Spezialambulanz für Soziale Interaktion (Berlin)

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    • Darüber gab es schon mal eine kurze Rückmeldung:

      tom_aus_berlin schrieb:

      Ich habe einen Haufen Fragebögen zugeschickt bekommen und soll die ausgefüllt zurückschicken. Einer ist auch von einem nahen Angehörigen, z.B. Elternteil, auszufüllen. Nach Eingang der Fragebögen käme ich dann auf eine Warteliste für den ersten Termin. Aber aufgrund der hohen Nachfrage könne das wohl Wochen oder Monaten dauern. Und das wäre bei den anderen Anlaufstellen vermutlich auch nicht anders. Also daher bin ich gerade ziemlich happy und werde mich am Wochenende um die Fragebögen kümmern.
      Ich bin nicht aus Berlin und kenne die Spezialambulanz daher nicht.
      Aber Frau Prof. Dziobek habe ich schon mal auf der WTAS in Freiburg gesehen. Sie macht auf mich einen sehr kompetenten Eindruck.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Also, ich hatte insgesamt zwei oder drei Termine bei der Spezialambulanz für soziale Interaktion von Fr. Prof. Dziobek, und zwar im August/September 2018.

      Die ganze Einrichtung hat schon einen relativ professionellen Eindruck gemacht. Ca. 14 Tage nach der ersten Anfrage per E-Mail habe ich eine Antwort bekommen und wurde gebeten mehrere Fragebögen auszufüllen, sowohl in der E-Mail angehängte PDFs als auch einen Online-Fragebogen. Das waren offenbar mehrere Screenings auf verschiedenste psychische Auffälligkeiten. Einen Fragebogen sollte ein Elternteil ausfüllen, da waren Fragen zu meiner Kindheit drauf.

      Nochmal ein oder zwei Wochen später hatte ich dann meinen ersten Termin. Ich wurde von einer Mitarbeiterin empfangen. Sie hat mir erklärt, dass sie das Erstgespräch mit mir führen wird und das Gespräch mit meiner Einwilligung auf Video aufgezeichnet würde. Das "Team", also sie, die anderen Mitarbeiter und Fr. Prof. Dziobek, würden sich dann die Aufzeichnungen anschauen um mich beurteilen zu können. Ich habe der Aufzeichnung eingewilligt. Das Erstgespräch ging ca. 1 Stunde, in der ich zunächst gebeten wurde zu erzählen warum ich hergekommen bin. Ich hab dann erzählt warum ich Asperger-Autismus vermute. Die Mitarbeiterin hat bei vielen Dingen genau nachgefragt und dann auch allgemeine Dinge zu meiner Biografie abgefragt.

      Naja und am Ende des Gesprächs hieß es dann, dass ich ihrer Meinung nach eher kein Asperger-Syndrom hätte, trotz ein paar Auffälligkeiten oder so. Sie hat mir erklärt, dass das Team sich die Aufzeichnungen anschauen würde und dann entschieden würde wie es weiter geht. Einige Wochen später bekam ich dann eine Einladung zu einem weiteren Gespräch. Die Mitarbeiterin vom ersten Gespräch hat mir erklärt, dass ich kein Autismus hätte und eine genauere Diagnose in dieser Richtung wohl nicht vielversprechend wäre (oder so ähnlich). Von "autistischen Zügen" könne man aber wohl schon sprechen, hieß es. Man hat mir dann angeboten noch ein paar weitere Tests auf andere psychische Störungen oder Auffälligkeiten zu machen, das habe ich dann noch gemacht. Alles ohne Befund. Ich habe dann nach einem schriftlichen Bericht gefragt, den ich dann nach ein paar Wochen später auch tatsächlich erhalten habe.

      Ich bin mir auch heute nicht sicher, ob sie mich richtig eingeschätzt haben. Rückblickend muss ich sagen: Ich habe halt relativ genau geschildert wie ich so bin, ich hatte ja vorher viel Zeugs gelesen und versucht, meine Eigenheiten mit der Beschreibung von Asperger-Autismus abzugleichen. Das hat dann vielleicht den Eindruck gemacht, dass ich vielleicht eine Diagnose "will". Naja, so viel dazu. Meine Gedanken zu diesem Ergebnis und meine Überlegungen über das Einholen einer Zweitmeinung tue ich dann eher in einen anderen Thread wenn ich dazu komme.
      I'm doing fine
      One step closer every day at the time
      I won't lose my mind
      Lose my mind
      --Gossip
    • Hm... tut mir Leid, dass das so komisch ablief. Es ist ja ziemlich unwahrscheinlich, dass es so gar keine Auffälligkeiten gibt. Du bist ja sicher nicht ohne Grund da hingegangen. Natürlich kann es sein, dass es kein Autismus ist, aber irgendeine Ursache werden deine wie ich auch immer gearteten Probleme ja haben.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • tom_aus_berlin schrieb:

      Die Mitarbeiterin vom ersten Gespräch hat mir erklärt, dass ich kein Autismus hätte und eine genauere Diagnose in dieser Richtung wohl nicht vielversprechend wäre (oder so ähnlich). Von "autistischen Zügen" könne man aber wohl schon sprechen, hieß es. Man hat mir dann angeboten noch ein paar weitere Tests auf andere psychische Störungen oder Auffälligkeiten zu machen, das habe ich dann noch gemacht. Alles ohne Befund.
      @tom_aus_berlin

      Hm, das ist sicher nicht das was man erwartet hat, wenn man zu einem Zentrum geht, das von sich behauptet, ein Spezialambulanz für soziale Interaktionen zu sein oder hast du keine Probleme in der sozialen Interaktion bzw. belasten die dich nicht schlimm genug?
    • Also eigentlich führen die dort auch Behandlungen durch in Bezug auf soziale Phobie und Ängste etc.
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Meine Therapeutin hatte die Idee, dass ich dort mal anfrage, wie deren Beratung ausschaut.

      Also ohne Ausfüllen der Fragebögen, welche nicht anonym sind, läuft da gar nichts.

      Für mich, als jemand die eine Diagnose hat und in Therapie ist, gibts da so einfach keine Beratung.

      Die Fragebögen sind schwer zu beantworten, dazu braucht man ältere Angehörige, welche ich gar nicht habe.

      "Der letzte Fragebogen (FSK) ist ein Elternfragebogen und muss von Ihrem

      Vater oder Ihrer Mutter ausgefüllt werden. Falls dies nicht möglich ist,

      kann der Bogen auch von einer anderen Person ausgefüllt werden, die Sie

      als Kind gut kannte (z.B. Tante, Onkel, enge Freunde der Familie…). Wir

      haben Ihnen im Anhang auch eine Papierfassung des FSK Fragebogens

      angehangen, so dass er separat ausgefüllt werden kann. Sollte das

      Elternteil oder die nahe stehende Bezugsperson den Elternfragebogen in der

      Papierfassung ausgefüllt haben, tragen Sie die Werte bitte am Ende online

      nach und bringen Sie den Fragebogen mit zum Erstgespräch. Die anderen

      Fragebögen füllen Sie bitte selbst aus."

      "Bitte beachten Sie, dass wir nur Termine an Personen vergeben können, die

      alle Fragebögen ausgefüllt haben. In Ausnahmefällen kann ein Termin auch

      ohne Ausfüllen des Elternfragebogens (FSK) erfolgen."

      "Nach Eingang der Fragebögen nehmen wir Sie auf unsere Warteliste für ein

      Erstgespräch auf und werden Sie für eine Terminvereinbarung kontaktieren.

      Aufgrund der hohen Nachfrage kann die Terminvergabe leider etwas dauern.

      Der erste Termin kann also Wochen bis auch mehrere Monate nach dem Eingang

      der Fragebögen liegen."

      Fazit: Immerhin hat Berlin nun eine weitere Stelle, wo man monatelang warten darf und immerhin gibts da derzeit noch eine Warteliste.
    • @Slim

      Ich habe dasselbe Problem.

      Ich habe auch schon eine Diagnose und wollte mich einfach beraten lassen, aber ohne erneute Diagnostik kommt man da nicht rein.

      Das wirkt sehr suspekt auf mich, so, als würden die alle externen Diagnosen anzweifeln, da sie selbst ganz besondere Standards haben.

      Wenn ich dann höre, dass schon Leute ausgesiebt werden, die beim "Videobeweis" nicht bestehen...

      Ich will auch gar nicht auf Video aufgenommen werden, zumindest nicht beim Erstgespräch.

      Die Wartezeiten wären vermutlich kürzer, wenn sie Menschen mit Diagnose nicht doppelt diagnostizieren würden.

      Sollte sich während einer etwaigen Therapie der Verdacht einer Fehldiagnose zeigen, kann man ja immernoch intervenieren.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • @Slim , @seinn
      Inwiefern wollt ihr euch dort beraten lassen?

      seinn schrieb:

      Das wirkt sehr suspekt auf mich, so, als würden die alle externen Diagnosen anzweifeln, da sie selbst ganz besondere Standards haben.
      Das stimmt nicht.

      seinn schrieb:

      Wenn ich dann höre, dass schon Leute ausgesiebt werden, die beim "Videobeweis" nicht bestehen...
      Wo hast du das gehört?
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Ich denke, dass diese Ambulanz nicht zur Beratung von Personen gedacht ist, die bereits eine Diagnose haben, sondern zur Beratung von Personen, die Schwierigkeiten haben, aber noch keine Diagnose.

      Wenn man bereits eine Diagnose hat, kann man versuchen, sich an ein Autismustherapiezentrum bzw. Autismuskompetenzzentrum zu wenden. Die gibt es in vielen Städten, und man muss dann nur noch rausfinden, ob sie auch was für Erwachsene haben, oder nur für Kinder.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • @Cloudactive

      Wie kommst du darauf, dass es nicht stimmt, dass externe Diagnosen angezweifelt werden? Wozu denn dann die erneute Diagnostik?

      @tom_aus_berlin beschrieb hier, dass er nach einem Erstgespräch, welches per Video ausgewertet worden ist, als NA diagnostiziert worden ist. Oder habe ich das falsch verstanden?

      Ich würde gerne eine Therapie machen, um mit meinen autismusbedingten Schwierigkeiten besser zu Recht zu kommen. Ich hatte gehofft, dort eine Therapie machen zu können oder Tipps zu bekommen, wo ich eine Therapie machen kann.

      @Shenya

      Ja, ich denke auch, dass es da keine direkte Beratung gibt. Ich werde mich wohl auch woanders hinwenden müssen.

      Die Website hat zunächst den Eindruck vermittelt, als ob es dort Diagnostik und/oder Therapie gibt.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • Die Doppeldiagnostik ist wirklich umständlich, aber grundsätzlich ist es doch gut, dass sich mal was in Richtung Hilfe bei sozialen Schwierigkeiten bewegt. Es müssten noch sehr viel mehr Städte nachziehen, damit so etwas flächendeckend angeboten wird, auch für Kinder, damit ABA endlich an Einfluss verliert.
    • seinn schrieb:

      @Cloudactive

      Wie kommst du darauf, dass es nicht stimmt, dass externe Diagnosen angezweifelt werden? Wozu denn dann die erneute Diagnostik?
      Ich kann nur raten, aber ich denke, es ist sinnvoll, da sich Menschen auch verändern und man sozusagen den status quo ermitteln möchte.
      Ich komme darauf, weil es bei mir nicht angezweifelt wird.
      Aber das Erstgespräch müsste man schon wahrnehmen.

      seinn schrieb:

      Ich würde gerne eine Therapie machen, um mit meinen autismusbedingten Schwierigkeiten besser zu Recht zu kommen. Ich hatte gehofft, dort eine Therapie machen zu können oder Tipps zu bekommen, wo ich eine Therapie machen kann.
      Ich bin mir nicht sicher, aber die Therapie richtet sich dort in erster Linie an soziale Interaktionsschwierigkeiten (soziale Phobie, Ängste..)
      Eine reine Autismustherapie ist es nicht (glaube ich), da wollte ich mich aber sowieso nochmal erkundigen.

      Es gibt andere Stellen, die eine Autismustherapie anbieten, wenn es dir besser passt:
      fz-autismus.de/
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Hm... ich verstehe, was du meinst. Jedoch ändert sich ja z.B. die Kindheit im Nachhinein nicht mehr. Um den Status Quo zu vermitteln, werden normalerweise andere psychologische Tests gemacht. Ich weiß nicht, ob das bei Autisten anders ist.

      Danke für den Link, das schaue ich mir mal an!

      Ich habe vor allem Schwierigkeiten bei der Selbststrukturierung, also das Planen und Erledigen von Aufgaben, was wohl autismus- und/oder depressionsbedingt ist.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • Neu

      Habe das Thema nochmal mit der Therapeutin besprochen. Sie meinte ich sollte dort mal anfragen, weil die eine Therapiegruppe anbieten, vielleicht wäre das was für mich und wegen was anderem. Dann hat sie mir erklärt, warum die jedesmal neu diagnostizieren (möglicher Grund).

      Ich erkläre das mal:

      Die Ambulanz ist ein Forschungsunternehmen und die wollen Gelder haben und diese sind an Bedingungen geknüpft, zum Beispiel an bestimmte Methoden.

      Ein Therapeut (auf dem freien Markt) diagnostiert bei einer Person Borderline PS. Ein anderer Therapeut diagnostiziert bei derselben Person Asperger Syndrom.

      Es kann auch sein, dass zwei Therapeuten bei derselben Person Asperger Syndrom diagnostizieren, allerdings mit unterschiedlichen Methoden, d.h. mit unterschiedlichen Fragebögen.

      Wenn ich nun bei der Ambulanz auftauche wissen die dort nicht mit welcher Methode ich diagnostiziert wurde und es kann auch sein, dass sie mit ihrer Methode mich gar nicht als Asperger Autist diagnostizieren. Bei denen muss aber alles einheitlich sein, weil sie eben Forschung betreiben und auch nur für sachgerechte Leistung Geld bekommen.