Eure Beziehung zu/ mit Tieren

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    • Eure Beziehung zu/ mit Tieren

      Mir kam der Gedanke, als ich las, welche Probleme es in der Kommunikation und/oder Interaktion mit Menschen gibt.

      Daher wollte ich fragen: Wie ist eure Beziehung zu nichtmenschlichen Lebewesen , sprich Tieren?

      Die Kommunikation? Die Interaktion?

      Ist das einfacher? Oder schwieriger? Gibt es Unterschiede je nach Tierart ?

      Gruß Rhianonn
    • Mit Tieren fällt mir die Kommunikation viel leichter als mit Menschen. Ich hab früher in 'nem kleinen Zoo gearbeitet und da war's für mich immer einfacher, mich auf die einzelnen Tierarten einzustellen und mit denen zu "kommunizieren", als mit den Kollegen Smalltalk zu halten oder zu erkennen, wann die 'ne Äusserung ernst meinten und wann nicht.

      Tiere verstellen sich nämlich nicht; die kommunizieren direkt und eigentlich unmissverständlich. Ich kommuniziere mit ihnen (soweit es möglich ist), in ihrer Art. So bekam der Esel auch schon mal einen Kniff in die Schulter, wenn er beim Füttern zu aufdringlich wurde oder die Schweine wurden mit 'nem Grunzen aus dem Stall gelockt. Die Kollegen fanden's anfangs seltsam, haben das eine oder andere aber übernommen, als sie gesehen haben, dass es besser funktioniert als die üblichen Methoden.
      Don't let go
      Never give up, it's such a wonderful life
      (aus "Wonderful Life" von "Hurts")
    • Leider habe ich großen Respekt vor Tieren und auch ziemliche Berührungsängste. Dies liegt vermutlich auch daran, dass es in meiner Kindheit kaum Kontakte zu Tieren gab. Dennoch mag ich Tiere sehr gerne. Ich fühle mich mit Tieren mehr verbunden, als mit einem Großteil der Menschen (enge Bezugspersonen ausgenommen).
      Tiere sind rein und ehrlich im Ausdruck, auch wenn ich vieles trotzdem nicht deuten kann und z. B. vor Hunden Angst habe. Wenn ich in der Nähe von Tieren bin, möchte ich oft auch gerne ein Tier sein.
      Vor Katzen habe ich nicht so große Angst. Manchmal kommen Katzen zu mir, wenn ich mich runterbücke und schleichen sich um meine Beine oder wollen von mir gestreichelt werden. Ich lege mich manchmal dann auch zu Katzen auf den Boden, um auf einer Ebene zu sein und verhalte mich dann wie eine Katze :d Ich komme mir dann nicht mehr als Mensch vor und es ist wahrscheinlich peinlich, aber das ist mir egal.
      Ich rede auch mit Tieren, in "Menschensprache", aber auch in Tiersprache oder quieke einfach nur rum, also irgendwelche Laute, wo es eher auf den Tonfall ankommt und meine Energie.

      Das Beste an Tieren finde ich, dass sie nicht in menschlicher Sprache reden :-p und trotzdem lebendig sind. So viel Ähnliches gibt es da ja nicht. :lol:
    • Ich habe Tiere seit ich mich erinnern kann immer schon geliebt. Mein erster Wellensittich war sehr zahm und saß immer bei mir, viele meiner Meerschweinchen wurden so zahm, dass sie mir in der Wohnung hinterhergelaufen sind. Ohne meinen Hund kann ich mir ein Leben gar nicht vorstellen und als mein erster Hund starb, brach für mich eine Welt zusammen, ich war ein halbes Jahr nicht mehr ich selbst.

      Was ich an Tieren am meisten liebe ist, dass sie mir Zeit geben. Ich kann jedes Tier so kennenlernen, wie es zu mir und dem Tier passt. Ich habe als Jugendliche lange Zeit bei einem Notrufteam des Tierheims gearbeitet und dort mit vielen Tieren zu tun gehabt. Mein erster Hund galt damals, als er neu war, als bissig. Ich wusste davon nichts und saß eine halbe Stunde später mit ihm schmusend in seinem Zwinger. Was ich auch sehr wichtig finde: Wenn ich merke, ein Tier möchte keine Nähe, dann ziehe ich mich zurück. Viele Menschen tun das nicht und sind beleidigt. Meine beiden Meerschweinchen sind z.B. dieses Mal gar nicht handzahm und wollen nicht gestreichelt werden, und das ist okay für mich. Ich habe trotzdem eine Art Beziehung zu ihnen, sie sind neugierig und frech und bringen mich dadurch, dass sie so sind, wie sie sind, sehr sehr oft zum Lachen. (Ich habe ein Schlau-Schwein und ein Dulli-Schwein und es ist zu witzig, die zwei zu beobachten! ;)

      Meine große Leidenschaft sind Hunde und wenn ich könnte, würde ich mir ein ganzes Rudel halten. Ich würde auch beruflich sehr gern mit Tieren/Hunden arbeiten, habe sogar über einen Hundetrainer-Schein nachgedacht. Als ich damals meiner Mutter davon erzählt habe, hat sie mir gesagt, dass sie das erste Mal so richtig mich gesehen hat, so wie ich bin. Leider kann ich mir diese Ausbildung nicht leisten (sie muss privat bezahlt werden und ist für mich zu teuer). Einer meiner Traumberufe wäre Hundetrainer für die Ausbildung von service dogs, also solchen, die behinderten Menschen im Alltag helfen. Seit ich gehört habe, dass es auch Autismus-Hunde gibt, finde ich das Thema soooo faszinierend und ich bin immer wieder aufs neue davon begeistert, wieviel diese Tiere für uns tun können. Selbst wenn sie "nur" da sind.

      Wenn ich zu Freunden gehe oder Bekannte besuche, die ein Tier haben, ist meine Aufmerksamkeit automatisch auf denen. Es passiert sehr oft, dass ich in Gesprächen nicht mehr zuhöre, weil ich die Katze beobachte und mit dem Hund schmuse. Ich bringe Tieren sehr viel mehr Geduld entgegen, als ich ich es bei Menschen schaffe, auch wenn ich mich anstrenge, es fühlt sich einfach natürlich an.
    • Rhianonn schrieb:

      Daher wollte ich fragen: Wie ist eure Beziehung zu nichtmenschlichen Lebewesen , sprich Tieren?
      Also ehrlich gesagt kaum vorhanden. Also ich reagiere schon auf Kindchenschema, kann ein Kätzchen sehr niedlich finden und streicheln, und ich habe auch Mitleid mit Tieren, aber eine Beziehung kann ich zu ihnen nicht führen. So hart es klingt, aber ich brauche Wesen, mit denen ich mich wirklich unterhalten kann, und damit meine ich nicht intuitives Verstehen von Emotionen, sondern inhaltliches Verstehen von Gesagtem.

      Rhianonn schrieb:

      Ist das einfacher? Oder schwieriger? Gibt es Unterschiede je nach Tierart ?
      Naja, bestimmte Nicht-Wirbeltiere finde ich ekelig oder abstoßend (wie wohl jeder), aber du meinst vermutlich auch eher Wirbeltiere....
      Ansonsten habe ich tendenziell Angst vor Hunden, auch wenn das im Vergleich zur Kindheit abgenommen hat, trotzdem ist es immer blöd für mich, wenn jemand mit Hund erwartet dass ich mich für den Hund interessiere oder ihn streichle, weil ich lieber Abstand halte.

      Wie man mit Tieren umgeht, weiß ich nicht. Die Katze, die bei meiner Mutter wohnt, ist im Umgang sehr schwierig, sie ist extrem ängstlich und wehrt sich extrem schnell gegen alles, was potenziell eine Bedrohung sein könnte. Ich weiß, dass es möglich ist, sie richtig zu streicheln (u.a. kann das eine Freundin von mir super), ohne dass sie direkt beißt und kratzt, aber ich weiß nicht genau, wie man das macht, und ich habe es irgendwann aufgegeben.

      Reiten habe ich als Kind ausprobiert, weil meine Freundinnen das gemacht haben, aber ehrlich gesagt hatte ich die meiste Zeit einfach Angst, runterzufallen (obwohl ich keine Höhenangst habe) oder vom Pferd getreten zu werden, weil ich versehentlich hinter ihm stehe. Das Striegeln und so hat mir gar nichts gegeben, ich habe das nur gemacht, weil ich eben gerade dabei war, enger mit den beiden Freundinnen zu werden. Ich war beim Reiten offenbar so unfähig, dass es regelrecht peinlich war, hatte das Pferd überhaupt nicht unter Kontrolle, also null. Irgendwann habe ich nur noch zugesehen und eben bei der Pferdepflege mitgemacht (ohne Interesse), irgendwann habe ich letzteres dann auch sein gelassen.

      Ich hab aber immer das Gefühl, dass man so als Unmensch gilt, wenn man wenig mit Tieren anfangen kann... und dann auch noch als Frau. Hm....

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von seven_of_nine ()

    • Ich liebe meine Katzen sehr. Ohne sie wäre ich nicht komplett. Sie sind einfach da. Zum Beispiel jetzt gerade. Ich hatte einen auslaugenden Tag. Und sie setzen sich zu mir aufs Sofa. Einfach ohne große Worte. Wie Menschen es täten.
      Ich mag viele Tiere sehr gerne. Leider neige ich sehr dazu sie zu vermenschlichen. Ich empfinde einfach viel für sie. Und schließe dann rück, dass sie das auch tun müssen.

      @seven_of_nine. Ich glaube man gilt als noch viel größerer Unmensch, wenn man mit Babies nix anfangen kann. Ich stoße zumindest ab und zu auf Unverständnis deshalb.

      Lg Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)


      "Was ist falsch an sonderbar?"
    • Veronika schrieb:

      @seven_of_nine. Ich glaube man gilt als noch viel größerer Unmensch, wenn man mit Babies nix anfangen kann. Ich stoße zumindest ab und zu auf Unverständnis deshalb.
      Nee. Ich habe ja lange in einem weiblich dominierten NT-Forum geschrieben, und da haben die Anti-Baby-Leute (seit Regretting Motherhood auch ein kleiner Hype) immer betont, dass sie zwar menschliche Babies ekelig finden, aber Tierbabies soooooo süß. Diese beiden Dinge wurden fast immer zusammen geäußert, so um sicher zu stellen, dass man kein Psychopath ist.
      Umgekehrt kann ich mich nicht an eine Frau erinnern, die jemals geschrieben hat, dass sie wenig mit Tieren anfangen könnte. Wenn sie dasselbe geschrieben hätte, was einige über Babies geschrieben haben (abstoßend, nervig, ekelig etc.), wäre sie sowieso kollektiv zerfleischt worden. Aber nicht mal die Aussage, dass man wenig mit Tieren anfangen könnte, habe ich da jemals in diesem Forum gelesen (wer weiß, vielleicht bin ich ja auch die einzige...).
    • Erst mal bezugnehmend auf Frauen und ihre Einstellung zu Tieren und Babys: Ich denke, eine Ablehnung von Tieren wird eher akzeptiert als von Babys. Ich habe selbst schon Frauen - und Männer - kennengelernt, die nichts mit Tieren anfangen können/konnten, aber ich erinnere mich kaum an jemanden, der Menschenbabys nicht entzückend finde. Ich bin da wirklich fast immer die Einzige (egal ob Mann oder Frau).

      Nun zur eigentlichen Frage: Ich liebe Tiere! Ich fühle mich mit ihnen viel stärker als mit Menschen verbunden. Während ich mich auch bei nahestehenden Personen manchmal ausgeschlossen fühle, ist das bei meinen Tieren nie der Fall. Ihr Wesen gefällt mir aus oben genannten Gründen: Sie sind einfach natürlich! Sie zeigen ihre Zuneigung und ihre Abneigung.
      Besonders mit meinen Ratten verbinden mich auch viele gemeinsame Charakterzüge: intelligen, neugierig und gleichzeitig panische Angst vor Neuem, sensibel. Nur schlafe ich keine 20 Stunden. ;)
      Wenn ich wohinkomm, wo Tiere und Menschen sind, gilt meine Aufmerksam automatisch meistens mehr den Tieren.

      Aber ohne Kontakt zu Menschen kann ich trotzdem nicht sein, denn ab und zu führe ich auch gerne sinnvolle Unterhaltung. Mit meinen Tieren kommuniziere ich zwar auch, aber eben weniger durch Sprache (bzw. sie geben so wenig Antwort).
    • Fidoline schrieb:

      Erst mal bezugnehmend auf Frauen und ihre Einstellung zu Tieren und Babys: Ich denke, eine Ablehnung von Tieren wird eher akzeptiert als von Babys. Ich habe selbst schon Frauen - und Männer - kennengelernt, die nichts mit Tieren anfangen können/konnten, aber ich erinnere mich kaum an jemanden, der Menschenbabys nicht entzückend finde. Ich bin da wirklich fast immer die Einzige (egal ob Mann oder Frau).
      Hm, interessant, in dem Forum war das komplett anders. Und wir reden hier von einem Second Hand-Klamotten-Forum, keinem Tierforum...
    • Mein ganzes Leben lang konnte ich besser mit Tieren umgehen, als mit Menschen.
      Als Kind hatte ich eine Kolonie von an die 100 Wildenten, denen ich Namen gab und die so nach und nach Vertrauen zu mir fassten. Ich hatte sie halt lange beobachtet und wusste ein wenig, wie sie tickten. Im Sommer wusste ich, wo meine Lieblingsenten brüteten und ich kontrollierte jeden Tag die Brut. Auch hatte ich kranke Küken aufgenommen und großgezogen.
      In der Grundschule berichtigte ich meine Lehrerin, die meinte, dass der Erpel (männliche Stockente) nur eine Ringelfeder habe, aber er hat zwei!

      Dann hatte ich 11 Jahre lang einen Hund, das war zu Zeiten, als es noch kein Internet gab. Meine Eltern sagten, dass er ja besser parieren würde als die Jungs bei der Bundeswehr. Ich gab halt nur kurze Kommandos und für jede Situation immer dieselben. Das klappte prima und mein Hund wusste, was ich von ihm wollte.

      Dann holte ich Katzen in mein Leben. Mittlerweile gabs das Internet und man konnte viel dazu lesen. Sie ticken halt ein wenig anders als Hunde, aber lieben ebenso kurze Kommandos, Beständigkeit und Bestätigung.
      Mein jetziger Kater ist taub und wir kommunizieren mit Gesten, quasi Gebärdensprache.
      Mein Eindruck ist, dass das mit Tieren klarer abläuft, sie interpretieren nichts in mein Handeln, das ist so ehrlich?

      Ich habe mal eine Amsel aufgezogen, das war auch nicht schwer zu kommunizieren.
      Vielleicht sind Tiere etwas autistisch und bekommen den Kram zwischen den Zeilen nicht mit?
    • Ich bin, wenn Tiere (besonders Hunde) in der Nähe sind, sehr oft überfordert. Sie kommen mir unaufgefordert und ungewollt viel zu nah, ich mag sie nicht gerne riechen, ich mag nicht, wenn sie haaren und wenn ihre Pfotenabdrücke oder ihr Speichel auf meiner Kleidung landet. Und wenn sie bellen, erschrecke ich mich. Hundeknurren empfinde ich als sehr aggressiv und "Hundekämpfe" machen mir Angst. Wenn ein Tier in der Nähe ist, bin ich immer angespannt und es fällt mir schwer, mich auf mein menschliches Gegenüber zu konzentrieren.

      Davon abgesehen habe ich glaube ich keine übersteigerte Angst vor Hunden und es gibt durchaus Hunde, die mir sympathisch sind. Sie mögen mich in aller Regel gern; gebissen wurde ich noch nie, es ist nichtmal nach mir geschnappt worden.
      „Erst die Selbsterkenntnis und Anerkennung des eigenen Strukturiert- und Gefangen-Seins in den psychobiologischen Gesetzmäßigkeiten der eigenen Persönlichkeit ermöglicht es, die Begrenzungen der anderen zu erkennen und sie zu akzeptieren – und sie nicht als intentionale Angriffe auf die eigene Welt zu deuten, gegen die es sich zu wehren gilt.“
      (Ludger Tebartz-van Elst: Autismus und ADHS. Zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstörung und neuropsychiatrischer Krankheit. S. 19.)
    • Moi schrieb:

      Ich bin, wenn Tiere (besonders Hunde) in der Nähe sind, sehr oft überfordert. Sie kommen mir unaufgefordert und ungewollt viel zu nah, ich mag sie nicht gerne riechen, ich mag nicht, wenn sie haaren und wenn ihre Pfotenabdrücke oder ihr Speichel auf meiner Kleidung landet. Und wenn sie bellen, erschrecke ich mich. Hundeknurren empfinde ich als sehr aggressiv und "Hundekämpfe" machen mir Angst. Wenn ein Tier in der Nähe ist, bin ich immer angespannt und es fällt mir schwer, mich auf mein menschliches Gegenüber zu konzentrieren.

      Davon abgesehen habe ich glaube ich keine übersteigerte Angst vor Hunden und es gibt durchaus Hunde, die mir sympathisch sind. Sie mögen mich in aller Regel gern; gebissen wurde ich noch nie, es ist nichtmal nach mir geschnappt worden.
      Die meisten Hunde kommen den Menschen (zu) nahe, wenn diese sie anschauen. In dem Moment, wo man sie nicht beachtet und auch nicht mit ihnen redet, werden die meisten Hunde ruhiger, schnüffeln vielleicht am Bein, aber ignorieren dich in der Regel. Ich weiß, dass das sehr schwer ist, besonders, wenn man sie nicht richtig lesen kann oder sich unwohl fühlt, aber das Anschauen ist schon eine Art Kontaktaufnahme und du forderst sie dadurch dazu auf, sich mit dir zu beschäftigen. Vielleicht ist es für dich eine Möglichkeit, dich etwas vom Hund wegzudrehen und deine Aufmerksamkeit auf den Halter zu lenken. Die sollten auch darauf achten, dass der Hund nicht ungewollt Kontakt aufnimmt (durch Hochspringen z.b.) und dazwischen gehen. Je ruhiger du selbst wirst, desto ruhiger werden die meisten Hunde in der Regel auch. Ich weiß, dass das wirklich schwer ist, wenn man sich unwohl fühlt, aber vielleicht hilft es ein wenig. :)
    • Rhianonn schrieb:


      Daher wollte ich fragen: Wie ist eure Beziehung zu nichtmenschlichen Lebewesen , sprich Tieren?

      Die Kommunikation? Die Interaktion?

      Ist das einfacher? Oder schwieriger? Gibt es Unterschiede je nach Tierart ?
      Aktuell wohne ich mit einem Hund, 7 Hühnern, einem Hahn, mehreren Fischen und zwei Eidechsen zusammen.

      Meistens unterhalte ich mich mit meinem Hund. Er besteht nicht auf Augenkontakt und hat kein Interesse an Small Talk :d
      Er gibt auch ziemlich eindeutige Antworten, wenn man ihn etwas fragt...
      ich: Gassi?
      er: freu! wedel! - bringt das Halsband
      oder
      ich: Baden?
      er: 8o - verschwindet oder versucht unsichtbar zu sein
      Der Hund hört sich auch Gespräche, die ihn nichts angehen, aufmerksam an, macht sich seine eigenen Gedanken dazu (die ich meistens nicht erraten kann) und widerspricht selten. Aber man kann deutlich sehen, wie er versucht, mitzudenken.
      "Gespräche" unter Hunden zu beobachten ist für mich sehr unterhaltsam. Sie können sich sogar ertappt fühlen, wenn sie merken, daß sie beobachtet werden und unterbrechen dann die Unterhaltung.
      Mein Hund stellt immer Vermutungen an, was ich wohl denke und als nächstes machen könnte, und liegt ziemlich oft richtig. Umgekehrt ist das schwieriger :)

      Die Hühner und der Hahn sind alle zahm, haben Namen und scheiden deshalb als Nahrungsmittel aus.
      Wir haben drei Oma-Hühner, die keine Eier mehr legen und trotzdem nicht als Suppe enden werden.
      Die drei Omas sind nicht besonders gesprächig, aber bei den 4 jungen Damen sind ziemlich "gesprächige" dabei, sie hören zu, wenn man mit ihnen redet, reagieren auf Lob und Schmeichelei, und sind zauberhafte Mitbewohner. Leider nicht stubenrein.
      Der Hahn ist so beredt, daß das Geräusch, das er macht, wenn er nicht einverstanden ist, im Familienwortschatz einen Platz gefunden hat... dann wissen gleich alle Bescheid.

      Mit Fischen und Eidechsen reden finde ich eher schwierig, aber ich kenne Leute, die reden mit ihren Kois im Gartenteich.
      Allerdings hatte ich schon mal handzahme Fische im Aquarium, die sich nur von mir füttern ließen und sich vor anderen Leuten versteckt haben. Das war schon cool.
    • Ich kann weder mit Babies noch mit Tieren viel anfangen.

      Katzen finde ich zwar durchaus niedlich (das liegt allerdings, wie es ja unter Menschen auch der Fall ist, am "süßen" oder wohlgefälligen Aussehen), und ich freue mich wirklich, wenn eine Katze in meine Nähe kommt und miaut.

      Trotzdem vermeide ich meist den direkten Kontakt zu Tieren, da ich (wenn ich eine Katze streichle oder mir z.B. beim Wandern unerwartet plötzlich von hinten ein Hund an der Hand leckt oder schnuppert) den sehr starken Drang verspüre, mir die Hände zu waschen - wenn man mal bedenkt, woran diese Tiere überall riechen, lecken usw., ist das ja eigentlich auch gar nicht verwunderlich, eher verwundert es, wie andere Menschen dann einfach *nicht* die Hände waschen oder den ganzen Tag über Körperkontakt zu z.B. einem Hund halten, ohne sich ständig zu waschen! Vor Krankheiten, z.B. Toxoplasmose (via Katzen) habe ich ebenfalls großen Respekt.

      Das ganze Ekelzeug (wie Ratten, Insekten usw.) will ich gar nicht erst "ins Spiel bringen".

      Und Tiere sind ja auch nur deshalb "ehrlicher" und "direkter", weil es ihnen an der menschlichen Intelligenz fehlt (wobei sie durchaus in anderen Bereichen bessere Fähigkeiten besitzen mögen).

      Grundsätzlich mag ich aber schon Tiere, sie sollten mir bloß nicht zu nahe kommen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sempron ()

    • Ich würde mich nicht als Tiermensch bezeichnen. Ich kann Tiere zwar mögen, aber selbst dann habe ich selten das Bedürfnis, z.B. den Hund meiner Familie zu streicheln. Ich bezweifle außerdem, dass Autisten per se einen besseren Draht zu Tieren hätten als Nichtautisten. Manche sind halt Tiermenschen und andere eben nicht (unabhängig vom Vorhandensein einer Autismusdiagnose).
    • Wenn ich unterwegs bin, hab ich immer ein paar einzeln verpackte Hygiene-/Desinfektionstücher dabei. Damit kann man sich unterwegs schnell die Hände reinigen, den Griff vom Einkaufswagen abwischen oder so. ;)
      Don't let go
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      (aus "Wonderful Life" von "Hurts")
    • Ich liebe Tiere und bin mit Tieren aufgewachsen. Von Meerschweinchen und Kaninchen über Nymphensittichen und Zebrafinken hin zu Haustieren wie Gänsen oder Ziegen. Es waren aber auch Wild-, bzw- Zootiere darunter, wie z.B. Eichhörnchen, Mäusebussarde oder Waschbären. Aktuell hab ich nur zwei uralte Nymphensittiche und ein Aquarium voller Fische. Nach Weihnachten werde ich mir wohl eine Katze aus dem Tierheim dazuholen, damit die Katze meiner Mutter nicht mehr so alleine ist. :)

      Ich finde, bei Tieren ist die Kommunikation viel einfacher. Da sind keine versteckten Botschaften, da ist nichts zwischen den Zeilen. Tiere zeigen einem klar und deutlich, was sie wollen und was nicht. Die lügen nicht, sondern sind immer ehrlich. Ich finde zu Tieren sehr schnell einen guten Draht. Egal, ob das nun eine Katze, ein Hund oder ein Pferd ist. :nod:
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Naja es gibt ja Studien zu dem Thema Tiere und Lügen. Schimpansen z.B. lügen durchaus.
      Man kann sagen je intelligenter ein Tier (und Menschen sind da halt mit am oberen Ende der Skala) desto komplexer und vielschichtiger wird die Kommunikation, und es kommt dann auch zu lügen zB aus Eigennutz um gutes Futter vor anderen zu verstecken.
      Ich selber hatte immer Kontakt zu Tieren, ich könnte auch nicht ohne. Am liebsten sind mir Pferde, da gibt es aber auch einige sehr opportunistische Kandidaten.
      Ich halte da nichts von Schäferromantik. Pferde sind keine Kuschelhasen, und viele Leute können die Signale auch nicht lesen. Das kann dann gefährlich werden.
      Was ich ablehne sind massenthierhaltung und schlechte Ställe.mein Pferd steht im Offenstall und hat in ihrem Leben noch keine Box von innen gesehen.
      Fleisch kaufe ich nur Bio aus guten Quellen (selten da teuer)
      Une diffamation catégorique... se retourne toujours contre son auteur ( Christine de Pizan)