Komorbidität Autismus und Borderline

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    • Wichtige Merkmale sind demnach:

      - verzweifeltes Bemühen, Verlassenwerden zu vermeiden
      - sehr intensive, instabile Beziehungen
      - sehr intensive Gefühle, Impulsivität, heftige Wut
      - Leeregefühl
      - unter Druck paranoid (Wahn)
      - können ggf. Bewusstseinsinhalte so stark abspalten, dass sie "weg" sind (Erinnerungen)
      - Idealisierung von anderen Menschen, kann schnell kippen in Entwertung (beruht auf wahren Empfindungen)
      - ggf. Drogen, Essstörungen, Depression, sich Schmerzen zufügen, um den eigenen Körper wieder zu fühlen, da sie den Kontakt zu eben diesem verloren haben (Spaltung)

      Genetisch, also durch Zwillingsstudien festgestellt: eine höhere Erregbarkeit (Amygdala ist schneller reizbar), das serotonerge System funktioniert auch anders
      Die Spaltung entwickelt ein Kind, wenn es die entsprechende "Begabung" dazu hat, nicht jedes Kind kann das, es ist ein Schutzmechanismus, den ein Kind in einer Notsituation entwickelt.

      Beispiel:
      Mutter prügelt das Kind und der Mutter tut es später leid, und tut dem Kind etwas Gutes, das Kind spaltet die schlechte Erfahrung der Prügel ab und kann die Situation mit dem Guten voll genießen, wenn die Mutter allerdings wieder prügelt, erlebt das Kind nur das Schlechte und kann nicht auf die Erfahrungen zurückgreifen (sich erinnern), die es gemacht hat, als die Mutter gut zu ihm war.

      - 50% der Betroffenen hatten zuvor Gewalterfahrungen
      - 80% stark emotional vernachlässigt
      - nicht jedes Kind, was emotional vernachlässigt wurde, entwickelt später Borderline
      „Kein Mensch sollte sich dafür schämen müssen, wer er ist."
      - CSI - Den Tätern auf der Spur S4E6
    • Cloudactive schrieb:

      Louveteau schrieb:

      Ich habe von einem anderen Asperger aus der Klinik (diagnostiziert seit 18 Jahren) gehört, dass er zB auch Emotionen steuern kann bzw "hervorrufen" wieder. Das gleiche habe ich mal in der Skillsgruppe (Borderline, DBT) angesprochen, weil das für mich ziemlich leicht ist (außer im Overload/Meltdown/Shutdown). Da haben die alle nur gesagt, dass sowas nicht ginge. Wie sind da bei euch die Erfahrungen? Und woher kommen Emotionen denn dann? Bei Autisten / bei Borderlinern?
      Ich habe da nicht alles verstanden, vor allem: Um welche Emotionen geht es?
      Tjaaa... Das ist eine gute Frage. ^^
      Ich würde sagen: alle Emotionen. Aber ich habe auch verglichen mit den Leuten aus meiner Skillsgruppe nicht "so viele" Emotionen. Bei mir geht es da vor allem um positive Emotionen. Ich kenne das vor allem mit positiven Emotionen. Also egal wo ich bin oder was los ist (außer eben in den oben genannten Ausnahmen) kann ich mir das Gefühl, was ich für meinen Mitbewohner habe (Liebe) quasi "hervorrufen". Gleiches bei guten Freunden oder sonstiges. Auch wütend kann ich mich selbst wirklich gut machen.
    • Cloudactive schrieb:

      Die Spaltung entwickelt ein Kind, wenn es die entsprechende "Begabung" dazu hat, nicht jedes Kind kann das, es ist ein Schutzmechanismus, den ein Kind in einer Notsituation entwickelt.


      Beispiel:
      Mutter prügelt das Kind und der Mutter tut es später leid, und tut dem Kind etwas Gutes, das Kind spaltet die schlechte Erfahrung der Prügel ab und kann die Situation mit dem Guten voll genießen, wenn die Mutter allerdings wieder prügelt, erlebt das Kind nur das Schlechte und kann nicht auf die Erfahrungen zurückgreifen (sich erinnern), die es gemacht hat, als die Mutter gut zu ihm war.
      Das kenne ich von mir selbst tatsächlich. Nur, dass meine Mutter mich nicht misshandelt oder vernachlässigt hat, sondern andere Menschen sich mir gegenüber eben widersprüchlich verhalten haben.
      Allerdings wäre da die Frage, ob das nicht auch "typisch" autistisch sein kann, weil ich das bei mir so erlebe, dass ich generell mit widersprüchlichem Verhalten nicht klar komme. Eigentlich idealisiere ich persönlich alle am Anfang (vertraue jedem, glaube alles, ....) und wenn ich negative Erfahrungen gemacht habe, entwerte ich halt die positiven Erfahrungen mit der Person und verdränge die nicht. Also denke ich mir dann: "Die Person war am Anfang anders, aber da hat sie dann bestimmt gelogen/ sich verstellt."
      Genauso gut kann es aber sein, dass eine Person etwas Negatives macht, ich aber nicht schaffe, die Person deswegen zu hassen (zu entwerten), obwohl das eigentlich sinnvoll wäre - und dann teilweise noch lange Kontakt habe oder nachtrauere. Ich idealisiere die Person auch erst wieder, wenn dieser Widerspruch aufgeklärt ist.
      Beispiel:
      Person A ist nett.
      Person A lügt.
      -> Gedanke: Person A war niemals nett.
      Oder:
      -> Gedanke: Person A ist eigentlich nett, aber irgendwie kommen wir nicht gut miteinander aus, weil sie auch lügt, schade.
      Person A erklärt, dass es keine Lüge war und ich was missverstanden habe.
      -> Gedanke: Person A ist nett.
    • Menschen verhalten sich immer widersprüchlich. Es macht keinen Sinn das auf sich selbst zu beziehen. Das gleiche gilt fürs Lügen.
      Wenn es doch mal in Bezug auf einen selbst vorkommt, drängt sich die Frage nach den Umständen und Vermeidung/Verbesserung der Situation auf.

      Aber man kann doch einen Menschen/Beziehungen nicht anhand weniger Interaktionen ver-/beurteilen.

      edit:
      @seven_of_nine: Die Schnittmenge der Merkmale, die sowohl BL also auch Psychopathie eigen sind, ist in der Tat beunruhigend. Aber ich denke man kann BL ganz gut durch den starken Fokus auf Beziehungen, das Schwarz-Weiß-Denken und den radikalen Umschwung des BeziehungsVerhaltens abgrenzen.
      Meine Beträge spiegeln meine aktuelle Meinung wieder, die ich mir auf Grundlage der vorliegenden Information höchstwahrscheinlich ohne referenzierende Prüfung der entsprechenden Fachliteratur gebildet habe. Es handelt sich dabei nicht um Tatsachen, den allgemein anerkannten Stand des Wissens oder Diagnosen. Die Meinung wird geäußert, wenn sie für mich die Wahrscheinlichste aller erdachten Thesen ist. Ich erkläre damit keine absolute Sicherheit der Aussage.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Puk ()

    • Puk schrieb:

      Menschen verhalten sich immer widersprüchlich. Es macht keinen Sinn das auf sich selbst zu beziehen. Das gleiche gilt fürs Lügen.
      Jain.
      Sie verhalten sich nur widersprüchlich, solange der zugrunde liegende Grund nicht gefunden ist.
      Jemand, der viel lacht, aber ansonsten nur zuhause sitzt und nichts schafft, verhält sich widersprüchlich. Sobald aber klar ist, dass die Person das macht, weil sie depressiv ist, ist es für mich kein Widerspruch mehr.
      Verhält sich eine Person also widersprüchlich, versuche ich herauszufinden, warum. Meist liegt das einfach daran, dass ich ein Verhalten falsch deute oder etwas zu wörtlich nehme oder sonstiges. Liegt es nicht daran, kann es sein (und ist erfahrungsgemäß oft so), dass die Person versucht, (mir) etwas vorzuspielen, mich anzulügen oder zu manipulieren - und deswegen nicht authentisch handeln kann.
      Die Frage ist dann: Möchte ich Kontakt zu Leuten haben, die glauben, dass sie sich verstellen müssen oder lügen müssen? Kann ich einen solchen Kontakt überhaupt psychisch aushalten? Stresst mich das eventuell zu sehr, wenn andere Personen nicht offen kommunizieren und ständig die Appel-Ebene nutzen?
      Im Regelfall tut es das.
      Dann breche ich eventuell nicht den Kontakt ab, verringere ihn aber deutlich.


      Puk schrieb:

      Aber man kann doch einen Menschen/Beziehungen nicht anhand weniger Interaktionen ver-/beurteilen.
      Das stimmt, kommt aber auch sehr auf die Situation an. Schreit meine Ärztin mich nach insgesamt 67 Minuten Therapiezeit bereits an, haben wir bisher wenig Interaktionen miteinander gehabt, aber trotzdem kann ich sagen, dass sie (zumindest für mich) eine ungeeignete Ärztin ist. Das bezieht sich dann aber auf die Beziehung und weniger auf die Person als Mensch an sich.
      Bekomme ich allerdings mit, wie eine Person über ihren besten Freund lästert, kann ich bereits sagen, dass ich mit dieser Person gar keine Beziehung aufbauen möchte.
    • @Louveteau:
      1. Du setzt vorraus, das man den Widerspruch mit genug Informationen auflösen kann.
      a) Das muss aber nicht der Fall sein. Manchmal existieren die Widersprüche einfach.
      b) Ist die zur Aufklärung nötige Information möglicherweise nicht zugänglich.
      c) Ist die Deutung des Verhaltens eines anderen Menschen immer eine Interpretation, keine Wahrheit.

      2. Das ist nur deine Interpretation:

      Louveteau schrieb:

      Verhält sich eine Person also widersprüchlich, versuche ich herauszufinden, warum. Meist liegt das einfach daran, dass ich ein Verhalten falsch deute oder etwas zu wörtlich nehme oder sonstiges. Liegt es nicht daran, kann es sein (und ist erfahrungsgemäß oft so), dass die Person versucht, (mir) etwas vorzuspielen, mich anzulügen oder zu manipulieren - und deswegen nicht authentisch handeln kann.
      Die Frage ist dann: Möchte ich Kontakt zu Leuten haben, die glauben, dass sie sich verstellen müssen oder lügen müssen?
      Was mir hier in deiner Beschreibung fehlt ist eine tatsächlich schädigende Tat (Beleidigung, Rufmord, Erniedrigung, Ausnutzen, Gewalt, usw.). Wenn du nur aufgrund deiner Interpretation vom regulären Verhalten deiner Mitmenschen bereit bist ein Urteil über sie zu fällen, dann unterstellst du ihnen nur Negatives. Denn dein Urteil basiert dann nicht auf echten negativen Geschehnissen. Man kann sich schließlich nicht sicher sein, ob jemand lügt oder manipuliert - das sind nur Vermutungen.

      3. Pflegst du einen Doppelstandard
      Du bist bereit jemanden zu meiden, weil er dir was vorspielt, was du ja scheinbar sehr schwer verurteilst. Mal abgesehen davon das fast alle Menschen das jeden Tag machen. Aber selbst setzt du die Entdeckung einer menschlichen Schwäche mit der "Bitte" gleich dies zu tun. Das Vorhandensein einer Schwäche rechtfertigt niemals das Ausnutzen!

      Louveteau schrieb:

      ZB kann ich gut manipulieren und habe das früher auch gemacht - aber erst, wenn eine Person mir die Information gegeben hat, dass ich sie manipulieren kann. Allein durch Mimik oder so, hätte ich das niemals machen können. Ich glaube aber, dass das tatsächlich daher kommt, dass ich nicht weiß, wie umgehen - und dann lieber kontrolliere, wenn andere mich quasi darum bitten, weil sie sich selbst hassen oder ähnliches.
      Ganz egal ob du das jetzt nicht mehr machst, weil die Situation / die Menschen nun meidest. Niemand "bittet" darum manipuliert zu werden, niemand hat das verdient. Diese BerechtigungsHaltung ist schon echt krass. Angesichts solcher Einstellung, kann man es den Leuten schonmal nachsehen, sich einfachn nur nicht authentisch genug zu geben.
      Meine Beträge spiegeln meine aktuelle Meinung wieder, die ich mir auf Grundlage der vorliegenden Information höchstwahrscheinlich ohne referenzierende Prüfung der entsprechenden Fachliteratur gebildet habe. Es handelt sich dabei nicht um Tatsachen, den allgemein anerkannten Stand des Wissens oder Diagnosen. Die Meinung wird geäußert, wenn sie für mich die Wahrscheinlichste aller erdachten Thesen ist. Ich erkläre damit keine absolute Sicherheit der Aussage.
    • Puk schrieb:

      @seven_of_nine: Die Schnittmenge der Merkmale, die sowohl BL also auch Psychopathie eigen sind, ist in der Tat beunruhigend. Aber ich denke man kann BL ganz gut durch den starken Fokus auf Beziehungen, das Schwarz-Weiß-Denken und den radikalen Umschwung des BeziehungsVerhaltens abgrenzen.
      Ok, macht Sinn.
      It's always better on holiday / So much better on holiday / That's why we only work when / We need the money!
    • Puk schrieb:

      Man kann sich schließlich nicht sicher sein, ob jemand lügt oder manipuliert - das sind nur Vermutungen.
      Natürlich kann man das, zumindest den Teil mit dem Lügen.
      Man muss nur die Wahrheit kennen und die Umstände betrachten.
      simples Beispiel:
      Kind behauptet, es habe heute schon seine Hausaufgaben gemacht, Mutter schaut nach, Hausaufgaben nicht gemacht = Kind hat gelogen.
      „Kein Mensch sollte sich dafür schämen müssen, wer er ist."
      - CSI - Den Tätern auf der Spur S4E6
    • Louveteau schrieb:

      Cloudactive schrieb:

      Louveteau schrieb:

      Ich habe von einem anderen Asperger aus der Klinik (diagnostiziert seit 18 Jahren) gehört, dass er zB auch Emotionen steuern kann bzw "hervorrufen" wieder. Das gleiche habe ich mal in der Skillsgruppe (Borderline, DBT) angesprochen, weil das für mich ziemlich leicht ist (außer im Overload/Meltdown/Shutdown). Da haben die alle nur gesagt, dass sowas nicht ginge. Wie sind da bei euch die Erfahrungen? Und woher kommen Emotionen denn dann? Bei Autisten / bei Borderlinern?
      Ich habe da nicht alles verstanden, vor allem: Um welche Emotionen geht es?
      Tjaaa... Das ist eine gute Frage. ^^Ich würde sagen: alle Emotionen. Aber ich habe auch verglichen mit den Leuten aus meiner Skillsgruppe nicht "so viele" Emotionen. Bei mir geht es da vor allem um positive Emotionen. Ich kenne das vor allem mit positiven Emotionen. Also egal wo ich bin oder was los ist (außer eben in den oben genannten Ausnahmen) kann ich mir das Gefühl, was ich für meinen Mitbewohner habe (Liebe) quasi "hervorrufen". Gleiches bei guten Freunden oder sonstiges. Auch wütend kann ich mich selbst wirklich gut machen.
      @Louveteau
      Alle Emotionen gehen von einem selbst aus. Emotionen sind eigene Reaktionen auf etwas von Außerhalb oder auf eigene Gedanken etc.
    • Puk schrieb:

      1. Du setzt vorraus, das man den Widerspruch mit genug Informationen auflösen kann.

      a) Das muss aber nicht der Fall sein. Manchmal existieren die Widersprüche einfach.
      b) Ist die zur Aufklärung nötige Information möglicherweise nicht zugänglich.
      c) Ist die Deutung des Verhaltens eines anderen Menschen immer eine Interpretation, keine Wahrheit.
      a) Dazu hätte ich gerne ein Beispiel. Falls du Zeit hast und dir eines einfällt. Vielleicht haben wir auch einfach eine andere Definition von Widerspruch.
      b) Das stimmt. Ich frage und schaue dann. Ich hatte bisher aber auch nie das Problem, dass Leute mir das nicht erklärt haben.
      c) Das stimmt auch. Deswegen frage ich aber auch nach. Oft wahrscheinlich sogar viel zu viel, weil mir die Fähigkeit fehlt, ohne Nachzufragen zu verstehen, warum eine Person irgendwas macht.


      Puk schrieb:

      2. Das ist nur deine Interpretation:

      Louveteau schrieb:

      Verhält sich eine Person also widersprüchlich, versuche ich herauszufinden, warum. Meist liegt das einfach daran, dass ich ein Verhalten falsch deute oder etwas zu wörtlich nehme oder sonstiges. Liegt es nicht daran, kann es sein (und ist erfahrungsgemäß oft so), dass die Person versucht, (mir) etwas vorzuspielen, mich anzulügen oder zu manipulieren - und deswegen nicht authentisch handeln kann.
      Die Frage ist dann: Möchte ich Kontakt zu Leuten haben, die glauben, dass sie sich verstellen müssen oder lügen müssen?
      Was mir hier in deiner Beschreibung fehlt ist eine tatsächlich schädigende Tat (Beleidigung, Rufmord, Erniedrigung, Ausnutzen, Gewalt, usw.). Wenn du nur aufgrund deiner Interpretation vom regulären Verhalten deiner Mitmenschen bereit bist ein Urteil über sie zu fällen, dann unterstellst du ihnen nur Negatives. Denn dein Urteil basiert dann nicht auf echten negativen Geschehnissen. Man kann sich schließlich nicht sicher sein, ob jemand lügt oder manipuliert - das sind nur Vermutungen.
      Wenn Person A sagt, dass die Eltern nicht wollen, das jemand da schläft, aber einige Tage später sagt, dass ich da schlafen könne, und bei Nachfrage was wegen den Eltern ist, mir sagt, dass die nie was dagegen hatten und man das nur gesagt hat, weil man keine Lust hatte, ist das eindeutig lügen und da kann ich mir zu 100 % sicher sein. Natürlich kann man dann sagen, dass das ja nur eine Kleinigkeit ist. Die selbe Person hat aber zB der Freundin nichts von mir erzählt und mir erzählt, für sie wäre alles okay. Da kann ich mir auch zu 100 % sicher sein, dass diese Person die Freundin anlügt - und auch sicher sein, dass ich mich diesem Risiko nicht aussetzen möchte, angelogen zu werden. Trotzdem hatte ich noch eine Weile Kontakt und kam immer wieder in Situationen, wo ich lügen müsste, um seine Lügen zu verdecken - etwas, was ich hasse und nicht kann. Das ist für mich zu viel Stress. Vielleicht ist es ein reguläres Verhalten, seinen Partner zu betrügen oder seine Eltern und Freunde anzulügen und vielleicht verurteile ich das zu Unrecht (wovon ich nicht ausgehe), aber mein Urteil basiert auf echten negativen Vorfällen.
      Anderes Beispiel: Person Z erfährt von einem guten Freund, dass dieser auf Person X steht. Sofort geht Z zu X und lästert mit X, die sie erst seit zwei Tagen kennt, über diesen guten Freund, den sie schon seit zwei Jahren kennt.
      Das mag ein ganz normales Verhalten sein, aber ich möchte mich einfach nicht mit Leuten umgeben, denen ich nicht vertrauen kann.

      Es dauert wirklich lange, bis ich jemandem unterstelle, dass er absichtlich lügt. Und selbst dann kommt es noch auf die Umstände an. Aber im Endeffekt urteile ich ja nicht mal über diese Menschen. Ich sage, dass sie zB lügen, was in den von mir beschriebenem Fall eindeutig ist (und nur dann). Ob man nun sagt, dass Lügen normal oder negativ oder sogar gut ist, muss jeder selbst wissen. Ich möchte einfach niemanden in meiner Nähe haben, der lügt.



      Puk schrieb:

      3. Pflegst du einen Doppelstandard
      Du bist bereit jemanden zu meiden, weil er dir was vorspielt, was du ja scheinbar sehr schwer verurteilst. Mal abgesehen davon das fast alle Menschen das jeden Tag machen. Aber selbst setzt du die Entdeckung einer menschlichen Schwäche mit der "Bitte" gleich dies zu tun. Das Vorhandensein einer Schwäche rechtfertigt niemals das Ausnutzen!
      >> Louveteau schrieb:
      ZB kann ich gut manipulieren und habe das früher auch gemacht - aber erst, wenn eine Person mir die Information gegeben hat, dass ich sie manipulieren kann. Allein durch Mimik oder so, hätte ich das niemals machen können. Ich glaube aber, dass das tatsächlich daher kommt, dass ich nicht weiß, wie umgehen - und dann lieber kontrolliere, wenn andere mich quasi darum bitten, weil sie sich selbst hassen oder ähnliches. <<

      Ganz egal ob du das jetzt nicht mehr machst, weil die Situation / die Menschen nun meidest. Niemand "bittet" darum manipuliert zu werden, niemand hat das verdient. Diese BerechtigungsHaltung ist schon echt krass. Angesichts solcher Einstellung, kann man es den Leuten schonmal nachsehen, sich einfachn nur nicht authentisch genug zu geben.
      Ich nehme das auch direkt mal als Beispiel dafür, dass du genauso urteilst, wie du es mir vorwirfst. Aber das ist auch gar nicht schlimm, weil das tun wir alle. Wir können nur von dem ausgehen, was wir verstehen usw. Aber von irgendwas müssen wir ausgehen, um mit anderen zu kommunizieren. Nur genau danach entscheiden wir auch, ob wir Kontakt wollen oder nicht. Würde ich jetzt sagen bspw "Ja, genau so ist es, die Schwachen darf man ja wohl ausnutzen!" könntest du auch 100 % sicher sein, dass ich ein Ar*** bin. Meiner Meinung nach. Eventuell. Aber zumindest könntest du ziemlich sicher sein, dass ich Leute ausnutze. So handhabe ich es quasi im Alltag.

      Jetzt rein inhaltlich:
      Ich verurteile das sehr, wenn mir etwas vorgespielt wird. Das ist richtig. Und in meiner selbst gewählten Umgebung geschieht das glücklicherweise auch selten - oder ich erkenne das nur nicht.
      Ich setze aber nicht die Entdeckung einer menschlichen Schwäche mit der Bitte gleich, zu manipulieren oder auszunutzen. Ich wüsste gerade auch nicht, was eine menschliche Schwäche überhaupt sein soll. Ich glaube aber, dass das Missverständnis durch diesen Satz kommt:
      "wenn andere mich quasi darum bitten, weil sie sich selbst hassen oder ähnliches."
      Der kann zugegebenermaßen auf zwei Arten verstanden werden. Ein Mal mit "weil" und ein Mal mit "indem". Ich meinte tatsächlich aber "weil". Ich habe das oft erlebt, dass Leute, die Probleme mit zB Selbsthass hatten, mir gesagt haben, dass ich sie doch unbedingt hassen müsse, weil sie irgendwas getan hätten und nicht damit klar kommen, wenn ich sie nicht hasse. Das ist eine echt merkwürdige Situation, die mir auch schon viele Jahre nicht mehr begegnet ist. Ich habe auch nie verstanden, warum das so ist. Aber mir wurde von den Leuten teilweise vorgeworfen, dass ich sie nicht ausnutze. Ein Mal saßen wir zu viert zusammen und die drei Anderen haben mir gesagt, dass ich einen von ihnen ausnutzen sollte. Wobei ich sagen muss, dass das Wort "ausnutzen" nie fiel und ich einfach schon Kleinigkeiten als ausnutzen und manipulieren betrachte, die andere vielleicht als normal betrachten.
      Beispiel:
      Person A: "Blöd, dass wir uns nicht treffen konnten! Ich habe total das schlechte Gewissen!"
      Person B: "Dafür müssen wir uns heute treffen!"
      Für mich ist das Manipulation. Und genau das habe ich gemacht. Tatsächlich habe ich aber oft gesagt bekommen, dass genau das Person A helfen soll, weil Person A sich dann weniger Gedanken macht. Ich denke, dass es Person A überhaupt nicht hilft, weil sie sich selbst unnötig verrückt macht im Bezug auf mich (in dem Beispiel hätte Person A, der sonst eher schreibfaul ist, sehr viele WA-Nachrichten geschickt, in der er sagt, was für ein schlechter Mensch er ist. Ist ein reales Beispiel, nur ohne dass ich Person B bin.).
      Einer meiner Freunde hat aber auch mal gesagt, dass ich ihn "niedermachen" soll, damit er Sport macht. Das alles ist für mich Manipulation - aber eine klare Bitte von ihm. (Habe es nicht gemacht.)
      Ich habe eine Weile zu kaum jemandem Kontakt gehabt, weil jede Kommunikation ja eine Einflussnahme und damit Manipulation ist. Wenn jemand jetzt sehr unsicher ist und bei mir Rat sucht, gleicht jeder Rat irgendwie der Manipulation. Das spielt da halt auch rein.
      Für mich ist das Thema unglaublich komplex und verwirrend.

      Aber auf jeden Fall würde ich zustimmen, dass es keinen Grund gibt, andere zu manipulieren. Deswegen halte ich mich fern von Leuten, die mich darum bitten, es zu tun.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Louveteau ()

    • Ich habe jetzt 4 verschiedene Antworten geschrieben, aber ich schaffe es einfach nicht etwas zu antworten, was ich auch tätsächlich so sagen will.
      Superkräfte.
      Meine Beträge spiegeln meine aktuelle Meinung wieder, die ich mir auf Grundlage der vorliegenden Information höchstwahrscheinlich ohne referenzierende Prüfung der entsprechenden Fachliteratur gebildet habe. Es handelt sich dabei nicht um Tatsachen, den allgemein anerkannten Stand des Wissens oder Diagnosen. Die Meinung wird geäußert, wenn sie für mich die Wahrscheinlichste aller erdachten Thesen ist. Ich erkläre damit keine absolute Sicherheit der Aussage.
    • Cloudactive schrieb:

      verzweifeltes Bemühen, Verlassenwerden zu vermeiden
      1) sehr intensive, instabile Beziehungen
      2) sehr intensive Gefühle, Impulsivität, heftige Wut
      3) Leeregefühl
      4) unter Druck paranoid (Wahn)
      5) können ggf. Bewusstseinsinhalte so stark abspalten, dass sie "weg" sind (Erinnerungen)
      6) Idealisierung von anderen Menschen, kann schnell kippen in Entwertung (beruht auf wahren Empfindungen)
      7) ggf. Drogen, Essstörungen, Depression, sich Schmerzen zufügen, um den eigenen Körper wieder zu fühlen, da sie den Kontakt zu eben diesem verloren haben (Spaltung)
      Was davon trifft auf mich angeblichen Borderliner?
      1) nein
      2) intensive Gefühle, ja. Impulsivität dadurch bei starker Erregung. Heftige Wut? Eher weniger.
      3) nein
      4) verstehe ich nicht?! Wie äußert sich das? Ist mir nichts bewusst.
      5) nein. Aber ich vergesse recht schnell.
      6) nee.
      7) Depressionen immer wieder. Ja :-/
    • Gluon schrieb:

      Hier ist ein Test, den man vielleicht als Screening benutzten kann:

      psychotherapiepraxis.at/surveys/test_borderline.phtml
      Ich habe den Test am 10.10 bereits ein Mal gemacht. Da war mein Ergebnis bei 4 Merkmalen, plus 1 Nebenmerkmal und 3 Zusatzindikatoren. Heute bei 4 Merkmalen plus 2 Nebenmerkmalen und 2 Zusatzindikatoren.
      Insgesamt finde ich den Test recht gut (unabhängig vom Ergebnis).


      Viele Fragen in dem Test könnten mMn aber auch 1:1 auf Autismus zutreffen.
      "2. Es braucht nicht viel, damit ich in Wut gerate."
      - Ein paar Reize zu viel reichen da schon.

      "7. Es fällt mir schwer, stabile, dauerhafte Freundschaften zu erhalten."
      - Ich habe dauerhafte Freundschaften, allerdings ist das kräftezehrend... Also ja oder nein?

      "14. Ich hatte in meinem Leben schon das eine oder andere Mal das Gefühl, die Kontrolle über mich zu verlieren, "auszuklinken" oder "auszurasten"."

      (Hihi, zwei, sieben und vierzehn. :D)

      "22. Wenn ich mit anderen Menschen spreche, kommt es öfters vor, daß sie Schwierigkeiten haben, meinen Gedankengängen zu folgen."

      "23. Ich verliere rasch mein inneres Gleichgewicht, wenn sich Dinge anders entwickeln, als ich das erwartet habe."

      "34. Wenn ich extrem unter Streß stehe, habe ich manchmal ein bedrohliches Gefühl, ich könnte "durchdrehen", den Boden unter den Füßen verlieren oder völlig die Kontrolle über mich verlieren."

      "38. Es fällt mir nicht gerade leicht, mich in andere Menschen einzufühlen."
      (Das ist dann auch die Bestätigung, dass Borderliner ebenso eine wenig entwickelte TOM haben.)
    • Test schrieb:

      eigen Sie Symptome der Borderline-Persönlichkeitsstörung?
      Die Auswertung.

      Borderline-Persönlichkeitsstörung: unwahrscheinlich.

      Ihr Ergebnis im Detail:

      Erfüllte Borderline-Indikatoren gemäß DSM IV*: 2
      Festgestellte Nebenmerkmale gemäß DSM IV*: 2
      Festgestellte Borderline-Zusatzindikatoren*: 1

      Das Vorhandensein von mehr als einem Borderline-Indikator gemäß DSM IV, gepaart mit Borderline-Merkmalen anderer diagnostischer Kriterien, weist auf eine gewisse Anfälligkeit für zumindest Teilaspekte dieser Persönlichkeitsstörung hin (z.B. eine Neurose). Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, daß sich in Ihrem Leben auf dieser Basis eine Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickeln könnte. -- Quelle: psychotherapiepraxis.at/surveys/survey_b.php
      Punkt 14, 23, 34, 38, sehe ich bei mir aber auch. Erst Montag wieder so einen emotionalen Einsturz gehabt.