Termin zur Diagnostik bekommen - Was passiert am Termin?

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    • Turtle wrote:

      Ich wurde z.B. zum Thema Routinen und Ritualen nach Beispielen aus dem Alltag gefragt, und fand es aus dem Stehgreif schwierig zu beantworten, da es mir sehr schwer fällt auseinanderzuhalten, was noch normal ist (fast jeder hat ja irgendwelche festen Abläufe), und was schon diagnoserelevantes unflexibles Festhalten an Routinen ist.
      Stimmt, war bei mir genau so, da wusste ich auch keine Antwort. :oops:
      Ich finde meine Rituale auch alle voll normal :d wahrscheinlich ist nur nicht normal, wie sehr ich bei Störungen ausraste :oops: oder keine Alternativen akzeptieren kann... :m(:
    • nichtgeschwindigkeit wrote:

      5 Seiten, feinsäuberlich gegliedert, mit allem was mir im Bezug auf Autismus auf meine Lebensgeschichte eingefallen ist.
      @nichtgeschwindigkeit

      So ungefähr sieht meine Liste auch aus.. Ich war sogar am überlegen, sie in InDesign nochmal zu erstellen, nur noch besser sortiert und auch noch etwas gestaltet.. Da kommt dann die Mediengestalterin in mir zum Vorschein :lol:
      Ich mache meine Listen / Lernzettel immer gern ordentlich, aufgeräumt und schön gestaltet... Für außenstehende ist das immer etwas seltsam.


      nichtgeschwindigkeit wrote:

      Und so schwer es auch ist, Dinge einfach auf sich zukommen zu lassen und nicht zu wissen, was genau passiert: es kommt wiederum auch dem Diagnostiker zugute, weil man in Stresssituationen weniger kontrolliert und angepasst ist. Trotzdem kann ich es sehr empfehlen eine Vertrauensperson mitzunehmen!
      Da hast du natürlich Recht. Ich werde auch eine meiner Freundinnen mitnehmen, sollten sie Zeit haben. Ich hoffe, dass eine der beiden Zeit hat. Alleine würde ich vor Nervösität wahrscheinlich sterben. Allerdings habe ich mir sagen lassen, dass man mir sowas meist nicht mal ansieht - ich bin nach fast 23 Jahren einfach unglaublich gut darin, sowas zu verstecken... was jetzt nicht gerade von Vorteil ist.

      Aber (zum Glück?) das ist seit letztem November auch alles viel schlechter geworden. Augenkontakt kann ich fast gar nicht mehr halten, vermeide es komplett die Leute anzusehen, wenn es möglich ist (an der Arbeit manchmal sehr schwierig), mein Chef hat sich jetzt schon mehrfach (nicht böse) geäußert, wenn er mit mir meine vorangegangenen Arbeiten besprochen hat (bin ja jetzt in der letzten Hälfte des 2. Lehrjahres), dass er mein Verhalten usw. nicht versteht und schlecht einschätzen kann, dass ich immer ein "Pokerface" hätte. Aber gleichzeitig lobt er mich auch immer wieder mittlerweile sehr häufig für meine Arbeiten, weil es wohl oft Ansätze sind, die "outside the box" sind.
      Das Vorstellungsgespräch hab ich auch damals nur gut gemeistert, weil ich zuvor mehrere Videos gesehen habe, wie man bei einem Vorstellungsgespräch spricht, verbal und nonverbal mit Körpersprache, Gestik und Mimik und ich das einfach einstudiert habe.
      Ich bin sogar davor alle möglichen typischen Fragen durchgegangen, die er mir hätte stellen können, um auf alles eine scheinbar "spontane" Antwort parat zu haben. Das liegt mir nämlich so gar nicht.

      Long story short: Meine Angepasstheit hat seit letztem Jahr irgendwie gelitten. Keine Ahnung wieso, aber sie ist sehr viel schlechter geworden.


      Ginkgo wrote:

      Die Diagnostiker haben da ja Erfahrung mit und wissen wie sie damit umzugehen haben. Außerdem ergibt sich direkt ein realistisches Bild, wenn einem so etwas öfters passiert
      @Ginkgo

      Ja, damit hast du natürlich vollkommen recht.. Macht ja auch Sinn.
      Erst Donnerstag saß ich an meinem Schreibtisch und wollte meinen Chef fragen, ob es in Ordnung sei, 30min eher zu gehen und diese dann am nächsten Tag einfach dranzuhängen, da ich einen Termin hatte. Ich weiß zwar, dass das für meinen Chef nie ein Problem ist und er es immer abnickt, aber ich habe 2h mit mir gekämpft, bis ich mit ihm reden konnte.
      Hat sich angefühlt, als wäre da eine unsichtbare Mauer über die ich einfach nicht rüber komme. Ich hab kein Wort rausgebracht.. So geht es mir auch in Gruppen immer wieder. Auf Feiern usw.
      Ich sitze meist nur da und sage kein Wort, beobachte, denke mir meinen Teil, aber sagen kann ich einfach nichts. Selbst wenn ich will. Das ist so frustrierend. :(


      tip wrote:

      Hier hat jemand sehr gut die Probleme bei einer Diagnostik beschrieben und Tipps gegeben.
      Das habe ich nach meinem Termin gelesen und finde diesen Beitrag sehr gut.
      @tip

      Der Beitrag ist tatsächlich ziemlich gut.. Gerade der Teil mit dem Augenpartietest kommt mir sehr bekannt vor.
      Ich hab sowas mal aus Spaß gemacht, zusammen mit meiner Freundin. Wenn ich den sichtbaren Teil des Gesichtes lange genug anschaue und auseinandernehme und mit dem vergleiche, was ich durch Serien wie beispielsweise Lie to me gelernt habe, kann ich auch ungefähr sagen, was für eine Emotion das ist.
      Aber eben nicht spontan aus Intuition.

      Auch der Teil mit der Theory of Mind... In sowas bin ich ja ganz ganz schlecht. Für sowas benötige ich Zeit. Und vor allem eine Situation, die ich ähnlich schon mal durchlebt habe, damit ich ungefähr weiß, was für ein Gefühl der Gegenüber haben könnte. Selbst wenn ich dieses Gefühl nicht mit Namen benennen kann.

      Ebenfalls Blickkontakt - ich wurde über die Jahre immer besser damit, schaue den Leuten aber nie direkt in die Augen. Wie oben erwähnt fällt mir aber genau dieser Punkt momentan wieder sehr schwer, sodass ich immer nur sekundenweise zu demjenigen schauen kann und dann sofort wieder wegsehen muss.
      Mir ist es selber aufgefallen - meinen Kollegen und meinem Chef sicherlich auch schon, aber sie stören sich nicht daran.


      Rhianonn wrote:

      Ich war am Anfang aufgeregt, aber es war eine ruhige, freundliche Atmosphäre und zum Schluss war ich recht entspannt.
      @Rhianonn

      Ich hoffe sehr, dass es mir da auch so geht wie dir - das wäre ein Traum!
      Wenn ich nervös bin tendiere ich dazu, Fäuste zu machen, die unter starker Spannung stehen. Oder ich greife in meine Hände und "ziehe" daran, während ich sitze.
      Oder ich kaue auf meinen Fingern rum...

      Rhianonn wrote:

      Ich habe den ersten Termin hinter mir, es ging mehr um meine Biographie, warum ich überhaupt die Diagnostik möchte bzw wie ich darauf käme und einige Punkte, die mir selbst an mir auffielen - so wie in deinem Fall beispielsweise das Buch von Dr. Preißmann, und meine Probleme.
      Ja, das habe ich beim Telefonat schon angemerkt. Sie fragte mich, wie ich darauf komme, dass ich Autistin sein könnte. Darauf antwortete ich (mit deutlich zitternder Stimme, ich muss geklungen haben, als würde ich gleich in Tränen ausbrechen...) auch nur, dass mir mein Leben lang jegliche soziale Situationen sehr schwer gefallen sind, dass die Situation momentan immer schlechter wird, mir das Telefonat alleine gerade schon sehr schwer fällt, ich das Buch von Dr. Preißmann gelesen habe und mich damit zu 95% identifizieren kann, mir hier sogar Sachen beim Lesen aufgefallen sind, die mir niemals in den Sinn gekommen wären und dass ich eigentlich eher durch Zufall auf Asperger gestoßen bin. Ich hätte noch viel mehr sagen können, aber ich war viel zu nervös und aufgeregt.


      akelei wrote:

      Gratuliere! Du hast das Telefonat geschafft
      @akelei

      Danke. Ja zum Glück. Allerdings hatte ich den gesamten Tag große Angst davor, was in Panikattacken geendet hat. Und danach habe ich wirklich lange gebraucht, um mich einigermaßen wieder zu beruhigen. :( :|


      akelei wrote:

      Den Eltern-Fragebogen durfte ich mir ersparen, weil das Verhältnis mit meinen Eltern nicht besonders gut ist.
      Der andere Fragebogen war nicht mega-umfangreich, den durfte ich zuhause ausfüllen und mit der Post schicken.
      Ja, ich habe zwar versucht etwas unauffällig an Infos ranzukommen, über meine Kindheit (erinnere mich nur noch wenig daran), aber gesagt habe ich es noch keinem der beiden.
      Ich weiß also schon etwas über meine Kindheit, aber vieles was ich gefragt habe, kam meist nur mit der Antwort: Keine Ahnung, das ist schon 20 Jahre her!
      Also würde es wohl nicht sonderlich viel bringen..
      Höchstens das, was ich sowieso schon weiß (Ergotherapie wegen Gleichgewichtsproblemen beim Laufen, plötzliche aggressive Ausraster aus keinem ersichtlichen Grund, ...)

      Turtle wrote:

      Nebensymptome wie Probleme mit dem Schlaf oder der Motorik, die bereits seit der Kindheit bestehen, können auch wichtig sein für das Gesamtbild. Wenn es dich beruhigt, dir dazu Notizen zu machen, mach das. Ich wurde z.B. zum Thema Routinen und Ritualen nach Beispielen aus dem Alltag gefragt, und fand es aus dem Stehgreif schwierig zu beantworten, da es mir sehr schwer fällt auseinanderzuhalten, was noch normal ist (fast jeder hat ja irgendwelche festen Abläufe), und was schon diagnoserelevantes unflexibles Festhalten an Routinen ist.
      @Turtle

      Genau diese Frage stelle ich mir auch gerade...
      Schlafprobleme habe ich schon immer, seit ich denken kann. Als Kind waren mein kleiner Bruder und ich zusammen in einem Zimmer. Um einzuschlafen, brauchte er immer eine Kassette, die lief. Das war der Horror. Ich lag die Stunden wach, die die Kassette lief, weil ich es in meinem Kopf nicht abschalten konnte. Bei Freunden zu übernachten war noch schlimmer, dort habe ich meist nur 1-2h geschlafen und lag ansonsten wach, wegen Geräuschen oder weil es einfach nicht MEIN Bett mit MEINEM Kissen und MEINER Decke war... :roll:

      Ich weiß allerdings auch tatsächlich nicht, was jetzt normale Routine ist und was unflexible Routine... Ich mache jeden Tag dasselbe, meist auch in genau derselben Reihenfolge (außer es kommt was dazwischen wie, Bad ist gerade belegt o.ä., dann habe ich Plan B oder C).
      Ich fahre immer ein und dieselbe Strecke an die Arbeit. Ist dort beispielsweise eine Baustelle und ich werde umgeleitet, ohne das vorher zu wissen, kann das schon dazu führen, dass ich total ausraste - obwohl es für andere augenscheinlich nichts schlimmes ist.. und so geht es mir mit vielen Dingen.

      Mir wird oft gesagt (auch von meinen Eltern) ich sei unflexibel und Veränderungen, egal welcher Art, bringen mir immer sehr große Angst und Ausraster.
      Meine Firma ist umgezogen, ich musste mit meinen Eltern die Strecke abfahren (und das musste ich auch beim Vorstellungsgespräch mehrfach), um alles schon mal gesehen zu haben. Mein Führerschein ist zwar vorhanden, aber Freiheit gibt mir das wirklich nur auf mir bekannten Strecken. Ich würde niemals auf die Idee kommen, alleine in ein mir unbekanntes Gebiet zu fahren.
    • Ljos wrote:

      ich hoffe sehr, dass es mir da auch so geht wie dir - das wäre ein Traum!
      Wenn ich nervös bin tendiere ich dazu, Fäuste zu machen, die unter starker Spannung stehen. Oder ich greife in meine Hände und "ziehe" daran, während ich sitze.
      Oder ich kaue auf meinen Fingern rum...
      Das wünsche ich dir auch .
      Wenn du solche Verhaltensweisen hast, wenn du gestresst bist, hilft das übrigens bei der Diagnose - ich wurde nämlich gefragt, ob ich so etwas habe
      (ich flattere mit den Händen )
      Das Gute bei der ASS- Diagnostik ist - so empfinde ich es: Ich brauche mich nicht zu verstellen, mich nicht bemühen, einen "guten" oder "normalen " Eindruck zu machen wie bei anderen Tests.
      Denn genau die Sachen, die ich nicht gut kann, die wollen die Diagnostiker sehen.
      Ich finde es nimmt viel Druck raus, zu wissen, dass man nix falsch machen kann.
      Ich hatte jetzt den zweiten (Doppel)termin mit einem irre langen Test über 2,5 Stunden. Die Aufregung war so etwa wie bei einem Test in der Schule.

      Wie gesagt, ich drücke dir die Daumen.
    • @Dungeonmaster

      Kann dir leider keine PN schicke, hatte die Wahl zwischen zwei verschiedenen und habe mich für die Uniklinik in meiner Nähe entschieden. Ist eigentlich eine Kinder & Jugendpsychiatrie (dort war ich als Kind schon ambulant in Therapie) mit Spezialambulanz für Autismus, aber auf meine Anfrage, wo man in meiner Umgebung als Erwachsener zur Diagnostik gehen könnte, sagten Sie, sie bieten es auch für über 18 Jährige Patienten an. Auf der Website haben sie es offiziell aber nicht stehen.
      Ich war selber überrascht, dass der Termin doch so schnell zur Verfügung stand, da auf der Website auch deutlich steht, dass es zu langen Wartezeiten kommen kann, da sie eben auch eine überregionale Nachfrage haben.

      Die andere Möglichkeit wäre bei Frau Dr. Preißmann in Heppenheim gewesen. Da wäre es auch recht schnell gegangen.


      Rhianonn wrote:

      Wenn du solche Verhaltensweisen hast, wenn du gestresst bist, hilft das übrigens bei der Diagnose - ich wurde nämlich gefragt, ob ich so etwas habe
      (ich flattere mit den Händen )
      @Rhianonn

      Ok.. Ja. Das mit den Händen mache ich manchmal auch. Aber überwiegend rechts. Ich knicke mein Handgelenk meist ab und dann flattere ich mit der Hand wenn ich sehr nervös bin. Habe diese ganzen Verhaltensweisen nie bewusst bemerkt, bis ich gelesen habe, was es alles sein kann, bzw. auch in verschiedenen Videos gesehen habe, was diejenigen für Verhaltensweisen hatten. Da ist mir dann erst aufgefallen, dass ich so etwas auch immer mache, wenn ich sehr nervös bin. Aber manchmal zeige ich auch sowas wie Hände flattern, wenn ich mich sehr über irgendetwas freue.

      Ich bin auch gespannt.. Sie können auf jeden Fall laut Seite und Infoseite über die Spezialambulanz einige verschiedene Tests durchführen. Screening-Test, Neuropsychologisch..

      The post was edited 1 time, last by Ljos ().

    • TalkativeP wrote:

      Ich hatte so eine Liste auch erstellt, weil ich Angst hatte etwas zu vergessen. Ich habe sie aber in den Gesprächen nicht gebraucht.
      Eine Vorbereitung ist üblicherweise nicht notwendig. Wenn es dich entspannt die Liste dabei zu haben, nimm' sie ruhig mit. Du wirst sie aber vermutlich nicht brauchen.

      Ich hatte im Grunde 2 Listen dabei. Das eine war meine große Sammelliste, die ich über die Monate erweitert habe und als "Vorbereitung"
      habe ich mir ganz konkret überlegt, was sind MEINE Probleme, die ich aktuell habe. Nicht, was könnten meine Probleme sein, um besser
      ins Bild zu passen (RW). Diese Probleme habe ich auf einer zweiten Liste in Stichpunkten bzw. eher Schlagwörtern zusammengefasst.

      Und im Grunde verfahre ich bei vielen so, dass ich meine Recherchen bei habe, sie aber nicht zum Einsatz bringe (RW) und einen kleinen
      Zettel habe, wo das Wichtigste oder eben meine Aufgabe/Frage drauf steht. Egal ob nun in der Uni, bei einer Versicherung, etc.

      Beim Diagnostikgespräch wurde ich auch gezielt darauf angesprochen, was ich denn noch für Unterlagen bei mir hätte, außer jene, die ich
      bei denen abgeben musste. Habe es ihnen wie oben erläutert und ich wurde dann gefragt, ob ich diese Liste/n mit abgeben möchte. Ich habe
      es verneint, denn die Listen sind ja nur für den Falle eines Blackouts.

      Verwirrt wrote:

      Ergänzung: Wobei ich das gar nicht so einfach finde, das auseinander zu sortieren. Vieles ist so selbstverständlich und automatisiert...

      Ja, mir geht es so. Ich habe immer zu viel dabei, denn ohne Vorbereitung geht bei mir gar nichts :oops:
      "Nur ich" bin immer ich und "mein Zeug", welches ich für den jeweiligen Tag gebrauchen könnte.

      @Ljos

      Da meine Eltern keine Hilfe wären, habe ich meine Schwester gefragt, ob sie Auskunft geben könnte. Da meine Familie generell viel
      zu weit weg wohnt, habe ich nachgefragt, ob eine telefonische Kontaktierung ausreichen würde.

      Am Tag des ersten Diagnostikgesprächs habe ich dann meinen Mann, der mich mittlerweile fast 10 Jahre kennt, mitgenommen und
      meine Schwester hat sich telefonisch "bereit gehalten". Am Ende wurde sie aber gar nicht angerufen, man hat nur mit meinem Mann
      gesprochen. Vielleicht konnte ich ihnen selbst genügend Auskunft über meine Kindheit geben.

      Für das nächste Gespräch, das Abschlussgespräch, werde ich es genau so wieder handhaben.
    • Zu dem Thema Liste erstellen oder nicht erstellen habe ich bei meiner Diagnostik eine sehr gemischte Erfahrung gemacht.
      Vor dem Diagnosetermin hatte ich auch lange überlegt, ob ich mich nun richtig vorbereiten soll und irgendwelche Listen über mich mit Beobachtungen, Problemen die ich habe und Gründen warum ich glaube im Spektrum zu liegen, erstellen soll.

      Ich hatte in dem Mailverkehr mit der Diagnosestelle dann auch nachgefragt, ob ich so etwas mitbringen soll, was aber verneint wurde.
      An dem Termin zum Diagnosegespräch war dann eine der ersten Fragen ob und warum ich denn selbst glaube Autist zu sein und warum ich die Diagnose machen möchte.
      Das hat mich dann völlig aus dem Konzept gebracht, weil ich mich aufgrund der Auskunft der Diagnosestelle eben nicht auf solche Fragen vorbereitet und nichts dazu aufgeschrieben hatte.
      Das Problem bei mir ist, dass ich grundsätzlich auf solche Fragen nicht spontan antworten kann, da sie für mich zu allgemein sind und mich überfordern.

      Für die Diagnose war das aber wohl kein Nachteil. Der Arzt hatte kein Problem damit, dass ich nach panischem Überlegen gesagt habe, dass ich die Frage nicht beantworten könne und mir auf Nachfrage die Auskunft gegeben worden wäre ich müsse mich nicht besonders auf den Termin vorbereiten. Er hat dann einfach weiter gemacht und sich die gewünschten Informationen durch präzisere Fragen eingeholt.
      Vielleicht war es sogar ein Vorteil, dass ich schon am Anfang verwirrt wurde und keine eigene Kontrolle mehr über das Gespräch hatte, weil ich nicht mehr in der Lage war mich unbewusst zu verstellen und vorgefertigte Antworten zu geben.
    • *Who*I*Am*?* wrote:

      und als "Vorbereitung"
      habe ich mir ganz konkret überlegt, was sind MEINE Probleme, die ich aktuell habe. Nicht, was könnten meine Probleme sein, um besser
      ins Bild zu passen (RW).
      @*Who*I*Am*?*

      Das habe ich auch gemacht, von Anfang an. Ich habe wirklich gefühlt jeden Abend nach der Arbeit weiter nach Informationen gesucht und das wochenlang, kam mir echt bescheuert vor an manchen Stellen..
      Schlussendlich habe ich die Liste erstellt mit Problemen die ich schon immer habe und habe es quasi nach Kindheit, Jugendliches Alter und dann jetzt als Erwachsene aufgeteilt.
      Dort habe ich die jeweiligen Probleme aufgelistet. Dann habe ich noch einen Punkt Allgemeines, wo ich dann auch sowas wie sensorische Schwierigkeiten aufgreife und generelle Sachen, die auf mich zutreffen.

      Die Liste ist wirklich sehr lang geworden. :oops:

      *Who*I*Am*?* wrote:

      Da meine Eltern keine Hilfe wären, habe ich meine Schwester gefragt, ob sie Auskunft geben könnte.
      Ich habe zwar einen Bruder und eine Cousine, aber beide wissen auch nichts davon. Meine Familie weiß generell nichts davon.
      Ich hoffe jedoch, dass ich die Freundin, die mich seit der Grundschule kennt, mitnehmen kann. Die könnte zur Not auch noch ein paar Stories aus der Grundschule usw. erzählen.


      Vithares wrote:

      Das Problem bei mir ist, dass ich grundsätzlich auf solche Fragen nicht spontan antworten kann, da sie für mich zu allgemein sind und mich überfordern.

      Für die Diagnose war das aber wohl kein Nachteil. Der Arzt hatte kein Problem damit, dass ich nach panischem Überlegen gesagt habe, dass ich die Frage nicht beantworten könne und mir auf Nachfrage die Auskunft gegeben worden wäre ich müsse mich nicht besonders auf den Termin vorbereiten.
      @Vithares

      Genau das ist meine Angst.
      Ich KANN einfach nicht spontan antworten, ich muss mir alles zurechtlegen, lange nachdenken und überlegen, was genau ich sagen will und und und.
      Am besten kann ich mich ausdrücken, wenn ich schreibe und genug Zeit habe, um zu antworten.

      Ich wurde ja schon am Telefon gefragt, warum ich denke, ins Spektrum fallen zu können. 8o
      Da war ich auch erst mal baff, wusste im ersten Moment nicht, was ich sagen sollte, habe Panik bekommen und meinen Notizzettel gesucht, auf den ich alles geschrieben hatte (Nummer, was ich sage, wenn jemand rangeht, eventuelle Fragen, die ich haben könnte, genauso wie Antworten auf Fragen, die von ihnen kommen könnten), dann war ich aber trotzdem noch so nervös, habe richtig angefangen zu zittern (was man gehört hat) und hab dann einfach irgendwas gestammelt, was mir noch eingefallen ist... habe auch gesagt, dass ich schon mal mit meiner Hausärztin darüber geredet habe und sie meinte, ich solle es prüfen lassen. :?

      Aber ich weiß was du meinst.. mir wird es da wahrscheinlich nicht anders gehen. Was ja dann nur von Vorteil für die Diagnostik wäre..
      In der Berufsschule habe ich auch immer Angst, dass ich unaufgefordert drangenommen werde - weil ich so schnell gar nicht antworten kann, bzw. darüber nachgedacht habe, was es sein könnte :(
    • Ljos wrote:

      Am besten kann ich mich ausdrücken, wenn ich schreibe und genug Zeit habe, um zu antworten.
      Da kann ich mich wohl gut in dich hineinversetzen. Selbst wenn ich dann einige Sekunden Zeit habe eine Antwort zu finden, kann ich nicht vernünftig nachdenken. Erst wenn ich dann ohne Druck am Besten alleine Zeit habe und etwas verschriftlichen kann, fallen mir die Sachen, die ich hätte sagen sollen, wieder ein.

      Ljos wrote:

      Ich wurde ja schon am Telefon gefragt, warum ich denke, ins Spektrum fallen zu können.
      Da war ich auch erst mal baff, wusste im ersten Moment nicht, was ich sagen sollte, habe Panik bekommen und meinen Notizzettel gesucht, auf den ich alles geschrieben hatte (Nummer, was ich sage, wenn jemand rangeht, eventuelle Fragen, die ich haben könnte, genauso wie Antworten auf Fragen, die von ihnen kommen könnten), dann war ich aber trotzdem noch so nervös, habe richtig angefangen zu zittern (was man gehört hat) und hab dann einfach irgendwas gestammelt, was mir noch eingefallen ist... habe auch gesagt, dass ich schon mal mit meiner Hausärztin darüber geredet habe und sie meinte, ich solle es prüfen lassen.
      Schon allein sich zu überwinden und dort anzurufen finde ich ziemlich schwierig, da das eben komplett ungewohnt und kaum berechenbar ist. Da finde ich es immer besser wenn alternativ auch die Möglichkeit angeboten wird, dass die Terminvereinbarung per Mail erfolgen kann.
      Solche Zettel mit Notizen, was ich sagen will, mache ich mir vor solchen Telefonaten mit fremden Leuten auch. Früher habe ich manchmal sogar meinen Text ausformuliert und auch die möglichen Fragen und Antworten des Gesprächspartners notiert. Nervös bin ich dann immer noch, aber immerhin fühle ich mich dann meistens in der Lage überhaupt anzurufen.
      Irgendwann hat sich allerdings mal jemand abwertend geäußert, dass ich am Telefon so klinge als würde ich den Text ablesen. :oops: Danach hab ich das mit dem Ausformulieren gelassen.

      Ljos wrote:

      Aber ich weiß was du meinst.. mir wird es da wahrscheinlich nicht anders gehen. Was ja dann nur von Vorteil für die Diagnostik wäre..
      Hast du denn eventuell auch eine Mailadresse von der Diagnosestelle?
      Dann könntest du nochmal nachfragen, was dort erwünscht ist und falls es denen egal ist, kannst du zur Sicherheit deine Notizen mitnehmen und sie dann nur im Notfall herausholen. Das ist wohl immer noch besser, als wenn du hinterher das ungute Gefühl hast, dass du keine realistische Schilderung abgeben konntest aufgrund eines Blackouts. Das wäre zumindest meine Befürchtung.
    • Vithares wrote:

      Schon allein sich zu überwinden und dort anzurufen finde ich ziemlich schwierig, da das eben komplett ungewohnt und kaum berechenbar ist. Da finde ich es immer besser wenn alternativ auch die Möglichkeit angeboten wird, dass die Terminvereinbarung per Mail erfolgen kann.
      ich habe gar keine Telefonnummer bekommen , sondern nur Mailkontakt, worum ich sehr froh war. ich glaube, die wissen doch, dass Telefonieren für viele eine Barriere ist,.
    • Rhianonn wrote:

      ich habe gar keine Telefonnummer bekommen , sondern nur Mailkontakt, worum ich sehr froh war.
      @Rhianonn @Vithares

      Das wäre schön... aber auch diese Klinik macht sowas nur via Telefon. :(
      Ich hatte auch die Hoffnung, dass ich den Termin per Mail machen könnte, aber das wäre in beiden Kliniken nicht möglich gewesen.
      Eigentlich ironisch, dass man, um einen Termin zur Abklärung zu bekommen, dort anrufen muss, was aber für viele eine unüberwindbare Barriere ist oder nur mit viel Angst und Stress machbar ist.