Immer wieder belastende Konflikte mit ADHSlern

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    • Rusty Mike wrote:

      Ich hab neben AS noch ADS
      Meiner Meinung nach braucht man diese beiden Diagnosen eigentlich gar nicht zusammen stellen, oder siehst du das anders? Eine gewisse "Verpeiltheit" ist durch die Schwierigkeiten mit den exekutiven Funktionen ja auch bei Asperger schon mit drin, und Schwierigkeiten, sich auf andere zu fokussieren, können daher kommen, wenn man zu viel innere Gedanken hat oder weil einen die andere Person eben nicht so wirklich interessiert.
      Ich finde das gehört alles mit zu Asperger.

      Von daher stimme ich Puk zu; viele Doppeldiagnosen wären wahrscheinlich überflüssig, wenn man die Symptome richtig zuordnen würde und beide Störungen mal richtig genau definieren würde.

      Oft ist es ja auch so, dass die AD(H)S-Diagnose zuerst gestellt wird. Dann ist doch wirklich fraglich, ob eine spätere Asperger-Diagnose zusätzlich dazukommt, oder vielleicht auch einfach die AD(H)S-Diagnose vorher falsch war.

      Was jetzt auch nicht heißt, dass es gar keine richtigen Doppeldiagnosen geben kann, so weit will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen, aber die eine oder andere bräuchte es ja vielleicht nicht.

      Vor allem bei ADS, wo sogar noch die Hyperaktivität fehlt und dann ja grade mal ein paar Konzentrationsschwierigkeiten übrig bleiben... oder würdest du wirklich dem ADS bei dir einen eigenen "Krankheitswert" zumessen? Findest du, dass mit der ADS-Diagnose etwas beschrieben wird, was mit Asperger allein nicht beschrieben wird?
      Ich kenne jedenfalls durchaus "verpeilte" Asperger und bin es auch selbst oft genug (ich nenne es einfach mal verpeilt, weil ich das irgendwie mit AD(H)S mit assoziiere, ist vielleicht auch das falsche Wort).

      Rusty Mike wrote:

      Ich frag mich grad, ob ich dann in diesem Forum wirklich richtig bin.
      Na, nicht gleich kapitulieren. ;)
      Ich hab dich hier noch nicht Energie saugen sehen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • GordonShumway wrote:

      Obwohl ich ADHSler kaum aushalte, bringen diese mir übrigens mitunter eine eigenartige "Liebe" entgegen ... und kommen mir regelrecht hinterher, als ob ich einen Peilsender trage. Aber genau das macht es für mich noch schwerer....
      Ja, das geht mir auch so, es liegt an der Kombination HSP/AS.
      Sie rennen einem hinterher wie die Hunde dem Knochen.
      Abgrenzen. Das ist mein Rat.
      In der Ruhe liegt die Kraft, und die hast Du als HSP wenn Du in Dir ruhst. Das zieht sie an, wenn Du dann aber BeiDirBleibst und nicht RausGehst dann können Sie sich nicht andocken und gehen wieder weg.
    • Kraehe wrote:

      Eva39 wrote:

      aber Aggressionen ansich gehören nicht doch unbedingt zur ADHS.
      Niemand hat hier behauptet, dass es unbedingt dazu gehört. Wir unterhalten uns über Erfahrungen, und da ist es nunmal so, dass Aggressionen vorgekommen sind, und auch häufig vorkommen.
      Mir ist es aber wichtig zu erwähnen, dass das nichts mit ADHS zu tun hat.
    • @Grübler_1988 , @Cloudactive & @Kraehe : Danke, das beruhigt mich. Ich hatte schon Angst, hier auch wieder falsch zu sein. In dem ADHS-Forum, in dem ich mal für kurze Zeit war, kam ich nämlich gar nicht zurecht. Irgendwie hab ich da so gar keinen Fuss an Land bekommen. Ich fühlte mich da immer wie ein unerwünschter Fremdkörper. :?

      @Shenya : Ich hab die Diagnosen quasi zusammen bekommen. Und ja, ich finde schon, dass sich meine schlechte Konzentration (ist nicht nur einfach Verpeiltheit) nicht allein mit AS erklären lässt. Deinen Text musste ich zweimal lesen, um ihn zu begreifen. Der ist von der Länge her schon an der Grenze. Deswegen hab ich ja auch mehrere ungelesene Bücher rumliegen. Ich krieg's einfach nicht auf die Kette, die zu lesen, obwohl ich die wirklich gern lesen würde. :(
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam

      The post was edited 1 time, last by Rusty Mike ().

    • Kraehe wrote:

      GordonShumway wrote:

      Obwohl ich ADHSler kaum aushalte, bringen diese mir übrigens mitunter eine eigenartige "Liebe" entgegen ... und kommen mir regelrecht hinterher, als ob ich einen Peilsender trage. Aber genau das macht es für mich noch schwerer....
      Ja, das geht mir auch so, es liegt an der Kombination HSP/AS.Sie rennen einem hinterher wie die Hunde dem Knochen.
      Abgrenzen. Das ist mein Rat.
      In der Ruhe liegt die Kraft, und die hast Du als HSP wenn Du in Dir ruhst. Das zieht sie an, wenn Du dann aber BeiDirBleibst und nicht RausGehst dann können Sie sich nicht andocken und gehen wieder weg.
      8o
      Irgendwie finde ich das befremdlich. Oder soll das witzig sein?
    • Eva39 wrote:

      Mir ist es aber wichtig zu erwähnen, dass das nichts mit ADHS zu tun hat.
      Es HAT aber etwas damit zu tun. Ich möchte das nicht weiter diskutieren hier, und verweise auf die gängige Fachliteratur, bzw. Erfahrungsberichte von Fachkräften.

      Es hat etwas damit zu tun heisst nicht dass alle ADHSler aggressiv sind, aber es ist ein durchaus nicht selten auftretendes Verhaltensmuster bei diesen. Herausforderndes Verhalten ist die freundliche Umschreibung.
    • Interessehalber folgende Frage: Ist es wirklich so, dass die aggressive Komponente, die mir so zu schaffen macht - starke Dominanz / Konkurrenz, Eifersucht, Wutausbrüche, Dauer-Mäkeleien etc. - nicht als Bestandteil des ADHS zu gelten hat? Sondern dass sie quasi eine eigenständige Variable außerhalb des ADHS darstellt?
      Vielleicht sollte ich doch weniger Styropor essen
    • Shenya wrote:

      Vor allem bei ADS, wo sogar noch die Hyperaktivität fehlt und dann ja grade mal ein paar Konzentrationsschwierigkeiten übrig bleiben... oder würdest du wirklich dem ADS bei dir einen eigenen "Krankheitswert" zumessen? Findest du, dass mit der ADS-Diagnose etwas beschrieben wird, was mit Asperger allein nicht beschrieben wird?
      Ich kenne jedenfalls durchaus "verpeilte" Asperger und bin es auch selbst oft genug (ich nenne es einfach mal verpeilt, weil ich das irgendwie mit AD(H)S mit assoziiere, ist vielleicht auch das falsche Wort).
      Naja, das "klassische" Bild von Autisten ist zumindest meinem Verständnis nach schon sehr anders, geradezu das Gegenteil einer ADHS-Thematik. Unter "klassischen" hochfunktionalen Autisten stellte ich mir immer Menschen wie beispielsweise Nicole Schuster vor. Die extrem strukturiert und durchgeplant leben, sehr ordentlich und konzentriert sind. Die Probleme mit Organisation und Konzentration, die Reizoffenheit und leichte Ablenkbarkeit, die Schwierigkeiten, sich überhaupt tragbare Strukturen zu schaffen, sind zumindest meinem Eindruck nach im "klassischen" Autismusbild überhaupt nicht berücksichtigt und kommen eher in der Beschreibung von ADHS vor. Dabei trifft das, wie ich denke, auch auf viele Autisten zu.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.

      The post was edited 1 time, last by Leonora ().

    • Manchmal frage ich mich, ob Autismus nicht genauso fliessend in ADS und dann in ADHS übergeht, wie AS, ADS und ADHS in die Normalität. Vielleicht gehören ADS und ADHS ja auch zum autistischem Spektrum? Vielleicht ist das alles noch viel verwobener, als alle denken? :roll:

      Btw: In dem ADHS-Forum, in dem ich war, gab es z. T. auch recht aggressive User. Die gingen bei jeder Kleinigkeit durch die sprichwörtliche Decke. :?
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • GordonShumway wrote:

      Interessehalber folgende Frage: Ist es wirklich so, dass die aggressive Komponente, die mir so zu schaffen macht - starke Dominanz / Konkurrenz, Eifersucht, Wutausbrüche, Dauer-Mäkeleien etc. - nicht als Bestandteil des ADHS zu gelten hat? Sondern dass sie quasi eine eigenständige Variable außerhalb des ADHS darstellt?
      Impulsivität, ja. Aggressionen, nicht per se.

      Wutausbrüche und herausforderndes Verhalten gehören auch zum ASS.

      Natürlich kann aus einer Negativspirale aggressives Verhalten dazukommen!
      Aber zu den Kernkriterien gehören sie m.W. n. nicht.

      The post was edited 1 time, last by Eva39 ().

    • Rusty Mike wrote:

      Ich krieg's einfach nicht auf die Kette, die zu lesen, obwohl ich die wirklich gern lesen würde
      War das schon immer so?
      Ich habe nämlich auch Schwierigkeiten, Bücher zu lesen, aber als ich jünger war, war das noch nicht so. Es fing irgendwann an, und ich hab's dem Stress zugeschrieben.

      Kraehe wrote:

      Es hat etwas damit zu tun heisst nicht dass alle ADHSler aggressiv sind, aber es ist ein durchaus nicht selten auftretendes Verhaltensmuster bei diesen. Herausforderndes Verhalten ist die freundliche Umschreibung.
      Es wird oft beschrieben, dass das Verhalten impulsiv ist, aber nicht bösartig aggressiv. Dass es aggressiv rüberkommt oder gelegentlich jemand was abkriegt, ist mehr ein Unfall.
      Auch Autisten können aggressiv wirken, bei ihnen hat es andere Hintergründe (oft Überreizung, Überforderung, oder es passt etwas nicht, kann aber nicht ausgedrückt werden, bei frühkindlichen Autisten zum Beispiel)

      Leonora wrote:

      Die extrem strukturiert und durchgeplant leben, sehr ordentlich und konzentriert sind. Die Probleme mit Organisation und Konzentration, die Reizoffenheit und leichte Ablenkbarkeit, die Schwierigkeiten, sich überhaupt tragbare Strukturen zu schaffen, sind zumindest meinem Eindruck nach im "klassischen" Autismusbild überhaupt nicht berücksichtigt und kommen eher in der Beschreibung von ADHS vor. Dabei trifft das, wie ich denke, auch auf viele Autisten zu.
      Das extrem strukturierte Leben ist meiner Meinung nach eine Fähigkeit, die dabei hilft, die darunter liegenden Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen, zentraler Kohärenz und dergleichen zu bewältigen. Es ist also kein anderes Symptom, sondern eher eine Coping-Strategie.
      Es gibt aber Autisten, die das nicht schaffen, und da sind die Schwierigkeiten dann eben offensichtlich und nicht kompensiert.
      Alles wird galaktisch gut.
    • GordonShumway wrote:

      Interessehalber folgende Frage: Ist es wirklich so, dass die aggressive Komponente, die mir so zu schaffen macht - starke Dominanz / Konkurrenz, Eifersucht, Wutausbrüche, Dauer-Mäkeleien etc. - nicht als Bestandteil des ADHS zu gelten hat? Sondern dass sie quasi eine eigenständige Variable außerhalb des ADHS darstellt?
      Das ist kein ADHS.

      Edit: Im Gegenteil, so sind ADHSler in ihrem Leben häufig Außenseiter und um "Dazuzugehören", machen sie einfach jeden Scheiß mit, lassen sich häufig ausnutzen, eigentlich sehr ähnlich zu ASSlern.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)

      The post was edited 1 time, last by Cloudactive ().

    • GordonShumway wrote:

      Interessehalber folgende Frage: Ist es wirklich so, dass die aggressive Komponente, die mir so zu schaffen macht - starke Dominanz / Konkurrenz, Eifersucht, Wutausbrüche, Dauer-Mäkeleien etc. - nicht als Bestandteil des ADHS zu gelten hat? Sondern dass sie quasi eine eigenständige Variable außerhalb des ADHS darstellt?
      Könnte man das der narzisstischen Persönlichkeitsstörung zuordnen?
    • GordonShumway wrote:

      @Puk: Das spricht mir sehr aus der Seele... insbesondere diese Formulierung, dass man nicht wahrgenommen wird, während einem die Energie abgesaugt wird. Bei mir ist es oft der letzte Rest an Energie, den ich eigentlich für mich selbst zurückhalten müsste. Dazu dieses erratische Aufmischen jeder Planbarkeit und entlastender Routine.
      Ich habe den Eindruck - sry, falls ich falsch liege - dass du irgendwie nach Bestätigung suchst, dass es ok ist, bestimmte Leute abzuschießen. Du willst hier von Leuten hören, dass ADHSler super nervig und anstrengend sind und man ihnen als Autist aus dem Weg gehen sollte.

      Dabei hat das doch gar nichts mit ADHS zu tun, du hast das Recht, dich nicht mit Leuten abzugeben, mit denen du dich nicht abgeben willst (von ein paar Ausnahmen abgesehen...).
    • @seven

      naja, es geht um Abgrenzung bzw. Selbstschutz, nicht um Abschießen... und man kann sich das Umfeld nicht immer aussuchen.... gerade diese "Ausnahmen" machen die Grenzziehung ja schwierig. In manchen Fällen kann ja auch eine externe Hilfe / Moderation etc. sinnvoll sein, die das Problem aber auch erst mal begrifflich erfassen muss. Und nun erfahre ich hier ja auch, dass manche ADHS-Diagnose gar nicht stimmig sein muss, sondern andere Gegebenheiten überdeckt.
      Vielleicht sollte ich doch weniger Styropor essen

      The post was edited 2 times, last by GordonShumway ().