und das reine Wissen zu Gefühlen und "Schwingungsfähigkeit, besagt. dass die Intensität der schmerzhaften Gefühle anzeigen, in welcher Stärke das bei guten Gefühlen empfunden werden könnte - auch wenn es für mich lange lange Zeit absolut unvorstellbar war, und dann der Schmerz wieder alles dominierte.

      Wissen und Logik als die einzigen Hilfsmittel gegen dieses allumfassende, alles durchdringende und so total lähmende schmerzhafte Verzweiflung.

      Ich habe zweieinhalb Jahre darin verbracht. Ohne das ich oder jemand damals von meinem Autismus wusste. Ich habe die gleichen Worte und Sätze geschrieben.
      Es war die entsetzlichste Zeit meines Lebens, die ich sogar einem schlimmsten Feind nicht wünschen würde.

      Mein Nick heute ist auch das Symbol für den Tag, als ich das erste mal wieder eine Freude empfinden konnte. Was so lange undenkbar, unvorstellbar, für mich nicht vorgesehen erschien.
      Alle was ich heute schreibe, ist das Ergebnis aus dieser Zeit und dem Kampf da heraus - sich mit reiner Logik immer wieder vorzusagen, dass auch dort, wo ich mir etwas nicht vorstellen kann, keinen Weg sehe, absolut schwach bin und nur Schmerzhaftes in mir ist, das nicht bedeutet, dass es keinen Rausweg gibt, was mein Gefühl mich beständig immer und immer wieder glauben machen will und immer weitere "für mich ist das nicht möglich"-Gedanken auslöst.
      Gegen die immer und immer wieder wieder angekämpft werden muss, obwohl man das so gar nicht fühlt.

      Von meinem Asperger erfuhr ich erst viel später. Das eine ist dieser Strudel, Asperger das andere.
      In diesem Strudel ist Asperger natürlich mit dabei, aber Asperger ist nicht der Strudel und hat diesen auch nicht verursacht. Und man kommt auch mit Asperger da heraus. Auch wenn das im Strudel unvorstellbar ist.

      Der Weg da heraus beginnt damit, anzuerkennen, dass man in diesem Strudel gefangen ist, und darin gegen all die Gefühle immer und immer wieder anglauben zu lernen, dass es möglich ist - was man sich ja so sehr wünscht. Oder jemandem zu glauben, diesen Strudel nur zu gut kennt und heraus kam. Als Beweis, dass es prinzipiell möglich ist. Und wenn etwas prinzipiell möglich ist.....

      Das Gefühl ruft dazwischen und anfangs auch immer lauter "Aber für mich nicht, andere haben ja andere Voraussetzungen, sind nicht so betroffen, haben bessere Hilfen gehabt, waren stärker, usw..." und dem dann auch immer wieder ein "halt die Klappe" entgegenzusetzen, denn prinzipiell....

      Und wieder scheint es dann unmöglich, denn fast alle Energie, die man hat, geht noch in dieses "Das geht für mich nicht, weil....", wendet sich gegen einen, und fehlt dann dort, wo man sie bräuchte, um herauszukommen.

      Dieser erste Schritt ist der Allerschwerste.
      Gegen all diese schmerzhaften Gefühle und "Unmöglich"-Gedanken der reinen Logik zu glauben, dass es prinzipiell möglich ist, also auch für einen selbst, auch wenn alles in einem das Gegenteil brüllt.


      Ich wünsche dir viel viel Kraft dafür, alles Liebe, und Menschen um dich, die mit dir und für dich gegen den Strudel andenken und vor allem anglauben.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".

      The post was edited 1 time, last by Happy to be ().

    • mein leben ist fast zu Ende, weil die gesetzliche Betreuung sich nicht um minimale Unterstützung/Betreuung/pflege kümmert, und ich aufgrund von vielen gesundheitlichen Problemen sehr krank bin, und komplett damit allein gelassen werden.

      auch weil niemanden mit mir zum Arzt geht und weil ich das alleine auf Grund des Autismus nicht hin bekommen.
    • alle Personen die sich mit Autismus auskennen sagen mir, ich komm nicht alleine zurecht (das ist auch meine Meinung)

      ich brauche Förderung und dringend Begleitung zu Ärzte, dadrum muss sich die gesetzliche Betreuung kümmern

      Das Betreuung Gericht sagt mir es kann nix machen


      Wenn aufgrund des Autismus dein Gesundheitzustand Jahr lang nicht ernst genommen wird, “Dann kann dein Leben zu Ende aufgrund des Autismus“
    • Der Grund wäre dann aber in meinen Augen eher die Unfähigkeit der Betreuung und des Gerichtes.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Etlam wrote:

      Autismus ist das Schlimmste was einem Menschen passieren kann
      Ketzerische Frage: Du bekommst die Diagnose Krebs und hast noch 6 Monate zu leben... Und nun?
      "Schlimm" ist auch immer eine Sache des Betrachtungs- und Blickwinkels.


      Etlam wrote:

      Ich will nicht akzeptieren das mein Leben vorbei ist bevor es angefangen hat.
      Wieso soll Dein Leben vorbei sein?

      Etlam wrote:

      Es ist die vollständigste Behinderung und die schlimmste Krankheit die ich mir vorstellen kann weile sie jeden Bereich des Lebens und jeden Moment betrifft und zerstört.
      Ich kann Deine Verzweiflung und Wut auf Deinen Autismus schon nachvollziehen.
      Aber auch hier wieder: wenn der Blinde die Welt nicht sehen, wenn der Taube die Welt nicht hören und wenn der Gelähmte die Welt nicht begehen kann.... Wird jeder einzelne sagen, er hätte die schlimmste Krankheit.


      Etlam wrote:

      Meine einzige Chance ist es zu probieren so gesund wie möglich zu werden.
      Ich an Deiner Stelle würde versuchen, die Energie sinnvoll zu verwenden. Das heisst, versuche zu akzeptieren, wie Du bist und das der Autismus einen Teil von dir ausmacht.
      Du kannst in gewissen Bereichen lernen, Deine individuellen und durch Autismus verursachten Schwächen zumindest ein wenig aufzufangen.
      Siehst Du denn keinen einzigen positiven Aspekt bei Deinem Autismus?


      Etlam wrote:

      Ich finde nicht das Autismus unheilbar ist. Es ist maximal jetzt unheilbar. Eben weil man es noch nicht weiß
      Wenn der Ansatz, das die Ursache neurologisch bedingt ist so zutreffen sollte dann kannst Du dies nicht einfach eben so mit einer Tablettenkur wegtherapieren.


      Etlam wrote:

      An diesen Sachen arbeiten zu können und so ein Stück Leben für mich zu erobern wäre für mich deutlich eher eine Hilfe als das schönreden der Situation

      Es hindert Dich niemand daran, an Dir und Deinem autismusbedingten Herausforderungen zu arbeiten.
      Wenn Du allerdings Deinen Autimus und seine Auswirkungen als Feind ansiehst, dann akzeptierst Du Dein Sein nicht und ohne Akzeptanz wird es Dir sehr schwer fallen, an Dir arbeiten zu können.
      Wer mit der Herde geht
      kann nur Ärschen folgen :d
    • Hallo @Etlam,

      ich finde Deine Einstellung, Autismus nicht als gleichsam lebenslängliche Verurteilung hinnehmen zu wollen, sehr gut. Sie ist entscheidend dafür, Dein Leben selbst zu führen und es nicht lediglich zu fristen. Wie bereits angemerkt wurde, ist Autismus laut ICD eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, also nichts, was man wie einen Schnupfen umstandslos verschwinden lassen könnte. Dass Autismus als nicht heilbar gilt, liegt vor allem daran, dass seine Ursachen ungewiss sind. Trotzdem oder eben darum, ist es meiner Meinung wichtig zwischen der Entwicklungsstörung und Deinen, sagen wir Mal autistischen Anlagen zu unterscheiden. Die Etwicklungsstörung ist der Feind, nicht Du selbst. Es gilt also, Dich selbst besser kennen zu lernen und zu verstehen, um allmählich zwischen Deinen "natürlichen" Schwächen und Stärken einerseits und den Auswirkungen der Entwicklungsstörung andererseits zu unterscheiden und herauszufinden, warum Du Dich wie unter welchen Umständen verhältst. Wie weit Dich das bringen wird, ist an sich ungewiss; es wird Dir aber mit Sicherheit helfen, Dein Leben, nun ja, etwas etlamgerechter zu führen.
      Achtung, eigene Sprache!
    • monschichi wrote:

      Etlam wrote:

      Autismus ist das Schlimmste was einem Menschen passieren kann
      Ich will nicht akzeptieren das mein Leben vorbei ist bevor es angefangen hat.
      Dir ist das nicht passiert, du trägst den Autismus schon dein ganzes Leben mit dir herum. Und dein Leben ist nicht vorbei, nur weil du jetzt weißt, was dich schon immer etwas anders gemacht hat. Wenn du es so siehst, hattest du bis her auch kein Leben, denn du bist ja schon immer Autist und nicht erst seit der Diagnose. Jetzt hat das Kind (RW) nur einen Namen.
      Ich empfinde es sogar immer wieder als Vorteil, endlich zu wissen, warum ich manche Sachen einfach nicht so kann wie andere. So kann ich bestimmte Sachen die mir einfach nicht gut tun reduzieren oder einfach andere Wege finden, wie ich damit umgehen kann.
      Ja und ich hatte auch vorher kein Leben ich wusste nur nie warum und wenn ich versucht habe andere Menschen darauf hinzuweisen dann hat mich niemand verstanden weil ich nicht in der Lage bin mich mitzuteilen
      Und es hat mich nicht anders gemacht. Es hat mir mein ganzes Leben genommen. Wie ich bin ist auch nicht das Problem, das Problem ist was ich alles nicht kann und das ist so ziemlich Alles

      seven_of_nine wrote:

      Etlam wrote:

      Niemals die Welt sehen, niemals Freunde haben, niemals Freude empfinden, niemals arbeiten können, sich niemals selbst verwirklichen, niemals Liebe spüren können
      So pauschal ist das kompletter Schwachsinn :shake:

      Etlam wrote:

      Autismus ist das Schlimmste was einem Menschen passieren kann
      So etwas würde ich nicht sagen, es gibt wirklich sehr schlimme Krankheiten, die teilweise mit massiveren Einschränkungen im Leben einhergehen.
      Sofern du an schweren Depressionen leidest (was man sich auf Grund deiner Postings durchaus vorstellen könnte), gebe ich dir allerdings Recht, das ist sicherlich eine sehr schlimme Krankheit. Aber auch bis zu einem gewissen Grad behandelbar!

      Etlam wrote:

      Aber man hat ja mittlerweile Gene gefunden die Autismus verursachen und auch eine Vorstellung davon wie Autismus funktioniert
      Es gibt mittlerweile Trainingsprogramme die die Ausprägung reduzieren können und eine positive Entwicklung anstoßen
      Was genau meinst du damit?

      Etlam wrote:

      Ich weiß das ich leider sehr unspezifisch bin was die Schilderung meiner Probleme betrifft aber das ist auch Teil dieser Probleme
      Dann brauchst du in diesem Punkt wohl professionelle Hilfe, auch dies kann ja ein Teil einer autismusspezifischen Therapie sein.

      Etlam wrote:

      die Fehlende Wahrnehmung von Menschen als Menschen
      Kannst du das erklären? Und wieso führt das dazu, dass du nicht verreisen kannst oder keine Freude empfinden kannst?

      Etlam wrote:

      die fehlende Wahrnehmung von eigenen Gefühlen
      de.wikipedia.org/wiki/Alexithymie ?
      Das ist kein Teil von Autismus, auch wenn es teilweise zusammen auftritt.

      Vielleicht hilft dir dieser Thread: Besser mit Gefühlen zurechtkommen (Übungen)

      Etlam wrote:

      Dadurch fühlt sich in meinem Leben alles so völlig bedeutungslos an, mein eigenes Leben entgeht mir
      Klingt nach Depressionen...

      Etlam wrote:

      Auch keine Empathie zu haben finde ich ziemlich schlimm
      Wie äußert sich das?
      Leider kriege ich es einfach nicht hin zwischen die Zeilen zu posten obwohl man mir das jetzt mehrfach erklärt hat
      Sorry auch an Alle denen ich jetzt noch nicht geantwortet habe

      Für mich, zumindest für mich bedeutet Autismus ein Todesurteil während ich noch am Leben sein muss
      All das Aufgezählte kann ich nicht

      Ich hatte mal ne Panikerkrankung, die hat dafür gesorgt das ich zwischen 5 und 10 mal am Tag zusammengeklappt bin mit Zittern Anspannung das ich dachte ich sterbe und übergeben ect.
      Aber ehrlich gesagt empfinde ich selbst das als weniger einschränkend als Autismus
      Ich habe keine Angst vor Depression oder Angststörung oder meinen anderen Problemen, ich weiß das mit genug harter Arbeit, viel Reflektieren und Denken alles auf die Dauer gesehen gut werden wird
      Aber bei Autismus ist das was anderes. Ich kann nichts mehr erreichen es sei denn man befreit mich von meiner Erkrankung
      Es ist für mein Wohlbefinden und mein Leben ziemlich egal was ich sonst noch so an Krankheiten oder Elend anhäufe weil es mir so wie so nicht viel schlechter gehen kann

      Ich meine damit das es Therapien gibt die dafür sorgen das Autismus in weiten Teilen bekämpfbar ist
      Man weiß in etwa wie Autismus im Hirn funktioniert, man weiß in etwa wie er entsteht und es gibt Trainingsprogramme die ab einer gewissen Trainingsintensität dafür sorgen das Defizite verschwinden.
      Dazu hat man raus gefunden das Autismus in den Genen liegt und das Autismus durch veränderung gewisser Gene bei Tieren verursachbar und im Anschluss wieder heilbar ist
      ESDM hat in Studien gezeigt das einige Teilnehmer nach der Therapie kaum noch von NTs zu unterscheiden sind was ihre Fähigkeiten betrifft
      Dazu gibt es Biomedizin die hilft.
      Man ist Neuroplastisch, man kann die Informationsverarbeitung im Hirn verändern, durch Anpassung von Hirnwellen durch NFB Veränderung der Hirnstruktur durch Elektro und Magnetstimulation und durch das bilden von Verknüpfungen durch gezieltes Training
      Ich meine damit das es vorrausgesetzt es findet sich ein jemand der bereit ist diesen Weg mit einem Autisten zu gehen möglich ist Autismus weitgehend zu heilen. Nur braucht es dafür viele Mittel die oft gar nicht aufzutreiben sind
      Weil A die Kasse nicht zahlt, B viel zu geringe Trainingsintensitäten angesetzt werden und C vor allem dieser Ideologieversatz von der Andersartigkeit anstelle von Erkrankung verschleiert wie notwendig es wäre
      Und in der Umsetzung liegt der Haken. Deswegen sieht es in der Praxis für Autisten eher schlecht aus obwohl es eigentlich möglich wäre
      Deswegen muss man sich wenn man Hilfe will diese Hilfe selbst beschaffen indem man zum Beispiel viel alleine übt, sich Trainingspartner sucht oder Übungen austauscht um an das Methodenwissen zu kommen (dafür war ja dieser Thread ursprünglich gedacht)
      Mein ganzes Elend ist die diskrepanz der eigentlichen Möglichkeiten die ich habe und die es zur Behebung des Problems gäbe und der Realität
      Die Möglichkeit der Gentherapie ist wohl noch 30 Jahre hin deswegen würde ich mich darauf noch nicht verlassen wollen

      Ja absolut. Ich kann in vielen Bereichen professionelle Hilfe gebrauchen. Aber werde eben kaum welche bekommen

      Ich habe mal gelesen das manche Autisten Menschen wie schatten wahrnehmen und nicht als Schatten.
      Jetzt habe ich mir überlegt ob es auch bei mir so ist und es mir nur nicht aufgefallen ist das es so ist weil ich es nicht anders kenne. Und das scheint so zu sein.
      Also versuche ich jetzt Menschen jeweils abzurastern, zu sehen was man an ihnen eigentlich alles wahrnehmen kann. Das sorgt dann dafür Menschen eher als Ganzes zu sehen und als Personen.
      Ich hoffe das ist irgendwie verständlich
      Es führt nicht dazu das ich keine Freude empfinden kann, das kann ich einfach so nicht. Mir fehlt einfach die Emotion. Aber auch da soll es ja Wege geben das zu lernen
      Und Vereisen geht nicht weil ich A gar nicht meine Umgebung richtige wahrnehme und es deswegen irgendwie pointless ist, B ich kein Geld habe und keins verdienen kann, C ich mich nicht raus traue

      Den Thread sehe ich mir mal an.

      Ich glaube nicht das es ne Depression ist. Danach hört es sich an aber ich denke nicht, dass das das Problem ist. Aber ich fürchte auch das es von Therapeuten als Depression abgetan wird. Aber wer keine Interessen hat, keine Gefühle und sein Leben nicht zu einem Bild zusammen setzen kann der Existiert ohne Wahrnehmung und Bindung in einer Art freiem Raum. So ist es bei mir zumindest. Um ne Depression zu sein müsste sich die Wahrnehmung irgendwann mal verändert haben aber das hat sie nicht.

      Naja ganz Typisch. Ich fühle nicht mit. Ich entwickle kein Interesse anderen Menschen zu helfen. Das liegt bei mir glaube ich an emotionaler und kognitiver Empathie.
      Seit ner Weile trainiere ich das. Seit dem kommt es ab und an vor das ich mich deutlich lebendiger fühle wenn es mal automatisch klappt
      1. Wer weiß wie Autismus im Gehirn funktioniert? Irgendwie habe ich immer gelesen da ist sich niemand wirklich sicher? Kann mir da jemand Lesestoff geben?
      2. Welche Therapieformen sollen denn bei Autismus konkret so stark helfen? Meinst du ABA?
      3. Methoden um mit Dingen klarzukommen wirst du hier eine Menge finden. Ich habe viele kleine Tricks und Hilfen.
      4. Ich habe Menschen nie als Schatten wahrgenommen. Kannst du das genauer beschreiben? Hast du Gesichtsblindheit?
      5. Was kann es deiner Meinung nach sonst sein abgesehen von Depression und fehlender Selbstakzeptanz?
      6. Ne Depression kann sehr lange gehen und auch schon seit der Kindheit bestehen. Dann erinnerst du dich vermutlich gar nicht an die Veränderung. Man selbst nimmt diese oft auch weniger wahr als das Umfeld. Du beschreibst sehr gut die Symptome die darauf hindeuten.
      7. Empathie ist ein schwieriges Thema. Es gab hier neulich ein Thema in dem es darum ging, ich glaube von der Therapeutin würde behauptet Autisten hätten keine Empathie. (Am besten benutzt du Mal zu dem Thema die Forensuche.) Ich habe durchaus Empathie, auch wenn ich sie nicht immer normal äußern kann. Einige hier werden sicher auch sagen, dass sie besonders empathisch sind.
      Vielleicht könntest du deine Pots Mal dem Therapierenden zeigen? Und somit über deine Bedenken sprechen?
    • Etlam wrote:

      Naja ganz Typisch. Ich fühle nicht mit. Ich entwickle kein Interesse anderen Menschen zu helfen. Das liegt bei mir glaube ich an emotionaler und kognitiver Empathie.
      Eigentlich ist es nicht typisch für Autisten, keine Empathie (Mitgefühl) zu haben.
      siehe z.B. hier:
      medienportal.univie.ac.at/univ…oennten-trugschluss-sein/

      Es kann aber mit einer Depression zu tun haben, wenn man gar nicht mehr die Fähigkeit hat, sich überhaupt für andere Menschen zu interessieren. Deshalb würde ich auch viel eher denken, dass du eine Depression hast. Gibt es auch in Form von Dysthymie, dann ist es in der Ausprägung nicht so stark, dafür besteht es aber schon sehr lange.


      Etlam wrote:

      Seit ner Weile trainiere ich das. Seit dem kommt es ab und an vor das ich mich deutlich lebendiger fühle wenn es mal automatisch klappt
      Das klingt gut. Ein erstes Interesse an der Außenwelt, um wieder mehr wahrzunehmen, das macht wirklich lebendiger.

      Ich denke schon, dass du Hilfe bekommen kannst, aber ein ABA wirst du als Erwachsener vielleicht nicht mehr bezahlt bekommen. Doch weniger intensive Therapien können auch helfen, und gerade bei Autismus ist die Akzeptanz wichtig. Die Diagnose zu bekommen, ist ähnlich wie wenn man die Diagnose einer Krankheit bekommt, obwohl man die Symptome schon immer hatte. Aber die Diagnose zu haben, verändert die Sichtweise, macht erstmal alles noch schlechter. Der Umgang damit ist vielleicht ähnlich wie die Verarbeitung einer anderen schlimmen Diagnose. Wenn z.B. Leute die Diagnose MS bekommen oder plötzlich im Rollstuhl wegen einem Unfall sitzen, dann können sie ihr Leben erst sehr negativ wahrnehmen oder sie könnten denken, ihr Leben wäre jetzt vorbei. Aber dann lernen sie, damit umzugehen und sie stellen fest, es gibt immer noch sehr viel zu erleben, wenn auch auf andere Weise als andere Menschen.
      Alles wird galaktisch gut.