Immer wieder belastende Konflikte mit ADHSlern

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    • Shenya wrote:

      Irgendwie ist beides nicht gut, Druck haben und keinen Druck haben.
      Das scheint mir zwar für die meisten Menschen zu gelten, doch im Spektrum ist die Herausforderung wohl größer, weil die Spielräume kleiner sind. Ein gewisser Druck ist unerlässlich um sich weiterzuentwickeln, die eigenen Grenzen zu erfahren und zu verschieben; so wächst und reift man. Dadurch aber, dass Autisten in vielen Bereichen aus verschiedenen Gründen gleichzeitig überduchschnittliche Anpassungsleistungen erbringen müssen, wird der Druck schnell zu groß, während er in Teilbereichen, die von SI und überdurchschnittlichen Fähigkeiten geprägt werden, wiederum oft zu gering sein wird, um sich fördernd auszuwirken. Fühlt man sich zu oft zu stark unter Druck gesetzt, neigt man dazu, Druck nach Möglichkeit ganz zu vermeiden, was ebenso kurzfristig unerlässlich sein kann wie langfristig schädlich. Druck richtig zu dosiern, scheint mir im Spektrum eine sehr knifflige Aufgabe zu sein.
      Achtung, eigene Sprache!
    • Kraehe wrote:

      Grübler_1988 wrote:

      Bei mir gibt es irgendwie auch beide Seiten. Es gibt Bereiche, in denen ich sehr strukturiert bin und das auch brauche, in anderen Bereichen bin ich jedoch sehr unstrukturiert und habe auch kein Bedürfnis nach Struktur. Ich weiß nicht, woran es liegt. Möglicherweise ein zusätzlich zum AS vorliegendes ADS?
      Nein, das muss nicht sein.Bei mir ist es genauso, und ich habe ganz eindeutig kein ADS/ADHS, sagten die Diagnostiker und auch der Psychiater bei dem ich danach mal war zum Gespräch.

      Ich empfinde es so, dass die Struktur in bestimmten Bereichen dazu dient, die Freiheit in den anderen Bereichen zu ermöglichen. Ich brauche nämlich beides. Die Struktur ist eine Basis, eine Wurzel, ein Anker. Es ist eine Konstante, die Halt gibt und mir Flexibilität und Handlungsspielraum, auch Raum für Experimente im Leben, ermöglicht.
      Ohne diese Struktur wäre Chaos, ohne die Flexibilität wäre es zwanghaft. Manchmal ist es schwierig, ein ausgewogenes Verhältnis zu erreichen.

      :roll: Nein, nicht nur manchmal, eigentlich fast immer. Mein Leben ist wie ein Seiltanz, und diese Balance zwischen Struktur und Unordnung ist das, worum es geht.

      Ich habe auch über den Begriff Kontrolle nachgedacht, finde ihn aber für mich nicht so passend. Es geht um Verlässlichkeit, um einen Rahmen, der gestaltet werden kann.
      Überall dort, wo ich nach meiner eigenen Pfeife tanze, ungezwungen ich selbst bin, brauche ich den ordnenden Rahmen nicht, weil ich meinem Gefühl folge. Doch überall dort, wo ich mich in fremde Ordnugnen einfügen muss, fehlt mir das Gespür für sie und so bin ich auf starre Strukturen angewiesen.
      Achtung, eigene Sprache!
    • Eurich Wolkengrob wrote:

      Druck richtig zu dosiern, scheint mir im Spektrum eine sehr knifflige Aufgabe zu sein.

      Genau so ist es. :nod:
      Ich empfinde jeden Druck zur Zeit schnell als zu viel.
      Aber es gibt eben Dinge, die würde ich ohne Druck nie machen, und hinterher bin ich dann doch zufrieden, wenn ich dadurch etwas erreicht habe. Aber leider erst hinterher. Bis dahin ist es Stress.

      Dadurch, dass viele Sachen mit AS so stressig sind, ist man eben auch oft schon am Anschlag, und ich neige dann zur Anstrengungsvermeidung bei Dingen, die ich nicht unbedingt machen muss, wo ich also keinen Druck habe.
      Alles wird galaktisch gut.