Termin zur Diagnostik bekommen - Was passiert am Termin?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Termin zur Diagnostik bekommen - Was passiert am Termin?

      Guten Abend liebe Forenmitglieder,

      ich habe diesen Dienstag in einer Spezialambulanz angerufen (mehr oder weniger schlecht, ich hatte davor eine Panikattacke und danach fast 1h gebraucht, um wieder runterzukommen.. und das dummerweise auch noch an der Arbeit) und heute den Termin erfahren, der auch Mitte des Jahres stattfinden wird.
      In der Hinsicht hatte ich also anscheinend schon mal Glück, da man ja doch teilweise 1 Jahr oder länger Wartezeiten hat.

      Leider war ich so verpeilt, dass ich nicht mehr gefragt habe, wie das Ganze ablaufen wird, was passiert/gemacht wird.
      Vor allem, ob man sich irgendwie darauf vorbereiten kann?

      Da ich auch das Buch von Dr. Christine Preißmann gelesen habe ("Überraschend anders - Mädchen und Frauen mit Asperger") und ich mich auch mit fast allem dort identifizieren konnte (mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt), habe ich mal angefangen, auch für mich selber, eine Liste mit Merkmalen oder Dingen zu schreiben, die mir in Kindheit/Jugend und Erwachsenenalter aufgefallen/schwer gefallen sind jetzt im Nachhinein, wo ich mehr Input über Autismus habe (bedeutet mittlerweile 1 1/2 Monate exzessive Recherche zu dem Thema... :roll: ).
      Die Liste ist wirklich sehr lang geworden und ich habe irgendwie das Bedürfnis, demjenigen/denjenigen das alles mitzuteilen. Was ich ohne Liste niemals könnte, weil es wirklich SO dermaßen viele Punkte sind, dass ich davon bestimmt immer irgendetwas vergessen würde.
      Allerdings könnte ich mir durchaus auch vorstellen, dass es vielleicht seltsam erscheint, wenn man zuvor eine ganze Liste seiner Probleme/Auffälligkeiten erstellt hat? :(

      An die, die schon eine Diagnostik hinter sich haben:
      Wie war es? Was wurde gemacht? Habt ihr euch irgendwie darauf vorbereitet? Oder gar nicht?
      :?

      Liebe Grüße,
      Ljos
    • Ljos wrote:

      Die Liste ist wirklich sehr lang geworden und ich habe irgendwie das Bedürfnis, demjenigen/denjenigen das alles mitzuteilen.
      Am besten ist es, unvoreingenommen "anzutreten".
      Kommt bei einigen Stellen nicht gut an, wenn man schon so "vorbereitet" ist.
      Einfach du selbst sein, wenn du es kannst, zumindest "nehmen wie es kommt".
      Falls du es für etwas bestimmtes brauchst, dann kannst du das mit einfließen lassen, daraus sollten sich deine Probleme eigentlich von selbst für den Diagnostiker ergeben.

      MfG
      „Kein Mensch sollte sich dafür schämen müssen, wer er ist."
      - CSI - Den Tätern auf der Spur S4E6
    • Ljos wrote:

      Allerdings könnte ich mir durchaus auch vorstellen, dass es vielleicht seltsam erscheint, wenn man zuvor eine ganze Liste seiner Probleme/Auffälligkeiten erstellt hat?
      Ich hatte so eine Liste auch erstellt, weil ich Angst hatte etwas zu vergessen. Ich habe sie aber in den Gesprächen nicht gebraucht.
      Eine Vorbereitung ist üblicherweise nicht notwendig. Wenn es dich entspannt die Liste dabei zu haben, nimm' sie ruhig mit. Du wirst sie aber vermutlich nicht brauchen.

      Der Ablauf wird bei jedem Diagnostiker anders sein. Üblicherweise kriegt man eine Reihe Fragebögen zum ausfüllen. Die dienen dazu einen Überblick über den Patienten zu kriegen. Dabei werden häufig auch Auffälligkeiten anderer psychischer "Krankheiten" abgefragt, deren Symptomatik sich mit AS überschneidet.
      Danach gibt es dann ein oder mehrere Interviews, wo anhand der Fragebögen gezielt nachgefragt wird. Im Grunde läuft es darauf hinaus, dass man viel aus seinem Leben erzählt. Dazu gibt es je nach Bedarf weitere Tests um einzelne Auffälligkeiten genauer zu beobachten.
      Einen besonderen Stellenwert nehmen häufig Fremdbeurteilungen insbesondere zur Kindheit ein, um sicherzugehen, dass die Symptome dort schon bestanden und nicht später erworben wurden. Meist erfolgt dazu ein Interview mit den Eltern. Schulzeugnisse mit textueller Bewertung sind auch interessant. Videos aus der Kindheit können auch sehr aufschlussreich sein.

      Du ahnst sicher schon, dass das eine Weile dauert. Manche Stellen ziehen das Programm an einem Tag durch. Manche verteilen das auf mehrere Termine. Letzteres hat den Vorteil, dass man vielleicht in unterschiedlicher Tagesform erwischt wird und z.B beim dritten Termin doch Symptome zeigt, die vorher unbewusst kompensiert wurden. Gerüchteweise wird auch die ein oder andere Stresssituation erzeugt, wobei das auch der Schusseligkeit des Diagnostikers geschuldet sein kann. Das sind auch nur Menschen. :)
    • TalkativeP wrote:

      Ljos wrote:

      Allerdings könnte ich mir durchaus auch vorstellen, dass es vielleicht seltsam erscheint, wenn man zuvor eine ganze Liste seiner Probleme/Auffälligkeiten erstellt hat?
      Ich hatte so eine Liste auch erstellt, weil ich Angst hatte etwas zu vergessen. Ich habe sie aber in den Gesprächen nicht gebraucht.Eine Vorbereitung ist üblicherweise nicht notwendig. Wenn es dich entspannt die Liste dabei zu haben, nimm' sie ruhig mit. Du wirst sie aber vermutlich nicht brauchen.
      Ich überleg auch schon länger, so eine Liste zu erstellen, schieb das aber immer vor mir her.

      Warst du beim UKE?
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • thelord wrote:

      Ich überleg auch schon länger, so eine Liste zu erstellen, schieb das aber immer vor mir her.
      So eine Liste war mit das erste überhaupt was ich angefertigt habe, einfach auch um für mich selbst so einen Überblick zu bekommen.
      Bei meinem aller ersten gespräch zu einer Diagnostik, allerdings wegen Transgender, habe ich diese auch mitgenommen und vorgelesen weil ich wusste das ich zu aufgeregt bin und mir das erzählen schwergefallen wäre, und ich hatte den Eindruck das die Frau etwas irritiert war deswegen.
      In der letzten Diagnostik wo ich wegen Autismus da war, habe ich auch einiges an Zettelgedöns dabei in einer Mappe, nur für den fall aber gebraucht hab ich es nicht, es lieg bei mir auch so ab wie jemand anderes schon schrieb, man wird gebeten Fragebögen auszufüllen, und wird dann halt nachträglich oder davor (jenachdem was zuerst gemacht wird) befragt wegen diverser Dinge. Ich hatte sogar meine Mutter mitgebracht weil ich dachte das die mit ihr auch sprechen wollten aber sie wurde nicht befragt und auch nicht geschaut wie sie so drauf ist, der Fragebogen den sie ausgefüllt hat, hat wohl ausgereicht. Autismusdiagnose hab ich dort auch bekommen ohne weitere Tests.
    • Vielen Dank...
      Ihr beruhigt mich doch etwas. Ich werde das dann auf jeden Fall mitnehmen, wenns soweit ist...

      Meine Eltern habe ich bisher nicht eingeweiht, da gerade meine Mutter solchen Dingen gegenüber etwas... nunja. "Blöd" ist. :( :shake:
      Laut ihr habe ich mir auch nur eingeredet, dass ich Dyskalkulie habe (vom Psychologen getestet und bestätigt als Teenager) und ich soll mich halt einfach nicht so anstellen.
      Mein Vater ist verständlicher, aber trotzdem habe ich mich bisher noch nicht getraut, darüber zu reden.

      Sie sagen mir immer wieder, dass mein Verhalten nicht normal ist und dass ich schon als Kind so war wie jetzt. Ich werde wahrscheinlich meine sehr gute Freundin mitnehmen, die mich schon seit der Grundschule kennt und die parallelen deutlich sehen kann.
      Die Ambulanz, in der ich das Gespräch haben werde, haben mich damals als Kind schon mal behandelt wegen Problemen. Was genau der Psychologe da allerdings über mich geschrieben hat, weiß ich gar nicht.

      Ich hoffe, dass es angenehm wird. Ich zerbreche mir jetzt schon den Kopf darüber und versuche jegliche Situation durchzuspielen, damit ich auch ja vorbereitet bin :( :?
      Und ich hoffe vor allem, dass ich nicht die Sprache verliere oder mich nicht traue, manche Dinge zu erzählen.
    • So ging es mir auch. Ich hatte die Vermutung, betroffen zu sein und ging daher zur Diagnostik. Vorbereitet mit Listen usw. habe ich mich nicht. Ich glaube, das hätte nicht viel gebracht. Die Ärzte fragen selber sehr zielsicher, um die nötigen Informationen zu bekommen. Später viel mir schon ein, dass ich bei der einen oder anderen Frage noch viel mehr hätte sagen können, weil mir Sachen entfallen waren, aber irgendwie wäre es auch blöd gewesen, dann seine Liste herauszuziehen und zu sagen: "Moment, ich gucke mal nach".

      Kommt natürlich auch auf den Gesprächsverlauf an. Du kannst ja für dich eine Liste machen, dann fühlst du dich vielleicht sicherer, eine dabei zu haben, auch wenn du sie dann gar nicht brauchen solltest.
    • Komisch, dass da jemand überrascht guckt, wenn man sich für so einen Termin eine Liste macht - ich meine, derartige Listen brauche ich für alles mögliche, was nicht Routine ist, um für mich selbst die Dinge zu ordnen und nichts zu vergessen. Das mache ich bei jedem Telefongespräch mit Behörden, Handwerkern o.ä. so. Ich schreibe mir auch für meinen wöchentlichen Psychotherapietermin oft Notizen. Und benutze die auch... Ich werde also ganz sicher eine Liste haben zum Termin und ggf. auch hemmungslos benutzen. Ist halt Teil meiner Kompensation welcher ICD-Nummer auch immer 8-)

      @Ljos Super, dass du es hingekriegt hast, dort anzurufen!!! Diese Hürde hast du mit Schwierigkeiten, aber allein und mit Erfolg genommen :nod: Was das Einweihen der Eltern angeht: Du bist doch erwachsen, es ist also auch in dieser Hinsicht völlig normal, die Eltern nicht unbedingt einbeziehen zu wollen. Ich hätte es damals auch bereits auf keinen Fall gemacht. Ich meine, es ist doch etwas ausgesprochen Privates, man muss da ja Seiten von sich zeigen, die man meist ja eher versucht, nach Möglichkeit zu verstecken. Auch andersrum würden sicher deine Eltern nicht vor einem derartigen Arzttermin mit dir reden, vielleicht auch nicht hinterher. Dass du dich gerne jemandem anvertrauen magst und Beistand suchst für den Termin, ist auch verständlich, aber eben: das kann mindestens so gut eine Freundin sein. Letztlich die Person, der du am ehesten in dieser Sache vertraust.
      Es darf genau so sein.
    • Ally wrote:

      Die Ärzte fragen selber sehr zielsicher, um die nötigen Informationen zu bekommen. Später viel mir schon ein, dass ich bei der einen oder anderen Frage noch viel mehr hätte sagen können, weil mir Sachen entfallen waren, aber irgendwie wäre es auch blöd gewesen, dann seine Liste herauszuziehen und zu sagen: "Moment, ich gucke mal nach".
      Ich hatte tatsächlich auch eine Liste dabei - 5 Seiten, feinsäuberlich gegliedert, mit allem was mir im Bezug auf Autismus auf meine Lebensgeschichte eingefallen ist. Allerdings blieb sie auch während allen drei Terminen in meinem Rucksack, denn Ally hat vollkommen recht: die Diagnostiker wissen, wie sie an ihre Informationen kommen! Und es kommt am Ende eben immer auf den Gesamteindruck an, nicht auf jedes einzelne Symptom. Ich war nach den Terminen auch ganz durch den Wind, hätte gefühlt am liebsten noch tausend andere, wichtige Dinge erzählt. Aber für die Psychologin war das Bild trotzdem eindeutig. Du bist übrigens nicht in der Position beweisen zu müssen, dass du Autismus hast. Es ist Aufgabe des Diagnostikers das herauszufinden. :)

      Und so schwer es auch ist, Dinge einfach auf sich zukommen zu lassen und nicht zu wissen, was genau passiert: es kommt wiederum auch dem Diagnostiker zugute, weil man in Stresssituationen weniger kontrolliert und angepasst ist. Trotzdem kann ich es sehr empfehlen eine Vertrauensperson mitzunehmen!

      Ljos wrote:

      Und ich hoffe vor allem, dass ich nicht die Sprache verliere oder mich nicht traue, manche Dinge zu erzählen.
      Gerade das nicht mehr sprechen zu können, ist bei Autismus ja nicht gerade untypisch. Du könntest dir selbst den Druck etwas nehmen, wenn du das gleich am Anfang des Gespräches mitteilst und wie dann am besten damit umgegangen werden soll. Also ob es dir z. B. hilft, wenn eine kurze Pause eingelegt wird, wenn du lieber auf andere Art kommunizierst oder ähnliches. Und auch wenn es unangenehm bis schmerzhaft ist, sich komplett zu öffnen, ist es natürlich in der Diagnostik super wichtig, damit man sich ein komplettes Bild machen kann. Je nachdem wie das dort abläuft, wäre es ja vielleicht auch eine Option emotional schwierige Dinge noch schriftlich nachzureichen, wenn es dir in dem Moment nicht möglich ist, darüber zu sprechen.
    • Verwirrt wrote:

      Komisch, dass da jemand überrascht guckt, wenn man sich für so einen Termin eine Liste macht - ich meine, derartige Listen brauche ich für alles mögliche, was nicht Routine ist,
      Ich brauche meine Listen auch.
      Zu diesem Termin bin ich ohne Hilfsmittel gegangen.
      Ich, so wie ich bin.
    • tip wrote:

      Zu diesem Termin bin ich ohne Hilfsmittel gegangen.
      Ich, so wie ich bin.
      Das ist auch ein Argument...

      Ergänzung: Wobei ich das gar nicht so einfach finde, das auseinander zu sortieren. Vieles ist so selbstverständlich und automatisiert...
      Es darf genau so sein.

      The post was edited 1 time, last by Platypus ().

    • Verwirrt wrote:

      Komisch, dass da jemand überrascht guckt, wenn man sich für so einen Termin eine Liste macht - ich meine, derartige Listen brauche ich für alles mögliche, was nicht Routine ist, um für mich selbst die Dinge zu ordnen und nichts zu vergessen.
      Ich meinte ja nicht, dass es komisch ist, Listen zu machen. Ich habe auch überall sehr viele Listen. Manchmal im Kopf, meistens auf Papier. Bei der Diagnostik hingegen füllt man in der Regel vorab schon allerlei Fragebögen aus oder kann schriftliche Ausführungen den Bögen beilegen. Ich hatte 6 oder 7 Seiten handschriftlichen Text mit den Fragebögen abgegeben, weil ich genau wusste, dass ich beim Gespräch so gestresst sein werde, dass ich entweder gar nix sage oder anfange, ohne Punkt und Komma zu reden und dabei einiges sinnloses Zeug von mir zu geben, wenn ich erstmal in Fahrt bin.
      Ich fände es dann besser, die Liste schon bei Gesprächsbeginn abzugeben oder hinterher und zu sagen, dass man nochmal alles zusammengefasst hätte. Ich würde aber nicht während des Gesprächs anfangen, von einer Liste abzulesen.
    • Ljos wrote:

      Und ich hoffe vor allem, dass ich nicht die Sprache verliere oder mich nicht traue, manche Dinge zu erzählen.
      Mir ist beides passiert, zudem habe ich es nicht geschafft meine Liste hervorzuholen. Es hat trotzdem alles geklappt, auch wenn ich nicht alles losgeworden bin, was ich sagen wollte :) Die Diagnostiker haben da ja Erfahrung mit und wissen wie sie damit umzugehen haben. Außerdem ergibt sich direkt ein realistisches Bild, wenn einem so etwas öfters passiert :roll:
    • Ljos wrote:

      An die, die schon eine Diagnostik hinter sich haben:
      Wie war es? Was wurde gemacht? Habt ihr euch irgendwie darauf vorbereitet? Oder gar nicht?
      Ich habe den ersten Termin hinter mir, es ging mehr um meine Biographie, warum ich überhaupt die Diagnostik möchte bzw wie ich darauf käme und einige Punkte, die mir selbst an mir auffielen - so wie in deinem Fall beispielsweise das Buch von Dr. Preißmann, und meine Probleme.

      Ich habe mir schon gedacht, dass es um meine Lebensgeschichte geht und holte dann auch meine Notizen raus . Die Psychologin fand es eher gut, dass ich so organisiertt war.
      Spezielle Fragebögen und Tests habe ich noch nicht gemacht, nur einen so allgemeinen, bei dem besonders nach depressiven Symptomen gefragt wird ( müssen Psychologen wohl, damit sie nix übersehen)
      Ich war am Anfang aufgeregt, aber es war eine ruhige, freundliche Atmosphäre und zum Schluss war ich recht entspannt.


      TalkativeP wrote:

      Einen besonderen Stellenwert nehmen häufig Fremdbeurteilungen insbesondere zur Kindheit ein, um sicherzugehen, dass die Symptome dort schon bestanden und nicht später erworben wurden. Meist erfolgt dazu ein Interview mit den Eltern. Schulzeugnisse mit textueller Bewertung sind auch interessant. Videos aus der Kindheit können auch sehr aufschlussreich sein.
      Meine Eltern sollen (erstmal) nix davon wissen , und die Diagnostikerin meinte, das wäre für sie in Ordnung.

      The post was edited 2 times, last by Rhianonn ().

    • Ljos wrote:

      ich habe diesen Dienstag in einer Spezialambulanz angerufen
      Gratuliere! Du hast das Telefonat geschafft :) Für diesen Schritt hab ich ungefähr ein Jahr gebraucht, und danach war ich schweißgebadet und am Ende ;)

      Ljos wrote:

      An die, die schon eine Diagnostik hinter sich haben:
      Wie war es? Was wurde gemacht? Habt ihr euch irgendwie darauf vorbereitet? Oder gar nicht?
      Natürlich habe ich eine lange Liste gemacht, ohne Liste geht gar nichts :d
      Zum Gespräch habe ich sie aber einfach zuhause gelassen :) , habe zwar erwähnt, dass ich eine Liste gemacht hätte, für den Fall dass sie gebraucht würde, aber es hat offensichtlich so auch gereicht :d
      Es gab Gespräche und Fragebögen. Den Eltern-Fragebogen durfte ich mir ersparen, weil das Verhältnis mit meinen Eltern nicht besonders gut ist.
      Der andere Fragebogen war nicht mega-umfangreich, den durfte ich zuhause ausfüllen und mit der Post schicken.

      Die ganzen Sorgen vorher waren wesentlich schlimmer als das Gespräch selbst, ich denke auch, dass man ein bißchen Glück haben muss mit den Diagnostikern. Bei mir war alles super, habe aber im Forum schon echte Gruselgeschichten gelesen (vielleicht ist es besser, diese Geschichten erst nach der Diagnose zu lesen :d ).

      Im Nachhinein war es den Aufwand auf jeden Fall wert; die Gespräche haben mir einiges über mich erklärt, was ich in keinem Buch nachlesen kann; und dieses blöde "Vielleicht" ist auch weg.

      Also, ich wünsche Dir. @Ljos, dass Du freundliche und kompetente Ansprechpartner finden und alles gut klappen möge ! :thumbup:
    • Ein guter Diagnostiker sollte die soziale Interaktion und Kommunikation in der 1:1-Gesprächssituation beurteilen können. Es gibt aber diagnoserelevante Dinge, die für ihn im Diagnosegespräch in der Regel nicht direkt sichtbar werden, die er nur erfragen kann. Da kann es meiner Ansicht nach hilfreich sein, sich vorab Notizen zu machen, falls man im Gespräch so gestresst sein sollte, dass einem vieles nicht einfällt. Das wären etwa (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

      - Probleme, die nur in anderen Situationen sichtbar werden, wie Gruppengesprächen und komplexeren sozialen Situationen (z.B. im Arbeitsumfeld), wo man etwa mit erlerntem Verhalten an Grenzen stößt, da schnelle und flexible Perspektivübernahme nötig wäre
      - Auffälligkeiten aus den Bereichen Rituale/Routinen/Stereotypien/Spezialinteressen/Inflexibilität und Sensorik sowie
      - abweichende Entwicklung oder Auffälligkeiten in der Kindheit in den diagnoserelevanten Hauptbereichen (soziale Interaktion, soziale Kommunikation und Routinen/Rituale/Sensorik/...).

      Nebensymptome wie Probleme mit dem Schlaf oder der Motorik, die bereits seit der Kindheit bestehen, können auch wichtig sein für das Gesamtbild. Wenn es dich beruhigt, dir dazu Notizen zu machen, mach das. Ich wurde z.B. zum Thema Routinen und Ritualen nach Beispielen aus dem Alltag gefragt, und fand es aus dem Stehgreif schwierig zu beantworten, da es mir sehr schwer fällt auseinanderzuhalten, was noch normal ist (fast jeder hat ja irgendwelche festen Abläufe), und was schon diagnoserelevantes unflexibles Festhalten an Routinen ist.

      The post was edited 1 time, last by Turtle ().