Bist du unsensibel?

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    • Hallo @Cloudactive,

      danke für Deine Beschreibung! Ich empfinde sie als sehr hilfreich um ein wenig eine Vorstellung zu bekommen, wie es so bei Dir und für Dich ist.
      Deinen letzten Satz finde ich bemerkenswert. Denn darauf stoße ich natürlich auch immer wieder in allen psychischen Bereichen. Es beginnt schon damit wie wir etwas empfinden. Zum Beispiel wird sich auch Freude wohl nicht für uns alle Gleich anfühlen...definitiv in der Intensität die an ein Ereignis gekoppelt ist aber vielleich ja auch in anderen Bereichen wie es sich genau anfühlt? Im Grunde ist schwierig sich unter dieser Prämisse wirklich in andere hinein zu fühlen und ich habe das immer im Kopf, dass ich mich nur an den anderen annähern kann. Mit dieser Ungewissheit müssen wir Menschen wohl leben lernen...das bedeutet ja auch einen gewissen Kontrollverlust (einschätzen des anderen, seiner Reaktionen und auch das Wissen wie die eigenen Reaktionen beurteilt werden bzw. was sie auslösen werden).

      Das mit den Pflanzen kenne ich auch (ich rede manchmal auch mit meinen Pflanzen :d )...und sie spüren ja schon etwas, wie dieser Musiktest gezeigt hat und auch dieser Test, wo zwei verschiedene Menschen zwei verschiedene Tätigkeiten (Wasser geben und Blatt abschneiden) ausführten und die Pflanze schon beim Nähern dieser Personen unterschiedlich reagiert hat.

      Von außen kam es mir beim Lesen Deiner Beschreibung so vor, als wäre für Dich eine Verbundenheit mit anderen Menschen erst sehr langsam entstanden...insbesondere eine emotionale Verbundenheit und ein Gemeinsamkeitsgefühl am Anfang nicht da gewesen. Das hört sich so an weil Du über das roboterhaftige der anderen schriebst. Habe ich das richtig verstanden?

      Bei mir selbst habe ich das auch ein wenig festgestellt...also ich hatte als Kind mit Comicfiguren immer besonders viel Mitleid weil sie mir hilfsbedürftiger vorkamen und ich den Menschen sehr viel mehr Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zutraute als wohl viele haben bzw. ihnen möglich ist. :d Ich habe erst sehr spät festgestellt wie unterschiedlich zu mir selbst viele Menschen sind und dadurch fühlte ich mich eine kurze Phase lang auch recht abgeschnitten und 'alien-mäßg'. Zum Glück legte sich das aber wieder...irgendwie durch das Verstehen und vor allem durch das Erkennen der Gemeinsamkeiten (zB dass wir ja alle 'gute Gefühle' wollen, nur eben sie durch anderes ausgelöst werden).

      Ich empfinde unseren Austausch gerade als sehr interessant und bereichernd. Danke Dir dafür. Es ist so toll, wenn ich mal ein wenig Einblick in einen Menschen erhalten darf und meine Ideen vom Menschsein ganz konkret durch Erzählungen facettenreicher werde darf. :) Du hast auch eine angenehme Art von Dir zu erzählen sodass es leichter für mich ist es mir ein wenig vorstellen zu können. ;)
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • kikilino wrote:

      Von außen kam es mir beim Lesen Deiner Beschreibung so vor, als wäre für Dich eine Verbundenheit mit anderen Menschen erst sehr langsam entstanden...insbesondere eine emotionale Verbundenheit und ein Gemeinsamkeitsgefühl am Anfang nicht da gewesen. Das hört sich so an weil Du über das roboterhaftige der anderen schriebst. Habe ich das richtig verstanden?
      Also, bis heute ist keine Verbundenheit vorhanden, aber eine Art Gemeinsamkeitsgefühl ein bisschen.
      Ich habe mir durch viele Quellen, wie Serien, Bücher etc. Wissen angeeignet, welches ziemlich eindeutig darauf hindeutet, dass andere Menschen wohl auch Gefühle empfinden müssten und mir ziemlich ähneln in ihren Bedürfnissen, auch wenn es in einigen Bereichen doch große Unterschiede gibt, aber dieser Gedanke kann auch rationalisiert werden durch den Fakt, dass es viele Varianten auch unter Menschen gibt.
      Je jünger man ist, desto kleiner erscheint einem ja die Welt.
      Wenn man auch kein Internet hätte, würde man vielleicht sogar niemals jemandem begegnen, der einem wirklich ähnelt und man könnte sich nicht so entwickeln.
      Aber dadurch, dass die Welt sich mit den Jahren "vergrößert", gelangt man auch zu neueren Erkenntnissen und man kann sich sogar Dingen annähern.
      Vor allem heutzutage, wo man so viel über Gefühle und das Innenleben (Psychologie, Psychoanalyse etc.) weiß und diese erforscht, öffnet das ein Tor, was eigentlich sonst nicht zugänglich wäre.


      kikilino wrote:

      Ich empfinde unseren Austausch gerade als sehr interessant und bereichernd. Danke Dir dafür. Es ist so toll, wenn ich mal ein wenig Einblick in einen Menschen erhalten darf und meine Ideen vom Menschsein ganz konkret durch Erzählungen facettenreicher werde darf. Du hast auch eine angenehme Art von Dir zu erzählen sodass es leichter für mich ist es mir ein wenig vorstellen zu können.
      Danke, sowas höre ich selten. :)
      Ich finde den Austausch ebenfalls bereichernd, ich will wissen, was andere denken, es ist so interessant.
      Für mich war es früher auch undenkbar, dass jemand etwas anderes denkt, als dass er sagt, das ist ja so "absurd!", wie soll das gehen, dann muss derjenige ja "2 Teile haben".
      Aber mit der Zeit lernt man so unglaublich viel.
      Wenn man bedenkt, dass man als ganz kleines Kind sogar gegen Intelligenztests fallen würde, die Tiere bestehen.
      Schon erstaunlich, dass wir uns so schnell und stark entwickeln.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)