Alternativen zu Sonnenbrille und Kopfhörer bei Reizüberflutung

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    • Alternativen zu Sonnenbrille und Kopfhörer bei Reizüberflutung

      Heyho,

      wie macht ihr das eigentlich mit eurer Reizempfindlichkeit?

      Ich habe da ganz arge Probleme und trage daher sehr oft meine Sonnenbrille und Kopfhörer mit Noise Cancelling.

      Ich mache das auch in geschlossenen Räumen, im Alltag.

      Die Reaktionen sind meistens okay; manche Menschen nehmen es mit Humor, andere bemitleiden mich, wieder andere gucken nur komisch, und einigen ist es auch egal.

      Trotzdem mag ich die Aufmerksamkeit nicht. Ich würde am liebsten einfach in der Masse verschwinden.

      Ich habe mal gehört, dass es spezielle Ohrstöpsel gibt, die Musiker benutzen, um alle Umgebungsgeräusche zu reduzieren. Ist soetwas empfehlenswert? Das wäre auf jeden Fall dezenter.

      Und es gibt wohl auch Kontaktlinsen, die Sportler benutzen, die den Lichteinfall reduzieren. Hat das hier schon mal jemand probiert?

      Klar, kann man jetzt sagen, ist es nicht so wichtig, was die anderen denken. Noch stimmt das auch. Aber irgendwann hätte ich auch gerne einen Job und es wäre schön, wenn ich bis dahin unauffälligere Strategien hätte.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • Ich bin nur gegen einige spezifische Geräusche überempfindlich und gegen Licht gar nicht. Gegen für mich sehr schlimme Geräusche reichen die normalen Wachsohrstöpsel aus der Apotheke, auf Konzerten und in Clubs trag ich auch manchmal meine Silikon-Ohrstöpsel, die vor Ewigkeiten mal für mich angefertigt wurden, meistens vergess ich die aber zu Hause :d Die sind denk ich recht unauffällig, wenn man die Haare drüber hat...
    • Die speziell an das Ohr angepassten Stöpsel sind auf jeden Fall unauffälliger und lassen sich trotzdem lange tragen.
      Aber mit Kopfhörern fällt man doch in der heutigen Zeit kaum noch auf - gefühlt hat jeder 2. in der U-Bahn sowas auf und auch beim Einkaufen sehe ich die oft.

      Wie abhängig ich von meiner Sonnenbrille bin, habe ich die letzten 2 Wochen im Urlaub gemerkt - da hatte ich sie nämlich vergessen. Zum Glück gab es nur 2 Sonnentage. Im Auto musste ich den Sitz ganz nach oben kurbeln, damit ich möglichst nichts vom Himmel sehe. :?
      Ich habe auch kein Problem damit, die Sonnenbrille beim Einkaufen zu tragen. Das ist zwar deutlich seltener zu sehen als Kopfhörer. aber ich habe nicht das Gefühl, damit aufzufallen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Ich habe vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln, U-/S-Bahn-Bereichen, Bahnhofswartehallen, belebten Fußgängerzonen oder Einkaufszentren Probleme.
      Daher versuche ich generell solche Orte zu meiden, günstige Tageszeiten anzupeilen oder mich nur kurz dort aufzuhalten.

      Meist handelt es sich bei den Problemen um eine negative Kombination aus visueller und auditiver Reizüberflutung.
      Da ich die visuellen Reize (viele Leute, bunte Farben, viele und schnelle Bewegungen) nicht beeinflussen kann, versuche ich die auditiven Reize auszuschalten und verwende daher Kopfhörer.

      Interessanterweise höre ich darauf dann aber meistens Musik.
      Ich schalte die auditiven Reize also nicht komplett aus, sondern ersetze sie durch positive Reize.
    • Ich habe solche Gehörschutz-Stöpsel. Individuell angepasst. Zu erst war es super und ich habe sie lange, d.h mehrere Stunden pro Tag und häufig getragen. Inzwischen reagieren meine Gehörgänge leider überempfindlich drauf und ich nehme sie nur noch kurz und im Notfall (1/2 bis 1 Stunde beim Wochenendeinkauf alle 3 oder 4Wochen). Und selbst dann habe ich manchmal tagelang Schwierigkeiten mit den Gehörgängen.
      Wrong planet? Ich weiß nicht, der Planet selbst ist ganz OK, nur die vielen Menschen stören…
    • Danke erstmal!

      Die Sache ist eben, dass ich sie auch in der Schule/im Job tragen muss. Beim Einkaufen ist es mir auch wumpe, was die anderen so denken könnten.

      Angepasste Gehörstöpsel sollen gut sein, das werde ich dann mal probieren.

      Interessant stelle ich mir eben noch die Kontaktlinsen vor.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • hä? wrote:

      Panasonic will gerade hiermit auf den Markt - dezent ist anders
      Cool. Was bei Pferden funktioniert, sollte auch beim Menschen klappen. :)

      seinn wrote:

      Interessant stelle ich mir eben noch die Kontaktlinsen vor.
      Der Gedanke an Fremdkörper im Auge ist für mich horrend genug.
      Ich bekomm ja schon kaum Augentropfen reingeträufelt. Ein innerer Widerstand zieht mir die Augen zu.
      Aber stark getönte Linsen wären vielleicht mal ein Grund, der stark genug ist, diesen Widerstand zu überwinden.
      Die Monitore müssten dann aber leuchtstark genug sein, um das auszugleichen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • seinn wrote:

      Ich habe mal gehört, dass es spezielle Ohrstöpsel gibt, die Musiker benutzen, um alle Umgebungsgeräusche zu reduzieren. Ist soetwas empfehlenswert?
      Ich benutze schon lange Ohrstöpsel von Alpine, anfangs zum Schlagzeugspielen eine Vorgängerversion von diesen hier: Alpine Music Safe Pro. Ich finde sie ziemlich bequem, kann sie aber nicht allzu viele Stunden am Stück tragen, da es doch irgendwann ein sehr unangenehmes Druckgefühl gibt.

      Die Stöpsel sind so designed, dann man sich damit problemlos weiter verständigen kann, man könnte ja als Musiker nicht ständig die Stöpsel rausfriemeln und wieder reinfriemeln, wenn man bei einer Probe zwischendurch etwas besprechen will, und man will ja die Musik weiter unverfälscht hören können, nur nicht ganz so laut. In Situationen, in denen man sich nicht ganz abschotten will, sondern nur unangenehm laute Geräusche dämpfen möchte, sehe ich einen großen Vorteil der Stöpsel gegenüber Kopfhörern. Die relative Unauffälligkeit ist für mich eher ein Nebeneffekt.
    • Danke, @Turtle!

      @Garfield: Ich muss schon seit Jahren 2 x täglich Augentropfen nehmen. Zu Anfang dachte ich auch, ich würde mich nie daran gewöhnen, aber da es nicht anders ging, konnte ich mich letztendlich doch damit arrangieren. Ohrentropfen kann ich heute noch nicht ab.

      Es gibt wohl richtig gute Kontaktlinsen von Nike, Adidas oder Puma... Ich weiß nicht mehr genau, welche Firma es war...
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • seinn wrote:

      Trotzdem mag ich die Aufmerksamkeit nicht.
      In großen Einkaufsmärkten benutze ich einfache Schaumgummiohrstöpsel (bevorzugt unauffällige Farben). Den andern scheint es nicht aufzufallen, wahrscheinlich schauen sie ohnehin nicht so genau hin. Die aufdringlichen "Informationsdurchsagen", Musik und das kneipenartige Stimmengewirr ist dabei nur noch sehr leise zu hören. Notfalls kann man sich auch unterhalten, ohne die Stöpsel aus den Ohren zu nehmen.
      Wenn ich Auto fahren, habe ich grundsätzlich die Sonnenblende unten. Privat fahre ich auch ausschliesslich Autos mit getönten und hinten abgedunkelten Scheiben. Ein Glasdach wäre ein Hinderungsgrund um ein Auto zu kaufen (manche Modelle haben sowas serienmäßig). Es sollte auch möglichst wenig "Gepiepse" und "Geblinke" haben (Einparkhilfen, Geschwindigkeitswarner, Eiswarner und sonstiges Warngedönse).
      2 + 2 = 4
    • Ich finde, du musst dich nicht dafür schämen, ich habe auch oft Kopfhörer und Sonnenbrille auf, und finde dass es cool aussieht. Wenn ich alleine weggehe, sind die Stöpsel immer drin, was die Sonnenbrille betrifft, ist sie bei Sonnenschein immer drauf. Wenn ich Autofahren muss, setze ich sie bei Tageslicht immer auf (ich hatte mal einen kleinen Unfall in der Fahrstunde weil ich ohne Sonnenbrille gefahren bin, ist aber nichts ernstes es gab nur einen Platten, also keine verletzten), nachts trage ich eine Blendschutzbrille am Steuer, die nur die Scheinwerfer vom Gegenverkehr filtert aber ich kann damit auch im Dunkeln gut sehen. Ich bin selbst sehr licht- und geräuschempfindlich, aber ich hatte anfangs auch Hemmungen, bis Therapeut, Vater, und Mann gesagt haben dass es vollkommen in Ordnung ist und mein Vater trägt auch oft seine Sonnenbrille und die steht ihm sehr gut. Wenn ich jemanden mit Kopfhörern und Sonnenbrille sehe, denke ich "das steht ihm gut.". Das mit den Ohrstöpseln und den Sonnenlinsen ist auch eine sehr gute Idee, wo kann ich beides kaufen?
    • Joe von S. wrote:

      In großen Einkaufsmärkten benutze ich einfache Schaumgummiohrstöpsel (bevorzugt unauffällige Farben).
      gute Idee.

      Was größere Kopfhörer angeht......letztens waren wir in einem Möbelhaus frühstücken..da sass ein Mann für sich hin mit solchen.
      Er ging auch mal etwas holen oder wegbringen damit auf den Ohren.
      Ausser mir hat, glaub ich, kaum jemand darauf geachtt.
      Und ich hauptsächlich , weil ich dachte..ob er wohl evtl hier im Forum ist? :roll:
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Danke nochmal. Bei mir ist es nicht so, dass ich mich schäme. Mir ist es egal, was Fremde von mir denken. Mir geht es um Kollegen und Vorgesetzte. Da möchte ich möglichst makellos erscheinen. Kommt sicher komisch, wenn man im Vorstellungsgespräch Sonnenbrille und Ohrschützer aufhat.

      Ohrstöpsel kriegt man eigentlich überall; in Apotheken, Drogerien und im Internet. Manche schwören auf Ohropax - ich finde die aus Silikon besonders angenehm. Andere hier mögen Alpine. Man kann sich auch beim Akustiker individuelle Ohrstöpsel anpassen lassen.

      Die Linsen habe ich noch nicht wieder gefunden. Ich würde mal die gängigen Hersteller von Sportartikeln googlen in Verbindung mit tönenden Linsen.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • Asesina wrote:

      eine Blendschutzbrille am Steuer, die nur die Scheinwerfer vom Gegenverkehr filtert aber ich kann damit auch im Dunkeln gut sehen.
      Hast Du dazu vielleicht nähere Angaben?
      Ich hatte mir letztes Jahr eine Brille mit speziellen Autofahrgläsern von Zeiss machen lassen, die spiegeln bläulich statt des üblichen grünlich.
      Im Laden konnte ich noch einen gewissen Effekt wahrnehmen. Aber im Auto merke ich davon kaum was.
      Die hat fast 300€ gekostet, aber zurückgeben hab ich mich nicht getraut.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Da ich auch sehr empfindlich auf Geräusche reagiere, habe ich auch schon überlegt mir Noise Cancelling Kopfhörer anzuschaffen. Hilft das wirklich, so dass Außengeräusche abgemildert werden ? Zuhause trage ich meist normale Oropax, aber in der Öffentlichkeit wie in der Bahn, wäre mir das zu peinlich.
    • Das muss dir nicht peinlich sein. Aber ja, bei mir helfen die wirklich. Nicht so sehr, dass ich das Bahnfahren genieße, aber es wird erträglicher.
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    • seinn wrote:

      Ich habe da ganz arge Probleme und trage daher sehr oft meine Sonnenbrille und Kopfhörer mit Noise Cancelling.
      Hallo, das hatte ich in der Anfangszeit auch gemacht und fand es hilfreich.
      Aber ich mache es mittlerweile bewusst nicht mehr, sondern gehe so vor zu lernen, unangenehmes auszuhalten. Je mehr Hilfsmittel ich nutzte, desto mehr hatte ich Probleme, wenn ich in einer Situation kein Hilfsmittel nutzen konnte. Ich mache es so, das ich das was ich nicht umgehen oder vermeiden kann, lerne auszuhalten. Und mir dann eher Tipps und Techniken aneigne, die mich beruhigen oder meinen Stress reduzieren.

      Ich habe den Eindruck, das mich diese Vorgehensweise alltags-tauglicher macht, als das Nutzen von Hilfsmitteln um Reize zu verringern.
    • Das klingt sehr gut, @Phreno. Hast du da irgendwelche speziellen Strategien? Ich wüsste nicht, wie ich das anstellen sollte.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • Angefangen habe ich damit, das ich unangenehme Reizbelastungen nicht mehr versucht habe zu meiden oder zu umgehen. Ich habe es akzeptiert (also Training von Gelassenheit) weil, wenn ich für eine Reizbelastung ein Hilfsmittel nutze, setzt das voraus das ich der Reizbelastung Aufmerksamkeit gegeben habe. Wenn die Reizbelastung in mir etwas negatives ausgelöst hat (das man leidet, oder genervt ist z.B.) wurde bei mir dadurch die Belastung schlimmer. Weil ich mich durch das "darunter leiden" erst Recht auf den Reiz konzentriert hatte.

      Ich habe dann angefangen, bewusst dagegen zu arbeiten wenn ich gemerkt habe, das mich etwas nervt, stört, reizt, etc. Mein Körper hat über die Jahre gelernt, auf eine Reizbelastung sofort mit Stress-Gefühlen zu reagieren. Dadurch habe ich mir selbst in der Situation mehr Belastung verursacht, anstatt weniger. So wie man sich etwas schlimm reden kann, so kann man sich etwas auch (zu einem gewissen Teil) harmloser einreden. Es ändert nichts daran, das man den Reiz so intensiv wahrnimmt und das es anstrengt, aber es ändert etwas daran wie der Körper und die Psyche damit umgeht. Ich konnte dadurch meine Überlastung im Alltag zumindest reduzieren, auf Situationen bezogen die ich nicht vermeiden konnte.

      Davon bekommt man nicht die Fähigkeit, Reize wie normale Menschen auszuhalten. Aber zumindest bei mir war es ein Problem, das sich meine Psyche mit der Zeit (was normal ist) gewisse Vermeidungs-Strategien angeeignet hat.

      Mein Kopf hat gelernt "wenn ich es vermeide oder Hilfsmittel nutze, geht es mir besser" das stimmt auch und ist nachvollziehbar. Aber das Problem kommt dann, wenn man in einer Situation ist, die man nicht vermeiden kann oder man kein Hilfsmittel hat. Man macht sich (so war es bei mir) von der Nutzung eines Hilfsmittels abhängig, oder schränkt sich durch das Vermeiden als einzige Alternative im Alltag zusätzlich ein.

      Ich halte deswegen nicht alle Situationen aus oder verzichte komplett auf Hilfsmittel. Aber mir war es wichtig, im Alltag besser zurecht zu kommen und man kann im Alltag nicht jede Situation meiden oder ein Hilfsmittel nutzen. Also musste ich aus dieser angelernten Schutz-Reaktion raus. Das ging bei mir aber nur, indem ich mich belastenden Situationen gestellt habe, um dadurch nach und nach zu lernen mit der Situation umzugehen. Und nur weil eine Situation von der Reizbelastung unangenehm ist, stirbt man deswegen nicht (übertrieben formuliert). Die Situation ist irgendwann auch wieder vorbei und dann ist man danach vielleicht ausgelaugt und braucht eine Pause, aber das ist doch auch nicht schlimm.