Bist du unsensibel?

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    • Also ich bin definitiv unsensibel, dass habe ich auch schon ziemlich oft zu hören bekommen.

      Cloudactive wrote:

      1. Ist man das?

      2. Wie kann man daran etwas ändern?
      3. Welche Ursachen kann es haben?
      Zu eins: Kommt drauf an.
      Zu zwei: Man kann vielleicht gewisse Sachen üben, aber ich glaube das wird im Grunde dadurch nichts ändern. Man kann dann eventuell auf eine Situation so reagieren, wie es "normale" Menschen erwarten aber das ändert ja nichts am eigentlichen.
      Zu drei: Überfragt.^^ Aber eine interessante Frage.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • kikilino wrote:

      Diese Geschichte hat mir gezeigt, dass es vielleicht gar nicht so schlimm ist, wenn man nicht die perfekten Worte oder Verhaltensweise kennt sondern, dass man einfach offen damit umgehen kann, wie man ist und was in einem ist. Vielleicht sind Sätze wie 'ich würde gerne mit Dir fühlen, aber ich kann das leider eher rational und bin da gerne für Dich da' oder 'ich weiß gar nicht was ich sagen soll würde aber so gerne etwas wohltuendes sagen oder tun für Dich' ganz hilfreich für beide Beteiligten?
      Das finde ich einen sehr wichtigen Punkt - besonders den Satz, den ich hervorgehoben habe. Das empfinde ich als offen und ehrlich - und wenn er mir gegenüber gebraucht wird, als hilfreicher als ein 'tut mir leid' oder 'Herzliches Beileid'.

      Aus dem Text: Beobachte Menschen an einem Ort mit viel Betrieb (z.B. einem Einkaufszentrum, einem Nachtclub oder in einem Park) und versuche zu identifizieren, wie sie sich fühlen.


      Mir erschließt sich nicht, WARUM ich das tun sollte - oder tun wollen würde (wat'n Satz :m(: ). Vielleicht bin ich doch eher unsensibel oder ein grober Klotz, weil ich absolut keinen Sinn darin sehe, herauszufinden, wie sich andere fühlen. Sie haben doch einen Mund, können reden (meistens jedenfalls) und können mir mitteilen, was sie fühlen oder von mir erwarten.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Besonders spannend fand ich die Unterscheidung in "kognitives" und "emotionales" Mitgefühl. In ersterem bin ich recht gut (hab meine Freunde gefragt) - zweiteres: Blinder Fleck. Trauer, Angst, Wut kann ich schlecht auseinanderhalten. Bei mir nicht gut, und auch nicht bei anderen.
      equo ne credite
    • Cloudactive wrote:

      kikilino wrote:

      wie meinst Du das?
      Ich hoffe, dass Du mich jetzt nicht mißverstanden hast...ich sehe keinen Umkehrschluß, dass eine sachliche Lösungssuche immer davon zeugt, dass derjenige nicht mitfühlen kann. Es ist nur u. a. auch eine von vielen Abwehrmaßnahmen.
      Also, ich bin halt so, dass ich nie tröste oder sowas, sondern eher nach Lösungen suche.Kann ich nicht so gut beschreiben, also ich weiß was richtig und falsch ist und will das richtige durchsetzen, aber "das Opfer" sozusagen, verliere ich dabei aus den Augen, habe ich vielleicht nicht einmal vor Augen.
      Ich kann nur ein "Schild" und "Speer" für den anderen sein, aber kein... weiß nicht, irgendwas, was "etwas mildert" oder sowas.
      Hallo @Cloudactive,

      danke fürs Erklären. Mmh...verstehe ich das richtig, dass Deine Einteilung in 'richtig und falsch' sich dann also eher auf Deine Sicht der Welt bezieht als auf die Sicht des Opfers? Das muss ja nicht zwangsläufig immer das selbe sein, deshalb ist dieser Punkt ja ganz interessant. Oder verlierst Du erst danach das Opfer aus Deiner Sicht?

      Wie ist das, wirst Du selbst gerne getröstet? Manchmal verhält man sich ja auch bei anderen Menschen so, wie man es selbst gerne erfahren würde, deshalb frage ich. Das hängt ja auch alles sehr mit den Erfahrungen zusammen, die man so gemacht hat.

      Ich selbst neige auch eher dazu sachlich nach Lösungen zu suchen und finde es manchmal etwas schwierig, den Trauerzustand erst einmal so anzunehmen. Das musste ich erst lernen. Aber eben eher aus der Richtung, dass ich zu sehr mitlitt und meine eigene Trauer angetriggert wurde. Aber gerade weil ich so darauf gepolt bin nach Lösungen zu suchen tut es mir besonders gut, wenn jemand einfach nur sagt 'ja das tut weh' oder dergleichen. :d
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • Leseratte wrote:



      Mir erschließt sich nicht, WARUM ich das tun sollte - oder tun wollen würde (wat'n Satz :m(: ). Vielleicht bin ich doch eher unsensibel oder ein grober Klotz, weil ich absolut keinen Sinn darin sehe, herauszufinden, wie sich andere fühlen. Sie haben doch einen Mund, können reden (meistens jedenfalls) und können mir mitteilen, was sie fühlen oder von mir erwarten.
      Hallo @Leseratte,

      da kann ich Dir nur zustimmen. Ich finde auch nicht, dass man die Verantwortung dahingehend jemandem abnehmen muss. :nod:

      Manchmal kann es einem Menschen auch gut tun, wenn von anderen ignoriert wird, dass er gerade leidet. Das ist alles so individuell und man kann nie wissen was das Passende ist (außer man kennt jemanden schon sehr gut). Warum sie nicht reden (insbesondere über ihre Erwartungen) liegt ja oft daran, dass sie sich dessen gar nicht bewusst sind oder vielleicht auch Spiele spielen. Das macht alles kompliziert. Leider lernen viele Menschen nicht in diesem Punkt Verantwortung für sich zu übernehmen. Da kann es dann schon mal passieren, dass man angemault wird weil man eine Erwartung nicht erfüllt von der man gar nichts wußte.
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • Matou wrote:

      Besonders spannend fand ich die Unterscheidung in "kognitives" und "emotionales" Mitgefühl. In ersterem bin ich recht gut (hab meine Freunde gefragt) - zweiteres: Blinder Fleck. Trauer, Angst, Wut kann ich schlecht auseinanderhalten. Bei mir nicht gut, und auch nicht bei anderen.
      Da hast du es genau falsch herum verstanden.
      Kognitive Empathie bedeutet, dass man erkennen kann, was ein anderer fühlt, z.B. anhand von Mimik und Körpersprache.
      Emotionale Empathie findet danach statt, wenn man schon weiß, was der andere fühlt und man darauf reagiert, mit Mitgefühl.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Leseratte wrote:

      Mir erschließt sich nicht, WARUM ich das tun sollte - oder tun wollen würde (wat'n Satz ). Vielleicht bin ich doch eher unsensibel oder ein grober Klotz, weil ich absolut keinen Sinn darin sehe, herauszufinden, wie sich andere fühlen. Sie haben doch einen Mund, können reden (meistens jedenfalls) und können mir mitteilen, was sie fühlen oder von mir erwarten.
      nicht jeder in unserer Umgebung ist so reflektiert. Das betrifft besonders Kinder. Die sind dann schlecht drauf und wissen selber nicht warum. Durch Nachdenken und Nachfragen kommen wir dann gemeinsam darauf, was eigentlich los ist - intuitiv kann ich es aber auch nicht.
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:
    • @kikilino
      Heute mag ich es, getröstet zu werden, aber mehr mag ich es, wenn man mir sachlich tatsächlich hilft.
      Die Sache mit dem richtig und falsch, also ja, das sind meine Werte, die mich bewegen.
      Zum Beispiel „Man verletzt andere nicht“. (Wenn sie es nicht verdient haben, da gibt es viele Ausnahmen, wie Notwehr oder dass der eine dem anderen etwas viel schlimmeres angetan hat etc.)
      Mitfühlen tue ich da als Mitleiden, ich spüre so einen ziehenden Schmerz im Bauch, allein wenn sich jemand eine Schnittwunde zugezogen hat.
      Das hat sich auch erst spät entwickelt, erst zum Ende des Gymnasiums hin.
      Jedenfalls ist es so, dass ich total kalt sein kann, wenn jemand es nach meinen Werten nach verdient oder ich auch den anderen nicht verstehe.
      Darum habe ich auch oft gedacht, ich bin ein Psychopath....
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Shenya wrote:

      Da hast du es genau falsch herum verstanden.Kognitive Empathie bedeutet, dass man erkennen kann, was ein anderer fühlt, z.B. anhand von Mimik und Körpersprache.
      Emotionale Empathie findet danach statt, wenn man schon weiß, was der andere fühlt und man darauf reagiert, mit Mitgefühl.
      hachje, wär ja auch zu einfach. Ich kann in meiner Umgebung mit ihren bekannten Geschichten typischerwese gut auf der Sachebene nachvollziehen, wie es jemand gehen mag - z.B. weil gerade sein Haus abgebrannt ist. Wenn mir Hintergrund-Information fehlt (z.B. man das brennende Haus gerade nicht sieht), steigt meine Fehleinschätzungs-Quote rasant. Weil ich Mimik immer schon geübt habe, bin ich darin besser geworden, allerdings nie wirklich schnell. Die Emotionen unterscheiden finde ich im Augenpartien-Test genauso anspruchsvoll wie intern. Angst merke ich an mir meistens nicht oder stark verspätet (angstauslösende Situation seit Stunden vorbei). Drum ist's im Umkehrschluss schwierig, z.B. mit dem Gegenüber direkt mitzufühlen. Was ist das also nun?
      equo ne credite

      The post was edited 2 times, last by Matou ().

    • Ich finde, es spielen ganz viele Faktoren mit rein, ob man in einer Situation mitfühlen kann und mitfühlend reagiert oder nicht.

      Mimikerkennung ist z.B. bei mir nicht das Problem.

      Aber andere Schwierigkeiten:
      - eingeschränkte Aufmerksamkeit
      - hab grade eigene Sorgen, keinen Kopf für andere
      - habe die Situation selbst noch nie erlebt, in der der andere gerade ist
      - muss aus irgendeinem Grund gerade Gefühle abwehren
      - es fehlen tatsächlich klare Hinweise auf das Befinden einer Person (z.B.: es wird in den Nachrichten über einen Hausbrand berichtet, die Bewohner werden zwar erwähnt, aber nicht gezeigt, man sieht keine Zeichen ihrer Gefühle. Anders: schockierter, weinender Hausbewohner wird gezeigt)


      Matou wrote:

      Angst merke ich an mir meistens nicht oder stark verspätet (angstauslösende Situation seit Stunden vorbei). Drum ist's im Umkehrschluss schwierig, z.B. mit dem Gegenüber direkt mitzufühlen. Was ist das also nun?
      Alexithymie oder einfach fehlender Kontakt zu den eigenen Gefühlen?
      Alexithymie hab ich z.B. nicht, aber fehlenden Kontakt schon manchmal, wenn ich z.B. zu viel Stress habe.
      Für Gefühle muss man sich auch Zeit nehmen und achtsam sein.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Alexithymie oder einfach fehlender Kontakt zu den eigenen Gefühlen?
      Ist Alexithymie nicht (unter anderem) fehlender Kontakt zu den eigenen Gefühlen?
      Oder woher kann der fehlende Kontakt noch herrühren, wenn nicht von Alexithymie?

      Ich habe mal vor einer Weile einen Test gemacht und ziemlich hohe Werte erzielt, obwohl ich eigentlich - meiner Einschätzung nach - schon auch emotional sein kann (aber wohl sehr viel weniger als der Durchschnitt).

      Angst bemerke ich an mir selbst z.B. eigentlich nur am erhöhten Puls, Kurzatmigkeit und teilweise auch Sprechhemmungen. Mir ist es schon passiert, dass ich sprechen
      wollte und erst in dem Moment gemerkt habe, dass ich nicht konnte, weil ich wohl Angst hatte :?
      Soll heißen, dass ich erst die körperliche Reaktion zuordnen muss, um zu erkennen, wie ich mich eigentlich fühle.
    • Ich kann Situationen oft gut nachvollziehen, ich kann mir vorstellen, dass manche Situation den einen mehr den anderen weniger traurig etc. macht. Ich kann meinem Umfeld oft gute Ratschläge geben, das wird mir auch so rückgemeldet aber ich kann es wenig bis gar nicht nachempfinden. Bei mir ist es so, dass ich nur sehr eingeschränkt Mitgefühl mit anderen habe und mir vieles einfach egal ist. Wenn mir selbst etwas Schlimmes widerfährt dann leide ich, kann das aber auf andere nicht übertragen und nicht nachempfinden, dass es jemand anderen in derselben Situation auch schlecht gehen könnte.
      Blödes Beispiel: Wenn ich mich selbst zwicke dann tut das weh, mach ich das bei wem anderen ist dieses Schmerzgefühl für mich emotional nicht übertragbar. Ich könnte jemanden zwicken bis er blau wird und habe kein Gespür dafür das der andere Schmerz empfinden könnte.

      Das einzige was mich übermäßig stark mitnimmt, ist, wenn es Tieren schlecht geht. Da leide ich aufrichtig mit oder wenn mein Partner weint. Das berührt mich, auch wenn ich nicht so recht weiß wie ich darauf richtig reagieren soll aber mehr ist da bei mir nicht.

      The post was edited 1 time, last by WelleErdball ().

    • Tintenherz wrote:

      Ist Alexithymie nicht (unter anderem) fehlender Kontakt zu den eigenen Gefühlen?
      Oder woher kann der fehlende Kontakt noch herrühren, wenn nicht von Alexithymie?
      Wenn es nur zeitweise auftritt und nicht ständig da ist, dann würde ich nicht von Alexithymie reden.
      Bei mir kann es z.B. im Stress sein, dass ich Gefühle nicht richtig mitbekomme, dann bemerke ich sie erst wenn die Situation wieder vorbei ist.
      Im Normalfall habe ich aber einen guten Kontakt zu meinen Gefühlen, ich spüre die meisten Gefühle klar und deutlich. Manche könnten klarer nicht sein... (z.B.Wut)

      Hinzu kommt, dass Alexithymie noch ein unklar/unscharf definierter Begriff ist, z.B. was Ursachen betrifft (angeboren, erworben?).
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Wenn es nur zeitweise auftritt und nicht ständig da ist, dann würde ich nicht von Alexithymie reden.
      Bei mir zumindest ist es schon so, dass ich eher keine bestimmten Emotion empfinde (bzw. es mir nicht bewusst ist) und mir, wenn ich z.B. gefragt werde, das anhand meiner Gedankengänge oder meines körperlichen Befindens erst herleiten muss......(aus dem Bauch heraus müsste ich eigentlich immer antworten: Eigentlich fühle ich gerade nichts großartig).

      Shenya wrote:

      Im Normalfall habe ich aber einen guten Kontakt zu meinen Gefühlen, ich spüre die meisten Gefühle klar und deutlich. Manche könnten klarer nicht sein... (z.B.Wut)
      Interessant....Wut finde ich z.B. auch sehr schwer einzuschätzen bei mir...es "fühlt" sich ähnlich an wie Angst (also beschleunigter Puls usw.) ist aber eben damit verbunden, dass mir etwas nicht gefällt (z.B. eine konkrete Handlung oder eine Aussage einer Person). Ich bin aber sehr sehr selten mal wirklich wütend, denke ich.

      Die einzige Emotion, die mir leicht fällt zu empfinden, zu erkennen und zu zeigen ist Freude. Alles ist andere ist sehr diffus.

      Shenya wrote:

      Hinzu kommt, dass Alexithymie noch ein unklar/unscharf definierter Begriff ist, z.B. was Ursachen betrifft (angeboren, erworben?).
      Das stimmt leider.
      Ich habe nämlich schon länger das Gefühl, dass meine Ängste, Depressionen und Schwierigkeiten im sozialen Kontakt auch damit zusammenhängen.
    • Tintenherz wrote:

      Ich bin aber sehr sehr selten mal wirklich wütend, denke ich.

      Ich bin vergleichsweise oft wütend, aber es verraucht auch schnell. Übrig bleibt dann manchmal noch schlechte Laune.
      Wut merke ich sehr gut, weil ich dann ganz akut in der Sekunde den Wunsch habe, irgendwo drauf zu schlagen, das kann eine Person sein, ein Gegenstand oder ich selbst, je nachdem, wogegen sich die Wut richtet. Bei Personen bleibt es beim Wunsch.

      Angst, Trauer und Freude merke ich auch gut. Trauer kommt zwar manchmal mit Verspätung, aber wenn sie da ist, spüre ich sie eindeutig.

      Schwieriger sind nur die Zwischentöne und diffuseren Gefühle.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Wenn es mich betrifft bin ich ziemlich empfindlich. Das merke ich daran, dass ich schnell weine
      Bei anderen... was bedeutet sensibel?
      Das ich die Stimmung von anderen bemerke? Das ich dann auf sie eingehe? Das ich empfindlich auf Ungerechtigkeit reagiere?
    • Shenya wrote:

      Alexithymie oder einfach fehlender Kontakt zu den eigenen Gefühlen?

      Alexithymie hab ich z.B. nicht, aber fehlenden Kontakt schon manchmal, wenn ich z.B. zu viel Stress habe.
      Für Gefühle muss man sich auch Zeit nehmen und achtsam sein.
      nop, ich auch nicht. Dafür hab ich zu wilde Träume und bin zu wenig phantasie- und lustlos. Hervorstechend ist bei mir die extreme emotionale Langsamkeit. Grundsätzlich bin ich voll funktionsfähig, nur an dieser Stelle ebent mechanisch aufgebaut. Mit den Jahren gleicht sich das immer besser durch Erfahrung aus, weil ich z.B. selbst mal ein aufgeschlagenes Knie hatte. - Da kann ich es dem Kind, was gerade mit dem Radl gestürzt ist, sehr gut mitfühlen. Auf Erinnerungen oder mein allgemeines Wissen kann ich viel schneller zugreifen als auf das emotionale Klavier.
      equo ne credite
    • Cloudactive wrote:

      @kikilino
      Heute mag ich es, getröstet zu werden, aber mehr mag ich es, wenn man mir sachlich tatsächlich hilft.
      Die Sache mit dem richtig und falsch, also ja, das sind meine Werte, die mich bewegen.
      Zum Beispiel „Man verletzt andere nicht“. (Wenn sie es nicht verdient haben, da gibt es viele Ausnahmen, wie Notwehr oder dass der eine dem anderen etwas viel schlimmeres angetan hat etc.)
      Mitfühlen tue ich da als Mitleiden, ich spüre so einen ziehenden Schmerz im Bauch, allein wenn sich jemand eine Schnittwunde zugezogen hat.
      Das hat sich auch erst spät entwickelt, erst zum Ende des Gymnasiums hin.
      Jedenfalls ist es so, dass ich total kalt sein kann, wenn jemand es nach meinen Werten nach verdient oder ich auch den anderen nicht verstehe.
      Darum habe ich auch oft gedacht, ich bin ein Psychopath....
      Hallo @Cloudactive,

      danke für Deine Antwort, die ich mit sehr viel Interesse gelesen habe. :)

      Ich denke, dieses 'kalt sein' hat oftmals mit Selbstschutz und Ressourcensparen zu tun. Das geht mir auch so, wenn ich total genervt bin weil jemand genug Chancen hatte, etwas in seinem Benehmen mir gegenüber nicht ändern konnte oder wollte und ich sachlich einfach feststelle, dass weiterer Kontakt zu nichts führt und mir (oder auch uns) nicht gut tut. Ich finde das gar nicht psychopathisch sondern eher recht gesund (außer es wäre immer so :d ).

      Lustigerweise treffen wir Menschen die Einteilung bezüglich der moralischen Fähigkeiten und unserem daraus resultierenden Verhalten bei Tieren eher nicht weil uns bewusst ist, dass ein Tier dem nicht entsprechen kann. Bei Menschen jedoch gehen wir oftmals davon aus, dass er die selben moralischen Werte als gut erkennen müsste, anerkennen müsste und auch noch danach handeln müsste. Ich halte das für fragwürdig, denn zum Beispiel ein Kind, das in einer Familie aufwächst wo die Eltern eher asozial eingestellt sind und zum Beispiel 'den Reichen darf man etwas stehlen, das ist ausgleichende Gerechtigkeit' propagieren...nun, so ein Kind hat nicht immer die Fähigkeiten in sich dieser Doktrin zu widerstehen und eine andere Sichtweise zu entwickeln. Aber das nur 'by the way' als meine Gedanken dazu die ich mir irgendwann machte weil ich bei mir selbst feststellte, dass ich doch recht stark meine Moralansprüche nicht nur als gut sondern auch als allgemeingültig deklariert hatte. Das führte dann unweigerlich zu wenig Verständnis für andere die dem nicht entsprachen und viel wichtiger für mich selbst oftmals zu Enttäuschung. :d

      Den Aspekt, dass es sich bei Dir erst am Ende des Gymnasiums entwickelte finde ich total spannend. Bei mir selbst würde ich da sofort nachforschen welche Gründe das haben kann (ich habe da so einen Dedektiv in mir der sich auf solche Dinge stürzt und ganz begeistert ist einen neuen Fall zu bearbeiten :lol: ).
      Bei mir ist es ähnlich (falls ich das richtig verstanden habe, dass es damit bei Dir anfing)...also ich leide bei körperlichen Dingen stärker mit als bei psychischen weil ich selbst körperliche Schmerzen nicht so gut ab kann.
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • kikilino wrote:

      Den Aspekt, dass es sich bei Dir erst am Ende des Gymnasiums entwickelte finde ich total spannend. Bei mir selbst würde ich da sofort nachforschen welche Gründe das haben kann (ich habe da so einen Dedektiv in mir der sich auf solche Dinge stürzt und ganz begeistert ist einen neuen Fall zu bearbeiten ).
      Bei mir ist es ähnlich (falls ich das richtig verstanden habe, dass es damit bei Dir anfing)...also ich leide bei körperlichen Dingen stärker mit als bei psychischen weil ich selbst körperliche Schmerzen nicht so gut ab kann.
      Also es ist schwierig zu übermitteln, aber Mitleid konnte ich schon immer. Ich habe sogar Pflanzen vor Mitschülern verteidigt, weil ich meinte, sie hätten auch Gefühle.
      Aber nicht Mitleid im Sinne von "Mitfühlen", sondern eher wie wenn man etwas nicht aushält, wie bei sehr langen Warten oder sowas, aber eben noch nicht das was ich jetzt spüre, es beruhte eher auf Werten, aber auch irgendwie auf Gefühl, aber nicht so wie später, kA.
      Also ich habe nichts gefühlt, wenn sich jemand verletzte, das war tatsächlich so.
      Ich fühlte erst etwas so ca. gegen Ende des Gymnasiums (ziehender Schmerz im Bauch).
      Vorher nichts, es war so "unwirklich", früher habe ich auch andere als Roboter wahrgenommen und hatte den Gedanken, Fragen, ob die anderen auch Gefühle empfinden wie ich, oder nur spielen und in Wirklichkeit gesteuert werden oder so. :oops:

      Bei psychischen Schmerzen (eines anderen?) fühle ich aber bis heute nichts, ebenso wenn sich derjenige freut.
      Da beruhen meine Reaktionen aus eigenen Werten, die möglicherweise verletzt wurden und hauptsächlich werde ich dann wütend, weil "wieder jemand Regeln gebrochen hat". :evil: :m(:
      Keine Ahnung, ich wünschte mir so einen objektiven Test, mit dem man das fest stellen kann, aber es ist scheinbar alles induktiv zu ermitteln und nicht deduktiv, das ist..... :nerved:
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)