Toxoplasmose: Sorgt der Erreger für psychische Erkrankungen?

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    • Interessant finde ich auch, was auf Wikipedia dazu zu lesen ist:
      Einige Studien lassen vermuten, dass auch beim Menschen Verhaltensänderungen auftreten. Infizierte Männer waren introvertierter, misstrauischer und risikobereiter sowie eher dazu neigend, Regeln zu missachten und die Meinung anderer zu ignorieren. Frauen mit latenter Toxoplasmose waren dagegen offener, vertrauensseliger, mehr um ihr Image besorgt und regelbefolgender als die nicht infizierte Kontrollgruppe. Eine Studie in der Slowakei und Tschechien mit rund 36.500 Teilnehmern fand eine Zusammenhang zwischen Toxoplasmose und sexuellen Neigungen heraus.

      Die bei Patienten mit klinisch manifester Schizophrenie häufig beobachtete Abnahme an Hirnmasse in der Großhirnrinde tritt offenbar fast ausschließlich im Falle einer gleichzeitigen (latenten) Toxoplasmose auf, und die Daten lassen vermuten, dass sie bei entsprechender genetischer Prädisposition zum Ausbruch der Krankheit führen kann. Auch suizidale Handlungen sollen bei Personen mit latenter Toxoplasmose signifikant häufiger auftreten als in der Normalbevölkerung. Eine Studie mit knapp 500 Teilnehmern fand einen statistischen Zusammenhang der T.-gondii-Exposition mit Angststörungen, nicht jedoch mit Depression oder Posttraumatischer Belastungsstörung.

      Die Berichte zu erhöhten Anteilen seropositiver Patienten bei verschiedenen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen bedeuten allerdings nicht zwingend eine kausale Beziehung zwischen der Toxoplasma-gondii-Infektion und der Erkrankung. Dies wird schon daraus ersichtlich, dass alle Erkrankungen auch bei Menschen auftreten, die seronegativ sind. Die Fähigkeit des Erregers, in die Dopamin-Signalwege des Wirts einzugreifen, ist aber ein Indiz dafür, dass T. gondii ein mitwirkender Faktor bei diesen Erkrankungen sein könnte.
      In Anbetracht der Annahme, dass 30-50% sich im Laufe des Lebens mit diesem Erreger infizieren, ist das schon ziemlich beachtlich.
    • Ich hatte diesen "Verdacht" auch und ließ mich auf Toxoplasmose untersuchen. Der Test fiel negativ aus. Allerdings habe ich mich auch eine Weile mit der Idee beschäftigt, dass bestimmte Infektionen psychische Erkrankungen zum Ausbruch kommen lassen könnten (mit Herpesviren beispielsweise oder auch Magen-Darm-Erreger).
      Nur wenn man so etwas auch nur "andenkt", muss man aufpassen, dass man noch ernst genommen wird. Die Forschung wird so etwas wahrscheinlich nicht mal in 100 Jahren rausfinden können.

      In der Überschrift würde ich nicht schreiben "sorgt der Erreger für psychische Erkrankungen"? Ich denke, dieser Mechanismus könnte eher dergestalt ablaufen, dass bestimmte Erreger eine vorhandene Neigung "aktivieren" (laienhaft ausgedrückt).
    • Riesenmuff schrieb:

      mit Autismus angesteckt?!
      Genau das ist die Gefahr, wenn man "sorgt für psychische Erkrankungen" schreibt. Die Idee wird durch den Kakao gezogen und nciht ernst genommen. :| Aber wahrscheinlich würde sie das so oder so. Gewisse Dinge, die Mensch (noch) nicht verstehen kann, werden als lächerlich verkauft. Wie war das nochmal irgendwann, als die Erde nur eine Scheibe sein konnte und nichts anderes...
    • riesenmuff schrieb:

      Na toll, dann haben mich wohl meine Katzen mit Autismus angesteckt?! :roll: :m(:
      Es scheint immerhin im Bereich des Möglichen zu sein, dass Komorbiditäten wie Depressionen oder Ängste durch diese Erreger verstärkt werden können oder die Toxoplasmose-Erreger zur Entstehung von Ängsten, Depressionen oder Schizophrenie beitragen.
      Siehe auch den oben zitierten Wikipedia-Artikel.
    • Ja, das ist richtig. Wobei ich denke dass die Forschung da erst am Anfang ist und keiner eine ganzheitliche Erklärung für irgendeine psychische Erkrankung hat.

      Es gibt so viele Vielleichts und Erklärungsansätze.
      Wahrscheinlich ist es ein Mix aus zig Faktoren. Genetische, erworbene (wo dann Toxoplasmose zu gehören würde) und Umweltfaktoren bzw. das Lebensumfeld.

      Jeder Mensch reagiert individuell und der Körper ist sehr komplex in seinen Abläufen.

      Ich hatte die Probleme rund um Autismus schon vor meiner Katzenzeit, die bei mir mit 15 begann.

      Heute ist es ja eher so dass mir meine pelzigen Mitbewohnerinnen eher Kraft und Trost spenden wenn ich mal nicht so gut drauf bin.

      Wenn sie nun die Ursache wären oder maßgeblichen Anteil an den Problemen hätten, würde das mein Weltbild wirklich ins Schwanken bringen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von riesenmuff ()

    • Neu

      FruchtigBunt schrieb:

      Ich denke, dieser Mechanismus könnte eher dergestalt ablaufen, dass bestimmte Erreger eine vorhandene Neigung "aktivieren" (laienhaft ausgedrückt).
      Dieser Gedanke erscheint mir sehr logisch.

      Es gibt ja Menschen, die eine 'natürlich Immunität' gegen bestimmte Krankheiten haben, obwohl sie keine Antikörper haben. Das ist für Lepra mal untersucht worden.
      Und beim Herpes ist es ja wohl auch so, dass alle Menschen den Erreger haben - er aber bei den meisten nicht aktiviert wird.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~