Terminservice- und Versorgungsgesetz

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    • Terminservice- und Versorgungsgesetz

      Bundes-Gesundheitsministers Spahn möchte, dass Patienten nicht mehr zu einem Therapeuten/in ihrer Wahl gehen und diese*r diagnostiziert, welche Hilfe nötig und richtig wäre. Statt dessen soll ein besonders qualifizierter Behandler vorgeschaltet werden. D.h. Patienten sollen zukünftig einen solchen Diagnostiker davon überzeugen müssen, dass sie Psychotherapie brauchen.Der entsprechende Passus wurde in den Kabinettsentwurf zum "Terminservice- und Versorgungsgesetz" (TSVG) in letzter Minute praktisch hinein geschmuggelt, so dass die Psychotherapeutenverbände keine Möglichkeit der Einflussnahme mehr hatten.
      Eine solche Hürde würde für viele eine Psychotherapie unerreichbar machen.

      Nun wurde eine Petition ins Leben gerufen, um den Protest der Fachleute und der Bevölkerung dagegen kund zu tun. Man kann online unterschreiben:epetitionen.bundestag.de/petit…25/Petition_85363.nc.html
      Es geht nur bis zum 13. Dezember .

    • Ich verstehe nicht, was dieser Mensch in diesem Amt verloren hat. Ich habe bisher noch nichts mitbekommen, was wirklich Sinn gehabt hätte. (Zugegebenermaßen habe ich es auch nicht weiter verfolgt, aber was ich so nebenbei mitbekommen habe... Da kann man nur mit dem Kopf schütteln...)
    • Allia schrieb:

      Ich verstehe nicht, was dieser Mensch in diesem Amt verloren hat. Ich habe bisher noch nichts mitbekommen, was wirklich Sinn gehabt hätte. (Zugegebenermaßen habe ich es auch nicht weiter verfolgt, aber was ich so nebenbei mitbekommen habe... Da kann man nur mit dem Kopf schütteln...)
      Wahrscheinlich geht es um Kosten sparen und dass sich dieser Mann mächtig vorkommen kann, weil dann die "kranken Psychos" um Therapien anbetteln müssen. Wenn ich eine vernünftige Ausbildung hätte, würde ich wirklich auswandern.

      @Gluon
      Danke für den Hinweis. Wegen Datenschutz habe ich wieder Bedenken, teilzunehmen, aber ich werde es trotzdem tun. Dieser Gesetzentwurf ist eine Sauerei.
      Auch terminlich toll gelegt, denn über Weihnachten gehen die Deutschen garantiert nicht auf die Straße.
    • Super, dass man sich da registrieren muss um mitzumachen. :sarcasm:
      Dafür habe ich keine Nerven. Toll, welche Hürden die da aufbauen und wie es ihnen gelingt, Menschen abzuschrecken. Das Quorum ist ja bereits erreicht, so dass ich mich darauf beschränken werde, das Thema anderen Personen weiterzuerzählen.
    • Gluon schrieb:

      D.h. Patienten sollen zukünftig einen solchen Diagnostiker davon überzeugen müssen, dass sie Psychotherapie brauchen.
      Das erinnert mich an die Zeit um die Jahrtausendwende, wo es auch noch so war, dass ein Arzt die Therapiebedürftigkeit feststellen musste. Irgendwann wurde das dann geändert, sodass die niedergelassenen Therapeuten diese Aufgabe selbst übernehmen durften.

      Ich bin also zur Therapeutin für ein Erstgespräch, dann musste ich zum Neurologen für die Genehmigung. Der sah mich ein paar Minuten und verkündete, er sieht kein behandlungswürdiges Problem. Das war's dann für mich. Bis zum nächsten Versuch, Hilfe zu bekommen, hat es dann einige Jahre gedauert; in der Zwischenzeit haben sich die Probleme hübsch chronifiziert. Insofern kann ich nur sagen: Ganz ganz toller Vorschlag. :roll: :sarcasm:
    • FruchtigBunt schrieb:

      Auch terminlich toll gelegt, denn über Weihnachten gehen die Deutschen garantiert nicht auf die Straße.
      Och das machen die normalen Deutschen auch so nicht.

      FruchtigBunt schrieb:

      Super, dass man sich da registrieren muss um mitzumachen. :sarcasm:
      Dafür habe ich keine Nerven. Toll, welche Hürden die da aufbauen und wie es ihnen gelingt, Menschen abzuschrecken. Das Quorum ist ja bereits erreicht, so dass ich mich darauf beschränken werde, das Thema anderen Personen weiterzuerzählen.
      Dafür ist es aber auch eine richtige Petition direkt an der richtigen Stelle und kein Change.org-Mist.
      Eine Registrierung ist nun wirklich nicht so schwer.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • FruchtigBunt schrieb:

      Super, dass man sich da registrieren muss um mitzumachen. :sarcasm:
      Dafür habe ich keine Nerven. Toll, welche Hürden die da aufbauen und wie es ihnen gelingt, Menschen abzuschrecken. Das Quorum ist ja bereits erreicht, so dass ich mich darauf beschränken werde, das Thema anderen Personen weiterzuerzählen.
      Ist nicht kompliziert.
      It's always better on holiday / So much better on holiday / That's why we only work when / We need the money!
    • seven_of_nine schrieb:

      FruchtigBunt schrieb:

      Super, dass man sich da registrieren muss um mitzumachen. :sarcasm:
      Dafür habe ich keine Nerven. Toll, welche Hürden die da aufbauen und wie es ihnen gelingt, Menschen abzuschrecken. Das Quorum ist ja bereits erreicht, so dass ich mich darauf beschränken werde, das Thema anderen Personen weiterzuerzählen.
      Ist nicht kompliziert.
      genau, und es dient der Sicherheit. Stell Dir vor, jemand sabotiert solche (andere gefakte) Petitionen mit diversen Mehrfachunterzeichnungen.
    • ich mag auch nicht so viele Daten preisgeben, aber ich verstehe es in diesem Fall.

      Was für ein logisches Gesetz ! :sarcasm:

      Es gibt sehr lange Wartezeiten auf Therapieplätze, und wie möchte man das Problem lösen?
      Durch ein zweites "Nadelöhr" :nerved:


      Wenn es jemand wirklich schlecht geht, bekommt er so viel Bürokratie gar nicht auf die Reihe - ganz schlimm.
    • Rhianonn schrieb:

      Es gibt sehr lange Wartezeiten auf Therapieplätze, und wie möchte man das Problem lösen?
      Durch ein zweites "Nadelöhr" :nerved:


      Wenn es jemand wirklich schlecht geht, bekommt er so viel Bürokratie gar nicht auf die Reihe - ganz schlimm.
      @Rhianonn

      Ganz genau. Statt das man sich überlegt, warum gibt es lange Wartezeiten (zu wenig Therapeuten, da die Plätze unlogisch vergeben werden und in manchen Regionen zu wenige Kassensitze vorhanden sind und der Bedarf in manchen Regionen besonders hoch) und dem dann entgegenzuwirken (z. B. indem man diese sinnlose Zuteilung von Therapeutensitzen aufhebt oder den Beruf attraktiver macht)

      möchte man es andersrum versuchen und die Nachfrage drosseln (statt das Angebot zu erhöhen). Wie kann man so dumm sein? Der Bedarf ist da. Die Leute bilden sich doch nicht ein, dass sie psychich krank sind. Manchmal frage ich mich wirklich, ob die Leute, die sich diesen Schwachsinn ausdenken, in den 2000ern zu viel von Bilanzen, Aktiengesellschaften, Gewinnmaximierung, Wirtschaft, BWL gelesen haben und nun denken, diesen kapitalistischen Dreck könnte man auf ALLES anwenden.

      Wieso kommen sie als nächstes nicht auf die Idee, einfach alle psychisch Kranken umzubringen? Dann wäre man die Nachfrage ja auch los. Das ist natürlich nicht ernst gemeint, soll aber nur darstellen, wie makaber dieses Gesundheitssystem momentan auf mich wirkt. Das ist einfach nur noch grotesk. Das ist so schlimm, dass ich keine Worte mehr dafür finde.

      Aber so läuft das in Deutschland in vielen Bereichen: Gibt es sozial Schwache, wird nicht geschaut, wie man denen helfen kann, sondern wie es in den Statistiken weniger werden oder wie man sie mundtot machen kann; gibt es (zu) viele Asylbewerber, wird geschaut, wie man die mit möglichst menschenrechtswidrigen Bedingungen "abschrecken" und loswerden kann.
      Und nun gibts zu viele psychisch Kranke, die eine Behandlung brauchen, also wird geschaut, wie man die so hinhalten kann, dass sich das Problem von selbst erledigt und sie die Behandlung entweder nicht mehr brauchen, weil sie sich vorher aus Verzweiflung suizidiert haben oder weil sie einfach vor diesem Behördenirrsinn zusammenbrechen. :shake: :shake: :shake:

      Es gehören wirklich Leserbriefe von uns Betroffenen zu diesem Irrsinn in die Zeitungen. Aber ich habe keine Kraft mehr für sowas.
    • Die Petition hat jetzt schon 135000 Mitzeichner, sieht gut aus.

      Ich glaube, speziell für Leute mit Asperger/HFA wäre es sehr problematisch, zuerst einer vorgeschalteten Stelle klarmachen zu müssen, dass Behandlungsbedarf besteht. Weil das ja nicht immer so einfach zu erfassen und zu formulieren ist, was genau schwierig ist, und mimisch kommt auch das Falsche rüber.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • FruchtigBunt schrieb:

      Und nun gibts zu viele psychisch Kranke, die eine Behandlung brauchen, also wird geschaut, wie man die so hinhalten kann, dass sich das Problem von selbst erledigt und sie die Behandlung entweder nicht mehr brauchen, weil sie sich vorher aus Verzweiflung suizidiert haben oder weil sie einfach vor diesem Behördenirrsinn zusammenbrechen.
      Oder weil sie inzwischen Amok gelaufen sind. Und dann kann man ja wieder mehr überwachen. :m(:
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:
    • Asperger bekommen seit ein paar Monaten sowieso keine Therapie mehr, wenn sie nicht schon vorher eine bewilligt bekommen haben oder privat versichert sind.
      Auch wenn es niemand hören will:
      Je mehr Menschen etwas im medizinischen Bereich nachfragen, desto mehr Restriktionen gibt es bei der freien Zugänglichkeit. Zumindest so lange es so ein kommunistisches System wie die gesetzliche Krankenversicherung gibt.
    • Question schrieb:

      Asperger bekommen seit ein paar Monaten sowieso keine Therapie mehr, wenn sie nicht schon vorher eine bewilligt bekommen haben oder privat versichert sind.
      Wie kommst du denn darauf?
      Ich denke, das läuft genau so weiter wie es bisher auch war.
      Das heißt, mindestens dann, wenn man noch eine Diagnose hat wie z.B. Anpassungsstörung, Angststörung, Depression o.ä. kriegt man sowieso problemlos die Therapie bewilligt, und es sollte kein Problem für einen Therapeuten sein, eine solche zusätzliche Diagnose zu stellen, denn ohne Grund geht man ja nicht in Therapie. Da passt immer mindestens die Anpassungsstörung.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Mein Therapeut sagte mir, dass es seit diesem Jahr fast immer von den gesetzlichen Kassen abgelehnt wird, außer die Therapie wurde bereits bewilligt.
      Deswegen hat er fast ausschließlich Privatptienten.

      Ich habe es aber unabhängig davon auch von Betroffenen so gehört (allerdings auch bei Nicht-Aspergern)

      Das Problem ist ja:
      Wenn die Anzahl der Depressiven steigt, aber die Anzahl der Therapeuten und vor allem des zur Verügung stehenden Budgets nicht, wird man eben die Schranken hochsetzen müssen.
      Ist ja kein Geheimnis, dass Deutschland eines der wenigen entwickelten Länder ist, in denen gerade die Lebenserwartubg wieder sinkt.
      Auch dafür wird es Gründe -jenseits der angeblich so schlechten Ernährungsgewohnheiten der Deutschen- geben.
    • @Question Das verstehe ich nicht so ganz... also ich habe mir jetzt erst mal nur Therapeuten mit Kassenzulassung gesucht und mit denen Erstgespräche geführt. Eine Diagnose o.ö. brauchte ich da nicht. Kommt das dann, wenn man mehr Sitzungen in Anspruch nimmt?
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    • Question schrieb:

      Ich glaube nach 5 Sitzungen muss ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden. Und dann ist es wohl problematisch. Was sagen denn die Therapeuten ? Vielleicht ist mein Therapeut ja einfach teurer und es gibt deswegen Probleme.
      Soweit bin ich noch nicht. Allerdings habe ich chronische Schmerzen und (laut einem anderen Gespräch) eine Zwangsstörung, man wird also sicherlich nicht auf die Asperger-Diagnose zurückgreifen müssen.

      Kann es sein, dass dein Therapeut keine Kassenzulassung hat?

      Bei therapie.de gibt es nämlich 4 Kategorien:

      Vielleicht fällt dein Therapeut in die Kategorie "Kostenerstattungsverfahren"? Ich habe mir nur Therapeuten der Kategorie "Kassenzulassung" rausgesucht.

      therapie.de/psyche/info/fragen…herapie-kostenerstattung/
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von seven_of_nine ()