Buch: Ich, Birgit, Autistin und Psychotherapeutin

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    • Willowtree wrote:

      Question wrote:

      Das sehe ich nicht so:
      auf Männer ist der Druck optisch etwas herzumachen inzwischen genauso hoch.
      Mir der Ausnahme, dass sie älter aussehen dürfen.
      Auf eine gewisse Weise ist der Druck bei Männern sogar viel höher. Ein Mann kann gar nicht gut genug aussehen, profitiert bei Männern wie Frauen damit. Frauen hingegen können sich mit zu ansehnlicher Erscheinung auch sehr schaden. "Optisch viel hermachende" Frauen werden von einigen Männern nicht mehr ernst genommen und von anderen Frauen wiederum beneidet. Es gibt Studien, dass gut aussehende Frauen es schwerer haben, an Jobs zu kommen, weil die Personalabteilung aussiebt. Als Gegenmaßnahme tragen beispielhaft einige eine Brille, obwohl sie überhaupt keine Sehschwäche haben.
      Ein Mann muss "männliche" Attribute erfüllen. Ein markantes Kinn wird z.B mit Stärke und Duchsetzungskraft assiziiert, glt damit bei einem Mann als "schön" - eine Frau mit genau dem gleichen Kinn wird dann als weniger schon betrachtet, als eher unweiblich usw.

      Ein Mann, der dagegen eher als bei Frauen als schön empfundene merkmale hat, hat es dagegen wieder schwer, ihm wird automatisch "zu weich" unterstellt.

      Geht ein Mann kraftvoll und energisch, gilt er als "stark", geht eine Frau genau so, gilt sie eher als Emanze.

      Eine Frau muss also einerseits genug Kriterien erfüllen, damit sie noch als weiblich attraktiv wahrgenommen wird, aber auch weider nicht zu viele, damit sie nicht als Weibchen betrachtet wird.

      Jetzt betrachten auch noch Männer Frauen anders als Frauen Frauen betrachten, und umgekehrt, das wird auch noch individuell und kulturell unterschiedlich bewertet.......


      Willowtree wrote:

      Ginkgo wrote:

      Denkst du das wirklich von dir? Mir ist nichts unschönes an dir aufgefallen
      Womöglich einfach Understatement bzw. "Fishing for Compliments"?
      Nichts "Unschönes" entdecken bedeutet ja nicht automatisch, dass man was Schönes entdeckt hat :d

      Nein, es sagt nur, dass mir mittlerweile gelingt, durch leichte unauffällige Betonung einer Sache, die ganz ok ist und ein bisschen unauffälligem Kaschieren einiger weniger, nicht ganz so auffälliger Makel, im Zusammenspiel mit "Ausstahlung", also Konkruenz von Stimme, Körpersprache mit dem Innenleben und dem gesagten Inhalt, das Unschöne meist übersehen zu lassen, weil sich Menschen meist automatisch auf das "als angenehm Wahrgenommene" focussieren, und wenn davon drei Dinge da sind, geht "der unschöne Rest unter".

      Geeignete Schminktipps plus Kenntnisse der Wahrehmungspsychologie und ein bisschen "innere Aufgeräumtheit" ergeben dann auch bei "weniger schön" zumindest ein "annehmbar". Allerdings, wenn dann Fotos gemacht werden... :m(:

      Jemand mit in allem superkritischen Blick wird es ganz anders wahrnehmen, oder wenn ein solches Merkmal etwas antriggert, was mit negativen Erfahrungen verbunden ist.
      Ging mir bei Vera Birkrnbihl so, optisch und auch was einige Bewegungsmuster angeht hat sie sehr viel Ähnlichkeit mit einem Menschen, der mir in meiner Kindheit und Jugend eine Menge Probleme gemacht hat, das muss ich jedesmal bewusst ausblenden, bevor ich mich auf den Inhalt konzentrieren kann.
      Wenn du meinst, zu klein zu sein, um etwas zu bewegen....dann hattest du noch nie eine Stechmücke im Schlafzimmer
    • Happy to be wrote:

      "innere Aufgeräumtheit"
      Ich denke, dass das einer der Hauptpunkte ist jemanden "schön" wirken zu lassen :) Zumindest geht es mir so, ich kann Sympathie und Schönheit nicht klar von einander trennen, außer in ganz krassen Fällen.
      ___

      Damit ich einem Sprecher gerne zuhöre ist es ebenfalls hilfreich wenn er mir sympathisch ist. Ich muss ihn/sie nicht gleich heiraten wollen, aber auch nicht unsympathisch finden. Eine angenehme Stimme ist hilfreich, wie auch eine nicht zu monotone oder zu melodische Sprechweise. Zu viele ähms zwischen den Wörtern stören schnell und eine zu schnelle oder zu langsame Sprechweise kann anstrengend werden. Die Körpersprache ist für mich eher nicht so entscheidend, ich finde es aber faszinierend wenn jemand mit seinen Armen und Händen "reden" kann.
      Es ist auf jeden Fall nicht ganz so einfach ein Publikum zu bannen, und ich beherrsche das auch nicht so gut. Ich verhaspele mich oft beim Sprechen und die ähms schleichen sich immer dazwischen. Zudem habe ich eine leise Stimme, da muss das Mikrofon also schon gut sein. Vor Lifepublikum bin ich so abgelenkt, dass ich schnell das Thema vergesse und mir keine Wörter mehr einfallen, vor einer Kamera in einem leeren Raum geht es.

      Kurzum, man kann einen Vortrag inhaltlich nicht mit einem Buch vergleichen. Dennoch kann ich dem verlinkten Vortrag von Birgit gut folgen, ich erkenne eine Struktur und die Stimme klingt sympathisch. Die Frau sitzt ohnehin so weit weg, dass man nicht viel von ihr mitbekommt. Ich bemerke nicht mal, dass sie großartig unsicher ist. Von der Stimmlage her würde ich jetzt davon ausgehen (ohne sie zu kennen), dass sie aus ihrer depressiven Phase noch nicht vollständig gesundet ist, das kann aber auch täuschen und tut dem Inhalt keinen Abbruch.
    • Linnea wrote:

      Es war gut strukturiert mit vielen Infos und nicht so jammrig wie die Frauen in dem Falle,
      dir fast nur Negatives berichteten.
      Er war derjenige der nur rumgejammert hat und es ging nur um Angst und Scheitern.

      Nein, es war keine Pauschalaussage das schreibst Du ständig zu meinen Beiträgen.

      Leonora wrote:

      Auch inhaltlich werden Männer ernster genommen und nicht so stark hinterfragt. Daher sind auch Evaluationen von Dozenten, beispielsweise durch Studierende, keineswegs gerecht. Es gibt Forschungen dazu, dass dabei Männer durchweg positivere Feedbacks bekommen und als kompetenter eingeschätzt werden.
      Ja, ich denke die Frauen wollen das so, sie wollen einen Kerl der ihnen die Welt erklärt. Das gibt ihnen Sicherheit.
      Archaische Muster.

      Die innere Haltung von Männern ist auch meist so, dass sie mehr Kompetenz ausstrahlen, das kommt hinzu. Sie haben diese Haltung "Wenn ich das sage dann ist das so" während die meisten Frauen meinen sie müssen es allen recht machen. Sie wollen gemocht werden.

      Das kommt durch die Stimme und die Körperhaltung dann zum Ausdruck.

      Einerseits wird die Wahrnehmng also von der Erwartung der Zuhörer gesteuert, andererseits durch das Auftreten des Redners, und dieses wiederum durch seine mentale Haltung. Sein "Selbstverständnis".
      Die IchIdentität.

      Frauen wollen Verständnis, Männer wollen Respekt. Dadurch wird ihr Autreten bestimmt und die Reaktion.

      (Falls jetzt @Linnea wieder quengelt dass es zu pauschal ist: es sind Muster. Muster gelten nicht für jeden Menschen, es ist eine Verallgemeinerung um etwas darzustellen, das ist ganz bewusst so gemacht um etwas zu verdeutlichen)

      Ist alles ziemlich OT :d Aber interessant.

      Zurück zum Thema: Ich werde das Buch bestellen, die Teilnehmer des HH Treffens können es dann ausleihen.
      @thelord liest es ja vielleicht als erster, es war auch seine Idee, und schreibt dann eine Rezension (wenn er Lust hat) :d

      The post was edited 2 times, last by Kraehe ().

    • Kraehe wrote:

      Zurück zum Thema: Ich werde das Buch bestellen, die Teilnehmer des HH Treffens können es dann ausleihen.
      @thelord liest es ja vielleicht als erster, es war auch seine Idee, und schreibt dann eine Rezension (wenn er Lust hat) :d

      8o

      Wir diskutieren hier jetzt schon sieben Seiten über ein Buch, das erst in zwei Monaten erscheinen wird.

      Ich weiß ja noch nicht mal, ob ich es überhaupt lesen will, ich wollte eigentlich nur erstmal auf das Erscheinen aufmerksam machen.
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • Kraehe wrote:

      thelord wrote:

      Wir diskutieren hier jetzt schon sieben Seiten über ein Buch, das erst in zwei Monaten erscheinen wird.
      Das ist die Lawine, die durch Deine Ankündigung ausgelöst wurde ;)
      Zum Glück wohne ich nicht in den Alpen, sonst würde man mich auch noch für die dortigen Lawinen verantwortlich machen. :fun:
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • Karou wrote:

      ich wollte mal nachfragen: hat das Buch inzwischen schon jemand gelesen und kann es weiterempfehlen?
      Ja. Ich habe es gelesen. Und zwar in der Nacht auf heute. Ich fand das Buch wirklich toll geschrieben, spannend, gut zu lesen und ergreifend. Und irgendwie musste ich einfach immer weiter lesen. Etwas, was sonst eigentlich nie passiert mit mir und Büchern.

      Ich persönlich finde das Buch auch traurig und für mich beängstigend: Erst nach der Diagnose zeigen sich immer mehr Symptome und das führt schlussendlich zur Berufsunfähigkeit. [Ich glaube mir wäre ein Buch lieber gewesen, wo sich die Umgebung auf ASS einstellt, die Stärken schätzt und die Protagonistin weiterhin in ihrem Beruf arbeiten kann.]
      Doch ich finde es ermutigend zu lesen, wie Birgit Saalfrank nicht aufgibt, ihren Weg weitergeht und Perspektiven im ehrenamtlichen Engagement u.ä. findet.

      Gut finde ich auch, dass sie ihre Erfahrungen mit der Diagnostik (an der Uniklinik Freiburg) und Therapien, u.a. in Kliniken (ZfP Emmendingen und Markus Krankenhaus in Frankfurt a.M.) ausführlich beschreibt.
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      ich habe das Buch gestern auch gelesen und bin etwas enttäuscht. Ich bin nicht gut darin, Rezessionen zu schreiben, daher fasse ich mich kurz.
      Das Buch ist bei Amazon unter Ratgeber/Gesundheit & Medizin eingestellt, daher habe ich mir einen Ratgeber von einer betroffenen Psychotherapeutin zum Thema Asperger erhofft. Aber: es ist mMn. eine Biografie, oder eher ein Tagebuch und damit konnte ich nicht viel anfangen, da sehr "speziell/individuell. Es stehen viele andere psychische Probleme im Vordergrund und ich finde, es dreht sich hauptsächlich um diese, nicht um den Asperger an sich.

      The post was edited 1 time, last by Karou ().

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      Das sind halt teilweise Probleme, die sehr häufig zusammen mit Autismus auftreten (vor allem Depression, Suizidalität, auch Identitätszersplitterung, wenn es nicht im Sinne von DIS gemeint ist, sondern in dem Sinn, dass man nicht genau weiß, wer/wie man ist und was man will). Triangulierung müsste ich erst googeln.
      Spätdiagnostizierte haben halt die ganzen Folgen der späten Diagnose noch zusätzlich.
      Hab das Buch aber selbst nicht gelesen, also kann ich sonst nicht viel dazu sagen. Vielleicht kaufe ich es noch.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!