Autismushäufung in der Familie

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    • Autismushäufung in der Familie

      Sind hier eigentlich Menschen, wo es zu einer Familären Autismushäufung kam?
      Wurde bei euch mal eine Genanalyse oder so gemacht?
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      Mädchen 9 Jahre ADS Hypo + v HB
      Mädchen 8 Jahre Asperger Syndrom
    • Hier nur als Eltern mit Verdacht, sowie zu dem Zeitpunkt noch Verdacht beim Mittleren. Der Große ist ja diagnostiziert, bei ihm wurde auf Wunsch des SPZ eine Genuntersuchung durchgeführt. Raus kam nichts, die Beweggründe des SPZ waren aber mehr als unlogisch, immerhin hat er zwei Prüfungen gehabt und beide waren "positiv", falls man das so sagen kann. Dennoch wollten sie unbedingt schauen, ob es eine genetische Komponente gibt. Gab es nicht.
      Für mich war und ist das herausgeschmissenes Geld.

      Ich hoffe, mein Einwurf war in Ordnung, auch wenn es keine gesicherte Autismushäufung bei uns gibt.
    • Felaha wrote:

      Dennoch wollten sie unbedingt schauen, ob es eine genetische Komponente gibt. Gab es nicht.
      Für mich war und ist das herausgeschmissenes Geld.
      Gibt es sicherlich, nur war sie nicht zu erkennen durch den Test :d
      Das ist jedenfalls meine Meinung.

      Alle Aspies, mit denen ist bisher über dieses Thema gesprochen habe (und das sind mittlerweile recht viele) haben "eigenartige" Personen in der Familie, deren Eigenheiten auf AS hinweisen.
      Ich auch.

      Felaha wrote:

      Für mich war und ist das herausgeschmissenes Geld.
      Für die ist es Profit.

      Felaha wrote:

      die Beweggründe des SPZ waren aber mehr als unlogisch
      Umsatz machen.

      The post was edited 1 time, last by Kraehe ().

    • Weiß nicht ob ich mich einwerfen darf (RW)
      Ich sehe mich zwar noch als VA obwohl ich schon AS als Kind diagnostiziert bekam (lange her und keine Unterlagen/Diagnoseschreiben vorhanden) aber bei meinen Eltern und zumindest auch meiner Oma väterlicherseits sind zumindest autistische Züge vereinzelt vorhanden die sich allesammt auch bei mir wiederfinden, nur das ich neben diesen Dingen selber noch zusätzlich weitere autistische Züge habe die vermutlich für eine Diagnose ausreichen.
      Auch wenn meine Eltern das nicht sooo ausgeprägt haben und sie in ihrer Umgebung mit ihren mitmenschen so weit ich weiß immer respektiert wurden, sind so typische Dinge die man oft bei Autisten im Verhalten und der Verarbeitung von Dingen und Einflüssen kennt auch bei meinen Eltern zu finden.
      Eine genetische Untersuchung wurde meines Wissens nach aber nie gemacht. Habe bisher nur 2x EEG and 1x Kernspintomographie des Gehirns gehabt alles aber ohne Befund bzw das erste EEG zeigte was aber nachdem es nach einer Woche wiederholt wurde, war es dann weg.

      Oma väterlicherseits:
      - frühreife Entwicklung im Bezug aufs lernen, lesen, wissbegierig (wollte immer studieren durfte aber nicht)
      - sah andere Kinder und große Schwester immer als dumm (keine Freunde, kleiner Bruder war einzigste Bezugsperson)
      - Talent für Sprache (Gedichte, Musik/Lieder, und Kunst insb. malen und zeichnen)
      - seltsamer Humor (bezeichnete den Penis eines Hirsches oder anderen Tieres als Gewehr bsw.)

      Vater:
      - wenig bis keine Freunde außerhalb der Arbeit
      - kann schlecht mit Veränderungen umgehen
      - hat Probleme mit argumenten im offenen Gespräch umzugehen bzw selbst Argumente aufzuzeigen (nicht zu spontaner Argumentation fähig)
      - beschäftigt sich lieber alleine mit Technik (Computer andere elektrogeräte/spielzeug und Internet) anstatt was mit Familie etc zu machen
      - mag keine Veranstaltungen und diese zu besuchen, mag keine Menschenmassen (Trödelmarkt, Kino, Kirmes, Karneval etc)
      - wird sauer und ist nicht mehr ansprechbar wenn was geplantes nicht umgesetzt werden kann (zusammensetzen von Bausätzen, Essen gehen und Restaurant hat zu)

      Mutter:
      - keine oder nur eine näherer Freundin in Jugend (heute keine privaten Freunde mehr weil Kontakt von ihr aus nicht gehalten wird)
      - kein wirkliches Interesse an anderen, keine Partnerschaften, kein Interesse an Sex
      - Probleme mit Ironie, RWs und Humor von anderen
      - künstlerische Begabung (kann sehr gut zeichnen und abzeichnen)
      - mag keinen Körperkontakt, bzw geht von sich aus keinen Körperkontakt zu anderen ein (keine Umarmungen, Küsse, streicheln etc)

      Zu anderen Verwannten kann ich leider nichts sagen, da ich die nicht genug gekannt habe, oder garnicht kannte.
    • rondra1 wrote:

      Sind hier eigentlich Menschen, wo es zu einer Familären Autismushäufung kam?
      Hier ja... Mein einer Cousin hat die Diagnose "atypischer Autismus", ich habe die Diagnose AS.
      Mein Onkel, der Vater des einen Cousins mit atypischem Autismus ist ein Verdachtsaspie, strengte auch eine Diagnostik an, wurde aber von der Fachstelle mit dem Selbsttest für Kinder abgespiesen, denn er mit damals 55 oder 56 Jahren seltsamerweise bekam und natürlich auch mit "gut - nicht autistisch" bestand. Damit war die Diagnostik auch schon zu Ende.
      Er ist eine 1:1 Kopie von mir (oder ich von ihm, er ist 13 Jahre älter als ich), wir ticken in so vielen Bereichen gleich, obwohl wir uns wegen der Distanz von 300 km nur selten sehen, das ich diese Diagnostikfachstelle und ihre Fähigkeiten zumindest anzweifle....

      Dann gibt es noch die Tochter des Onkels, die auch autistische Auffälligkeiten aufweist. Eine Diagnostik wird - so weit ich weiss - angestrengt.
      Weiter habe ich zwei weitere Cousins - deren Vater ist nicht der Verdachtsaspie-Onkel sondern ein Bruder von ihm - welche starke autistische Auffälligkeiten aufweisen. Zu ihnen habe ich aber seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr und der genannte Verdachtsaspie-Onkel seit über 10 Jahren nicht mehr.

      So im Nachhinein betrachtet und mit dem Wissen über die Autismusspektrumstörung von heute würde ich sogar starke autistische Auffälligkeiten bei meinem Vater, dem Bruder meines Verdachtsaspie-Onkels vermuten, die Richtung Asperger gehen könnten.
      Mein Vater ist aber seit 2005 tot und selbst wenn er noch leben würde und ich Kontakt zu ihm hätte, eine Diagnostik hätte er aus verschiedenen Gründen nie durchführen lassen.


      rondra1 wrote:

      Wurde bei euch mal eine Genanalyse oder so gemacht?
      Nein.
      Wer mit der Herde geht
      kann nur Ärschen folgen :d
    • Shenya wrote:

      Felaha wrote:

      Dennoch wollten sie unbedingt schauen, ob es eine genetische Komponente gibt.
      Da wird auf Syndrome untersucht, weil Autismus manchmal auch in Verbindung mit bestimmten Syndromen auftritt.
      Ach, das kann es sein. Man hatte es mir erklärt damit, dass Autisten manchmal eine Genveränderung haben. Das war für mich nicht schlüssig, Ich dachte also, sie wollten noch eine Bestätigung für den Autismus haben.
    • Autisten haben schon Genveränderungen, darüber sind sich die Fachleute einig. Man geht davon aus, dass sehr viele Genmutationen zusammenkommen müssen, um Autismus hervorzurufen.
      Dass dir allerdings jemand weismachen will, dass es dafür Gentests gibt, ist lächerlich. Das ganze ist noch nicht ansatzweise so weit erforscht, dass man weiß welche Gene beteiligt sind und sie in einem Test nachweisen könnte.
    • Dungeonmaster wrote:

      Das ganze ist noch nicht ansatzweise so weit erforscht, dass man weiß welche Gene beteiligt sind und sie in einem Test nachweisen könnte.
      So ist das.
      Ich denke sie wollten den Test machen, um andere Dinge auszuschließen, und um ihre Testverfahren zu verkaufen, so wie beim MRT in der Diagnostik.
      Da haben sie mir auch zuerst gesagt es gehöre dazu, nachdem ich ihnen dann sagte dass sie durch das MRT keinen Autismus nachweisen können, wurden sie still und meinten, wenn ich nicht will dann muss es nicht sein.
      Wenn man keine Ahnung hat, sich nicht selber vorher über alles genau informiert, wird man überall verarscht und abgezockt (RW) es nervt. x(
    • Ich danke euch. Alles von euch ergibt Sinn. Soweit bin ich da nicht drin eingetaucht (RW) und wir haben es so hingenommen, weil sie es ja unbedingt wollten. Beim Mittleren wurde da nichts gemacht oder gesagt, deswegen blieb es wohl auch so negativ in den Gedanken.
    • Shenya wrote:

      Normalerweise kriegt man doch hinterher einen Bericht, und da steht drin, auf was getestet wurde und ggf. warum. Habt ihr keinen bekommen?
      Ich habe das gerade mal rausgesucht.

      Anforderungen an das Labor waren eine Karyotypisierung und eine Microarray Analyse. Indikation ist quasi alles, was mit seiner Diagnose zu tun hat. Der Rest ist Arzt-Deutsch (RW).
      Da muss ich jetzt auch erstmal googlen, was das heißt, denn damals hab ich das so einfach geschluckt (RW). Für ins war das ehr unwichtig und nur dem SPZ wichtig.
    • rondra1 wrote:

      Sind hier eigentlich Menschen, wo es zu einer Familären Autismushäufung kam?
      Wurde bei euch mal eine Genanalyse oder so gemacht?
      1. Ja - meine Tochter, mein Neffe, ich, wahrscheinlich mein Vater und ein Bruder, eher mit "autistischen Zügen" meine Mutter.
      2. Nein

      crocodylia wrote:

      Was würde so eine Analyse bringen?
      Datensammlung. Je mehr insbesondere eng verwandte Autisten analysiert wurden, desto eher sind bestimmte Gene eindeutig als ursächlich nachzuweisen, weshalb es absolut sinnvoll ist, die ganze Sippe zu analysieren. Im Moment ist nur sicher, dass Genetik eine Rolle spielt, welche Gene es sind ist dagegen noch weitgehend unklar - im Verdacht stehen bis zu 1000.
    • Meine Mutter hätte ich im Verdacht, allerdings hat sie eine ziemlich ausgeprägte Zwangsstörung und PTBS, weshalb eine Diagnose da vermutlich nur schwer oder nicht möglich wäre.
      Manchmal denke ich auch darüber nach, ob ich nicht einfach vieles von ihren Verhaltensweisen übernommen habe und gar nicht AS'ler bin, sondern einfach "im falschen Umfeld aufgewachsen".
      Allerdings passen da dann wieder die sensorischen Probleme und die frühe Auffälligkeit im gesamten sozialen Bereich nicht dazu, denn ich bin durch die berufliche Situation meiner Mutter bereits als Kleinkind ganztägig im Kindergarten gewesen (sprich 8-16 Uhr). Da hätte ich, gerade in dem jungen Alter, noch viel soziales aufholen können, wenn es am elterlichen Umfeld gelegen hätte.

      Zu meinem Vater kann ich nichts sagen, weil ich zu ihm keinen Kontakt habe.

      Edit: In meiner weiteren Familie bleiben eigentlich nur noch meine Großeltern und zwei Großtanten. Zu niemandem habe ich wirklich viel Kontakt, unsere Familie ist insgesamt recht "eigenbrötlerisch" (Also lieber unter sich).
      "Ich? Gescheitert? Niemals!
      ... Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren." -Thomas Edison, zumindest so ähnlich
    • Bei uns hieß es auch im Bericht unter Anamnese: familiäre Häufung
      Da, mit meiner Tochter, wir nun Autismus in der 4. Generation haben. Wobei die frühen Autisten natürlich nur die Kanner Autisten Diagnostiziert sind, da Asperger ja eher "neuer" ist. Und da wir eine recht kleine Familie sind ( Autisten pflanzen sich ja, aus den bekannten Gründen) nicht so häufig fort, haben wir einen sehr hohen Prozentanteil an Autisten. Wesentlich höher, als es üblicherweise statistisch in der normal Bevölkerung vor kommt. Daher gehe ich fest davon aus, dass es bereits im Erbgut verankert ist.

      Genanalyse würde ich daher, persönlich, in unserer Familie interessant finden.

      Hier im Thread kam es zu einem Missverständnis. Ich meinte natürlich nicht, dass die Genanalyse gemacht wurde um Autistmus auszuschließen oder zu bestätigen, sondern aus wissenschaftlchen Forschungsaspekten.
      Es interessierte mich nur, um zu gucken, wie intensive oder nicht intensive tatsächlich Forschung in diesem Bereich betrieben wird. Dazu müssten natürlich die Diagnosen gesichert sein, um versehentliche Verfälschungen auszuschließen.
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      Mädchen 8 Jahre Asperger Syndrom