Zusatzzeichen V hinter Diagnose - warum?

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    • @LeuChris
      Also V für Verdacht schreiben die Ärzte, wenn die Diagnostik noch nicht ausreichend war, um ein G stellen zu können.
      Das kann an zu wenig Terminen oder zu wenigen Tests liegen, oder der Arzt traut sich nicht genug Wissen/Erfahrung über die Diagnose zu.
      D.h.: Er kann zwar (sicher) davon ausgehen, dass du AS hast, es aber nicht als G fest halten, weil etwas fehlt.
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<
      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Philosoph; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • LeuChris schrieb:

      Bedeutet das, wenn ich - aus welchen Gründen auch immer - das G nicht bekomme, ich zwar eine Diagnose habe, aber keine Hilfen bekomme und auch keinen GdB?
      Solange das "V" dort steht, dann ist es ein Verdacht und keine Diagnose.
      Wenn es im Gespräch anders dargestellt wurde, dann solltest Du das entsprechend abklären.
      Vielleicht ist es ja wirklich nur ein Versehen.

      Ansonsten ist auch das "G" keine Garantie dafür, dass Du einen SBA erhälst.
      Die Hürden für den Erhalt eines GdBs wg. ASS von mindestens 50 wurden vor einigen Jahren erhöht und es kommt auf Deine -nachgewiesenen- sozialen Anpassungsschwierigkeiten an.
      Und der GdB, der nötig ist, um überhaupt irgendwas damit anfangen zu können, liegt bei 30.
      Damit kannst Du ggfs. eine Gleichstellung erreichen, die aber auch erstmal "amtsmäßig" zuerkannt werden muss und nicht automatisch durch Antragsstellung gewährt wird.
    • Cloudactive schrieb:

      @LeuChris
      Also V für Verdacht schreiben die Ärzte, wenn die Diagnostik noch nicht ausreichend war, um ein G stellen zu können.
      Das kann an zu wenig Terminen oder zu wenigen Tests liegen, oder der Arzt traut sich nicht genug Wissen/Erfahrung über die Diagnose zu.
      D.h.: Er kann zwar (sicher) davon ausgehen, dass du AS hast, es aber nicht als G fest halten, weil etwas feher.
      Ich war 5 oder 6 Mal dort. Wenn doch Zweifel über die Diagnose bestanden hätten, dann hätte man mich darüber doch aufgeklärt oder? Ich liege in allen Tests teilweise deutlich über dem Cutoff, erfülle alle Kriterien nach ICD. Im letzten Absatz steht, dass sicher davon ausgegangen werden kann, dass die Diagnose Asperger Autist zutreffend ist.
      Aber es ist hier ja schon gesagt worden, dass ich das nur gemeinsam mit den Diagnostikern klären kann.
    • LeuChris schrieb:

      Ich war 5 oder 6 Mal dort. Wenn doch Zweifel über die Diagnose bestanden hätten, dann hätte man mich darüber doch aufgeklärt oder?
      Für den Arzt, steht der Patient unter ihm, demzufolge muss er dich nicht über seine Gedankengänge aufklären.
      Allerdings muss er eine Diagnose gegenüber deiner Krankenkasse angeben, vielleicht steht da ja ein G.

      LeuChris schrieb:

      Aber es ist hier ja schon gesagt worden, dass ich das nur gemeinsam mit den Diagnostikern klären kann.
      Das ist richtig.
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<
      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Philosoph; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Grübler_1988 schrieb:

      Ja, das gibt es auch. Die Uniklinik Köln z.B. vergibt kein "G" bei einer Autismus-Diagnose. Man kommt bereits mit einem Eigen- bzw. Fremdverdacht dort hin und lässt ihn dort überprüfen. Wahrscheinlich vergeben andere Autismus-Ambulanzen auch kein "G".
      Vielen Dank, ich kam kurzzeitig ins Grübeln... War in München, da steht kein G dahinter, sondern einfach gar nichts. Da die dortige Ärztin aber vorher in Köln war, macht sie es wohl auch so. Selbst die letzte Seite des Diagnoseschreibens ist, mit Ausnahme ein paar weniger Wörter, identisch zu deinem, was mir auffiel, als ich es mal in irgendeinem Beitrag las.
    • Cloudactive schrieb:

      Für den Arzt, steht der Patient unter ihm, demzufolge muss er dich nicht über seine Gedankengänge aufklären.
      Das ist aber eine altertümliche Auffassung. Heutzutage ist das eigentlich nicht mehr so oder sollte nicht so sein.

      Wahrscheinlich wird eine Nachfrage die Sache aufklären können.
      Falls es nur an einer Formalie liegt, z.B. dass Elternbefragung fehlt, dann würde ich fragen, ob man nicht trotzdem das G vergeben kann, wenn es, wie es im Gespräch anklang, doch eindeutig sei. Das G ist einfach wichtig für künftige Anträge und Hilfen. Oder wenn sie sich dazu nicht durchringen können, dann einfach das V weglassen.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Shenya schrieb:

      Das ist aber eine altertümliche Auffassung. Heutzutage ist das eigentlich nicht mehr so oder sollte nicht so sein.
      Ich stimme zu, sollte nicht sein.
      Die Natur des Menschen wird sich allerdings wohl nie ändern, hierarchisches Denken steckt in den Genen.
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<
      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Philosoph; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Ally schrieb:

      Grübler_1988 schrieb:

      @Ally Warst du bei ihr?
      Ja, genau.
      Ich hatte sie in Köln beim Erstgespräch.

      Was mich mal interessieren würde: Wie hattest du das Gespräch mit ihr erlebt? Mich hatte sie verunsichert bezüglich des Autismus-Verdachts. Von anderen Usern hatte ich hier im Forum auch schon gelesen, dass sie bei den Diagnostikgesprächen verunsichert wurden (nicht nur bei ihr, sondern generell).

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Grübler_1988 () aus folgendem Grund: Ergänzung

    • Grübler_1988 schrieb:

      Was mich mal interessieren würde: Wie hattest du das Gespräch mit ihr erlebt? Mich hatte sie verunsichert bezüglich des Autismus-Verdachts. Von anderen Usern hatte ich hier im Forum auch schon gelesen, dass sie bei den Diagnostikgesprächen verunsichert wurden.
      Ich hatte zuvor im Forum den Bericht von Question Mark gelesen, der sehr negativ klang und wollte schon alles absagen. Bin dann aber doch dort hin. Die ersten beiden Termine waren bei anderen Personen, das letzte Gespräch war bei ihr. Ich empfand sie als sehr freundlich, sie stellte auch keine provokanten Fragen, lachte ein paar Mal. Das Ergebnis stand wohl schon vorher fest, wenn ich alles richtig verstanden habe. Habe vor Nervosität wahrscheinlich nur die Hälfte wirklich mitbekommen.
      Von den drei Gesprächen würde ich das letzte bei ihr als das angenehmste bezeichnen.

      Das erste Gespräch bei Person 1 war schon bisschen wie bei einem Polizeiverhör, als ich auf eine Frage nicht gleich antwortete, wurde sie wiederholt, dann wieder keine Antwort, dann wurde sie nochmal wiederholt, allerdings nicht im freundlichen Plauderton.
      Beim zweiten Termin mit Person 2 gab es einige kritische Nachfragen und ein gefühlter schneller und häufiger Themenwechsel, ich war teilweise sehr verunsichert und war überzeugt, dass ich mich geirrt habe, der Meinung zu sein, mich im Spektrum zu finden.
      Von Verunsicherung usw. liest man ja öfter, vielleicht ist es sogar Absicht, dass sowas bei einem der Termine passiert?

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Ally ()

    • LeuChris schrieb:

      Keine Ahnung warum unten drunter das V steht. Meine Frau war mit beim Abschlussgespräch und Sie hat mir bestätigt, dass mir dort eindeutig die Diagnose gestellt wurde. Auch der Text der schriftlichen Diagnose stellt das genau so dar. Vielleicht ist es ja nur ein Formfehler und ich mache mich unnötig verrückt...
      Ja, verstehe ich.
      Deshalb: Nicht verrückt machen sondern den Diagnostiker fragen ;)
    • Ally schrieb:

      Ich hatte zuvor im Forum den Bericht von Question Mark gelesen, der sehr negativ klang
      Ich hatte ihn auch gelesen. Später hatte sich aber Question Mark bei Dr. Schilbach eine Zweitmeinung eingeholt und eine Positivdiagnose erhalten.

      Ally schrieb:

      Ich empfand sie als sehr freundlich,
      Ich auch.

      Ally schrieb:

      ich war teilweise sehr verunsichert und war überzeugt, dass ich mich geirrt habe, der Meinung zu sein, mich im Spektrum zu finden.
      So war es bei mir auch.

      Ally schrieb:

      Von Verunsicherung usw. liest man ja öfter, vielleicht ist es sogar Absicht, dass sowas bei einem der Termine passiert?
      Ja, das ist auch meine Vermutung. Andere User, die hinterher eine Positivdiagnose bekamen, berichteten ebenso davon.

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    • Grübler_1988 schrieb:

      Ich hatte ihn auch gelesen. Später hatte sich aber Question Mark bei Dr. Schilbach eine Zweitmeinung eingeholt und eine Positivdiagnose erhalten.
      Das hatte ich dann nicht mehr gelesen. Bevor ich mich zur Diagnostik anmeldete, hab ich LMU und Max Planck verglichen bzw. für beide Stellen gegoogelt und Berichte, auch in Facebook-Gruppen, gelesen. Über Max Planck gab es zwar viel mehr Berichte, da aber wirklich fast nur positives zu finden war, habe ich mich für die LMU entschieden, auch wenn das sicher nicht jeder nachvollziehen kann.