Mikrozensus Berlin

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    • Mikrozensus Berlin

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      morgenpost.de/berlin/article21…von-Berlinern-wissen.html

      Hat schon einmal jemand von Euch bei einem Mikrozensus mitgemacht?

      Wie hoch ist derzeit das Bußgeld, wenn man sich verweigert? Wenn man nicht zahlen kann, kann man dafür ins Gefängnis gehen, um den Gerichtsvollzieher zu vermeiden?

      Ich mache mir etwas Sorgen. Ich will nicht 76 Seiten Fragebogen ausfüllen müssen und eine fremde Person gegen meinen Willen in die Wohnung lassen müssen. Im Netz habe ich von Strafen in Höhe von bis zu 900 Euro gelesen.

      ksta.de/koeln/koeln-archiv/zwa…-nicht-teilnahme-25482746

      Wie ist dieser Fall ausgegangen?

      In dem Bericht steht vier Jahre in Folge muss man daran teilnehmen.

      ichsagmal.com/2014/05/30/zwang…spruch-nicht-moglich-nrw/

      Also sollte ich "auserwählt" werden, lasse ich meine Betreuer die Zettel falsch ausfüllen. Da gehen mir Stunden der Betreuung mit flöten. :(
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      Ja, vor einigen Jahren...
      Es war total ätzend, und die Frau kam tatsächlich 4 Jahre lang immer wieder :shake:

      Heute fände ich es viel lustiger, habe ja mehr Erfahrung im Wunderlich-Sein und Menschen in Verlegenheit bringen :d
      Damals hatte ich einfach nur Panik, aber ich habe es auf jeden Fall überlebt.
      Soweit ich mich erinnere, hat die Frau nur gefragt und den Fragebogen selber ausgefüllt.
      Man hätte ihr sonstwas erzählen können, oder irgendwelche Späße mit ihr treiben, allerdings habe ich mein Missfallen nur ausdrücken können, indem ich ihr kein Glas Wasser angeboten habe :m(: voll der Revoluzzer :sarcasm: maximale Unhöflichkeit!
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      Gibt's das etwa auch anderswo? 8o
      Bevor ich da mitmach, würde ich ja noch eher für 'ne Weile in den Knast gehen. Was geht die an, ob ich ins Internet geh oder wie groß ich bin? Nee, das könnten die sich aber ganz gepflegt knicken. Meine Daten gehen die 'nen feuchten Kehrricht an. Das ist jawohl voll dreist, von den Bürgern irgendwelche Daten zu erpressen. Geht gar nicht. :thumbdown: :evil:
      Don't let go
      Never give up, it's such a wonderful life
      (aus "Wonderful Life" von "Hurts")
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      Wenn ich mir das Muster des Fragebogens so ansehe...ich könnte gar nicht alle Fragen beantworten bei meinem verkorksten Lebenslauf. Einige Dinge sind in dem Fragebogen gar nicht vorgesehen. Und ich weiß nicht, ob es nicht seltsam wirkt, immer "Sonstiges" anzukreuzen :roll:
      Manche Fragen sind auch echt dämlich. Warum haben Sie sich eine Arbeit gesucht? Vielleicht weil ich nicht nur von Handtaschendiebstählen und Kinderprostituion leben wollte? Hmmm? :nerved:

      Naja, laut einem Kommentar unter einem der verlinkten Artikel ist es ja selbst den Leuten, die die Daten einsammeln, ziemlich egal was man da angibt. Solange man nicht sagt, man wäre Donald Duck aus Disneyland, prüft das wohl keiner nach.
      Also denk Dir für den Fall des Falles einfach schon mal ein paar lustige Antworten aus.

      Unverschämt ist die Sache mit den Terminen. Was, wenn man da keine Zeit hat wegen Arzttermin, Arbeit oder Urlaub?
      Die Sache mit der Demenzkranken aus dem Kölner Anzeiger ist auch interessant. Was, wenn eine der Testpersonen in den 4 Jahren stirbt?
      Fragen über Fragen... :nerved:
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:
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      Habe selber beim Mikrozensus bis vor ein paar Jahren mitgemacht. (allerdings halt bei mir in Bayern)
      Hab manchmal die Möglichkeit den Fragebogen selber auszufüllen genutzt und hatte in anderen Jahren eine Dame da.

      Fand die Termine wo ichs selber ausgefüllt hab, um einiges stressiger, da das ein riesen Stapel Papier war.

      Wegen den Terminen wars bei mir möglich die Befragerin direkt anzurufen und dann einen Termin zu vereinbaren / zu ändern.
      War bei mir recht problemlos.
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      Ich habe mal 3 Jahre Interviews für den Mikrozensus geführt. Allerdings in Bayern. Die Befragten durften aber zwischen Interview und Fragebögen selbst ausfüllen wählen. Dennoch entschieden sich die meisten für das Interview. Heute sollte das ganze aber auch über das Internet möglich sein.
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      Hab mir mal den Musterfragebogen für Niedersachsen angeschaut. Ich wüsst bei vielen Fragen gar nicht, was da überhaupt die korrekte Antwort wär. Ausserdem find ich es sehr verdächtig, dass da so intensiv nach Einkommen/Verdienst gefragt wird. Würd mich nicht wundern, wenn das hinter den Kulissen mit der AfA, dem Jobcenter, dem Sozialamt oder der DRV abgeglichen wird. Von daher würd ich da lieber keine unüberlegten Fantasie-Angaben machen. :shake:
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      Es ist schon ca. 18 Jahre her, dass ich die Umfragen machte. Im ersten Jahr mussten wir die Fragebögen mit der Hand ausfüllen, die beiden Jahre danach gab es Laptops, so entfiel schon mal einiges an Papierkram. Es war kein schlechter Nebenverdienst. Man hatte ca. 6-8 Wochen für sein zugeteiltes Gebiet Zeit. Teilweise waren die Namen der Bewohner nicht bekannt, so musste man erstmal rausfinden, wer überhaupt in den betreffenden Wohnungen wohnt, wie die Leute heißen, um eine Ankündigung zur Befragung in den Briefkasten zu werfen. Es gab nur die Info: Straße xyz, 3. und 5. Stock, Wohnungen linke Seite. Gerade bei Hochhäusern mit wilden Klingelschildern ohne System war das oft schon eine Herausforderung.
      Es fiel mir jedes Mal wieder schwer, die Leute nach dem Gehalt zu fragen, weil ich die Frage unangemessen fand. Stellen musste man sie trotzdem, aber die Leute durften auch bei einzelnen Fragen die Antworten verweigern oder auch falsche Angaben machen. Es heißt ja, das kein Datenabgleich mit den Behörden stattfindet, denn andernfalls bräuchte ja nur bei den Finanzämtern nachgefragt werden, was die Leute dort als Verdienst angeben. Die zu befragenden Personen musste sich auch nicht per Ausweis idenitifzieren. Ich wusste also gar nicht, ob die Person überhaupt diejenige war, die befragt werden sollte oder jemand ganz anderes, der zu Besuch dort war.
      Ausgesucht zur Befragung wurden keine bestimmten Personen, sondern Wohnungen. Jede gewählte Wohnung wurde 4 Jahre am Stück befragt. Zog der Bewohner zwischendurch aus und jemand anderes ein, so wurde der neue Bewohner befragt.
      Ich fand es immer spannend, die Einrichtungen oder auch farblichen Gestaltungen der Wohnungen zu sehen. Selber will ich zwar keine fremden Leute in der Bude haben, aber fremde Wohnungen schau ich mir immer gerne an :-p
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      Slim schrieb:

      Ich mache mir etwas Sorgen. Ich will nicht 76 Seiten Fragebogen ausfüllen müssen und eine fremde Person gegen meinen Willen in die Wohnung lassen müssen.
      Nun ja, deshalb gibt es ja dem Gesetz nach in Deinem Fall die Option, dass Dein gesetzlicher Betreuer die Auskunft erteilt (ob der das schriftlich macht oder mündlich durch ein Treffen mit den Helfern ist dabei gleich).

      Slim schrieb:

      Also sollte ich "auserwählt" werden, lasse ich meine Betreuer die Zettel falsch ausfüllen. Da gehen mir Stunden der Betreuung mit flöten.
      Verstehe ich nicht so ganz. Meine Betreuerin führt doch kein "Studenkonto" für mich/ über mich. Sie erledigt im Rahmen des Aufgabenkreises die Dinge, die anfallen. Punkt. Und bezgl. des Mikrozensus existiert eine gesetzliche Auskunftspflicht - das ist also kein Freizeitspaß!

      Rusty Mike schrieb:

      Gibt's das etwa auch anderswo? 8o
      Bevor ich da mitmach, würde ich ja noch eher für 'ne Weile in den Knast gehen. Was geht die an, ob ich ins Internet geh oder wie groß ich bin? Nee, das könnten die sich aber ganz gepflegt knicken. Meine Daten gehen die 'nen feuchten Kehrricht an. Das ist jawohl voll dreist, von den Bürgern irgendwelche Daten zu erpressen. Geht gar nicht. :thumbdown: :evil:
      Ja, der gesetzliche Rahmen dafür ist ein Bundesgesetz und insgesamt wird der Zensus - in Summe der einzelnen Ländererhebungen - bundesweit erhoben. Es wird 1% der Bevölkerung befragt.

      Deine Kritik teile ich nicht (tat übrigens auch das Bundesverfassungsgericht nicht). Denn auf Basis welcher Daten sollen politische oder verwaltungstechnische Entscheidungen getroffen werden?
      Ganz konkret z.B.: Egal ob es nun um den Sozialhilfe-/ H4- Satz geht oder vielleicht einmal um ein Grundeinkommen, man braucht Zahlen/ statistische Informationen, um diesen Satz zu berechnen. Oder um die Verteilung von Fördermitteln z.B. für den Ausbau der Netzinfrastruktur. Zahl und Leistungsspektrum von Krankenhäusern, Apotheken, etc. etc. . Kurzum, wie sollen (finanzielle/ steuerliche) Entscheidungen über das, was man "Daseinsfürsorge" nennt effizient getroffen werden, wenn man keine vernünftigen Informationen hat? Etwa nur danach, welches Grüppchen auf der Straße am lautesten schreit? Gießkannenprinzip?

      Aus meiner Sicht gibt es eben nicht nur Bürgerrechte, sondern auch Bürgerpflichten. Und hier sind gerade mal 1% der Bevölkerung betroffen, was m.E. wirklich vertretbar wenige Leute sind.

      Außerdem ist mir diese Art der Datenerhebung wesentlich lieber, als wenn ein Gesetz geschaffen würde, nach welchem Behörden einfach Datenbanken verknüpfen, um selbst diese Datensätze zu kompilieren - intransparent und hinter unserem Rücken.

      Wolkenfrosch schrieb:

      Unverschämt ist die Sache mit den Terminen. Was, wenn man da keine Zeit hat wegen Arzttermin, Arbeit oder Urlaub?
      Die Sache mit der Demenzkranken aus dem Kölner Anzeiger ist auch interessant. Was, wenn eine der Testpersonen in den 4 Jahren stirbt?
      Die Termine kann man doch absprechen. Soweit mir bekannt sind die dabei auch sehr kulant.
      Wenn eine Person stirbt, dann wird das erfasst und damit endet die Befragung. Es wird niemand "nachnominiert" oder die Auskunftspflicht "vererbt", falls Du das wissen wolltest.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
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      Wolkenfrosch schrieb:

      Was, wenn eine der Testpersonen in den 4 Jahren stirbt?
      Fragen über Fragen...
      Beim Mikrozensus werden nicht bestimmte Personen ausgewählt, also indirekt schon, aber die Auswahl läuft über Gebäude / Wohnungen. Die Bewohner der betreffenden Wohnung werden 4 Jahre am Stück befragt.
      Im ersten Jahr wohnt Familie Müller darin, so wird Familie Müller befragt. Ziehen die aber plötzlich aus und für zwei Jahre wohnen die Schmidts dort, dann werden im Jahr 2 und 3 die Schmidts befragt. Wohnt im 4. Jahr Familie Wagner darin, die nach Schmidts Auszug dort eingezogen sind, wird im 4. Jahr Familie Wagner befragt, weil sie in der ausgewählten Wohneinheit wohnt. Keine der Familien wurde 4 Mal befragt, weil keiner davon 4 Jahre in der gewählten Wohneinheit lebte.

      Digital_Michael schrieb:

      Wenn eine Person stirbt, dann wird das erfasst und damit endet die Befragung.
      Die Personen werden nicht erfasst. Die Statistik merkt nicht, dass jemand anders als im Vorjahr befragt wird, ausser daran, dass es plötzlich andere Angaben gibt. Daraus geht aber nicht hervor, ob der Befragte aus dem Vorjahr gestorben oder verzogen ist. Es geht alles über Nummern. Für das Amt sind mit den Nummern keine Namen verknüpft. Nur der Interviewer muss die Namen herausfinden, um zu wissen, wem er die Einladung schicken kann. Die Namen selber werden an keiner Stelle im Interview oder den Unterlagen notiert. Hat man das gleiche Gebiet zu befragen wie im Vorjahr, so hat man das Glück, schon zu wissen, wie die meisten Leute heißen.

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      Ich find's trotzdem nicht richtig, dass man dazu gezwungen wird. Warum nicht auf Freiwilligkeit? Ich denk, dann würden auch nicht irgendwelche Falschangaben die Statistik verfälschen. Denn wenn man sich zu dem Thema mal im Internet umhört, machen da wohl viele Leute absichtlich falsche Angaben.
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      Question schrieb:

      Mich würde mal interessieren, ob es sowas auch in anderen Ländern gibt.
      Ich meine, in the Land of the free gibts nicht mal ne Meldepflicht.
      Alles was es nur in Deutschland gibt, steht bei mir unter Generalverdacht.
      Ein solcher Zensus wird auch in den USA durchgeführt:
      American Community Survey, der sich aus dem (in der US-Verfassung angelegten) United States Census entwickelt hat ("long form"). Die Teilnahme ist auch in den USA verpflichtend ("mandatory"). Es werden pro Monat 295.000 Amerikaner befragt. Also etwa 3.5 Millionen Amerikaner pro Jahr. Also auch etwa 1% der Bevölkerung.

      Hier ist noch die Liste aller Staaten, in denen (mindestens) eine Form von Zensus durchgeführt wird.
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      ich frage mich das völlig ernsthaft, was würde geschehen, wenn ein Proband gerade eine Psychose hat und dementsprechend paranoid antwortet .
      Im Falle der dementen Dame hatte sie einen Betreuer, aber nicht alle Schizophrenen stehen unter Betreuung. Es gibt so etwas wie "das Recht auf Krankheit" , man ist auch nicht verpflichtet, sich behandeln zu lassen, wenn man nicht gerade von Staatswegen untergebracht wird.


      Rusty Mike schrieb:

      Ich find's trotzdem nicht richtig, dass man dazu gezwungen wird. Warum nicht auf Freiwilligkeit? Ich denk, dann würden auch nicht irgendwelche Falschangaben die Statistik verfälschen.
      Es wäre durchaus möglich, Freiwillige zu nehmen. Oder noch besser, gegen ein kleines Entgelt wie als Wahlhelfer. Bei uns bewerben sich immer mehr Wahlhelfer, als überhaupt gebraucht werden.


      Digital_Michael schrieb:

      Aus meiner Sicht gibt es eben nicht nur Bürgerrechte, sondern auch Bürgerpflichten. Und hier sind gerade mal 1% der Bevölkerung betroffen, was m.E. wirklich vertretbar wenige Leute sind.

      Leider ist die Umfrage nicht einmal gut gemacht. Hier eine umfassende Kritik zur Frage nach der vorwiegend zuhause gesprochenen Sprache, die die soziale Realität - nämlich Zwei- oder Mehrsprachigkeit überhaupt nicht abbildet: ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/de…chen_Mikrozensus_2018.pdf