Sprechhemmung bei Autismus immer angstbedingt?

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    • Übrigens kann ich, "Mich stört das halt.", noch relativ gut verstehen. Das ist zumindest eine klare Ansage. Schlimm finde ich so Sachen, wie: "Naja, wenn es dir so lieber ist." Aber damit ist dann nicht gemeint, dass ich tun darf, was ich möchte, sondern der Unterton sagt, dass man trotzdem verzichten soll und tun, was der andere möchte.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • Oder so ganz verwirrende Sachen, wie mein Lehrer, der sagte, dass ich schriftliche Projekte nicht umsetzen kann. Gemeint hat er aber, dass er sich wünscht, dass ich das nicht kann, damit er kein schlechtes Gewissen dabei haben muss, dass er mir nicht hilft. Denn bei diesen Botschaften kann man nie zu 100 % sicher sein, wie es nun gemeint war, da es so verworren ist.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • "Selbstachtung" verstehe ich auch nicht. Es geht wohl darum, dass man zu sich selbst steht und seine Wünsche und Grenzen akzeptiert. Also würde ich sagen: Selbstachtung 80 %, Ziel 10 %, Beziehung 10 %. Aber wenn meine Selbstachtung sich dadurch auszeichnet, dass ich andere nicht verletze, sieht es von außen wie Beziehung 80 % aus. Oder sowas. Sehr verworren alles.


      "Mich stört das halt" kann ich auch noch ganz gut verstehen. Schlimm wird es bei "Ich kann verstehen, wenn es Dich stört". Mich stört das doch nicht? Wie kommst du darauf? Was hat das damit zu tun? Etcpp. Da kommen bei mir wieder xtausend Gedanken und ich schalte wieder aus.
    • Ja, wenn andere für einen sprechen, nervt das.

      Wegen der Selbstachtung... also bei mir ist es so, dass ich mich selbst achte, wenn ich meine Ziele verfolge. Daher hat das bei mir so einen großen Stellenwert.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
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      Sprachhemmungen habe ich auch ab und an. Etwa im Alter von 16 Jahren habe ich angefangen zu stottern. Allerdings kann ich nicht sagen, ob das alles angst- oder überhaupt autismusbedingt ist. Teilweise reicht es schon, dass ich aufgeregt bin und dann keinen flüssigen Satz mehr rausbringen kann. Ich glaube aber, dass sich Angst verstärkt auf mein Stottern auswirkt. Manchmal rede ich auch undeutlich und/oder leise, weil ich unterbewusst(?) gar nicht wirklich will, dass mich mein Gesprächspartner versteht. Einmal ist es mir im Voice-Chat eines englisches Discord-Servers sogar passiert, dass mein Mund wie zugefroren war. Ich konnte in dem Moment einfach nichts mehr sagen. In meiner totalen Überforderung habe ich dann angefangen laut loszulachen. :lol: In dem Moment kam einfach alles zusammen:Die ungewohnte Situation, die Angst, sich aus irgendeinem Grund zu blamieren, die Konzentration auf mehrere Leute gleichzeitig und überhaupt auf den gesprochenen Inhalt und die Übersetzung. In Englisch ist es für mich nochmal um einiges schwieriger als in Deutsch, beim Schreiben und Lesen läuft es allerdings fast mühelos.
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      Wasserstern schrieb:

      Manchmal rede ich auch undeutlich und/oder leise, weil ich unterbewusst(?) gar nicht wirklich will, dass mich mein Gesprächspartner versteht.
      Dazu neige ich auch manchmal. :oops:

      Zum ursprünglichen Thema:
      Eine wirklich angstbedingte Sprechhemmung kenne ich höchstens von Vorträgen vor Gruppen (Referate o. ä.), da ist es aber mit der Zeit etwas besser geworden... (Deutlich besser ist aber vor allem meine Fähigkeit geworden, mich vor solchen Dingen zu drücken. :oops: )
      In normalen Gesprächen rede ich oft auch relativ wenig, das ist dann aber meist eher der Tatsache geschuldet, dass ich mit dem Thema nix anfangen kann und einfach nicht weiß, was ich sagen soll... Oder ich brauche einfach zu lange, um für meine Gedanken eine für mich zufriedenstellende Formulierung zu finden, und in der Zwischenzeit hat schon längst ein anderer das Wort ergriffen. :lol: :m(:
      "Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält."
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      Abendstern schrieb:

      In normalen Gesprächen rede ich oft auch relativ wenig, das ist dann aber meist eher der Tatsache geschuldet, dass ich mit dem Thema nix anfangen kann und einfach nicht weiß, was ich sagen soll... Oder ich brauche einfach zu lange, um für meine Gedanken eine für mich zufriedenstellende Formulierung zu finden, und in der Zwischenzeit hat schon längst ein anderer das Wort ergriffen.
      Das kenn ich auch alles nur zu gut... Da fehlen einfach zu oft Interessensschnittmengen und man bleibt dann lieber still. Manchmal versuche ich das Thema aber auch auf z.B Schach zu lenken. Damit erreicht man aber meistens nur, dass das Gegnüber dann nicht mehr mitreden kann :(
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      Wasserstern schrieb:

      Manchmal versuche ich das Thema aber auch auf z.B Schach zu lenken. Damit erreicht man aber meistens nur, dass das Gegnüber dann nicht mehr mitreden kann :(
      Zu diesem Zweck wurden ja Schachvereine erfunden... :d
      Und bei anderen Hobbies sollte das ja mehr oder weniger genauso gehen... :roll:

      Zumindest, was die Sache mit dem "Gesprächsrhythmus" angeht, habe ich aber für mich herausgefunden, dass es (unabhängig von "NT oder Autismus") Personen gibt, die mit meiner Art, eher wenig zu sagen und gerne auch mal länger nachzudenken, besser zurechtkommen, und solche, die damit weniger zurechtkommen. Und, dass schriftliche Kommunikation in der Hinsicht auch einfach grundsätzlich besser zu mir passt...
      "Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält."
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      Abendstern schrieb:

      die mit meiner Art, eher wenig zu sagen und gerne auch mal länger nachzudenken, besser zurechtkommen, und solche, die damit weniger zurechtkommen. Und, dass schriftliche Kommunikation in der Hinsicht auch einfach grundsätzlich besser zu mir passt...
      Das kenne ich auch und kann damit besser umgehen, als wenn einer ganz viel auf mich einredet und dann erwartungsvoll guckt.

      Natürlcih bin ich..wenn ich Jemanden noch nicht kenne..anfangs unsicher, wenn beide viel schweigen...das liegt aber an der generellen Unsicherheit dann und die Situation noch nicht einschätzen zu können..
      und nicht blöd wirken zu wollen. :oops:

      Wasserstern schrieb:

      Ich glaube aber, dass sich Angst verstärkt auf mein Stottern auswirkt. Manchmal rede ich auch undeutlich und/oder leise, weil ich unterbewusst(?) gar nicht wirklich will, dass mich mein Gesprächspartner versteht.
      :nod:

      Wasserstern schrieb:

      Voice-Chat eines englisches Discord-Servers
      voice-chat mit mehreren wäre mir ein nogo. Auch schon mit einem schwierig, vor allem wenn unbekannt....das wäre mir nicht geheuer.
      Besser kann ich es schriftlich.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )
      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater

      Was wir wissen, ist ein Tropfen...was wir nicht wissen, ein Ozean* (Isaac Newton)

    • Neu

      Linnea schrieb:

      wenn einer ganz viel auf mich einredet und dann erwartungsvoll guckt.
      Ja, das ist einfach nur bescheuert. :lol:

      Dieses Sich-nicht-vorstellen-Können*, dass nicht alle anderen Menschen den gleichen Rededrang haben wie man selbst, ist mMn nach auch ein gutes / häufiges Beispiel für mangelnde Empathie bei "NT"s... :roll:

      *Wird bestimmt nominiert zur Substantivierung des Jahres... :]
      "Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält."
    • Neu

      Abendstern schrieb:

      Linnea schrieb:

      wenn einer ganz viel auf mich einredet und dann erwartungsvoll guckt.
      Ja, das ist einfach nur bescheuert. :lol:
      Dieses Sich-nicht-vorstellen-Können*, dass nicht alle anderen Menschen den gleichen Rededrang haben wie man selbst, ist mMn nach auch ein gutes / häufiges Beispiel für mangelnde Empathie bei "NT"s... :roll:

      *Wird bestimmt nominiert zur Substantivierung des Jahres... :]
      Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass andere nicht den gleichen Rededrang haben wie ich :oops:

      Ooos, sorry, dachte, ich wäre auf der Spielwiese :m(:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von seven_of_nine ()

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      Abendstern schrieb:

      Wasserstern schrieb:

      Manchmal rede ich auch undeutlich und/oder leise, weil ich unterbewusst(?) gar nicht wirklich will, dass mich mein Gesprächspartner versteht.
      Dazu neige ich auch manchmal. :oops:
      Das kenne ich sehr gut von mir. Passiert mir extremst oft.
      Das blöde ist, dass es so oft passiert das sich die Leute daran gewöhnt haben und nachfragen, ob alles ok ist wenn ich mal normal rede. :o

      Wenn ich in Stresssituationen komme, habe ich fast immer Hemmungen zu reden. Meist ist es so, dass selbst wenn ich will nicht wirklich sprechen kann.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
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      Abendstern schrieb:

      *Wird bestimmt nominiert zur Substantivierung des Jahres...
      :nod: ich mag solche Substantivierungen. Ein Sich-Dran-Gewöhnen könnte da stattfinden. :d


      Abendstern schrieb:

      Aber du hast als Autist ne Ausrede, die haben NTs nicht.
      :lol:
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )
      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater

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      ich habe früher als Kind nur mit meinen Eltern, Bruder und mit meinen Freunden gesprochen. In der Schule habe ich nie gesprochen weder mit den Kindern noch den Lehrern, außer ich sollte etwas vorlesen. Ich redete auch nie mit Verwandten. Ich konnte einfach nicht, es war immer wie eine Art Blockade. Was ich heute manchmal habe wenn ich in einer Gruppe sprechen muss. Ich bin da einfach viel zu nervös und weiß nicht was ich sagen soll gerade unvorbereitet und spontan. ich habe dann nur Chaos im Kopf. Und eh ich etwas stottere sag ich lieber nichts.


      ich spreche nicht viel wenn ich mich in einer Situation unwohl fühle. Aber umso mehr wenn ich sehr gut drauf bin. Oder wenn ich aufgeregt bin wegen etwas, dann spreche ich viel und möchte am liebsten ums Haus rennen
      ich spreche meistens auch sehr schnell und undeutlich und habe auch Probleme mit deutschen Songs sie so auszusprechen wie man es sollte. Englisch liegt mir da besser :d

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Lemon83 ()