Sprechhemmung bei Autismus immer angstbedingt?

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    • RegenbogenWusli wrote:

      oder es ist niemand da und man sucht sich seinen Tisch, und da hab ich noch nie erlebt das der ausgesuchte Tisch nicht okay ist.
      @RegenbogenWusli

      Ah, das wäre natürlich auch eine Idee. Ich stand dann immer so lange herum, bis mir jemand das Okay für den Tisch gab. Aber man könnte es wirklich so sehen: Wenn die sich nicht um ihre Gäste kümmern, dann könnte ich mich auch wo hinsetzen, wo nicht "reserviert" auf dem Tisch steht. Ich hätte dann aber Angst, dass man mich übersieht und dann niemand zur Aufnahme der Bestellung kommt (passierte mir schon öfters in Cafes).


      RegenbogenWusli wrote:


      Ja das Problem habe ich auch gelegentlich.Ich glaube aus dem Grund rede ich meist meinen Vortrag ohne Punkt und Komma, da kommt garkeiner dazu etwas dazwischen zu sagen XD
      Eine andere methode für das Problem hab ich leider bis jetzt noch nicht gefunden.
      @RegenbogenWusli
      Ich glaube, das sollte ich auch mal probieren. Sobald man nämlich unterbrochen wird, ist es in 90% der Fälle so, dass die Leute das tun, weil sie glauben, sie wüssten was ich will (was aber meistens nicht der Fall ist). Würden Sie mich ausreden lassen, könnte ich den Sachverhalt zu Ende schildern. Ich glaube, viele sind ungeduldig und ich rede dann vielleicht langweilig oder zu sachlich, dass sie keine Lust mehr haben zuzuhören. Aber genau dadurch läuft dann alles schief und es kommt zu Missverständnissen.
      Wenn mich jemand unterbricht, gelingt es mir leider nie, das Wort wieder zurückzuholen. Ich wollte mal testen, dann zu sagen "Entschuldigung, ich bin noch nicht fertig" oder "Entschuldigung, würden Sie mich bitte ausreden lassen", aber ich bekomme das nicht hin, vor allem auch, weil ich nicht genau weiß, ob das die beste Satzwahl ist. Ich hatte es auch schon, wenn ich sagte "lass mich bitte ausreden!", dass die Person mich trotzdem nicht ausreden ließ. :| Dann weiß ich wieder nicht, was ich tun soll. Das hatte mich letztens total überrollt. Ich überwand mich, das zu sagen und dann ging die Person nicht drauf ein.

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    • Um nochmal kurz darauf zurück zu kommen:

      Also eine Sache habe ich jetzt schon erkannt:

      1. Wird ein Gespräch auf der emotionalen und nicht auf der Sachebene geführt, kriege ich Schwierigkeiten. Das passiert beispielsweise, wenn jemand Angst, Neid oder verletzten Stolz empfindet und das nicht direkt kommuniziert, sondern nur irgendwie "zwischen den Zeilen" sagt. Ich kann dann echte Botschaft und transportierte Gefühle nicht auseinanderhalten. Die beiden Aussagen werden vermischt und verfälscht. Das passiert oft bei meinen Eltern, bei Lehrern und bei Ärzten. Bleibt jemand auf der Sachebene und/oder spricht seine Gefühle offen an, habe ich keine Probleme.

      Das erklärt aber noch nicht, warum ich ein moderiertes Gespräch leiten oder einer Freizeitgruppe in Leitungsfunktion etwas beibringen, jedoch kein klassisches Referat halten kann.

      Was könnte da die Ursache sein? Wo liegen die Unterschiede?
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich hätte dann aber Angst, dass man mich übersieht und dann niemand zur Aufnahme der Bestellung kommt (passierte mir schon öfters in Cafes).
      Ja, das ist uns auch schon passiert, aber selten und meistens passiert das wenn man sich an Tische setzt, die noch nicht für neue Gäste hergerichtet wurden.
      Also man sollte sich nicht an einen Tisch setzen wo kurz vorher noch einer saß oder wo noch die Sachen vom Vorgast stehen, denn nicht jedes Restaurant hat gedeckte Tische, manchmal ist da auch garnichts und das gedeck wird einem gebracht wenn sie sehen das da ein neuer Gast sitzt.
      Wenn man nach ca 5 Minuten noch nichtmal begrüßt wurde und keine karte bekommt, kann man ja wieder gehen, wenn sonst nicht viel los ist. Bei vollem Restaurant könnte das normal sein weil die viel zutun haben.


      FruchtigBunt wrote:

      Sobald man nämlich unterbrochen wird, ist es in 90% der Fälle so, dass die Leute das tun, weil sie glauben, sie wüssten was ich will (was aber meistens nicht der Fall ist). Würden Sie mich ausreden lassen, könnte ich den Sachverhalt zu Ende schildern.
      Vielleicht machst du zwischen den Sätzen zu lange Pausen, so das andere glauben du wärst schon fertig. Anders kann ich mir das nicht erklären. Wenn man normal schnell redet, passiert sowas eher selten, je weniger man sagen muss um das anzubringen was man will, desto geringer ist diese Gefahr auch. Darum versuche ich oft sehr knapp zu sein und kurze Sätze zu benutzen, und ich bin sehr direkt und komme auf den punkt. Mir ist das was du beschreibst auch schon passiert aber sowas passiert mir sehr selten.
      Meistens eher nur weil ich dann nicht genau genug war. Ich habe manchmal Probleme mit der korrekten Begriffsfindung und besonders bei spontanen Dingen wo ich anstehe, Zeit habe mir alles vorher zurecht zu denken, fallen mir dennoch nicht immer exakt die Worte ein die die richtigen wären aber Gramatik und Sprache sind auch nicht mein Talentgebiet.


      FruchtigBunt wrote:

      vor allem auch, weil ich nicht genau weiß, ob das die beste Satzwahl ist. Ich hatte es auch schon, wenn ich sagte "lass mich bitte ausreden!", dass die Person mich trotzdem nicht ausreden ließ
      Versuch es mal mit "Das ist nicht das was ich meine" oder "Nein, so meinte ich das nicht" und rede dann sofort weiter anstatt von dem eine Reaktion zu erwarten, weil er dann eventuell sagen könnte "Ach nein? Das tut mir leid" und so weiter, was einen nur wieder aufhalten würde.

      seinn wrote:

      Das erklärt aber noch nicht, warum ich ein moderiertes Gespräch leiten oder einer Freizeitgruppe in Leitungsfunktion etwas beibringen, jedoch kein klassisches Referat halten kann.

      Was könnte da die Ursache sein? Wo liegen die Unterschiede?
      Das ist echt schwer zu sagen wo da der Unterschied ist.
      Die art der Sache also das weiterleiten von Information an eine Gruppe ist in beiden Situationen eigentlich die gleiche.
      Den einzigen Unterschied, den ich da sehe ist, das die Gruppenleitergeschichte eher mit Spaß und Entertainment verbunden ist (man verstellt sich absichtlich um Fun zu vermitteln und man wird zum Schauspieler) und bei einem Referat es eher klassischerweise sachlich nüchtern ist, (das muss nicht so sein aber viele haben es so vor Augen).
      Man könnte ein referat auch so halten wie man es als Entertainer tun würde, das würde das Publikum vielleicht sogar eher gut finden weil es dann nicht so trocken und langweilig ist.
    • Hm... darüber muss ich mal nachdenken. Also mein Spaßfaktor ist beim Gruppenleiten definitiv höher; ich kann es genau so gestalten, dass es für mich passt. Referate haben so einen starren Rahmen, das überfordert mich. Vermutlich ist an diesem starren Rahmen irgendetwas dran, was für mich nicht funktioniert, irgendein Element. Normalerweise habe ich keine Probleme mit Regeln, ich finde sie sogar angenehm. Ich komme nur nicht drauf, was mich stört.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • ich habe oft komplette denkblockaden in gesprächen, wenn ich gestresst oder überfordert bin, sprechen wäre möglich aber ich bekomme keine vernünftigen zusammenhang hin, muss mich erstmal wieder (alleine) sammeln
    • Ich kenne drei Arten von Sprachlosigkeit.

      1. Ich bin in Gesprächen überfordert mit der Menge und der Verarbeitung der Informationen und kann daher nicht reagieren. Das arbeitet meistens in mir weiter und zu irgend einem späteren Zeitpunkt fällt mir dann ein, was ich gerne geantwortet hätte.

      2. Ich habe einen Overload und bin dadurch mutistisch. Das kam früher häufiger vor als jetzt.

      3. Ich weiß nicht, wie ich mich sozial angemessen verhalten soll und bekomme daher kein Wort heraus. Das ist ängstliches Verhalten (Sozialphobie). Das war früher auch schlimmer als heute.
      Ist da wer?

      The post was edited 1 time, last by kim ().

    • @RegenbogenWusli
      Danke für die Tipps zu dem Restaurant (dass man sich nicht an Tische setzen sollte, die noch nicht abgeräumt sind) und zur Gesprächsführung.
      Hm, ich muss testen, ob es klappt mit "das ist nicht das, was ich meine". Mir fällt es aber schon schwer, der Person dann ins Wort zu fallen, weil mich das so eine Überwindung kostet. Aber meistens lassen mich die Leute ja auch nicht ausreden und fallen mir ins Wort.
    • Bei mir ist es glaube ich überforderungsabhängig. Also dass ich, sobald ich mit einer Situation nicht gut auskomme, "sprachmüde" bin, es mit extrem viel Aufwand vielleicht sogar noch ginge... Ich schaffe dann vielleicht noch ein oder zwei von der Reaktion meines Mitmenschen unabhängige Sätze und reagier danach oft gar nicht mehr, es sei denn, es ist eine ganz klare JA/NEIN Frage, für die ich nur nicken oder kopfschütteln muss. Mehr geht in der Situation nicht.

      Wenn es dann wieder etwas besser ist, kann ich über ein bisschen Zeichensprache meinem Freund grundlegende Dinge klarmachen (Schmerz, laut, raus, nach Hause, brauche Tiefendruck, was trinken), das hilft dann oft.

      Angst bestimmt das Ganze nicht, wenn ich "nur" Panikattacken habe, die also sensorisch nicht kritisch sind, kann ich meist gut kommunizieren, was das Problem ist. Es sei denn, ich bin schon "voll drin" und hyperventiliere.
      "Ich? Gescheitert? Niemals!
      ... Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren." -Thomas Edison, zumindest so ähnlich
    • @kim

      Also ich kenne das, was du als 1. und 2. beschreibst.

      @Blaubeere

      Ja, das ist bei mir auch so. Wenn ich Angst habe, rede ich oft sogar mehr als sonst, damit ich der Situation schnell entkommen kann und mich abreagieren kann.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • seinn wrote:

      Referate haben so einen starren Rahmen, das überfordert mich. Vermutlich ist an diesem starren Rahmen irgendetwas dran, was für mich nicht funktioniert, irgendein Element. Normalerweise habe ich keine Probleme mit Regeln, ich finde sie sogar angenehm. Ich komme nur nicht drauf, was mich stört.
      Ich kenne mich mit deiner art Referate ja jetzt nicht aus. Ich kann nur danach gehen wie wir in der Schule Referate erarbeitet haben und da bekam man halt ein grobes Thema vorgeschrieben aber nicht die art wie wir das genau aufbauen und weiter vermitteln.


      FruchtigBunt wrote:

      Hm, ich muss testen, ob es klappt mit "das ist nicht das, was ich meine". Mir fällt es aber schon schwer, der Person dann ins Wort zu fallen, weil mich das so eine Überwindung kostet. Aber meistens lassen mich die Leute ja auch nicht ausreden und fallen mir ins Wort.
      Ja, das verstehe ich gut. Ich versuche sowas meist irgendwo zwischen zu werfen, es kann auch helfen mit dem Kopf zu schütteln wenn die Person was sagt, was in die falsche Richtung geht, das nimmt ihr oft die Redegewanntheit weil sie es ja bemerkt und da kannst du dann gut einbringen das sie falsch liegt und korrigieren.


      Blaubeere wrote:

      Angst bestimmt das Ganze nicht, wenn ich "nur" Panikattacken habe, die also sensorisch nicht kritisch sind, kann ich meist gut kommunizieren, was das Problem ist. Es sei denn, ich bin schon "voll drin" und hyperventiliere.
      Bei Panikatacken kann ich nur kurze Sätze sagen wie "Muss hier raus" oder sowas, sonst kann ich nichts sagen also richtig mit mir argumentieren geht da nicht mehr, das geht erst wieder danach.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich kenne mich mit deiner art Referate ja jetzt nicht aus. Ich kann nur danach gehen wie wir in der Schule Referate erarbeitet haben und da bekam man halt ein grobes Thema vorgeschrieben aber nicht die art wie wir das genau aufbauen und weiter vermitteln.
      Hm... also es ist schon relativ starr vorgegeben. Ich kann ja mal die Abläufe schildern, vielleicht wird es dann klarer:

      1. Gruppenleitung:

      Ich sage "Hallo.", die anderen grüßen zurück. Ich lächle meist, weil ich mich über das Thema freue. Dann fange ich, beim Chor, z.B. damit an, die anderen anzuleiten. Also ich sage dann, dass wir uns jetzt aufwärmen, und sie nachmachen sollen, was ich tue. Dann lockert man die Muskeln am Körper, im Gesicht und das Zwerchfell und dann kommen die ersten Gesangsübungen, wo mir dann auch nachgesungen wird. Es ist recht einfach und ich orientiere mich da stark an meinem Vorbild; meiner leider verstorbenen Chorleitern, die so viele Freude, Energie und Erfahrung verströmte.

      2. Referate:

      Bei uns wird erwartet, dass es einen Einstieg gibt. Also eine Einleitung, die aber nicht genau vorgeschrieben ist. Dann muss man eben zu einem Thema etwas sagen, wobei man mit PowerPoint und/oder Plakaten arbeiten soll.

      Gemeinsam haben beide, dass es eine Art Frontalunterricht ist und ich stehe und mich eigentlich nicht so gut orientieren kann. Das spielt beim Chor aber auch keine Rolle.

      Wenn ich einen Chor leite, fühle ich mich einfach super kompetent und wie ein "Fisch im Wasser". Bei Referaten ist das so steif und ich kann es irgendwie nicht greifen, warum mir das so sehr zu schaffen macht, dass mir die Stimme versagt.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • RegenbogenWusli wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Hm, ich muss testen, ob es klappt mit "das ist nicht das, was ich meine". Mir fällt es aber schon schwer, der Person dann ins Wort zu fallen, weil mich das so eine Überwindung kostet. Aber meistens lassen mich die Leute ja auch nicht ausreden und fallen mir ins Wort.
      Ja, das verstehe ich gut. Ich versuche sowas meist irgendwo zwischen zu werfen, es kann auch helfen mit dem Kopf zu schütteln wenn die Person was sagt, was in die falsche Richtung geht, das nimmt ihr oft die Redegewanntheit weil sie es ja bemerkt und da kannst du dann gut einbringen das sie falsch liegt und korrigieren.
      @RegenbogenWusli
      Ja, das mit dem "Kopf schütteln" mache ich auch manchmal, dann sieht das Gegenüber schon, dass ich Einwände habe. Aber du glaubst nicht, wie schwer mir es manche Personen dann trotzdem machen, einen Einwand zu bringen oder überhaupt zu Wort zu kommen. Ich habe manchmal den Eindruck, selbst wenn die merken, dass ich nicht der gleichen Meinung bin bzw. wenn die merken, dass ich zum Reden ansetze und was sagen will, dass die mich manchmal absichtlich nicht zu Wort kommen lassen.

      Beim Telefonieren geht es ja leider auch gar nicht mit dem Kopf zu schütteln (hab ich trotzdem schon gemacht :lol: :m(: , bis ich merkte, dass das Gegenüber das ja nicht sehen kann) bzw. hat keine Wirkung. Auch andere nonverbale Signale (wie "verrwirrt gucken" oder "nachdenklich gucken" kann man beim Telefonieren ja nicht übertragen). Das ist auch ein Grund, warum ich das Telefonieren nicht mag. Beim Telefonieren fühle ich mich teilweise richtig gefangen. Direkt auflegen kann man nicht so einfach, weil das unhöflich ist. Aber manches Mal war ich auch schon so überfordert bzw. wurde so missverstanden (selbst nachdem ich es mehrmals erklärt hatte), dass ich vor Überforderung einfach das Telefon aufgelegt habe. :| :roll:
    • @seinn

      Der Unterschied, der mir auffällt ist:

      Beim Chor ist es eine Art "Programm", das schon lange eingespielt ist. Die Teilnehmer wissen dass es diesen Ablauf geben wird, es ist nicht mit "Gegenwind" zu rechnen oder mit anderen Wünschen der Teilnehmer an den Programmablauf (wenn, dann werden die vielleicht mal den Wunsch haben, ein Lied XY zu singen oder sowas), aber sie werden wohl nicht den kompletten Ablauf des Chors oder deine Position in Frage stellen. Du bist die Leiterin und es ist dort anerkannt, dass du das leitest.

      Beim Referat musst du die Leute irgendwie "überzeugen" mit dem was du sagst. Sie hören sich das nicht freiwillig an (weil sie in der Schule sitzen oder im Beruf dazu verdonnert wurden wahrscheinlich). Zum Chor gehen die Leute aber freiwillig hin, sie sind selbst motiviert. Bei einem Referat muss man manchmal Leute überzeugen, die gar nicht überzeugt werden wollen, weil sie gar nicht interessiert sind oder stören wollen etc. Das finde ich schwierig daran. Wenn bei einem Vortrag nur Interessierte sitzen, finde ich es nicht so schlimm. Manchmal gibt es aber auch Zuhörer, die einem dann die Position strittig machen wollen und die stellen dann während oder nach dem Vortrag "gehässige Fragen" (um es mal noch nett auszudrücken).

      Das wären die Unterschiede, die mir auffallen.
      Als erstes denkt man vielleicht, dass die Chorsituation wesentlich unstrukturierter ist, aber wenn ich länger drüber nachdenke, finde ich die Chorsituation vorhersehbarer und strukturierter. Vielleicht fällt es dir deshalb leichter. Vielleicht interessiert dich selbst das Chorthema auch mehr, als ein Referat über ein Thema, wo du evtl. noch nicht ganz firm bist oder andere "auf gleicher Ebene" (oder sogar höher?) sein könnten? Das kann ja auch unsicher machen. Während du beim Chor offiziell "die Chefin" bist.
    • seinn wrote:

      Wenn ich einen Chor leite, fühle ich mich einfach super kompetent und wie ein "Fisch im Wasser". Bei Referaten ist das so steif und ich kann es irgendwie nicht greifen, warum mir das so sehr zu schaffen macht, dass mir die Stimme versagt.
      Das es ein Chor ist, wusste ich nicht. Ich kann mir vorstellen das es schon einen deutlichen Unterschied gibt weil das eine um Musik handelt und nur ums Vormachen und Nachmachen geht und es auch viel Mitmachaktion gibt, wohingegen ein Referat überwiegend aus erzählen und zuhören. Da könnte allenfalls eine Interaktion stattfinden indem man das Publikum mit einbezieht indem man sowas wie Fragen stellen lässt, auf die man dann antwortet, aber das ist gerade für Autisten auch nicht so leicht weil da meist spontanität wichtig für ist.
      In Referaten macht man ja nicht etwas den anderen vor und wartet das sie es nachmachen.


      FruchtigBunt wrote:

      wenn die merken, dass ich zum Reden ansetze und was sagen will, dass die mich manchmal absichtlich nicht zu Wort kommen lassen.
      Mei was sind denn das für Leute?
      Im allgemeinen, könnte ich mir sowas dann noch dadurch erklären, wenn man auf anderen eher submissive wirkt, also schmaler Körperbau, klein, keine selbstsichere Haltung/Stimme.
      Das kann zu so einem Verhalten beitragen ohne das man das selber merkt.


      FruchtigBunt wrote:

      Das ist auch ein Grund, warum ich das Telefonieren nicht mag. Beim Telefonieren fühle ich mich teilweise richtig gefangen. Direkt auflegen kann man nicht so einfach, weil das unhöflich ist. Aber manches Mal war ich auch schon so überfordert bzw. wurde so missverstanden (selbst nachdem ich es mehrmals erklärt hatte), dass ich vor Überforderung einfach das Telefon aufgelegt habe.
      Ich denke immer, das sowas okay ist, wenn man mit Leuten spricht, die man nicht kennt. Also wenn es jemand ist, mit dem man sonst öfter spricht (der Boss, Bekannte, Verwannte) zu denen man sonst ein gutes Verhältniss hat und die einem wichtig sind, würde ich auch sagen das es unhöflich ist. Bei Leuten die einem nur was am Telefon irgendwie andrehen oder verkaufen wollen oder einen wegen Umfragen anrufen. meist werden wir wegen sowas angerufen und die reden immer so schnell und undeutlich das ich mit dem Namen wovon die anruen nichts anfangen kann, also lege ich meist gleich wieder auf. jemand der sich nicht anständig und klar mit mir unterhalten kann, der braucht garnicht mit mir reden.
      Die anderen Leute wie Arztpraxen oder sowas, die auch schonmal wegen diverser Infos anriefen, konnte ich ja auch verstehen.
    • FruchtigBunt wrote:

      @seinn

      Der Unterschied, der mir auffällt ist:

      Beim Chor ist es eine Art "Programm", das schon lange eingespielt ist. Die Teilnehmer wissen dass es diesen Ablauf geben wird, es ist nicht mit "Gegenwind" zu rechnen oder mit anderen Wünschen der Teilnehmer an den Programmablauf (wenn, dann werden die vielleicht mal den Wunsch haben, ein Lied XY zu singen oder sowas), aber sie werden wohl nicht den kompletten Ablauf des Chors oder deine Position in Frage stellen. Du bist die Leiterin und es ist dort anerkannt, dass du das leitest.

      Beim Referat musst du die Leute irgendwie "überzeugen" mit dem was du sagst. Sie hören sich das nicht freiwillig an (weil sie in der Schule sitzen oder im Beruf dazu verdonnert wurden wahrscheinlich). Zum Chor gehen die Leute aber freiwillig hin, sie sind selbst motiviert. Bei einem Referat muss man manchmal Leute überzeugen, die gar nicht überzeugt werden wollen, weil sie gar nicht interessiert sind oder stören wollen etc. Das finde ich schwierig daran. Wenn bei einem Vortrag nur Interessierte sitzen, finde ich es nicht so schlimm. Manchmal gibt es aber auch Zuhörer, die einem dann die Position strittig machen wollen und die stellen dann während oder nach dem Vortrag "gehässige Fragen" (um es mal noch nett auszudrücken).

      Das wären die Unterschiede, die mir auffallen.
      Als erstes denkt man vielleicht, dass die Chorsituation wesentlich unstrukturierter ist, aber wenn ich länger drüber nachdenke, finde ich die Chorsituation vorhersehbarer und strukturierter. Vielleicht fällt es dir deshalb leichter. Vielleicht interessiert dich selbst das Chorthema auch mehr, als ein Referat über ein Thema, wo du evtl. noch nicht ganz firm bist oder andere "auf gleicher Ebene" (oder sogar höher?) sein könnten? Das kann ja auch unsicher machen. Während du beim Chor offiziell "die Chefin" bist.

      Ja, da hast du Recht. Einmal habe ich beim Chor auch ein paar Interessierte vergrault, weil es ein Missverständnis mit meinem Co-Chorleiter an dem Tag gab. Ich hatte mir mein Programm zurecht gelegt und er hatte plötzlich spontan die Leute gefragt, ob wir die Reihenfolge der Songs nicht umstellen wollen. Die waren dafür und ich war richtig sauer. Das war ja eigentlich unsere Schuld, weil es schlecht abgesprochen war, aber in dem Moment war ich einfach sauer auf die Leute, die meinen Plan durcheinander gebracht haben. Ich kann es gar nicht leiden, wenn mir jemand reinredet.

      Und natürlich macht mir beim Thema Musik keiner so schnell etwas vor, auch wenn es immer mal wieder Leute gibt, die denken, sie wüssten alles besser. Das verunsichert mich auch manchmal. In so Momenten (und auch in anderen) werde ich traurig, dass meine alte Chorleiterin tot ist. Sie war mir immer eine große Inspiration und Leitfigur.

      Ob die Leute dazu Lust haben oder nicht, ist mir jetzt nicht so wichtig. Klar, wenn die Leute motiviert sind, ist es einfacher und macht mehr Spaß. Aber im Leute motivieren bin ich meistens eh gut.


      RegenbogenWusli wrote:

      seinn wrote:

      Wenn ich einen Chor leite, fühle ich mich einfach super kompetent und wie ein "Fisch im Wasser". Bei Referaten ist das so steif und ich kann es irgendwie nicht greifen, warum mir das so sehr zu schaffen macht, dass mir die Stimme versagt.
      Das es ein Chor ist, wusste ich nicht. Ich kann mir vorstellen das es schon einen deutlichen Unterschied gibt weil das eine um Musik handelt und nur ums Vormachen und Nachmachen geht und es auch viel Mitmachaktion gibt, wohingegen ein Referat überwiegend aus erzählen und zuhören. Da könnte allenfalls eine Interaktion stattfinden indem man das Publikum mit einbezieht indem man sowas wie Fragen stellen lässt, auf die man dann antwortet, aber das ist gerade für Autisten auch nicht so leicht weil da meist spontanität wichtig für ist.In Referaten macht man ja nicht etwas den anderen vor und wartet das sie es nachmachen.

      Ja, also durch mein letztes Zwangsreferat habe ich mich so gerettet, dass ich es wirklich als Mitmachveranstaltung geplant habe. Ich habe Texte verteilt und jeder musste mal lesen. Gab es Fragen dazu, habe ich sie beantwortet, und am Ende gab es ein Quiz, wo die Leute zeigen sollten, was sie gelernt haben. Am Anfang war das Murren zwar groß, aber am Ende waren alle voll involviert und hatten sogar Spaß. Wenn Referate immer so wären, würde ich mich gar nicht davor scheuen.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • RegenbogenWusli wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      wenn die merken, dass ich zum Reden ansetze und was sagen will, dass die mich manchmal absichtlich nicht zu Wort kommen lassen.
      Mei was sind denn das für Leute?Im allgemeinen, könnte ich mir sowas dann noch dadurch erklären, wenn man auf anderen eher submissive wirkt, also schmaler Körperbau, klein, keine selbstsichere Haltung/Stimme.
      Das kann zu so einem Verhalten beitragen ohne das man das selber merkt.
      @RegenbogenWusli
      Das war nachdem ich meine Arbeitsstelle gewechselt hatte, an der neuen Arbeitsstelle mit fast allen Leuten. Irgendwie dachten die wohl dort (ja, ich bin auch klein und schmal), dass man so mit mir umspringen können. An der Arbeitsstelle, wo ich auch meine Ausbildung bzw. duales Studium gemacht hatte, hat man mich mehr respektiert (da gab es nur einzelne Leute, die mir blöd kamen, wegen derer ich aber leider auch die Arbeitsstelle gewechselt hatte)
      Ansonsten sind das meistens Leute beim Telefonieren, also solche Sachbearbeiter von meiner Krankenversicherung oder von einer anderen Versicherung oder wenn ich an einer Klinik anrufe und Auskünfte erfrage zu einem stationären Aufenthalt.
      Vielleicht liegt es wirklich an meinem Auftreten. Vielleicht bin ich erst zu höflich und zurückhaltend (was die Leute dann meine Grenzen überschreiten lässt) und wenn das passiert, werde ich grantig.

      Ich habe mal mit meiner Krankenversicherung telefoniert, wo es um einen stationären Aufenthalt (Psychosomatische Klinik) ging. Es gibt verschiedene Typen von Kliniken (Reha-Kliniken, oder sogenannte Akut-Kliniken). Die Klinik in die ich wollte, war dummerweise eine sogenannte "Mischanstalt", so dass es das Genehmigungsverfahren nochmals komplizierter machte (ich bin privat kv). Der Sachbearbeiter von der KV am Telefon hatte offenbar keine AHnung von diesen unterschiedlichen Kliniktypen und beriet mich falsch. Ich ließ nicht locker und irgendwann wurde das ganze zu einem Streitgespräch und der Sachbearbeiter sagte mir dann in einem Nebensatz als Beleidigung (so habe ich es jedenfalls aufgefasst), dass ich ja auch nicht ohne Grund dorthin gehen würde (das hörte sich für ich so an, als wäre ich ja geistig gestört und könnte in einem Gespräch gar nicht Recht haben, weil ich ja ein Psychiatriepatient bin). Da bin ich für meine Verhältnisse ausgetickt und habe, wenn ich mich recht erinnere, dann am Ende auch das Telefon aufgelegt, nachdem ich sagte, was er mir damit sagen will und ich so nicht mit mir reden lasse. Aber das war auch eine Extremsituation, die mich mehrere Monate danach schachmatt gesetzt hat.
      Ganz so frech gehen die Leute am Telefon mit mir nicht um, aber meistens schon sehr herablassend, teilweise aber auch sehr freundlich. Es kommt mir manchmal so vor, als würde man mich entweder mögen oder direkt hassen :oops: :(

      Ich habe aber auch schon bei nahestehenden Menschen (Eltern, Partner) das Telefon einfach aufgelegt, wenn die Leute nicht mehr sachlich redeten und ich nicht mehr wusste, wie ich es hinbekomme, dass die sachlich bleiben. Wenn ich dreimal etwas sage, und die ärgern mich weiter (also schwatzen mir z. B. ein Medikament auf, obwohl ich sage, ich möchte jetzt nicht mehr über meine Erkältung reden und das wird nicht respektiert) oder wenn die emotional so aktiviert sind, dass sie nicht mehr klar denken können und ich darauf hinweise, aber dann wird es noch schlimmer. Ich weiß dann manchmal einfach nicht mehr was ich tun soll und mein Kopf ist so überfordert mit der Situation, dass ich auflege. :m(:
      Auf der Arbeit habe ich das aber nicht gemacht damals. Da hat mich nur einmal ein Kunde dermaßen angebrüllt, dass ich ihn aufforderte, mich nicht anzuschreien sondern vernünftig mit mir zu reden. Als er das nicht machte, kündigte ich an, dass ich auflege, wennn er weiter so mit mir spricht. Als er weier wütete, sagte ich dann ganz ruhig "so Herr xy, ich muss jetzt leider auflegen, weil Sie mich die ganze Zeit nur anschreien. So ist kein vernünftiges Gespräch möglich". :o Das konnte ich, weil ich so einen Telefonierkurs auf der Arbeit besucht hatte und mein damaliger Chef meinte, dass man das so machen soll und man es sich nicht gefallen lassen soll, angeschrien zu werden von Kunden. Da war es vorher vom Chef abgesegnet, wenn der nochmal anruft und mich anbrüllt, dass ich so vorgehen darf.

      The post was edited 3 times, last by FruchtigBunt ().

    • seinn wrote:

      Ja, also durch mein letztes Zwangsreferat habe ich mich so gerettet, dass ich es wirklich als Mitmachveranstaltung geplant habe. Ich habe Texte verteilt und jeder musste mal lesen. Gab es Fragen dazu, habe ich sie beantwortet, und am Ende gab es ein Quiz, wo die Leute zeigen sollten, was sie gelernt haben. Am Anfang war das Murren zwar groß, aber am Ende waren alle voll involviert und hatten sogar Spaß. Wenn Referate immer so wären, würde ich mich gar nicht davor scheuen.
      Ja, wegen dem Lesen oder?
      Ich glaube viele Leute sind faul, sie hören lieber zu und müssen dann nichts anderes tun, aber das ist auch irgendwie langweilig.
      Ich kann sowas nicht gut.
      Zwangsreferate, warum musst du denn sowas überhaupt machen? Gehst du noch auf eine Schule wo sowas gefragt wird?


      FruchtigBunt wrote:

      Vielleicht liegt es wirklich an meinem Auftreten. Vielleicht bin ich erst zu höflich und zurückhaltend (was die Leute dann meine Grenzen überschreiten lässt) und wenn das passiert, werde ich grantig.
      Laut dem was mir schon andere erzählten, liegt es meistens ganz besonders am Auftreten.
      Was genau bei dir da verbesserungswürdig ist, kann ich leider nicht beurteilen, aber man kann es mal versuchen nicht höflich sondern neutral zusein und zu sehen wie die Leute darauf reagieren.
      Ich weiß das diese Versicherungssachbearbeiter oft nicht nett sind, geht mir leider auch so, aber man hat mich bisher zumindest immer ausreden lassen. Aber wie gesagt, ich rede da meistens mit kaum Pause zwischen den Sätzen bis ich meine Sache erklärt hab.
      Man sollte schon höflich sein, aber wenn man nicht ständig sowas wie sorry, tut mir leid, bitte etc sagt, sondern nur klar und knapp aber eben nichts grantig oder genervt sagt was man will, dann machen die das eigentlich auch. Und wenn die sagen das es nicht geht, dann sollte man fragen warum und nicht sagen "Okay shade" oder sowas.
      Ich habe mir anscheinen angewöhnt sehr ruppig zu anderen zu sein, sobald sie mich anfangen blöd zu behandeln. Ich denke immer, wenn ich ihnen das nicht sofort klar mache, das ich mir das nicht gefallen lasse, hören sie damit nicht mehr auf. Meist merken sie dann das ich sehr unangenehm werden kann und meiden mich dann komplett XD


      FruchtigBunt wrote:

      Der Sachbearbeiter von der KV am Telefon hatte offenbar keine AHnung von diesen unterschiedlichen Kliniktypen und beriet mich falsch. Ich ließ nicht locker und irgendwann wurde das ganze zu einem Streitgespräch und der Sachbearbeiter sagte mir dann in einem Nebensatz als Beleidigung (so habe ich es jedenfalls aufgefasst), dass ich ja auch nicht ohne Grund dorthin gehen würde (das hörte sich für ich so an, als wäre ich ja geistig gestört und könnte in einem Gespräch gar nicht Recht haben, weil ich ja ein Psychiatriepatient bin).
      Wie er das konkret wirklich meinte, wird nur er selber wissen, und leider kann ich mir das gespräch jetzt nicht anhören, aber ich könnte mir vorstellen, das dieser Satz auch ganz anders gemeint sein konnte, es dummerweise nur wegen unterschiedlicher Aussagemöglichkeiten und eben weil das Gespräch schon hitzig war, in den falschen Hals geraten ist.
      Aber wie gesagt, dazu müsste ich den kompletten Verlauf des Gesprächs hören.
      Es wäre nur die Möglichkeit, das er es auch so meinte, das es wichtig ist welches dieser Kliniken das richtige ist und das man das anhand des Grundes den er nannte vielleicht erkennen könnte, denn man geht ja nicht grundlos in eine Klinik.
      Verstehst du wie ich das jetzt meine?
      Vielleicht meinte er das ähnlich. Nicht in dem Sinne "Ja sie sind ja eh krank wie man sieht" sondern "Da Sie einen triftigen Grund haben um in eine Klinik zu müssen, man daran vielleicht ersehen kann welcher Typ da der richtige ist" dazu müsste er aber jemanden DER Ahnung hat hinzuziehen. Ich hätte mich an einen Kollegen gewannt oder jemand anderes und das auch gesagt "Tut mir leid, da hab ich momentan keine Ahnung, müsste da mich beraten und würde gleich zurückrufen"
      Sowas hab ich nämlich selber schon erlebt und ging auch völlig problemlos.


      FruchtigBunt wrote:

      Ich habe aber auch schon bei nahestehenden Menschen (Eltern, Partner) das Telefon einfach aufgelegt, wenn die Leute nicht mehr sachlich redeten und ich nicht mehr wusste, wie ich es hinbekomme, dass die sachlich bleiben. Wenn ich dreimal etwas sage, und die ärgern mich weiter (also schwatzen mir z. B. ein Medikament auf, obwohl ich sage, ich möchte jetzt nicht mehr über meine Erkältung reden und das wird nicht respektiert) oder wenn die emotional so aktiviert sind, dass sie nicht mehr klar denken können und ich darauf hinweise, aber dann wird es noch schlimmer. Ich weiß dann manchmal einfach nicht mehr was ich tun soll und mein Kopf ist so überfordert mit der Situation, dass ich auflege.
      Hmm also solche Verwannten haben ich zum Glück nicht. Ich glaube sowas wäre mir auch zu dumm. Wenn man sich wiederholt und es wird ignoriert, dann führt der Jenige einen Monolog und interessiert sich null für das was der andere zu sagen hat. Da würde ich vielleicht sagen "Weißt du, wenn du bereit bist mit mir zu reden, kannst du wieder anrufen, aber auf mich einreden lasse ich mich nicht" und dann würde ich auflegen.
      Zumindest würde ich das als Strategie nutzen, wenn das öfter vorkommt. Sowas kam bis jetzt nie vor, aber das halte ich für klüger als ohne irgendwas zu sagen aufzulegen.


      FruchtigBunt wrote:

      Auf der Arbeit habe ich das aber nicht gemacht damals. Da hat mich nur einmal ein Kunde dermaßen angebrüllt, dass ich ihn aufforderte, mich nicht anzuschreien sondern vernünftig mit mir zu reden. Als er das nicht machte, kündigte ich an, dass ich auflege, wennn er weiter so mit mir spricht. Als er weier wütete, sagte ich dann ganz ruhig "so Herr xy, ich muss jetzt leider auflegen, weil Sie mich die ganze Zeit nur anschreien. So ist kein vernünftiges Gespräch möglich". Das konnte ich, weil ich so einen Telefonierkurs auf der Arbeit besucht hatte und mein damaliger Chef meinte, dass man das so machen soll und man es sich nicht gefallen lassen soll, angeschrien zu werden von Kunden. Da war es vorher vom Chef abgesegnet, wenn der nochmal anruft und mich anbrüllt, dass ich so vorgehen darf.
      Ja das klingt auch sehr professionell so :)
      In so einem fall hätte ich nur gesagt "Ich rede nicht mit Schreihälsen" und hätte dann aufgelegt XD
      Sowas kam bei mir aber auch noch nie vor.
      Ich hab nur einmal ein komisches Telefonat mit einem damaligen guten Freund gehabt.
      Ich hatte die Freundschaft aus diversen für mich unmöglichen Dingen gekündigt und ich hatte ein paar Videos auf youtube veröffentlicht wo er drin zusehen war, weil er halt damals die Moderation geführt hatte.
      Er rief mich dann an und sprach auch so als hätte er sich das vorher ständig im Kopf aufgesagt "Hallo XY, ich habe gesehen, dass du diverse Videos auf youtube gepostet hast, in denen ich bin, und verlange das diese umgehend gelöscht werden. Wenn das nicht passiert, sehe ich mich gezwungen eine Anzeige wegen Cybermobbings gegen dich anzustreben" oder sowas in der art. Dann hatte er aufgelegt. Ich hab die Videos natürlich gelöscht, denn er hatte ja Recht damit, wenn er das nicht will und wir hatten damals keinen Kontakt mehr.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ja, wegen dem Lesen oder?
      Ich glaube viele Leute sind faul, sie hören lieber zu und müssen dann nichts anderes tun, aber das ist auch irgendwie langweilig.
      Ich kann sowas nicht gut.
      Zwangsreferate, warum musst du denn sowas überhaupt machen? Gehst du noch auf eine Schule wo sowas gefragt wird?
      Ja, genau, wegen des Lesens. Die Leute hatten erst keine Lust, mitzumachen, fanden es am Ende aber doch ganz gut (der, der am Anfang am Lautesten protestierte, kam am Schluss nochmal extra zu mir um mir zu sagen, wie toll er es doch fand).

      Ja, also ich mache gerade mein Abitur nach und da wird sowas verlangt. Wenn ich mich weigere, kann es halt passieren, dass ich eine 6 bekomme. Im Moment strebe ich einen Nachteilsausgleich an.

      Trotzdem wäre es ja gut zu wissen, warum mir das so schwer fällt. Schöner wäre es natürlich schon, ich fände einen Weg, das irgendwie zu meistern.

      Das Dumme ist halt, dass die Lehrer mir überhaupt nicht helfen können. Die erzählen mir dann was von Selbstbewusstsein und Ängsten und, dass ich daran arbeiten sollte, auch wenn das beides nicht meine "Baustellen" sind. Ich kann nicht erklären, was das eigentliche Problem ist, und daher kann mir auch keiner helfen.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • @Louveteau Ich verstehe darunter die überforderungsbedingte Unfähigkeit, sich auszudrücken.
      Irgendwann kommen die Wörter nicht mehr raus / Mir fallen keine mehr ein, es "geht nicht mehr".
      "Ich? Gescheitert? Niemals!
      ... Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren." -Thomas Edison, zumindest so ähnlich