Verzögerte Reaktion auf Unerwartetes

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    • Verzögerte Reaktion auf Unerwartetes

      Hi,

      im Folgenden ein Beitrag aus der Kategorie; "Kennt ihr das auch?" :d

      Mir ist kürzlich etwas an meinem Verhalten aufgefallen, das meine Kollegen wohl schon seit 2 Jahren bemerkt haben...

      Wenn ich eine vermeintlich simple Frage gestellt bekomme (so auf der Ebene; "Was hattest du heut zum Frühstück?") brauche ich oft außergewöhnlich lange um eine Antwort zu geben und überbrücke die benötigte "Bedenkzeit" idR mit einem langgezogenen "Ääääähhhhmmmm".

      Das scheint so häufig vorzukommen, dass meine Kollegen vor einer weile meinten, wenn es von mir eine Aktionfigur gäbe, wäre das deren Spezialfunktion. Das war vor einem halben Jahr und mir ist erst jetzt bewusst geworden wie die darauf kommen, weil es mir bisher nicht aufgefallen war...

      Den Grund für dieses "sonderbare" Verhalten ist vermutlich, dass Dinge auf die ich nicht in irgendeiner Form vorbereitet war, erstmal ewig brauchen um in meinem Kopf verarbeitet zu werden, und mag die Sache noch so banal sein...
      Vom ablauf hab ich dabei den Eindruck das die Wörter bei obigem Beispiel zwar von mir verstanden wurden es dann aber erstmal einige Sekunden dauert deren Bedeutung zu begreifen und dann mindestens genauso lange eine passende Antwort zu formulieren. Während der ganzen Zeit steht mein Mund offen ich starre Löcher in die Luft und mache "Äääääähhhhh" nur um 10 Sekunden später auf eingangs genannte Frage mit "Müsli" zu antworten...

      Ich komme mir bei dem Ganzen seltsamer weise nichtmal besonders dämlich vor weil ich vermutlich garnicht realisiere wie lang das ganze eigentlich dauert... Offensichtlich lang genug um meine Kollegen zu belustigen.

      Mir ist das nur kürzlich mal aufgefallen, scheinbar mache ich das aber schon länger und es scheint insbesondere dann der Fall zu sein wenn ich mit derlei Banalitätennicht rechne.

      Ich frage mich jetzt ob ich ähnlich verzögerte Reaktionen auch auf andere plötzliche Ereignisse habe und ob ich damit alleine bin...

      Ich habe eigentlich den Eindruck auf plötzliche Veränderungen gut reagieren zu können. Wäre beim Motorrad fahren sonst fatal...

      Aber gerade bei solchen Interaktionen wie oben setzt bei mir irgendwas aus. Vllt ist das auch nur ein Tick? Keine Ahnung erscheint mir jedenfalls nicht "normal"...
    • Das ist im Grunde wohl typisch für AS. Ich habe das auch. Bei offenen Fragen, die nicht mit ja oder nein zu beantworten sind, bei Fragen, die Themen oder Situationen betreffen, die mir nicht vertraut sind oder auf die ich nicht vorbereitet bin, bleibe ich hängen. Sehr unangenehm. Da muss das Hirn erstmal sortieren, einordnen und verstehen, dann kann ich bestenfalls antworten. Manchmal werde ich auch total sprachlos durch diese Art von Fragen.
    • Hab das auch in der Kommunikation. Bin oft mit den Gedanken ganz woanders und dann dauert es, bis irgendeine Information von jemanden bei mir auch ankommt. Ich überbrücke aber nicht mit ihm, sondern antworte dadurch einfach häufiger etwas verspätet. Habe schon häufiger das Feedback bekommen:
      "Ah, auch endlich wach?" oder so ähnlich. Aber was solls. :D
    • Ich kenne das auch von mir, allerdings ohne "Ähhm" oder so. Ich bin dann stumm und starre scheinbar mit weit aufgerissenen Augen zurück.
      Heute ist das besser geworden, da ich mir angewöhnt habe meine Gedanken dabei laut zu äußern, das wirkt wohl beruhigend auf mein Gegenüber.
      Seitdem ich das so mache, sind die Leute freundlicher und zeigen Verständis.
      Als Kind wurde mir häufig von anderen Kindern unterstellt ich wäre dumm oder zurückgeblieben, weil ich scheinbar so ewig gebraucht habe um eine passende Antwort zu geben.
    • Sesambrot schrieb:

      Vom ablauf hab ich dabei den Eindruck das die Wörter bei obigem Beispiel zwar von mir verstanden wurden es dann aber erstmal einige Sekunden dauert deren Bedeutung zu begreifen
      dito
      Passiert bei Unkonzentriertheit.
      Da hört sich Sprache dann erst Mal wie Geräusche an und 2-3 Sekunden später wird es in mir übersetzt.
      Als müsste ich Sprache nicht nur in Bedeutung übersetzen, sondern noch in Bedeutung, die "für mein Betriebssystem" lesbar ist.
      Bei den anderen bemerke ich die lange Verarbeitung jedenfalls nicht, aber es ist eine allgemeine Tatsache, dass das Gehirn die Geräusche erst einmal in sinnvolle Einheiten übersetzen muss.
      Also entweder dauert das bei "uns" einfach nur viel länger, oder es gibt noch einen Schritt zusätzlich.
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Da bin ich voll an eurer Seite. :)

      Zuerst muss ich die Frage verstehen. Dann überlegen, was die Antwort darauf ist und zum Abschluss noch die passende Formulierung finden.
      Die ersten beiden Schritte lassen sich nicht vermeinden. Ok manche Menschen antworten auch ohne die Frage verstanden zu haben, oder über die Antwort nachzudenken.
      Spoiler anzeigen
      Die werden dann oftmals Politiker :fun:

      Und den letzten Schritt musste ich mir angewöhnen, weil die Leute nicht zufrieden waren mit meinen Antworten. Oder besser gesagt gedacht habe, dass das eine Wort reicht und der Rest sich dan daraus logischerweise ergibt.

      Es ist also egal wie du es machst. Falsch ist es sowieso. :fun:
      "Nur zwei Dinge sind unendlich...
      ... das Universum und die Dummheit der Menschen...
      ... wobei ich mir bei erstem nicht sicher bin"
      Zitat nach Albert Einstein
    • Nein, ich antworte immer sofort, ohne auch nur im geringsten nachzudenken. Hat den Nachteil, dass ich oft Dinge sage, durch die ich viel zu viel über mich preisgebe oder mich selbst abwerte (das fällt mir dann erst hinterher ein). Ich bin da sehr spontan.

      (Dieses Posting hab ich auch quasi ohne Nachdenken verfasst :oops: )
    • Diese Verzögerungen kenne ich auch - in diesen 'Nachdenksekunden' kann ich gar nichts sagen. Wenn dann dem Frager meine Reaktionszeit zu lange dauert und er versucht, seine Frage selbst zu beantworten oder meine angefangene Antwort zu beenden, gerate ich vollständig aus dem Konzept.

      Andere Variante: ich antworte unmittelbar mit einer halbfertigen, halbrichtigen oder inhaltlich nicht passenden Antwort.
    • Ich denke dieses "Ähm" habe ich mir angewöhnt um die Zeit zu überbrücken die ich sonst nur "Löcher in die Luft starren" oder scheinbar garnicht reagieren würde... Das hat/hatte nämlich immer zur Folge, dass die Leute ungeduldig wurden und ihre Frage wiederholen oder versuchen auf sich aufmerksam zu machen was meine Blockede nur verschlimmert weil ich mich dann darauf konzentrieren muss und meine Antwort nicht in Ruhe zu Ende denken kann.

      Lexi schrieb:

      Ich kenne das auch von mir, allerdings ohne "Ähhm" oder so. Ich bin dann stumm und starre scheinbar mit weit aufgerissenen Augen zurück.
      Heute ist das besser geworden, da ich mir angewöhnt habe meine Gedanken dabei laut zu äußern, das wirkt wohl beruhigend auf mein Gegenüber.
      Seitdem ich das so mache, sind die Leute freundlicher und zeigen Verständis.
      Als Kind wurde mir häufig von anderen Kindern unterstellt ich wäre dumm oder zurückgeblieben, weil ich scheinbar so ewig gebraucht habe um eine passende Antwort zu geben.
      Blickkontakt wäre für mich bei dem Ganzen "tödlich"... Da brauche ich noch länger und schau dann weg weil ich sonst "hängen bleib".

      Spoiler anzeigen
      "Sesambrot.exe has stopped working and needs to be terminated!" :lol:


      Ich wüsste garnicht wie ich meine Gedanken in solchen Situationen zum Ausdruck bringen könnte. Der reine Verarbeitungsprozess ist, was die Zeit in Anspruch nimmt und ich wüsste nicht wie ich den in Worte fassen könnte.



      seven_of_nine schrieb:

      Nein, ich antworte immer sofort, ohne auch nur im geringsten nachzudenken. Hat den Nachteil, dass ich oft Dinge sage, durch die ich viel zu viel über mich preisgebe oder mich selbst abwerte (das fällt mir dann erst hinterher ein). Ich bin da sehr spontan.

      (Dieses Posting hab ich auch quasi ohne Nachdenken verfasst :oops: )
      Kenne ich auch allerdings eher in Situationen in denen ich nicht von der Frage überrascht wurde bzw in dem Moment nicht anderweitig beschäftigt war.
    • Sesambrot schrieb:

      Kenne ich auch allerdings eher in Situationen in denen ich nicht von der Frage überrascht wurde bzw in dem Moment nicht anderweitig beschäftigt war.
      Ich weiß nicht, wenn mich eine Frage überrascht, dann rede ich einfach drauf los, allein schon, weil ich bei Nervosität immer rede, um die Nervosität auszuhalten. Irgendwas fällt mir immer ein, das dann nun interessant oder sozial angemessen oder irgendwie adäquat ist, ist wieder eine andere Frage...

      Ich meine, hier im Assoziationsthread überlege ich auch nicht länger als eine Sekunde, bevor ich dann irgendwas poste. Eigentlich bei den meisten anderen Threads auch nicht :oops:

      Zögern tue ich höchstens, wenn ich lügen muss, aber das tue ich äußerst selten. Oder, wenn die Frage fachlich schwieriger ist und ich wirklich erst mal drüber nachdenken muss.

      Ich denke, dass manche Leute überfordert sind, wenn ich auf eine kurze Frage mit so einem langen Redeschwall antworte.
      Beispiel Kollegin: Na, geht's dir wieder besser? Bist du wieder gesund?
      Ich: Ja, halbwegs!
      Kollegin: Hattest du eine Grippe?
      Ich: Nein, nur einen grippalen Infekt. Eine echte Grippe ist ja was anderes, das hatte ich mal, da war ich 3 Wochen lang im Bett [usw.]

      (Mir fiel danach auf, dass das viel zu ausführlich war)

      Früher habe ich auch immer, wenn Leute mich gefragt haben, was ich für Musik höre, ALLE Genres aufgezählt. Das habe ich irgendwann sein lassen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von seven_of_nine ()

    • Ich brauche auch manchmal ziemlich lange, um auf scheinbar simple Fragen zu antworten... :roll: :oops:

      Meistens liegt es bei mir daran, dass ich gedanklich noch mit etwas anderem beschäftigt und überhaupt nicht "ansprechbereit" bin, was ich dann aber wohl nicht nicht so nach außen hin kommuniziere. :?

      Ich bin daher immer sehr froh, wenn Leute mich nicht direkt etwas fragen, sondern zunächst mit einem kurzen, inhaltsleeren "Hallo" o. ä. "austesten", ob ich überhaupt reagiere. Wenn ich in so einem Fall nicht reagiere, sind weitere Fragen meist sinnlos und man erhält u. U. ziemlich merkwürdige und unbrauchbare Antworten von mir. ^^
      "Make laugh, not war!"
      Kann das hier jemand sehen? :p
    • Dieses Emmmmmmm mache ich auch zur Überbrückung. Mir wurde kürzlich dazu gesagt, das sei einer von 26 Buchstaben des Alphabets :d

      Und bei mir ist es auch die langsame Verarbeitung von etwas Gesagtem oder wenn ich noch überlege, wie ich etwas formuliere.
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kleine ()

    • seven_of_nine schrieb:

      wenn mich eine Frage überrascht, dann rede ich einfach drauf los, allein schon, weil ich bei Nervosität immer rede, um die Nervosität auszuhalten
      Dann kann ich dir rückmelden, daß es mir eher wie dir als wie den meisten Schreibern hier geht. Wenn mich eine Frage wirklich völlig unvorbereitet trifft, reagiere ich mit einer Gegenfrage z.B. nach dem Warum der Frage.

      Was mich leider oft überrumpelt, ist, wenn Fragen gefühlt unangemessen, grenzüberschreitend, überfordernd, drängelnd o.ä. sind oder nachgehakt wird. Ich antworte dann oft spontan automatisch und es fällt mir hinterher erst auf, daß ich die Antwort auch hätte verweigern können.

      @Sesambrot
      Der Motorradvergleich paßt nicht so ganz, weil man dabei mit bestimmten, erwartbaren Störungen rechnet und sie somit nicht völlig unerwartbar sind und man ja Reaktionen darauf vorbereitet hat (Bremsen, Ausweichen, Hupen...). Wenn nun ein aber rosa Elefant am Motorrad vorbeigeflogen käme, würdest du vielleicht auch "äääähhh" machen und vielleicht den Lenker aus der Hand rutschen lassen.


      Bambi schrieb:

      Zuerst muss ich die Frage verstehen. Dann überlegen, was die Antwort darauf ist und zum Abschluss noch die passende Formulierung finden.
      Diese Zeit überbrücke ich meist schon mit Reden, manchmal werde ich folgerichtig darauf hingewiesen, daß ich die Frage nicht angemessen beantworte. Oder jemand wollte eine kurze Antwort und ich halte einen Monolog (z.B. darüber, ob Frühstücken wirklich so notwendig ist wie behauptet).

      Ani schrieb:

      Sehr unangenehm
      Unangenehmer (im Sinne von peinlicher) als verzögerte/fehlende Antworten finde ich meine Ignoranz, nämlich daß ich manchmal gar nicht erst mitkriege, daß ich überhaupt angesprochen wurde, weil ich gedanklich völlig vertieft in etwas bin (z.B. lese oder innere Gespräche führe). Mehrfach mußte ich sogar mehrfach laut angesprochen werden, wohl es im Raum nicht laut war, oder ich bemerke Leute verzögert oder gar nicht, die mich grüßen oder mir zuwinken, selbst wenn sie dicht bei mir sind.

      Das ist wohl eher ADS-typisch, ich habe es jedenfalls auch schon bei ADS-Betroffenen erlebt.

      Dr_B schrieb:

      wenn Leute mich nicht direkt etwas fragen, sondern zunächst mit einem kurzen, inhaltsleeren "Hallo" o. ä. "austesten
      Das fände ich auch gut, ich reagiere dann auf direkte Fragen ohne Einleitung und vor allem das wiederholte Nachfragen leider nicht geistesabwesend, sondern zuweilen gereizt ("Du merkst doch, daß ich gerade beschäftigt bin, jetzt bin ich raus und kann wieder von vorn anfangen").
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Neu

      Necroghoul7 schrieb:

      Was mich leider oft überrumpelt, ist, wenn Fragen gefühlt unangemessen, grenzüberschreitend, überfordernd, drängelnd o.ä. sind oder nachgehakt wird. Ich antworte dann oft spontan automatisch und es fällt mir hinterher erst auf, daß ich die Antwort auch hätte verweigern können.
      Ja, so geht es mir auch. Oft sind in der Antwort uninteressante und unangemessen persönliche Dinge enthalten, durch deren Offenlegung ich mir selbst schade.

      Necroghoul7 schrieb:

      Das fände ich auch gut, ich reagiere dann auf direkte Fragen ohne Einleitung und vor allem das wiederholte Nachfragen leider nicht geistesabwesend, sondern zuweilen gereizt ("Du merkst doch, daß ich gerade beschäftigt bin, jetzt bin ich raus und kann wieder von vorn anfangen").
      Das kenne ich von mir auch sehr gut, mittlerweile habe ich mir aber hoffe ich halbwegs abgewöhnt, die andere Person aggressiv anzugehen oder extrem in Panik zu verfallen ("Ich bin grad beschäftigt! Ich kann mich nicht auf 2 Sachen gleichzeitig konzentrieren! Das weißt du doch!").
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      Necroghoul7 schrieb:

      Diese Zeit überbrücke ich meist schon mit Reden, manchmal werde ich folgerichtig darauf hingewiesen, daß ich die Frage nicht angemessen beantworte. Oder jemand wollte eine kurze Antwort und ich halte einen Monolog (z.B. darüber, ob Frühstücken wirklich so notwendig ist wie behauptet).
      Kann ich so unterschreiben. Ich glaube, ich antworte sogar oft schneller als es so im Schnitt üblich ist. Ich meine, ich könnte mir vorstellen, dass z.B. Leute in Bewerbungsgesprächen eher damit rechnen, dass die andere Person erst mal nachdenkt und dann eher knapp und zurückhaltend antwortet. Ich antworte sofort und dann gleich mit einem richtigen Redeschwall, der andere glaube ich sehr irritieren muss. Währenddessen merke ich dann teilweise, dass die Leute etwas völlig anderes hören wollten oder nur eine knappe Antwort.
      In einem Bewerbungsgespräch war mal die Frage "Sie bewerben sich jetzt für X, haben aber früher Y gemacht, wieso wollen Sie denn jetzt X statt Y machen?". Es folgte dann ein Monolog meinerseits, wo ich genauestens erläutert habe, was mich an Y gestört hat. Es war dann offensichtlich, dass das keinen interessiert hat (da fehlte wohl auch auf der anderen Seite das Detailwissen und/oder technische Interesse), bis jetzt weiß ich nicht, was sie mit der Frage bezwecken wollten.
    • Neu

      Überbrückungslaute wurden mir als Kind schon rigoros abgewöhnt (Wer äh sagt sagt mäh, wer uhm macht ist summ etc), und ich mag sie selber auch nicht wirklich. Be Interviews z.B. oder Diskussionen nervt das total. Aber da ich eben leise bin und in solchen Situationen vor mich hinstarre, hilft das auch nix. Inzwischen Sag ich dann manchmal Sachen wie also, mal nachdenken etc.
    • Neu

      Ich bin auch nicht die schnellste beim Antworten, ich habe das Gefühl, dass das Gesagte einen längeren Weg durch mein Gehirn nimmt. Wenn ich z.B. konzentriert arbeite oder abgelenkt bin, verstehe ich auch oft Fragen nicht, da höre ich dann nur Kauderwelsch. Ich muss dann erst darum bitten die Frage zu wiederholen. Und auch dann kann ich oft nicht schnell antworten, sondern immer nur mit Verzögerung.
      Ich bin nur zu feige dem ein Ende zu setzen.
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      Necroghoul7 schrieb:

      @Sesambrot
      Der Motorradvergleich paßt nicht so ganz, weil man dabei mit bestimmten, erwartbaren Störungen rechnet und sie somit nicht völlig unerwartbar sind und man ja Reaktionen darauf vorbereitet hat (Bremsen, Ausweichen, Hupen...). Wenn nun ein aber rosa Elefant am Motorrad vorbeigeflogen käme, würdest du vielleicht auch "äääähhh" machen und vielleicht den Lenker aus der Hand rutschen lassen.

      Ich denke ich war/bin hauptsächlich verwundert darüber, dass ich abgesehen von besagtem Beispiel (also unerwateten Fragen) Probleme zu haben scheine spontan auf Reize zu reagieren. Dass auf dem Motorrad, bzw im Straßenverkehr allgemein, mit gewissen "Überraschungen" zu rechnen ist, ist vermutlich ein Grund. Ich denke allerdings auch, dass mich ein fliegender rosa Elefant nicht sonderlich aus dem Konzept bringen würde, es sei den er landet vor mir auf der Straße und blockiert diese, betrifft mich also direkt.

      Möglicher Weise spielt ja genau das eine entscheidende Rolle, dass die Frage einen selbst betrifft und eine Reaktion erwartet wird mit der vorher nicht zu rechnen war.

      Um nochmal auf den Straßenverkehr zu sprechen zu kommen, fällt mir häufig auf, dass viele Menschen von gewissen Vorkommnissen deutlich mehr überrascht werden als ich und entsprechend länger zum reagieren brauchen, obwohl derlei Situationen zum Straßenverkehr gehören. Ohne dabei jetzt konkret werden zu wollen. Ich glaube bei mir "fährt" dieses Bewusstsein auf gewisse Dinge vorbereitet zu sein einfach mit, während der Großteil der Verkehrsteilnehmer das komplett verdrängt.


      seven_of_nine schrieb:

      In einem Bewerbungsgespräch war mal die Frage "Sie bewerben sich jetzt für X, haben aber früher Y gemacht, wieso wollen Sie denn jetzt X statt Y machen?". Es folgte dann ein Monolog meinerseits, wo ich genauestens erläutert habe, was mich an Y gestört hat. Es war dann offensichtlich, dass das keinen interessiert hat (da fehlte wohl auch auf der anderen Seite das Detailwissen und/oder technische Interesse), bis jetzt weiß ich nicht, was sie mit der Frage bezwecken wollten.

      Man muss aber auch sagen, dass Bewerbungsgespräche oder genauer gesagt das was die "Prüfer" da aus Fragen und Antworten angeblich immer herauslesen wollen, schon sehr befremdlich scheint.
      "Der Bewerber kratzt sich bei der Beantwortung der dritten Frage hinterm rechten Ohr --> schlägt regelmäßig seine Großmutter und würde gerne häufiger nackt spazieren gehen" :sarcasm:


      kim schrieb:

      Ich bin auch nicht die schnellste beim Antworten, ich habe das Gefühl, dass das Gesagte einen längeren Weg durch mein Gehirn nimmt. Wenn ich z.B. konzentriert arbeite oder abgelenkt bin, verstehe ich auch oft Fragen nicht, da höre ich dann nur Kauderwelsch.
      Mir geht es in solchen Situationen eher so, dass ich die Wörter schon verstehe, aber bei mir scheinbar die Verarbeitung ausbleibt und dann, obwohl die Frage quasi noch in meinem Kopf nachhallt, ich nicht weiß was gefragt wurde.
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      Sesambrot schrieb:

      Den Grund für dieses "sonderbare" Verhalten ist vermutlich, dass Dinge auf die ich nicht in irgendeiner Form vorbereitet war, erstmal ewig brauchen um in meinem Kopf verarbeitet zu werden, und mag die Sache noch so banal sein...
      Bei mir liegt der Grund darin, dass oft nach völlig banalen und unwichtigen Dingen gefragt wird. Dinge, die es anscheinend nicht wert sind, von meinem Gehirn abrufbereit gespeichert zu werden.

      Ich merke mir doch nicht, um wie viel Uhr ich gegessen habe - und was ich gegessen habe. Das bleibt mir allenfalls bei besonderen Mahlzeiten im Gedächtnis (wie letzten Mittwoch, wo ich ab 12 Uhr beim chinesischen Buffet war).

      Mein Gedächtnis ist eh nicht besonders gut - das belastet sich nicht mit unwichtigen Dingen. Ich habe nämlich schon genug Probleme, mich an wichtige Dinge zu erinnern.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
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      bei mir stand das sogar in einem befundbericht.... irgendwie in etwa "braucht ca. 8 sekunden zeit um auf fragen zu antworten" weil es so auffällig war und auch bei mehreren terminen durchgehend so war (was stellen die auch so komplizierte fragen ;) ) Über die genaue zeitangabe im bericht war ich sehr überrascht

      ich muss viel nachdenken, was mein gegenüber eigentlich meint, ich verstehe oft nicht, was man von mir will und muss auch häufig nachfragen. dann brauch ich auch lange um den wust in meinem kopf inhaltlich zu sortieren (wichtige/ unwichtige infos) und in wörter zu übersetzen.

      manchmal sage ich auch, "ich muss grad nachdenken", das scheint auch zu helfen. den zeigefinger an die stirn zu legen und dabei denkfalten zu machen kann auch als "nachdenksignal" funktionieren (habe ich zumindest den eindruck)