Welchen Wert hat diese „Diagnose/Diagnostik“?

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    • Also, eine "Diagnostik" ohne Dritte (Eltern, Geschwister etc.) zu befragen, ist für mich nicht viel mehr wert als ein halber Kuchen. (Metapher)
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Ups, dann bin ich ja auch nur ein halber Autist. Meine Eltern konnten weder befragt werden, noch 'nen Fragebogen ausfüllen, weil sie zu dem Zeitpunkt schon beide tot waren. Und Geschwister? Welche Geschwister?
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • Eva39 wrote:

      Mir geht es hauptsächlich um das Wissen ob oder ob nicht. Ich möchte auch keine „offizielle“ Diagnose.

      Mir recht es eigentlich auch, wenn der Psychologe sagt, dass ich im Spektrum bin oder eben nicht.
      Warum fragst du dann sowas hier?
      Die Frage impliziert das der Wert der Diagnose wichtig für dich ist.
      Aber dann sagst du das das was du da bekommen hast dir reicht.
      Ich denke das das was man da mit dir gemacht hat, schon recht eindeutig und kompetent wirkt und ich denke dem kannst du auch vertrauen, wenn du nicht mehr als das brauchst, ist das ja auch okay.
      Ich denke das du dem vertrauen kannst.

      Eva39 wrote:

      Ich könnte mit meiner ADS Diagnose ja auch Therapien machen.
      Die sind nicht auf autismus-spezifische Probleme abgestimmt so weit ich weiß.
      Die Therapie sollte auch sich mit dem befassen wo man probleme hat, aber die liegen bei Autisten ja nicht nur bei ADS bedingten Symptomen.
    • Es mag unterschiedlich gehandhabt werden, aber ohne Fremdanamnese hätte ich lt. Aussage des Oberarztes wohl keine Diagnose bekommen. Nur der Eigenbericht über die Vergangenheit ist manchmal zu wenig. Insofern ist das schon wichtig, dass Angehörige über die Entwicklung in der Kindheit berichten können- denn das ist ja der bedeutendste Zeitraum für die Diagnosestellung.

      zaph wrote:

      Dann habe ich nur einen halben Kuchen von Prof. Vogeley?
      In Köln will man mittlerweile vorzugsweise auch den ganzen Kuchen sehen. Und selbst wenn es auch ohne Angehörige ginge, interessant ist deren Perspektive ja allemal.
    • Wenn es zwingend notwendig wäre, persönliche Befragungen durchzuführen, könnten diejenigen ohne Verwandschaft (Eltern tot, keine Geschwister etc.) also keine Diagnose mehr bekommen?

      Zumal man nicht davon ausgehen kann, dass Eltern nach 30 Jahren oder mehr sich noch so gut erinnern, vor allem, wenn sie vielleicht selbst im Spektrum sind oder Ähnliches.

      Meine werden zwar auch einen Bogen ausfüllen müssen, aber sie werden nicht persönlich dabei sein.


      Mir ist auch nicht ganz klar, warum dich die Richtigkeit der Diagnose so beschäftigt, Eva, wenn du gut klarkommst? Es spielt ja eigentlich nur eine Rolle, wenn man Probleme/Schwierigkeiten hat.
    • Fidoline wrote:

      Wenn es zwingend notwendig wäre, persönliche Befragungen durchzuführen, könnten diejenigen ohne Verwandschaft (Eltern tot, keine Geschwister etc.) also keine Diagnose mehr bekommen?

      Zumal man nicht davon ausgehen kann, dass Eltern nach 30 Jahren oder mehr sich noch so gut erinnern, vor allem, wenn sie vielleicht selbst im Spektrum sind oder Ähnliches.
      Zum Beispiel.
      Und ob dann das Ausfüllen der Wahrheit entspricht, steht auch noch auf einem anderen Blatt.
      Und z.B mein Papa ist noch echt fit..sagt aber immer öfter, dass er sich an so Einiges von Früher nicht mehr erinnere.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
    • Auch die Wahrheit der Eltern ist halt subjektiv und nach so vielen Jahren verklärt sich vieles ... meine Mutter hat auch zugegeben, dass sie vieles einfach nicht mehr wirklich weiß.
      Aber sie hat zumindest zum Teil auch ähnliche Probleme, wie soll ich ihr da als extrem seltsam aufgefallen sein.
    • Fidoline wrote:

      Aber sie hat zumindest zum Teil auch ähnliche Probleme, wie soll ich ihr da als extrem seltsam aufgefallen sein
      Da muss gar keine Zeit verflossen sein - bei den Eltern- bzw. Lehrer-Fragebögen für die Diagnostik meiner Tochter war ich immer derjenige, dessen Antworten an der Grenze zu "normal" lagen, die der Klassenlehrerin diejenigen, die am tiefsten im AS-Bereich waren. Warum sollte ich ein Kind seltsam finden, das mir ähnlich ist (und meinem Vater)? Seltsam fand ich nur das damals noch fehlende SI, dessen Existenz hielt ich bis dahin für normal bei einem intelligenten Kind :oops:
    • Cloudactive wrote:

      lso, eine "Diagnostik" ohne Dritte (Eltern, Geschwister etc.) zu befragen, ist für mich nicht viel mehr wert als ein halber Kuchen. (Metapher)
      ich musste weder Eltern noch Geschwister befragen lassen . Meinen Eltern will ich das auch nicht sagen, ich glaube, sie würden das nicht akzeptieren. Sie haben Probleme mit Behinderungen.
      ich habe ganze Szenarien aus meiner Kindheit mit allen Dialogen aus dem Gedächnis erzählen können , was meine Mutter nicht so könnte, glaube ich.

      Eva39 wrote:

      Es fühlt sich passend an, erklärt so vieles.

      ich glaube , es ist manchmal doch wichtig, eine Schublade zu haben und sich nicht für einen Alien zu halten.
      Wie fühlst du dich jetzt ? Erleichtert ?

      Gruß Rhianonn
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Es geht darum, dass eine Person allein erzählen kann, was sie will.
      Wenn aber Dritte dazukommen, kann man die extrem subjektive Sichtweise des Patienten relativieren und sich besser eine eigene Meinung bilden und so zu einem fundierteren Urteil kommen.

      Um die wahren Gegebenheiten eines Ereignisses aufzuklären befragt die Polizei ja auch möglichst mehr als einen Zeugen...
      Seltsamerweise widersprechen sich Zeugen nämlich sehr häufig. :roll:

      Und da sich Autismus tatsächlich hauptsächlich im Kontakt bemerkbar macht (seit der frühen Kindheit), es also auf eine Außenwirkung ankommt, finde ich es eigentlich unerlässlich, Dritte mit einzubeziehen, die einen damals kannten (dazu können auch alte Dokumente genügen).
      Muss halt jeder selbst wissen, für mich war es wichtig, weil ich meine Außenwirkung selbst nicht gut einschätzen kann.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Es soll aber ja auch Leute geben, denen man später erzählt hat, dass sie als Kind anders waren. :nerved:

      Mir z. B. wurde von Verwandten oft genug erzählt, dass ich als Kind anders war. Es gab früher auch Urlaubvideos, auf denen mein Verhalten als Kind zu sehen war. Ich weiss also zur Genüge, wie ich als Kind war.
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam

      The post was edited 1 time, last by Rusty Mike ().

    • @Cloudactive, mit den Zeugenaussagen hast du natürlich Recht,
      so etwas ist anfürsich wichtig.

      ich frage auch eher nach einer praktikablen Lösung, wenn das Elterninterview aus bestimmten Gründen nicht möglich ist ( Eltern tot oder nicht aussagewillig oder gar kein Kontakt ).
      denn gar keine Diagnose bekommen zu können, kann es ja dann auch nicht sein.


      Rusty Mike wrote:

      Mir z. B. wurde von Verwandten oft genug erzählt, dass ich als Kind anders war. Es gab früher auch Urlaubvideos, auf denen mein Verhalten als Kind zu sehen war. Ich weiss also zur Genüge, wie ich als Kind war.
      Ja, ich kenne auch die Geschichten aus meiner Kleinkindzeit. Die wurden auch immer wieder erzählt.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony: