Kontrolle über Stimmlautstärke, Intention und Wahrnehmung

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    • Kontrolle über Stimmlautstärke, Intention und Wahrnehmung

      Hallo ihr lieben,

      Ich habe im Alltag immer wieder das Problem, dass ich offenbar wenig Kontrolle über die Lautstärke meiner Stimme habe. In einem angeregten, aber freundlichen und schönen Gespräch unter zwei Augen werde ich oft unmerklich immer und immer lauter, bis mein Gegenüber die Stimmlautstärke als unangenehm laut und fast schon als Brüllen empfindet. Ich merke dass dann selbst oft gar nicht und bin oft irritiert, wenn mir gesagt wird, ich solle doch leiser sprechen, ich würde doch immer so schreien.
      Es wurde schon mehrfach vermutet, dass ich Schwerhörig bin, aber ich habe es schon testen lassen, ich kann ganz gut hören.
      Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass meine Familie zum Teil einem recht einfachen Arbeitermilieu entstammt, wo wirklich sehr viel rumgeschrien wird, die "normale Sprechlautstärke" ist dort schon sehr laut und mitlerweile ist mir das auch unangenehm. Ich bin aber nunmal in dieser Familie großgeworden, mein Vater hat oft gesagt, ich solle mal lauter reden, ich wär immer so leise.
      Manchmal bin ich tatsächlich auch außerhalb dieses Umfelds zu leise, aber ohne dass es von mir so beabsichtigt war. Viele können wohl schlecht einordnen, ob ich sehr forsch oder aber sehr schüchtern bin. Wenn ich zu leise bin, versteht mich auch keiner und ich spreche lauter, bis ich wieder zu laut werde und die Menschen denken, ich wäre aggressiv. Aber ich muss wohl dann auf sie aggressiv wirken, das tut mir dann auch leid und ich versuche es wieder richtig zu stellen, was auch oft alles nur noch schlimmer macht
      Es ist wohl eine Mischung aus Lautstärke, Stimmlage und Situation, die manche Menschen glauben lässt, ich wäre sauer und aggressiv. Oft ist es z.B. in Situationen wo ich mich freundlich und sachlich, rechtfertigen möchte oder Missverständnisse klären möchte. Das empfinden viele dann als aggressiv...

      Wenn ich mal wirklich sauer oder wütend bin, merkt das oft dann niemand. Höfliche aber bestimmte und eindeutige "Neins" oder auch implizitere Sachen wie "Ich möchte jetzt allein sein" oder "ich muss heute noch so viel machen, ich habe eigentlich keine Zeit" scheinen viele Menschen nicht zu verstehen. Manche erwarten offenbar geradezu, dass man ausrastet um wirklich seinen Willen kundzutun. Manchmal habe ich das Gefühl in Wirklichkeit haben die ganzen NTs die Kommunikationsprobleme :D

      Aber dadurch, dass ich mit meiner Stimmlautstärke oder dem Tonfall häufig Menschen verunsichere, habe ich selbst manchmalein gewisses Vermeidungsverhalten entwickelt habe, mit vor allem fremden Menschen, längere Gespräche zu führen. Ich habe einfach Angst, dass man mich als aggressiv empfindet.

      Wie ist es bei euch? Habt ihr gute Kontrolle über eure Stimmlautstärke? Schafft ihr es, dass über das was ihr sagt und das wie ihr es sagt eure Aussagen bei anderen so wahrgenommen werden, wie ihr sie gemeint habt? Wenn nein, habt ihr für euch Methoden gefunden, das besser zu steuern? Lasst ihr euch diesbezüglich Rückmeldung von anderen geben?

      Auf eure Antworten und die Diskussion freut sich
      Les Fleurs du Mal
    • Ich rede öfters ein wenig zu laut, v.a. wenn ich enthusiastisch oder nervös bin. Ich passe meine Lautstärke auch nicht an die Umgebung an, das ist wohl das Hauptproblem. Mir wurde letztens gesagt, dass in der U-Bahn alle leise reden, nur ich würde private Themen extrem laut ausbreiten. Dann meinte ich: Ich rede in der U-Bahn so laut wie immer, also nicht extrem laut! Und dann fiel mir erst auf, dass andere in der U-Bahn wohl bewusst leiser reden als sonst, auf die Idee war ich nie gekommen...
      Ebenso meinte meine Mutter am späten Abend oft, ich würde laut reden und wäre aufgekratzt. Ich dachte mir dann: Nö, ist doch wie immer. Irgendwann kam mir, dass Leute wohl davon ausgehen, dass man gegen Mitternacht langsamer, leiser und weniger spricht.
    • @Windtänzerin und ich haben das Problem auch. Wir werden auch oft ganz schön laut (ohne es zu wollen/merken) und bekommen dann gesagt, dass wir doch leiser reden sollen. Wir können aber Beide sehr gut hören und in unseren Familien geht/ging es auch nicht besonders laut zu. Weder sie, noch ich haben eine Ahnung, woran das liegt, dass wir manchmal so laut reden. Wenn wir miteinander reden, werden wir übrigens nicht lauter, sondern reden sogar eher etwas leiser. Aber da wissen wir auch nicht, warum. Alles sehr seltsam. :roll:
    • Ich tendiere dazu, "zu" laut zu reden, ohne dass es mir besonders auffällt oder ich es kontrollieren könnte.
      Selten kommt auch mal der umgekehrte Fall vor, dass ich sehr leise rede, was mir meistens auffällt, in dem Moment aber trotzdem von mir nicht
      beeinflussbar ist.
      Bei mir in der Familie wird/wurde zwar nicht geflüstert, doch meine Sprechlautstärke empfinden auch sie oft als zu laut.

      Ich wirke auch oft sauer oder abweisend aufgrund meines Gesichtsausdrucks. Wenn ich aber richtig wütend bin, merkt man mir das wohl oft nicht an, zumindest nicht an dem, was ich ausstrahle.
    • Dass ich zu laut rede hat mir noch niemand gesagt. Eher mal, dass es zu leise war.
      In der Schule hat mich mal ein Lehrer 5x was wiederholen lassen, weil er der Meinung war, dass ich es zu leise sage, dabei hatte ich schon das Gefühl, dass ich bald schreie. :|
      Meistens passt es aber einigermaßen mit der Lautstärke.
      Wenn ich mal lauter reden muss, finde ich es unangenehm, ich mache das gar nicht gern.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich war auch schon immer sehr stimmgewaltig, genau wie meine Mutter. Außerdem arbeite ich mit älteren Menschen, die durchaus häufiger schwerhörig sind. Deshalb bekomme ich in Gesellschaft von "normalen" Menschen öfters gesagt, dass ich zu laut bin.

      Am schlimmsten ist es beim Telefonieren. Je leiser mein Gesprächspartner ist bzw. je schlechter ich ihn verstehe, desto lauter rede ich :m(: . Was wiederum unsinnig ist, da mein Gesprächspartner mich dann erst recht nicht mehr versteht. Wenn er dann den Hörer vom Ohr weg hält, um mich besser zu verstehen, ist dadurch natürlich auch seine Sprechmuschel weiter weg... so entsteht ein Teufelskreis x(
    • gibts hier jemanden, der/ die das in den Griff bekommen konnte? mit logopädie vielleicht?

      ich habe heute mal wieder einen ziemlichen "rüffel" deswegen bekommen. mir ging es eh nicht gut und dann auch noch die ansage dazu hat meine stimmung dann endgültig ins bodenlose stürzen lassen (RW).
      ich spüre es echt garnicht. scheinbar ist es immer dann, wenn ich angespannter bin (z.b. durch probleme aber auch freude oder ähnliches). ich habe auch viele probleme mit spannungskopfschmerzen, verspanntem rücken, zähne pressen usw ...
      Wenn ich daraufhin angesprochen werde und versuche leiser zu reden, heißt es, flüstern bräuchte ich auch nicht. deswegen sage ich dann meistens mittlerweile garnichts mehr (was sich aber ziemlich schlecht anfühlt). ich fühl mich einfach nur noch falsch dann.
    • kastenfrosch wrote:

      gibts hier jemanden, der/ die das in den Griff bekommen konnte? mit logopädie vielleicht?

      ich habe heute mal wieder einen ziemlichen "rüffel" deswegen bekommen. mir ging es eh nicht gut und dann auch noch die ansage dazu hat meine stimmung dann endgültig ins bodenlose stürzen lassen (RW).
      ich spüre es echt garnicht. scheinbar ist es immer dann, wenn ich angespannter bin (z.b. durch probleme aber auch freude oder ähnliches). ich habe auch viele probleme mit spannungskopfschmerzen, verspanntem rücken, zähne pressen usw ...
      Wenn ich daraufhin angesprochen werde und versuche leiser zu reden, heißt es, flüstern bräuchte ich auch nicht. deswegen sage ich dann meistens mittlerweile garnichts mehr (was sich aber ziemlich schlecht anfühlt). ich fühl mich einfach nur noch falsch dann.
      Ist bei mir praktisch dasselbe, nur anstatt zu laut rede ich zu schnell/viel(auch die Probleme die daraus hervorgerufen werden, haargenau dasselbe).
      Es wird bei mir nur besser, wenn es mir beim Reden auffällt und ich es dann steuer.
      Ich glaube Logo hilft da nur bedingt, wenn dann sicherlich in Verbindung mit Ergo, da es ja auch die Wahrnehmung betrifft. Ich kenne jedenfalls jemanden, der war auch immer sehr laut beim Reden, da hatte es geklappt mit beiden Therapien gemeinsam.
      Selbstdiagose... oder einfach nur komisch?!
    • Ich nehm meine Stimmlautstärke und Intention auch kaum während war. Mir fehlt auch das Feedback dazu. Als Kind wurde mir gesagt das ich zu leise spreche. Eigentlich finde ich meine Stimmlautstärke normal, aber ich habe ja genug Jahre gehabt um mich daran zu gewöhnen. Ich denke, dass ich in der Tonlage ziemlich monoton spreche. Wenn ich meine Stimme, aufgezeichnet, höre dann erkenne ich sie nicht wieder. Dann klingt sie ganz anders als wie ich sie wahrnehme. Mich würde interessieren ob ich eine angenehme Stimme habe. Vom meine eigene Hören würde ich sagen ja wenn ich meine Stimme aufgezeichnet höre, dann finde ich sie schrecklich. Bewusst steuern/verbessern kann ich es nicht. Wenn mich etwas beschäftigt bzw. ich aufgeregt bin dann spreche ich ziemlich schnell. Ob ich dann lauter oder leiser werde bekomme ich nicht mit. Betonungen kann ich gar nicht. Auch ob ich wütend oder freudig bin, bekomme ich anhand meiner Stimmlage nicht selbst mit. Ich denke das alles so ziemlich gleich bleibt, nur meine Sprechgeschwindigkeit erhöht sich. Wie das auf andere wirkt, keine Ahnung. Das Feedback im Alltag fehlt halt.
    • Ich bin angeblich immer zu laut, nehme das aber selbst nicht wahr. Wird mir halt nur immer gesagt.
      Manchmal kommt es wohl aber auch vor, dass ich undeutlich sprechen soll, allerdings passiert es mir auch, dass ich mein Gegenüber nicht verstehe. Heute frage ich nach, früher habe ich mich d
      Ja ja, ich bin als Mensch getarnt, ja ja, ich habe Sie gewarnt!
    • platzhalter wrote:

      Wenn ich meine Stimme, aufgezeichnet, höre dann erkenne ich sie nicht wieder. Dann klingt sie ganz anders als wie ich sie wahrnehme.
      Das ist aber normal. Du hörst dich allein schon aus akustischen Gründen selbst ganz anders als dein Umfeld. Ob sich etwas ändert wenn du sprichst kannst du selbst ausprobieren, indem du dir beim Reden an den Hals oder Brustkorb fasst (unterschiedliche Vibrationen) oder die Hand vor den Mund hälst (unterschiedlich Luft kommt heraus). Wir haben sowas damals in der Grundschule geübt. Kann mich noch an alles erinnern. Da sollten wir auch ganz leise flüstern und immer lauter werden bis man schreit und wieder rückwärts. Kannst du ja mal ausprobieren. :)
      Selbstdiagose... oder einfach nur komisch?!
    • @ADD83 Gerade getestet. :d Wenn ich bewusst tief spreche, dann sind mehr Vibrationen am Hals zu merken als wenn ich normal spreche. Aber im Alltag bin ich meist mit anderen Dingen beschäftigt als auf meine Stimme zu achten. Und ständig die Hand am Hals wirkt dann noch mehr komisch. 8o :d Ich meine, ich kann bewusst tief sprechen, aber in einem Gespräch kann ich, denke ich, meine Stimmlage nicht dem dem Gesprächsinhalt oder gar der Tonlage des anderen gegenüber anpassen. Klar, wenn ich angeschriehen werde kann ich auch zurück schreihen, aber die feinen Nuancen kann ich unterbewusst wohl nicht steuern.
    • @platzhalter
      Naja, üben kannst du es ja zu Hause ;)
      Ich habe damit als Kind definitiv Stunden verbracht, hab alles mögliche ausprobiert (zB auch Reden und dabei die Ohren zuhalten etc), genauso wie Mimik. Irgendwann gewöhnst du dich dann dran. Ich mach heute noch Grimassen, wenn ich an einem Spiegel vorbeikomme :lol:
      Selbstdiagose... oder einfach nur komisch?!
    • ADD83 wrote:

      Ich mach heute noch Grimassen, wenn ich an einem Spiegel vorbeikomme :lol:
      :d Grimassen kann ich auch so gut wie gar nicht. Das komm ja noch hinzu, dass zur monotonen Stimmlage so gut wie keine Mimik und Gestik vorhanden ist. Da denke ich gar nicht dran so etwas in einem Gespräch zu machen. Und wenn ich es versuchen würde, dann würde es sicherlich ziemlich seltsam aussehen. Vielleicht wäre das ja mal nen Thema für das nächste Forentreffen. Da kann ich ja mal fragen ob ich wirklich wie son Roboter wirke.