Gemeinsamkeiten, Therapeuten, Eltern

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    • Gemeinsamkeiten, Therapeuten, Eltern

      Seit der Kindheit, konnte ich nie was richtig machen.
      Hatte ich ein Spezialinterese, war es fuer die Eltern Sucht, was sie unterbinden musste.
      Wollte eine Schulkameraden, dass erste mal Sex mit mir, platzte Mutter ins Zimmer und meinte, bin mit 15 zu jung dafür.
      Seitdem, habe ich Beruehrungschwierigkeiten mit dem anderen Geschlecht.

      Hatte ich Probleme und einen Loesungsweg, wurden mir alle Möglichkeiten von Fehlschlaegen aufgezählt.
      Zum Schluss immer, mache es wie wir, wir haben mehr Lebenserfahrung.

      Bei der Therapie genauso.
      Statt mir als Berater zur Seite zu stehen und mit mir Lösungsmöglichkeiten zu besprechen, hieß es sehr oft, sie haben mehr Ahnung als ich und ich solle dies oder jenes tun.
      Immer scheide Rte ich und es hieß, haette mich nicht genug angestrengt, bräuchte mehr Hilfe, als man mir geben könne.
      In einer Reha, ließ man mich ein halbes Jahr Krämpfen und hyperventilieren da man mir meine Bockigkeit austreiben wollte.

      Bräuchte stattdessen ein Berater fürs Leben, der Fehlschlaegen von mir akzeptiert und als Teil der Entwicklung sieht und fuer mich da ist.

      Stattdessen hoere ich immer, was richtig oder falsch waere.
      Ich verzweifle.
      Bin ich ueberfordert, will man mich erziehen, statt der Ueberforderung nachzugehen und Strategien dafür zu entwickeln.
      L. G. Daniel
      :thumbup: :thumbup:
    • Daniel1 wrote:

      Statt mir als Berater zur Seite zu stehen und mit mir Lösungsmöglichkeiten zu besprechen, hieß es sehr oft, sie haben mehr Ahnung als ich und ich solle dies oder jenes tun.
      Immer scheide Rte ich und es hieß, haette mich nicht genug angestrengt, bräuchte mehr Hilfe, als man mir geben könne.
      In einer Reha, ließ man mich ein halbes Jahr Krämpfen und hyperventilieren da man mir meine Bockigkeit austreiben wollte.
      Auch wenn man Nicht-Autisten mehr Sozialkompetenz und mehr (kognitive) Empathie etc. zuspricht, mMn fehlt es den Nicht-Autisten speziell auch am "Wollen".
      Mir kommt es vor, als hätten sie einen Weg, den man gehen muss und alles was nicht dazu passt, wird beseitigt, ignoriert oder schikaniert.
      Wie Psychopathen, die einen Schalter für ihr Mitgefühl haben.
      Auf der einen Seite angeblich mitfühlend, helfend etc. (Arzt geworden) und auf der anderen Seite rücksichtslos, arrogant, bis hin zu grausam (dich krampfen und hyperventilierten lassen).
      So sind sie halt.
      Heuchler.
      „Kein Mensch sollte sich dafür schämen müssen, wer er ist."
      - CSI - Den Tätern auf der Spur S4E6
    • Cloudactive wrote:

      So sind sie halt.
      Heuchler.
      :thumbup:
      Mit der Empathie ist es eben wie mit der Vernunft. Die bloße Befähigung reicht einfach nicht aus und gerade jene, welche sich damit brüsten , sie zu besitzen, sind meiner Meinung nach die jämmerlichsten Gestalten, welche auf Erden wandeln.


      Daniel1 wrote:

      Bräuchte stattdessen ein Berater fürs Leben, der Fehlschlaegen von mir akzeptiert und als Teil der Entwicklung sieht und fuer mich da ist.
      Ich habe viele ähnliche Erfahrungen wie du gemacht. Inzwischen habe ich aufgehört mich an irgendwelche, für mich unsinnige Konventionen zu halten und mache alles so wie es mir passt. In der Uni kommt mir das sogar zu gute, da die Dozenten von meinen Lösungsansätzen und der Art wie ich präsentiere sehr begeistert sind. Man kann dann auch positiv herausstechen. Wenn man sehr erfolgreiche Menschen betrachtet, fällt übrigens auf, dass diese meistens mit den bestehenden Normen brechen und damit eben neue Standards setzen.

      Das braucht viel Mut und Arbeit an sich selbst. Ich bin bei Weitem nicht in der Position, in der ich sagen könnte: "Seht her wie optimal ich mein Leben im Griff habe!", aber ich arbeite daran. Wenn man im Kopf die Vorstellung hat, dass man irgendetwas Exogenes benötigt, um endlich seine Probleme anzugehen, dann kann das auch sehr hinderlich sein. Wie dir die Erfahrung gezeigt hat, kommt da ganz lange erst mal garnichts. Irgendwann kann auch der Moment erreicht sein, an dem es zu spät ist. Das ist hart aber leider die Realität.

      Ich will damit jedoch auch nicht für einen egoistischen Einzellkämpfermodus plädieren. Wir sind soziale Wesen und gerade das gegenseitige Helfen ist uns zueigen. Dass dieses Helfen in seiner instituitionalisierten Form so aufgeht wie es eigentlich angedacht wäre, ist aber eben leider gerade nicht der Fall.
      "Wahrer Reichtum ist nur der innere Reichtum der Seele,
      Alles übrige bringt Ungemach mehr als Gewinn."
      (Lucian in Anthol. I, 67.)

      The post was edited 1 time, last by Oneiros ().

    • Cloudactive wrote:

      Mir kommt es vor, als hätten sie einen Weg, den man gehen muss und alles was nicht dazu passt, wird beseitigt, ignoriert oder schikaniert.
      Ja, das ist sehr häufig der Fall.

      Oneiros wrote:

      Mit der Empathie ist es eben wie mit der Vernunft. Die bloße Befähigung reicht einfach nicht aus und gerade jene, welche sich damit brüsten , sie zu besitzen, sind meiner Meinung nach die jämmerlichsten Gestalten, welche auf Erden wandeln.
      Ja.
      Im sozialen und auch im therapeutischen Bereich arbeiten viele Leute die das nur machen, damit sie sich selber aufwerten können, indem sie anderen sagen wie sie ihr Leben leben sollen, während sie ihr eigenes selber nicht auf die Reihe kriegen.

      Oneiros wrote:

      Wenn man sehr erfolgreiche Menschen betrachtet, fällt übrigens auf, dass diese meistens mit den bestehenden Normen brechen und damit eben neue Standards setzen.
      Genau so ist das.
      Denn die Norm ist Mittelmass, und wer besser sein will als Mittelmass, der braucht den Mut und das Talent neue Wege zu gehen.

      Oneiros wrote:

      Wir sind soziale Wesen und gerade das gegenseitige Helfen ist uns zueigen. Dass dieses Helfen in seiner instituitionalisierten Form so aufgeht wie es eigentlich angedacht wäre, ist aber eben leider gerade nicht der Fall.
      :thumbup:
      Ja.
      Du bist schlau :d
    • In der Psychologie gibt es den Begriff "Übertragung" (Projektion), das ist z.B., wenn man Erfahrungen, die man mit den Eltern gemacht hat, auf den Therapeuten überträgt, und es dann so wahrnimmt, als sei der Therapeut wie die Eltern. Es kann dann so sein, dass der Therapeut gar nicht wirklich wie die Eltern ist, aber alles was er sagt, so wahrgenommen wird. Im positiveren Fall begibt sich der Patient dabei in eine kindliche Rolle und sieht den Therapeuten als fürsorglichen Beschützer, so wie es Eltern sein sollten. Trotzdem ist auch dieser Fall nicht wirklich positiv, weil man als Patient ein erwachsener Mensch ist und kein Kind. Probleme kann man nur als Erwachsener lösen. Im negativeren Fall kann man aber auch schlechte Eigenschaften der Eltern auf den Therapeuten übertragen. Dann kann man kein Vertrauen in den Therapeuten haben, und das ist schlechter.

      Das als allgemeine Erklärung. Ob es bei dir auch ein bisschen zutrifft, dass du etwas von deinen Eltern auf den Therapeuten überträgst und seine Aussagen verzerrt wahrnimmst, weiß ich nicht, das musst du selbst überlegen, ob es so sein könnte.
      Wenn du je eine analytische Therapie machen würdest, musst du über solche Dinge reflektieren können, denn genau so funktioniert analytische Therapie.

      Daniel1 wrote:

      Immer scheide Rte ich und es hieß, haette mich nicht genug angestrengt, bräuchte mehr Hilfe, als man mir geben könne.
      Dass du mehr Hilfe bräuchtest als man dir geben kann, ist eine andere Aussage als dass du dich zu wenig angestrengt hättest. Mehr Hilfe brauchen heißt, du konntest das nicht umsetzen, was man dir vorschlug. Dich zu wenig angestrengt zu haben bedeutet, du wolltest nicht umsetzen, was man dir vorschlug.
      Könnte es denn sein, dass man dir sagte, du bräuchtest mehr Hilfe, und du hast dabei rausgehört bzw. hineininterpretiert, du hättest dich zu wenig angestrengt? Oder waren es verschiedene Therapeuten, die das sagten, der eine so, der andere so?

      Daniel1 wrote:

      Bräuchte stattdessen ein Berater fürs Leben, der Fehlschlaegen von mir akzeptiert und als Teil der Entwicklung sieht und fuer mich da ist.

      Stattdessen hoere ich immer, was richtig oder falsch waere.
      Bei den Therapeuten und bei der Psychiaterin, wo ich war, war es genau so, wie du es dir wünschst. Deshalb kann ich deine Erfahrungen so wenig nachvollziehen. Natürlich schlägt mir ein Therapeut vor, was ich machen könnte. Aber wenn ich es nicht umsetzen kann, dann habe ich noch nie Vorwürfe deswegen bekommen. Deshalb auch meine Idee, ob du da manchmal was reininterpretierst, was der Therapeut gar nicht so gemeint hat? Versuch doch mal, wenn du wieder so eine Situation hast, wo du etwas so verstehst, z.B. dass du denkst, der Therapeut hätte gesagt, du strengst dich nicht genug an oder du machst etwas falsch, das beim Therapeuten rückzufragen. Also zu sagen, was du verstanden hast und zu fragen, ob er das so gemeint hat. Ganz neutral, um zu erfahren, ob das, was bei dir ankommt, auch wirklich das ist, was der Therapeut sagen wollte.


      Daniel1 wrote:

      In einer Reha, ließ man mich ein halbes Jahr Krämpfen und hyperventilieren da man mir meine Bockigkeit austreiben wollte.
      Hier verstehe ich nicht, wieso du die Reha nicht abgebrochen hast, oder warum sie dich dabehalten haben.
      Was für eine Reha war denn das?
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!

      The post was edited 1 time, last by Shenya ().

    • Hallo liebe @Shenya,

      es war eine RPK Maßnahme, die mehrere Jahre geht.

      deutsche-rentenversicherung.de…isch_kranke_Menschen.html

      de.m.wikipedia.org/wiki/Rehabilitation_psychisch_Kranker

      Damals hatte ich noch keine Autismus Spektrum Diagnose, weswegen sie meine Problematiken nie akzeptierten.
      Sie dachten immer, wenn ich mich anstrengen geht es

      Zum Schluss konnte ich nicht mehr und niemand interessierte es.
      Da ich in der Reha lebte, Eltern nicht wollten, dass ich abbreche, hatte ich damals ein Problem.

      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Daniel1 wrote:

      Da ich in der Reha lebte, Eltern nicht wollten, dass ich abbreche, hatte ich damals ein Problem.
      :roll: vielleicht waren Deine Eltern überfordert, und wussten auch nicht, was sie hätten tun können, um Dir zu helfen.

      Shenya wrote:

      Bei den Therapeuten und bei der Psychiaterin, wo ich war, war es genau so, wie du es dir wünschst.
      Möglicherweise hast Du einfach Glück gehabt und die richtigen Therapeuten getroffen, das ist gut.
      Ich habe schon von vielen Aspies gehört, dass sie schlechte Erfahrungen mit Therapeuten gemacht haben.
    • Daniel1 wrote:

      es war eine RPK Maßnahme, die mehrere Jahre geht.
      Ah, okay, das ist anders als psychosomatische Reha. Sollte aber trotzdem nicht so laufen wie bei dir. Das war schlecht.

      Kraehe wrote:

      Ich habe schon von vielen Aspies gehört, dass sie schlechte Erfahrungen mit Therapeuten gemacht haben.
      Aber doch eher, wenn noch keine AS-Diagnose gestellt ist, oder?
      Wenn es diese Diagnose nicht gibt, ist es sicher viel schwieriger, gute Hilfe zu bekommen, weil die Therapeuten dann immer von was anderem ausgehen.
      War ja bei Daniel1 in der Reha dann wahrscheinlich auch das größte Problem.

      Mit AS-Diagnose hat man bessere Chancen, einen guten Therapeuten zu finden, aber natürlich bleibt es auch dann immer noch Glückssache. Unabhängig von der Diagnose passt es ja eh nicht immer mit jedem Therapeuten.
      Ganz am Anfang hatte ich auch mal einen Termin bei einem unpassenden Therapeuten, da ist dann aber keine Therapie zustande gekommen, weil es ziemlich deutlich war, dass es nicht passte, auch für ihn, er hat die Therapie mit mir abgelehnt.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Die Gegenübertragung funktioniert auch sehr gut auf Seite des Therapeuten. :-p

      Oftmals haben Therapeuten eben auch 'ihr eigenes' noch nicht bearbeitet und dann kann es passieren, dass sie angetriggert werden und unsachlich reagieren auf einen Klienten. Es gibt also auf beiden Seiten diese Problematik. Deshalb ist es ja auch so wichtig, dass die sogenannte Chemie zwischen beiden stimmt. Ich persönlich bevorzuge Menschen, die reflektiert sind und im Nachhinein solche Prozesse in sich auch erkennen können und dementsprechend handeln/reden. Ich hatte letztens Kontakt mit einem Arzt der dann seine Ängste auf mich projezierte und empfand das als recht anstrengend...der andere wird 'grantig'/unfreundlich und dann musste ich erst einmal überlegen, was da eigentlich los ist...anstrengend. Wenn sowas innerhalb einer Therapie geschieht ist das wirklich schlecht.

      Zu Deinem speziellen Fall könnte ich mir auch vorstellen, dass der Therapeut sich hilflos fühlte weil alles nicht so lief wie er es erwartet hatte und wünschte und dann Dir die Schuld dafür gab anstatt mal zu überlegen, wie man das Problem lösen kann und nach etwas neuem zu suchen, was Dir hilft und Dich unterstützt. Manche Therapeuten haben den Anspruch an sich alles zu können und dieses Selbstbild wird dann angegriffen, wenn der Klient/Patient nicht so funktioniert wie es gewünscht ist.
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi