Zusatzzeichen V hinter Diagnose - warum?

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    • Zusatzzeichen V hinter Diagnose - warum?

      Hallo zusammen,

      ich habe ja am 19.12. meine Diagnose bekommen und im Gespräch würde ganz klar gesagt, dass ich eindeutig Asperger Autist bin. Mein Hausarzt hat mich heute jedoch darauf hingewiesen, dass als Diagnose F84.5 V angegeben ist. Sowohl der Bericht sagt aus, dass von Asperger auszugehen ist und auch der Psychiater hat das so formuliert.
      Wie soll ich damit umgehen? Bei der LWL kann ich erst nächste Woche Mittwoch jemanden erreichen und ich sorge mich darum, dass das zu Problemen beim Antrag des GdB führen wird ...

      Grüße
      Chris
    • V bedeutet, soweit ich weiß, nur "Verdacht". Die Diagnose ist also nicht gesichert.
      Beim Versorgungsamt kommt es allerdings nicht auf die Diagnose an sondern auf die tatsächlichen Einschränkungen.
      Daher sollte das da nichts bewirken, es sei denn im Arztbericht sind auch die Einschränkungen nicht vermerkt.

      Sollten keine / kaum Einschränkungen vorhanden sein würdest Du auch ohne das "V" keinen / einen sehr geringen GdB bekommen.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Ginome schrieb:

      V bedeutet, soweit ich weiß, nur "Verdacht". Die Diagnose ist also nicht gesichert.
      Beim Versorgungsamt kommt es allerdings nicht auf die Diagnose an sondern auf die tatsächlichen Einschränkungen.
      Daher sollte das da nichts bewirken, es sei denn im Arztbericht sind auch die Einschränkungen nicht vermerkt.

      Sollten keine / kaum Einschränkungen vorhanden sein würdest Du auch ohne das "V" keinen / einen sehr geringen GdB bekommen.
      Auf die Einschränkungen wird im Bericht eingegangen. Beim Abschlussgespräch war auch keine Rede von einem Verdacht sondern von einer "klaren Sache" (RW). Das verunsichert mich alles sehr.

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      Dungeonmaster schrieb:

      LeuChris schrieb:

      Bei der LWL kann ich erst nächste Woche Mittwoch jemanden erreichen und ich sorge mich darum, dass das zu Problemen beim Antrag des GdB führen wird ...
      Du musst ja den Antrag auf GdB nicht vor Mittwoch stellen oder?
      Nein, das muss ich nicht. Möchte ihn dennoch so schnell wie möglich stellen, weil ich es für die Arbeit wichtig finde und auch einfach etwas unternehmen möchte. Im Moment hänge ich in einem Loch. Arbeitsunfähig, keine Ahnung wie es beruflich weiter geht, keine Ahnung welche Schritte sinnvoll und notwendig sind. Und der Antrag ist für mich irgendwie der nächste logische Schritt.
    • Ich habe, als ich meinen SBA beantragt habe, in dem Antrag sehr ausführlich Stellung bezogen zu den Problemen, die sich für mich aus dem Autismus ergeben, ich habe sehr detailliert beschrieben, dass sich meine Schulzeit wegen Schulwechsels verlängert hat, Studienabbrüche, diverse Therapien, Probleme auf dem Arbeitsmarkt, im sozialen Umfeld, in der Organisation meines Haushaltes, die ständigen depressiven Phasen und Krankschreibungen ... bei mir gab es, obwohl ich von außen ziemlich funktional erscheine, keine Probleme bei der Anerkennung der Schwerbehinderung, ein Hauptargument war, dass ich ohne die tatsächlich stattgefundene Hilfe in Therapien, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen gar nicht so weit gekommen wäre und ich deswegen auf eine kontinuierliche (nicht invasive) Unterstützung angewiesen bin, die ich momentan auch wieder bekomme, sonst wäre mein jetziger Job vermutlich auch schon wieder weg.
      Zusammengefasst, den Antrag gut und möglichst konkret mit belastbaren Ereignissen, Vorfällen begründen aus der eigenen Sicht, ich habe einfach eine eigene Stellungnahme beigefügt. Also nicht schreiben, ich habe Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion, sondern begründen, durch die soziale Isolation gerate ich immer wieder in depressive Phasen, ich ziehe mich dann zurück und kann dann den eigenen Haushalt nicht mehr führen .... (so als Bsp. muss natürlich stimmen, aber eben sehr konkret die Probleme auflisten an Bsp.). Ich kann recht gut formulieren und mich zumindest schiftlich gut artikulieren, wenn dir das schwerfällt, hole dir Hilfe, lasse den Antrag gegenlesen ...
      diagn.

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    • xyberlin schrieb:

      bei mir gab es, obwohl ich von außen ziemlich funktional erscheine, keine Probleme bei der Anerkennung der Schwerbehinderung, ein Hauptargument war, dass ich ohne die tatsächlich stattgefundene Hilfe in Therapien, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen gar nicht so weit gekommen wäre und ich deswegen auf eine kontinuierliche (nicht invasive) Unterstützung angewiesen bin
      Finde ich interessant! Ich warte ja leider überhaupt noch auf meine Diagnose, aber ich sehe meinen Fall auch so, dass ich viel hochfunktionaler erscheine. Hilfe wie Therapien, SHGs und so weiter brauche ich nämlich auch, um über die Runden zu kommen. Zudem finde ich, dass ich für mein Alter mehr Hilfe von Bekannten und Familie (Eltern) benötige als andere.
    • LeuChris schrieb:

      Mein Hausarzt hat mich heute jedoch darauf hingewiesen, dass als Diagnose F84.5 V angegeben ist. Sowohl der Bericht sagt aus, dass von Asperger auszugehen ist und auch der Psychiater hat das so formuliert.
      Soviel ich weiß geben einige (oder zumindest eine) Diagnosestelle nur Verdachtsdiagnosen und keine voll gesicherten falls keine ausreichende Anamnese über die Kindheit machbar ist (fehlende Eltern zum Beispiel).
    • Unbewohnte Insel schrieb:

      Soviel ich weiß geben einige (oder zumindest eine) Diagnosestelle nur Verdachtsdiagnosen und keine voll gesicherten falls keine ausreichende Anamnese über die Kindheit machbar ist (fehlende Eltern zum Beispiel).
      So uneins sind die Experten bei diesen wichtigen Diagnosen!

      Mein älterer Sohn hat 3x eine Diagnostik (aus verschiedenen Anlässen) über sich ergehen lassen dürfen. Und da ergaben sich immer eindeutige cut-off-Werte bei den Elternangaben.
      Und dann sagte der erste Experte: Vielleicht doch eher Sozialphobie...der Zweite sagte: Zu wenig ausgeprägte Spezialinteressen...und der Dritte meinte, der ADOS sei durch seine unglaublich erfahrene Teamkollegin nicht als auffällig genug befundet worden.
      Deshalb immer nur "Verdacht auf...."

      Mein persönlicher Ratschlag lautet : Klarstellung erbitten, möglichst bald. Und erklären, weshalb es für dich wichtig ist. Die dürfen sich doch mal einen Ruck geben! Ist ja nicht ihr Leben, was da entscheidend besser oder schlechter werden kann.... :frown: :frown:
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Ich werde mal berichten, was die Diagnosestelle dazu sagt.
      Ich denke, dass ich den Antrag trotzdem schon stelle. Die geänderten Dokumente kann ich ja nachreichen. Ich möchte aber auf jeden Fall das Verfahren im Gang haben, bevor die Firma auf doofe Ideen kommt...
    • Capricorn schrieb:

      Mein persönlicher Ratschlag lautet : Klarstellung erbitten, möglichst bald. Und erklären, weshalb es für dich wichtig ist. Die dürfen sich doch mal einen Ruck geben! Ist ja nicht ihr Leben, was da entscheidend besser oder schlechter werden kann....
      :thumbup:

      Also Sozialphobie sollte man aber schon von Autismus abgrenzen können.... :m(:
      Unglaublich wie auf Einzelheiten rumgeritten wird.
      Entweder es gibt charakteristische Einschränkungen und dann sollte man auch Hilfe und eine Diagnose erhalten, oder nicht.
      Dass das eine oder andere nicht perfekt passt, ist doch unwichtig. :nerved:
      Es gibt ja noch atypischen Autismus.
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<
      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Philosoph; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution

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    • Ja, die Abgrenzung zu Sozialer Phobie sollte tatsächlich möglich sein, ich bin damals z.T. den umgekehrten Weg gegangen zur Diagnose, d.h. ich habe nach und nach Differentialdiagnosen ausschließen lassen. Was wie Suchen nach einer Krankheit aussieht war für mich die Suche nach der Erklärung diverser Schwierigkeiten, also war ich nacheinander in der Sprechstunde für Psychosen und in einer spezialisierten Angstambulanz vor der Autismusdiagnose (zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, was los ist). Ich habe es damals nicht gemacht, aber mich würde interessieren was ein Fachmann sagt, wenn man mit dem Gutachten eines anderen Spezialisten kommt, der z.B. eine Angsterkrankung ausschließt. Aber meine Erfahrung ist z.T. auch wie hier beschrieben, Papier ist Papier, der nächste Fachmann kommt dann zu einem anderen Schluss und empfiehlt die 5 Psychotherapie, weil man das Ganze dann doch heilen kann (nachdem bislang 4 Therapien nicht wirklich weitergeholfen haben ...).
      diagn.
    • xyberlin schrieb:

      Aber meine Erfahrung ist z.T. auch wie hier beschrieben, Papier ist Papier, der nächste Fachmann kommt dann zu einem anderen Schluss und empfiehlt die 5. Psychotherapie, weil man das Ganze dann doch heilen kann (nachdem bislang 4 Therapien nicht wirklich weitergeholfen haben ...).

      @xyberlin
      Diese deine persönliche Erfahrung ist -glaub' ich- die Erfahrung auch vieler anderer.

      Da die Diagnostiker seltenst (!) mit den Folgen ihrer manchmal etwas selbstherrlichen Schlussfolgerungen konfrontiert werden, ist Frustration bei denen, die mit den offiziellen Diagnosen hadern, vorprogrammiert.
      Gerade bei Diagnosen aus dem Autismusspektrum ist eine genaue "Standortbestimmung" für spätere Therapie m.E. aber immens wichtig.


      xyberlin schrieb:

      Ich bin damals z.T. den umgekehrten Weg gegangen zur Diagnose, d.h. ich habe nach und nach Differentialdiagnosen ausschließen lassen.
      In "Eigenregie" geht das sicher bei vielen Betroffenen nicht so einfach vonstatten.....obwohl es bestimmt sinnvoll wäre!
      Sollten "Experten" aber - wie xyberlin schreibt- eigentlich können.


      In einem älteren Artikel aus dem deutschen Ärzteblatt (2012) wird etwas zu den vermeintlichen "Überdiagnosen" bei ADHS und Autismus berichtet.
      Da heißt es sinngemäß, dass männliche Diagnostiker bei Jungen eher ADHS als bei Mädchen finden würden. Und sie würden generell eher Diagnosen stellen als weibliche Diagnostikerinnen. Vielleicht weil diese gründlicher sind und anzahlmäßig seltener zu finden sind? Also absolut und relativ weniger Diagnosen "fabrizieren"? Ich denke ja nur (und bin deshalb- manchen meinen ja auch : "Och - - geht auch so...." :-p )

      Davon abgesehen gibt es auch innerhalb eines Hochschulinstituts gewisse Strömungen, also werden alle dort Augebildeten im späteren Berufsleben wahrscheinlich die selbe "Richtung" des Denkens favorisieren. Gehste dann zu einem anderen Niedergelassenen, verfolgt dieser vielleicht die jeweils in seinen Ausbildungsorten verfolgten Denk- und Kategorisierungsausrichtung. So läuft's - jedenfalls nach meinen Beobachtungen.


      Und nun nochmal den Bogen zum Ursprungsthema geschlagen: Im SGB IX generell und in meinem Amt werden Verdachtsdiagnosen nicht bewertet. Würdest du im Einzugsgebiet meiner Tätigkeit den GdB-Antrag stellen, hättest du @LeuChris bei einem X-beliebigen ärztlichen Gutachter schlechte Karten...es sei denn, sie käme mir in die Hände.
      Ich lese nämlich die Unterlagen durch. Ist mir schon passiert, dass ich eine Akte von einem kleinen Jungen vor mir hatte, der in allen Berichten aus Kliniken sehr eindeutiges autistisches Verhalten zeigte und kein einziger Verantwortlicher bewies Mumm und konnte sich zur Diagnose F 84.5 G durchringen.
      Eindeutig waren nur seine Einschränkungen auf vielerlei Gebieten. (Die hätte ich ohnehin - auch bei ungesicherter Diagnose - bewerten können. Aber bei Autisten bis zum 18. Lebensjahr gibt es das Merkzeichen "H", und da muss es eben doch die gesicherte Diagnose sein.)

      Schlussendlich haben sich die Eltern (wie verzweifelt sie waren, kann man sich nur denken) ans örtliche ATZ gewendet und endlich auch eine Psychologin gefunden, die einen "positiv verlaufenen" Test durchführte und somit die Diagnose sichern konnte. Umpf! Was für eine schwere Geburt!!!(RW) Und endlich konnte der Junge die richtige Unterstützung bekommen.

      Und für deine Schwerbehindertenangelegenheit wünsche ich dir auch einen störungsfreien "Durchlauf". Meiner Erfahrung nach ist die gesicherte Diagnose aber enorm hilfreich. Viele Gutachter lesen die Unterlagen nur in großer Eile durch, der Blick auf den Zusatz "V" genügt und es gibt nix für die Autismusspektrumstörung. Such is life!
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Capricorn ()

    • LeuChris schrieb:

      ich habe ja am 19.12. meine Diagnose bekommen und im Gespräch würde ganz klar gesagt, dass ich eindeutig Asperger Autist bin. Mein Hausarzt hat mich heute jedoch darauf hingewiesen, dass als Diagnose F84.5 V angegeben ist. Sowohl der Bericht sagt aus, dass von Asperger auszugehen ist und auch der Psychiater hat das so formuliert.
      Ich würde hier gar nicht gross weiter rumdiskutieren, und auch auf keinen Fall mit diesem Diagnoseschreiben irgendwas beantragen, sondern den Diagnostiker (das war der besagte Psychiater?) fragen, wie er zu dieser widersprüchlichen Aussage kommt.

      Wenn er sagt dass Du eindeutig Asperger Autist bist, warum steht dann dort das V? Das soll er Dir erklären, und dann soll er eine eindeutige Diagnose schreiben.

      Alles andere ist meiner Meinung nach sinnlos.
    • LeuChris schrieb:

      Bei der LWL kann ich erst nächste Woche Mittwoch jemanden erreichen und ich sorge mich darum, dass das zu Problemen beim Antrag des GdB führen wird ...
      Dann warte bis Mittwoch, denn es wird ansonsten ganz sicher zu Problemen führen. Die paar Tage sind egal, da passiert nichts, es hat keinen Sinn jetzt deshalb Stress zu machen für nichts.
    • Grübler_1988 schrieb:

      LeuChris schrieb:

      Bedeutet das, wenn ich - aus welchen Gründen auch immer - das G nicht bekomme, ich zwar eine Diagnose habe, aber keine Hilfen bekomme und auch keinen GdB?
      Ich denke nicht, denn

      Ginome schrieb:

      Beim Versorgungsamt kommt es allerdings nicht auf die Diagnose an sondern auf die tatsächlichen Einschränkungen.

      Dazu gibt es hier aber unterschiedliche Ansichten. Siehe @Capricorn oder @zaph...

      Das alles verunsichert mich außerordentlich und lässt mich richtig schlecht fühlen.

      @Kraehe
      Keine Ahnung warum unten drunter das V steht. Meine Frau war mit beim Abschlussgespräch und Sie hat mir bestätigt, dass mir dort eindeutig die Diagnose gestellt wurde. Auch der Text der schriftlichen Diagnose stellt das genau so dar. Vielleicht ist es ja nur ein Formfehler und ich mache mich unnötig verrückt...