Seit Ihr auch emotional abhängig von andere Menschen

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    • seven_of_nine schrieb:

      Wenn man aber keine Sozialkontakte hat, greift man nach jedem Strohhalm, das war bei mir auch zeitweise der Fall.
      Was besonders weh tut ist wenn man von dem letzten Strohhalm verlassen oder im Stich gelassen wird wenn man anderweitig keine Sozialkontakte (mehr) hat. Dann reicht es aus zum Beispiel dass die Person (letzter Strohhalm) ein Treffen zum Kaffee trinken unerwartet absagt um in einem tiefe Verlassenheitsgefühle auszulösen, auch wenn dieser letzte Strohhalm an und für sich ein fast fremder Mensch ist. Das habe ich oft bemerkt. Wenn man aus irgendwelchen Gründen die paar Kontakte die man hatte verloren hat oder gleichzeitig der Familie entfremdet ist, keine Freunde hat, keine Beziehung und keine gemeinsamen Treffen mit anderen Menschen und dann sagt jemand (der letzte Strohhalm) einen Termin ab weil er etwas wichtigeres zu tun hat als mit einem selber (dem nach dem letzten Strohhalm Greifenden) Kaffee zu trinken dann fühlt man sich sehr trostlos und emotional abhängig von diesem Menschen obwohl man ihn kaum kennt. Vielleicht ist das ein Urgefühl der Verlassenheit aus dem Tierreich oder aus der frühen Kindheit.
    • Lichterfreund schrieb:

      Ein Kontaktwunsch sollte immer beidseitig vorhanden sein.
      Das auf jeden Fall.

      Die Frage ist dann noch, warum eine Person Kontakt will.
      Ich habe das früher nicht kapiert, dass Leute Kontakt zu mir wollten weil sie bestimmte Dinge von mir bekommen konnten, nicht weil sie ein Interesse an mir als Person hatten.
      Das wollen manche Leute heutzutage immer noch, aber ich mache nicht mehr mit. Privat, meine ich.
      Beruflich ist das etwas anderes, da tue ich auch Dinge für Leute und bin für sie da, aber selbst gegen Bezahlung würde ich mich nicht um irgendwelche Widerlinge (RW) kümmern.

      Unbewohnte Insel schrieb:

      Vielleicht ist das ein Urgefühl der Verlassenheit aus dem Tierreich oder aus der frühen Kindheit.
      Ja. Es ist eine der Urängste, die größte Angst, denn wenn der Einzelne aus der Gruppe ausgestossen wurde bedeutete das den Tod. Alleine konnte er in den meisten Fällen nicht überleben. Die schlimmste Strafe, die der Stamm einem Individuum auferlegen konnte war die Verbannung.

      Heutzutage sind wir ja zivilisiert und haben ausserdem ein Sozialsystem, so dass der Mensch Unterkunft und Verpflegung bekommt.

      Die Verbannung findet auf einer anderen Ebene statt, manchmal denke ich das ist noch grausamer, als jemanden verhungern zu lassen.
      Sozialer Tod durch Einsamkeit für Individuen die sich nicht "angemessen" benehmen, wobei die Angemessenheit nach sehr fragwürdigen Kriterien beurteilt wird.

      Das ist jedenfalls meine Meinung.

      Für mich ist Zuverlässigkeit eine Grundvoraussetzung im Umgang. Man sollte sich überlegen bevor man jemandem etwas sagt, ob man dies auch einhalten kann und will.
      Mein Problem als Aspie ist, dass ich nicht erkennen kann ob der andere es ernst meint, und daher darauf angeweisen bin, dass die Worte wahr sind, was oft leider nicht der Fall ist.
      Ich selber bin nicht in der Lage, andere auf diese Art und Weise anzulügen. Lügen kann ich schon, aber nicht im sozialen Kontext.

      So gesehen besteht meine Behinderung hauptsächlich darin dass ich nicht in der Lage bin, andere Leute zu verarschen. Sonst wäre ich längst reich und hätte viele Freunde. :irony:

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Kraehe ()

    • Gluon schrieb:

      Ich habe irgendwo mal gelesen "lügen können" hat dem Menschen einen evolutionären Vorteil gebracht
      Ja klar, man kann seine Ziele am besten durchsetzen und den anderen dazu bringen dass er einen dabei unterstützt, indem er macht was man will, indem man ihm eine "win-win-situation" vorgaukelt. Mit Intelligenz und rhetorischem Geschick lässt sich in jeder Situation so etwas glaubwürdig konstruieren.
      Ganz ohne Keule, total zivilisiert.

      Mir hat der Vorstand früher im Job mal gesagt (als ich nicht mehr mitmachen wollte, und sein Top Angebot ausgeschlagen habe) "Ihre Moral in Ehren Frau K., aber wir wollen hier Geld verdienen".
      Ich hätte gar nichts gegen mehr Geld, könnte es sogar gut gebrauchen, aber nicht auf diesem Weg.

      Danach war ich raus. Es war schwierig, und das ist es noch immer.
    • Kraehe schrieb:

      ...
      Die Frage ist dann noch, warum eine Person Kontakt will.Ich habe das früher nicht kapiert, dass Leute Kontakt zu mir wollten weil sie bestimmte Dinge von mir bekommen konnten, nicht weil sie ein Interesse an mir als Person hatten.
      ...
      Es ist manchmal nicht leicht auseinander zu halten, wann jemand bestimmte Dinge von einer Person möchte und wann er Interesse an der Person hat.
      Diese bestimmten Dinge sind ja vermutlich nicht nur als Gegenstände gemeint, sondern können auch Dienstleistungen sein.
      Nur wo fängt die Dienstleistung an und wo hört sie auf, wo ist es das Interesse an der Person?
      Zu Freundschaften gehört es aus meiner Sicht auch irgendwie dazu, dass man sich gegenseitig mal gewisse Dienste erweist.
      Ich denke es ist nur wichtig, dass alles auf Gegenseitigkeit beruht und diese Gegenseitigkeit sollte möglichst ausgeglichen sein.
      So eine gegenseitige Dienstleistung kann auch darin bestehen, dass man einfach nur mal zuhört, wenn die andere Person ein Problem hat.
      Oder wenn die andere Person etwas bestimmtes lieber in Begleitung tun möchte, z.B. ins Restaurant, weil das da alleine zu langweilig ist und man gerne Unterhaltung möchte.
      Wobei ich mir da nicht ganz sicher bin, ob man diesen Unterhaltungswunsch dann auch als Dienstleistung einstufen sollte, oder ob das dann als Interesse an der Person eingestuft wird.

      Ich vermute, dass es immer dann ein Interesse an der Person ist, wenn das beide gleichzeitig möchten.

      Ich würde mich heute nicht so wohl dabei fühlen, wenn andere etwas für mich tun, das sie zu dem Zeitpunkt nicht tun möchten.

      Umgekehrt überlege ich heute viel öfter, bevor ich etwas mit anderen Menschen mache, ob ich das dann mache, weil ich das gerne tun möchte, oder ob ich das nur für die andere Person tue.
      Früher habe ich sehr vieles auch für andere Personen gemacht.
      Heute mache ich das nur, wenn ich denke, dass da auch in ähnlichem Maße etwas zurück kommt und wenn es mich selbst nicht irgendwo überfordert.
    • Unbewohnte Insel schrieb:

      Das " " kannst du weglassen. Es ist tatsächlich so.
      Ja.
      Wobei ich hier ganz ausdrücklich nicht sagen will, dass die sogenannten "NTs" die Autisten ausgrenzen. Menschen grenzen sich gegenseitig aus, und es gibt auch Autisten die das sehr gut können und praktizieren. Es ist ein Zeichen der eigenen Schwäche, Neid, Ignoranz, eine Möglichkeit Macht auszuüben und Kontrolle. Vor allem für Menschen die für sich alleine all dies nicht haben, sie fühlen sich nur in der Gruppe stark, und wenn ihnen ein Einzelner gegenüber steht, dem sie, wären sie selbst alleine, nichts entgegenzusetzen hätten, und dem sie sich unterlegen fühlen.

      Lichterfreund schrieb:

      Früher habe ich sehr vieles auch für andere Personen gemacht.
      Heute mache ich das nur, wenn ich denke, dass da auch in ähnlichem Maße etwas zurück kommt und wenn es mich selbst nicht irgendwo überfordert.
      Ich denke, das ist auch gesünder.
    • Daniel1 schrieb:

      Joker schrieb:

      Da bleib ich lieber alleine.
      Wurdest Du auch so sprechen, wenn Du alleine leben würdest, Eltern, Verwandtschaft etc, ca 200 Km von Dir weg wohnen und Du ausser Selbsthilfegruppen und sozialer Einrichtung in Deiner Gegend nichts hast?
      Mein einziger Sohn lebt über 500 km entfernt, Eltern habe ich nicht mehr, Kontakt zu anderen Verwandten seit Jahrzehnten nicht mehr.

      Und trotzdem bin ich lieber allein, als mich gewaltsam anzupassen. Das liegt vermutlich daran, dass ich mich allein nicht einsam fühle. Einsam fühle ich mich eher in unpassender Gesellschaft.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Neu

      Unbewohnte Insel schrieb:

      Was besonders weh tut ist wenn man von dem letzten Strohhalm verlassen oder im Stich gelassen wird wenn man anderweitig keine Sozialkontakte (mehr) hat.
      Ja, das ist mir auch passiert. Meine letzte Freundin/Bekannte lehnt zukünftigen Kontakt ab, das tut weh. Dabei fühlen wir uns beide einsam. Sie hat zwar Freunde, aber trotzdem fühlt sie sich so einsam wie ich, die keine Freunde hat. Sagte sie zumindest. Verstehe ich allerdings nicht.
      Ich würde totz meiner Einsamkeit aber nicht alles mit mir machen lassen. Lieber keine Kontakte, als nur schlechte Kontakte, die einen kaputt machen.
      Ich bin nur zu feige dem ein Ende zu setzen.
    • Neu

      Ich war früher zu naiv, um zu merken, dass mich einige Menschen nur ausgenutzt haben. Die wenigen, die mit mir klar kamen, haben davon profitiert, dass es mir finanziell und materiell nicht schlecht ging. Unsere Familie war nicht reich, aber ich konnte halt mit meinem (Taschen-) Geld immer besser umgehe, weil ich es nicht für Kosmetik und Klamotten "verschwendete".
      Ich hab damals einige (nicht besonders teure oder wertvolle) Sachen verliehen, aber selten zurück bekommen.
      Mir machte es nichts aus, wenn ich für andere mit bezahlte oder jemand einlud.
      Was ich allerdings gar nicht ausstehen konnte war, wenn man versuchte, sich auf meine Kosten zu bereichern.
      Wenn man nicht 2 DM übrig hatte für eine Portion Pommes (die ich dann übernahm), aber mit einer Streichholzschachtel mit einem Stückchen Haschisch für 50 DM ankam :nerved: :x .
      Heute hab ich nur noch in meinen Gymnastik Gruppen Sozialkontakte, aber die wollen nichts (persönliches/materielles) von mir und von denen bin ich nicht abhängig. Mir reichen diese Kontakte (neben meiner Frau und unseren Katzen), ich fühle mich nicht einsam.
      Für Reparaturen hatte ich immer meine Familie, einiges kann ich auch selbst, wenn man es mir zeigt. Ansonsten beauftrage und bezahle ich halt Firmen.
    • Neu

      Daniel1 schrieb:

      Wurdest Du auch so sprechen, wenn Du alleine leben würdest, Eltern, Verwandtschaft etc, ca 200 Km von Dir weg wohnen und Du ausser Selbsthilfegruppen und sozialer Einrichtung in Deiner Gegend nichts hast?
      Ich selbst habe gelernt, auch ganz alleine zu sein. Musste viele lange Jahre so leben. Keine Freude, keine Familie in der Nähe und auch die ferne Familie nicht wirklich hilfreich. Es hilft, sich kreative Hobbys zu schaffen: Malen, Lesen, Schreiben... Oft bin ich aber auch stundenlang durch die Gegend gelaufen. Manchmal auch mit dem Fahrrad herausgefahren. Alles besser, als falsche Freunde von denen man abhängig ist. Ja, die hatte ich vorher auch aber ich habe sie nach und nach abgeschüttelt, nachdem ich festgestellt hatte, dass sie mich meistens nur ausbeuten. Forever alone ;)
      For mash get SMASH!
    • Neu

      Habe mein Leben lang länger nur funktioniert, wenn ich feste Bezugspersonen um mir hatte, die emotional fuer mich da waren und mich genommen haben wie ich bin.

      Wenn es nicht der Fall war bin ich immer wieder zusammengebrochen, wobei andere mich verbiegen wollten, da ich nicht war, bin, wie sie es wollten.

      War ich überfordert und könnte ich nicht mehr, waere ich angeblich immer bogik.

      Immer, immer das selbe.

      Sehr kraftraubend.
      Wir akzeptieren Menschen doch auch, wie sie sind.

      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Neu

      In Vorbereitung auf meinen Termin am MPI, hab ich mal meine alten Tagebücher durchforstet.
      Ich war schockiert, als ich festgestellt habe, dass ich im zwischenmenschlichen Bereich, und da besonders in Partnerschaften mit Männern, bis Anfang/Mitte 30 doch emotional sehr abhängig war.

      Am Anfang waren sie immer alle begeistert von meiner einfachen, natürlichen und bescheidenen Art. Da ich aber nie wusste, wie Partnerschaften funktionieren und was die Wünsche und Bedürfnisse meines Gegenübers sind, habe ich mich nicht weiter entwickelt. Ich habe den Männern immer auf der Pelle geklebt (RW) und auf klare Aussagen und Ansagen gewartet :m(: . Nach dem Abebben der ersten Verliebtheit und Faszination, verliefen diese Beziehungen dann immer quälend/schleppend und endeten unglücklich :( .

      Meine jetzige Partnerschaft verläuft auch nur deshalb mehr oder weniger gut, weil jeder für sich viel Zeit alleine verbringt. Und weil wir einen Plan erarbeiten, nach dem ich meine hausfraulichen Pflichten abarbeite, da ich nach wie vor kein Gefühl/Gespür dafür habe.

      Finanziell bin und habe ich mich seit meiner Ausbildung aber immer selbst versorgt :nod: .
    • Neu

      Daniel1 schrieb:

      Wurdest Du auch so sprechen, wenn Du alleine leben würdest, Eltern, Verwandtschaft etc, ca 200 Km von Dir weg wohnen und Du ausser Selbsthilfegruppen und sozialer Einrichtung in Deiner Gegend nichts hast?
      Ich selbst habe gelernt, auch ganz alleine zu sein. Musste viele lange Jahre so leben. Keine Freude, keine Familie in der Nähe und auch die ferne Familie nicht wirklich hilfreich. es hilft, sich kreative Hobbys zu schaffen. Oft bin ich aber auch stundenlang durch die Gegend gelaufen. Manchmal auch mit dem Fahrrad herausgefahren. Alles besser, als falsche Freunde von denen man abhängig ist. Ja, die hatte ich vorher auch aber ich habe sie nach und nach abgeschüttelt, nachdem ich festgestellt hatte, dass sie mich meistens nur ausbeuten.
      Forever alone ;) :fun:

      Knanmel schrieb:

      Ich habe den Männern immer auf der Pelle geklebt (RW) und auf klare Aussagen und Ansagen gewartet . Nach dem Abebben der ersten Verliebtheit und Faszination, verliefen diese Beziehungen dann immer quälend/schleppend und endeten unglücklich .
      Bei mir verliefen die Beziehungen ähnlich. Ich habe ehrlich gesagt immer noch keine Ahnung, wie man's richtig macht. Habe bestimmt ein Dutzend Beziehungen durchlebt. Am Besten lief's, meine ich, mit dem Typ Frauen, die Freude daran haben, sich voll auf eine Person einzustellen und gleichzeitig selbst völlig autark sind. Das gab es 2-3 Mal und ich war wahrscheinlich sehr dumm, diese Beziehungen zu verlassen.
      Partnerinnen, die erwarten, dass ich ihre Systeme erlerne und Bedürfnisse ablese, sind leider zum kläglichen Scheitern verurteilt. Ich kann nonverbale Botschaften nicht lesen. Der Wink mit dem Zaunpfeil (RW) funktioniert bei mir gar nicht. Bitte dann auch immer, mir alles klar und offen zu sagen. Das klappt aber meistens nicht, weil das Nonverbale offenbar fester Bestandteil vieler Beziehungen ist.

      Emotional abhängig werde ich immer, das löst aber gleichzeitig Fluchtreflexe aus.
      For mash get SMASH!
    • Neu

      Nowhere Mat schrieb:

      Der Wink mit dem Zaunpfeil (RW) funktioniert bei mir gar nicht.
      Zaunpfahl :d

      Nowhere Mat schrieb:

      weil das Nonverbale offenbar fester Bestandteil vieler Beziehungen ist.
      Ja. Irgendwelche Dinge sind selbstverständlich, sie werden vorausgesetzt, wer das nicht kapiert ist wohl blöd. Ich hingegen finde es selbstverständlich dass ich fragen kann wenn ich etwas wissen möchte über den anderen, und wenn dann diese Antwort kommt (mit genervtem Gesichtsausdruck, das kann selbst ich erkennen) "Ja, wenn Du das nicht weisst..." (Ja, was dann? Bin ich blöd?) Und dann nichts mehr... x( Der andere kann auch sagen was er will und was nicht, bin ich ein Hellseher?
      Ich weiss, dass ich nicht blöd bin. Ich bin auch nicht ignorant und rücksichtslos und mir ist überhaupt nicht egal wie andere sich fühlen und was sie wollen, jedenfalls nicht wenn dieser Mensch mir wichtig ist (und auch bei den meisten anderen nicht, da verlaufen die Grenzen nur anders)

      Aber um diese Selbstverständlickeiten zu kapieren bin ich zu blöd. Daran scheitert das dann.

      Wenn Leute nicht einfach, deutlich, klar und direkt kommunizieren wollen, sondern stattdessen immer diese Spielchen spielen, dann geht es mit mir nicht.

      Mit den Tieren klappt es gut. Auch die nonverbale Kommunikation. :d
    • Neu

      Kraehe schrieb:

      Zaunpfahl
      Owww :oops:
      danke :lol:

      Kraehe schrieb:

      "Ja, wenn Du das nicht weisst..."
      Genau das. Und "das solltest du doch merken". "Muss ich dir das wirklich sagen?" Ja!

      Kraehe schrieb:

      Wenn Leute nicht einfach, deutlich, klar und direkt kommunizieren wollen, sondern stattdessen immer diese Spielchen spielen, dann geht es mit mir nicht.
      Das Problem liegt, glaube ich, darin, dass viele Menschen die Tiefe einer Beziehung daran messen, wie aufmerksam der/die Partner/in ist und das wiederum wird daran gemessen, wie sich die Person 'einfühlen' kann. Ich kann mich nicht einfühlen, verstehe auch keine 'hints' und dergleichen. Das wird, glaube ich, aber sehr missverstanden, weil ich sehr einfühlsam wirke. Ich kann auf einer kognitiven Ebene eine bestimmte Problemsituation gut nachvollziehen und dann auch nachfühlen, was diese Situation bedeutet für Mensch und Tier. wann sich meine Partnerin vernachlässigt fühlt und wann belagert, ist aber für mich völlig unverständlich. In welcher Weise ich mich beispielsweise auch bei ihren Eltern/Freunden/Kollegen verkehrt verhalten habe, obwohl sie mir dauernd versteckte Hinweise schickte, ist mir völlig fremd.

      Kraehe schrieb:

      Mit den Tieren klappt es gut. Auch die nonverbale Kommunikation.
      Deshalb wohne ich mit einer Katze anstatt mit einem Menschen :)
      For mash get SMASH!
    • Neu

      Daniel1 schrieb:

      Es geht soweit, dass Ihnen bewusst ist, dass ich bedürftig bin und Ihnen klar ist, dass Sie fast alles mit mir machen koennten, da ich schon sehr grosse Preise gezahlt habe um in der Vergangenheit, nicht wieder einsam zu sein.
      Mir ging das vor allem in der Kindheit und Jugend so, daß ich regelrecht anderen nachgelaufen bin oder viel (für sie) getan habe, nur um akzeptiert zu werden oder jemanden für Unternehmungen und zum Reden usw. zu haben. Zu einer Gruppe wollte ich nicht dazugehören, nur nicht gemobbt werden - theoretisch reicht mir eine Vertrauensperson aus.

      Der Preis, den ich dafür zahlte, war aber mein Selbstwertgefühl, weshalb ich mittlerweile lieber einsam bin, als etwas zu tun, das ich eigentlich gar nicht will, nur damit ich jemanden habe. Daß sich diese Erkenntnis in Verhalten umgesetzt hat, zog sich über einige Jahre hin - in einigen Interaktionsbereichen ging das rasch und gut, in anderen mühsam und bis heute oft in emotionalem Zwiespalt.
      Ich finde, es ist besser, sich einmal zu viel als einmal zu wenig abgrenzen, wenn man sensibel ist und schon oft ausgenutzt oder verletzt wurde, auch wenn man damit dem ein oder anderen Unrecht tut - wer einen zu schätzen weiß, der wird sich dann seinerseits Mühe geben, einen nicht zu verlieren.

      Daniel1 schrieb:

      Da ich wenige Menschen habe, kann s sein, dass ich sie gefuehlsmaessig erdruecke, überforderte wenn sie da sind.
      Ihr könntet vorab Zeiten und Regeln ausmachen, dann kommt diese Situation nicht so schnell - z.B. Kontaktpausen von mindestens 24h nach mehreren Stunden Beisammensein. Was ich noch gelernt habe, ist, daß Verbindlichkeit das Entscheidende für mich ist, und die entsteht nicht durch "Erdrücken", sondern durch Beobachten und Schlüsse ziehen ohne Druck.

      Shenya schrieb:

      Ich habe einfach versucht, mich anzupassen, damit ich eine Chance habe, dazuzugehören. Ich war damit mal mehr und mal weniger erfolgreich. Habe aber auch festgestellt, dass ich nie offen anderen gegenüber bin und immer nur eine Fassade zeige. So blieben die Beziehungen oberflächlich. Ich vertraue mich anderen nicht leicht an, sondern bin eher distanziert.
      Ich bin ziemlich empfindlich gegenüber Abweisung, deshalb bin ich auch vorsichtig geworden. Immer wenn ich zu jemandem Vertrauen gefasst habe, ist irgendwas passiert, was mich enttäuscht hat. Deshalb versuche ich, nicht mehr so große Hoffnungen zu haben.
      Mir geht/ging das genauso, obwohl ich stets offen anderen gegenüber bin. Oberflächlichkeit im Kontakt muß nicht durch Mißtrauen oder mangelnde Offenheit bedingt sein, sondern oft ist einfach nicht mehr möglich, weil man zu verschieden ist. Man lebt gedanklich in völlig anderen Welten, auf die sich einzustellen anstrengend und wenig fruchtbar ist. Ohne Anknüpfungspunkte und passende "Chemie" sehe ich keinen Sinn in mehr als Formalanpassung.

      Daniel1 schrieb:

      Ich höre aber immer von uns, dass wir uns sehr viel Mühe geben.

      Neurotypischer scheinen die Rücksicht nicht zu nehmen.
      Na, wir müssen uns mehr Mühe geben, um das zu erreichen, was normale Leute so nebenbei mühelos an Kontakten und Akzeptanz um sich herum schaffen. Die Notwendigkeit häufigen bewußten Rücksichtnehmens weist an sich schon darauf hin, daß es ansonsten nicht reibungslos verliefe. Normale finden leichter passende Freunde, Bekannte usw., ohne viel Rücksicht nehmen zu müssen. Deshalb glaube ich, daß es zielführend ist, sich mehr Mühe bei der effektiven Suche zu geben als sich mit denen abzumühen, die eh nicht zu einem passen. Im Alltag reicht wie gesagt die Formalanpassung.

      Leseratte schrieb:

      Einsam fühle ich mich eher in unpassender Gesellschaft.
      Davon sind auch genug Normale betroffen, weshalb das Phänomen gerade in Großstädten um sich greift. Allein bin ich nicht weniger einsam, aber die Einsamkeit wird einem in Gesellschaft anderer (v.a. wenn sie untereinander in Beziehung stehen) deutlicher vor Augen geführt. Allein fühle ich mich häufiger gelähmt, ineffektiv, aber selten einsam, vermutlich sind es zwei Erscheinungsformen desselben Problems (mangelnde geeignete Interaktionspartner).
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Necroghoul7 ()